Chronik des Nationalsozialismus Juli / August 1933

JULI 1933

1.7.1933
Auf einer Tagung der höheren SA und SS Führer in Bad Reichenhall wendet sich Reichskanzler Adolf Hitler gegen die Forderung der SA nach einer "zweiten Revolution". Hitler bekräftigt in einer dreistündigen Rede, dass die Reichswehr alleiniger Waffenträger der Nation sein soll.
Ihre Selbstauflösung erklären der 1929 gegründete Christlich-Soziale Volksdienst, eine bürgerliche Partei protestantischer Prägung, und die 1869 gegründete konservativ-föderalistische Deutsch-Hannoversche Partei.
Die Pressekonferenz der Reichsregierung für inländische Journalisten in Berlin wird zu einem Instrument des Reichspropagandaministeriums umfunktioniert. Am 5. Juli findet die erste Pressekonferenz für Fachjournalisten statt.
Reichspräsident von Hindenburg hat an Reichskanzler Adolf Hitler ein Schreiben gerichtet, worin er die Auseinandersetzungen in der Evangelischen Kirche und die Gegensätze, die zwischen der Preußischen Staatsregierung und der Leitung der Preußisch-Evangelischen Landeskirchen, beklagt.
Parteimitglieder der NSDAP, die sich nach dem 30. Januar 1933 angemeldet haben, unterliegen einer zweijährigen Bewährungsfrist, während dieser Zeit dürfen sie kein Braunhemd tragen.
Die deutsche Regierung erklärt, Reichskanzler Adolf Hitler gehöre immer noch der katholischen Kirche an und habe nicht die Absicht die Kirche zu verlassen.
Der Geschäftemacher Kurt Lüdecke wird auf Befehl Adolf Hitlers in Schutzhaft genommen, wegen einer Verleumdungsanklage gegen Ernst Hanfstaengl. Er kommt zuerst nach Plötzensee und dann ins KZ Brandenburg.
Die Gestapo in Preußen untersagt die Arbeit der zentrumsnahen Verbände wegen "staatsfeindlicher Betätigung".
In Gieschewald im polnischen Oberschlesien werden 50 Mitglieder des deutschen Jugendbundes von einem Trupp des polnischen Aufständischen-Verbandes überfallen. Die Deutschen wurden misshandelt, gequält und gedemütigt. Es gab mehrere schwer Verletzte und ein Deutscher starb an einem Kopfschuss.
Die Schilderhäuser und Fahnenmasten der Reichswehr die bisher in den Landesfarben gestrichen waren, sind nach einem Erlass des Reichswehrministers mit einem schwarzweißroten Anstrich zu versehen.
Der aus dem Deutschen Reich emigrierte linksrepublikanische Journalist Leopold Schwarzschild gründet die Wochenzeitschrift "Das neue Tage-Buch" (Paris und Amsterdam).
Die lyrische Komödie "Arabella" von Richard Strauss mit dem Text von Hugo von Hofmannsthal wird in Dresden uraufgeführt.

2.7.1933
Die nach Prag emigrierten Mitglieder des SPD-Vorstands erklären sich zur legitimen Parteiführung.
Das neue Beamtengesetz tritt in Kraft; es enthält eine Arierklausel. Frauen dürfen erst ab 35 Jahre Beamte werden und werden, wenn sie mit Beamten verheiratet sind, entlassen.
Das Geheime Staatspolizeiamt hat im Laufe des heutigen Tages in ganz Preußen die Geschäftsstellen folgender Hilfsverbände des Zentrums geschlossen und deren Schriftenmaterial und sonstiges Vermögen sichergestellt: Friedensbund Deutscher Katholiken, Windhorst-Bund, Kreuzschar, Sturmschar, Volksverein für das Katholische Deutschland und Volksvereins-Verlag G.m.b.H., Katholischer Jungmännerverband sowie Personenvereinigungen, die als Fortsetzung der genannten Organisationen anzusehen sind.
Trotz der laufenden Verhandlungen mit der katholischen Kirche über einen Vertrag (Konkordat) geht das Regime gegen die politische Vertretung des Katholizismus vor.
In Berlin konstituierte sich die Reichsrechtsanwaltskammer und wählte den Rechtsanwalt Dr. jur. Reinhard Neubert aus Berlin zu ihrem Präsidenten.
Der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, Bernhard Rust, hat den Generaldirektor der Staatlichen Museen, Regierungsrat Professor Dr. Wilhelm Waetzoldt sowie den Direktor der Nationalgalerie, Regierungsrat Professor Dr. Justi beurlaubt. Außerdem wurde Regierungsrat Dr. Friedländer von der Leitung der Direktion der Gemäldegalerie im Kaiser Friedrich Museum entbunden. Zur Leitung vertretungsweise berufen worden: für die Generaldirektion der Staatlichen Museen, Professor Dr. Kümmel, für die Nationalgalerie, Professor Dr. Schardt und für das Kaiser Friedrich Museum, Professor Dr. Kötschau.
Die Akademische Woche, die mit dem Appell und der nachmittags stattgefundenen feierlichen Rektoratsübergabe an den Professor der Geodäsie, Dr. Otto Eggert, ihren Abschluß fand, stand unter dem Motto "Der Politische Student". Sie sollte zeigen, daß die revolutionäre Studentenschaft, die sich das Studentenrecht selbst gegeben habe, dieses Recht auch als große Verpflichtung ansehe.
Die "Germania", das bisherige Berliner Hauptorgan des Zentrums, bringt grundsätzliche Ausführungen über die zukünftige Haltung des Blattes, die neben dem rückhaltlosen Bekenntnis zum neuen Deutschland eine scharfe Verurteilung der der Politik des Zentrums im Weimarer Staat enthalten.

3.7.1933
In Bad Reichenhall endet eine am 1. Juli begonnene Tagung der höheren SA- und SS-Führer, auf der sich Reichskanzler Adolf Hitler zur Rolle von Reichswehr und SA äußert.
In Berlin wird eine Nationalsozialistische Rundfunkkammer gegründet. Ihr gehören die Rundfunkindustrie, der Radiohandel, die Funkpresse, die Hörerverbände, die Reichs-Rundfunk-Gesellschaft sowie das Reichspropagandaministerium an.
Gründung der Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung unter der Leitung von Hanns Oberlindober.
Der von Arthur Mahraun geführte Jungdeutsche Orden beschließt in Berlin seine Selbstauflösung.
In London unterzeichnen die UdSSR sowie Afghanistan, Estland, Lettland, Persien (Iran), Polen, Rumänien und die Türkei eine Konvention über die Begriffsbestimmung des Angreifers. Als Angriff gilt fortan auch die "Unterstützung bewaffneter Banden" auf dem "Territorium des anderen Staates".
Auf der 74. außerordentlichen Tagung des Völkerbundrates wird Joseph Avenol als Nachfolger des seit 15 Jahren amtierenden Sir James Eric Drummond als Generalsekretär des Völkerbundes in Genf eingeführt.
In der Lazaruskirche in Berlin wurden 50 Brautpaare, die der Ortsgruppe "Weberwiese" des Gaus Berlin der NSDAP angehörten, getraut. Eine nach Tausenden zählende Menschenmenge bildete auf dem Weg zur Kirche Spalier, und SA, Hitler-Jugend und Jungvolk mußten Absperrungsleiten bilden, damit der Hochzeitszug nicht ins Stocken geriet. Die Menge empfing den Brautzug mit unzähligen Blumensträußen, die auf den Weg geworfen wurden. Die anschließende Hochzeitsfeier fand im böhmischen Brauhaus statt.
Ein Grubenunglück in der Zeche "Blumenthal" in Recklinghausen kostete 10 Bergarbeitern das Leben. Augenzeugen sprechen von einer Explosion mit einer 20 m hohen Stichflamme, die sogar mitteilt zum schmelzen brachte.

4.7.1933
Der Parteiführer der Deutschen Volkspartei, Reichstagsabgeordneter Eduard Dingeldey teilte mit, dass mit sofortiger Wirkung sämtliche Organisationen der Deutschen Volkspartei aufgelöst sind.
Als Bevollmächtigter der Landesparteileitung der bayrischen Volkspartei gab Graf Quadt-Isny im Einvernehmen mit der bayerischen Staatsregierung die Erklärung ab, dass jede Tätigkeit der bayrischen Volkspartei aufgehört habe.
Martin Bormann wird zum Leiter des Stabes des Stellvertreters des Führers ernannt. In dieser Eigenschaft war er Verbindungsmann zwischen Rudolf Heß und Adolf Hitler. Hitler übertrug ihm auch die Verwaltung seines Privatvermögens und beauftragte ihn mit dem Aufbau der "Verwaltung Obersalzberg", die unter seiner Leitung den riesigen Ausbau des gesamten Gebietes am Obersalzberg durchführte.
Anstelle von Dr. Fritz Springorum übernimmt Dr. Fritz Thyssen den Vorsitz des Langnamvereins und der nordwestlichen Gruppe der Eisen-und Stahlindustrie. Der Hansabund übertrug das Präsidium dem Rechtsanwalt Dr. Danielcik.
Wie das "Prager Tagblatt" meldet, wird der frühere Berliner "Vorwärts" fortan in Prag als Wochenschrift unter seinem früheren Leiter Friedrich Stampfer erscheinen. Das Blatt soll das Ausland über den Stand der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung in Deutschland unterrichten.
Die neu gegründete Rundfunk-Kammer erklärt es als eine ihrer Hauptaufgaben, die gesamte Werbung und Aufklärung zu übernehmen, und das Verständnis der Öffentlichkeit zu wecken und damit eine breit im Volk verankerte organisatorische Grundlage des deutschen Rundfunk-Wesens schaffen. Auch das Fernsehen soll in den Arbeits-Bereich der Rundfunk-Kammer einbezogen werden.
Das Gesetz über die gewerbliche Vermittlung von Musikaufführungsrechten bestimmt, dass die Aufführung musikalischer Werke der Genehmigung des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Josef Goebbels, bedarf.
Die Weltwirtschaftskonferenz in London ist endgültig auf einem toten Punkt angekommen, da alle Bemühungen im Einvernehmen mit Amerika, die Währungen zu stabilisieren, gescheitert sind. US Präsident Roosevelts sprach der Konferenz das Recht ab, sich überhaupt mit Währungsfragen zu beschäftigen.
Wegen der Mitschuld am Tod eines SS-Manns im Braunschweiger Eichtalviertel, werden zehn inhaftierte NS-Gegner im Ferienheim Rieseberg hingerichtrt.

5.7.1933
Die Reichsleitung der Deutschen Zentrumspartei gibt die Selbstauflösung bekannt.
Reichskanzler Adolf Hitler ernennt den Ingenieur Fritz Todt (München) zum Generalinspekteur für das Straßenwesen und machte mit ihm einen Spaziergang, wobei er begeistert die Streckenführung der ersten Autobahnen darlegte, die Mindestbreite der Fahrbahnen bestimmte und Todt mit dem unverzüglichen Baubeginn beauftragte.
In einer Presseanweisung zur Berichterstattung über die Sowjetunion heißt es, wenn Material über die Zustände in Russland veröffentlicht wird, sollen direkte Angriffe gegen die Sowjetregierung unter allen Umständen vermieden werden.
Nach einer neuen Verordnung über die Ehestandsdarlehen, werden diese nicht mehr gewährt, den einer der beiden Ehepartner nicht arisch ist.
In München wird Franz Schweyer, von 1921 bis 1924 bayerischer Innenminister (BVP), verhaftet. Er hatte in einem Brief an den früheren BVP-Ministerpräsidenten Heinrich Held die Reichsregierung als "entartete Menschen" bezeichnet, die "wie Raubtiere ihre egoistischen Instinkte befriedigen".
Im Münchner Rundfunk hält der Landesinspektor der verbotenen NSDAP Österreichs, Theo Habicht, eine Propagandarede gegen die Regierung in Wien und kündigt die Fortsetzung solcher Sendungen dreimal pro Woche an; gestaltet werden sie von dem österreichischen Staatsbürger Alfons Freiherr von Czibulka.
Der seit 30 Jahren in Daressalam, im ehemaligen Deutsch-Ostafrika, ansässige Deutsche Hans Pfeng ist zum ersten deutschen Wahlkonsul im Gebiet von Ostafrika ernannt worden.

6.7.1933
Vor in Berlin versammelten Reichsstatthaltern erklärt Adolf Hitler: "Die politischen Parteien sind jetzt endgültig beseitigt... Der Erringung der äußeren Macht muss die innere Erziehung folgen ... Die Revolution ist kein permanenter Zustand, sie darf sich nicht zu einem Dauerzustand ausbilden. Man muss den freigewordenen Strom der Revolution in das sichere Bett der Evolution hinüberleiten. Die Erziehung der Menschen ist dabei das wichtigste ... Die Partei ist der Staat geworden."
Im Zusammenhang mit dem Angriff auf die Arbeitslosigkeit hat die Reichsregierung im Einvernehmen mit der Reichsbank für ein Arbeitsbeschaffungsprogramm von 250.000 Menschen, eine halbe Milliarde Reichsmark zur Verfügung gestellt.
In Berlin-Charlottenburg geben sich der Berufsboxer Max Schmeling und die tschechoslowakische Filmschauspielerin Anny Ondra das Ja-Wort. Von Adolf Hitler bekommen sie zur Hochzeit einen japanischen Ahorn mit Glückwünschen.

7.7.1933
Reichsinnenminister Wilhelm Frick hebt die 120 Mandate der SPD und die aufgrund einer Listenverbindung errungenen fünf Mandate der Deutschen Staatspartei im Deutschen Reichstag ersatzlos auf. Das gleiche gilt für SPD-Sitze in Landtagen und Gemeindeparlamenten.
Der preußische Kultusminister Rust hat verfügt, daß alle Studenten, die sich in den letzten Jahren nachweislich im kommunistischen Sinn betätigt haben, auch ohne Mitglied der KPD zu sein, mit sofortiger Wirkung vom Universitätsstudium auszuschließen sind. […]
Der Reichspressechef, Dr. Dietrich, erklärt auf einem Presseempfang, dass der nationalsozialistische Kampf Österreichs von dem Willen des ganzen deutschen Volkes getragen, gestärkt und gestützt werde, denn es handelt sich letzten Endes um Schicksalsfragen des deutschen Volkes.
Der Verwaltungsrat der Reichspost beschließt ein Arbeitsbeschaffungsprogramm von 76,7 Millionen Reichsmark, sowie eine Reihe von Gebührenermäßigungen.
Der Memelland-Bund, die Vereinigten Verbände heimattreuer Oberschlesier und der Reichsverband heimattreuer Ost- und Westpreußen haben ihre Eingliederung in den Bund Deutscher Osten beschlossen. Der Ostausschuß hat sich aufgelöst.
Die Polizei in Recklinghausen hat acht kommunistische Greuelhetzer und Landesverräter festgenommen, die Meldungen über angeblich in Deutschland verübte Greueltaten verbreitet haben.
Die Altonaer Polizei hat nach wochenlangen Beobachtungen eine kommunistische Organisation aufgedeckt und bisher 70 Kommunisten verhaftet.
Die sozialdemokratische "Danziger Volksstimme" wird für die Dauer von zwei Wochen verboten, weil ein Artikel des "Kurjer Poranny" über die Danziger Regierungsbildung abgedruckt wurde.
Die Beschäftigung nichtarischer Filmschaffender Bedarf künftig ebenso wie diejenigen von Ausländern der Genehmigung des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda Josef Goebbels.
Wehrkreispfarrer Ludwig Müller wird oberster Leiter der Evangelischen Kirche der altpreußischen Union, der Vereinigung der reformierten und lutherischen Kirchen in Preußen.

8.7.1933
Rudolf Heß, der Stellvertreter des Führers der NSDAP, untersagt allen NSDAP-Gliederungen Aktionen gegen jüdische Warenhäuser und ähnliche Betriebe.
Hermann Göring macht Fritz Thyssen durch Gesetz zum Mitglied auf Lebenszeit im errichteten Preußischen Staatsrat.
In Rom wird das Reichskonkordat durch Kardinalstaatssekretär Eugenio Pacelli und Franz von Papen paraphiert.
Hans Mend schreibt an den NSDAP-Schatzmeister Franz Xaver Schwarz um Wiederaufnahme in die Partei, was jedoch abgelehnt wird.
Eugen Hadamovsky (NSDAP) ersetzt Gustav Krukenberg als Geschäftsführer der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft.
Für die angehenden Juristen in Preußen wird ein Arbeitslager zwischen schriftlicher und mündlicher Prüfung obligatorisch.
Unter dem Namen "Beratungsstelle für Ärzte" hatte sich in Berlin eine Vereinigung marxistischer, kommunistischer und anarchistischer Ärzte aufgetan, von deren Bestehen nationalsozialistischer Ärzte durch Zufall Kenntnis erhielten. Die nationalsozialistischen Ärzte erstatteten Anzeige, beim Geheimen Staatspolizeiamt, von dem aus sofort an alle SA-Ärzte Berlins Alarmbefehl erging. Um 6 Uhr morgens versammelten sich sämtliche SA-Ärzte mit ihrem Dienstwagen im Geheimen Staatspolizeiamt, von wo aus eine sorgfältig vorbereitete Aktion gegen die marxistischen Geheimbündler ausging. Jedem Arzt wurden zwei Kriminalbeamte zugeteilt. Gegen 8 Uhr waren 30 marxistische Ärzte verhaftet.
In Wimbledon enden die am 26. Juni eröffneten 53. internationalen Tennismeisterschaften von England. Die Einzelfinale gewinnen Jack Crawford (Australien) und Helen Wills-Moody (USA), die bei ihrem sechsten Wimbledon-Finalsieg erstmals einen Satz abgibt. Als erste Deutsche gewinnen Hilde Krahwinkel/ Gottfried von Cramm den Titel im Mixed.

9.7.1933
Auf einem SA-Treffen in Dortmund nennt Adolf Hitler als Aufgabe der Zukunft: "... Die Macht haben wir ...Nun aber müssen wir den deutschen Menschen für diesen Staat erziehen und wir müssen die Arbeitslosigkeit beseitigen ..."
Insgesamt 125 Kulturfilm-Hersteller aus dem ganzen Deutschen Reich haben sich im Verband der Deutschen Kultur-, Lehr- und Werbefilm-Hersteller (Lehrfilmbund) als der berufsständischen Vertretung der deutschen Kultur-, Lehr- und Werbefilm-Hersteller zusammengeschlossen. Verbands-Vorsitzender wird Arnold Kühnemann.
Bei einem Empfang des Präsidiums des Funktechnischen Verbandes und der Funkwarte der NSDAP führte Reichsminister Goebbels über die Aufgaben des nationalsozialistischen Rundfunks u. a. aus: "[…] Es wird für die Staatspolitik von bleibendem Wert sein, das ganze Volk hundertprozentig für das nationalsozialistische Regime zu erwerben."
Luftfahrtminister Hermann Göring veröffentlicht in der führenden italienischen Zeitung "Corriete dela Sera" eine Glückwunscherklärung zu den bisherigen Leistungen des Balbo- Geschwaders. Die Pioniertaten Balbos werden irgendwann im goldenen Buch der Weltluftfahrt verzeichnet stehen.
Der reichste Mann der Welt, John D. Rockefeller, begeht auf seinem Familienlandsitz Kykuit in den vereinigten Staaten seinen 94. Geburtstag. Rockefeller der erste Milliardär der Weltgeschichte (in US-Dollar).
Der außerordentliche Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes billigt in einer halbstündigen Sitzung die Auflösung der bisherigen Landesverbände. Sie werden durch 16 Gaue ersetzt, deren höchste Spielklasse eine Gau-Oberliga aus zehn Vereinen ist. Deren Sieger spielen um die Deutsche Meisterschaft.
Den Großen Automobil-Preis von Belgien in Spa-Franchorchamps gewinnt der Italiener Tazio Nuvolari auf einem Maserati.
Der großdeutsche Schachbund, von nun an der einzige Verband der Schachspieler, führt den Arierparagraphen für die Mitgliedschaft ein.

10.7.1933
Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda hat, dem Wunsch des Herrn Reichskanzlers folgend, in einer Besprechung von Vertretern der Reichsregierung und der Länderregierungen dem Willen Ausdruck gegeben, den diesjährigen Bayreuther Festspielen dadurch eine besondere Bedeutung zu verleihen, daß die Reichsregierung und die Länderregierungen eine größere Anzahl von Eintrittskarten zu den Festspielen erwerben und den kulturell interessierten Kreisen der deutschen Jugend kostenlos zur Verfügung stellen.
Adolf Hitler äußert sich in einem Interview gegenüber einem Journalisten der New York Times: Henry Ford habe mit seinem Fliessband-Automobil mehr für den Sozialismus getan als alle anderen.
In Dresden werden 65 Personen verhaftet, die der KPD angehören oder ihr nahestehen. Sie hatten Flugblätter gegen die Reichsregierung gedruckt und verteilt.
Die Reichsleitung der NSDAP erlaubt die Tätigkeit des Rotary-Clubs im Deutschen Reich und erklärt, diese Vereinigung sei weder ein Geheimbund noch der Freimaurerei verdächtig.
Der ungarische Ministerpräsident Gombös trifft zu wirtschaftlichen Besprechungen in Wien ein, wo er nach halbamtlicher Mitteilung erfolgreich über einen Handelsaustausch der beiden Länder konferierte.

