Chronik des Nationalsozialismus Juli / August 1937

JULI 1937

1.7.1937
Pastor Martin Niemöller wird wegen Kanzelmißbrauchs und Aufforderung zum Widerstand gegen die Staatsgewalt verhaftet. Niemöller wurde zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt und sodann entlassen. Doch weigerte sich Niemöller, dem Gericht zu versichern, daß er künftig Wohlverhalten an den Tag legen werde. So wurde er abermals verhaftet kam ins Konzentrationslager.
Das neugewählte Parlament (Dail) im Irischen Freistaat hat folgende Zusammensetzung: Fianna Fail 69 Sitze, Fine Gael 48, Labour 13, Unabhängige 8.
Der französische Franc wird um rund 17% abgewertet.
Der ungarische Reichstag räumt dem Reichsverweser Miklós Horthy staatsrechtlich die Machtbefugnisse des national-ungarischen Königtums ein.

2.7.1937
In einem Erlass des Reichserziehungsministeriums über den Schulbesuch von Juden im Deutschen Reich werden die Schulträger aufgefordert, eine "abgesonderte Beschulung der jüdischen Schüler" durchzuführen.
Die Schuldenlast der USA beträgt nach amtlichen Mitteilungen aus Washington gegenwärtig 36,4 Milliarden Dollar (rund 90,3 Milliarden Reichsmark).
Während einer Zusammenkunft zwischen Vertretern der japanischen und der sowjetischen Regierung in Moskau erklären sich beide Parteien bereit, ihre Truppen von den Amur-Inseln, um die es zu militärischen Grenzstreitigkeiten gekommen ist zurückzuziehen.
Der US-amerikanische Tennisspieler Donald Budge gewinnt das Wimbledonfinale gegen den deutschen "Tennisbaron" Gottfried von Cramm 6:3, 6:4, 6:2.

3.7.1937
Zum Abschluss des 9. Kongresses der Internationalen Handels­kammer im Berliner Opernhaus verleiht Adolf Hitler dem bisherigen und dem neu gewählten Kammerpräsidenten Hendrik Fentener van Flissingen und John Watson den „Verdienstorden vom Deutschen Adler mit Stern".
Der spanische Ministerpräsident Juan Negrín López führt in Paris Gespräche mit französischen Regierungsmitgliedern, in denen er darauf hinweist dass sich die Valencia-Regierung nicht mehr lange verteidigen könne, wenn sie nicht Waffen und Munition erhalte.
Die US-amerikanische Fliegerin Amelia Earhart, die sich auf einem Flug um die Welt befindet, muss wegen Treibstoffmangels im Pazifischen Ozean zu Wasser gehen und bleibt trotz tagelanger Suchaktionen verschollen.
Der Philosoph Karl Jaspers, der an der Heidelberger Universität lehrt, wird aufgrund des 6 des Berufsbeamtengesetzes ("Vereinfachung der Verwaltung") von seinen Ämtern entpflichtet.
Die britische Tennisspielerin Dorothy Round gewinnt das Wimbledonfinale im Dameneinzel gegen die Polin Jadwiga Jedrzejowska 6:2, 2:6, 7:5.

4.7.1937
Der von Heinrich Focke konstruierte Hubschrauber Focke Fw 61 stellt in Bremen fünf Flug-Weltrekorde auf.
Der Erzbischof von München, Kardinal Michael von Faulhaber, hält in München eine Predigt gegen die Verfolgung von Geistlichen im Dritten Reich.
Beim Motorradpreis von Europa in Bern gewinnen deutsche Fahrer in den Seitenwagenklassen: 600 cm Karl Braun auf Auto-Union/DKW 1000 cm Hans Schumann, ebenfalls auf Auto-Union/DKW.

5.7.1937
Reichsarbeitsminister Franz Seldte erteilt den Baupolizeibehörden den Auftrag, in Zukunft die Bauanträge auch daraufhin zu prüfen, ob den Erfordernissen der Rohstofflage - besonders hinsichtlich der Verwendung von Stahl und Eisen - Rechnung getragen wird.
Bei Madrid beginnt die erste Großoffensive der spanischen Regierungstruppen. Ziel ist es, die Bedrohung Madrids durch die Faschisten zu beseitigen und die Nordfront zu entlasten.

6.7.1937
Die britische Palästina-Kommission veröffentlicht in London einen Plan, mit dem die jüdisch-arabischen Unruhen in Palästina ein Ende finden sollen. Danach soll das britische Mandatsgebiet in drei Zonen eingeteilt werden.
Viele Exponate der modernen Galerie im Kölner Wallraf-Richartz-Museum werden von der Gestapo (Geheime Staatspolizei) beschlagnahmt. Darunter befinden sich Arbeiten von Pablo Picasso, Paul Gauguin und Vincent van Gogh.
In Berlin wird der Spielfilm "Mein Sohn, der Herr Minister" (Regie: Veit Harlan), der sich über den Parlamentarismus lustig macht, uraufgeführt. Die Hauptrollen spielen Hans Moser, Heli Finkenzeller, Paul Dahlke, Hilde Körber und Aribert Wäscher.

7.7.1937
Reichsjugendführer Baldur von Schirach erläßt eine Verordnung, wonach Auslandsreisen von Mitgliedern der HJ genehmigungspflichtig sind.
Vertreter der arabischen und der jüdischen Bevölkerungsgruppen sprechen sich gegen die Vorschläge der Palästina-Kommission vom Vortag aus, wonach das Land in drei Zonen eingeteilt werden soll. Zur Unterdrückung möglicher Unruhen hat die britische Mandatsregierung in ganz Palästina ihre Streitkräfte in Alarmbereitschaft versetzt.
Der Arbeitsausschuß der indischen Kongreßpartei beschließt nach mehrtägigen Beratungen, dass die Partei von nun an in der Regierung mitarbeiten und in den sechs Provinzen, in denen sie bei den Februarwahlen die Mehrheit erzielt hat, Kabinette bilden will.
An der Marco-Polo-Brücke südlich von Peking kommt es zu militärischen Auseinandersetzungen zwischen chinesischen Soldaten und Truppen der japanischen Garnison, die sich auf einer "Nachtübung" befinden.

