Chronik des Nationalsozialismus Juli / August 1936

JULI 1936

1.7.1936
An kinderreiche Minderbemittelte werden zusätzliche staatliche Unterstützungsgelder gezahlt.
Die neuen Tarife der deutschen Haftpflicht- und Kaskoversicherung treten in Kraft. Unabhängig davon, ob ein Kraftfahrer an dem Unfall schuld ist oder nicht, muss er zukünftig bei einem Schadensfall mindestens die Hälfte der Jahresprämie einer Haftpflichtversicherung selbst tragen.
Vor der Völkerbundsversammlung in Genf schlägt der britische Außenminister Anthony Eden die Aufhebung der Sanktionen gegen Italien vor und fordert, dass die Annexion Abessiniens (Äthiopien) durch Italien in keiner Weise anerkannt werden dürfe.

2.7.1936
Im Dom zu Quedlinburg findet die Reichsfeier zum 1000. Todestag des deutschen Königs Heinrich I. statt.
Das Luftschiff "Hindenburg" erreicht den New Yorker Luftschiffhafen Lakehurst in Rekordzeit. Für die Strecke Frankfurt - New York benötigt es 51:29 Stunden.
Das deutsche Statistische Reichsamt meldet eine Steigerung des Fremdenverkehrs aus dem Ausland. Danach wurden im Mai 1936 120.000 ausländische Touristen im Deutschen Reich gezählt, was einer Steigerung gegenüber dem Vergleichsmonat des Jahres 1935 um 35% entspricht.
Die Armeekommission des französischen Senats befaßt sich mit einer Erweiterung der östlichen Befestigungsanlagen (Maginot-Linie). Es wird der Bau von Befestigungsanlagen an der Grenze zur Schweiz erwogen, um eine Umgehung der Maginot-Linie durch Angreifer zu verhindern.
Das US-amerikanische Schatzamt schließt das Haushaltsjahr 1935/36 mit einem Defizit von 5,9 Milliarden Dollar (rund 14,7 Milliarden Reichsmark/RM). Damit sind die Staatsschulden der Vereinigten Staaten auf 33,9 Milliarden Dollar (rund 84,2 Milliarden RM) gestiegen.
Gegen den Vorwurf der Schwäche, den die Konservative Partei gegen ihn erhoben hat, wendet der britische Premierminister Stanley Baldwin ein, die Regierung habe sich im italienisch-abessinischen Krieg vorsichtig verhalten, um Großbritannien vor einem Krieg zu bewahren. Im übrigen sei die britische Regierung bemüht, Frankreich und das Deutsche Reich miteinander zu versöhnen, um den Frieden in Europa zu erhalten.

3.7.1936
Adolf Hitler begibt sich nach Weimar, wo eine mehrtägige Erinnerungsfeier an dem vor zehn Jahren dort abgehaltenen I. Reichspartei tag der NSDAP beginnt. Um 17 Uhr spricht er bei einem Staatsempfang im Schloss. Auf die zahlreichen Treukundgebungen antwortet der Führer: "Der Glaube der wenigen von damals ist heute der Glaube des ganzen deutschen Volkes geworden".
Die österreichische Bundesregierung erlässt ein Gesetz, das die Leistungen an Personen regelt, die bei der in Bankrott gegangenen Versicherungsgesellschaft "Phönix" versichert waren. Danach werden die 300.000 Versicherungsverträge einer Pauschalregelung zugeführt. Die Erfüllung der Prämienverträge wird um zwei bis fünf Jahre hinausgeschoben, im Sterbefall wird die Prämie sofort ausgezahlt.
Der britische Tennisspieler Fred Perry besiegt den Deutschen Gottfried von Cramm im Endspiel um die inoffizielle Tennis-Weltmeisterschaft in Wimbledon.

4.7.1936
Bei der Zehnjahresfeier des Weimarer NSDAP-Parteitages äußert sich Führer und Reichskanzler Adolf Hitler über das Wesen der NSDAP-Parteitage. Bei Weimarbesuchen des Führers wurde der Markt als Aufmarschplatz genutzt. Die Weimarer Bevölkerung versammelte sich und stimmte Sprechchöre an: "Lieber Führer, bitte, bitte, lenk auf den Balkon die Schritte." Wegen Baufälligkeit wurde das Hotel Elephant 1937 bis auf die Grundmauern abgerissen und durch ein neues Gebäude ersetzt. Den Auftrag erhielt Hermann Giesler, der als Architekt des Gauforums in besonderen Gunsten Adolf Hitlers stand. Der Elephant sollte das modernste Hotel seiner Zeit werden. Die Verwendung von Marmor und deutschen Edelhölzern unterstrich seinen repräsentativen Charakter. Das volkstümliche Restaurant Elephanten-Keller im Gewölbe des Hauses wurde in Anlehnung an altgermanische Formen gestaltet. Der Balkon zur Marktseite war auch als Rednertribüne vorgesehen, baulich durch Fahnenstangen und das Relief des Reichsadlers hervorgehoben. Zum Garten hin wurde im 1. Stock eine Suite nach den individuellen Wünschen Adolf Hitlers gestaltet, die nicht von anderen Hotelgästen benutzt wurde. Auf dem linken Bild sehen wir Hitler am 4.Juli 1936 am Fenster des Hotels Elephant. Rechtes Bild: 1938 nach dem Hotelumbau.                 


Der Völkerbund befaßt sich in Genf mit dem Bericht des Völkerbundskommissars für Danzig, Sean Lester, in dem auf einen unterlassenen Besuch der Offiziere des deutschen Kreuzers »Leipzig« bei Lester genauso verwiesen wird wie auf die jüngst erfolgten Unruhen in der Freien Stadt. Als Reaktion darauf fordert der Senatspräsident von Danzig, Arthur Greiser, die Prüfung des Verhältnisses Danzigs zum Völkerbund und Abschaffung des Völkerbundskommissariats für Danzig.
Die US-Amerikanerin Helen Jacobs gewinnt das Damenfinale beim Tennisturnier von Wimbledon gegen Hilde Sperling-Krahwinkel.
Auf einer Konferenz über Flüchtlingsfragen in Genf wird eine vorläufige Konvention über Flüchtlinge aus dem Deutschen Reich beschlossen.

5.7.1936
Die in Palästina ansässigen Ausländer unterbreiten dem britischen Oberkommissar, Sir Arthur Wauchope, einen Friedensvorschlag zur Beilegung des Konflikts zwischen Arabern und Juden. Darin ist ein vorübergehendes Einwanderungsverbot für Ausländer und die Einstellung der Streiks durch die Araber vorgesehen.
In der Schweiz "streiken" die Kraftfahrzeugbesitzer um gegen den geplanten Alkoholbeimischungszwang zum Treibstoff zu protestieren.

