Chronik des Nationalsozialismus Juli / August 1938

JULI 1938

1.7.1938
Im Deutschen Reich tritt die Verordnung über die Arbeitszeit der Beamten vom 13. Mai 1938 in Kraft. Die Arbeitszeit beträgt wöchentlich 51 Stunden, in den Städten Berlin, Hamburg, München, Köln und Dresden 48,5 Stunden.
Im Deutschen Reich treten das Personenstandsgesetz vom 3. November 1937 und die Erste Verordnung zur Ausführung des Personenstandsgesetzes vom 19. Mai 1938 in Kraft.
Im Deutschen Reich tritt rückwirkend vom 7. Juli 1938 eine Verordnung zur Förderung der Landbevölkerung in Kraft. Damit werden die Möglichkeiten zur Inanspruchnahme von Ehestands- und Einrichtungsdarlehen für die Landbevölkerung erweitert.
Anlässlich des ersten Jahrestages der Verhaftung von Pastor Martin Niemöller finden in mehreren Berliner Kirchen, darunter in Niemöllers Gemeinde in Dahlem, Bittgottesdienste statt.
Zwischen Polen und dem Deutschen Reich werden ein Wirtschaftsvertrag und ein Abkommen über die Zahlungsweise im Warenverkehr unterzeichnet.
Das Deutsche Reich und Großbritannien einigen sich auf die Erstattung der österreichischen Staatsschulden bei britischen Gläubigern, ohne dass damit von deutscher Seite eine Anerkennung des Deutschen Reiches als Rechtsnachfolger Österreichs in Bezug auf Forderungen anderer Länder verbunden ist.
Der Eisenbahnverkehr zwischen Polen und Litauen wird aufgrund der Vereinbarungen vom 19. März 1938 wieder aufgenommen.
Das japanische Kriegsministerium gibt bekannt, dass der Chef der sowjetischen Geheimpolizei GPU im Fernen Osten, Gemlich S. Ljuschkow, an der Grenze zu Mandschukuo um politisches Asyl nachgesucht hat.
In Gettysburg, US-Bundesstaat Pennsylvania, findet in Anwesenheit von US-Präsident Franklin D. Roosevelt die 75-Jahr-Feier zur Erinnerung an die Schlacht zwischen Nord- und Südstaaten während des Amerikanischen Bürgerkriegs statt. Die Feierlichkeiten dauern bis zum 3. Juli.

2.7.1938
Adolf Hitler trifft sich zum Mittagessen in der Osteria in München mit Gerdy Troost, Professor Leonard Gall, technischer Leiter des Atelier Troost, und Professor Brinkmann. Am Abend besucht er seine Bekannte Marianne Schönmann-Petzl.
In Moskau beschließt der Rat der Volkskommissare der Sowjetunion die Auflegung einer vierprozentigen steuerfreien Staatsanleihe in Höhe von fünf Milliarden Rubel (rund 2,46 Milliarden Reichsmark). Ziel ist die Abschöpfung von Spargeldern der Bevölkerung zur Verbesserung der Landesverteidigung.
Am Schlußtag der offenen englischen Tennismeisterschaften von Wimbledon besiegt die US-Amerikanerin Helen Wills-Moody im Dameneinzel Helen Jacobs (USA) mit 6:4 und 6:0. Auch die übrigen Titel in Wimbledon gehen an US-Amerikaner.

3.7.1938
Josef Bürckel, Reichskommissar für die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Reich, entlässt in Wien zwölf kommissarische Verwalter der Privatwirtschaft und nimmt sie in Haft.
In der Schweiz wird bei einer Volksabstimmung das neue Strafgesetzbuch angenommen.
Im Wiederholungs-Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft 1938 bezwingt vor 100 000 Zuschauern in Berlin die Elf von Hannover 96 den FC Schalke 04 mit 4:3 nach Verlängerung und wird erstmals Deutscher Fußballmeister. Den dritten Platz erkämpft sich im Vorspiel gleichfalls in der Wiederholung Fortuna Düsseldorf durch 4:2 (2:0) über den Hamburger SV.
Den Großen Preis von Frankreich für Automobile in Reims gewinnt der Deutsche Manfred von Brauchitsch auf Mercedes-Benz.