8.7.1937
Die französische Regierung droht mit der Öffnung der Pyrenäengrenzen falls die Seekontrolle der spanischen Gewässer nicht in den nächsten Wochen wieder aufgenommen werde.
Neun Künstlern in der Berliner Akademie: Ludwig Gies, Ernst Barlach, Rudolf Belling, Bruno Paul, Emil Nolde, Mies van der Rohe, Ernst Ludwig Kirchner, Emil Rudolf Weiss und Max Pechstein wird der Rücktritt nahegelegt, da sie bei der „vorbe­reiteten Neuordnung" nicht wieder zu den Mitgliedern zählen werden.
Die japanische Regierung fordert von China den Rückzug der 29. Armee aus Peking, während die Chinesen die japanischen Truppen auffordern, sich in ihre Garnisonen zurückzuziehen. Inzwischen kommt es zu weiteren Gefechten, die sich auch auf das Stadtgebiet von Peking ausweiten.

9.7.1937
Aufgrund einer ausdrücklichen Vollmacht Adolf Hitlers er­mächtigt Joseph Goebbels den Präsidenten der Reichskammer der bildenden Künste, Adolf Ziegler, zur Beschlagnahmung von Werken „entarteter Kunst" in deutschen Museen.
Adolf Hitler fährt mit Generaloberst Werner von Blomberg und Martin Bormann über Eggersattel zum Ahorn-Kaser.
Auf der Vollsitzung des Nichteinmischungsausschusses in London erklären sich die Mitglieder damit einverstanden, dass die britische Regierung einen Vorschlag zur Lösung der Konflikte um die Kontrolle der spanischen Gewässer ausarbeitet und "zu gegebener Zeit" den Ausschuß wieder zusammenruft.

10.7.1937
Eine deutsch-österreichische Kommission einigt sich in Wien darauf, daß eine »begrenzte Anzahl« von Zeitungen des anderen Landes zusätzlich zugelassen und die gegenseitige Pressepolemik umgehend eingestellt werden soll.
Der deutsche Botschafter in Paris, Graf Johannes von Welczeck, Frankreichs Außenminister Yvon Delbos und Handelsminister Fernand Chapsal unterzeichnen in Paris einen neuen deutsch-französischen Handelsvertrag.
In Paris kommt es zu schweren Tumulten, als streikende Angestellte von Restaurants und Cafés Streikbrecher am Betreten der Häuser hindern wollen. Seit mehreren Tagen wird ein großer Teil der Gastronomie in Frankreich bestreikt, weil die Arbeitgeber sich gegen die Einführung der 40-Stunden-Woche wehren.
Die Hitzewelle in den USA, die bereits vier Tage andauert, hat schon 217 Todesopfer gefordert.

11.7.1937
Der deutsche Automobilrennfahrer Rudolf Hasse gewinnt auf Auto-Union in Spa den Großen Preis von Belgien.
Adolf Hitler besucht in München die Altparteigenossin Her­mine Hoffmann und gratuliert ihr zu ihrem 80. Geburtstag.
Das japanische Kabinett in Tokio beschließt die Entsendung von Truppenverstärkungen nach Nordchina, wo die Kämpfe zwischen japanischen und chinesischen Einheiten fortgesetzt werden.

12.7.1937
Auf der Pariser Weltausstellung wird der spanische Pavillon eröffnet. In der Eingangshalle hängt das Bild "Guernica" des spanischen Künstlers Pablo Picasso.
In der schweizerischen Metallindustrie schließen Gewerkschaften und Arbeitgeber einen Sozialpakt, nach dem Konflikte durch ein Schiedsgericht gelöst werden müssen.
In Oxford beginnt die Weltkirchenkonferenz. Die Evangelische Kirche Deutschlands nimmt daran nicht teil weil deren Vertreter keine Ausreiseerlaubnis erhalten haben.
In Berlin wird der US-amerikanische Spielfilm "Mississippi-Melodie" von John Cromwell mit Barbara Stanwyck in der Hauptrolle in deutscher Fassung uraufgeführt.

13.7.1937
Die internationalen Beobachter an der französisch-spanischen Pyrenäengrenze stellen ihre Kontrolltätigkeit auf Anordnung der französischen Regierung in Paris ein, weil an anderen Grenzabschnitten zu Spanien keine wirksame Kontrolle stattfindet.

14.7.1937
Die britische Regierung legt dem Nichteinmischungsausschuß in London einen Kompromißvorschlag zur Lösung der "Nichteinmischungskrise" vor. Danach soll u.a. die Flottenkontrolle durch neutrale Beobachter in den spanischen Häfen ersetzt werden.
In Frankreich wird der Nationalfeiertag begangen. In Paris findet aus diesem Anlaß eine Großkundgebung der Volksfrontparteien statt. In Marseille spricht sich der Parteitag der Sozialisten mit 2949 zu 2439 Stimmen für den Verbleib der sozialistischen Minister in der Regierung aus.
In Paris wird das Schauspiel "Die Ritter von der Tafelrunde" von Jean Cocteau uraufgeführt.