6.7.1936
Die Sanktionskonferenz des Völkerbunds beschließt in Genf, die Wirtschaftssanktionen gegen Italien wegen der Annexion Abessiniens (Äthiopiens) am 15. Juli zu beenden.
Nach viermonatiger Untersuchung fällt das japanische Kriegsgericht in Tokio die Urteile gegen die Offiziere und Soldaten, die am Aufstand vom 26. Februar beteiligt waren. 17 Offiziere werden zum Tode verurteilt, zwei Angeklagte erhalten lebenslängliche Haftstrafen.

7.7.1936
Die britische Abordnung legt auf der Konferenz über die Neuregelung der Meerengenfrage in Montreux, bei der vor allem das Durchfahrtsrecht von Kriegsschiffen durch die Dardanellen und den Bosporus strittig ist, einen veränderten Entwurf der türkischen Vorschläge vom 22. Juni vor. Danach soll die Durchfahrt von Kriegsschiffen vollständig frei sein.

8.7.1936
In Frankfurt am Main wird der Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main eröffnet.
Durch das Reichskommissariat für Preisüberwachung werden im Deutschen Reich für die Zeit der Olympischen Sommerspiele Verordnungen erlassen, die Preissteigerungen - besonders bei der »Beherbergung von Gästen aus Anlaß der Olympischen Spiele« - verbieten.

9.7.1936
Der deutsche Reichswirtschaftsminister Hjalmar Schacht fordert die Industrie zur verstärkten Zeichnung der Reichsanleihe auf.
Das Reichsgesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre vom 17. September 1935 hat nach einem Bericht des deutschen Reichsjustizministeriums "in der strafrechtlichen Praxis schon segensreiche Bedeutung erlangt". Eine Reihe von Gründen spreche dafür, das Verbot des außerehelichen Verkehrs zwischen Juden und Ariern nicht auf den Beischlaf zu beschränken.
Reichspropagandaminister Joseph Goebbels ordnet für die NSDAP im ganzen Deutschen Reich eine Versammlungsruhe vom 1. August bis zum 7. September 1936 an.

10.7.1936
Die britische Mittelmeerflotte wird um 18 Kriegsschiffe verkleinert.
Das erste deutsche Erbhofdorf, Riedrode in Hessen, wird seiner Bestimmung übergeben.
In München hat der Film "Straßenmusik" mit Karl Valentin und Liesl Karlstadt Premiere. Regie führte Hans Deppe.

11.7.1936
Der deutsche Reichspropagandaminister Joseph Goebbels verliest im deutschen Rundfunk die amtliche Erklärung über ein Freundschaftsabkommen (Juliabkommen), das zwischen dem Deutschen Reich und Österreich abgeschlossen worden ist.
Das deutsche Kriegsministerium ordnet an, daß Juden nicht zur Wehrmacht einberufen werden dürfen.
Der deutsche Reichsjugendführer Baldur von Schirach erläßt eine Anordnung für das deutsche Jungvolk in der Hitlerjugend. Darin werden die Grenzen der Beanspruchung für die 10- bis 14jährigen bei HJ-Veranstaltungen festgelegt.

12.7.1936
Nach einem Erlass des deutschen Reichspostministers Paul Freiherr Eltz von Rübenach sollen künftig die Wünsche der Briefmarkensammler - was die Abstempelung von Sammlermarken betrifft - besonders berücksichtigt werden. Grundsätzlich soll die Marke nur von einem Stempelabdruck getroffen werden, der das Markenbild lediglich zu einem Drittel bedecken darf.
Ein Gesetz über die Vorführung ausländischer Filme im Deutschen Reich überträgt dem Propagandaministerium die alleinige Entscheidungsbefugnis über die Vorführungszulassung.
Eröffnung des Konzentrationslagers Sachsenhausen in der Provinz Brandenburg. Lagerkommandant wird SS-Obersturm- bannführer Karl Koch.

13.7.1936
In Berlin wird die Zentralstation des Olympia-Weltsenders fertiggestellt. Durch die zur Zeit größte Rundfunkübertragungs- anlage im Deutschen Reich können 30 Sender gleichzeitig bedient werden.
In Madrid wird der Führer der spanischen Monarchisten, José Calvo Sotelo, ermordet. Als Motiv wird ein Racheakt für die Ermordung eines Polizisten durch Rechtsradikale in der Nacht zuvor angenommen. Da Unruhen befürchtet werden, lässt die spanische Regierung das anarcho-syndikalistische Parteihaus in Madrid und die Klubs der Monarchisten schließen.

14.7.1936
Die italienische Regierung plant, drei Divisionen aus der nordafrikanischen Kolonie Libyen abzuziehen.
In Österreich sollen in der nächsten Zeit keine politischen Prozesse statt finden; außerdem soll das für diesen Sommer erlassene Versammlungsverbot für die Woche bis zum 19. Juli gelockert werden, um der Vaterländischen Front die Möglichkeit zu geben die Bevölkerung über das Abkommen mit dem Deutschen Reich zu informieren.
Wegen zu hoher Kosten wird in Florida in den USA der Bau des Florida-Kanals eingestellt.

15.7.1936
In einer Note an den österreichischen Bundeskanzler Kurt Schuschnigg bezüglich des deutsch-österreichischen Abkommens (sog. Juliabkommen) begrüßt Erzbischof Theodor Innitzer "mit aufrichtiger Freude und ehrlicher Genugtuung dieses Werk des Friedens".
Die gesamte Bevölkerung Großbritanniens soll mit Gasmasken ausgerüstet werden.

16.7.1936
Bei dem Antrittsbesuch des neuen italienischen Generalkonsuls in der Freien Stadt Danzig, Amadeo Ponzone, begrüßt der Danziger Senatspräsident Arthur Greiser Ponzone als Vertreter des Königreichs Italien und des Kaiserreichs Abessinien (Äthiopien), was einer Anerkennung der italienischen Annexion Abessiniens gleichkommt.
In Spanien verlängert die ständige Kommission des spanischen Landtags wegen der andauernden Unruhen den Alarmzustand im Lande um einen Monat.
Adolf Hitler telegrafiert von Berchtesgaden aus an den englischen König Eduard VIII., auf den am gleichen Tag nach einer Truppenparade im Londoner Hydepark ein Anschlag versucht worden war.

