Chronik des Nationalsozialismus Juli / August 1935

JULI 1935

1.7.1935
Der Präsident des Danziger Landtages, Wilhelm von Wnuck legt sein Amt nieder. Wnuck, Mitglied der NSDAP, begründet seinen Schritt mit dem "Mangel an Vertrauen in die Politik der Nationalsozialisten". Die Stadt Danzig steht unter der Verwaltung des Völkerbundes.
Erstmals wird der "Fliegende Kölner" ein Schnelltriebwagen der Reichsbahn, auf der Strecke Köln- Berlin eingesetzt. Der Zug bewältigt die Strecke in fünfeinhalb Stunden.
Der Reichsbund Vereinigung deutscher Druiden löst sich auf Druck der NS-Behörden auf.
Vor dem Unterhaus in London erklärt der britische Außenminister Anthony Eden das Scheitern seiner Vermittlungsbemühungen im italienisch-abessinischen Konflikt. Die italienisch-abessinische Schiedskommission des Völkerbundes nimmt im niederländischen Scheveningen ihre Arbeit auf. Die Vermittlungsbemühungen werden am 8. Juli ergebnislos abgebrochen.
In Italien wird der Bezug von verbilligten Benzingutscheinen für Touristen eingeführt. Beim Aufenthalt von 16 bis 90 Tagen beträgt die Benzinpreisermäßigung 80%.

2.7.1935
Der schweizerische Bundesrat verbietet in Bern die in der Schweiz erscheinenden deutschen Zeitungen "Der Stürmer", "Der Alemanne" und "Der Reichsdeutsche". Damit reagiert die Schweiz auf ein voraufgegangenes umgekehrtes Verbot der "Baseler Nachrichten" im Deutschen Reich.
Das "Frankfurter Volksblatt" veröffentlicht ein Urteil des Amtsgerichts Wetzlar, demzufolge einem Standesbeamten, der einer Jüdin und einem Arier das Aufgebot für die geplante Hochzeit verweigert hatte, Recht gegeben wurde.

3.7.1935
In Berlin trifft der polnische Außenminister Józef Beck zu einem zweitägigen Besuch ein. Bei den Gesprächen mit Adolf Hitler geht es um Fragen der europäischen Sicherheit.
In der Freien Stadt Danzig werden 26 Beamte verhaftet, die als Mitglieder der NSDAP öffentlich Kritik an der Partei geäußert haben.

4.7.1935
In einem Rundschreiben wendet sich das Kuratorium der »Adolf-Hitler-Spende« an deutsche Industriefirmen mit der Aufforderung, drei Promille der 1934 verausgabten Lohnsumme als Rüstungsabgabe zu spenden.

5.7.1935
Per Gesetz wird das Strafgesetzbuch im Deutschen Reich geändert. Nach den neuen Bestimmungen kann auch ein Angeklagter, auf den kein Paragraph des Strafgesetzbuches anwendbar ist, verurteilt werden.
Die abessinische Regierung wendet sich mit der Bitte an die USA, im italienisch-abessinischen Konflikt zu vermitteln. Die Vereinigten Staaten lehnen eine Intervention unter Hinweis auf die Arbeit des Völkerbundes ab.
In Washington unterzeichnet US-Präsident Franklin D. Roosevelt das sog. Wagner-Connery Gesetz, das den amerikanischen Unternehmern verbietet, Arbeiter am Eintritt in eine Gewerkschaft zu hindern.

6.7.1935
Alfred Rosenberg »Beauftragter des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP«, richtet auf dem Gautag Westfalen-Nord scharfe Angriffe gegen den Bischof von Münster, Clemens August Graf von Galen.
Das polnische Parlament verabschiedet in Warschau eine neue Wahlordnung, nach der der Staatspräsident nach Ablauf der Amtsperiode seinen Nachfolger selbst bestimmen kann.
Der Brite Fred Perry gewinnt das Wimbledon-Finale gegen Gottfried von Cramm 6:2, 6:4, 6:4. Cramm ist der erste Deutsche, der das Endspiel in diesem Tennisturnier erreicht hat.

7.7.1935
Vor 40 000 Zuschauern besiegt Max Schmeling im Berliner Poststadion in einem Schwergewichtskampf über 12 Runden den Spanier Paolino Uzcudun nach Punkten.

8.7.1935
Durch einen Erlaß des Reichserziehungsministeriums werden alle Studenten vor dem Eintritt in deutsche Universitäten zum Nachweis ihrer »arischen Abstammung« verpflichtet. Damit wird erstmals die Arierklausel aus dem Parteiprogramm der NSDAP auf eine staatlich geleitete Organisation übertragen.
In Berlin wird der Bau von mehreren Kriegsschiffen amtlich bekanntgegeben. Für 1936 sehen die Pläne den Bau eines Flugzeugträgers vor.

9.7.1935
In Berlin gibt das Reichsinnenministerium einen Erlass gegen die "Sterilisationshetze" heraus. Danach wird jede Kritik an dem Gesetz zur "Verhütung erbkranken Nachwuchses" unter Strafe gestellt.
Heinz Rühmann spielt die Hauptrolle in dem deutschen Film "Wer wagt - gewinnt" (Regie Walter Janssen), der in Berlin uraufgeführt wird.
In Moskau beschließt das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei einen Zehnjahresplan zum Ausbau der sowjetischen Hauptstadt. Der Plan sieht die Vergrößerung des Stadtgebietes um 32 000 ha auf 60 000 ha vor. Grund ist die rapide Bevölkerungszunahme Moskaus.

10.7.1935
Der österreichische Nationalrat verabschiedet das sog. Habsburgergesetz. Damit wird u.a. Mitgliedern der ehemaligen Königsfamilie, die 1919 aus Österreich ausgewiesen wurden, die Möglichkeit zur Rückkehr zugebilligt.
Die Regierung in Addis Abeba fordert in diplomatischen Noten an die Regierungen von Großbritannien, Belgien, Dänemark, Frankreich, Schweden und die Tschechoslowakei die Aufhebung des Waffenembargos gegen Abessinien. Das Land sei aufgrund der Bedrohung durch Italien zur Einfuhr von Waffen gezwungen.
Der Exekutivausschuß der britischen Quäker fordert Führer und Reichskanzler Adolf Hitler in London brieflich auf, "die Konzentrationslager aufzulösen und die getroffenen außerordentlichen Gewaltmaßnahmen aufzugeben".
Staatspräsident Ignacy Móscicki löst in Polen beide Häuser des Parlaments auf. Dieser Schritt war durch die Annahme eines neuen Wahlgesetzes notwendig geworden.