11.7.1933
In einem Rundschreiben an alle Reichsstatthalter und alle Landesregierungen erklärt Reichsinnenminister Wilhelm Frick die "deutsche Revolution" für "abgeschlossen". Die "gesetzmäßige Aufbauarbeit" werde gefährdet, wenn "weiterhin noch von einer Fortsetzung der Revolution oder von einer zweiten Revolution geredet wird".
Die im Deutschen Evangelischen Kirchenbund zusammengefaßten Landeskirchen billigen in Berlin die Kirchenverfassung für eine Deutsche Evangelische Kirche. Sie wird am 13. Juli durch ein Reichsgesetz zu einer Körperschaft des öffentlichen Rechts erklärt und ist Rechtsnachfolger des Kirchenbundes. An ihrer Spitze steht ein lutherischer Reichsbischof, dem ein Geistliches Ministerium zur Seite steht.
Reichsinnen- und Reichsfinanzminister haben eine Verordnung erlassen, nach der auch nichtarische Arbeiter und Angestellte des Reichs, der Länder und Gemeinden sowie der öffentlich-rechtlichen Unternehmungen im Dienst bleiben, wenn sie seit dem 1. August 1914 ununterbrochen in einem solchen Angestellten- oder Arbeiter-Verhältnis tätig waren.
Reichsernährungsminister Darré hat zur einheitlichen Behandlung des bäuerlichen Brauchtums und der bäuerlichen Sitte, den Referenten für diese Fragen im Amt für Agrarpolitik der NSDAP, Erwin Metzner, zu seinem Sonderbeauftragten im Reichsernährungsministerium ernannt.
Die Generalversammlung der Leonhard Tietz AG billigt die Änderung des Firmennamens in Westdeutsche Kaufhof-AG vorm. Leonhard Tietz AG.
Reichssportkommissar von Tschammer-Osten sprach heute vor den Hannoverschen Turn- und Sportführern, wobei er sagte: "[…] er glaube, daß die Deutsche Turnerschaft mit ihrem Mitgliederbestand der beste Begleiter und Kamerad der SA wird."
Der außerordentliche Volksbühnentag beschließt in Berlin die Überführung des Bühnenvolksbundes in den NSDAP-geleiteten Reichsverband Deutsche Bühne.
Der frühere sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Dr. Kurt Schumacher wurde in Wuppertal verhaftet und in das Württembergische Konzentrationslager Heuberg gebracht.

12.7.1933
Adolf Hitler sendet folgendes Glückwunschtelegramm an den Wehrkreispfarrer Ludwig Müller: "Mit Freude habe ich von der Vollendung des Verfassungswerkes Kenntnis genommen. Mögen damit die Grundlagen für die Einheit und Freiheit der evangelischen Kirche geschaffen sein!" Auch an Reichspräsident Paul von Hindenburg sendet Hitler aus gleichem Anlass ein Telegramm.
In Anwesenheit des Reichswirtschaftsministers Schmidt und des Reichsarbeitsministers Seldte sprach der Reichskanzler Adolf Hitler vor den in der Reichskanzlei versammelten Gauleitern, Treuhändern der Arbeit und Landesobleuten der Betriebszellenorganisationen. Auch hier verlangt er Zurückhaltung gegenüber den deutschen Wirtschaftlern.
Die Neuaufnahme in die Berufsverbände der DAF wird vom Nachweis der "arischen" Abstammung abhängig gemacht.
Im ehemaligen preußischen Herrenhaus fand eine Führertagung aller Kriegsopferverbände zum Zwecke ihres Zusammenschlusses zur "Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung" statt. Der Reichstagsabgeordnete Hanns Oberlindober wurde zum Reichsführer der "Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung" bestellt.
In Potsdam wurde im Hause einer ehemaligen jüdischen Töchterschule die Reichsführerschule der Hitlerjugend eröffnet. Sie hat die Aufgabe in 3-5 wöchigen Kursen die Führer der nationalsozialistischen Jugend aus dem ganzen Reich zu schulen und für die Praxis heranzubilden.
Reichsinnenminister Wilhelm Frick (NSDAP) veröffentlicht Richtlinien über die Einbeziehung des Rassegedankens und des Führertums im Geshicchtsunterricht an deutschen Schulen.
In einem Runderlaß des preußischen Innenministers wird folgendes bestimmt: Wird bei einem Standesbeamten der Antrag gestellt, den Namen des Herrn Reichskanzlers als Vornamen, sei es auch in der weiblichen Form, Hitlerine, Hitlerike oder ähnlich einzutragen, so hat er dem Antragsteller nahezulegen, einen anderen Vornamen zu wählen.
Auf Anweisung des Reichspropagandaministeriums müssen alle Filmschaffenden über ihre Staatsangehörigkeit und ihre arische Abstammung zwecks Vermittlung beim Bühnennachweis Auskunft erstatten.

13.7.1933
Im "Zeitungsdienst" der NSDAP erklärt Roland Freisler, Staatssekretär im preußischen Justizministerium: "Die gefühlsduselige Rücksichtnahme darauf, den Rechtsbrecher ja nicht scharf anzufassen, bedeutet eine Versündigung an der Pflicht der Strafrechtspflege, das Volk als Ganzes rein und gesund zu halten".
Durch Rundschreiben an alle Reichsbehörden und Landesregierungen ordnet Wilhelm Frick für den dienstlichen Bereich die Einführung des deutschen Grußes an. Er besteht "im Erheben des rechten Armes"; es ist freigestellt, dabei die Worte "Heil Hitler" oder "Heil" oder gar nichts zu sagen.
Der Unternehmer Wilhelm Keppler (NSDAP) wird vom Reichskanzler Adolf Hitler zu seinem Beauftragten für Wirtschaftsfragen bestellt.
Reichskanzler Adolf Hitler empfängt den polnischen Botschafter in Berlin, Alfred Wysocki.
Die deutsche Bauernschaft hat sich aufgelöst, nachdem der vom Reichsbauernführer Richard Walter Darré geschaffene "Reichsbauernstand" eine einheitliche Vertretung der gesamten Reichsbauernschaft ist.
In einer Rundfunkansprache teilt der Staatssekretär des Reichsfinanzministeriums, Reinhard mit, dass die freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit mittlerweile auf 10 Millionen Reichsmark angewachsen ist.
In einem Akt von Sippenhaft werden fünf im Reichsgebiet lebende Verwandte des früheren Reichskanzlers Philipp Scheidemann (SPD) verhaftet. Scheidemann soll einen Artikel für die "New York Times" verfaßt haben, in dem es u.a. heißt, das kaiserliche Deutschland sei ein Idyll gewesen im Vergleich zum "heutigen Irrenhaus".

14.7.1933
Adolf Hitler betont in der Kabinettssitzung den "unbeschreiblichen Erfolg" und außenpolitischen Gewinn durch den Konkordatsbeschluss. Auch habe er nicht für möglich gehalten, dass die Kirche bereit sein würde, die Bischöfe auf diesen Staat zu verpflichten. Das Reichskabinett verabschiedete in einer Sitzung, die von elf Uhr vormittags bis in die Nacht dauerte, folgende Gesetze:

01.   Gesetz über die Einziehung volks- und staatsfeindlichen Vermögens.
02.   Gesetz über den Widerruf von Einbürgerungen und die Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit.
03.   Gesetz, das die Neubildung von politischen Parteien unter Strafen stellt.
04.   Gesetz über die Zulassung öffentlicher Spielbanken.
05.   Gesetz über die Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche.
06.   Gesetz über Beaufsichtigung gemeinnütziger Wohnungsunternehmungen.
07.   Gesetz über die Postabfindung an Bayern und Württemberg.
08.   Gesetz über die Einschränkung der Verwendung von Maschinen in der Zigarrenindustrie.
09.   Gesetz über die Änderung der Kartell-Verordnung und über die Errichtung von Zwangskartellen.
10.   Gesetz über die Übertragung und Änderung der Befugnisse des Reichskommissars für Preisüberwachung.
11.   Gesetz zur Ergänzung des Gesetzes zum Schütze des Einzelhandels vom 12. Mai 1931.
12.   Gesetz zur Gleichschaltung des Aufsichtsrats der Bank für Industrieobligationen und zur Anderung des Bankgesetz.
13.   Gesetz über die Richtlinien für Vergebung öffentlicher Aufträge.
14.   Gesetz über Maßnahmen für das neue Getreide Wirtschaftsjahr.
15.   Gesetz über die Förderung der Schaffung von Bauernhöfen.
16.   Gesetz zur Ergänzung und Änderung der Vorschriften über Miet- und Pachtstreitigkeiten.
17.   Verordnung zur Durchführung des Gesetzes über die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft und Patentanwaltschaft.
18.   Gesetz zur Änderung der Verordnung über Maßnahmen in der Rechtspflege und Rechtsverwaltung vom 14. Juni 1932.
19.   Gesetz zur Änderung der Vorschriften der Anwalts-Ordnung, der Zivilprozessordnung und des Arbeitsgerichtsgesetzes.
20.   Gesetz zur Errichtung einer vorläufigen Filmkammer.
21.   Gesetz über die Zuständigkeit des Reiches für die Regelung des ständischen Aufbaus der Landwirtschaft.
22.   Gesetz über Steuererleichterungen.
23.   Gesetz betreffend die Steuerbefreiung neu errichteter Wohngebäude.
24.   Gesetz über die Zinserleichterung für landwirtschaftlichen Auslandskredit.
25.   Ein zweites Gesetz zur Änderung des Milchgesetzes.
26.   Gesetz zur Ergänzung des Handelsgesetzbuches.
27.   Gesetz zur Regelung der Auszahlung gekündigter Geschäftsguthaben bei gemeinnützigen Baugenossenschaften.
28.   Gesetz zur Änderung des Genossenschaftsgesetzes.
29.   Gesetz zur Regelung der Warenhaussteuer und der Filialsteuer für das Jahr 1935.
30.   Gesetz über die Anwendung von Vorschriften des Gesetzes betreffend die gemeinsamen Rechte der Besitzer von Schuldverschreibungen.

Reichsinnenminister Dr. Wilhelm Frick ersuchte in einem Rundschreiben die Reichsbehörden und Landesregierungen anzuordnen, daß die Beamten sich des Hitler-Grußes bedienen, und ebenso anlässlich des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes den Hitler-Gruß zu entbieten.
Die "Deutsche Evangelische Kirche" (DEK) als einheitliche Reichskirche wird durch Reichsgesetz bestätigt.
Der Präsident des Landesarbeitsamtes Bayern hat an die Vorsitzenden der Arbeitsämter in ganz Bayern ein Rundschreiben erlassen, in dem es heißt: "Künftig ist es im Interesse der Staatssicherheit unbedingt notwendig, freiwerdende Arbeitsstellen mit solchen Arbeitssuchenden zu besetzen, die durch ihre Zugehörigkeit zur SA oder SS der NSDAP die Gewähr dafür bieten, daß sie jederzeit bereit sind, den nationalsozialistischen Staat zu verteidigen."
Rund 1 ¼ Millionen männliche und weibliche Angestellte aller Berufe, die bisher in mehr als 100 Verbänden und Vereinen organisiert waren, sind nunmehr in den Gesamtverband der Deutschen Angestellten übergeführt und unter einheitlicher Leitung zusammen gefasst worden.
Reichssportkommissar Hans von Tschammer und Osten übernimmt die Führung der Deutschen Turnerschaft.

Der neu einberufene Generalrat der Wirtschaft

Der neu einberufene Generalrat der Wirtschaft

Der neu einberufene Generalrat der Wirtschaft

Der neu einberufene Generalrat der Wirtschaft

Der neu einberufene Generalrat der Wirtschaft

15.7.1933
Reichskanzler Adolf Hitler beruft einen "Generalrat der Wirtschaft" dessen Mitglieder die Aufgabe haben, der Reichsregierung zur Beratung in allen wirtschaftlichen Fragen zur Verfügung zu stehen. Zum Generalrat gehören: Herbert Backe, Domänenpächter (Berlin); Professor Dr. Carl Bosch (Heidelberg); Dipl.-Ing. Eugen Böhringer, Direktor der Maximilianhütte (Rosenberg, Oberpfalz); Generaldirektor August Diehn, Deutsches Kalisyndikat (Berlin); Bankier August von Finck (München); Dr. Otto Christian Fischer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Bankiergewerbes (Berlin); Dr. Albert Hackelsberger, Fabrikbesitzer (Öflingen, Baden); Regierender Bürgermeister Carl Vincent Krogmann (Hamburg); Dr. Gustav Krupp von Bohlen und Halbach (Essen); Dr. Robert Ley, Führer der DAF (Berlin); Dr. Carl Luer, Handelskammerpräsident (Frankfurt a. Main); Friedrich Reinhart, Bankdirektor (Berlin); Dr. Hermann Reischle, Führer des Landhandels (Berlin); Kurt Freiherr von Schröder, Handelskammerpräsident (Köln a. Rhein); Karl Friedrich von Siemens (Berlin); Preußischer Staatsrat Dr. Fritz Thyssen (Mülheim an der Ruhr); Generaldirektor Dr. Albert Vögler (Dortmund).                   



















Der Generalrat der Wirtschaft war eine Vereinigung wirtschaftlicher Sachverständiger, deren Bildung von der nationalsozialistischen Reichsregierung angeordnet wurde. Dem Gremium wurde die Aufgabe gesetzt, der Reichsregierung zur Beratung in allen wirtschaftlichen Fragen zur Verfügung zu stehen, damit auf dem Wege auch bei der wirtschaftspolitischen Gesetzgebung die Erfahrungen der praktischen Wirtschaft verwendet werden könnten.                 

15.7.1933
Reichskanzler Adolf Hitler beruft einen "Generalrat der Wirtschaft" dessen Mitglieder die Aufgabe haben, der Reichsregierung zur Beratung in allen wirtschaftlichen Fragen zur Verfügung zu stehen. Zum Generalrat gehören: Herbert Backe, Domänenpächter (Berlin); Professor Dr. Carl Bosch (Heidelberg); Dipl.-Ing. Eugen Böhringer, Direktor der Maximilianhütte (Rosenberg, Oberpfalz); Generaldirektor August Diehn, Deutsches Kalisyndikat (Berlin); Bankier August von Finck (München); Dr. Otto Christian Fischer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Bankiergewerbes (Berlin); Dr. Albert Hackelsberger, Fabrikbesitzer (Öflingen, Baden); Regierender Bürgermeister Carl Vincent Krogmann (Hamburg); Dr. Gustav Krupp von Bohlen und Halbach (Essen); Dr. Robert Ley, Führer der DAF (Berlin); Dr. Carl Luer, Handelskammerpräsident (Frankfurt a. Main); Friedrich Reinhart, Bankdirektor (Berlin); Dr. Hermann Reischle, Führer des Landhandels (Berlin); Kurt Freiherr von Schröder, Handelskammerpräsident (Köln a. Rhein); Karl Friedrich von Siemens (Berlin); Preußischer Staatsrat Dr. Fritz Thyssen (Mülheim an der Ruhr); Generaldirektor Dr. Albert Vögler (Dortmund).                   



















Der Generalrat der Wirtschaft war eine Vereinigung wirtschaftlicher Sachverständiger, deren Bildung von der nationalsozialistischen Reichsregierung angeordnet wurde. Dem Gremium wurde die Aufgabe gesetzt, der Reichsregierung zur Beratung in allen wirtschaftlichen Fragen zur Verfügung zu stehen, damit auf dem Wege auch bei der wirtschaftspolitischen Gesetzgebung die Erfahrungen der praktischen Wirtschaft verwendet werden könnten.                 

In Rom wird der Viererpakt zwischen England, Frankreich, Italien und Deutschland unterzeichnet. Er soll der Friedenssicherung in Europa dienen. Er wurde jedoch nicht ratifiziert, sodass die Vereinbarung lediglich eine Absichtserklärung bleibt.
In Potsdam wird die zweite NAPOLA (Nationalpolitische Erziehungsanstalten) eröffnet. Bis zum Kriegsende gab es 43 dieser Eliteschulen.
Der neu ernannte amerikanische Botschafter in Deutschland, Professor William E. Dodd, ist in Berlin eingetroffen, und machte sich mit Vertretern der deutschen Presse bekannt. In einer auf deutscher Sprache gehaltenen Rede betont der Botschafter, dass er die guten Beziehungen der beiden Länder weiter vertiefen will.
Der geheimen Staatspolizei gelang es, eine kommunistische Kurierzentrale in Tilsit mit ihren Verzweigungen nach Moskau, Kovno und Berlin aufzudecken und zahlreiche Kuriere und Helfer festzunehmen. In Berlin wurde außerdem eine Geheimdruckerei ermittelt.
Bürgermeister Wilhelm Bönnebruch-Althoff, der Kreisleiter der NSDAP Wanne-Eikel, hat mit den zuständigen Regierungsstellen in Berlin gesprochen, um die Wiederinbetriebnahme der Zeche "Unser Fritz" in die Wege zu leiten. Die Zeche beschäftigte vormals 4000 Männer.
In Wien verhaftet die Polizei rund 600 Nationalsozialisten, die Farbtöpfe zum Aufmalen von Hakenkreuzen an Wänden mit sich führen. In Tirol verbietet der Sicherheitsdirektor Richard Steidle am selben Tag das Tragen des Hakenkreuzes und den "Hitler-Gruß".
Mit 24 Wasserflugzeugen landet der italienische Luftfahrtminister Italo Balbo nach Überquerung des Atlantiks in Chicago.

16.7.1933
Auf dem "Sachsentreffen", dem Gauparteitag der NSDAP in Leipzig, erklärt Hitler vor 25.000 Amtswaltern: "Die Religionen und die Kirchen werden ihre Freiheit behalten. Die Politik aber ist unsere Sache." 140.000 SA- und SS-Leute fordert er anschließend vor dem Völkerschlachtendenkmal auf, alle Deutschen "zu Soldaten dieses Dritten Reiches, zu Soldaten unserer Weltanschauung zu erziehen."
Die Reichsleitung der NSDAP weißt Gauleiter und Gauzeitungen an, Boykottmaßnahmen und Zwangsandrohungen gegen bürgerliche Zeitungen zu unterlassen und alle in dieser Richtung ergangenen Aufrufe zurückzuziehen. Bitte Treuhänder an Durchführung dieser Maßnahme mitzuwirken.
In einem Telegramm an Benito Mussolini bezeichnet Adolf Hitler den Viererpakt als einen "Lichtblick im Leben der Völker Europas".
Viele der in Berlin lebenden Ausländer besuchen den Internationalen Abend der "Auslandsvereinigung von 1933", wo das Thema des Abends "Die Frau im neuen Deutschland" von besonderem Interesse war. Fräulein Otto, die Leiterin der Arbeitsgemeinschaft nationalsozialistischer Studentinnen, betonte, daß Adolf Hitler der akademischen weiblichen Jugend nicht etwa ihr Studium genommen, sondern ihr zu dem Studium wieder ihr Frauentum hinzugegeben habe.
Unter Führung von Sir Oswald Ernald Mosley marschieren erstmals rund 1000 britische Faschisten durch London.
Bei einem Empfang der französischen Kolonie in Berlin anlässlich des französischen Nationalfeiertages hält der französischen Botschafter Francois-Poncet eine Rede, in der er ausführte, dass sich in Deutschland große Umwälzungen vollzogen haben. Angesichts der Flut von Ereignissen ruft er die Franzosen zur Besonnenheit auf.
Nachdem die ersten Anträge für die Bewilligung eines Ehestandsdarlehens ausgegeben worden, herrschte in den deutschen Standesämtern ein Großer Andrang von jungen Leuten, die heiraten wollen und denen das Geld für die Neuanschaffung von Möbeln und Hausgeräten fehlt.

17.7.1933
Auf die persönliche Anordnung des Ministerpräsidenten Hermann Göring wurde die "Deutschen Zeitung" für drei Monate verboten und der verantwortliche Redakteur in ein Konzentrationslager verbracht. Das Blatt hatte behauptet, dass der italienische Luftfahrtminister Balbo ein getaufter Jude sei.
Der preußische Innenminister verfügt, dass mit sofortiger Wirkung der Gummiknüppel bei Polizeibeamten im Streifendienst nicht mehr zu tragen ist. Die ausnahmsweise Ausgabe bei außergewöhnlichen Einsätzen wird der Entscheidung der Kommandeure überlassen. Damit soll neues Vertrauen zwischen der Bevölkerung und der Polizei entstehen.
In Frankfurt am Main wird die Leiche des früheren NSDAP-Landtagsabgeordneten Wilhelm Schäfer (Offenbach) gefunden, der im November 1931 Umsturzpläne der hessischen NSDAP (Boxheimer Dokumente) aufgedeckt hat.
Der Reichspropagandaminister Josef Goebbels hält eine glühende Rede, die am Abend über sämtliche deutsche Rundfunksender ausgestrahlt wird: "… gibt es ein imposanteres Bild, als das diese Nation noch vor kurzem als 1000 Wunden blutend, nun ihr Schicksal in die eigene Hand nimmt und mit der Not der Zeit auf ihre Art versucht fertig zu werden."