15.7.1937
Die Genfer Konvention vom 15. Mai 1922 für Oberschlesien läuft ab. Danach waren das Deutsche Reich und Polen zur Gleichbehandlung aller Bürger in diesem Landesteil verpflichtet. Mit dem heutigen Tag treten die Nürnberger Rassengesetze von 1935 auch für Westoberschlesien in Kraft.
Der preußische Ministerpräsident Hermann Göring hebt mit sofortiger Wirkung die Satzung der Akademie der Künste auf und beauftragt Reichserziehungsminister Bernhard Rust mit der Erarbeitung einer "nationalsozialistischen Grundsätzen entsprechenden" Satzung.
In der SS-Zeitung "Das Schwarze Korps" wird der deutsche Physiker Werner Heisenberg scharf angegriffen.
In Berlin wird von der Reichsregierung die "AG für Erzbergbau und Eisenhütten Hermann Göring" ("Reichswerke Hermann Göring") gegründet. Sie soll der Förderung wenig ergiebigen Erzes im Deutschen Reich dienen.
Der Spielfilm "Der Mann, der Sherlock Holmes war" hat in Berlin Premiere. Unter der Regie von Karl Hartl spielen u.a. Hans Albers und Heinz Rühmann.

16.7.1937
Sämtliche Mitgliedsstaaten der Londoner Nichteinmischungskonvention für Spanien stimmen "im Prinzip" den Vorschlägen der britischen Regierung über die Grenz- und Neutralitätskontrolle vom 14. Juli zu.
Zwischen dem Deutschen Reich und den spanischen Faschisten wird in Burgos ein Abkommen geschlossen das den Zahlungsverkehr und die Lieferung von Erz an das Deutsche Reich regelt.
Aufgrund eines Streites im tschechoslowakischen Kabinett über die Festlegung der Getreidepreise kommt es zur Regierungskrise, die im Rücktritt der Regierung von Ministerpräsident Milan Hodza gipfelt.

17.7.1937
Großbritannien schließt mit dem Deutschen Reich und der UdSSR bilaterale Flottenverträge. Sie enthalten flexible Bestimmungen über die Begrenzung der Seerüstung und gegenseitigen Informationsaustausch.
In der Zeitschrift "Das Deutsche Mädel" schreibt der Chef des Presse- und Propagandaamtes der Reichsführung, Karl Lapper, über das "Mädelstudium".

18.7.1937
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler eröffnet im Rahmen des »Tages der deutschen Kunst« in München das »Haus der Deutschen Kunst«. Es ersetzt den am 6. Juni 1931 abgebrannten Glaspalast. Gleichzeitig wird die erste große deutsche Kunstausstellung mit Werken nationalgesinnter Künstler eröffnet.
Die chinesischen Zentralregierung in Nanking lehnt die Forderungen der japanischen Regierung vom 16. Juli ab und richtet eine "letzte Warnung" an Japan.

19.7.1937
Der Präsident der deutschen Reichskammer der bildenden Künste, Adolf Ziegler, eröffnet in München die Zentralausstellung "Entartete Kunst".

Als drittes Großlager wird auf dem Ettersberg bei Weimar das KZ Buchenwald errichtet. Zunächst war das Lager für politische Gegner, Kriminelle, Asoziale, Juden, Zeugen Jehovas und Homosexuelle bestimmt. Mit Beginn des Krieges wurden zunehmend Menschen aus anderen Ländern interniert.                   

20.7.1937
Die Reichsregierung erläßt ein Wehrsteuergesetz. Danach müssen Staatsangehörige, die nicht zum Wehrdienst eingezogen werden, eine Sondersteuer zahlen.
Der tschechoslowakische Ministerpräsident Milan Hodza bildet eine neue Regierung ohne Finanzminister Josef Kalfus, nachdem in strittigen Fragen zwischen den acht Koalitionsparteien ein Kompromiß erzielt worden ist.
In Wimbledon verliert die deutsche Tennismannschaft das Interzonenfinale im Davis-Pokal gegen die USA 2:3.

21.7.1937
Der neue sowjetische Botschafter in Berlin, Konstantin Jurenjew, überreicht dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler auf dem Obersalzberg bei Berchtesgaden sein Beglaubigungsschreiben.

22.7.1937
Der sowjetische Parteichef Josef W. Stalin bildet den Rat der Volkskommissare der UdSSR um. Damit wird die "Säuberungsaktion" des Stalin-Regimes mit unverminderter Heftigkeit fortgesetzt.
Das deutsche Reichsernährungsministerium erlässt eine "Verordnung zur Sicherstellung des Brotgetreidebedarfs". Danach besteht Ablieferungszwang für Brotgetreide. Zudem dürfen Weizen und Roggen nicht mehr verfüttert werden.
Das Filmlustspiel "Husaren heraus" (Regie: Georg Jacoby) wird in Berlin uraufgeführt. Hauptrollen werden u.a. von Maria Andergast, Hans Holt, Leo Slezak, Ida Wüst und Mady Rahl gespielt.

23.7.1937
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler besucht die Eröffnungsvorstellung der Bayreuther Festspiele.
Die Weltkirchenkonferenz in Oxford drückt in einer Resolution ihr Bedauern über die Behinderung der evangelischen und katholischen Kirche im Deutschen Reich aus. Gegen diese "Einmischung in deutsche Angelegenheiten" protestieren die anwesenden Vertreter der Freikirchen der Altkatholiken und der Russisch-Orthodoxen.
Das britische Parlament in London nimmt das neue Scheidungsgesetz an.

24.7.1937
Übergabe eines deutschen Vorschlages für eine deutsch-polnische Minderheitenerklärung und Unterredung des deutschen Botschafters mit dem Polnischen Botschafter über die Verhandlungen, betreffend den Ablauf des Genfer Abkommens.
Die britische Regierung übermittelt den Mitgliedsstaaten des Nichteinmischungsabkommens für Spanien einen Fragebogen, der zur Klärung der Fronten in der Kontrollfrage führen soll. London will damit die Verzögerungstaktik der deutschen Regierung umgehen.
Reichsinnenminister Wilhelm Frick erlässt Richtlinien für die Behandlung von jüdischen Gästen in deutschen Kurorten.

25.7.1937
Um den Ort Brunete westlich der spanischen Hauptstadt Madrid entbrennt eine erbitterte Schlacht zwischen Regierungstruppen und Faschisten.
Die Regierung von El Salvador beschließt den Austritt des mittelamerikanischen Staates aus dem Völkerbund.
Rudolf Caracciola (Mercedes-Benz) gewinnt den Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring.
Der französische Radrennfahrer Roger Lapebie ist Sieger der Tour de France.