11.7.1935
Rumänien und die Türkei schließen ein Rückwanderungsabkommen, das ca. 10 000 in Rumänien lebenden Moslems innerhalb der nächsten zehn Jahre die Rückkehr in die Türkei ermöglicht. In Rumänien leben 234 000 Türken oder 1,3% der Gesamtbevölkerung von knapp 18 Mio. (1934).

12.7.1935
Die Sowjetunion und Belgien vereinbaren in Paris die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen, die 1917 nach der Oktoberrevolution abgebrochen worden waren.
Bei Zusammenstößen zwischen Mitgliedern der protestantischen Orangepartei und irischen Nationalisten anlässlich eines Straßenumzugs kommen in Belfast sieben Menschen ums Leben.
Jugoslawiens Regierung schließt ein Konkordat mit dem Vatikan. Danach erhält die katholische Kirche des Landes den gleichen Status wie die orthodoxe serbische Kirche und der Islam.

13.7.1935
Das badische Innenministerium löst in 45 Gemeinden den "Nationalsozialistischen Frontkämpferbund" (vor 1934: "Stahlhelm") auf. Die Maßnahme gegen die Organisation, in der ehemalige Soldaten des Ersten Weltkrieges organisiert sind, wird mit der vermehrten Aufnahme von Personen begründet, die "früher offen Gegner der nationalsozialistischen Bewegung" gewesen seien.
Richard Strauss tritt als Präsident der Reichsmusikkammer und als Vorsitzender des Berufsstandes der Deutschen Komponisten zurück. Hintergrund des Rücktritts ist die Affäre um Strauss' Oper "Die schweigsame Frau", für die der jüdische Dichter Stefan Zweig das Libretto geschrieben hat.
Im Deutschen Reich wird für landwirtschaftliche Betriebe mit einem Umsatz von mehr als 200 000 RM im Jahr oder einem Vermögen von 100 000 RM eine Buchführungspflicht eingeführt.
In Karlsruhe werden fünf Mitglieder des Studentenkorps "Saxo Borussia", die während einer Rundfunkrede Hitlers "auf einer Sektflasche blasend" ein Lokal betreten hatten, in ein Konzentrationslager überführt.

14.7.1935
Die USA und die Sowjetunion schließen ein gegenseitiges Handelsabkommen ab. Darin verpflichtet sich die UdSSR, in den nächsten zwölf Monaten Waren im Wert von 30 Mio. US-Dollar (74,1 Mio. RM) von den Vereinigten Staaten zu kaufen.
In Berlin wird eine Abordnung ehemaliger britischer Frontkämpfer, die sich zu einem fünftägigen offiziellen Besuch im Deutschen Reich aufhalten, begeistert empfangen.
Eine gemeinsame Massendemonstration von Kommunisten, Liberalen und Sozialisten in Paris anlässlich des französischen Nationalfeiertags ist der Auftakt zur Bildung einer antifaschistischen Volksfront in Frankreich.
Beim großen Automobilpreis von Belgien in Spa-Francorchamps feiern die beiden Mercedes-Fahrer Rudolf Caracciola (Erster) und Manfred von Brauchitsch einen deutschen Doppelsieg.

15.7.1935
Auf der Zeche "Adolf von Hansemann" in Lengede fordert ein Grubenunglück 10 Tote und über 30 Verletzte.
Im Anschluß an die Vorführung des schwedischen Spielfilms "Petterson und Bendel" im UFA-Theater am Kurfürstendamm kommt es zu Protesten und Pfeifkonzerten von Juden, weil im Film in einer Szene ein Jude verächtlich gemacht wird. Daraufhin kommt es auf dem Berliner Kurfürstendamm zu Ausschreitungen beherzter Berliner Bürger und SA-Männern gegen die Juden und deren Dreistigkeiten. Mehrere jüdische Passanten wurden verletzt und die Fensterscheiben eines jüdischen Lokals und einer Konditorei gingen zu Bruch. Die Schlägereien wurden von mehreren Einsatzwagen der Polizei beendet.

16.7.1935
Der preußische Ministerpräsident und Chef der Geheimen Staatspolizei, Hermann Göring, weist die preußischen Behörden an, strenger gegen oppositionelle Priester und ehemalige Zentrumspolitiker vorzugehen.
Der Berliner Polizeipräsident Magnus von Levetzkow ordnet in der Reichshauptstadt ein Demonstrationsverbot für die SA an. Damit reagieren die Behörden auf die Beteiligung der SA an den gewalttätigen Ausschreitungen gegen Juden auf dem Berliner Kurfürstendamm einen Tag zuvor.
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler ernennt den Vizepräsidenten des Reichstages Hanns Kerrl, zum Reichsminister für Kirchenfragen.
Der Vatikan protestiert in einer Note gegen die "Verletzung des Konkordats" im Deutschen Reich. Der Protest richtet sich gegen den zunehmenden Druck, den staatliche Stellen auf praktizierende Katholiken ausüben.

17.7.1935
Frankreichs Ministerpräsident Pierre Laval legt in Paris ein Notprogramm vor, durch das 11 Mrd. Franc im Staatshaushalt eingespart werden sollen.
In Stralsund werden zwei Juden in "Schutzhaft" genommen, die wenige Tage zuvor "arische" Mädchen geheiratet haben.
Die britischen Auto-Rennfahrer John Cobb, Rose Richards und Charles Dodson stellen in Salt Lake City (US-Bundesstaat Utah) einen Weltrekord im 24-Stunden-Fahren auf. Sie überbieten mit 5201,575 km die alte Bestmarke um fast 300 km.

18.7.1935
Auf Veranlassung der städtischen Behörden wird in Breslau für die Benutzung von Badeanstalten eine Sonderregelung erlassen: Vier der zwölf Bäder sind Juden verboten, in den anderen werden extra Eingänge und Badeplätze geschaffen.
Die deutsche Presse weist auf das zehnjährige Jubiläum des Buches »Mein Kampf« von Adolf Hitler hin, und gibt die bisherigen Verkaufszahlen mit 1,93 Millionen bekannt.
Die Rücktritte der griechischen Kriegs- und Landwirtschaftminister Georg Kondylis und Spyrios Theotokis führen zu einer Regierungskrise, in deren Folge das gesamte Kabinett von Ministerpräsident Panajotis Tsaldáris zurücktritt. Hintergrund der Krise sind unterschiedliche Auffassungen im Kabinett über eine Staatsreform.
In der Ufa-Filmkomödie "Amphitryon" von Reinhold Schünzel, der in Berlin uraufgeführt wird, sind Willy Fritsch, Käthe Gold und Paul Kemp in den Hauptrollen zu sehen.