4.7.1938
In Komotau in der Tschechoslowakei geht nach viertägiger Dauer das vom Bund der Deutschen veranstaltete Fest aller Deutschen zu Ende. Konrad Henlein, Führer der Sudetendeutschen Partei (SdP), erklärt, das Sudetendeutschtum sei zum Brennpunkt der europäischen Politik geworden. Der Bund der Deutschen beschließt den Eintritt in den Sudetendeutschen Verband.
Adolf Hitler befiehlt, "(...) dass Bauvorhaben, die ohnehin in diesem Jahr nicht fertig gestellt werden können, zurücktreten müssen, wenn es sich darum handelt, für die Sicherheit der Nation eine Maßnahme durchzuführen, die die Voraussetzungen für alle weiteren Arbeiten im Frieden erst schafft".
Der Schriftsteller Erich Maria Remarque wird aus Deutschland ausgebürgert.
Frankreich und die Türkei einigen sich in Antiochia über die Besetzung des Sandschak von Alexandrette.
In der neuen Stadt Aprili im Gebiet der trockengelegten Pontinischen Sümpfe hält Italiens Duce und Ministerpräsident Benito Mussolini - auf einer Dreschmaschine stehend - eine Rede an die Landarbeiter, in der er sie zu erhöhten Anstrengungen aufruft und erklärt, das italienische Volk werde auch in Zukunft stets das nötige Brot erhalten.
Der nach London emigrierte österreichische Arzt und Psychologe Sigmund Freud wird in die Londoner Royal Society aufgenommen.

5.7.1938
Der Londoner Nichteinmischungsausschuß vereinbart die Rückberufung der im Spanischen Bürgerkrieg kämpfenden ausländischen Freiwilligen.

6.7.1938
Durch Erlaß des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler wird der Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt, Albert Speer, mit der Anlage und dem Ausbau im Gebiet der Volkswagenstadt (Wolfsburg) beauftragt.
Durch das Gesetz zur Änderung der Gewerbeordnung für das Deutsche Reich (ohne Österreich) wird Juden und jüdischen Unternehmungen u.a. der Betrieb von Auskunfteien, Maklerbüros und Heiratsvermittlungen untersagt.
Die Reichsregierung ordnet die Durchführung einer Volks-, Berufs- und Betriebszählung am 17. Mai 1939 an. Die für den 17. Mai 1938 geplante Volkszählung war wegen des "Anschlusses" von Österreich verschoben worden.
In Prag geht nach viertägiger Dauer der X. Kongress des tschechischen Turnerverbandes Sokol zu Ende.
In Budapest wird Ferenc Szalasi, Führer der profaschistischen Pfeilkreuzlerpartei, wegen versuchten Aufruhrs zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt.

Die Konferenz von Évian fand im Hotel Royal im französischen Évian-les-Bains am Genfersee statt. Vertreter von 32 Nationen trafen sich, um die Möglichkeiten der Auswanderung von Juden aus dem Deutschen Reich zu verbessern. Die Erfolge dieser Konferenz hielten sich in engen Grenzen.                 

Auf Initiative des US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt wurde eine Konferenz einberufen, die zum Ziel hatte, jüdischen Flüchtlingen die Emigration aus dem deutschen Reich zu erleichtern. Die ab 1938 erneut steigende Anzahl von Flüchtlingen, ausgelöst auch durch den Anschluss Österreichs an das "Dritte Reich", war zu einem schwerwiegenden Problem vor allem für europäische Staaten geworden. Zweiunddreißig Staaten akzeptierten die Einladung zu der Konferenz in Evian: sechs von Deutschlands Nachbarn, das Vereinigte Königreich mit seinen Dominions und neunzehn lateinamerikanische Länder. Nicht formell dazu eingeladen waren neununddreißig Organisationen, die sich bereits damals für die deutschen Juden einsetzten, aber sie durften kurze Erklärungen abgeben, während Abgesandte der Reichsvertretung und der jüdischen Gemeinde in Wien, denen die Ausreise zu dem Zweck gestattet worden war, ihr Anliegen vorzutragen, für die potentiellen Flüchtlinge selbst sprachen. Die Wahrheit zeigte sich am Ende dieser Tagung im Luxushotel: Die emigrationswilligen Juden waren nirgends auf der Welt erwünscht und der Vertreter Australiens sprach Klartext: "Da wir kein reales Rassenproblem haben, verspüren wir auch keine Neigung, durch eine ausländische Masseneinwanderung eines zu importieren."                 

Der Völkische Beobachter schrieb: "Niemand will sie haben!"

Der Völkische Beobachter schrieb: "Niemand will sie haben!"