17.7.1936
Ein Militärputsch in Spanisch-Marokko unter der Führung des Befehlshabers der Kanarischen Inseln, Francisco Franco, ist der Beginn des Spanischen Bürgerkriegs. Der Bürgerkrieg wurde zwischen der demokratisch gewählten Volksfrontregierung der Zweiten Spanischen Republik und den rechtsgerichteten Putschisten unter General Francisco Franco ausgetragen. Er endete mit dem Sieg der Anhänger Francos, der bis zu seinem Tode 1975 in Spanien regiert.
Die Siemens AG bietet Kühlschränke von 60 bis 300 l Nutzraum ab 295 Reichsmark an.
Die französische Deputiertenkammer stimmt mit 484 gegen 85 Stimmen für den Gesetzentwurf über die Nationalisierung der französischen Rüstungsindustrie.

18.7.1936
In Berlin wird die große Ausstellung »Deutschland« eröffnet (Dauer bis zum 23. 8.).
In zahlreichen Städten Spaniens bricht der Aufstand der Militärs aus.

19.7.1936
Die Bayreuther Festspiele werden mit einer Aufführung des "Lohengrin" von Richard Wagner eröffnet. Dirigent ist Heinz Tietjen und die Hauptrollen des Lohengrin spielt Franz Völker und die Elsa wird von Maria Müller dargestellt. Adolf Hitler hält nach der Aufführung an die Künstler auf der Bühne eine kleine Ansprache. Die Wagner-Festspiele sind wegen der Olympischen Spiele in zwei Abschnitte getrennt: Sie dauern vom 19. bis zum 30. Juli und vom 18. bis zum 31. August.
Der spanische Ministerpräsident Santiago Casares Quiroga gibt den Rücktritt seines linksrepublikanischen Kabinetts bekannt.

20.7.1936
In Montreux wird der neue Meerengenvertrag unterzeichnet. Direkt nach der Unterzeichnung des Abkommens marschieren türkische Truppen in die Meerengenzonen der Dardanellen und des Bosporus ein.
Im antiken Stadion von Olympia auf der Peloponnes wird das olympische Feuer entzündet.

21.7.1936
Der Volksgerichtshof verurteilt einen Wirtschaftsredakteur der «Berliner Börsen-Zeitung» wegen Weitergabe von Presseanweisungen als Landesverräter zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe.
Adolf Hitler sendet an das griechische olympische Komitee folgendes Telegramm: "Ich danke für die Meldung vom Start der olympischen Fackel. Möge sie glücklich in Berlin eintreffen und hier alsbald die olympische Flamme entzünden die der XI. Olympiade zu erfolgreichem Verlauf leuchten soll."
In Berlin hat der Spielfilm "Der Kaiser von Kalifornien" Premiere. Luis Trenker führte Regie und spielt auch die Hauptrolle.

22.7.1936
Ein Abgesandter des spanischen Putschgenerals Francisco Franco, bittet um die militärische und finanzielle Hilfe des Deutschen Reiches.
Die USA, England und Frankreich entsenden Kriegsschiffe nach Spanien, um ihre Staatsangehörigen dort zu schützen.
Der Moskauer Rundfunk richtet einen Aufruf an die Bevölkerung Spaniens und fordert sie auf, sich zu bewaffnen und den Aufständischen stärksten Widerstand zu leisten.
Im Haus Wahnfried empfängt Führer und Reichskanzler Adolf Hitler den japanischen Militärattache, General Oshima, zu einem Gespräch über militärische Zusammenarbeit und gibt an gleicher Stelle auch noch einen Künstlerempfang.
Bei dem Versuch, die Eiger-Nordwand in den Berner Alpen zu besteigen, kommen zwei deutsche und zwei österreichische Alpinisten ums Leben.
In München werden die Wagner- und Mozart-Festspiele eröffnet, die bis zum 31. August stattfinden.

23.7.1936
Auf Beschluss der deutschen Reichsregierung wird die bisherige Gesandtschaft im abessinischen Addis Abeba in ein Generalkonsulat umgewandelt. Abessinien wird zum Bestandteil von Italienisch-Ostafrika.
Während einer Zusammenkunft von Regierungsvertretern Frankreichs, Belgiens und Großbritanniens einigen sich die drei Locarno-Pakt-Staaten darauf, Italien und das Deutsche Reich zu einer Konferenz aller Staaten einzuladen, die 1925 den "Locarno-Pakt" zur
Sicherung des europäischen Grenzverlaufs unterzeichnet haben.
Im nordspanischen Burgos wird eine provisorische "nationale" Regierung unter dem Vorsitz des
aufständischen Generals Miguel Cabanellas gebildet.












24.7.1936
Zum Schutz der deutschen Staatsangehörigen in Spanien« laufen die deutschen Panzerschiffe »Admiral Scheer« und »Deutschland« aus. Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler entscheidet sich nach einem Hilfeersuchen des Generals Franco aus politischen Erwägungen für ein deutsches Eingreifen in den Spanischen Bürgerkrieg. Er möchte vermeiden, dass neben dem volksfrontregierten Frankreich auch Spanien Anlehnung an die Sowjetunion suchen könnte, was ihm jede Freiheit für Europa schwinden ließ. Bis 1939 sollen jeweils ca. 6000 deutsche Soldaten, die laufend ausgewechselt werden, auf Francos Seite im Spanischen Bürgerkrieg kämpfen. Es waren aber auch 5.000 Deutsche als Gegner in den Roten Brigaden.              
























Amnestie für rund 20.000 Nationalsozialisten in Österreich; in der Folge auch Rückführung von rund 10.000 nach dem Putsch von 1934 in das Reich geflüchtete Nationalsozialisten.
Bei der Firma Auto-Union in Spandau treten 600 Arbeiter in den Streik, um gegen Lohnkürzungen zu protestieren.
Aufgrund der Gerüchte über Waffenlieferungen Frankreichs an die spanische Regierung, entrüstet sich die konservative Presse gegen die Regierung Léon Blum.

25.7.1936
Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler ernennt den Gesandten in Wien, Franz von Papen, aus Anlaß des deutsch-österreichischen Vertragsabschlusses vom 11. Juli zum »außerordentlichen und bevollmächtigten« Botschafter in Wien.
Nach schweren Kämpfen nördlich der spanischen Hauptstadt Madrid wird ein Angriff aufständischer Truppen unter der Führung General Emilio Molas durch Regierungstruppen zurückgeschlagen.
Der Regierungsrat des schweizerischen Kantons Bern verbietet - unter dem Eindruck des Bergunglücks vom 22. Juli, bei dem zwei Deutsche und zwei Österreicher ums Leben kamen - bis auf weiteres das Besteigen der Eiger-Nordwand.