19.7.1935
Auf Anweisung von Führer und Reichskanzler Adolf Hitler wird der Polizeipräsident von Berlin, Konteradmiral a.D. Magnus von Levetzkow, der im Zusammenhang mit den antisemitischen Ausschreitungen in Berlin heftig angegriffen worden ist, durch SA-Obergruppenführer Wolf Heinrich Graf von Helldorf ersetzt.
Das thüringische Innenministerium veranlaßt die Auflösung des nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpferbundes ("Stahlhelm") in den Regierungsbezirken Breslau, Liegnitz und Oppeln.
In Fort Lauderdale (US-Bundesstaat Florida) lynchen über 100 Angehörige des rassistischen Ku-Klux-Klan einen Schwarzen, der eine Weiße angegriffen haben soll.
Bei einer Großdemonstration gegen die am 17. Juli erlassenen Notverordnungen werden in Paris über tausend Teilnehmer verhaftet.

20.7.1935
Adolf Hitler besichtigt wieder einmal den Fortschritt der Arbeiten auf den Nürnberger Parteitagsgelände und spricht zu den Arbeitern über seine politischen Pläne.
Der neue Polizeipräsident von Berlin, Wolf Heinrich Graf von Helldorf ordnet die Schließung aller jüdischen Geschäfte auf dem Kurfürstendamm an.
Im Einvernehmen mit der Reichskulturkammer löst die Gestapo in Berlin die drei Artistenverbände "Die Internationale Artistenloge", "Der Internationale Zirkusdirektorenverband" und den "Berufsverband deutscher Artistik" wegen der "in ihnen tätigen staatsfeindlichen Elemente" auf.

21.7.1935
Gefährdung der Lebensgrundlagen des Danziger Hafens durch eine polnische Zollverordnung. Die Polnische Regierung hat durch eine Verordnung bestimmt, daß Zollämter auf dem Gebiet der Zolldirektion Danzig zur endgültigen Zollabfertigung nur diejenigen Auslandswaren annehmen dürfen, die für den Konsum der Freien Stadt Danzig bestimmt sind.
Beim Großen Preis von Belgien für Motorräder in Spa-Francorchamps siegt der deutsche Fahrer Arthur Geiß auf DKW in der Klasse bis 250 ccm.

22.7.1935
Auf Veranlassung von Reichsinnenminister Wilhelm Frick werden den katholischen Jugendverbänden alle sportlichen Aktivitäten, öffentliches Auftreten sowie das Tragen uniformähnlicher Kleidung verboten. Durch ihre Aktivitäten im Freizeitbereich waren die konfessionellen Verbände in Konkurrenz zur Hitlerjugend getreten.
Im Deutschen Reich wird kurzzeitig eine Nummer "Der Stürmer" beschlagnahmt. In einem Artikel war der Leiter der Reichskanzlei, Hans Heinrich Lammers, im Zusammenhang mit Angriffen auf Studentenkorps kritisiert worden.
In Gelsenkirchen wird das Hydrierwerk Scholven AG gegründet. Hier soll in Zukunft Kohle zu Benzin verflüssigt werden.

23.7.1935
Der Leiter des NSDAP-Gaus Franken, Julius Streicher, nennt während einer Rede in der Reichsführerschule in Nürnberg als Gründe für die fortschreitende Ausgrenzung von Juden aus dem öffentlichen Leben: "All das wird bei uns im Interesse der Juden gemacht, weil wir eben anständige Menschen sind."

24.7.1935
Zwischen den USA und dem Deutschen Reich führt die Weigerung des New Yorker Bürgermeisters Fiorello Henry La Guardia, einem Deutschen die Lizenz für einen Massagesalon zu erteilen, zu erheblichen diplomatischen Spannungen. La Guardia hat die Ablehnung mit der Behandlung US-amerikanischer Juden im Deutschen Reich begründet. LaGuardia, als Halbjude, stand immer auf der Seite der Feinde Deutschlands, und er arbeitete eng mit dem Führer des amerikanischen Macht- und Finanzjudentums zusammen.
Reichspropagandaminister Joseph Goebbels ernennt Hans Hinkel zum Leiter der Abteilung "Kulturpersonalien", die für die Überwachung aller "Kulturschaffenden" zuständig ist. Hinkel war bislang im Propagandaministerium als Sonderbeauftragter für die Überwachung der "geistig und kulturell tätigen Nichtarier" eingesetzt.
Im Tennis-Davispokal besiegt die USA die deutsche Mannschaft um Gottfried von Cramm in Wimbledon 4:1.

25.7.1935
In zahlreichen Veranstaltungen gedenkt Österreich des am 25. Juli 1934 ermordeten Bundeskanzlers Engelbert Dollfuß.
Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung ordnet an, daß ""nichtarische"" Schüler nicht mehr mit ihrer Schulklasse in Landschulheime fahren dürfen.
Der siebte Kongress der Kommunistischen Internationale (Komintern) beginnt in Moskau. 510 Delegierte aus aller Welt beraten bis zum 20. August 1935 über eine Volksfrontpolitik angesichts der sich verstärkenden faschistischen Bedrohung in Europa.
Der niederländische Ministerpräsident Hendrikus Colijn reicht in Den Haag seinen Rücktritt ein, nachdem Bemühungen der Regierung, die Abwertung des Gulden zu stoppen, gescheitert sind.
Die britische Regierung beschließt in London, "bis auf weiteres" weder Italien noch Abessinien mit Waffen zu beliefern.
In Berlin wird der Operetten-Film "Eva" mit Magda Schneider, Hans Söhnker und Hans Moser in den Hauptrollen uraufgeführt. Regie führt Johannes Riemann.