26.7.1937
In einem Memorandum an die britische Mandatsregierung in Palästina lehnt das Hohe Arabische Komitee in Jerusalem eine Teilung Palästinas ab und fordert u.a. das alleinige Bestimmungsrecht für das gesamte Gebiet.

27.7.1937
In einer Aussprache im polnischen Parlament (Sejm) in Warschau wenden sich die oberschlesischen Abgeordneten gegen eine Gesetzesvorlage, die der deutschen Minderheit in Polen bestimmte Privilegien zugesteht. Sie begründen ihre Ablehnung mit der schlechten Behandlung von in den deutschen Ostgebieten lebenden Polen.
In der Herausforderungsrunde zwischen der englischen und der US-amerikanischen Tennismannschaft um den Davis-Pokal siegt die USA 4:1 und ist damit Davis-Pokal-Gewinner 1937.
Der Paderborner Diözesanverband der katholischen Jungmänner wird von der Gestapo aufgelöst.

28.7.1937
Die Staatsanwaltschaft Berlin erhebt gegen Pastor Martin Niemöller (Bekennende Kirche) beim Sondergericht Anklage wegen Vergehens gegen das Heimtückegesetz, wegen Kanzelmißbrauchs und wegen Aufforderung zum Ungehorsam gegen Verordnungen.
Beim Besuch des britischen Königspaares, Georg VI. und Elisabeth, im nordirischen Belfast werden in der Stadt selber und in anderen Gegenden des Landes mehrere schwere Sprengstoff-Anschläge verübt.
In Breslau beginnt das 12. Deutsche Sängerbundesfest. Es dauert bis zum 1. August.

29.7.1937
Nach der Rückeroberung des Ortes Brunete durch die spanischen Faschisten erlahmen die Kampftätigkeiten bei Madrid.
Der ägyptische König Faruk I. übernimmt mit Vollendung seines 18. Lebensjahres die Amtsgeschäfte von dem Regentschaftsrat und legt vor dem Parlament in Kairo den Treueeid ab.

30.7.1937
Reichspropagandaminister Joseph Goebbels eröffnet die 14. Große Rundfunkausstellung in Berlin, die bis zum 8. August dauert.
Nach heftigen Kämpfen befinden sich große Teile Nordchinas in japanischer Hand. Die Japaner wollen mit der "Strafexpedition" gegen die Chinesen fortfahren, weil "die Bedrohung der Japaner noch nicht beseitigt ist".

31.7.1937
Die chinesische Regierung in Nanking setzt ein allgemeines Wehrpflichtgesetz in Kraft. In der Hauptstadt werden die ersten 25 000 Wehrpflichtigen eingezogen.
Die Zahl der unterstützten Arbeitslosen in Österreich beträgt derzeit rund 193 000.

Das Konzentrationslager Buchenwald war eines der größten Konzentrationslager auf deutschem Boden. Es wurde zwischen Juli 1937 und April 1945 auf dem Ettersberg bei Weimar als Arbeitslager betrieben. Im Lager wurden Menschen interniert, um sie durch Arbeit und Ordnung wieder gesellschaftsfähig zu machen. Die Insassen wurden dort keineswegs umgebracht, wie im Sinne der derzeitigen politischen Korrektheit als Folge der Umerziehung postuliert.Die seit der Befreiung oft gezeigten Toten waren Opfer von Krankheiten und Seuchen, die gegen Ende des Krieges auf Grund der katastrophalen medizinischen Versorgungslage nicht nur die deutsche Bevölkerung heimsuchten, sondern auch vor den Insassen der Lager nicht haltmachten. Das Lager war in drei voneinander abgesonderte Bereiche unterteilt und unterhielt bis Kriegsende außerdem mehr als hundert ständige Arbeitskommandos und Nebenlager. Ab Juli 1937 war Karl Otto Koch Kommandant des Lagers. Er wurde wegen Korruption und Mordes an drei Häftlingen verhaftet und zum Tode verurteilt. Die Hinrichtung von Koch durch die SS fand am vor den versammelten Lagerinsassen des KZ Buchenwald statt. Von 1945 bis 1950 wurde das KZ Buchenwald als "Speziallager Nr. 2" vom sowjetischen Geheimdienst zur Internierung von ehemaligen Funktionären des NS-Regimes, Wehrmachtsangehörigen und willkürlich denunzierten Personen benutzt.                         

Das "Haus der Deutschen Kunst" ist ein Ausstellungsgebäude in der Münchener Prinzregentenstraße am südlichen Ende des Englischen Gartens. Von seiner Eröffnung im Jahr 1937 bis 1945 wurde das von Paul Ludwig Troost entworfene und von seiner Witwe Gerdy Troost unter Mithilfe von Leonhard Gall verwirklichte Gebäude Haus der Deutschen Kunst genannt. Mit Troosts Entwurf wurde der erste Monumentalbau des Regimes verwirklicht. Die Grundsteinlegung erfolgte am 15.10.1933 durch Adolf Hitler. Der zweigeschossige, doppelt symmetrische Bau im Stil eines reduzierten Klassizismus ist 175 m lang und im Mittelteil 75 m breit, nach Westen und Osten verschmälert er sich durch Gebäuderücksprünge. Beiden Längsseiten ist jeweils ein 21-achsiger Portikus aus kolossalen, nicht kannelierten, die gesamte Gebäudehöhe einnehmenden Säulen vorgelagert. Nach der modernen Sachlichkeit wollte Troost ein „aus der Seele des Volkes empfundenes“ Gebäude errichten, edle Proportionen und gediegenes Material sollten dem Bau den Charakter eines Tempels der Kunst geben. Das Gebäude wurde am 18. Juli 1937 mit der ersten „Großen Deutschen Kunstausstellung“ eröffnet. Trotz des Anspruches, ein Tempel der „deutschen Kunst“, somit der nationalsozialistischen Kunst zu sein, war das Konzept kommerziell angelegt: So gab es die „Goldene Bar“, ein „Bierstüberl“, sowie ein zentrales Restaurant.