26.7.1936
Nach der neuesten Bekanntgabe des deutschen Reichsverkehrsministeriums sind in der Woche vom 20. bis zum 26. Juli auf deutschen Straßen 151 Menschen bei Unfällen ums Leben gekommen und 4256 verletzt worden.
In geheimer Mission transportieren italienische Flugzeuge aufständische Truppen von Marokko nach Spanien.
Der deutsche Rennfahrer Bernd Rosemeyer gewinnt auf Auto-Union den Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring. Zweiter wird - ebenfalls auf Auto-Union - Hans Stuck vor dem Italiener Antonio Brivio auf Alfa Romeo.

27.7.1936
Der Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP, Ernst Wilhelm Bohle, richtet einen "Hilfsfonds für die geschädigten Spanien-Deutschen" ein.
Im Deutschen Reich beginnt der Sommer-Schluß-Verkauf, der bis zum 1. August dauert.

28.7.1936
In einem Abkommen zwischen dem deutschen Reichssportbund und der Hitlerjugend (HJ) wird festgelegt, daß die HJ die sportliche Ertüchtigung der 10- bis 14jährigen übernimmt. Entsprechende Abteilungen beim deutschen Reichssportbund sollen aufgelöst werden.
Nach einer Mitteilung des Deutschen Reichspostministeriums wird der Paketverkehr nach Spanien ab sofort eingestellt.
Vom 28. Juli bis zum 31. August finden in Salzburg die Festspiele statt.

29.7.1936
Nachdem es in Spanien zu Protesten gegen die deutsche und italienische Einmischung in den Spanienkonflikt gekommen ist, schreibt die deutsche Presse, dass es höchst bedauerlich sei "wenn man in Spanien duldet, dass neutrale Länder einer Einmischung in rein innerpolitische Angelegenheiten beschuldigt werden".
Nach einem Erlass des deutschen Reichsverkehrsministeriums werden ab dem 1. August alle Strafen wegen Verletzung der Verkehrsvorschriften in den Führerschein eingetragen.

30.7.1936
Die italienische Regierung sendet zwölf Flugzeuge und einen Frachter mit Munition an die Truppen des spanischen Putschgenerals Francisco Franco.
Das französische Parlament verabschiedet einen Gesetzesvorschlag, der den Frauen in Frankreich das gleiche Wahlrecht wie den Männern zuerkennt.
Die Einfuhr von Rohkaffee in das Deutsche Reich hat im ersten Halbjahr 1936 gegenüber dem gleichen Zeitraum 1934 um 2,4% zugenommen. Es wurden 72.700 t Kaffee im Gesamtwert von 58,2 Millionen Reichsmark vorwiegend aus Brasilien eingeführt.

31.7.1936
Der deutsche Reichspropagandaminister Joseph Goebbels eröffnet in Berlin die Kunstausstellung des Internationalen Kunstwettbewerbs der XI. Olympischen Spiele. Das in Berlin tagende Internationale Olympische Komitee vergibt die XII. Olympischen Spiele an die japanische Hauptstadt Tokio.

24.7.1936
Zum Schutz der deutschen Staatsangehörigen in Spanien« laufen die deutschen Panzerschiffe »Admiral Scheer« und »Deutschland« aus. Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler entscheidet sich nach einem Hilfeersuchen des Generals Franco aus politischen Erwägungen für ein deutsches Eingreifen in den Spanischen Bürgerkrieg. Er möchte vermeiden, dass neben dem volksfrontregierten Frankreich auch Spanien Anlehnung an die Sowjetunion suchen könnte, was ihm jede Freiheit für Europa schwinden ließ. Bis 1939 sollen jeweils ca. 6000 deutsche Soldaten, die laufend ausgewechselt werden, auf Francos Seite im Spanischen Bürgerkrieg kämpfen. Es waren aber auch 5.000 Deutsche als Gegner in den Roten Brigaden.              


Am 17. Juli 1936 löst General Francisco Franco in Spanisch-Marokko einen Putsch gegen die gewählte linke Volksfront-Regierung in Madrid aus. Mit Hilfe großer Teile der Armee und massiver Unterstützung aus Italien und Deutschland bringen die Putschisten rasch ganz West- und Nordspanien unter ihre Kontrolle. Führer des Putsches waren der General der Südarmee, Francisco Franco ( Mitte linkes Bild ) und General der Nordarmee, Emilio Mola Vidal ( mit Brille, linkes Bild ). Auf dem rechten Bild sehen wir Franco bei seiner Ankunft in Sevilla mit Oberstleutnant Juan Yague Blanco im Juli 1936.              


Am 17. Juli 1936 löst General Francisco Franco in Spanisch-Marokko einen Putsch gegen die gewählte linke Volksfront-Regierung in Madrid aus. Mit Hilfe großer Teile der Armee und massiver Unterstützung aus Italien und Deutschland bringen die Putschisten rasch ganz West- und Nordspanien unter ihre Kontrolle. Führer des Putsches waren der General der Südarmee, Francisco Franco ( Mitte linkes Bild ) und General der Nordarmee, Emilio Mola Vidal ( mit Brille, linkes Bild ). Auf dem rechten Bild sehen wir Franco bei seiner Ankunft in Sevilla mit Oberstleutnant Juan Yague Blanco im Juli 1936.              

Ab Januar 1934 wird neben der Baustelle für die neue Autobahn mit Motorsägen und Raupenschleppern ein ca 600 Hektar großes Stück Wald gerodet und eingeebnet. Für das Rollfeld werden über 100 Hektar mit einer Grasdecke überzogen, gebaut werden Entwässerungs -und Tankanlagen, Stromleitungen aus dem nahegelegenen Stadtteil Niederrad gelegt. Modernste Flug- sicherungsanlagen und Flugfeldbeleuchtungen werden installiert und auch die Reichsbahn richtet eine Station in der Nähe des neuen Flughafens ein. Am 8. Juli 1936 ist es soweit, der neue "Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main" wird feierlich eröffnet (Bild links). Dazu hebt eine Junkers JU 52 vom alten Rebstöcker Flughafen ab, um nach einem Rundflug über die Stadt vor einer begeisterten Menschenmenge auf der Grasbahn des neuen Flugfelds im Stadtwald zu landen. Hinten wird das Luftschiff LZ 129 "Hindenburg" aus der neuerbauten Halle 1 gezogen. An das Empfangsgebäude schloß sich ein großer Kaffeegarten für 3000 Gäste an, der schnell zu einem Besuchermagneten für die von der Flugtechnik faszinierten Großstädter wurde.