26.7.1935
Bei der Abfahrt des deutschen Schiffes »Bremen« kommt es in New York zu einer jüdisch organisierten antideutschen Demonstrationen. Im Verlauf dieser Aktionen, an denen mehrere tausend, vom Machtjudentum aufgehetzte Menschen teilnehmen, wird die Hakenkreuzfahne auf der »Bremen« heruntergerissen.
Bis zu einer gesetzlichen Regelung sollen die Standesbeamten Aufgebote und Eheschließungen, bei denen ein Teil Vollarier, der andere Volljude ist, zurückzustellen.
Aufgrund des neuen Fremdengesetzes muss in der Tschechoslowakei jeder Ausländer zur Bewilligung einer Aufenthaltsgenehmigung eine Gebühr bezahlen. Die Höhe richtet sich nach den Vermögensverhältnissen, dem Aufenthaltszweck und der Aufenthaltsdauer.

27.7.1935
Der Rabbiner und Zionistenführer Wladimir Jabotinski schreibt in „The Jewish Daily Bulletin": „Es gibt nur eine Macht, die wirklich zählt, das ist die Macht des politischen Druckes. Wir Juden sind die mächtigste Nation auf der Welt, weil wir die Macht besitzen und anzuwenden verstehen." Bereits im Januar 1934 appellierte er in einer jüdischen Zeitung: „Seit Monaten wird der Kampf gegen Deutschland von jeder jüdischen Gemeinde, auf jeder Konferenz, auf jedem Kongreß, in allen Gewerkschaften und von jedem Juden auf der ganzen Welt geführt. Wir werden einen geistigen und einen materiellen Krieg der ganzen Welt entfachen. [ . . . ] Unsere jüdischen Interessen verlangen die vollständige Vernichtung Deutschlands."                      





















28.7.1935
Der Belgier Romain Maes gewinnt die Tour de France vor Ambrogio Morelli aus Italien und dem Belgier Felicien Verwaecke.
Der Italiener Tazio Nuvolari gewinnt auf dem Nürburgring den Großen Preis von Deutschland vor Hans Stuck und Rudolf Caracciola (beide Deutschland).

29.7.1935
Zur Bekämpfung der Unruhen in der italienischen Kolonie Eritrea, die sich auf Grund der zugespitzten Lage im Abessinienkonflikt in den letzten Tagen gehäuft haben, führt die Regierung das Standrecht ein.
Anlässlich der Beisetzung des in der Vorwoche verstorbenen Sozialdemokraten Otto Glöckel kommt es in Weidling bei Wien zu Auseinandersetzungen zwischen Trauergästen und der Polizei. Mehr als 70 der rund 8000 Teilnehmer werden verhaftet.

30.7.1935
Großbritannien gewinnt durch einen 5:0-Sieg gegen die USA zum achten Mal den Daviscup.
Die belgische Regierung erlässt ein Ausbürgerungsgesetz. Hintergrund dieser Maßnahme sind die vom Deutschen Reich unterstützten Aktionen von Nationalsozialisten im deutsch-belgischen Grenzgebiet Eupen-Malmedy.

31.7.1935
Der Völkerbund tritt in Genf zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. Die Abgeordneten verhandeln über Lösungsmöglichkeiten im italienisch-abessinischen Konflikt.

Die jüdische Hetzkampagne gegen Deutschland ist schon vor den Nürnberger Gesetzen unerträglich

Die jüdische Hetzkampagne gegen Deutschland ist schon vor den Nürnberger Gesetzen unerträglich

Die jüdische Hetzkampagne gegen Deutschland ist schon vor den Nürnberger Gesetzen unerträglich

Die jüdische Hetzkampagne gegen Deutschland ist schon vor den Nürnberger Gesetzen unerträglich

Die jüdische Hetzkampagne gegen Deutschland ist schon vor den Nürnberger Gesetzen unerträglich

Britische Aristokraten als Anhänger nationalsozialistischer Ideen

Britische Aristokraten als Anhänger nationalsozialistischer Ideen

Britische Aristokraten als Anhänger nationalsozialistischer Ideen

Britische Aristokraten als Anhänger nationalsozialistischer Ideen

Britische Aristokraten als Anhänger nationalsozialistischer Ideen

Unity Valkyrie Mitford war die Tochter eines britischen Adligen, die zu einer überzeugten Nationalsozialistin und Verehrerin Adolf Hitlers wurde. An ihre Schwester Diana schrieb sie nach ihrem ersten Zusammentreffen mit Hitler: "Du kannst Dir vorstellen, wie ich mich fühle. Ich bin so glücklich [....] Ich glaube, daß ich das glücklichste Mädchen der Welt bin." Unity lebte fortan in München und warb für die NS-Weltanschauung. Linkes Bild: Adolf Hitler und Unity Mitford, bewundernd schaut die britische Aristokratentochter in dieser um 1937 im Englischen Garten in München entstandenen Aufnahme auf ihr Idol Adolf Hitler. Der Führer seinerseits schätzte Unity nicht nur wegen ihrer hervorragenden Kontakte in die britische Oberschicht, sondern auch als perfekte Arierin. Rechtes Bild: Unity steht am 23. Juni 1935 neben Gauleiter Julius Streicher auf dem Rednerpult des Frankentages.                 

Unity Valkyrie Mitford war die Tochter eines britischen Adligen, die zu einer überzeugten Nationalsozialistin und Verehrerin Adolf Hitlers wurde. An ihre Schwester Diana schrieb sie nach ihrem ersten Zusammentreffen mit Hitler: "Du kannst Dir vorstellen, wie ich mich fühle. Ich bin so glücklich [....] Ich glaube, daß ich das glücklichste Mädchen der Welt bin." Unity lebte fortan in München und warb für die NS-Weltanschauung. Linkes Bild: Adolf Hitler und Unity Mitford, bewundernd schaut die britische Aristokratentochter in dieser um 1937 im Englischen Garten in München entstandenen Aufnahme auf ihr Idol Adolf Hitler. Der Führer seinerseits schätzte Unity nicht nur wegen ihrer hervorragenden Kontakte in die britische Oberschicht, sondern auch als perfekte Arierin. Rechtes Bild: Unity steht am 23. Juni 1935 neben Gauleiter Julius Streicher auf dem Rednerpult des Frankentages.                 

AUGUST 1935

1.8.1935
Das Danziger Stadtparlament verfügt die Aufhebung der Zollgrenzen »zur Versorgung der Stadt«. Diese Maßnahme führt zu erheblichen Auseinandersetzungen mit Polen, dem Haupthandelspartner für Lebensmittel.
Die bayerische Polizei schreibt an die Polizeidirektion München, dass es keinerlei Anhaltspunkte über den Verdacht der Spionage der jungen Engländerin mit Unity Valkyrie Mitford gibt. Mitford soll tatsächlich eine begeisterte Nationalsozialistin sein.
In den Kurorten Freienwalde, Reinsberg, Bansin, Warnemünde und Lindau kommt es zu vereinzelten Übergriffen gegen rauchende Frauen. Mit Sprechchören wie: "Die deutsche Frau raucht nicht, die deutsche Frau trägt keine roten Haare" ziehen Angehörige der lokalen Hitlerjugend (HJ) durch die Straßen.