AUGUST 1937

1.8.1937
In Kassel wird das neue deutsche Flugzeug Fieseler 156 "Storch" vorgeführt, das wegen seiner Langsamflug-Eigenschaften international Beachtung findet.
Der deutsche Automobilfahrer Hans Stuck gewinnt bei Freiburg im Breisgau (Schauinsland) den Großen Bergpreis von Deutschland.
Der Radrennfahrer Adolf Schön wird in Frankfurt am Main Deutscher Stehermeister 1937.

2.8.1937
Die staatlichen Maßnahmen gegen illegale nationalsozialistische Organisationen in Österreich werden fortgesetzt. In Ried (Oberösterreich) wird von der Polizei ein geheimer NS-Verband "Bund deutscher Mädel" aufgedeckt. In Salzburg werden im Zusammenhang mit der Aufstellung von illegalen SA-Formationen 150 Personen verhaftet.
Im deutschen Teil Oberschlesiens kommt es zu schweren antisemitischen Ausschreitungen. Anlaß dazu soll die kriminelle Tat eines jüdischen Kaufmanns gewesen sein. In mehreren Ortschaften werden jüdische Kaufhäuser von Menschenmengen gestürmt.
In Zürich endet das IV. Internationale Flugmeeting, an dem sich seit dem 23. Juli rund 300 Flieger aus 14 Ländern beteiligt haben.
In Berlin haben zwei Spielfilme Premiere: "Karussell" (Regie: Alwin Elling) mit Marika Rökk, Georg Alexander, Paul Henckels und Aribert Mog und der US-amerikanische Spielfilm "Signale nach London" ("Lloyds of London") von Henry King mit Tyrone Power in der Hauptrolle.

3.8.1937
Reichspropagandaminister Joseph Goebbels verfügt eine einheitliche Schulung für alle Museumsleiter im Deutschen Reich. Nach Goebbels, Wunsch sollen die Museen künftig keinen Überblick über die deutsche Kunst geben, sondern "Erbauungsstätten des Volkes" sein.
Aus Anlaß des ersten Jahrestages der Errichtung der Diktatur in Griechenland verkündet Regierungschef Ioannis Metaxas in Athen die Parole: Arbeit, Ordnung und Disziplin.
In Berlin finden zwei Filmuraufführungen statt: "Sieben Ohrfeigen" von Paul Martin mit Lilian Harvey und Willy Fritsch sowie "Liebe kann lügen" (Regie: Heinz Helbig) mit Karl Ludwig Diehl, Dorothea Wieck, Kurt Meisel und Curd Jürgens.

4.8.1937
Der spanische Faschistenführer Francisco Franco Bahamonde legt den Aufbau der neuen Staatspartei Falange Española fest. Danach ist Franco als Führer der Partei nur "Gott und der Geschichte" verantwortlich.
Magda Schneider und Willy Eichenberger spielen die Hauptrollen in dem Spielfilm "Der Weg des Herzens" (Regie: Willy Schmidt-Gentner), der in Berlin uraufgeführt wird.

5.8.1937
In den ersten 14 Tagen nach der Eröffnung haben bereits mehr als 396 000 Menschen die Münchener Ausstellung "Entartete Kunst" besucht.
In Hamburg wird der Spielfilm "Unter Ausschluß der Öffentlichkeit" von Paul Wegener mit Olga Tschechowa und Ivan Petrovich in den Hauptrollen uraufgeführt.
Der japanische Außenminister Koki Hirota erklärt vor dem Reichstag in Tokio, dass die Hauptforderung der japanischen Regierung an China eine Zusammenarbeit bei der Abwehr des Kommunismus sei.

6.8.1937
Reichsfinanzminister Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk erlässt eine neue Urlaubsregelung für die Reichsbetriebe. Lehrlinge vor vollendetem 18. Lebensjahr erhalten danach zwölf Tage Urlaub.
Pastor Otto Dibelius, Präsident des Bruderrats der altpreußischen Lutheraner, wird in einem Prozeß in Berlin von der Anklage freigesprochen, durch die Veröffentlichung eines Briefes an Reichskirchenminister Hanns Kerrl gegen das Heimtückegesetz verstoßen zu haben.
Das Handelsabkommen zwischen der Sowjetunion und den USA wird um ein Jahr verlängert.

7.8.1937
Die österreichische Regierung verbietet die deutschvölkische Turnerschaft in Österreich, die enge Verbindungen zu den deutschen Nationalsozialisten hat.
Die britische Regierung in London verweist drei deutsche Journalisten wegen Spionageverdachts des Landes.
Die Rüsselsheimer Opelwerke feiern ihr 75jähriges Jubiläum.
Der erste, von dem Nürnberger Seefahrer Martin Behaim hergestellte Globus, der bislang im Privatbesitz der Familie Behaim war, geht in den Besitz des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg über.

8.8.1937
In Berlin-Dahlem demonstrieren Teilnehmer eines von der Gestapo (Geheime Staatspolizei) verbotenen Bittgottesdienstes für die Freilassung des von der Polizei verhafteten Pastors Martin Niemöller. Die Polizei löst den Demonstrationszug gewaltsam auf und verhaftet rund 100 Personen.
In der Belgrader Diözese werden die Namen von 25 Regierungsmitgliedern und Abgeordneten verlesen, die von der orthodoxen katholischen Kirche Jugoslawiens exkommuniziert worden sind. Den Hintergrund für diese Maßnahme der Kirche bildet die Zustimmung der Politiker zu einem Gesetz, das ein Konkordat mit dem Vatikan vorsieht.
Der deutsche Automobilrennfahrer Manfred von Brauchitsch gewinnt auf Mercedes-Benz den Großen Preis von Monaco in Monte Carlo.
Die Internationale Rhön-Segelflugwoche an der Wasserkuppe endet mit dem Gesamtsieg der Deutschen Ludwig Karch und Heinrich Zimmermann.
Der zur Zeit beste Motorrad-Rennfahrer Europas, der Schotte James J. Guthrie, kommt bei einem Sturz während des Großen Preises von Deutschland in Chemnitz ums Leben. Sieger des Rennens wird der Deutsche Karl Gall auf BMW.