AUGUST 1936

1.8.1936
Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler eröffnet vor 100.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion die XI. Olympischen Sommerspiele. Zur Eröffnungsfeier gehörten die Ankunft des ersten olympischen Fackellaufs vom griechischen Olympia nach Berlin ebenso wie ein imposanter Lichtdom und Vorführungen der Hitler-Jugend. Die meisten Wettkämpfe fanden auf dem Olympiagelände Berlin statt, mit dem neuerbauten Olympiastadion „Reichssportfeld“ als zentraler Arena. Mit 49 teilnehmenden Nationen und 3.961 Athleten stellten die Spiele von Berlin einen neuen Teilnehmerrekord auf.
In Hamburg werden die ersten deutschen "Freiwillige", 86 Soldaten der Luftwaffe in Zivil, eingeschifft, um den spanischen Nationalisten im Bürgerkrieg beistehen zu können.
Aufgrund der Amnestieverordnung vom 23. April sind im Deutschen Reich bisher 501.323 Personen begnadigt worden. Die Amnestie kommt überwiegend nationalsozialistisch gesonnenen Straftätern zugute. Darunter sind z. B. 3532 Personen, die "Straftaten aus Übereifer im Kampf um die NS-Bewegung" begangen haben.
Die französische Regierung fordert die britische und die italienische Regierung auf, dem französischen Beispiel einer Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten fremder Staaten zu folgen, um eine unnötige Verlängerung des Spanischen Bürgerkriegs zu vermeiden.
Die niederländische Regierung klagt die Regierung des belgischen Nachbarlandes wegen deren Wasserentnahme aus der Maas zur Speisung nordbelgischer Kanäle vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag an. Diese Maßnahme widerspreche einem im Jahr 1863 zwischen den beiden Ländern geschlossenen Vertrag.
Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler gibt bekannt, dass er mit Zustimmung der griechischen Regierung die deutschen archäologischen Ausgrabungen in Olympia wieder aufnehmen lassen werde.

2.8.1936
Die Pariser Orangerie zeigt Werke des französischen Impressionisten Paul Cézanne.
Der Belgier Sylvère Maes gewinnt in Frankreich die 30. Tour de France das berühmteste Radrennen der Welt, in einer Gesamtzeit von 142:47:32 Stunden.

3.8.1936
Reichsfinanzminister Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk erhöht den Höchstbetrag zur Förderung des Kleinwohnungsbaus von 250 Millionen Reichsmark auf 400 Millionen Reichsmark.
Das Zentralkomitee der KPD in Paris ruft alle Antifaschisten zur gemeinsamen Hilfe für das spanische Volk und die spanische Volksfront auf.
Der deutsche Bildhauer Georg Kolbe wird mit dem Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main ausgezeichnet.
Der US-Amerikaner Jesse Owens, der herausragende Athlet der Olympischen Spiele von Berlin, gewinnt über 100 m die erste seiner insgesamt vier Goldmedaillen.

4.8.1936
Wegen anhaltender Streiks und politischer Unruhen löst der griechische Ministerpräsident, Ioannis Metaxas, das Parlament auf und ruft die Diktatur aus.
In Berlin wird der von Rolf Hansen gedrehte erste deutsche Spielfilm in Farbe, "Das Schönheitsfleckchen", eine Liebesgeschichte um die Marquise de Pompadour, uraufgeführt.

5.8.1936
Im spanischen Cadiz treffen die ersten deutschen "Freiwilligenverbände" ein, um die Faschisten im Kampf gegen die republikanische Regierung zu unterstützen.

6.8.1936
Die deutsche Fliegerin Elly Beinhorn-Rosemeyer startet in Damaskus (Syrien) zu einem Tagesflug, in dessen Verlauf sie Asien, Afrika und Europa überfliegt, um die drei Erdteile symbolisch miteinander zu verbinden.
Den hisher von Spanisch-Marokko aus operierenden spanischen Faschisten unter General Francisco Franco gelingt unter dem Schutz deutscher Flugzeuge das Übersetzen nach Südspanien.
Die französische Regierung nennt in einer Note, die an alle an der spanischen Frage interessierten Regierungen gerichtet ist, die Grundsätze für eine praktische Verwirklichung der Nichteinmischung in die spanischen Angelegenheiten.

7.8.1936
Vor der spanischen Nordwestküste und vor den spanischen Mittelmeerhäfen patrouillieren deutsche Panzerschiffe, Kreuzer und Torpedoboote - bereit, jederzeit in den Spanischen Bürgerkrieg einzugreifen.
Eine Verordnung von Reichsarbeitsminister Franz Seldte bestimmt, dass ab 1. September kein Arbeiter oder Angestellter, der arbeitsbuchpflichtig ist, ohne die Vorlage eines Arbeitsbuches beschäftigt werden darf.
Im Deutschen Reich wird der 1OOOjährigen Wiederkehr der Thronbesteigung Otto I., des Großen, gedacht.

8.8.1936
Nach Angaben der "Jüdischen Rundschau" haben zwischen Februar 1933 und April 1936 insgesamt 93.000 Juden Deutschland verlassen. Von ihnen sind z. B. 31.000 nach Palästina gegangen, 22.000 in die europäischen Nachbarstaaten und 22.000 nach Übersee. 10.000 sind in die USA ausgewandert.
Die Reichsregierung versichert - fälschlicherweise - dem britischen Außenministerium, kein Kriegsmaterial nach Spanien geliefert zu haben. Dies werde auch in Zukunft nicht geschehen.
Die deutsche Presse verweist auf "einen erfreulichen Fortschritt" des deutschen Justizwesens: "Prozesse dauern nicht mehr ewig!" Bei den Amtsgerichten werden 75% der Verfahren in weniger als drei Monaten abgeschlossen, bei den Landgerichten 40%.

9.8.1936
Durch Erlass des Reichsverkehrsministeriums werden künftig Verkehrsstrafen in den Führerschein eingetragen. Ausgenommen sind gebührenpflichtige Verwarnungen.
Mit 5253 Filmtheatern steht das Deutsche Reich hinter den USA (15 378) weltweit an zweiter Stelle.
Der gebürtige Koreaner Kitei Son gewinnt für Japan die olympische Goldmedaille im Marathonlauf.