2.8.1935
Adolf Hitler verleiht der Stadt München offiziell die Bezeichnung »Hauptstadt der Bewegung«.
Reichskriegsminister Werner von Blomberg ordnet die Grußpflicht zwischen allen Angehörigen der Wehrmacht und den Uniformen tragenden politischen Leitern der NSDAP an.
Ernst Klein, langjähriger Auslandskorrespondent der "Baseler Nachrichten" in Berlin, wird aus dem Deutschen Reich ausgewiesen. In zahlreichen Pressekampagnen war Klein als "nichtarischer Österreicher" verunglimpft worden.

3.8.1935
Auf dem Essener Gautag kündigt Reichsinnenminister Wilhelm Frick an, die Judenfrage werde "langsam aber sicher auf vollkommen legalem Weg gelöst".
Die Großglockner-Hochalpenstraße, die eine Verbindung zwischen Brenner und Radstädter Tauern schafft, wird feierlich eröffnet.
Nach einer Flugstrecke von 1800 km bricht der sowjetische Pilot Sergei Lewanewskij in der Nähe von Leningrad den Versuch ab, von Moskau über den Nordpol nach San Francisco zu fliegen.

4.8.1935
Reichsminister Josef Goebbels erklärt in einer Rede auf dem Essener Gautag: Die Auslandspresse versuche immer wieder, aus den Gesundungserscheinungen des deutschen öffentlichen Lebens eine Krise zu machen (...), insbesondere, wenn es sich hierbei um Juden handle. Der Minister erinnerte hierbei an die jüdische Protestaktion anlässlich der Aufführung eines Films (in Berlin) und betonte, daß nunmehr der Augenblick gekommen sei zu sagen: 'Bis hierher und nicht weiter'. - Man werde in Deutschland nicht müde werden, das deutsche Volk über die Gefährlichkeit dieser internationalen Rasse aufzuklären. Auch Eheschließungen zwischen Deutschen und Juden würden in Zukunft nicht mehr geduldet werden.
Der Ehrenvorsitzende des Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpferbundes (Stahlhelm), August von Mackensen, teilt seinen Rücktritt von diesem Amt mit. Mit der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht sei das wichtigste "Kampfziel" des Stahlhelm verwirklicht.
Auf der griechischen Insel Kreta kommt es während eines Lohnstreiks zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Regierungstruppen.
In Washington protestiert der japanische Botschafter Saito gegen eine Karikatur des japanischen Kaisers Hirohito in der US-Zeitschrift "Vanity Fair". Die Zeichnung zeigt Hirohito vor einer Rikscha mit der Aufschrift "Friedenswagen".
In Berlin enden die zweitägigen Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften. Dabei erzielt Wilhelm Leichum mit 7,74 m einen deutschen Rekord im Weitsprung.

5.8.1935
Der Volksgerichtshof in Berlin verurteilt den ehemaligen Reichstagsabgeordneten der kommunistischen Partei, Albert Kayser, wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" zum Tode.
In einer erneuten Unterredung mit dem polnischen Botschafter Josef Lipski sucht Adolf Hitler wiederholt eine Einigung über Danzig zu erreichen.
Im New Yorker Stadtteil Harlem demonstrieren über 20.000 Menschen gegen das italienische Vorgehen im ostafrikanischen Abessinien.
Bei Cravent (Frankreich) stürzt das einzige französische Stratosphären-Flugzeug bei dem ersten Versuch ab, in einer Höhe von über 10.000 m zu fliegen.

6.8.1935
Der italienische Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini gibt die Aufstellung von weiteren 72.000 Mann für den bevorstehenden Krieg in Abessinien bekannt.
Papst Pius XI. beruft Monsignore Xaverio Ritter zum Apostolischen Nuntius in Prag. Nachdem der Posten des Nuntius zwei Jahre verwaist geblieben war, werden die Spannungen zwischen dem Vatikan und der Tschechoslowakei durch Ritters Ernennung beendet.
In mehreren Städten Frankreichs kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Kommunisten und Polizei. Hintergrund des Aufruhrs sind die von Ministerpräsident Pierre Laval angekündigten Sparmaßnahmen.

7.8.1935
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler empfing das Präsidium der Steuben-Gesellschaft (Gesellschaft zur Erinnerung an den ehemaligen preußischen Offizier Friedrich von Steuben, Generalstabschef Washingtons) von Amerika auf dem Obersalzberg zum Gespräch.
Adolf Hitler sendet ein Glückwunschtelegramm an den Großindustriellen Gustav Krupp von Bohlen und Halbach zu seinemm 65. Geburtstag.
In Danzig beenden die Regierungen der "Freien Stadt" und Polens einen mehrwöchigen Wirtschaftsstreit um die Festlegung der Zollgrenzen in Danzig.
Das Bundesorgan des Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpferbundes (Stahlhelm), "Der Stahlhelm", wird im Deutschen Reich verboten.
In einer Durchführungsverordnung zum Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses werden die Indikationen für Schwangerschaftsabbrüche festgelegt. Darin wird u.a. die soziale Indikation ausdrücklich abgelehnt.
In Berlin wird der deutsche Operettenfilm "Die blonde Carmen" uraufgeführt. Unter der Regie von Viktor Janson spielen Wolfgang Liebeneiner, Martha Eggerth und Ida Wüst die Hauptrollen.

8.8.1935
Auf Anordnung des Reichsinnenministers Wilhelm Frick, dürfen bis zu einer gesetzlichen Regelung die Standesbeamten Aufgebote und Eheschließungen, bei denen ein Teil Vollarier, der andere Volljude ist, nicht mehr annehmen.
Der österreichische Bundespräsident Wilhelm Miklas begnadigt in Wien vier SA-Mitglieder, die wegen Sprengstoffvergehen zum Tode verurteilt worden waren.
Die US-amerikanische Außenhandelsbank beschließt, Italien keine Kredite für Warenkäufe in den USA zu gewähren. Damit wird de facto für Italien der Ankauf von Kriegsmaterial unmöglich.
In der Nähe von Kairo kommt der italienische Minister für öffentliche Arbeiten Luigi Razza, zusammen mit sieben weiteren Insassen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Razza war zu einer Informationsreise nach Ostafrika gestartet.
In einem Ausscheidungskampf um die Box-Weltmeisterschaft besiegt der US-Amerikaner Joe Louis seinen Landsmann King Lewinsky durch technischen K. o. in der ersten Runde.