9.8.1937
Die britische Armee führt über Südengland und London Manöver der Luftstreitkräfte durch, an denen sich annähernd 400 Militärflugzeuge beteiligen.

10.8.1937
In Venedig wird die Internationale Filmkunstausstellung (Biennale) eröffnet. Sie dauert bis zum 4. September 1937.
Ein Erlass des Reichsinnenministers Wilhelm Frick verbietet jü­dischen Mischlingen, ihren jüdischen Familiennamen zu ändern.
Die japanische Regierung beschuldigt die Sowjetunion der aktiven Einmischung in den chinesisch-japanischen Konflikt. Nach Angaben aus Tokio sollen 200 sowjetische Offiziere in der chinesischen Armee befehligen.
In Berlin hat der Spielfilm "Capriolen" von Gustaf Gründgens mit Marianne Hoppe, Gustaf Gründgens und Fita Benkhoff in den Hauptrollen Premiere.

11.8.1937
Die Zionisten bekräftigen auf ihrem Weltkongreß den Anspruch auf eine Heimstätte in Palästina. Mit 300 gegen 158 Stimmen nehmen die Mitglieder des zionistischen Weltkongresses in Zürich eine Resolution an, in der die Teilungspläne der britischen Kommission für Palästina abgelehnt werden.
Adolf Hitler bestellt Hjalmar Schacht auf den Obersalzberg. Schach hat gegenüber Hermann Göring mit Rücktritt vom Wirtschaftsministerium gedroht, weil er dessen Industriepolitik ablehnt. Hitler weigert sich Schachts Rücktritt anzunehmen und fordert ihn auf, sich mit Göring zu verständigen und sich zwei Monate Bedenk­zeit zu nehmen.
In den letzten Wochen wurden in Ostsibirien 311 Angestellte der Eisenbahngesellschaft wegen "Sabotage, Spionage und Trotzkismus" zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Eine Anordnung des Beauftragten für den Vierjahresplan, Reichsminister Hermann Göring, verpflichtet alle Gemeinden mit über 35.000 Einwohnern, dafür Sorge zu tragen, dass durch restloses Aussortieren alle verwertbaren Alt- und Abfallstoffe im Müll erfaßt werden.
Der Beauftragte für den Vierjahresplan, Hermann Göring, ordnet an dass der Reichsarbeitsdienst des Sommerhalbjahres 1937 bis zum 27. Oktober verlängert wird, um die Einbringung der Hackfruchternte sicherzustellen.

12.8.1937
Nach dem Eintreffen von insgesamt 33 japanischen Kriegsschiffen vor Schanghai verhängt die chinesische Regierung über die Stadt den Belagerungszustand.
In der irakischen Stadt Mosul wird der Generalstabschef der irakischen Armee, Bekir Sidky, von einem Palästinenser ermordet. Der Kurde Sidky ist 1936 an dem Sturz der letzten irakischen Regierung beteiligt gewesen.
Die niederländische Regierung beabsichtigt, wehrpflichtige Männer, "die aus Überzeugung gegen den Militärdienst eingestellt sind", in einem "Ersatzdienst" zu Deichbauarbeiten heranzuziehen.

13.8.1937
In einer gemeinsamen Note fordert das Deutsche Reich, die USA, Italien, Frankreich und Großbritannien bezüglich Schanghai, daß China seine Truppen zurückziehe und Japan keine weiteren Militäreinheiten nach Schanghai schicke.
Adolf Hitler begrüßt auf dem Obersalzberg die Teilnehmer eines deutsch-französischen Jugendlagers mit einer kleinen Ansprache. Am gleichen Tag unterzeichnet Adolf Hitler einen Aufruf zur „Hindenburg-Spende" zur Unterstützung von Kriegsbeschädig­ten und Kriegshinterbliebenen. Danach fährt Hitler nach Nürnberg.
Zur musikalischen Erziehung der Hörer plant der tschechoslowakische Rundfunk ein Programm, in dem Werke zeitgenössischer Komponisten (Arnold Schönberg, Igor Strawinsky, Alban Berg und Paul Hindemith) gesendet werden.

14.8.1937
Mit der Eröffnung der Ausstellung "700 Jahre Berlin" beginnen die offiziellen Feiern zum Jubiläum der Reichshauptstadt.
Adolf Hitler hält in Nürnberg mit mehreren Reichsleitern eine Besprechung über den Parteitag 1937 ab.
Die japanisch-chinesischen Kämpfe, in die nunmehr auch Bombenflugzeuge eingreifen, fordern in der dichtbesiedelten ostchinesischen Küstenstadt Schanghai unter der Zivilbevölkerung über 1000 Todesopfer.

15.8.1937
Adolf Hitler besichtigt das Parteitagsgelände in Nürnberg.
Die faschistischen Truppen in Spanien beginnen einen großangelegten Vorstoß im Norden des Landes. Sie nähern sich der Stadt Santander um 50 km.
Bei den Europameisterschaften der Ruderer in Amsterdam siegen die Deutschen im Vierer mit Steuermann, im Zweier mit Steuermann und im Doppelzweier.