18.7.1933
Der Unternehmer und preußische Staatsrat Fritz Thyssen wird von den NSDAP-Gauleitern in Essen, Düsseldorf sowie Süd- und Nord-Westfalen als oberste staatliche Autorität im Bereich der Wirtschaftspolitik im Ruhrgebiet anerkannt.
Die Reichsbahnhauptverwaltung teilte mit, dass aufgrund der engen Verbundenheit der Reichsbahn mit den Reich und dem Volk, die Einführung des deutschen Grußes mit sofortiger Wirkung für die gesamte Reichsbahn angeordnet wird. Auch außerhalb des Dienstes wird von den Beamten erwartet, dass sie auf gleiche Weise grüßen.
Der preußische Ministerpräsident Hermann Göring, weißt in einem Erlass alle Behördenleiter an, die Beamten zu eingehender Beschäftigung mit den Grundsätzen der heutigen Politik und mit dem Gedankengut des Nationalsozialismus anzuhalten, insbesondere durch Beschaffung des nationalsozialistischen Schrifttums.
Im Zuge der Bemühungen der Reichsregierung um einen Wiederaufbau der deutschen Filmindustrie sind Einrichtungen geschaffen worden, die das Vertrauen in diese Industrie zu stärken und eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Kapital und Industrie herbeizuführen geeignet sind. Mit der unter Führung des Propagandaministeriums erfolgten Schaffung einer Filmbank wurde erreicht, daß das Kapital, das sich vom Filmmarkt zurückzuziehen angefangen hatte, wieder Interesse für die deutsche Filmerzeugung bekundete und die Möglichkeit gegeben ist, auch unter schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen eine Filmerzeugung auf gesunder geldlicher Grundlage durchzuführen.
Der Staatskommissar der deutschen Presse, Hans Hinkel, klärt in einer Pressekonferenz in Berlin, dass der kulturpolitische Kampf um die Erziehung und Heranbildung der breiten Masse eine der vornehmsten Aufgaben der deutschen Presse sei, und nur erfüllt werden könne, wenn sie "mit dem Herzen" denke.
Vor einem Sondergericht in Hamburg begann der Prozess gegen 70 kommunistische Angeklagte, die sich am 28. Februar an dem Überfall auf ein nationalsozialistisches Verkehrslokal beteiligt haben. Bei diesem Überfall wurde der Polizeiwachtmeister Kolka erschossen.
Der Leitung von Dr. Sherwood-Eddy sind die Mitglieder des amerikanischen Studienseminars in Berlin eingetroffen, um wie alljährlich eine Studienreise durch europäische Länder zu unternehmen. Dr. Sherwood-Eddy ist einer der herausragendsten amerikanischen Pädagogen. 1923 brachte er eine Stiftung von 500.000 Dollar für die Opfer des Ruhrkrieges nach Deutschland. Die Amerikaner wollen sich umfassend über das neue Deutschland informieren.
Ein Feuer zerstört das 1912 eingeweihte, 1200 Personen fassende Theatergebäude der Passionsspiele in Erl in Tirol.













Für den vor zwei Jahren in München abgebrannten Glaspalast (links) soll am Rande von der Altstadt in der Prinz-Regenten-Straße ein neues großes Kunstausstellungsgebäude errichtet werden, ein "Haus der deutschen Kunst" (rechts). Der Entwurf für das Bauwerk stammt von Professor Paul Troost.

19.7.1933
Unter der Leitung des stellvertretenden Pressechefs der Reichsregierung, Dr. Kurt Jahnke, fand Propagandaministerium die erste Konferenz des Deutschen Feuilletons unter zahlreicher Beteiligung aus Berlin und den Reich statt.
Das auf Anordnung des Preußischen Ministerpräsidenten erfolgte Verbot der "Deutschen Zeitung" ist wieder aufgehoben worden, nachdem Verlag und Redaktion der "Deutschen Zeitung" eine Erklärung abgegeben haben, daß sie das geschehene Versehen auf das Tiefste bedauerten und der bisherige Hauptschriftleiter der Zeitung von seinem Posten entfernt wurde.
Der Führer der deutschen Reichsfront, Reichsjustizkommissar Dr. Hans Frank, hat bestimmt, dass am 6., 7. und 8. Oktober in Leipzig der Deutsche Juristentag 1933 des Bundes Nationalsozialistischer Deutscher Juristen stattfindet.
Repressalien der Gestapo und Druck der Behörden und der gleichgeschalteten Presse erzwingen die Auflösung des Bauhauses in Dessau.
Das Amt für den Arbeitsdienst der Deutschen Studentenschaft gibt die Einführung eines dreimonatigen Erntehilfsdienstes von rund 1000 Studenten im Herbst 1933 bekannt.
Die Regierungskommission des Saarlandes verbietet für das Saarland die Durchführung der von der Deutschen Evangelischen Kirche für den 23. Juli angesetzten Kirchenwahlen.
Reichsinnenminister Wilhelm Frick ernennt den bisherigen Reichssportkommissar Hans von Tschammer und Osten zum Reichssportführer.
Die niederländische Regierung verbietet alle Einrichtungen der deutschen NSDAP in den Niederlanden.
Alle Verkaufsstellen deren Inhaber nichtarischer Abstammung sind, werden aus der Reihe der Geschäfte, welche Waren aufgrund gewährter Ehestandsdarlehen liefern dürfen, ausgeschlossen.

20.7.1933
Im Vatikan wird das Konkordat zwischen dem Deutschen Reich und dem Heiligen Stuhl unterzeichnet. Das Deutsche Reich anerkennt die Freiheit der katholischen Religion. Für katholische Geistliche und Ordensleute gilt der Verzicht auf parteipolitische Betätigung.
Reichskanzler Adolf Hitler empfängt in München den Leiter der Genfer Abrüstungskonferenz, den Briten Arthur Henderson, der in Gesprächen mit den europäischen Regierungen die Möglichkeiten einer Fortführung der Konferenz sondiert.
Vom Amt Propaganda des Gesamtverbandes der Deutschen Arbeiter wird mitgeteilt, daß der Preußische Staatsrat Walter Schuhmann, M. d. R., als Führer der NSBO jeden Eingriff von NSBO-Gliederungen in die Wirtschaft und in die Verbände der Arbeitsfront untersagt hat.
Der Zusammenschluss der gesamten deutschen Arbeiterschaft in den Arbeiterverbänden sollte für jeden deutschen Arbeiter eine selbstverständliche Ehrenpflicht sein, ein Zwang zum Beitritt soll dagegen besonders dann nicht erfolgen, wenn er gegen die guten Sitten verstößt. Marxistischen Funktionären von einst ist der Zutritt verwehrt.
Im Reichsfinanzministerium laufen täglich Berge von Briefen und Telegrammen ein, in denen Volksgenossen aller Stände, Unternehmer, Vereine und Körperschaften mitteilen, dass sie bis Ende März 1934 laufend einen bestimmten Hundertsatz ihrer Einnahmen als Spende zur Förderung der nationalen Arbeit an ihr Finanzamt überweisen werden.
Im Hörsaal der Staatlichen Kunstbibliothek fand eine Kundgebung zur Bildung einer Spitzenorganisation der kunsthandwerklich Schaffenden durch den Reichsstand des Deutschen Handwerks statt. Der Vizepräsident des Reichsstandes des deutschen Handwerks, Zeleny, schilderte vor den geladenen Kunstgewerbevereinen und kunsthandwerklich interessierten Kreisen, die neuen Aufgaben. Erst durch die nationalsozialistische Revolution sei der Boden für ein neues Kunsthandwerk bereitet worden.
In München beginnen die Wagner- und Mozartfestspiele. Sie dauern bis zum 28. August. Im Verlauf der Festspiele wird das gesamte musikdramatische Werk Richard Wagners vorgeführt. Als Gastdirigent ist u.a. Richard Strauss verpflichtet worden.
Der italienische Luftfahrtminister Balbo ist mit seinem Geschwader in New York eingetroffen. Zur Begrüßung wurden 19 Salutschüsse abgegeben. Tausende standen auf den Dächern und winkten den Flugzeugen begeistert zu, die Manhattan so niedrig wie möglich überflogen.
In den Einzelstaaten der USA wird gegenwärtig eine Abstimmung durchgeführt zur endgültigen Legalisierung der Aufhebung des Alkoholverbots (Prohibition). Sie hat jetzt auch in Arkansas und Alabama, zwei Hochburgen der Abstinenzler, zum Sieg der Massen geführt.
An einer Jüdischen Boykott Konferenz (offiziell als "World Jewish Economic Conference" bezeichnet) in Amsterdam nahmen Boykottgruppen aus 35 Ländern teil, tauschten Erfahrungen aus, sprachen Maßnahmen ab, legten Hersteller- und Händlerlisten an, boten Alternativen für deutsche Waren, besprachen Kampfmaßnahmen gegen Boykottbrecher und begründeten die neue Weltorganisation: Die World Jewish Economic Federation soll ihr Hauptquartier in London haben mit Henry Ludwig Mond, 2nd Baron Melchett (jüdisch-britischer Industrieller) als Ehrenvorsitzenden und Samuel Untermayer als Präsidenten.

21.7.1933
Reichspressechef der NSDAP, Dr. Dietrich, hat in Bezug auf die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit einen Artikel veröffentlicht: "Deutschland hat der Arbeitslosigkeit den Krieg erklärt. Unser Führer hat die strategischen Pläne zum Großangriff entworfen, die wirtschaftliche Mobilmachung ist befohlen. Die Schlacht gegen die Arbeitslosigkeit hat begonnen!"
Der preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring hat den ersten Staatskapellmeister Professor Wilhelm Furtwängler zum preußischen Staatsrat ernannt. Durch die Ernennung ist zum ersten Mal ein Künstler in den Staatsrat berufen worden.
Ministerpräsident Hermann Göring, Propagandaminister Dr. Josef Goebbels und Staatskommissar Hans Hinkel haben die Ehren Mitgliedschaft des von Benno von Arent gegründeten und geführten Bühnen-und Film-Klubs angenommen. Benno von Arent ist auf Veranlassung Hermann Görings in den preußischen Theaterausschuss und in die 1. Filmkamera berufen worden.
In der Zentralverwaltung der NSBO-Bühnen, entwickelte Zellenobmann Ebhardt das Programm der von ihm geleiteten Organisation. Die NSBO-Bühnen sind Arbeitsbetriebszellen. Sie wurden im Anschluss an die ersten Maßnahmen des Landtagsabgeordneten Engel geschaffen, der mit einigen wenigen Schauspielern in die großen Industrie-Betriebe ging, um "die Kunst zum Volk zu bringen."
Auch bei den deutschen Frisören, die in diesen Tagen ihren 62. Bundestag in Dresden abhielten, ist nunmehr die politische Gleichschaltung im Sinne des nationalsozialistischen Staatsgedankens durchgeführt worden. Der bisherige kommissarische Bundesführer, Landtagsabgeordneter Renz, wurde als Bundespräsident einstimmig bestätigt.
Die NSBO, Stadtkreis Großaltona, veranstalteten eine Fahnenweihe im Saal des Kaiserhofes, der bei weitem nicht ausreichte, die Menge der Besucher zu fassen. Auf der ausgeschmückten Bühne, hatten die Fahnenabordnungen mit den 24. NSBO-Fahnen Aufstellung genommen. Nach beifällig aufgenommenen Darbietungen des Konzertsängers Martin Ehrich aus Hamburg nahm Kreisbetriebszellenleiter Felix Hermsen die Weihe der Fahnen vor.
Der Begründer und frühere Hochmeister des Jungdeutschen Ordens, Arthur Mahraun, wird unter dem Vorwurf hochverräterischer Beziehungen in Berlin in Schutzhaft genommen.

22.7.1933
Am Vorabend der evangelischen Kirchenwahlen fordert Adolf Hitler in einer aus Bayreuth ausgestrahlten Rundfunksendung die Protestanten des deutschen Reiches auf, "wenn irgend möglich, eine einzige Reichskirche " zu gründen. Adolf Hitler ist wegen der Festspiele in Bayreuth. Er wohnt in einer Villa in der Parkstraße. Er besucht die Eröffnungsvorstellung "Meistersinger".
Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Hess, appelliert an die SA und die SS: "Nationalsozialisten, SA- und SS-Männer! Seid Euch der Absichten der Gegner bewusst! Übergebt jeden, der Gefangene misshandeln will, oder Euch zu Misshandlungen zu verleiten sucht, der Polizei. Er wird in ein Konzentrationslager gebracht wegen Arbeit zugunsten der Gegner des nationalsozialistischen Staates.
Ministerpräsident Hermann Göring hat sämtliche leitenden Polizeibeamten und Richter Preußens, sowie sämtliche Führer der Verbände der nationalsozialistischen Revolution nach Berlin geladen, um erhöhte Schnelligkeit und auch erhöhte Aktivität insbesondere des Geheimen Staatspolizeiamtes zu fordern, so daß auch nicht die geringste Bewegung gegen die Kämpfer der nationalsozialistischen Revolution und gegen den neuen Staat mehr möglich ist.
Der Präsident der Handwerkskammer, Lohmann, hat an die ihm unterstellten Dienststellen ein Ersuchen gerichtet, in dem er, im Sinne des Erlasses des Reichsinnenministers an die Beamtenschaft, angeordnet, daß sämtliche Beamte und Angestellten der Handwerkskammer Berlin im Dienst und außerhalb des Dienstes sich des deutschen Grußes - des Hitler-Grußes - bedienen.
Bei einer Riesenkundgebung der Deutschen Arbeitsfront in Hamburg marschierten Arbeitgeber mit den Arbeitnehmern, die Chefs mit ihren Angestellten, die Meister mit ihren Gesellen, die leitenden Direktoren mit ihren Belegschaften. Große Schilder verkünden die Namen der Gruppen. Dazwischen werden Transparente getragen, die den Sinn des Tages würdigen: "Schluss mit der Zersplitterung! Unsere Einheitsfront: die Deutsche Arbeitsfront!"
Der preußische Ministerrat in Berlin beschließt die Einführung der Todesstrafe für Mord oder Mordversuch an einem Beamten, SA- und SS-Mann und bekräftigt das Ende der »Revolution« und die Pflicht zur Achtung der Staatsgewalt.
Nach fünftägiger Verhandlung werden in Köln sechs von 17 Angeklagten zum Tode verurteilt, die am 24. Februar am Tod zweier SA-Leute im Kölner Eigelsteinviertel beteiligt waren.
Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes über die Errichtung einer vorläufigen Filmkammer vom 14. Juli 1933 erhält die Spitzenorganisation der deutschen Filmindustrie zu Berlin die Eigenschaft einer Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sie führt die Bezeichnung: "Filmkammer".
Der österreichische Ministerrat erlässt eine Verordnung gegen Mißbräuche im Pressewesen. Verboten werden u.a. übergroße Balkenüberschriften.
Nach einem Rekordflug um die Erde in sieben Tagen, 18 Stunden und 49 Minuten landet der US-amerikanische Flieger Wiley Post in New York.

23.7.1933
Bei den Wahlen zu den Kirchenvertretungen der evangelischen Landeskirchen entfallen auf die Liste der Glaubensbewegung Deutsche Christen über zwei Drittel der Stimmen, die übrigen gehen an die Liste Evangelium und Kirche. Die "Deutschen Christen", die der NSDAP nahe stehen, fordern die Vereinigung der verschiedenen Landeskirchen zu einer Reichskirche und die Einführung des Arierparagraphen. Der Widerstand gegen eine nationalsozialistische Kirchenleitung bleibt in den Landeskirchen immer noch groß.
Das Reichskabinett beschließt Änderungen zum Reichswehrgesetz, die den Zweck verfolgen, die geltende Wehrverfassung dem veränderten Staatsaufbau, der im Reichsstatthaltergesetz seinen Ausdruck findet, anzupassen und einige Einzelbestimmungen auf praktisch-militärischem Gebiet zu verbessern.
Der preußische Ministerpräsident Hermann Göring hat den nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten Prinz August Wilhelm von Preußen und den ehemaligen deutschnationalen Reichstagsabgeordneten Axel Freiherr von Freytag-Loringhoven in den preußischen Staatsrat berufen.
Mit einem Pontifikalamt wird in Trier der "Heilige Rock" enthüllt. Der Heilige Rock ist eine Reliquie, die im Trierer Dom aufbewahrt wird und Fragmente der Tunika Jesu Christi enthalten soll. Die Echtheit des Heiligen Rockes ist umstritten.
Der Intendant der Berliner Oper und Präsident der Akademie der Künste, Professor Max von Schillings, starb an einer Embolie infolge einer Krebsoperation.
Die Mitglieder des Reichsverbandes der deutschen Schriftsteller können nur die Personen werden, die auf dem Boden der nationalen Erhebung stehen. Die Grundsätze, die für das Berufsbeamtentum gelten, finden auch hier Anwendung.
Dreiundzwanzig Berliner Schulmädchen sind zu einem vierwöchigen Besuch von England in London eingetroffen. Sie werden an einem Ferienkursus in Orpington teilnehmen.
Mit einem Vorsprung von 4 min vor Learco Guerra aus Italien gewinnt der Franzose Georges Speicher in einer Gesamtzeit von 147:51:37 h die Tour de France.
Erstmals findet eine »Deutschlandfahrt« für Kraftfahrzeuge über 2.000 km mit Start und Ziel Baden-Baden statt. Fast 2000 serienmäßige Fahrzeuge fuhren nonstop einen Rundkurs über München, Sachsen, Berlin, das Ruhrgebiet, Köln und die Pfalz zurück zum Ausgangsort.

In Stuttgart beginnt das 15. Deutsche Turnfest auf der damals neu erbauten "Adolf-Hitler- Kampfbahn", dem heutigen Gottlieb- Daimler-Stadion, welche bei diesem Anlass feierlich eingeweiht wurde. Etwa 40.000 Besucher kommen in das Stadion auf dem Cannstatter Wasen, um sich die Eröffnungsfeier des Turnfestes anzuschauen. Aus dem ganzen Deutschen Reich sind die Turnerinnen und Turner nach Stuttgart gereist. Höhepunkt des Nachmittags ist die offizielle Übergabe des neuen Stadions mit einer ‚Weiherede' von OB Dr. Karl Strölin, der seit Mai 1933 Oberbürgermeister von Stuttgart war.                    

In Stuttgart beginnt das 15. Deutsche Turnfest auf der damals neu erbauten "Adolf-Hitler- Kampfbahn", dem heutigen Gottlieb- Daimler-Stadion, welche bei diesem Anlass feierlich eingeweiht wurde. Etwa 40.000 Besucher kommen in das Stadion auf dem Cannstatter Wasen, um sich die Eröffnungsfeier des Turnfestes anzuschauen. Aus dem ganzen Deutschen Reich sind die Turnerinnen und Turner nach Stuttgart gereist. Höhepunkt des Nachmittags ist die offizielle Übergabe des neuen Stadions mit einer ‚Weiherede' von OB Dr. Karl Strölin, der seit Mai 1933 Oberbürgermeister von Stuttgart war.                    

24.7.1933
Die Befugnis, Amnestien auszusprechen oder gerichtlich anhängige Strafsachen niederzuschlagen, wird in einem besonderen Gesetze auf Hermann Göring übertragen. Die nationalsozialistischen Kämpfer, die sich "zwar gegen die Form des Gesetzes verfehlt haben, aber dies nur getan haben, um tatsächlich der Revolution und damit dem Staat und Volk zu dienen", können von allen weiteren Formalitäten befreit werden.
Das Reichswirtschaftsministerium beginnt im Auftrag des Reichskanzlers mit der Überprüfung aller Personen, die sich im Verlauf der "nationalen Revolution" Führungspositionen in der Wirtschaft verschafft haben. Mit dieser "Bereinigung" soll die Beruhigung der Wirtschaft einhergehen. Soweit angebliche Vertrauensleute der NSDAP Aufsichtsratsmandate erlangt haben, ist dem Reichswirtschaftsministerium unverzüglich davon Kenntnis zu geben.
2 Millionen Arbeitslose weniger seit der Machtübernahme der NSDAP: die Statistik der Krankenkassen ergibt das vom 30. Januar 1933 bis zum 31. Mai 1933 die Zahl der Beschäftigten um 1,7 Millionen angestiegen ist. Inzwischen ist nach Angabe der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung eine weitere Entlastung von 210.000 zu verzeichnen.
Wie das Reichswirtschaftsministerium mitteilt, wünscht die Reichsleitung der NSDAP grundsätzlich keine Aufsichtsratsmandate anzunehmen. Nur in besonderen Fällen dürfen zur Wahrung volkswirtschaftlicher Belange mit Genehmigung des Reichswirtschaftsministeriums und des Beauftragten der Reichskanzlei, Wilhelm Keppler, Ausnahmen gemacht werden.
Adolf Hitler besucht in Bayreuth die Vorführung "Rheingold".
In einer Rundfunkansprache wirbt US-Präsident Franklin D. Roosevelt für sein Wirtschaftsprogramm des New Deal, das u.a. die Einführung von Codes über Mindestlöhne und Höchstarbeitszeit für einzelne Branchen vorsieht.
Der Revolutionär Leo Trotzki trifft in Marseille ein. Die französische Regierung gewährt dem 1929 aus der UdSSR ausgewiesenen Trotzki Asyl.