9.8.1935
Zum ersten Mal in der Geschichte Frankreichs versammelt Ministerpräsident Pierre Laval die Präfekten aller 90 Bezirke in Paris, um über zusätzliche staatliche Maßnahmen zur Sanierung des Staatshaushaltes zu verhandeln.
Die schweizerischen Bundesbehörden weisen fünf Antifaschisten aus der Schweiz aus, die Schriften gegen das italienische Vorgehen in Abessinien nach Italien schmuggeln wollten.
Die Geliebte des Führers, Eva Braun, bezieht mit ihrer Schwester Gretl eine Wohnung in der Münchener Widenmayerstraße 41, die Adolf Hitler bezahlt.
Im Kampf um den Europameister-Titel im Halbschwergewicht unterliegt der Deutsche Meister Adolf Witt dem Italiener Merlo Preciso über 15 Runden nach Punkten.

10.8.1935
Reichsinnenminister Wilhelm Frick weist die Standesämter im Deutschen Reich an, bis zur endgültigen gesetzlichen Regelung keine "arisch-jüdischen Mischehen" mehr zu schließen.
In Budapest werden die 6. Studenten-Weltmeisterschaften, die bis zum 18. August dauern, feierlich eröffnet.

11.8.1935
Das erste Mal nach seiner Stimmbandoperation am 23. Mai hält Adolf Hitler eine öffentliche Rede auf einer Massenkundgebung in Rosenheim, anlässlich des 15 jährigen Bestehens der Ortsgruppe, als erster größerer Ortsgruppe der NSDAP außerhalb Münchens. In seiner Rede erklärte er am Schluss: "... Daran glaube ich so unerschütterlich für die Zukunft, wie vor 15 Jahren an die heutige Zeit! Damals habe ich diese Fahne (Hakenkreuzfahne) geschaffenen und prophezeit, dass sie eines Tages über ganz Deutschland flattern wird. 15 Jahre sind vorbei und über ganz Deutschland flattern unsere Fahnen! Heute prophezeite ich weiter, dass in 500 Jahren diese Fahne das Herzblut der deutschen Nation geworden ist!"
Bei den Radsport-Weltmeisterschaften in der belgischen Hauptstadt Brüssel gewinnt der Deutsche Toni Merkens den Titel bei den Amateurfliegern.
Nach einem Streit wird der administrative Leiter der japanischen Armee, Teteuzan Nagata, von seinem Adjutanten erschlagen. Motiv für die Tat waren unterschiedliche Auffassungen in bezug auf das Vorgehen Japans in Mandschukuo.

12.8.1935
In Kapstadt fordert der Ministerpräsident der Südafrikanischen Union, Jan Christiaan Smuts, den Völkerbund auf, im italienisch-abessinischen Konflikt seiner Vermittlungspflicht nachzukommen. Versage der Völkerbund, "so wird die Folge eine Erschütterung des gegenwärtigen Systems innerhalb der zivilisierten Welt sein" und der Krieg auf andere afrikanische Staaten übergreifen.
Durch Überflutung einer Braunkohlengrube in Ribolla (Italien) kommen 14 Bergarbeiter ums Leben.
Deutschland sichert sich in Antwerpen überraschend den Titel des Rasen-Radball-Weltmeisters.

13.8.1935
Die Langstreckenfliegerin Elly Beinhorn legt die Strecke Gleiwitz - Istanbul mit Rückflug nach Berlin in 13 Stunden zurück.
In Berlin wird der unter der Regie von Carl Boese entstandene deutsche Film "Der Gefangene des Königs" uraufgeführt. In den Hauptrollen sind Paul Kemp und Michael Bohnen zu sehen.
In Frankreich einigen sich die kommunistischen und die sozialistischen Gewerkschaften auf die Bildung einer Einheitsgewerkschaft.
Ein Staudammbruch bei Orada (nördlich von Genua in Italien) führt zu einer Überschwemmungskatastrophe mit mehreren hundert Todesopfern.

14.8.1935
Der als "künstlerisch wertvoll" und "volksbildend" ausgezeichnete deutsche Film "Liebe geht - wohin sie will" wird in Berlin uraufgeführt. In diesem Liebes- und Heimatfilm spielen Maria Paudler und Kurt Skalden, der gleichzeitig auch die Regie führt, die Hauptrollen.
US-Präsident Franklin D. Roosevelt unterzeichnet in Washington ein neues Sozialversicherungsgesetz, das u.a. alten Leuten ab 65 eine Rente garantiert.

15.8.1935
Adolf Hitler befördert eigenhändig als einzigen seiner Regimentskommandeure im Ersten Weltkrieg, Oberstleutnant a. D. Freiherr Anton und Tubeuf zum Oberst.
In mehreren Städten Albaniens kommt es zu Unruhen. Die Aufrührer unter der Führung des ehemaligen Ministerpräsidenten Schefket Beg Vrlati fordern den Thronverzicht von König Achmed Zogu.

16.8.1935
Der österreichische Vizekanzler Ernst Rüdiger Starhemberg verbietet den gesamten Sportverkehr seines Landes mit dem Deutschen Reich. Als Grund führt er jüngste Angriffe des nationalsozialistischen Hetzblattes "Völkischer Beobachter" gegen Österreichs Regierung an.
In Berlin eröffnet Reichspropagandaminister Joseph Goebbels die 12. Deutsche Rundfunkausstellung.
Vertreter Frankreichs, Großbritanniens und Italiens treten in Paris zu einer dreitägigen Konferenz zusammen, um eine Lösung des italienisch-abessinischen Konfliktes auszuarbeiten.
In Budapest gründet sich die "Partei Nationalsozialistischer Ungarn". Parteimitglied kann nur ein Ungar mit mindestens zwei arischen, magyarischen Vorfahren werden.