16.8.1937
Das neue deutsche viermotorige Wasserflugzeug »Nordmeer« erreicht auf seinem Versuchsflug von Travemünde aus über den Nordatlantik New York.
In Nürnberg berät Adolf Hitler mit den Reichskriegsministern Werner von Blomberg und Konstantin Freiherr von Neurath den Parteitag 1937.
Adolf Hitler sendet ein Glückwunschtelegramm an Reichsstatt­halter General Franz Xaver Ritter von Epp zum 50. Jahrestag seines Eintritts in die Armee.
Die Regierung in Tokio verkündet die allgemeine Mobilmachung. Zu der Protestnote von fünf Staaten vom 13. August äußert ein Regierungssprecher, Japan werde die Kämpfe in Schanghai fortsetzen, um die 30 000 japanischen Einwohner der Stadt zu schützen.
Im Zusammenhang mit der Ermordung des irakischen Generalstabschefs Bekir Sidky tritt der Ministerpräsident des Irak, Hikmet Suleiman, zurück. Sein Nachfolger wird Dschamil Bey Midfai.
Bei einer Demonstration in der serbischen Stadt Mladenovac, die sich gegen die Kirchenpolitik der jugoslawischen Regierung richtet, werden von der Polizei zwei der Demonstranten erschossen.
Die Spieler der USA gewinnen die Schacholympiade in Stockholm vor Ungarn und Polen.

17.8.1937
Das Deutsche Reich begibt eine neue 700-Millionen-Reichsmark-Anleihe mit einer Laufzeit von zwölf Jahren. Damit beläuft sich der Gesamtbetrag der Reichsanleihen 1937 bisher auf 2,2 Milliarden Reichsmark.
Adolf Hitler besucht erneut die Bayreuther Festspiele und sieht sich die Aufführung von Richard Wagners „Götterdämmerung" an.
Auf Vorschlag des US-Präsidenten Franklin Delano Roosevelt wird der Senator Hugo Black zum Richter am Obersten Bundesgericht in Washington ernannt. Der Befürworter von Roosevelts New-Deal-Politik ("neue Handlungsweise") wird Nachfolger des in den Ruhestand getretenen konservativen Bundesrichters William van Devanter.

18.8.1937
Das Gartenbauamt von Berlin-Prenzlauerberg läßt an einem Großteil der Bänke in öffentlichen Parkanlagen Schilder mit der Aufschrift »Nur für Arier« anbringen.
Auf Anordnung des deutschen Reichsinnenministeriums ist Juden und jüdischen »Mischlingen« ein Antrag auf Änderung ihres jüdischen Nachnamens abschlägig zu beantworten.
Adolf Hitler fährt wieder auf den Obersalzberg.
Die US-amerikanische Regierung ordnet die Evakuierung aller Staatsbürger aus China an. Zur Zeit halten sich etwa 12 600 US-Bürger in China auf.

19.8.1937
Der Berliner Korrespondent der Londoner "Times", Norman Ebbutt, wird von der Reichsregierung des Landes verwiesen, weil er angeblich die deutsch-britischen Pressebeziehungen gefährdet.
Die Reichsregierung verfügt, dass jüdische Buchhändler ab sofort nur noch Bücher von jüdischen Autoren an jüdische Kunden verkaufen dürfen.
Das Berliner Institut für Konjunkturforschung meldet eine Steigerung der Einzelhandelsumsätze für das erste Halbjahr 1937 gegenüber dem gleichen Zeitraum des Jahres 1936 um durchschnittlich 10%.
In einer ersten Durchführungsverordnung zum Gesetz über die Sicherung der Reichsgrenzen verfügt das Reichsinnenministerium die Genehmigungspflicht für den Erwerb von Grund und Boden in "gewissen Grenzgebieten".
Die französische Regierung macht das Angebot, die Kolonie Madagaskar für die jüdische Einwanderung zu öffnen.

20.8.1937
In Österreich tritt ein neues Ordnungsschutzgesetz in Kraft, das u.a. gegen Aktivitäten von politischen Gegnern des autoritären Regimes von Bundeskanzler Kurt Schuschnigg gerichtet ist.
Auf der Münchner Tagung des Rechtsamtes der NSDAP refe­riert Reichsminister Hans Frank über die Stellung des Rechts im nationalsozialistischen Staat. Zu den Vorwürfen des Auslandes, die deutschen Richter seien nicht unabhängig, erklärt er: „Die Freiheit des einzelnen ist in der nationalsozialistischen Rechtsordnung garan­tiert, noch nie war ein Richter freier und unabhängiger als im nationalsozialistischen Staat."
Französische und britische Kriegsschiffe beginnen mit einer systematischen Durchsuchung des Mittelmeers, um die U-Boote ausfindig zu machen und zu identifizieren, die seit geraumer Zeit die Handelswege bedrohen.
In München wird der Spielfilm "Versprich mir nichts" (Regie: Wolfgang Liebeneiner) mit Luise Ullrich, Victor De Kowa, Heinrich George, Willi Dohm und Hubert von Meyerinck in den Hauptrollen uraufgeführt.

21.8.1937
In Berlin tagt der 11. Milchwirtschaftliche Weltkongreß, an dem 53 Staaten mit rund 3000 Delegierten vertreten sind. Die Veranstaltung dauert bis zum 29. August.
Beim III. Internationalen Kongress für ärztliche Fortbildung in Ber­lin umreißt der Rcichsärzteführer Gerhard Wagner die Aufgaben des Arztes im nationalsozialistischen Deutschland.
China und die Sowjetunion schließen in Nanking einen Nichtangriffspakt. Im Gespräch sind auch Lieferungen von Kriegsmaterial an die Chinesen.

22.8.1937
In mehreren polnischen Ortschaften kommt es zu Zusammenstößen zwischen Bauern, die seit einer Woche für eine Demokratisierung des öffentlichen Lebens demonstrieren und der Polizei. Bei dem Versuch, Kundgebungen aufzulösen, erschießt die Polizei 25 Menschen.
Der deutsche Automobilrennfahrer Rudolf Caracciola gewinnt in Bern das Rennen um den Großen Preis der Schweiz.