25.7.1933
Im Reichsgebiet wird zwischen 12.00 Uhr und 12.40 Uhr unter Einsatz aller verfügbaren Polizeikräfte, Hilfspolizei, SA und SS eine Razzia in Zügen und auf Fernstraßen durchgeführt. Gefahndet wird nach Oppositionellen und Anhängern der KPD.
Der Reichspräsident von Hindenburg hat genehmigt, dass die für dieses Jahr geplanten Manöver des Reichsheeres aus Ersparnisgründen ausfallen. Es finden nur Truppenübungen in kleinen Verbänden statt.
Der Reichswirtschaftsminister Dr. Kurt Schmitt, der Reichsbankpräsident Dr. Hjalmar Schacht und der Hamburger Oberbürgermeister Carl Vincent Krogmann sind in London eingetroffen, um als deutsche Vertreter dem Abschluss der Weltwirtschaftskonferenz beizuwohnen.
Hermann Göring erlässt den ersten Grundsatzbefehl für den getarnten Aufbau der deutschen Luftwaffe.
Im Reichsgesetzblatt wird das Gesetz zur Vergütung erbkranken Nachwuchses veröffentlicht. Das Reichskabinett hatte es bereits in seiner letzten großen Sitzung beschlossen, die Veröffentlichung aber verschoben, um das Gesetz angesichts seiner großen Wichtigkeit, aus der Fülle der Maßnahmen, die damals beschlossen worden, hervorzuheben.
Eine Änderung des Gesetzes über die Zulassung zur Anwaltschaft regelt nun, welche nichtarischen Rechtsanwälte als Frontkämpfer weiter zuzulassen waren. Es sagt zudem, daß auch alle Beamten zu entlassen sind - und zwar ohne Ansprüche auf Gehalt und Weiterführung ihres Titels - die sich in Zukunft kommunistisch oder sozialdemokratisch betätigen.
Der frühere Abteilungsleiter des polnischen Außenministeriums, Joseph Lipski, wurde zum polnischen Gesanten in Berlin ernannt. Der bisherige Gesante, Wysocki, wurde zum Botschafter Polens in Rom ernannt.
Am Abend besucht Adolf Hitler die Vorführung "Walküre" in Bayreuth.

26.7.1933
In München empfängt der Reichskanzler Adolf Hitler mehr als 400 italienische Jungfaschisten (Avantguardisti), die eine Fahrt durch das Reichsgebiet beginnen. Hitler spricht in einer Rede, über die enge Verbundenheit der beiden Länder und über einen gemeinsamen Weg in die Zukunft.
Um 14 Uhr nimmt Adolf Hitler an der Beerdigung des Admirals Ludwig von Schröder in Berlin teil, und am Abend ist er schon wieder in Bayreuth und sieht sich die Vorstellung "Siegfried" an.
In einem Vortrag vor der Presse über das Recht im neuen deutschen Staat, betonte der Reichsjustizkommissar, Staatsminister Dr. Hans Frank II, dass die Unabhängigkeit der Rechtspflege vom ersten Tage der nationalen Erhebung an auf das intensivste in den Vordergrund gerückt worden war. Die Unabhängigkeit des Richters solle in jeder Form aufrechterhalten werden.
Aus Ostpreußen wird gemeldet, dass von 42 Kreisen der Provinz, schon 30 Kreise von der Arbeitslosigkeit vollständig befreit sind. Der Rest Ostpreußens soll laut Prognose, bei dem Tempo des Kampfes gegen die Erwerbslosigkeit, bis August in Lohn und Brot stehen.
Die beiden ersten Fachschaften im Reichsverband deutscher Schriftsteller, die der Erzähler und die der Lyriker, sind gestern gegründet worden. Die bisher bestehenden drei großen Schriftsteller-Organisationen, der Verband deutscher Erzähler, der Schutzverband deutscher Schriftsteller und der Deutsche Schriftsteller-Verband, werden sich in den Reichsverband auflösen. Nur wer dieser Organisation angehört, soll die Möglichkeit haben, in Deutschland ein Buch erscheinen zu lassen.
In Oberschlesien werden die Jugendgruppe des Deutschen Volksdienstes und dessen Jugendstellen durch die polnische Polizei aufgelöst. Der Deutsche Volksdienst ist eine Organisation der deutschen Minderheit in Oberschlesien.
Reichsinnenminister Wilhelm Frick regelt per Erlass die Aufgaben von Reichsjugendführer Baldur von Schirach. Er soll die Kooperation zwischen Staat und Jugendorganisationen gewährleisten. An die Stelle des aufgelösten Reichsausschusses der deutschen Jugendverbände tritt ein Führerrat.
Die Generalversammlung der Hamburg-Amerika-Linie AG (Hapag) wählt Emil Helfferich (NSDAP) in den Aufsichtsrat.

27.7.1933
Aufgrund des Gesetzes über das Berufsbeamtentum wird der bereits am 13. März beurlaubte Konrad Adenauer als Oberbürgermeister von Köln entlassen.
Als erste deutsche Stadt führt Mainz den obligatorischen "Hitler-Gruß" ein.
In der Nacht fällen Unbekannte die am 1. Mai auf dem Tempelhofer Feld gepflanzte "Hindenburg-Eiche". Als Vergeltung wird den kommunistischen Häftlingen in den preußischen Konzentrationslagern für drei Tage das Mittagessen entzogen.
Durch Verordnung von Reichsarbeitsminister Franz Seldte wird die Kassenzahnärztliche Vereinigung gegründet. Auf je 15.000 Kassenmitglieder werden sechs Zahnärzte und vier Zahntechniker zugelassen.
Der Reichsminister des Innern Dr. Frick hat den Unterrichtsministerien der Länder Richtlinien für die Geschichtslehrbücher übersandt mit dem Bemerken, daß der Geschichtsunterricht künftig unter Berücksichtigung der Gesichtspunkte dieser Richtlinien zu erteilen sei. Von der Vorzeit an durch alle späteren Jahrtausende hindurch bis zur Gegenwart muß sodann die Bedeutung der Rasse gebührend berücksichtigt werden.
Das "Nationalsozialistische Revolutionsmuseum" wird in einer ehemaligen Schokoladenhandlung in der Jüdenstraße in Berlin eröffnet. Hier hat man unter der Leitung des Standartenführers Willi Markus das Erinnerungsmaterial zusammengetragen. Gleich am Eingang befindet sich das Bild des obersten SA-Führers Adolf Hitler.
Der preußische Ministerpräsident Hermann Göring hat eine Amnestie bzw. Begnadigung für Angehörige der SA, der SS und des Stahlhelms angeordnet, wobei vor allem Straftaten infrage kommen, die zur Durchsetzung des nationalsozialistischen Staates begangen worden.
Auf Grund der Gesetze über die Einziehung Staats- und volksfeindlichen Vermögens wurde die Forderung des Vorstandes der SPD gegen die "Konzentrations-AG Sozialdemokratische Druckerei und Verlagsbetriebe Berlin" in Höhe von 9.517.152,55 RM für den preußischen Staat eingezogen. Ebenso sind die 500 Inhaberaktien im Nennwert von je 500 RM der Konzentrations-AG für den Staat eingezogen worden.
Das gegen den früheren Präsidenten des Deutschen Städtetages, Oskar Mulert, eingeleitete Strafverfahren wurde aus formalen Gründen eingestellt, doch betonte die Staatsanwaltschaft, daß das Verhalten Mulerts moralisch zu verurteilen sei. Die fristlose Entlassung Mulerts blieb bestehen.
Massenverhaftungen von KPD-Funktionären: In der Gegend von Stadthagen wurden Massenverhaftungen von Kommunisten vorgenommen, wobei neueste Flugblätter und Hetzschriften beschlagnahmt wurden. In Gleiwitz wurde eine kommunistische Geheimsitzung ausgehoben, wobei 18 Funktionäre verhaftet wurden. In Falkensee bei Berlin wurden 30 kommunistische Funktionäre verhaftet. Auch in Bochum und Essen wurden kommunistische Organisationen aufgedeckt. In Darmstadt wurde ein Sprengstofflager der Kommunisten entdeckt.
In Berlin wurde die Reichsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege Deutschlands unter nationalsozialistischer Führung neu gebildet, so daß nur noch vier Spitzenverbände bestehen:
1. NS-Volks Wohlfahrt (E.V.), Vorsitzender: Reichswalter Erich Hilgenfeldt, MdL;
2. Zentralausschuss für Innere Mission: Direktor Dr. Walter Justus Jeep;
3. Deutscher Caritas-Verband, Präsident Prälat Dr. Benedikt Kreutz;
4. Deutsches Rotes Kreuz, Präsident Joachim von Winterfeldt-Menkin.
Das Verbot katholischer Vereine wird aufgehoben. Nachdem durch das Reichskonkordat besondere Schutzbestimmungen für katholische Verbände festgelegt worden sind, wird das Verbot folgender Vereine aufgehoben: Friedensbund deutscher Katholiken, Windhorstbund, Kreuzschar, Sturmschar, Volksverein für das katholische Deutschland und der Katholische Jungmännerbund.
Adolf Hitler und Gefolge machen einen Ausflug ins Fichtelgebirge, auch die Familie Wagner ist dabei. Picknick unter Tannen. Am Abend Besuch der Aufführung "Götterdämmerung" in Bayreuth.
Die indische Kongreßpartei gibt ein Programm zur Fortführung des passiven Widerstands gegen die britische Besatzungsmacht bekannt. Aufgrund der Gewaltmaßnahmen der Briten wird die Strategie des massenhaften Ungehorsams zugunsten der individuellen Verweigerung aufgegeben.

28.7.1933
Die Leitung der Nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation (NSBO) zieht wegen der sich häufenden Klagen der Wirtschaft über unzulässige Eingriffe in den Geschäftsablauf alle mit Kontrollaufgaben betrauten Beauftragten wieder zurück.
Achim Gerecke, Sachverständiger für Rassenforschung im Reichsinnenministerium, richtet an Adolf Hitler einen schriftlichen Vorschlag die "Versorgung der alten Vorkämpfer der nationalsozialistischen Bewegung" zu verbessern. Er schlägt einen Ehrensold von monatlich 200 RM bzw. 300 RM vor. Der Vorschlag wurde von Hitler wohlwollend geprüft und letztlich gebilligt. Die Mittel werden aus dem "Dotationsfonds des Führers und Reichskanzlers Hitler" entnommen.
Gleichzeitig mit Adenauer sind jetzt der frühere zweite Bürgermeister Dr. Ernst Fresdorf und der frühere Beigeordnete Johannes Meerfeld, beide Angehörige der SPD, endgültig entlassen worden.
Die Stadt Mainz hat jetzt den deutschen Gruß allgemein für ihre Bürger eingeführt. Jeder Mainzer Staatsbürger, der arischer Abstammung ist, soll sich des Hitlergrußes bedienen, um damit seine Verbundenheit mit der Volksgemeinschaft auch nach außen hin in Erscheinung treten zu lassen.
Der preußische Ministerpräsident Göring ersuchte in einem Schreiben den Justizminister Kerrl, von der Verfolgung der Verstöße der Wirtschaft gegen die Strafgesetze abzusehen, die vor der Machtübernahme, nicht aus selbstsüchtigen Motiven begangen wurden, sondern im Interesse des Betriebes angesichts des Steuerbolschewismus des damaligen Staates.
Durchführungsbestimmungen zum Gesetz über den Widerruf von Einbürgerungen besagen, daß die Frage, ob eine Einbürgerung als nicht erwünscht anzusehen ist, nach völkisch-nationalen Gesichtspunkten zu beurteilen sei. Danach kommen für den Widerruf der Einbürgerung insbesondere Ostjuden in Betracht, soweit sie nicht auf deutscher Seite im Weltkriege an der Front gekämpft oder sich um deutsche Belange besonders verdient gemacht haben.

29.7.1933
Der Preußische Innenminister Wilhelm Frick hat den bisherigen Oberbürgermeister von Düsseldorf, Dr. Robert Lehr, auf Grund des Berufsbeamtengesetzes in den Ruhestand versetzt.
Für nichtarische zugelassene Ärzte ist es verboten, dass deutschstämmige und fremdrassige Ärzte einander vertreten, dass deutschstämmige Ärzte Überweisungen an fremdrassige Ärzte vornehmen oder Überweisungen von ihnen annehmen, dass deutschstämmige Ärzte fremdrassige zu Konsilien zuziehen oder sich von ihnen zuziehen lassen.
In Verbindung mit der Zerstümmelung der Hindenburg-Eiche auf dem Tempelhofer Feld, führte die Polizei, in der vergangenen Nacht drei große Durchsuchungsaktionen in der dortigen Gegend. SA, SS und die Schutzpolizei umstellten das grosse Laubengelände im Priesterweg und Kriminalbeamte durchsuchten es. Es konnten zahlreiche Waffen und Hetzschriften beschlagnahmt werden. Mehrere Personen wurden in Haft genommen.
Wie in Mainz, ist jetzt auch in Leipzig der deutsche Gruß offiziell als alleingültiger Gruß eingeführt worden.
Die Stadtverordnetenversammlung von Hamm verlieh den SA-Männern Drüen und Schütte das Ehrenbürgerrecht, weil sie ihre Treue zum Führer und zum deutschen Volk mit ihrem Leben zu besiegeln bereit waren.
Vor einigen Monaten beschloss die Stadtverordnetenversammlung von Koblenz, das dem früheren Oberbürgermeister Russell seinerzeit verliehene Ehrenbürgerrecht wieder zu entziehen. Durch Erlass des Preußischen Ministers des Innern ist dieser Beschluss jetzt für rechtsunwirksam erklärt worden.
Ein Sozialamt der Hitler-Jugend: Die unter Leitung von Gottlieb Hirsch stehende Abteilung gliedert sich in die Referate Jugendpflege, Jugendrecht und Jugendfürsorge, und schließlich Arbeitsdienst und Fürsorgeerziehung. Die Jugendämter der Stadt haben bereits Anweisung bekommen, die Betreuung aller Jugendlichen aus HJ, Jungvolk und dem BDM an das Soziale Amt der Berliner Hitler-Jugend anzutreten, an das sich alle Jugendlichen vertrauensvoll wenden können.
Nach den neuesten Gesetzen werden aus den Anstalten Entlassungen von ungefährlichen Geisteskranken vorgenommen, die aber ihre Krankheit auf die Nachkommenschaft vererben können. Um das zu verhindern, werden sie durch Gerichtsärzte und Stadtärzte sterilisiert. Der neue Staat sorgt wohl für die Gesunden, in ebenso reichem Maße aber auch für die Kranken. Er ist aber nicht gewillt, daß sich Geisteskranke auf Kosten des Allgemeinwohls fortpflanzen können.
Die Hamburger Polizei gibt die Festnahme von 93 Führern der illegal arbeitenden KPD im Bezirk Wasserkante bekannt.
Adolf Hitler nimmt in Bayreuth an einem Empfang von Frau Winifred Wagner teil. Seit Hitler Reichskanzler ist, stehen die Festspiele unter seinem besonderen Schutz und werden durch ihn laufend pro Jahr mit 50.000 RM aus seinen Privatmitteln subventioniert. Gesetze werden in Zukunft nur noch vom Reichskanzler verabschiedet.

30.7.1933
Schon nach den wenigen Wochen seines Bestehens kann der Reichsluftschutzverband ein Jubiläum von besonderer Bedeutung bekanntgeben. Am 27. Juli wurde im dritten Lehrgang der 1000. Lehrer im Luftschutz ausgebildet. Die Teilnehmer an den Kursen werden von dem nationalsozialistischen Lehrerbund benannt. In einem dreitätigen Kursus werden sie theoretisch und praktisch mit allen notwendigen Kenntnissen des zivilen Luftschutzes ausgerüstet. Ihre Aufgabe ist einmal, den Luftschutz als Lehrfach an ihren Schulen durchzusetzen.
Beim großen Motorrad-Sportfest im deutschen Stadion im Grunewald passiert ein furchtbares Unglück, wobei drei Zuschauer ums Leben kamen und 19 Personen verletzt wurden. Der Kölner Rennfahrer Herzogenrath und der Bielefelder Fahrer Wemhöner stießen mit solcher Wucht zusammen, dass eine der beiden Rennmaschinen über die Absperrung in die Zuschauer flog.
Nach Mitteilung der einzelnen Arbeitsämter werden in einigen Betrieben noch immer Doppelverdiener und Schwarzarbeiter angestellt. Durch diese Maßnahme wird nicht nur der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit unterbunden, sondern auch die Wohlfahrteinrichtungen werden schwer geschädigt. Aus diesem Grund werden jetzt verstärkt Kontrollen und Nachprüfungen durchgeführt.
In Lohma, im Kreis Guben wurden 18 Bauernhöfe durch einen Großbrand bis auf die Grundmauern niedergelegt. Das Feuer entstand durch Blitzschläge und verbreitete sich durch Funkenflug in Windeseile.
Adolf Hitler spricht auf der Abschlusskundgebung des 15. Deutschen Turnfest in Stuttgart. "Das Leben wird nicht durch Schwäche gewonnen, sondern durch starke Männer!... Im Dritten Reich lebt nicht nur das Wissen, sondern auch die Kraft, und schönstes Ideal ist uns der Menschentypus der Zukunft, bei dem strahlender Geist sich findet in herrlichem Körper. "
In Bayreuth enden die am 21. Juli eröffneten Richard-Wagner-Festspiele. Auf dem Programm stand unter der Regie von Siegfried Wagner die Neuinszenierung der "Meistersinger von Nürnberg" (musikalische Leitung Karl Elmendorff und Heinz Tietjen) und zwei Wiederaufnahmen: "Parsifal" (Richard Strauss) und "Der Ring des Nibelungen" (Karl Elmendorff), wobei vor allem die Besetzung Beifall findet.
Das britische Tennisteam schlägt Frankreich in Paris 3:2. Damit geht erstmals seit 1912 der Daviscup, die inoffizielle Tennis-Mannschaftsweltmeisterschaft,wieder nach Großbritannien.

31.7.1933
Der Reichswirtschaftsminister hat in einem Brief an alle Reichsminister und Länderregierungen darum gebeten, daß die Anwendung der kürzlich ergangenen einheitlichen Richtlinien für die Vergebung öffentlicher Aufträge durch alle staatlichen und kommunalen Verwaltungsstellen sichergestellt ist.
Der oberste Stabschef der SA, Ernst Röhm, sendet ein Telegramm an dem Reichsarbeitsminister Seldte: "Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass sie der Führer heute mit dem Dienstgrad des SA-Obergruppenführers unter Zuteilung zum Stabe des obersten SA-Führers beliehen hat."
Der Ministerialdirektor im Reichswirtschaftsministerium, Dr. Reichardt, wird zum Präsidenten des Statistischen Reichsamtes berufen. Reichart ist seit 1919 im Reichswirtschaftsministerium tätig, wo er unter anderem für Reparations- und Bankangelegenheiten zuständig war.
Das Berliner Arbeitsgericht stellt das Interesse des "ungestörten Ablaufs des Wirtschaftslebens" über den Kündigungsschutz. Es könne einem Arbeitgeber nicht zugemutet werden, "Arbeitnehmer weiter durch Gewährung von Arbeit und Lohn im Betrieb zu halten, deren Ziel und Bestreben auf Beseitigung der jetzigen Regierungsgewalt gerichtet ist", denn das Schicksal der Wirtschaft hänge von der nationalen Regierung ab.
Die Zahl der Arbeitslosen ist merklich auf 4.468.500 gesunken. Die Gründe liegen in der starken Förderung öffentlicher Arbeit (Autobahnbau Frankfurt-Heidelberg, Eisenbahndamm nach Rügen, U-Bahn in Berlin Süd-Nord, Durchstich der kurischen Nehrung und Eiderabdämmung).
Beratung im Reichswirtschaftsministerium über Einführung der Antiquaschrift als Normalschrift. Die Sitzung wurde von einem Ministerialrat des Reichswirtschaftsministeriums geleitet. Es nahmen daran teil u.a. der Beauftragte für den Vierjahresplan, die Wirtschaftsgruppe Druck, die Vertretung des Schriftgießereigewerbes, das Reichspropagandaministerium, die Reichspressekammer und die Reichsschrifttumskammer.
Zulassung zum öffentlichen Dienst: Nichtarier werden zum öffentlichen Dienst in Sachsen nicht zugelassen. Ausnahmen: Jüdische Lehrer in jüdischen Schulen.
Nach einer Aufstellung des Reichsministeriums des Innern gibt es im Deutschen Reich 26 789 Schutzhäftlinge.

Deulig-Tonwoche: Endspiel um den Davis-Cup in Paris - England siegt 3:2 gegen Frankreich. Reiterfest der Carabinieri in Rom vor dem Duce. Turnfest in Stuttgart mit 200000 Turnern endet mit der Rede Hitlers.                 

"Der Angriff" würdigt die Leistung von sechs Monaten: Sechs Monate lenkt der Volkskanzler Adolf Hitler die Geschicke unseres Volkes, und jede Woche zeigt ein immer stärkeres Zusammenwachsen aller Kräfte der Nation. Früher waren wir gewohnt, nach zwei Monaten die erste Kabinettskrise zu erleben, nach drei Monaten prophezeiten wir das Ende und nach sechs Monaten war es da. Heute können wir uns Deutschland ohne das Kabinett Hitler nicht mehr vorstellen, und heute ist auch der größte Gegner, ob er nun in Prag oder Paris und Saarbrücken oder New York Gräuelnachrichten fabriziert, davon überzeugt, daß Deutschland die Regierung an seiner Spitze sieht, die der Nation und dem Volkstum auf Generationen hinaus das bestimmende Gesicht geben wird. Dies halbe Jahr der Kanzlerschaft Hitlers führt den Beweis, und das erfüllt gerade uns, die wir schon lange Jahre des Führers Mitstreiter sind, mit so hohem Glück, daß der Nationalsozialismus und Deutschland in dem Sinne eins geworden sind, so wie wir es schon vor einem Jahrzehnt erstrebten.                  


Was Adolf Hitler mit seinen Mitarbeitern in einem halben Jahr erreicht hat, ist eine gewaltige soziale und kulturelle Umwälzung zum Wohle der Nation! Hitler hat in 6 Monaten mehr für sein Volk erreicht als die Knesset-Hure Merkel in 12 Jahren ihrer Marionetten-Kanzlerschaft.
Was Adolf Hitler mit seinen Mitarbeitern in einem halben Jahr erreicht hat, ist eine gewaltige soziale und kulturelle Umwälzung zum Wohle der Nation! Hitler hat in 6 Monaten mehr für sein Volk erreicht als die Knesset-Hure Merkel in 12 Jahren ihrer Marionetten-Kanzlerschaft.