17.8.1935
Die Berner Kantonal-Regierung entlässt den Philologie-Professor Walter Porzig aus dem Staatsdienst. Porzigs Mitgliedschaft in der NSDAP sei nicht vereinbar mit seinem Beamtenstatus.
Adolf Hitler besichtigt die Umbaumaßnahmen am Nürnberger Opernhaus, und ist enttäuscht von der Arbeit des Architekten Professor Schultze Naumburg. Hitler entlässt ihn auf der Stelle und besichtigt danach noch das Parteitagsgelände.
In Übereinstimmung mit der Gestapo erlässt der Sonderbeauftragte für die Überwachung der "geistig und kulturell tätigen Nichtarier" im Propagandaministerium, Hans Hinkel, Richtlinien für die Tätigkeit des Reichsverbandes der jüdischen Kulturbünde. Danach sind alle Veranstaltungen des Bundes als "geschlossen" zu betrachten und können nur mit besonderen Ausweisen besucht werden.
Im "Interesse der öffentlichen Sicherheit" wird die schlesische Bekenntnissynode, die offizielle Vertretung der evangelischen Kirche in Schlesien, vom Reichsministerium für kirchliche Angelegenheiten aufgelöst.
15.000 Werksangehörige der Adam Opel AG treten einen 14tägigen Urlaub auf dem Rhein auf Kosten des Automobilkonzerns an.
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gewinnt in München ein Länderspiel gegen Finnland 6:0.

18.8.1935
Das Reichsinnenministerium löst alle Freimaurerlogen auf, die bisher nicht selbst ihre Auflösung beschlossen haben, und beschlagnahmt ihr gesamtes Vermögen.
In der Sowjetunion beschließt die Regierung die Herabsetzung der Altersgrenze für Todesstrafen. Danach können nun Zwölfjährige hingerichtet werden.
In Berlin wird der 11. Internationale Strafrechts- und Gefängnis-Kongress eröffnet. Bei der sechstägigen Veranstaltung, an der Juristen aus 50 Staaten teilnehmen, werden Fragen der Gesetzgebung, Vorbeugung, Verwaltung und des Jugendrechts erörtert.
Zur Eröffnung der 23. Deutschen Ostmesse erklärt Reichswirtschaftsminister Hjalmar Schacht in Königsberg: "Es ist für die Führung unserer Wirtschaftspolitik unerläßlich, dass das Vertrauen in Deutschland als einen Rechtsstaat unerschüttert bleibt. Niemand in Deutschland ist rechtlos."
In Luxemburg kommt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zu einem 1:0-Erfolg gegen den Gastgeber.

19.8.1935
Auf der Funkausstellung in Berlin zerstört ein Großfeuer die Halle 4 und das Restaurant im Funkturm. Das Unglück fordert drei Todesopfer und richtet einen Sachschaden von insgesamt 1,5 Mio. RM an.
In Fulda beginnt die Konferenz der deutschen katholischen Bischöfe. Erstmals seit zwei Jahren wird wieder von den Kanzeln ein Hirtenbrief verlesen. Darin wird die staatliche Hetze gegen die Kirche und das Christentum verurteilt.
Reichsinnenminister Wilhelm Frick eröffnet in Frankfurt am Main den 2. Internationalen Kongress für Stadtreinigung, der bis zum 22. August dauert.
Durch einen erstmals eingesetzten Schnelltriebwagen der Deutschen Reichsbahn wird die Fahrzeit auf der Strecke Saarbrücken- Trier- Köln um 45 Minuten auf 3:45 h gesenkt.

20.8.1935
Von den zionistischen Führern in Deutschland gedrängt, beschloß der 19. Zionistenkongreß, der vom 20. August bis 3. September 1935 in Luzern stattfand, das gesamte Ha'avara-System der direkten Kontrolle dem zionistischen Exekutivkomitee zu unterstellen, dessen Aktien, die bisher von der Anglo-Palestine Bank gehalten wurden, entsprechend transferiert wurden. Im Jahre 1933 betrug der Wert der von der Ha'avara durchgeführten Transferoperationen 1.254.856 Mark. Im Jahre 1937 erreichten sie das Volumen von 31.407.501 Mark.
Der Staatsminister und bayerische Gauleiter Wagner erklärt die unkontrollierten antijüdischen Übergriffe der Bevölkerung damit, daß 80 Prozent des deutschen Volkes nach einer "Lösung der Judenfrage" im Sinne des NSDAP-Programms drängten.
Auf der S-Bahn-Baustelle am Brandenburger Tor ereignet sich ein schweres Unglück. Beim Einsturz eines Tunnels sterben 19 Arbeiter.
Südlich von Neapel richtet ein Wirbelsturm mit sintflutartigen Regenfällen schwere Verwüstungen an und fordert über zehn Todesopfer.
Die Richard-Strauß-Oper "Die schweigsame Frau" wird auf Anordnung des Propagandaministeriums im ganzen Deutschen Reich verboten.
Im abessinischen Konsulat in Berlin melden sich tausende von Deutschen, die freiwillig in die abessinische Armee eintreten wollen.
Der US-amerikanische Wissenschaftler Herbert McLean Evans isoliert erstmals erfolgreich ein reines Vitamin-E-Kristall.

21.8.1935
Der Schwiegersohn des italienischen Duce und Staatspräsidenten Benito Mussolini, Galeazzo Graf Ciano, wird als Fliegergeneral nach Ostafrika einberufen. Zum Nachfolger Cianos im Amt des Propagandaministers wird Dino Alfieri ernannt.
Erstmals vollstreckt in der estländischen Hauptstadt Reval ein zum Tode Verurteilter das Urteil selbst. Der des Mordes überführte Paul Voigemast hatte entsprechend dem neuen Strafrecht statt Hängen einen Giftbecher gewählt.
Der US-Senat in Washington nimmt eine Gesetzesvorlage an, durch die die Regierung ermächtigt wird, Waffenausfuhrverbote gegen alle kriegführenden Staaten zu erlassen.

22.8.1935
Reichserziehungsminister Bernhard Rust hebt die Pflicht zur Teilnahme an Schulgottesdiensten auf.
Die Operette "Ein Kaiser ist verliebt" von Walter Kollo wird am Deutschen Nationaltheater Osnabrück uraufgeführt.
"Die Werft zum grauen Hecht", ein deutscher Film von Frank Wisbar mit Marianne Hoppe in der Hauptrolle, hat in Berlin Premiere.
Im kalifornischen Santa Rosa gehen über 200 sog. Vigilanten gewaltsam gegen angeblich kommunistische Saisonarbeiter vor. Zahlreiche "Kommunisten" werden entführt, nach willkürlichen "Volkstribunalen" kahlgeschoren bzw. geteert und gefedert.