10.8.1936
Enttäuscht von der weitgehend positiven Haltung des demokratischen Auslands gegenüber der Propagandaschau des nationalsozialistischen Regimes bei den Olympischen Spielen im Deutschen Reich, verteilt der deutsche Schriftsteller Georg Kaiser von ihm geschriebene antifaschistische Pamphlete unter den Arbeitern in Berlin-Siemensstadt.
Fritz Todt wird Leiter des neuen Parteiamtes "Amt für technische Wissenschaften" innerhalb der DAF. Es dient der Bearbeitung von Erfindungen und Erfinderbetreuungen.
In der UdSSR wird das Wehrdienstalter von 21 auf 19 Jahre herabgesetzt. Damit soll die Aufrüstung vorangetrieben werden. Allein im Herbst 1936 werden eine Million Rekruten eingezogen.
In Lichterfelde findet eine Gedenkfeier für Otto Lilienthal statt, der vor 40 Jahren bei einem Flugversuch ums Leben kam.
In Venedig wird die IV. Biennale, die internationale Filmkunstschau, eröffnet, bei der deutsche Spielfilme große Erfolge erringen. Die Biennale dauert bis zum 29. August.

11.8.1936
Der bisherige außerordentliche und bevollmächtigte Botschafter in besonderer Mission, Joachim von Ribbentrop, wird vom Führer und Reichskanzler Adolf Hitler zum neuen deutschen Botschafter in London berufen.

12.8.1936
In der Reichskanzlei finden zahlreiche Empfänge statt. Lord Kemsley und Lord Camrose vom Daily Telegraph, 20 japanische Parlamentsabgeordnete und der polnische Staatssekretär des Äußern, Graf Szembeck. An diesem Tag gibt Adolf Hitler für die auswärtigen Gäste und ihre Damen einen großen Abendempfang in der Reichskanzlei.
Zwischen dem Deutschen Reich und Österreich wird im Anschluß an das Übereinkommen vom 11. Juli ein vorläufiges Wirtschaftsabkommen geschlossen, durch welches der österreichischen Ausfuhr mengenmäßig begrenzte Vorteile eingeräumt werden. Die Gebühr von 1000 Reichsmark bei der Ausfuhr nach Österreich wird nicht mehr erhoben.
Durch einen Erlaß von Reichskriegsminister Werner von Blomberg wird verfügt, daß langdienende Soldaten mit Beginn des 12. Dienstjahres die landwirtschaftlichen Heeresfachschulen besuchen können, da es anzustreben sei, daß die aus der Landwirtschaft stammenden Soldaten wieder als Siedler der Landwirtschaft zurückgegeben werden.
In Birmingham endet ein von 20 000 Teilnehmern besuchter "Kongress der Schlaflosen" mit einem Appell an die Mediziner, sich endlich dieser Krankheit anzunehmen. In Großbritannien sollen zwei Millionen Menschen an Schlaflosigkeit leiden.

13.8.1936
Der Jüdische Weltkongreß (World Jewish Conference) wird in Genf von Nahum Goldmann, der ihm bis 1978 als Präsident vorstand, und Vertretern aus 32 Nationen gegründet. Nahum Goldmann war ein russischer Jude aus Weißrussland. Schon ab 1929 diktierte er als Vertreter der "Jewish Agency" in Genf dem Völkerbund seine Aufgaben. Trotz übelster Deutschenhetze, gelang es ihm nicht, einem gemeinsamen Wirtschaftsboykott gegen das Dritte Reich durchzusetzen, so daß die Judenorganisationen allein den Wirtschaftskrieg gegen Deutschland initiierten.

14.8.1936
Das Oberkommando der Wehrmacht führt einen neuen Schellenbaum für das Heer ein: Im Mittelpunkt der Sonne steht das Hoheitszeichen des nationalsozialistischen Reiches, das Hakenkreuz.
Der in Wien tagende Weltkongress der Zahnärzte empfiehlt als Therapie bei Zahnausfall die Injektion von Vitamin C.
"Das Schloss in Flandern", ein von Geza von Bolvary gedrehter Liebesfilm aus dem Militär- und Künstlermilieu, wird in Berlin uraufgeführt. Die Hauptrollen spielen Martha Eggert Paul Hartmann, Georg Alexander Hilde Weissner und Otto Wernicke.

15.8.1936
Reichspropagandaminister Joseph Goebbels empfängt im Namen der Reichsregierung die Ehrengäste der Olympischen Spiele zu einem Sommerfest auf der Berliner Pfaueninsel.
Der deutsche Gesandte in Bern, Freiherr Ernst von Weizsäcker, übernimmt die kommissarische Leitung der Politischen Abteilung im Auswärtigen Amt.

16.8.1936
Mit einer Abschlußfeier im Berliner Olympiastadion enden die XI. Olympischen Sommerspiele. Mit dem Gewinn von 33 Goldmedaillen, 26 Silbermedaillen und 30 Bronzemedaillen stellt das Deutsche Reich erstmals die erfolgreichste Mannschaft. Zum Abschluss der Olympiade richtet Adolf Hitler ein Dankesschreiben an den Count Henri de Baillet-Latour und an den Präsidenten des Deutschen Organisationskomitees.
Adolf Hitler ernennt Benno von Arent, Architekt und Bühnenbildner, NSDAP-Mitglied seit 1931, zum Reichsbühnenbildner.
Am Bremer Staatstheater wird die Operette "Dichter und Bauer" von Franz von Suppé in der Bearbeitung von Franz Werther und Eugen Rex uraufgeführt.
Die britische Schiffahrtsgesellschaft Cunard White Star Line beschließt ein Schwesterschiff des Ozeanriesen "Queen Mary" zu bauen.
Vor Kiel beginnt die Kieler Woche mit den alljährlichen Segelsportwettkämpfen.

17.8.1936
In einer Denkschrift fordert der saarländische Stahlindustrielle Hermann Röchling die Reichsregierung auf, Kriegsvorbereitungen gegen die Sowjetunion zu treffen.
Zum 150. Todestag König Friedrichs II. des Großen von Preußen findet im Potsdamer Lustgarten eine Parade statt.
In München beginnt die nicht zum olympischen Programm zählende sog. Schacholympiade (bis 2. 9.), die von der ungarischen Mannschaft gewonnen wird.

18.8.1936
Die deutschen Junkers-Werke führen die Liste der Herstellerfirmen regelmäßig im internationalen Luftverkehr eingesetzter Flugzeuge an; danach hat die Firma Junkers 283 Maschinen im Dienst, De Havilland 233, Fokker 199, Boeing 96, Douglas 92, Potez 93, Latécoère 60 und Lockheed 55.
Im Berliner Schlossmuseum ist der sog. Welfenschatz ausgestellt, der 1935 vom preußischen Staat erworben wurde. Der Welfenschatz besteht im wesentlichen aus Reliquiaren (Reliquienbehältern) des 11. und 12. Jahrhunderts.