AUGUST 1933

1.8.1933
Reichspropagandaminister Dr. Goebbels hat die für die 13 Landesstellen für Volksaufklärung und Propaganda vorgesehenen Referenten ernannt. Die Landesstellen haben mit dem 1. August ihre Tätigkeit aufgenommen. Neben den 13 Landesstellen sind weitere 18 Propagandastellen errichtet worden, deren Leiter bereits am 31. Juli vom Reichsminister Dr. Goebbels ernannt worden sind. Der Leiter der Landesstelle Berlin ist Walther Schulze-Wechsungen.
In Altona werden im Zusammenhang mit dem "Altonaer Blutsonntag" vom 17. Juli 1932 die wegen Mordes an zwei SA-Leuten zum Tode verurteilten Kommunisten, der Seemann August Lütgens, der Arbeiter Walter Möller, der Schuhmacher Karl Wolff und der Klempnergeselle Bruni Tesch, hingerichtet.
In der Reichsrundfunkgesellschaft sind eine Anzahl leitende Angestellte fristlos entlassen worden, wobei für drei Monate die Bezüge noch ausgezahlt werden. Es handelt sich um folgende leitende Angestellten der Reichsrundfunkgesellschaft: die Direktoren Dr. Magnus und Ministerialrat Giesecke, Intendant Christian, der Intendant Flesch, Oberregierungsrat a. D. Dr. Karstensen, Dr. Duske, Dr. Walter Vogelsang, Dr. Müller und der Rundfunkreporter Alfred Braun. Den Entlassenen wurde zum Vorwurf gemacht, daß sie sich unrechtmäßigerweise übermäßig hohe Bezüge verschafft hätten. Auch die Direktoren der Mirag in Leipzig, Dr. Kohl und Professor Neudeck, wurden aus den gleichen Gründen verhaftet. Neudeck verübte im Gefängnis Selbstmord. Staatssekretär a.D. Bredow, der für die Gesamtgeschäftsführung des Rundfunks dem Reiche gegenüber die Verantwortung trug, wurde zum Vorwurf gemacht, daß er sich seine Gehalts- und Pensionsansprüche in unzulässiger Weise habe sicherstellen lassen; ihm wurden die Bezüge gesperrt.
Im Auftrag von Gauleiter Ernst Wilhelm Bohle wird die "Arbeitsgemeinschaft der deutschen Frau im Ausland" gegründet.
Bei einem Verstoß gegen das Verbot der Hinzuziehung nichtarischer Aerzte bei der Behandlung von Patienten, wird eine Konventionalstrafe in eineinhalbfacher Höhe des durch den Verstoß erworbenen Honorars erhoben und an die Spende für die Opfer der Arbeit oder eine entsprechende Einrichtung abgeführt.
Die Staatspolizeistelle Recklinghausen hat eine Kommunistische Geheimorganisation aufgedeckt. Die Beamten stellten fest, daß noch unbekannte Kommunistenführer von Berlin aus versuchten, die KPD in einer geheimen Gewerkschaftsopposition im ganzen Reich zu sammeln. Die Funktionäre aus allen größeren Städten des Ruhrgebiets wurden bei einer geheimen Beratung überrascht und festgenommen. In Berlin wurden 46 kommunistische Flugblattverteiler festgenommen. In Aachen wurde der neu aufgezogene "Kampfbund gegen den Faschismus" aufgelöst. In Wandsbeck wurden 30 führende Kommunisten wegen Herstellung und Verbreitung illegaler Schriften verhaftet. In Erfurt wurden zwei kommunistische Kuriere festgenommen, ebenso eine Reihe weiterer Kommunisten.
Dreißig französische Primaner, die sich zurzeit in Berlin als Austauschschüler aufhalten, haben unter Führung ihrer Professoren am Ehrenmal unter den Linden einen Kranz zu Ehren der gefallenen deutschen Kämpfer niedergelegt.
Gerhart Hauptmann, Schriftsteller und Nobelpreisträger, bittet in diesen Tagen um die Aufnahme in die NSDAP.
Bei dem Versuch, Flugblätter mit bolschewistischer Propaganda zu verteilen, werden in Berlin 36 Kommunisten verhaftet.
An der Universität Halle beginnt der erste rassehygienische Kurs für Ärzte.

2.8.1933
Die preußische Staatsregierung billigt ein Strafvollzugsgesetz, das die Haftbedingungen verschärft.
Die SA-Gruppe Ostland in Königsberg gibt die Aufdeckung einer Kurierorganisation der illegalen KPD bekannt, die den Vertrieb der Zeitung "Echo des Ostens" betrieben hatte. Über 50 KPD-Mitglieder werden verhaftet, darunter der Hauptkassierer des Zentralkomitees der KPD, Walter Behling.
Seit einiger Zeit sind in vielen deutschen Städten Pläne für ein zu schaffendes Denkmal der Arbeit aufgetaucht. Der Führer der DAF, Dr. Ley sowie das Propaganda-Ministerium machen darauf aufmerksam, daß solche Denkmäler zur Zeit nicht erwünscht sind, und ersuchen alle Dienststellen, sich an der Errichtung derartiger Denkmäler nicht zu beteiligen. Die Zeit zum Bau eines Denkmals der Arbeit ist erst dann gekommen, wenn der letzte Arbeitslose wieder Arbeit erhalten hat.
Im Zusammenhang mit der Errichtung der Landespropagandastelle hat Dr. Goebbels auch die Presse- und Rundfunkreferenten der Landesstellen ernannt. Für die Landestelle Berlin, Brandenburg, Grenzmark wurde Heinz O. Wittenberg zum Pressereferenten ernannt. Rundfunkreferent wurde Karl W. Sonntag.
In Dortmund sind in der letzten Woche 32 Fälle von Typhuserkrankungen aufgetreten. Die Ermittlungen über die Herkunft der Krankheit sind noch nicht abgeschlossen.
Nach 20monatiger Bauzeit gibt die Sowjetregierung die Eröffnung des Weißmeer-Ostsee-Kanals bekannt. Er verbindet auf einer Länge von 227 km den Onega-See mit dem Weißen Meer und wurde vorwiegend von Zwangsarbeitern ausgehoben.

3.8.1933
In Brüssel endet ein am 30. Juli eröffneter Kongress des Internationalen Gewerkschaftsbundes. Er stand im Zeichen des Kampfes gegen den Faschismus.
Das preußische Justizministerium gibt bei einer Pressebesprechung über das neue preußische Strafvollstreckungs- und Gnadenrecht bekannt, dass die Strafvollstreckung in Zukunft in der Hand der Staatsanwälte liege, und die bisherigen Strafvollzugsämter in Preußen aufgelöst wurden. Es sei Sache des Anwalts des Staates, die Strafvollstreckung durchzuführen. Auch die Gnadensachen liegen in Zukunft bei der Staatsanwaltschaft. Die Strafvollstreckung bei Jugendlichen wird wesentlich anders gehandhabt als bei den erwachsenen Strafgefangenen. Bei den Jugendlichen besteht die Wahrscheinlichkeit, daß sie sich bessern und daher ist ihrer Erziehung während der Strafverbüßung große Bedeutung beigelegt. In Lehrwerkstätten sollen die Jugendlichen zu einer geordneten Arbeit herangezogen werden.
Die für die körperliche Entwicklung der Jugend verantwortlichen Kreise, vor allen die Aerzte, Lehrer und Erzieher, werden angehalten, sich für regelmäßige Leibesübungen besonders einzusetzen, weil damit ein Mittel zur Gesamtertüchtigung gegeben ist. Für den Wiederaufbau Deutschlands werden alle in unserem Volke wurzelnden Kräfte gebraucht.
Wegen ihrer Berichterstattung über Österreich wurden die Wiener Berichterstatter Schepky (Scherlverlag), Honig (Münchner Zeitung), Riedl und in der Maur (Germania) verhaftet und, soweit sie Reichsdeutsche sind, ausgewiesen.
Franz Xaver Ritter von Epp wird Reichsleiter der NSDAP.
Die Wiener Polizei verhaftet 25 Personen, die mit der Tarnorganisation der "Gesellschaft für kulturelle Zusammenarbeit für Ost- und Südeuropa in Wien" die NSDAP fortführen wollten.

4.8.1933
Das deutsche Sterilisationsgesetz macht Schule: nachdem man in England daran gegangen ist, einen entsprechenden Gesetzentwurf zu fördern, will jetzt auch die ungarische Regierung ein Sterilisationsgesetz erlassen. Man will vor allem die ärztliche Untersuchung vor der Eheschließung einführen.
Zum erstenmal tagten in der Reichskanzlei die führenden Männer des Straßenbaus, um über die Probleme ihres Arbeitsgebietes zu beraten. Dr. Todt nahm eingehend zu den Fragen der Verwaltung, der Finanzierung und der technischen Ausführung Stellung: Die Verwaltung des Straßenwesens wird in dem vorgesehenen Reichsweggesetz geregelt werden.
Der Reichswehrminister hat eine Ergänzung der Verordnung über das Heiraten der Angehörigen der Wehrmacht verfügt. Nach dieser neuen Verordnung muß der Nachweis erbracht werden, daß die Braut des Wehrmachtsangehörigen arischer Abstammung ist. Ferner muß die Braut selbst achtbar und nicht staatsfeindlich gesinnt sein und einer achtbaren und nicht staatsfeindlich gesinnten Familie angehören.
Oberstudiendirektor Siegfried Kawerau, von dem es in ausländischen Blättern hieß, er sei in der Schutzhaft schwer mißhandelt worden, dementiert diese Nachrichten im "Prager Tageblatt" in entschiedener Weise: "Ich habe keinerlei Mißhandlung erlebt oder bei anderen gesehen. Seit meiner Entlassung lebe ich wieder in Frieden auf meiner Besitzung, wo ich fern von jeder politischen Betätigung zu bleiben gedenke."
Auf einem Laubengelände in Wandsbek wurde eine Geheimdruckerei der verbotenen "Hamburger Volkszeitung" und der "Roten Front" ausgehoben. Es wurden drei wertvolle Druckmaschinen mit Zubehör beschlagnahmt. An einer anderen Stelle wurden Schußwaffen, Munition, Dolchmesser und Seitengewehre gefunden. Die Haupttäter wurden in Haft genommen.
In Thüringen ist ein Gesetzentwurf ausgearbeitet worden, der die Misshandlung und Quälerei von lebenden Tieren verhindern soll. Verboten ist unter anderem das Schlagen mit Knüppeln oder Fäusten, und das Treten mit Füßen, so wie jedes andere rohe Verhalten.
In der Lüneburger Heide bekommen die drei im Weltkrieg gefallenen Dichter, Hermann Löhns, Gorch Fock und Walter Flex ein Denkmal in Gestalt von drei großen Findlingsblöcken, die ihren Namen tragen.
Die französische und die Saarregierung erhoben in Berlin Vorstellungen wegen Entführung französischer Staatsangehöriger aus dem Saargebiet. Nach deutscher amtlicher Darstellung waren an dem Vorfall deutscherseits weder amtliche noch parteiamtliche Stellen beteiligt.
Nürnberg untersagt als erste größere Stadt Juden die Benutzung öffentlichen Bäder sämtlicher städtischen Badeanstalten.
Als Reaktion auf die Verhaftungen von NSDAP-Anhängern in Wien werden mehrere Österreicher aus dem Deutschen Reich ausgewiesen. Der Korrespondent der Wiener »Neuen Freien Presse« in Berlin, Paul Goldmann, wird verhaftet.
In Bayreuth endet eine am 1. August eröffnete illegale Tagung des Zentralkomitees des Kommunistischen Jugendverbandes Deutschlands. Die 40 Teilnehmer beschließen die Gründung illegaler Zellen in den Lagern des Arbeitsdienstes und in den legalen Jugendverbänden.
Der Königsberger Student Kurt Schmidt stellt am Frischen Haff in Ostpreußen mit einer Flugzeit von 36,5 Stunden einen Weltrekord im Segelfliegen auf.
Adolf Hitler schreibt an seinen ehemaligen Freund August Kubizek: "Mein Lieber Kubizek, Erst heute wird mir Dein Brief vom 2. Februar vorgelegt. Bei den Hunderttausenden von Schreiben, die ich seit dem Januar erhielt, ist es nicht verwunderlich. Umso größer war meine Freude, zum ersten Mal nach so vielen Jahren eine Nachricht über Dein Leben und Deine Adresse zu erhalten. Ich würde sehr gerne - wenn die Zeit meiner schwersten Kämpfe vorüber ist - einmal persönlich die Erinnerung an diese schönsten Jahre meines Lebens wieder wachrufen. Vielleicht wäre es möglich, dass Du mich besuchst. Dir und deiner Mutter alles Gute wünschend bin ich in Erinnerung an unsere alte Freundschaft Dein Adolf Hitler."

5.8.1933
Bei einem Riesenaufmarsch der Berliner SA, an dem 80.000 SA-Leute teilnahmen, sprach neben Obergruppenführer Heines und Gruppenführer Ernst der Stabschef Ernst Röhm, der u. a. ausführte: Eine neue Etappe des Kampfes liegt vor uns. Wenn wir in diesen neuen Kampfabschnitt eintreten, so müssen wir, meine Kameraden, die gleichen einfachen und schlichten Kämpfer bleiben, die wir gewesen sind. Wie bisher, soll auch in Zukunft der Kämpfer des Dritten Reiches mit seiner Selbstlosigkeit und seiner Uneigennützigkeit dabei sein.
Der Ullstein-Verlag stellt das Erscheinen der Berliner Abendzeitung "Tempo" ein.
Auf dem Obersalzberg bei Berchtesgaden findet eine Führertagung der NSDAP statt, die sich besonders mit organisatorischen Fragen befasste, und auf der der Führer eine Rede hält.
In 14 Tagen 358 500 Arbeitslose weniger - Die Zahl der bei den Arbeitsämtern gezählten Arbeitslosen sank in der Zeit vom 16. bis 31. Juli 1933 um rund 358.500 auf 4.468.500. Dieses erhebliche Absinken der Arbeitslosenzahl ist jedoch nicht nur auf eine arbeitsmarktliche Besserung zurückzuführen, es sind die Arbeitsdienstwilligen, die nach dem Umbau des Arbeitsdienstes erstmalig nicht mehr in die Zahl der Arbeitslosen einbezogen worden, während sie bisher als Arbeitslose gezählt wurden, soweit sie ein Arbeitsgesuch beim Arbeitsamt gestellt hatten (rund 150 000).
Eine Statistik des französischen Innenministeriums beziffert die Zahl der deutschen Emigranten in Frankreich auf 40 000.
In der UdSSR werden 12 484 Strafgefangene entlassen, weiteren 59 516 wird ein Straferlass gewährt.
Der Tanzlehrer und Führer der Gau-Fachschaft Groß-Berlin des Reichsverbandes deutscher Tanzlehrer, Walter Carlos, teilte bei einer Pressebesprechung mit, welche Absichten die Reichsleitung der Tanzlehrer, die nunmehr zum Nationalsozialitischen Deutschen Lehrer-Bund gehören, mit dem neuen deutschen Tanz-Programm verfolge.

6.8.1933
Auf dem Obersalzberg bei Berchtesgaden endet eine am 4. Juni eröffnete Führertagung der NSDAP. Adolf Hitler bezeichnet die Arbeitsbeschaffung als wichtigste Aufgabe seiner Regierung, deren Erfüllung einen "Gewinn an Autorität" bedeute.
In Aachen endet der am 30. Juli eröffnete 16. Deutsche Studententag. Gerhard Krüger, der Führer der Deutschen Studentenschaft, fordert von seinen Kommilitonen, das Studium als eine "soldatische Pflicht" aufzufassen.
Die Reichsregierung gibt bekannt: Die Reichsregierung hat das folgende Gesetz beschlossen, das hiermit verkündet wird. Der Reichskanzler kann Verträge mit ausländischen Staaten ohne vorherige Vorlage im Reichstag abschließen.
In der Pause einer Rundfunkübertragung von Richard Wagners "Die Meistersinger von Nürnberg" aus Bayreuth spricht Reichspropagandaminister Joseph Goebbels über Wagners Bedeutung für die Gegenwart. Sein Werk sei "wohlgeborgen" im Schutz der gegenwärtigen Reichsregierung.
In München gewinnt die Auswahl Bayerns den erstmals ausgespielten Hitler-Pokal gegen die Berliner Fußballauswahl 6:1. 30 000 Zuschauer erbringen Einnahmen von 65 000 Reichsmark für die von Adolf Hitler initiierte Stiftung "Opfer der Arbeit".
Als einer der ersten erklärten Gegner der deutschen Reichsregierung hält Samuel Untermeyer (World Jewish Economic Federation) eine Rede, die in den gesamten USA über den Radiosender CBS ausgestrahlt wurde. Er sagte: "Die Juden der Welt erklären Deutschland den Krieg. Wir befinden uns in einem Heiligen Krieg gegen Deutschland. Wir rufen zu einem weltweiten Boykott gegen Deutschland auf. Dies wird sie vernichten, denn sie sind von ihrem Außenhandel abhängig."

7.8.1933
In Berlin werden die Bedingungen für das Ha'avara-Abkommen zwischen der Jewish Agency (jüdische Weltorganisation) und dem deutschen Reichsministerium für Wirtschaft, mit Abgesandten aus Palästina verhandelt. Da es beiden Seiten Vorteile verschafft, soll es noch im selben Monat unterzeichnet werden.
Der SPD-Funktionär Felix Fechenbach, 1918 Sekretär des damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner (USPD) und 1922 wegen Landesverrats zu elf Jahren Zuchthaus verurteilt, wird bei der Überführung von Detmold nach Dachau bei Warburg (Westfalen) von seinen Bewachern auf der Flucht erschossen.
Die deutsche Reichsregierung weist die Einsprüche Frankreichs und Großbritanniens gegen ihre antiösterreichische Propaganda zurück.
Die erste Reichstagung des Studentenkampfbundes "Deutsche Christen", die in der Berliner Universität stattfindet, nahm am Vormittag ihren Anfang mit einem Festgottesdienst im Dom. Der Reichsführer des Studentenkampfbundes, Pfarrer Hoff, hielt die Predigt, der er das Apostelwort zugrunde legte: "Niemand verachte deine Jugend, sondern sei ein Vorbild im Gläubigen".
Bei einem Schußwechsel an der deutsch-österreichischen Grenze bei Kufstein wird nach Angaben der österreichischen Polizei der Hilfspolizist Michael Schwaninger von Angehörige des deutschen Arbeitsdienstes erschossen.
Der am 15. Dezember 1932 gegründete Kampfbund für gewerblichen Mittelstand der NSDAP wird aufgegliedert in die nationalsozialistische Handwerks-,Handels- und Gewerbeorganisation (Hago) und in den Gesamtverband des deutschen Handwerks, Handels und Gewerbes in der Deutschen Arbeitsfront.
Die Kreisleitung Breslau der NSDAP verbietet geschminkten Frauen grundsätzlich den Zutritt in ihren Parteiveranstaltungen.
Der Aufruf von Samuel Untermeyer vom Vortag zu einen US-Boykott deutscher Importe und zum "Heiligen Krieg" gegen Deutschland in einer Rede, die von CBS-Radio ausgestrahlt wurde, wird in der New York Times als Mitschrift veröffentlicht.

8.8.1933
Der preußische Kultusminister hat eine Verfügung erlassen, wonach in den preußischen Schulen sich Lehrer und Schüler mit dem Hitler-Gruß zu grüßen haben. Es werde von jedem Deutschen erwartet, daß er diesen Gruß ohne Rücksicht darauf, ob er Parteimitglied sei oder nicht, als Symbol des neuen Deutschland anwende.
Vor dem Danziger Volkstag würdigt Senatspräsident Hermann Rauschning (NSDAP) das am 5. August unterzeichnete Abkommen mit Polen. Darin verpflichtet sich Warschau, den polnischen Güterumschlag über den Danziger Hafen zu erhöhen. Ferner wird u.a. die gegenseitige Anerkennung der Schulabschlüsse und das Recht der polnischen Minderheit zum Gebrauch ihrer Sprache im Verkehr mit Behörden vereinbart.
Das Geheime Staatspolizeiamt hat in einer groß angelegten Aktion drei Geheimbüros der KPD aufgestöbert und den Reichsleiter der "Roten Hilfe", Cosca, den Leiter des Reichsbauern-Komitees der KPD, den früheren Abgeordneten Ernst Putz, sowie noch 13 weitere kommunistische Funktionäre festgenommen. Gegen alle Festgenommenen ist wegen hochverräterischer und staatsfeindlicher Umtriebe Haftbefehl erlassen worden.
Auflösung der Hilfspolizei - Der preußische Ministerpräsident, Hermann Göring, löste mit Wirkung vom 15. August die Hilfspolizei nach Beendigung ihrer Aufgaben auf.
Vier prominente frühere Rundfunkangestellte und die drei sozialdemokratischen Abgeordneten Fritz Ebert jun., Franz Künstler und Ernst Heilmann wurden in das Konzentrationslager Oranienburg gebracht. Es wurde mitgeteilt, als Ausgleich für die Inschutzhaftnahme der drei Volksverführer seien sechs verrührte Arbeiter freigelassen worden.