23.8.1937
Die "Jewish Agency", die offizielle jüdische Vertretung für die Zusammenarbeit mit der britischen Mandatsregierung in Palästina, beschließt in Zürich, die Exekutive solle an Großbritannien mit der Bitte herantreten, direkte Verhandlungen zwischen Arabern und Juden über ein "Übereinkommen in Palästina" zu arrangieren.
Der deutsche Botschafter bei der nationalspanischen Regierung in Salamanca, Wilhelm Faupel, tritt - nach offiziellen Angaben - aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt zurück.

24.8.1937
Die Organisationsleitung der NSDAP verbietet Parteimitgliedern ab sofort die Mitgliedschaft im Rotary-Club weil dieser "von freimaurerischem Geist durchdrungen wird".

25.8.1937
Truppen der spanischen Faschisten unter General Fidel Dávila Arredondo rücken in der nordspanischen Stadt Santander ein.
Laut des neuen Organisationsstatuts der österreichischen Einheitspartei Vaterländische Front werden in Zukunft nur noch solche Bürger aufgenommen, die sich "klar zum selbständigen, christlichen, deutschen, berufsständischen Bundesstaat Österreich bekennen".

26.8.1937
Eine Untersuchung über die Lebenshaltung deutscher Familien, die von der Berliner Reichsstelle für hauswirtschaftliche Forschungs- und Versuchsarbeit durchgeführt worden ist, kommt zu dem Ergebnis, dass 50 bis 70% des Familieneinkommens für Ernährung aufgewendet werden.
Die türkische Regierung warnt die übrigen Staaten, dass U-Boote, die in die türkische Meerenge einfahren und die Angabe ihrer Identität verweigern, in Zukunft "mit dem Ziel der Versenkung angegriffen werden". Ankara begründet diesen Schritt mit den Angriffen gegen Handelsschiffe durch U-Boote unbekannter Nationalität.
Bei den Radsport-Weltmeisterschaften, die vom 21. bis zum 29. August in Kopenhagen ausgetragen werden, wird der Deutsche Walter Lohmann Weltmeister der Steher.
Der Spielfilm "Gauner im Frack" wird in Berlin uraufgeführt. Unter der Regie von Johannes Riemann spielen u.a. Camilla Horn, Paul Klinger und Karl Martell.

27.8.1937
Den spanischen Regierungstruppen gelingt es, an der nordspanischen Aragon-Front durch eine überraschende Offensive gegen die Faschisten Erfolge zu erzielen.
Die von Adolf Hitler erlassene „Erste Verordnung über die Ver­leihung von Titeln" hat den Professoren-Titel zum Gegenstand.
In Südfrankreich halten sich zur Zeit rund 50 000 Flüchtlinge aus Nordspanien auf.
Bei einem Großangriff der japanischen Luftwaffe auf die chinesische Hauptstadt Nanking werden 500 Menschen getötet.

28.8.1937
Neues Schulgesetz für Ostoberschlesien, welches in völligem Widerspruch zum Wortlaut und Sinn der vorbereiteten Minderheitenerklärung steht.
Der Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP, Ernst Wilhelm Bohle, eröffnet in Stuttgart die fünfte Reichstagung des NSDAP-Verbandes der Auslandsdeutschen.

29.8.1937
In Leipzig beginnt die Herbstmesse 1937. Von den 5500 Ausstellern kommen 361 aus dem Ausland. Die Messe dauert bis 2. September.
Bei der Bombardierung des Bahnhofs von Nantao bei Schanghai durch japanische Flugzeuge werden 700 chinesische Flüchtlinge getötet und 1200 verwundet.
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gewinnt in Königsberg ein Länderspiel gegen Estland 4:1.

30.8.1937
Der frühere deutsche Gesandte in Ägypten, Eberhard von Stohrer, wird vom Führer und Reichskanzler Adolf Hitler zum neuen Botschafter bei der nationalspanischen Regierung in Salamanca ernannt.
Die chinesische Regierung legt dem Völkerbundssekretariat in Genf eine Denkschrift vor, in der Japan zum Angreifer im Sinne des Völkerbundspaktes erklärt wird und detaillierte Angaben zu den Angriffshandlungen gemacht werden.
In New York gewinnt der US-amerikanische Schwergewichtsboxer Joe Louis den Kampf um die Weltmeisterschaft gegen den Briten Tommy Farr nach Punkten.

31.8.1937
Für die französische Regierung von Ministerpräsident Camille Chautemps endet mit dem heutigen Tag das Recht, Gesetze einfach per Verfügung zu erlassen. Das Verfügungsrecht erhielt Chautemps vom Parlament, um die kritische wirtschaftliche und finanzielle Situation Frankreichs schnell zu bereinigen.
In Berlin wird der Spielfilm "Zu neuen Ufern" (Regie: Detlef Sierck) mit Zarah Leander und Willy Birgel in den Hauptrollen uraufgeführt.

Die deutschen Behörden und die jüdischen Organisationen haben zum Zweck der Auswanderung eng zusammen gearbeitet. Die an einer Auswanderung interessierten Juden wurden von allen Seiten ausführlich beraten und ihnen wurde zahlreiche Hilfe zuteil. Von einer geheimen Flucht, bei Nacht und Nebel über irgendeine Grenze kann gar keine Rede sein. Im Gegenteil. Der deutschen Regierung lag daran, die Juden aus dem Land zu bekommen. Deswegen wurden auch ihre Rechte eingeschränkt, um sie zur Ausreise zu bewegen.

Henrich Focke

Rudolf Hasse

Werner Heisenberg

Karl Lapper

Adolf Ziegler

James "Jimmie" Guthrie

Karl Gall

Marianne Hoppe

Franz Ritter von Epp

Luise Ullrich

Viktor De Kowa

Willhelm Faupel

Ernst Wilhelm Bohle

Eberhard von Stohrer

 das KZ Buchenwald - KLICK
Sie können die einzelnen Bilder anklicken und die detailierten Ereignnisse dieser Zeit in der großen Chronik von 1933-45 nachlesen