19.8.1936
In Moskau beginnt der sog. Trotzkistenprozeß (bis 24. 8.), in dem 16 ehemalige hohe Funktionäre und Kampfgenossen von Parteichef Josef W. Stalin wegen Hochverrats angeklagt werden.
Die Beschießung und Durchsuchung des deutschen Dampfers "Kamerun" vor Cadiz durch die spanische Marine führt zu scharfen Protesten der Reichsregierung und der Drohung, sich "mit allen Mitteln" zu schützen.
Bei den vom Orientalischen Institut der Universität Chicago geleiteten archäologischen Ausgrabungen im iranischen Persepolis werden die Ruinen der Paläste der persischen Könige Darius I. und seines Sohnes Xerxes I. aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. freigelegt.

20.8.1936
Bei den blutigen Zusammenstößen zwischen Juden und Arabern in Palästina sind zwischen dem 19. April und dem 15. August amtlichen Angaben zufolge 211 Personen ums Leben gekommen, 371 sind schwer, 649 leicht verletzt worden.

21.8.1936
Die deutschen diplomatischen Vertreter in Moskau und Madrid protestieren bei den jeweiligen Regierungen wegen der »verleumderischen Propaganda bolschewistischer Sender« gegen das Deutsche Reich.
Die Gesamtschulden der deutschen Länder (ohne die Hansestädte) belaufen sich auf 2,5 Milliarden Reichsmark (davon 1,9 Milliarden RM Inlands-Neuverschuldung). Allein Preußen hat Schulden in Höhe von 1,17 Milliarden RM. Die Verschuldung der Hansestädte beträgt 700 Millionen RM.
Eine außerordentliche Mitgliederversammlung der Firma AEG genehmigt einstimmig den ihr vorgelegten Reorganisationsplan des Unternehmens, der die Herabsetzung des Aktienkapitals von 185 Millionen RM auf 67,7 Millionen RM vorsieht. Mit Hilfe des Reorganisationsplans sollen kurzfristige Verbindlichkeiten beglichen und eine Liquiditätsreserve gebildet werden.
Im Berliner Metropoltheater wird die Operette "Auf großer Fahrt" von Fred Raymond und Heinz Hentschke uraufgeführt.
Im Berliner Theater auf dem Kurfürstendamm hat das Musical "Kleines Fräulein Unbekannt" von Marc Roland Premiere.

22.8.1936
In Kärnten finden die ersten zweitägigen Manöver der österreichischen Frontmiliz, der Vaterländischen Front unterstehende Formationen freiwillig Wehrfähiger, statt. Beteiligt sind Truppen aus Kärnten, der Steiermark, Wien und Niederösterreich.
Das Reichspropagandaministerium genehmigt den Zusammenschluß nichtarischer Christen im "Paulusbund". Der Organisation sind etwa 80.000 Mitglieder angeschlossen.

23.8.1936
Auf dem Obersalzberg empfängt Reichskanzler Adolf Hitler den ungarischen Reichsverweser, Admiral Nikolaus von Horthy, zu einem freundschaftlichen Besuch.
Der deutsche Automobilrennfahrer Bernd Rosemeyer gewinnt in Bern den Großen Preis der Schweiz auf Auto-Union, es ist sein vierter großer Sieg in diesem Jahr.
Im pommerschen Rostin an der Persante wird das erste Unterwasserkraftwerk der Welt in Betrieb genommen.

24.8.1936
Nachdem alle an der Spanienfrage interessierten Staaten ihre Bereitschaft zu einem Waffenembargo gegenüber Spanien erklärt haben, verspricht nunmehr auch die deutsche Regierung, keine Waffen mehr in das Kriegsgebiet zu liefern. Adolf Hitler gibt trotzdem die geheime Weisung, den Führer der spanischen Aufständischen, General Francisco Franco, »weitgehendst materiell und militärisch zu unterstützen«, vorerst jedoch ohne aktive Kampfbeteiligung.
Durch Erlaß des Führers wird die aktive Dienstpflicht in den drei Teilen der deutschen Wehrmacht von bisher einem Jahr auf zwei Jahre erhöht.

25.8.1936
Drei deutsche Dampfer laufen mit 28 Flugzeugen, Munition und anderen Kriegsmaterialien für die Nationalspanier an Bord nach Südspanien aus. Offiziellen Angaben zufolge lösen sie die vor der spanischen Nord- und Südküste operierenden deutschen Schiffe ab.
Der amerikanische Pfarrer Frank Buchmann, Führer der Bewegung für "Moralische Aufrüstung", erklärt nach seiner Rückkehr von den Olympischen Spielen in Berlin: "Ich danke dem Himmel für einen Mann wie Adolf Hitler, der eine Verteidigungslinie gegen Antichristen des Kommunismus aufgebaut hat."

26.8.1936
In einer Denkschrift fordert Adolf Hitler Kriegsbereitschaft der Armee und Wirtschaft innerhalb von vier Jahren. Er will für einen künftigen Krieg die Wirtschaft des Deutschen Reiches autark machen.
Das Reichswirtschaftsministerium empfiehlt vertraulich, "den Übergang jüdischer Unternehmen und Geschäfte in arische Hände nicht zu stören".
Großbritannien und Ägypten schließen in London einen Vertrag, der die militärische Besetzung Ägyptens durch die Briten beendet und Ägyptens staatliche Souveränität in vollem Umfang herstellt.
Im Londoner Britischen Museum werden die Arbeiten an der Parthenon-Galerie aufgenommen, in der künftig die Marmorskulpturen vom Parthenon-Tempel der Athener Akropolis (sog. Elgin-Marbles) aufgestellt werden sollen.
Zur Jahrestagung des Deutschen Auslandsinstituts verleiht Adolf Hitler der Stadt Stuttgart den Ehrentitel "Stadt der Auslandsdeutschen".

27.8.1936
Die Chefs der militärischen Abwehr des Deutschen Reiches und Italiens, Konteradmiral Wilhelm Canaris und Mario Roatta, vereinbaren in Rom daß ihre beiden Länder im Spanischen Bürgerkrieg zu gleichen Teilen ausschließlich General Francisco Franco militärisch unterstützen werden. Das Kriegsmaterial soll von deutschem und italienischem Personal bedient werden. Damit ist der erste Schritt zu einem deutsch-italienischen Bündnis getan.
Mit dem seit 1905 verliehenen Villa-Romana-Kunstpreis, der von dem Leipziger Verlagsbuchhändler Georg Hirzel und dem deutschen Künstler Max Klinger gestiftet worden ist, werden im Jahr 1936 die Bildhauerin Emy Roeder und der Maler Artur Degner ausgezeichnet.

28.8.1936
Reichskriegsminister Werner von Blomberg genehmigt den Kampfeinsatz deutscher Flugzeuge in Spanien.
Reichspropagandaminister Joseph Goebbels eröffnet die Große Deutsche Funkausstellung in Berlin (dauert bis 6. 9.).
Zwischen Deutschland und Österreich gilt wieder freier Reiseverkehr.