9.8.1933
Aufgrund einer Weisung des preußischen Kultusministers Bernhard Rust wird das am 29. Juni für KPD-Anhänger ergangene Verbot des Hochschulbesuchs auch auf "marxistisch und antinational" eingestellte Studenten ausgedehnt.
Der preußische Landesbischof, Wehrkreispfarrer Müller, hielt am abend in der Berliner Universität vor dem Studentenkampfbund Deutsche Christen einen Vortrag über "Volk und Kirche" und schildert, wie durch die nationale Erhebung sich weite Kreise wieder auf die Kirche besonnen hätten, die innerlich den Kontakt zu ihr verloren hatten.
Die Spitzenverbände des Theaterlebens wurden in die Reichstheaterkammer eingegliedert: Deutscher Bühnenverein, Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger, Vereinigung der künstlerischen Bühnenvorstände, Deutscher Chorsängerverband und Tänzerbund. Dadurch sollte die Gleichschaltung des deutschen Theaterlebens verwirklicht werden.
Bei einer Durchsuchungsaktion in den Wohnungen von früheren KPD-Angehörigen im Osten Berlins durch die Gestapo und einen SA-Sturmbann wurde zahlreiches kommunistisches Propagandamaterial sowie Hiebwaffen gefunden. In diesem Zusammenhang wurden 60 Personen, darunter die, in deren Wohnung eine Radiosendeanlage gefunden wurde, festgenommen und in das KZ Ornanienburg eingeliefert.
Die Hitlerjugend meldet, dass zur Zeit 50.000 Großstadtkinder zur Erholung bei Bauern untergebracht sind.
Ein Erlass des preußischen Innenministeriums sieht die Nichtbestätigung neugewählter Gemeindebeamten vor, die mit nichtarischen Frauen verheiratet sind.
Der am 28. Februar emigrierte deutsche Schriftsteller Bertolt Brecht kauft ein Haus in Skovsbostrand bei Svendborg auf der dänischen Insel Fünen. Brecht lebt dort bis April 1939.

10.8.1933
Das Konzentrationslager Breslau-Dürrgoy wird aufgelöst. Die 343 Schutzhäftlinge, darunter seit dem 4. August auch der frühere Reichstagspräsident Paul Löbe (SPD), werden in ein neues Lager bei Osnabrück abtransportiert.
Bei einer Großrazzia in München werden 68 Funktionäre der illegalen KPD verhaftet und ins KZ Dachau gebracht.
Der preußische Innenminister hat den früheren Oberbürgermeister von Magdeburg, Ernst Reuter der vorher Stadtrat in Berlin war, die Kündigung ausgesprochen.
Der völkische Beobachter veröffentlicht: Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, das für die Dauer der Mitgliedersperre, die voraussichtlich nicht vor April 1934 aufgehoben wird, gesuche um Aufnahme in die NSDAP zwecklos.
In den letzten Tagen sind wieder 15 Studenten verschiedener Nationalitäten im deutschen Arbeitsdienst auf ihren Antrag zu drei bis vier wöchigen Arbeitsleistungen aufgenommen worden. Der Arbeitsdienst ist vom mexikanischen Gesandten und vielen führenden ausländischen Persönlichkeiten besucht worden.
Im Namen des Lehrerkollegiums erklärt Ludwig Mies van der Rohe in einem Brief an die Studierenden das 1919 gegründete Bauhaus für aufgelöst.
In Kahla (Thüringen) ist für den am 24. Januar 1932 ermordeten Hitlerjungen Herbert Norkus von der Hitlerjugend Thüringens ein Denkmal errichtet worden. Sein Todestag wurde zum Trauertag der nationalsozialistischen Jugend („Tag des Heiligen“) erklärt, an welchem der „gefallenen“ Hitlerjugend-Mitglieder gedacht werden sollte.
In einem kleinen Badeort bei New York wurden 15 spielen mit Kinder plötzlich von einer Flutwelle weggerissen. Acht Kinder sind gerettet worden, die übrigen sind noch vermisst.
In der Städtischen Galerie in München wird eine Ausstellung mit Werken des norwegischen Zeichners Olaf Gulbransson aus politischen Gründen geschlossen.

11.8.1933
Aus einem Bericht der Frankfurter Zeitung: "Die Gaubetriebszellen-Unterabteilung Unterfranken der NSBO veröffentlicht eine Anordnung, in der es heißt, dass in letzter Zeit eine große Anzahl Frauen aufgenommen worden sei (...) es sei deshalb ihre Pflicht, im nationalsozialistischen Sinne zu handeln. Es wird deshalb erklärt, dass geschminkten Frauen der Zutritt zu allen Veranstaltungen der NSBO verboten sei. Frauen, die in der Öffentlichkeit, in Gasthäusern, Kaffees, auf der Straße und so weiter rauchen, würden aus der NSBO ausgeschlossen. Die Amtswalter sind angewiesen, eine entsprechende Kontrolle vorzunehmen."
Adolf Hitler weilt in Nürnberg, er will sich für den kommenden Parteitag informieren.
Der evangelische Landesbischof von Mecklenburg-Schwerin, Heinrich Rendtorff, der am 2. Mai 1933 der NSDAP beigetreten war, wird aufgrund von kritischen Äußerungen über die Partei von der Landesregierung gezwungen, seine Beurlaubung einzureichen.
Wie das Leipziger Polizeipräsidium mitteilt, sind in dem Verfahren gegen die früheren Leiter des Mitteldeutschen Rundfunks, Direktor Dr. Kohl und Intendant Professor Dr. Neubeck, wegen Untreue in Polizeihaft genommen. Neubeck wurde in Leipzig festgenommen, Kohl in Oberstdorf im Allgäu.
Der Reichsstatthalter von Mecklenburg und Lübeck ernannte den bisherigen Staatsrat, Hans Egon Engell, zum Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Schwerin.
Bei der IV. Internationalen Lehrerkonferenz in Santander (Spanien) werden die reichsdeutschen Delegierten ausgeschlossen, weil sie nach Auflösung der freien Gewerkschaften keine freien Erzieherverbände vertreten.

12.8.1933
Anlässlich einer Richard-Wagner-Feier in Neuschwanstein wird Adolf Hitler zum Ehrenbürger von Hohenschwangau ernannt. Hitler dankte in einer Ansprache, in der er sich, so wie bei allen großen Deutschen, als Vollender der Absicht Ludwigs II. bezeichnet.
Der rund 2000 Einwohner zählende Ort Sczedrzik im Landkreis Oppeln wird in Hitlersee umgetauft. Es ist die erste nach Adolf Hitler benannte Gemeinde.
Der italienische Luftfahrtminister Marschall Italo Balbo und sein Flugbootgeschwader landen nach ihrer spektakulären Atlantiküberquerung wieder in Rom.
Die Tabakwarenfabrik Brinkmann AG in Bremen ersetzt sämtliche verheiratete Arbeiterinnen durch ihre erwerbslosen Männer. Unverheiratete Arbeiterinnen, die mindestens 1 Jahr ununterbrochen im Betrieb tätig sind und bis zum 31.12.1933 heiraten, erhalten eine Ehestandsbeihilfe von 500 RM.
Die "Nationalsozialistische Korrespondenz" gibt das Programm des 5. Reichsparteitages der NSDAP bekannt, der vom 30 August 1933 bis zum 3. September 1933 in Nürnberg stattfindet.
Der frühere Intendant der Mitteldeutschen Rundfunkgesellschaft, Professor Dr. Neubeck, der, wie gemeldet, zusammen mit dem früheren Direktor Dr. Kohl am Mittwoch verhaftet worden war, hat sich in seiner Gefängniszelle erhängt.
Unruhen auf Kuba - der Präsident von Kuba, Gerardo Machada, gegen den sich die Mißstimmung eines großen Teils der Bevölkerung richtet, die zurecht in einen erbittert geführten Generalstreik ausharrte, hat sich bereit erklärt, zurückzutreten. Nach letzten Meldungen hat er das Präsidenten Palais bereits mit unbekanntem Ziel verlassen.

13.8.1933
Auf einer Veranstaltung in Köln "Arbeit am deutschen Rhein", die vom Treuhänder der Arbeit, Staatsrat Willi Börger einberufen worden ist, spricht Reichswirtschaftsminister Dr. Schmitt. Die Rede wird auf allen deutschen Rundfunksender übertragen. Dr. Schmitt endete mit der Feststellung, daß es für uns alle nur das eine gäbe: Mit unserem Führer und Reichskanzler alles für Deutschland! Mit dieser Parole und mit diesem großen Glauben wollen wir der Welt zeigen, daß dieses Deutschland, das sie alle politisch und wirtschaftlich als in einer Ohnmacht daniederliegend glauben, aufsteht und voll zu Kräften kommen wird.
Martin Bormann holt Heinrich Heim, Jurist, in seinen Stab, wo er in der staatsrechtlichen Abteilung der Parteizentrale tätig wird.
Der Reichsstatthalter von Hamburg hat im Einvernehmen mit dem Senat veranlasst, dass die Senatsmitglieder freiwillig auf ihre 12000 Mark übersteigenden Bezüge verzichten. Die Gelder sollen sozialen Zwecken zugeführt werden.
In New York findet zum 40. Mal ein Deutscher Tag statt, an dem rund 300.000 deutschstämmige US-Bürger teilnehmen. Wegen der Weigerung der Veranstalter, neben der schwarzweißroten auch die Hakenkreuzflagge zu zeigen, nimmt der deutsche Generalkonsul nicht teil.
Nachdem der ehemalige verhasste Präsident von Kuba, Machado zurückgetreten und geflüchtet ist, übernahm jetzt der Oberst Manuel de Cespedres die Präsidentschaft Kubas. Der frühere Botschafter in Washington und Paris hatte wahrscheinlich die Zustimmung der Oppositionsparteien und die Billigung der USA. Das Verschwinden des verhassten Tyrannen, Machado erregte unter der Bevölkerung der kubanischen Hauptstadt einen Freudentaumel.
In Hamburg enden die am 5. August eröffneten Internationalen Tennis-Meisterschaften von Deutschland. In den Einzelfinals und im Mixed siegen die deutschen Spitzenspieler Hilde Krahwinkel und Gottfried von Cramm.

14.8.1933
Die in Wien erscheinende christlichsoziale Zeitung "Reichspost" veröffentlicht Dokumente über die
Einflußnahme der Berliner NSDAP-Führung auf die illegale Parteiarbeit in Österreich.
Der Geheimen Staatspolizei gelang es, den Nachrichten- und Sicherungsdienst der KPD in Berlin auszuheben und eine größere Anzahl kommunistischer Funktionäre zu verhaften. Ferner wurden bei einer umfangreichen Aktion im Berliner Osten 33 Kommunisten festgenommen und illegales Material beschlagnahmt. Auch in Nürnberg wurden kommunistische Flugblattverteiler festgenommen und eine kommunistische Geheimdruckerei entdeckt. In Bremen wurde die Leitung der Partei, der Roten Hilfe und des Kampfbundes gegen den Faschismus festgestellt. Es wurden 43 führende Funktionäre in Schutzhaft genommen.
In Saloniki ist der frühere albanische Präsident Hasan Bej Prishtina mit fünf Schüssen auf offener Straße ermordet worden. Der Festgenommene Täter, ein 25 jähriger Albaner, Ibrahim Celo, behauptet, dass Prishtina gegen König Ahmed Zogu konspiriert und dessen Ermordung geplant hat.
Lehmanns Verlag, München, propagiert ein »Rassensonderfenster« aller Buchhandlungen anläßlich der vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda in den Monaten Sept. bis Nov. veranstalteten Kampagne für den rassehygienischen und rassekundlichen Gedanken.
In der Eifel ledtet die Landwirtschaft durch den Wassermangel große Not. Es hat Wochen nicht geregnet und die Felder sind ausgetrocknet. Man hat deshalb beschlossen eine große Talsperre, die 100 Millionen Kubikmeter Wasser fassen wird, in der Nähe der Urfttalsperre zu errichten.
In Schleswig-Holstein wird in wenigen Wochen die Abdämmung der Eider vorgenommen, wodurch 35000 Hektar wertvolle Ländereien vor Überflutung geschützt werden sollen. Viele hunderte Arbeitslose werden Arbeit für viele Jahre finden.

15.8.1933
Adolf Hitler hält eine wirtschaftliche Konferenz auf dem Obersalzberg ab, mit Reichswirtschaftsminister Kurt Paul Schmitt, Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht, Staatssekretär Hans Heinrich Lammers und verschiedenen Wirtschaftssachverständigen.
Der stellvertretende Führer Rudolf Heß hat folgende Anordnung erlassen: „Hiermit wird das Verschenken oder der Verkauf von Abzeichen der Bewegung an Ausländer grundsätzlich untersagt. Das Recht, in besonderen Fällen Ausländern Abzeichen zu verleihen, steht lediglich der Reichsleitung oder deren ausdrücklich hierzu Beauftragten zu.
Der Kreis IV der NSDAP, der 19 Ortsgruppen in Schöneberg, Friedenau und Moabit umfaßt, nahm im überfüllten Sportpalast die Weihe von elf neuen Fahnen vor. Nach der Begrüßung durch Stadtrat Woljermann gab Dr. Laas einen kurzen historischen Rückblick über die Entwicklung der Ortsgruppen. Nach Gesängen des Gau-Chors fand die Fahnenweihe und die Vereidigung der neuen Amtswalter unter den Klängen des Deutschlandliedes statt.
Im Zuge einer großangelegten Luftschutzkampagne beginnt in Berlin eine Entrümpelungsaktion auf Dachböden als Maßnahme zum Schutz vor Brandbomben.
Der Oberpräsident der Provinz Ostpreußen und NSDAP-Gauleiter Erich Koch meldet die Provinz als arbeitslosenfrei.
Bei einem Autoausflug mit Adolf Hitler, bei dem auch die Schwimmmeisterin Anni Rehborn dabei ist, verunglücken Wilhelm Brückner und seine Verlobte Sofie Stork schwer. Karl Brandt, Arzt, der zufällig an der Unfallstelle ist, leistet erste Hilfe und operiert ihn auch selbst. Hitler ist von dieser Leistung beeindruckt und beruft ihn kurz darauf zum Begleitarzt.
Der Ministerrat von Rumänien hat amtlich bekannt gegeben, das Rumänien die Bezahlung aller Auslandsschulden eingestellt hat.
Die englische Regierung hat bei Frankreich um die Erlaubnis gebeten, Generalstabsoffiziere nach Marokko zu schicken, um sich von den Kämpfen im Atlasgebirge nützliches Wissen für die westindischen Aufstände anzueignen.

16.8.1933
Das Geheime Staatspolizeiamt für Preußen in Berlin gibt die Festnahme der KPD-Funktionäre Walter Dittberner und Karl Pinnow bekannt. In Bremen werden 81 Funktionäre der illegalen KPD verhaftet.
Professor Edmund Forster wird durch den Studenten Eugen Oklilz, durch die Gestapo veranlasst, denunziert. Es wird Forster vorgeworfen: herabsetzende Äußerungen gegen führende Personen des Dritten Reiches, Fragen zum Reichstagsbrand, sittliches Fehlverhalten und Verschwendung von Institutsgeldern.
Scheidemanns Verwandte wurden freigelassen - sie haben sofort nach Erscheinen des Hetzartikels ihre Beziehungen zu Scheidemann abgebrochen und auch der "New York Times" ihren tiefsten Abscheu über das landesverräterische Verhalten ihres Verwandten zur Kenntnis gebracht. Es wird in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, daß auch künftig mit unnachsichtiger Schärfe durchgegriffen wird, falls geflüchtete marxistische Elemente vom sicheren Ausland aus gegen ihr ehemaliges Vaterland zu hetzen versuchen.
Eine deutliche Abfuhr durch die deutschgesinnte Bevölkerung hat die Saarländische Sozialistische Arbeiterpartei erhalten. Die Partei hatte zu einer Versammlung im Grubenkasino aufgefordert, die außerordentlich stark besucht war. Als jedoch das Mitglied der SSAP Walz den Reichskanzler als "von kapitalistischen Bindungen gefesselt" (!) bezeichnete, erhoben sich die meisten Anwesenden und sangen das Deutschlandlied, womit die Versammlung aufflog. Der weitaus größte Teil der Versammlungsteilnehmer zog unter dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes ab.
Die Landesverbände des monarchistisch orientierten Frauenbundes Königin Luise werden in die Regionalverbände der NS-Frauenschaft überführt.
Die Regierung Österreichs ermöglicht durch eine Gesetzesänderung die Aberkennung der österreichischen Staatsbürgerschaft als Sanktion gegen staatsfeindliche Handlungen im Ausland. Dies richtet sich vor allem gegen emigrierte Angehörige der illegalen NSDAP.
Der italienische Passagierdampfer "Rex" erzielt mit dem Stundenmittel von 28,92 Knoten (53,56 km/h) eine Rekordzeit auf der Südroute des transatlantischen Schiffsverkehrs. Die "Rex" wird dafür mit dem "Blauen Band" ausgezeichnet.

17.8.1933
Reichspropagandaminister Joseph Goebbels beruft Rainer Schloesser, den kulturpolitischen Schriftleiter des "Völkischen Beobachters", zum Reichsdramaturgen in sein Ministerium. Am Tag zuvor war der Schauspieler Werner Krauss zum stellvertretenden Präsidenten der Reichstheaterkammer ernannt worden, die von Otto Laubinger geführt wird.
Durch die Gründung des "Reichsbundes Volkstum und Heimat" schlossen sich auf nationalsozialistische Anregung, die führenden Verbände auf dem Gebiet der Volkstums- und Heimatarbeit zusammen. Die Führung des Bundes erhielt Universitätsprofessor Karl Alexander von Müller, München, die organisatorische Leitung Werner Haverbeck, Berlin.
Ein Erlass des Reichsarbeitsministers Seldte ordnet an, dass bei Arbeitslosen, die Ruhegeld beziehen können, nach einer Unterstützungsdauer der Arbeitslosenversicherung von 52 Wochen, Ruhegeld beantragt werden kann. Damit ist ein lange gehegter Wunsch der älteren Angestellten erfüllt.
Der Preußische Minister des Innern hat in Ergänzung der Grußbestimmungen für die Schutzpolizei, Landjägerei und kommunale Polizei u. a. folgendes angeordnet: Der einzelne Beamte (ohne Kopfbedeckung) grüßt in und außer Dienst im Stehen mit dem deutschen Gruß. Für die Ehrenbezeugungen geschlossener Polizeiabteilungen gelten die bisherigen Bestimmungen. Falls jedoch der Führer keine Kopfbedeckung trägt, meldet er mit deutschem Gruß.
Das Berliner Polizeipräsidium hat umfassende Aktion gegen zweifelhafte Gaststätten und gegen gewisse Erscheinungen im Berliner Straßenleben geführt. Sie erstreckte sich in erster Linie auf Amüsier- und Nachtbetriebe, die durch die Ausschreitungen ihrer Besucher zu einer moralischen Gefahr, besonders für die Jugend der Großstadt geworden waren. Die Aktion begann mit der sofortigen Schließung von 21 Lokalen, in denen vorzugsweise männliche oder weibliche Homosexuelle verkehrten.
Die Stadtverwaltung Dortmund hat einen Aufruf erlassen, wonach gegen Schwarzarbeiter unnachsichtig vorgegangen werden soll. Besonders krasse Fälle sollen ihre Sühne im Konzentrationslager finden.
In der Stadtverwaltung Nürnberg wurden 108 Beamte und Lehrer vorläufig ihres Dienstes enthoben, 32 Beamte wegen nicht arischer Abstammung und 68 Angestellte wegen politischer Unzuverlässigkeit. Ferner wurde die Entlassung von weiteren 70 Beamten aus verschiedenen Gründen beantragt.
Der in Feilnbach bei Bad Aibling lebende Abt, Albanus Schachleiter, der wegen seines offenen Eintretens für den Nationalsozialismus durch die Kirchenbehörden von der Ausübung seiner priesterlichen Funktionen suspendiert wurde, wurde jetzt wieder voll in seine geistlichen Rechte eingesetzt.
Das Gericht in Hof verurteilte den früheren Hofer Bürgermeister Buhl, der zehntausend von Mark, die er angeblich für die "Ärmsten der Armen" gesammelt hatte, veruntreut hat, zu zweieinhalb Jahren Gefängnis.
Der Reichskanzler Adolf Hitler stattet seinem verletzten Adjutanten, Gruppenführer Brückner im Krankenhaus einen Besuch ab. Nach dem Befund des hinzugezogenen Professor Magnus besteht für Brückner keine Lebensgefahr mehr und er befindet sich auf dem Weg zur Besserung.
In Puma (Indien) wo Ghandi jetzt wieder im Gefängnis sitzt, hat der Mahatma mit einem Hungerstreik begonnen, den er bis zu seinem Tode durchführen will, falls er nicht wieder wie früher als Staatsgefangener behandelt wird.
Die Angestellten amerikanischer Behörden im Ausland erhalten ihre Bezüge jetzt in Golddollar, damit sie nicht unter der Entwertung der Valuta zu leiden haben.