23.8.1935
"Der Stürmer" gibt zum Reichsparteitag eine Sondernummer heraus, betitelt: 'Menschenmörder von Anfang an'. - In dieser Ausgabe sind die jüdischen Revolutionen vom Altertum bis zur Jetztzeit und insbesondere der Marxismus von Karl Marx bis zur 'Komintern' erschöpfend behandelt.
Vor dem Internationalen Strafrechts- und Gefängniskongress in Berlin bezeichnet Propagandaminister Joseph Goebbels die Einrichtung von Konzentrationslagern im Deutschen Reich als "Akt der Notwehr".
Berlin erlebt die Uraufführung des deutschen Films "Episode". Paula Wessely spielt unter der Regie von Walter Reisch die Hauptrolle.
In der abessinischen Hauptstadt Addis Abeba ergeht ein Aufruf an alle Männer zwischen 15 und 80 Jahren, sich für den Krieg gegen Italien bereitzuhalten.

24.8.1935
Die Revue "Runter mit'n Zylinder" von Carl Bretschneider und Rudi Raller wird an den Panorama-Künstlerspielen in Leipzig uraufgeführt.

25.8.1935
10.000 Zuschauer besuchen das erste Thingspiel im Gau Düsseldorf. Bei Schloß Burg wird das Stück »Deutsche Passion 1933« von Richard Euringer gespielt.
Beim Großen Preis der Schweiz in Bern siegt der deutsche Fahrer Rudolf Caracciola vor dem Italiener Luigi Fagioli, beide auf Mercedes Benz.
In einem Interview kündigt der Duce und Ministerpräsident Benito Mussolini den Austritt Italiens aus dem Völkerbund für den Fall an, dass gegen sein Land vom Völkerbund moralische Sanktionen beschlossen würden.
Der US-amerikanische Botschafter in Moskau, William C. Bullitt, überreicht der sowjetischen Regierung eine Protestnote, in der die USA gegen die Beschlüsse des in Moskau tagenden Komintern protestieren, nach denen in Zukunft US-amerikanische Gewerkschaften "systematisch zu infiltrieren" seien.

26.8.1935
In Berlin wird der deutsche Film "Stradivari" von Geza von Bolvary uraufgeführt. In den Hauptrollen sind Gustav Fröhlich und Sybille Schmitz zu sehen.
Luxemburg und die Sowjetunion nehmen diplomatische Beziehungen zueinander auf.

27.8.1935
Der deutsche Gesandte in Wien, Franz von Papen, beschwert sich beim österreichischen Außenminister Egon Berger-Waldenegg über die in letzter Zeit vermehrten Presseanwürfe gegen das Deutsche Reich.
Der Präsident der Reichsschrifttumskammer, Hans Friedrich Blunck, ordnet aus Kontrollgründen die Meldepflicht für alle Werks- und Vereinsbüchereien an.

28.8.1935
Im jugoslawischen Bled treffen die Mitglieder der Kleinen Entente, Jugoslawien, Rumänien und die Tschechoslowakei, zu viertägigen Konsultationen zusammen.
Papst Pius XI. bezeichnet in einer Rede in Rom den bevorstehenden Krieg in Abessinien als "Eroberungskrieg", der in "unseren Augen ein ungerechter Krieg ist".

29.8.1935
Die belgische Königin Astrid verunglückt bei einem Autounfall in Küßnacht tödlich. König Leopold auf einer Straße bei Küssnacht am Rigi am Ufer des Vierwaldstättersees die Kontrolle über seinen Wagen und stürzte die steile Uferböschung hinunter. Die Königin wurde beim Unfall aus dem Wagen und gegen einen Baum geschleudert. Sie starb noch in den Armen des Königs an einer schweren Kopfverletzung.
Auf dem Frankfurter Flughafen legt der deutsche Eberhard Dummbeil in einem propellerbetriebenen Muskelflugzeug eine Strecke von 195 m zurück.

30.8.1935
Der deutsche Film "Ich liebe alle Frauen" mit Jan Kiepura in der Hauptrolle wird in Berlin uraufgeführt. Regie führt Carl Lamac.
In Paris erlässt der zuständige Polizeipräfekt Verordnungen zum Lärmschutz. Unter anderem werden Nachtfahrten von schweren Motorrädern verboten.

31.8.1935
US-Präsident Franklin D. Roosevelt unterzeichnet das erste sog. Neutralitätsgesetz. Das Neutralitätsgesetz verbot Amerikanern, in internationalen Auseinandersetzungen Waffen an die Kontrahenten zu liefern. Rohstofflieferungen, wie Stahl oder Öl, blieben erlaubt.
Völlig überraschend schließt der abessinische Kaiser Haile Selassie I. einen Vertrag mit der US-amerikanischen "African Exploitation and Development Corporation" ab. Darin wird der Firma die Ausbeutung der Bodenschätze in einem großen Teil Abessiniens zugesichert.
In einem Halbschwergewichtskampf besiegt der Deutsche Meister Adolf Heuser den Italiener Vittorio Livan im Berliner Sportpalast nach Punkten.

Typ Bauart Opel 1,2 Liter
Baujahr 1931 - 1935
Motorvarianten 1,2 Liter
Verbrennungsart Otto
Zylinderzahl/Anordnung 4/Reihe
Zylinderkopf/Motorblock Grauguß
Hubraum cm3 1186
Bohrung x Hub mm 65 x 90
Leistung PS/min-1 23/3200
Drehmoment Nm/min-1 65/1700
Ventilsteuerung seitlich stehend
Schmierung öldruckumlauf
Kühlsystem Wasserkühlung
Zündsystem/Bordspannung
Batterie/6 V/62,5 Ah

die sozialen Errungenschaften im Deutschen Reich waren einzigartig und es gab auf der ganzen Welt nichts Vergleichbares

Rudolf "Karratsch" Caracciola

Käthe Gold

Willy Fritsch

Paul Kemp

Graf von Helldorf

Hans Heinrich Lammers

Albert Kayser

Elly Rosemeyer-Beinhorn

Carl Boese

Ernst Rüdiger Starhemberg

Hans Hinkel

Die deutsche Antwort auf die jüdischen Hetzkampagnen und den Boykottaufruf               

Sie können die einzelnen Bilder anklicken und die detailierten Ereignnisse dieser Zeit in der großen Chronik von 1933-45 nachlesen