29.8.1936
Adolf Hitler besucht nochmals eine Lohengrin-Aufführung in Bayreuth, zwei Tage vor Abschluss der Festspiele.
Wegen seiner Weigerung, sich von jeglicher politischen Betätigung künftig fernzuhalten, wird der ehemalige sowjetische Revolutionsführer Leo Trotzki in seinem norwegischen Exil interniert.
Die Schweizer Regierung beschließt, eine nationale Tonfilmindustrie aufzubauen. Montreux oder Zürich kommen als Städte für ein zu errichtendes großes Filmstudio in Frage.

30.8.1936
Der deutsche Automobilrennfahrer Bernd Rosemeyer gewinnt auf Auto-Union den Großen Bergpreis von Deutschland, Europas schwerstes Bergrennen, das auf einer Streckenlänge von 12 km von Freiburg bis zur Paßhöhe Schauinsland 800 m Höhenunterschied aufweist.
In Nürnberg besichtigt Adolf Hitler die neuen Bauten auf dem Parteitagsgelände.
Der britische Passagierdampfer "Queen Mary" überquert den Atlantik in Rekordzeit (3 Tage, 23 h und 57 min) und erobert damit das Blaue Band des Ozeans (bisher: Die französische "Normandie").

31.8.1936
In Genf wird der Weltjugendkongress eröffnet, der sich mit dem Thema "Frieden" beschäftigt.
Eine Schlagwetterexplosion auf der Bochumer Zeche "Vereinigte Präsident" fordert 29 Tote und 18 Verletzte.

Die Olympischen Spiele 1936 in Berlin waren ein sportliches Großereignis, wie es noch keines gegeben hatte. Die Organisation war perfekt, die Ästhetik atemberaubend, der politische und kommerzielle Erfolg durchschlagend. Die meisten Wettkämpfe fanden auf dem Olympiagelände Berlin statt, mit dem neuerbauten Olympiastadion "Reichssportfeld" als zentraler Arena. Mit 49 teilnehmenden Nationen und 3.961 Athleten stellten die Spiele von Berlin einen neuen Teilnehmerrekord auf. Der Boykott der Juden ist gescheitert.                

Die Olympischen Spiele 1936 in Berlin waren ein sportliches Großereignis, wie es noch keines gegeben hatte. Die Organisation war perfekt, die Ästhetik atemberaubend, der politische und kommerzielle Erfolg durchschlagend. Die meisten Wettkämpfe fanden auf dem Olympiagelände Berlin statt, mit dem neuerbauten Olympiastadion "Reichssportfeld" als zentraler Arena. Mit 49 teilnehmenden Nationen und 3.961 Athleten stellten die Spiele von Berlin einen neuen Teilnehmerrekord auf. Der Boykott der Juden ist gescheitert.                

Da erstaunt es nicht, daß IOC-Präsident Graf de Baillet-Latour sich mit den Worten an Adolf Hitler wandte: Ich bin sicher, daß die gewaltige Anstrengung, die Deutschland zugunsten der Olympischen Spiele gemacht hat und die in der Organisation dieser Wettkämpfe so edel zum Ausdruck kommt, ein unvergängliches Zeugnis sein wird, den Deutschland für die Kultur der Menschheit geleistet hat. Die Welt wandelt ihr Bild vom Nationalsozialismus.                

Da erstaunt es nicht, daß IOC-Präsident Graf de Baillet-Latour sich mit den Worten an Adolf Hitler wandte: Ich bin sicher, daß die gewaltige Anstrengung, die Deutschland zugunsten der Olympischen Spiele gemacht hat und die in der Organisation dieser Wettkämpfe so edel zum Ausdruck kommt, ein unvergängliches Zeugnis sein wird, den Deutschland für die Kultur der Menschheit geleistet hat. Die Welt wandelt ihr Bild vom Nationalsozialismus.                

Die Standarte des Führers weht über der Kampfstätte. Die Kämpfer sind angetreten und leisten den olympischen Eid. Eine Neuerung waren auch die laufenden Rundfunküber- tragungen. Den Gipfelpunkt der Rezeption aber bildeten die beiden im Jahr 1938 uraufgeführten Propagandafilme "Fest der Schönheit" und "Fest der Völker" von Leni Riefenstahl.                 

Die Standarte des Führers weht über der Kampfstätte. Die Kämpfer sind angetreten und leisten den olympischen Eid. Eine Neuerung waren auch die laufenden Rundfunküber- tragungen. Den Gipfelpunkt der Rezeption aber bildeten die beiden im Jahr 1938 uraufgeführten Propagandafilme "Fest der Schönheit" und "Fest der Völker" von Leni Riefenstahl.                 

Hitler nannte folgende Gründe für die Beteiligung in Spanien:

1. Gefahr der Überwältigung Europas durch den Bolschewismus

2. Abhängigkeit Deutschlands von spanischen Erzen

3. Strategische Vorteile des Bündnis mit Spanien im Mittelmeer

Admiral Canaris, der Chef der deutschen Militärabwehr, führte an, daß das Leben und der Besitz von 15.000 Deutschen, die in Spanien wohnten, geschützt werden müsse. Weiterhin sei Deutschland, für den Fall eines Krieges gegen Grossbritannien und Frankreich, dringend auf U-Boot-Häfen in Spanien angewiesen. Göring, der Luftfahrtminister und Chef der Luftwaffe, trat dafür ein, Spanien „unter allen Umständen Unterstützung zu gewähren. Erstens um, um die Gefahr des Kommunismus zu bannen, zweitens, um die junge deutsche Luftwaffe im Einsatz zu erproben."
BILD: "Legion Condor" in Spanien. Hier auf dem Flugplatz Levida bei der Beladung einer Heinkel He 111 E mit Bomben.

die sozialen Errungenschaften im Deutschen Reich waren einzigartig und es gab auf der ganzen Welt nichts Vergleichbares

Karl Valentin

Liesl Karlstadt

Francisco Franco

Santiago Casares Quiroga

Luis Trenker

Jesse Owens

Nahum Goldmann

Hermann Röchling

Wilhelm Canaris

Mario Roatta

Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler eröffnet im Berliner Olympiastadion die XI. Olympischen Sommerspiele.

Eine Reise durch Berlin 1936 zum 2. Internationalen Amateurfilm- kongress mit Aufnahmen aus dem Stadtbild dieser Zeit.

Sie können die einzelnen Bilder anklicken und die detailierten Ereignnisse dieser Zeit in der großen Chronik von 1933-45 nachlesen