18.8.1933
In Berlin beginnt die bis zum 27. August dauernde 10. Große Deutsche Funk-Ausstellung. Hier ist nicht das Verkaufen oberster Leitgedanke, sondern der geistige Zusammenschluß eines Volkes durch das technische Wunder des Rundfunks. „Es sei ein Wille über allen deutschen Sendern!“ – dieser Gedanke beherrscht die ganze Schau. Im Mittelpunkt der Ausstellung stand der Volksempfänger VE 301. Der VE 301 (die Ziffern verweisen auf den Tag der Machtergreifung) wurde von 28 Firmen entwickelt. Preis 76,- Mark.
Adolf Hitler hält eine Besprechung auf dem Obersalzberg mit Hermann Göring und Staatsminister Hermann Esser über Luftfahrt- und Fremdenverkehrsfragen.
Am Nachmittag findet im Hotel "Deutscher Hof" in Nürnberg unter Beisein Adolf Hitlers eine Besprechung über den bevorstehenden Reichsparteitag statt.
Aus den kürzlich beschlossenen Satzungsänderungen der NS-Wohlfahrt geht nunmehr klar die enge Verbindung mit dem heutigen Staate hervor. Unter anderem ist die Bestimmung eingefügt, daß das Reichsministerium des Inneren Entscheidungen des NSV-Vorsitzenden aussetzen und aufheben kann. Die Bestimmung, wonach der NSV-Vorsitzende von der Reichsleitung der NSDAP bestimmt wird, bringt weiter diese Einheit zum Ausdruck.
Die Pressestelle der Reichsjugendführung teilt mit: Der Reichsjugendführer begrüßt die Absicht des "Reichsverbandes der Deutschen Bühne", eine eigene Jugendorganisation aufzubauen, durch die das Streben der Jugend nach wahrer Kunst und deutscher Theatergestaltung seine Verwirklichung findet. Er hat deshalb die ihm angetragene Schirmherrschaft über die "Deutsche Jugendbühne" übernommen und alle ihm unterstellten Dienststellen angewiesen, tatkräftig am Aufbau dieser Organisation mitzuarbeiten.
Im Nordseebad Juist wurden ein aus Sand geformtes Hoheitszeichen nachts zerkratzt. Der Bürgermeister hat daraufhin angeordnet, daß sämtliche der jüdischen Rasse angehörende Kurgäste die Insel sofort zu verlassen haben.
Das Breslauer Konzentrationslager ist von sämtlichen 343 Insassen geräumt worden. Die Schutzhäftlinge sind nach Boergemore transportiert worden, von wo sie nach dem großen Konzentrationslager bei Osnabrück überführt werden. Als Grund für die Auflösung werden vor allem Sparmaßnahmen angegeben.
Im Bezirk Tempelhof wird die erste öffentliche Luftschutzübung in Berlin durchgeführt. Erprobt wird die Bekämpfung von Giftgasbomben.
Auf Weisung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft, Richard Walther Darré, wird die Operette "Der fidele Bauer" von Leo Fall im Deutschen Reich nicht mehr aufgeführt. Bei einer Aufführung in Bad Wörishofen hatte Darré an dem Stück Anstoß genommen wegen "der satirisch-abfälligen Behandlung des Bauerntums" und der überspitzten Hervorhebung von Klassenunterschieden.

19.8.1933
Im Rheinhotel "Dreesen" in Bad Godesberg beginnt die SA- und SS-Führertagung. Adolf Hitler, der zu seiner Uniform erstmalig eine braune Schirmmütze trägt, spricht zweieinhalb Stunden, er äußert sich über das Verhältnis zwischen SA und Reichswehr. Fritz Dreesen ermöglichte Hitler nach der Entlassung aus der Haft 1925 einen kostenlosen Erholungsurlaub im familieneigenen Rheinhotel. Seitdem nutzt die NSDAP das Haus für gelegentliche Tagungen und Empfänge.
Auf Weisung des Geheimen Staatspolizeiamtes wird das Erscheinen der "Jüdischen Rundschau" bis zum 15. Februar 1934 verboten. Zum 25. August wird das Verbot allerdings schon wieder aufgehoben.
Im Berliner Lustgarten fand eine Großkundgebung der Berliner Jugend statt, die unter dem Motto stand: "Für das deutsche Jugendwandern und für die deutschen Jugendherbergen". Etwa 80.000 Kinder aller Altersstufen mit Fahnen und Wimpeln hatten sich eingefunden.
Das Reichspostministerium hat verfügt, daß bei Anzeigen gegen Beamte diesen in jedem Falle ermöglicht werden muß, sich gegen alle Vorwürfe zu verteidigen. Dem betroffenen Beamten sind die ihnen zur Last gelegten Vorfälle und die Namen der Anzeigenden mitzuteilen.
Das Reichsgericht verurteilte den 27jährigen Mechaniker Werner Marx und den 30jährigen Techniker Erwin Kern aus Berlin wegen Vorbereitung zum Hochverrat in Tateinheit mit Vergehen gegen das Gesetz über Fernmelde-Anlagen zu je drei Jahren Gefängnis. Der Arbeiter Fritz Schmidt wurde wegen Beihilfe zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Die drei Angeklagten hatten in Berlin mit Hilfe eines Schwarzsenders hochverräterische Propaganda getrieben.
Auf Weisung des Polizeipräsidenten wird in allen Gaststätten Erfurts den Frauen das Rauchen verboten.

20.8.1933
Eine Kundgebung der Deutschen Arbeitsfront in Danzig wurde zu einem Geschehen wie es in der Geschichte der Stadt noch nicht zu verzeichnen war. 60.000 Mann der Danziger Arbeitsfront waren auf dem weiten Gelände des Wiebenwalles aufmarschiert. Der gewaltigen Kundgebung wohnten neben Spitzen der Regierung auch ein großer Teil des diplomatischen Korps bei.
Die Glaubensgemeinschaft "Deutsche Christen" verkündet einen kirchlichen Burgfrieden. Alle öffentlichen Versammlungen, mit Ausnahme der regelmäßigen Pflichtversammlungen sind bis auf weiteres verboten.
Am ungarischen Nationalfeiertag nahm die Hitler-Jugend im Zuge der Prozession der Heiligen Rechte in Budapest teil. Stadt und Land, Staatsoberhaupt, Adel, Bürgertum und Bauerntum feiern dabei die tausendjährige Geschichte und das politische Testament des ersten christlichen Königs Stephans des Großen, des Schöpfers eines großen, friedlichen Ungarns. Inmitten der farbenprächtigen ungarischen Galakleider wirkte auch das schlichte Braun der Hitler-Jugend, die für Sympathie-Kundgebungen mit dem deutschen Gruß antwortete.
Der preußische Kultusminister hat verfügt, dass an den Schulen möglichst weitgehend Einrichtungen zur Abgabe von Milch an die Schulkinder geschaffen werden. Für besonders bedürftige Kinder sollen Gelder bereitgestellt werden.
In Brandenburg an der Havel wird im dortigen Zuchthaus ein Lager für politische Gefangene eingerichtet. Wegen seiner Baufälligkeit war das Zuchthaus schon längere Zeit unbenutzt geblieben.
Unter Hinweis auf die parteiinterne Kritik erklärt Friedrich Stampfer im "Neuen Vorwärts", die Exilführer der SPD wollten einer gründlichen Untersuchung der Gründe für den Zusammenbruch der Partei keinesfalls ausweichen.
Die erste Schau deutscher Modelle, die vom Deutschen Modeamt vier Tage lang den interessierten Kreisen der Hersteller und Käufer im Zoo vorgeführt wurde, war unter folgenden Gesichtspunkten veranstaltet worden. Jeder arische Modellschöpfer konnte sich beteiligen. Alle Stoffe und Zutaten mußten deutschen Ursprungs sein, und jedes Modell wurde „anonym“, nur mit einer Nummer versehen, vorgeführt, um auch unbekannten neuen Kräften die Wege zu ebnen.
In Riccione (Italien) endet ein zweitägiges Treffen zwischen Österreichs Bundeskanzler Engelbert Dollfuß und Italiens Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini. Das Thema der Gespräche war Italiens Beitrag zum Erhalt der Unabhängigkeit Österreichs.
In Paris entsteht durch Verschmelzung des 1932 gegründeten Weltkomitees gegen den imperialistischen Krieg und des im Juni 1933 ins Leben gerufenen Zentralkomitees der Antifaschistischen Arbeitervereinigung Europas das KP-nahe Weltkomitee gegen Krieg und Faschismus unter Leitung von Henri Barbusse.

21.8.1933
Der 18. Zionistenkongreß, der erste nach Hitlers Machtergreifung, wurde in Prag eröffnet (bis 4.9.1933). Über 10.000 Delegierte und Besucher waren erschienen. Die Zionistische Organisation stellte eine Regierung ohne Land dar, gegliedert in territoriale Föderationen von jedem Land, religiöse und sonstige Verbände, politische Parteien und Splittergruppen. Die Lage der Juden in Deutschland war Hauptthema der Diskussion. Des weiteren gab es große Bemühungen antinazistischer jüdischer Kreise einen weiteren Boykott gegen Nazideutschlands zu organisieren.
Robert Ley, der Führer der Deutschen Arbeitsfront, führt bis auf weiteres auch die NS-Frauenschaft.
Das kleine Fürstentum Andorra in den Pyrenäen wurde von 50 französischen Gendarmen in voller Ausrüstung besetzt. Der Präsident von Andorra, Roc Pallares, hat alle Bewohner zu einer Protestkundgebung gegen die französische Besetzung aufgerufen. Er hat es abgelehnt den französischen Behörden den Schlüssel vom Präsidentenpalast auzuhändigen.
Im Reichsanzeiger gibt der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda eine Verbote von Industrie-Erzeugnissen auf Grund des Gesetzes zum Schutze der nationalen Symbole bekannt, die wohl einstimmige Zustimmung finden werden. So hat dein Thüringer Glashüttenwerk eine Hitler-Glasbüste herausgebracht, die den Reichskanzler in SA-Uniform mit dem E.K. I darstellt. Die Büste ist innen hohl und zur Aufnahme von Bonbons bestimmt. Mit Recht wurde dieser geschmacklosen Verwendung einer Darstellung des Reichskanzlers die Zulassung verweigert. Unter den sonstigen verbotenen Erzeugnissen sind Gummibälle, Bonbons und Schutzhüllen für Zündholzschachteln mit der Hakenkreuzflagge.

22.8.1933
An Krolls Festsälen fand eine gemeinsame Kundgebung des Radio-, Phono- und Elektro-Großhandels anläßlich der Funkausstellung statt. Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden des Radio-Großhändler-Verbandes, J. E. Günther, Frankfurt a. M., nahm der Reichssendeleiter Hadamovsky das Wort. Der Redner schilderte dann weiter das enge Zusammenarbeiten zwischen Regierung und Funkindustrie, das seinen Ausdruck in der Rundfunkkammer finde. Ein weiterer Erfolg dieses gemeinsamen Wirkens sei auch der neue Volksempfänger, der eine Verdopplung der Hörerzahl herbeiführen soll.
Der KPD-Funktionär Franz Stenzer aus Pasing, Instrukteur der illegalen KPD in Süddeutschland, wird im Konzentrationslager Dachau "auf der Flucht erschossen". Stenzer war seit Ende Mai in Haft.
Zum 1. September wird das Singen des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes in preußischen Gaststätten wegen der Gefahr des Mißbrauchs verboten.
Zur "Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung" verbietet das Geheime Staatspolizeiamt die in Berlin erscheinende "C.V.-Zeitung", das Organ des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens bis zum 2. September.
Auf Weisung des Reichsstandes der Deutschen Industrie, vertreten durch Gustav Krupp von Bohlen und Halbach, wird in allen angeschlossenen Betrieben der "Deutsche Gruß" verbindlich.
In der Nähe der Stadt Wilmington im amerikanischen Bundesstaat Delaware stießen 2 Lastautos in voller Fahrt zusammen. Das eine Auto war mit Ausflüglern besetzt, das andere hatte Dynamit geladen. Der Dynamitlaster explodierte und 8 Menschen kamen ums Leben.

23.8.1933
Die erste Ausbürgerungsliste der NS-Regierung enthält 32 Namen, u. a. die der Politiker Rudolf Breitscheid, Willhelm Münzenberg, Wilhelm Pieck, Philipp Scheidemann, Otto Wels und die der Schriftsteller Lion Feuchtwanger, Friederich Wilhelm Forster, Heinrich Mann, Ernst Toller, Kurt Tucholsky. Ihr Vermögen wird beschlagnahmt. Die erste Ausbürgerungsliste wird am 25. August im Reichs- und preußischen Staatsanzeiger veröffentlicht.
Die Nationalsozialistische Partei-Korrespondenz meldet: "Vom Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg wird auf Weisung der
Reichsleitung Hauptabteilung IV (Film) ein Film hergestellt, dessen künstlerische Leitung auf besonderen Wunsch des Führers
Fräulein Leni Riefenstahl übernimmt..." Sie dreht den Propagandafilm "Der Sieg des Glaubens".
Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, erläßt folgende Bekanntmachung: Es
ist in allen Ländern Brauch, daß beim Absingen der Nationalhymne, Grüßen von
Fahnen und ähnlichen Anlässen Ausländer ihr Gastland dadurch ehren, daß sie
sich mit den Angehörigen des betreffenden Landes von ihren Plätzen erheben
bzw. ihren Hut abnehmen. Dies ist selbstverständlich die Pflicht internationaler
Höflichkeit, deren Erfüllung gleicherweise von jedem im Ausland weilenden oder lebenden
Deutschen erwartet wird, wie von jedem Ausländer, der sich bei uns in Deutschland aufhält.
Der Präsident der Reichsanstalt gab in einem Erlaß an die Landesarbeitsämter bekannt, daß die
Weiterzahlung der Unterstützung nach erfolgter Einstellung von Arbeitslosen in Betriebe unzulässig ist.
Der Erlaß wandte sich gegen die mehrfach unternommenen Versuche, die zusätzliche Einstellung von
Arbeitslosen in Betriebe dadurch zu erleichtern, daß die den Arbeitslosen zustehende Unterstützung
ganz oder teilweise durch Vermittlung der Arbeitgeber in Anrechnung auf den Lohn weitergezahlt wurde.
Ministerialrat Dr. Jahncke, der stellvertretende Chef der Pressestelle der Reichregierung, hielt an Stelle des erkrankten Regierungsrats Bade einen Vortrag über "Auslandspresse und Nationalsozialismus", in dem er die Umstellung der Presse-Abteilung und ihre erweiterten Aufgaben schilderte. Es sind zwei Hauptreferate geschaffen worden, "Inland" und "Ausland". Die Abteilung "Ausland" habe propagandistisch auf die ausländische Presse zu wirken. Das bedeutet, daß im Ausland das Verständnis für die nationalsozialistische Idee geweckt werden soll.
Bei den Untersuchungen der Bewerber für die Schutzpolizei auf körperliche Tauglichkeit durch die Polizeiärzte sowie auf geistige Tauglichkeit durch die als Prüfer tätigen Polizeioffiziere ist nach einem Erlaß des preußischen Innenministers auf einwandfreie arische Abstammung das Augenmerk zu richten.
Reichsbannerwaffenlager entdeckt - Auf Grund von Aussagen des früheren Führers des Nürnberger Reichsbanners, Hauenstein, fand die politische Polizei ein Waffenlager des Reichsbanners, in dem sich u.a. vier Maschinengewehre befanden.
Der am 1. August verhaftete indische Freiheitskämpfer Mohandas Karamchand (Mahatma) Gandhi wird aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes aus der Haft entlassen.

24.8.1933
Bei allen Einstellungen im öffentlichen Dienst als Beamter, Angestellter oder Arbeiter, die nicht auf Grund gesetzlicher Anwartschaften erfolgen, ist bis auf weiteres grundsätzlich solchen geeigneten Bewerbern der Vorzug zu geben, die sich in den nationalen Wehrverbänden (SS, SA, SAR, St.) im Kampfe um die nationale Erhebung verdient gemacht haben. Dabei sind Familienväter vor ledigen und kinderlosen Bewerbern, langfristig Erwerbslose vor andern zu berücksichtigen.
Das sächsische Ministerium des Inneren hat verfügt, daß die Standesbeamten bei Geburtsregistereinträgen die elterlichen Wünsche auf Beilegung des Namens des Reichskanzlers als Vornamen, selbst in der weiblichen Form "Hitlerine", "Hitlerike" oder dergleichen zu beanstanden und den Anzeigenden nahezulegen haben, einen anderen Vornamen zu wählen, da die Beilegung solcher Vornamen dem Reichskanzler unerwünscht ist.
Heute nachmittag verläßt eine Mannschaft deutscher Sportler Berlin, um morgen und am Sonntag in Zoppot und Danzig im Rahmen der dort stattfindenden "Volkssporttage" zu starten. Kaum einer in der fast 100 Mann starken Mannschaft, der nicht irgendeinen Meistertitel trägt.
Als zweite Strecke im Autobahnnetz wird der Bau der Strecke München-Salzburg in Angriff genommen: auf Wunsch Adolf Hitlers wird die Trassenführung direkt am Südufer des Chiemsees entlanggehen.
Im gesamten Regierungsbezirk Arnsberg werden auf Weisung der Staatspolizeistelle Dortmund die Radiogeräte von KPD-Sympathisanten beschlagnahmt, mit denen Auslandssender empfangen werden können. Dies soll das Abhören von Radio Moskau unterbinden.

25.8.1933
Die "erste Ausbürgerungsliste" der NS-Regierung enthält 33 Namen und wurde im deutschen Reichsanzeiger veröffentlicht: Dr. Alfred Apfel, Georg Bernhard, Dr. Rudolf Breitscheid, Eugen Eppstein, Alfred Falk, Lion Feuchtwanger, Dr. Friedrich-Wilhelm Foerster, Hellmuth von Gerlach, Elfriede Gohlke gen. Ruth Fischer, Kurt Großmann, Albert Grzesinski, Emil Gumbel, Wilhelm Hansmann, Friedrich Heckert, Max Holz, Dr. Alfred Kerr, Otto Lehmann-Rußbüldt, Heinrich Mann, Theodor Maslowski, Wilhelm Münzenberg, Heinz-Werner Neumann, Wilhelm Pieck, Berthold Salomon gen. Jacob, Philipp Scheidemann, Leopold Schwarzschild, Max Sievers, Friedrich Stampfer, Ernst Toller, Dr. Kurt Tucholsky, Bernhard Weiß, Robert Weißmann, Otto Wels, Dr. Johannes Werthauer. Ihr Vermögen wird beschlagnahmt.
Der frühere SPD-Reichstagsabgeordnete Karl Hildenbrand wird in Berlin-Steglitz verhaftet. In und um Dresden nimmt die Polizei 95 Funktionäre und Mitglieder der Sozialistischen Arbeiterpartei fest.
uf Anordnung der Staatspolizei in Dortmund wurden im ganzen Regierungsbezirk Arnsberg bei allen Angehhörigen der KPD Rundfunkgeräte beschlagnahmt, mit denen russische Sendungen abgehört werden konnten. Die kommunistische Moskauer Propaganda war in Westfalen von Anhängern der KPD benutzt worden, um Stubenversammlungen abzuhalten.
Das "Prager Tagblatt" veröffentlicht Angaben der Exil-SPD zur Zahl der Konzentrationslager. Demnach gibt es im Reichsgebiet 65 KZ mit rund 45 000 Häftlingen. Die größten sind Dachau mit rund 3500 sowie Oranienburg, Osnabrück und Heuberg (Württemberg) mit je etwa 2000 Häftlingen.
In Paris endet eine am 21. August eröffnete Konferenz der Sozialistischen Arbeiter-Internationale. Die Delegierten fordern zum Kampf gegen den Faschismus auf.
Das Jahrhundertunwetter, das seit drei Tagen im amerikanischen Osten wütet, hat bis heute schon 50 Todesopfer gefordert. Der Schaden wird auf 60 Millionen Mark geschätzt.

Das Ha'avara-Abkommen zwischen der Jewish Agency (jüdische Weltorganisation) und dem deutschen Reichsministerium für Wirtschaft, um die Emigration deutscher Juden nach Palästina zu erleichtern und gleichzeitig den deutschen Export zu fördern wird in Berlin unterzeichnet. Das Abkommen erlaubte den Juden ihren Besitzes in Form von Waren nach Palästina zu transferieren. Jüdische Auswanderer zahlten Geld auf ein deutsches Konto ein. Mit diesem Geld wurden deutsche Waren für den Export nach Palästina bezahlt, während der Importeur den Gegenwert auf ein Konto in Palästina einzahlte. Bei der Ankunft in Palästina erhielten die Auswanderer aus diesem Konto die Summe in palästinensischen Pfund.             

26.8.1933
Der preußische Ministerpräsident Hermann Göring ist zu einem offiziellen Besuch in der Provinz Ostpreußen aufgebrochen. Sein erstes Ziel war Marienburg, wo er von Staatssekretär Otto Meißner, Oberpräsident Erich Koch und Vertretern der Behörden die Ehrenbürger-Urkunde überreicht bekam. Nachdem Vorbeimarsch der Schutzpolizei, der SA und der SS fuhr Ministerpräsident Göring mit Staatssekretär Meißner und Oberst Oskar von Hindenburg im Auto nach Neudeck, wo sie den Reichspräsidenten besuchen.
Reichswehrminister General von Blomberg fliegt nach Neudeck in Ostpreußen um den Reichspräsidenten Paul von Hindenburg zu besuchen. Der Chef der Heeresleitung, Kurt von Hammerstein-Equord, und der Chef der Marineleitung, Admiral Erich Raeder, begleiten Blomberg und werden den Reichspräsidenten am Sonntag zur Kundgebung am Tannenberg-Denkmal begleiten.
Erste Reichstagung der NS-Volkswohlfahrt - Vor dem aus allen Teilen des Reiches zur NSV-Reichstagung im früheren Preußischen Abgeordnetenhaus versammelten Landes- und Gauwaltern der NSV und zahlreich erschienen Vertretern der Reichsministerien, Behörden und untergeordneten Organisationen der Volkswohlfahrt sprach Reichswalter Hilgenfeldt über die Aufgaben der NS Volkswohlfahrt.
Der Erlass des preußischen Kultusministers Bernhard Rust über die Beziehungen zwischen Schule und Hitlerjugend (HJ) erklärt die HJ neben Schule und Elternhaus zur dritten Erziehungsinstanz.
Auf Ersuchen des Staatsministers Dr. Lippert wurde unter Führung des Leiters der Geheimen Staatspolizei, Ministerialrat Diels, eine umfangreiche polizeiliche Aktion gegen propagandistische Umtriebe der Kommunisten durchgeführt. Es ist gelungen, umfangreiches illegales Zersetzungs-Material - im Gewicht von über zwei Zentnern - zu beschlagnahmen. 40 Personen sind beim Vertrieb dieser Zersetzungsschriften ertappt und verhaftet worden. Von ihnen wurden 15 sofort ins Konzentrationslager gebracht.
Auf dem 69. Genossenschaftstag in Berlin hielt Staatssekretär Gottfried Feder eine programmatische Rede über die Wirtschaftspolitik der NSDAP, in der er die große Einheitlichkeit der Linie betonte, die die Maßnahmen der Regierung durchziehe.
Berlin entsendet 3000 Jungen aus der Hitlerjugend nach Nürnberg, die am Reichsparteitag teilnehmen dürfen.
Bei Eragny südlich von Pontoise (Frankreich) endet eine Blockade der Oise durch über 200 Schleppkähne. Die Schiffer protestieren gegen eine Bevorzugung der schnelleren Motorkähne durch die Wasserstraßenordnung.

27.8.1933
Die Leipziger Herbstmesse läßt sich mit der erfreulichen Nachricht einleiten: die Gäste sind hoffnungsvoll, und die Messe erweist sich erneut als international. Der Zustrom aus dem Reiche und dem Auslande ist so stark, daß auf dem Vermietungsbüro des Leipziger Messeamtes schon seit Tagen mehr als die doppelte Zahl von Betten vergeben worden ist als im Vorjahr. Der Zustrom aus dem Auslande ist besonders stark aus Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark und Spanien. Es macht einen überaus starken Eindruck, zum ersten Male in der Geschichte der Leipziger Messe das deutsche Handwerk im tatkräftigen Wettbewerb mit vielen anderen Berufszweigen in den Hallen der Leipziger Messe untergebracht zu sehen.
Auf Grund von amtlichen Angaben gibt ein Pariser Blatt die Zahl der aus Deutschland in Paris und dem Departement Seine eingetroffenen Emigranten mit 5200 an, die sich auf die einzelnen Berufe wie folgt verteilen: Arbeiter und Angestellte 2400, Kaufleute 1080, Leute ohne Beruf 540, Studenten 300, Rechtsanwälte 160, freie Berufe 160, Aerzte 150, Journalisten 110, Künstler 90, Beamte 60, Zahnärzte 30, Industrielle 30, Bankiers 10. Für ganz Frankreich schätzt das Pariser Blatt die Gesamtzahl der Emigranten auf 17.000 bis 18.000, wobei etwa 10.000 auf Elsaß-Lothringen entfallen.
In der außerordentlichen General-Versammlung der Schiller-Theater A.-G. wurde einstimmig die Auflösung der Gesellschaft und die Uebernahme des Vermögens durch die Stadt Berlin beschlossen.

Tannenberg-Gedenkfeier: Am 19. Jahrestage der Schlacht bei Tannenberg stattete die Reichsregierung den Dank des deutschen Volkes an Hindenburg ab, indem sie dem Reichspräsidenten und Generalfeldmarschall im Rahmen einer großen Gedenkfeier am Tannenbergdenkmal in Ostpreußen die Domäne Langenau und Forst Preußenwald zur Bildung eines Hindenburgschen Hausgutes Rittergut Neudeck und Preußenwald übereignete. An der Feier nahmen der Reichspräsident, die Reichsregierung, die preußische Regierung, die Spitzen der Provinz Ostpreußen, der NSDAP, des Stahlhelm und Tausende von Teilnehmern der Treuefahrt nach Ostpreußen teil. Die Begrüßungsansprache hielt Oberpräsident Koch, der u. a. sagte: "Wenn heute schon der Mythos um Ihren stolzen Namen weht, er wird Sie dereinst fortleben lassen als den trutzigen Stamm aus knorriger ostpreußischer Wurzel, als den Alten vom Preußenwald." Sodann überreichte Ministerpräsident Göring die Schenkungsurkunde und hielt eine Rede, bevor der Führer das Wort ergriff und persönlich den Dank des Volkes überbrachte. Nach der Tannenberg-Kundgebung fliegt der Reichskanzler Adolf Hitler nach dem Westen, um am Abend auf einer Kundgebung am Niederwald-Denkmal bei Rüdesheim "die Rückkehr des Saargebietes zum Deutschen Reich" zu fordern.                       

Tannenberg-Gedenkfeier: Am 19. Jahrestage der Schlacht bei Tannenberg stattete die Reichsregierung den Dank des deutschen Volkes an Hindenburg ab, indem sie dem Reichspräsidenten und Generalfeldmarschall im Rahmen einer großen Gedenkfeier am Tannenbergdenkmal in Ostpreußen die Domäne Langenau und Forst Preußenwald zur Bildung eines Hindenburgschen Hausgutes Rittergut Neudeck und Preußenwald übereignete. An der Feier nahmen der Reichspräsident, die Reichsregierung, die preußische Regierung, die Spitzen der Provinz Ostpreußen, der NSDAP, des Stahlhelm und Tausende von Teilnehmern der Treuefahrt nach Ostpreußen teil. Die Begrüßungsansprache hielt Oberpräsident Koch, der u. a. sagte: "Wenn heute schon der Mythos um Ihren stolzen Namen weht, er wird Sie dereinst fortleben lassen als den trutzigen Stamm aus knorriger ostpreußischer Wurzel, als den Alten vom Preußenwald." Sodann überreichte Ministerpräsident Göring die Schenkungsurkunde und hielt eine Rede, bevor der Führer das Wort ergriff und persönlich den Dank des Volkes überbrachte. Nach der Tannenberg-Kundgebung fliegt der Reichskanzler Adolf Hitler nach dem Westen, um am Abend auf einer Kundgebung am Niederwald-Denkmal bei Rüdesheim "die Rückkehr des Saargebietes zum Deutschen Reich" zu fordern.                       

28.8.1933
Dr. Goebbels kündigt Winterhilfswerk an - Die Ostlandtreuefahrt der deutschen Kraftfahrer fand ihren Abschluß mit einer Kundgebung im Hof des Königsberger Schlosses, bei der Reichsminister Dr. Goebbels eine Rede hielt, die das großzügige Winterhilfswerk ankündigte. Er sagte u.a.: "Was wir bisher erreichten, das wollen wir in diesem Winter halten. Wenn es noch über vier Millionen ohne Arbeit und Brot gibt, so werden wir ein soziales Hilfswerk von grandiosen Abmaßen aufbauen und werden uns als geeinte Nation den Vorsatz machen: In diesem Winter wird niemand hungern und niemand frieren. Wir werden damit vor der ganzen Nation und vor der ganzen Welt den Beweis antreten, daß die Revolution, die wir gemacht haben, nicht nur ihr nationales, sondern auch ihr sozialistisches Gepräge hat."
Der Reichsmarschall Göhring verkünde im Bezug auf das Verbot der Schächtung von Tieren, die "unerträgliche Folter" und das Leiden der Tiere müssten ein Ende haben, und drohte, all diejenigen in ein Konzentrationslager zu schicken, die noch immer glaubten, Tiere behandeln zu können, wie es ihnen beliebte.
Die Dotation Adolf Hitlers an den Reichspräsidenten Paul von Hindenburg wird im Reichsgesetzblatt verkündet und in den Zeitungen als Gabe des deutschen Volkes in großer Aufmachung propagandistisch herausgestellt.
Das Fest der Kleingärtner im Volkspark Rehberge begann mit dem Einzug von mehr als 60.000 Kleingärtnern, die aus allen Teilen Berlins herbeigekommen waren. Nach der Begrüßung durch den Vertreter des Bezirksamts Wedding, Stadtrat Warlow, sprach der Führer des Reichsbundes, Dr. Kammler, über Ziele und Aufgaben der Organisation. Es werde angestrebt, alle Kleingärtner in den Reichsbund aufzunehmen und somit in eine nationalsozialistische Organisation einzuordnen.
In Paris endet die am Vortag begonnene Konferenz unabhängiger sozialistischer Parteien. Die 39 Delegierten aus elf Ländern erzielen keine Einigung über die Gründung einer neuen Internationale und berufen zunächst eine Kommission.

29.8.1933
In Essen wird die illegale Führung der kommunistischen Roten Hilfe für das Ruhrgebiet von der Polizei ausgehoben. Leiter der Organisation waren Herta Geffke und Bernhard Saritzki.Auf dem 18. Zionistischen Kongress erklärte der Schriftsteller Schalom Asch, das Ha'avara-Abkommen mit Hitlerdeutschland sei "ein Verrat am Weltjudentum".
Im Konzentrationslager Dachau haben die Insassen ein Denkmal für Horst Wessel errichtet, das im Beisein höherer Führer des neuen Staates feierlich eingeweiht wurde. So kommen die Häftlinge endlich auf den rechten Weg, helfen Steine zusammenzutragen und bauen auf, anstatt immer nur einzureißen.
Ein kommunistischer Schmuggler wurde von einem deutschen SS-Mann auf Schweizer Gebiet festgenommen und über die deutsche Grenze gebracht. Die schweizerische Regierung erhob darauf Vorstellungen in Berlin. Die deutschen Grenzbehörden wurden angewiesen, den Schmuggler wieder über die Schweizer Grenze zurückzubeordern.
In den Konzentrationslagern können die Insassen Geldbeträge, die Ihnen von Angehörigen geschickt werden, in ein besonderes, von der Reichsdruckerei hergestelltes Lagergeld umwechseln und zu Einkäufen im Lager verwenden.
Eine Gruppe englischer Studenten, welche auf einer Studienreise in Berlin gastfreundlich aufgenommen wurde, bedankt sich in einem Brief an den Oberbürgermeister Sahm. In diesem Brief schreibt der Gruppenführer Arthur S. Richolle, er denkt noch oft an die zwei Wochen zurück, die er mit Schülern in Deutschland verbracht hat. Die englische Gruppe ist für die Hilfe ihrer deutschen Führer sehr dankbar. Der Brief schließt mit den Worten: "Aus besonderen Gründen ist mir Deutschland ebenso lieb wie England. Deshalb: Heil Deutschland!".
Der Lahusen-Prozess beginnt. Nach dem Konkurs der Nordwolle 1931 müssen sich die Lahusen-Brüder jetzt vor Gericht verantworten. Der Prozess gegen die Brüder wurde vor dem Landgericht Bremen eröffnet, wo der Erste Staatsanwalt Dr. Chr. Wrede die Anklage leitet. Zwei Jahre lang ermittelte die Reichsanwaltschaft gegen die Brüder Georg Carl, Friedel und Heinrich Lahusen wegen Konkursverschleppung, Bilanzverschleierung und Untreue.

30.8.1933
In Nürnberg läuteten alle Kirchenglocken den 5. "Reichsparteitag des Sieges" ein. Adolf Hitler fährt im offenen Wagen durch die Straßen, die von Tausenden von Menschen gesäumt werden und ihren „Führer“ mit frenetischen Heilrufen begrüßen. Die Stadt ist schon zuvor an öffentlichen, aber auch privaten Gebäuden wirkungsvoll mit großen roten Hakenkreuzflaggen drapiert worden. „Fahnenorgien, so daß der Himmel fast nicht mehr zu sehen war“, begeisterte sich Albert Speer, Hitlers Chefarchitekt. Nürnbergs Oberbürgermeister Willy Liebel überreicht Adolf Hitler beim Empfang im Rathaus einen Abdruck von Albrecht Dürers Kupferstich "Ritter, Tod und Teufel", Hitler dankte und erklärt: "Ich habe mich entschlossen zu bestimmen, dass unsere Parteitage jetzt und für immer in dieser Stadt stattfinden." Mit Massenaufmärschen und dem weltgrößten Feuerwerk erlebt Nürnberg ein einmaliges Schauspiel.
Der Chef des Stabes der SA hat verfügt, daß jede Belästigung von Ausländern auch dann verboten ist, wenn sie bei feierlichen Gelegenheiten ihre Hand nicht zum Hitlergruß erheben. Auch auf andere deutsche Volksgenossen soll die SA im Sinne eines korrekten und zurückhaltenden Verhaltens gegenüber solchen Ausländern einwirken.
Durch Verfügung des bayerischen Kultusministers erhalten die bayerischen Universitäten eine neue Verfassung nach dem "Führerprinzip". Der Rektor wird vom Kultusminister ernannt und ernennt sodann selbst seinen Vertreter und die Mitglieder des Senats sowie die Dekane der Fakultäten. Eine ähnliche Maßnahme wird auch in den anderen Ländern durchgeführt.
Der Kirchensenat der evangelischen Kirche der Altpreußischen Union hat die folgenden Persönlichkeiten in die neue Generalsynode berufen: Reichsinnenminister Dr. Frick, Ministerpräsident Göring, Kultusminister Rust, Professor der Rechte Dr. Heckel-Bonn, Superintendent Schmula-Beuthen.
Gesinnungsgenossen befreien den NSDAP-Gauleiter für Tirol und Vorarlberg, Franz Hofer, aus dem Innsbrucker Gefängnis und fliehen mit ihm nach Italien. Er wird auf der Flucht von der Polizei angeschossen.
In Marienbad (Tschechoslowakei) wird der emigrierte deutsche Philosoph Theodor Lessing Opfer eines politisch motivierten Mordanschlags.

31.8.1933
NÜRNBERG: Dieser Tag ist den 19 anberaumten Sondertagungen vorbehalten. Er beginnt mit dem Vorbeimarsch der Hitler-Jugend am Deutschen Hof. Eröffnet wird der Kongreß in der Luitpoldhalle am Stadtrand von Nürnberg vor rund 16.000 Teilnehmern. Die Eröffnungsrede hält zunächst der „Stellvertreter des Führers“, Rudolf Heß, danach folgen Proklamation und Reden. Erst dann, nachdem solchermaßen die Spannung gesteigert wurde, hält Hitler die eigentliche Eröffnungsrede.
In Fulda endet eine am 29. August eröffnete Plenarkonferenz der deutschen katholischen Bischöfe. Die Oberhirten sprechen sich in einem Schreiben an den Vatikan für eine baldige Ratifizierung des Konkordats aus und bringen zugleich ihre Sorge um den Erhalt der katholischen Vereine und der Presse zum Ausdruck.
Der Stellvertreter Hitlers in der Partei, Pg. Heß, erläßt eine Anordnung, nach der die Erlaubnis zum Vertrieb von Gegenständen mit Symbolen der nationalsozialistischen Bewegung nur vom Reichsgeschäftsführer Bouhler erteilt werden kann. Es wird darauf hingewiesen, daß es Dienststellen verboten ist, Handelsgeschäfte zu treiben. Die Verwendung des Hoheitsabzeichens der NSDAP sowie von Namen und Symbolen der Bewegung für Geschäftsreklamen ist verboten.

In einem Erlaß des Preußischen Kultusministers Bernhard Rust , den er im Einvernehmen mit dem Reichsjugendführer Baldur von Schirach an die gesamte Unterrichtsverwaltung in Preußen gerichtet hat, kommt zum Ausdruck, daß im neuen Staat neben Elternhaus und Schule die Bünde, in erster Linie die Hitlerjugend, die bedeutsame Aufgabe haben, die Jugend zu voll bewußten Gliedern des neuen nationalsozialistischen Deutschlands zu erziehen.
Nach längeren Vorarbeiten ist es gelungen, die Kleingarten- und Kleinsiedlungsvereine in einer Gemeinschaft zu vereinigen. Bisher waren diese Vereine mit oft sehr großer Mitgliederzahl - um Berlin gibt es deren mehr als 100.000 - in verschiedenen Interessenverbänden zusammengeschlossen. Der Reichsbund der Kleingärtner und Kleinsiedler Deutschlands untersteht einem Reichsführer, zunächst ist Dr. Kammler beauftragt mit diesem Amt.
In Salzburg enden die am 28. Juli eröffneten Festspiele.

Der Kardinalstaatssekretär Eugenio Pacelli, der ab 1939 Papst Pius XII. wird, und Adolf Hitlers Stellvertreter Franz von Papen unterzeichnen in Rom das "Reichskonkordat". Von Pacelli in seiner Eigenschaft als Nuntius des Vatikan mit der Nazi-Regierung vorbereitet, und bei einem Besuch von Papens zusammen mit Hermann Göring am 10. April mit Pius XI persönlich besprochen, regelte dieser Vertrag die Beziehungen zwischen dem "Heiligen Stuhl" und dem Deutschen Reich. Das Konkordat wird auch heute noch für die Bundesrepublik Deutschland als gültig betrachtet. Links: Das Konkordat wird in Rom unterzeichnet (v. l., sitzend) der deutsche Vizekanzler Franz von Papen, Kardinal-Staatssekretär Eugenio Pacelli und Ministerialdirigent Rudolf Buttmann. Mitte: Der Erzbischof Cesare Orsenigo, päpstlicher Nuntius zu Deutschland, redet mit Hitler während eines formalen Empfangs in Berlin. Rechts: Hitler mit Reichsbischof Ludwig Müller und Abt Schachleiter, umgeben von Parteibossen.

Die Reichsautobahnen bildeten den Grundstein für das heutige Bundesautobahnnetz. Im September 1933 setzte Adolf Hitler den ersten Spatenstich.

Der "Heilige Rock" in Trier

Adolf Hitler in Neuschwanstein

Adolf Hitler in Neuschwanstein

Adolf Hitler in Neuschwanstein

Adolf Hitler in Neuschwanstein

Adolf Hitler in Neuschwanstein

Das Rheinhotel »Dreesen« in Rüngsdorf, einem Ortsteil des Bonner Stadtbezirks Bad Godesberg, auch heute noch ein beliebtes Reiseziel              

Beim Zionistenkongress am 21.8.33 planen die Juden ihren weltweiten Boykott gegen die Deutschen und organisieren die Lügenpropaganda              

Besuch des Reichskanzlers bei Reichspräsident von Hindenburg in Neudeck 1933. Die drei Kinder sind Hindenburgs Enkel. Am Jahrestag der Schlacht von Tannenberg (1914) schenkte die Staatsregierung dem greisen Reichspräsidenten zu Neudeck die Staatsdomäne Langenau und den Preußenwald, der die Forstreviere Habersdorf und Gunthen umfasste. Dieser Besitz sollte sich aber nur in der männlichen Linie vererben, sonst an den Staat zurückfallen.

Der 5. Reichsparteitag der NSDAP fand 1933 als "Parteitag des Sieges" traditionell in Nürnberg statt. Für diesen Parteitag gestaltete Nürnberg den Luitpoldhain um, Zeppelinwiese und Stadion wurden als Aufmarschplätze einbezogen. Das Reichsparteitagsgelände, hat mit einer Gesamtfläche von über 11 km² fast die Größe einer Kleinstadt. Es wies zum Zeitpunkt der Machtübernahme bereits drei Bauwerke auf: die 1906 errichtete Luitpoldhalle, das Gefallenendenkmal (Ehrenhalle) für die Soldaten des Ersten Weltkriegs und das 1928 vollendete Alte Stadion. Ob Bankdirektor oder Arbeiter - die Klassenzugehörigkeit der Teilnehmer haben in diesen aufregenden Tagen keine Rolle mehr gespielt. Man hat Menschen aus fernen Teilen des "Reiches" kennen gelernt, denen man normalerweise nie begegnet wäre. Die Bilder vermitteln einen Eindruck von der euphorischen Erregung, die während der Reichsparteitage in Nürnberg geherrscht haben muss. Männern und Frauen, denen gewiss keine NS-Nostalgie unterstellt werden kann, leuchten auch heute noch unwillkürlich die Augen, wenn sie ihre Erinnerungen an diese Tage schildern.

Hanns Oberlindober

Joseph Avenol

Fritz Thyssen

Rudolf Hess

Fritz Todt

Eugen Hadamovsky

Theodor Habicht

Otto Dietrich

Heinrich Held

John D. Rockefeller

Henry Ford

Erwin Metzner

Kurt Schumacher

Kurt Schmitt

Wilhelm Keppler

Alfred Wysocki

Walter Schuhmann

Richard Wagner

Richard Strauß

Karl Strölin

Leo D. Trotzki

Baldur von Schirach

Erich Hilgenfeldt

Benedikt Kreutz

Joachim von Winterfeldt-Menkin

Achim Gercke

Ernst Wilhelm Bohle

Gerhart Hauptmann

Hermann Rauschning

Robert Ley

Siegfried Kawerau

G. Krupp v. Bohlen und Halbach

Samuel Untermeyer

Edmund Heines

Fritz Ebert jun.

Ludwig Mies van der Rohe

Olaf Gulbransson

Herbert Norkus

Erich Koch

Otto Meissner

Oskar von Hindenburg

Heinrich Sahm

Sie können die einzelnen Bilder anklicken und die detailierten Ereignnisse dieser Zeit in der großen Chronik von 1933-45 nachlesen