Auf Initiative des US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt wurde eine Konferenz einberufen, die zum Ziel hatte, jüdischen Flüchtlingen die Emigration aus dem deutschen Reich zu erleichtern. Die ab 1938 erneut steigende Anzahl von Flüchtlingen, ausgelöst auch durch den Anschluss Österreichs an das "Dritte Reich", war zu einem schwerwiegenden Problem vor allem für europäische Staaten geworden. Zweiunddreißig Staaten akzeptierten die Einladung zu der Konferenz in Evian: sechs von Deutschlands Nachbarn, das Vereinigte Königreich mit seinen Dominions und neunzehn lateinamerikanische Länder. Nicht formell dazu eingeladen waren neununddreißig Organisationen, die sich bereits damals für die deutschen Juden einsetzten, aber sie durften kurze Erklärungen abgeben, während Abgesandte der Reichsvertretung und der jüdischen Gemeinde in Wien, denen die Ausreise zu dem Zweck gestattet worden war, ihr Anliegen vorzutragen, für die potentiellen Flüchtlinge selbst sprachen. Die Wahrheit zeigte sich am Ende dieser Tagung im Luxushotel: Die emigrationswilligen Juden waren nirgends auf der Welt erwünscht und der Vertreter Australiens sprach Klartext: "Da wir kein reales Rassenproblem haben, verspüren wir auch keine Neigung, durch eine ausländische Masseneinwanderung eines zu importieren."                 

7.7.1938

Die deutsche Reichsregierung erlässt das Gesetz über die Schaffung des Reichsstudentenwerkes, in dem - unter Leitung des Reichsstudentenführers - die bisher an den deutschen Hoch- und Fachschulen bestehenden Einrichtungen des studentischen Hilfswerks aufgehen.
Durch Änderung der Gewerbeordnung werden Juden von weiteren Berufen ausgeschlossen, so vom Bewachungsgewerbe, von gewerbsmäßiger Auskunftserteilung über Vermögensverhältnisse, vom Immobilienhandel, von der Heiratsvermittlung, Fremdenführung, vom Wander- und Hausierergewerbe, von Maklergeschäften und Hausverwaltungen, Vertretungen.
Anlässlich des ersten Jahrestages des Kriegsbeginns zwischen China und Japan werden in Schanghai zahlreiche Attentate auf Japaner und japanfreundliche Chinesen verübt.
In einer Proklamation an das japanische Volk bezeichnet Kaiser Hirohito die Kriegslage in China aus positiv. Der Krieg kostete Japan bisher 7,38 Milliarden Yen (53 Millionen RM).
Die Sowjetunion erlässt ein Dekret über die Säuberung der Provinzbibliotheken von staatsgefährdenden Büchern.

8.7.1938
Adolf Hitler gibt im Führerhaus am Königlichen Platz in München anlässlich des Auftaktes der Veranstaltungen zum "Tag der Deutschen Kunst" einen Empfang für namhafte Künstler und andere Persönlichkeiten des deutschen Kulturlebens, darunter auch Gerdy Troost und Lady Unity Mitford.
In Regensburg-Schnabelweis wird der Grundstein zu einem Holzverzuckerungswerk gelegt. Auf der Grundlage von Forschungen des deutschen Chemikers Friedrich Bergius sollen ab Juli 1939 jährlich bis zu 300 000 Raummeter Holz zu Zucker verarbeitet werden.
Wegen fortgesetzter "Rassenschande" wird der deutsche Jude Walter Rosenstein vom Hamburger Landgericht zu 6 Jahren Zuchthaus verurteilt.

9.7.1938
Adolf Hitler übergibt der Münchner Glyptothek als persönliches Geschenk eine von ihm aus italienischem Privatbesitz erworbene Statue Lancelottis, Nachbildung des antiken Diskuswerfers von Myron. Gemeinsam mit Joseph Goebbels nahm er zuvor an einer Festsitzung der Reichskammer der bildenden Künste im Deutschen Museum teil. Am Abend besucht er eine Festaufführung des "Lohengrin" im Nationaltheater, und gibt anschließend im Künstlerhaus, das er als "Geschenk für die Künstlerschaft" hatte umbauen lassen, einen Empfang.
Reichspostminister Wilhelm Ohnesorge erläßt eine Verordnung über die Einführung neuer Post- und Fernmeldegebühren für die Ostmark. Die neuen Gebührensätze treten zwischen dem 1. August und dem 1. Oktober in Kraft.
Im sibirischen Nowosibirsk wird das Drama "Tanja" des sowjetischen Autors Alexei N. Arbusow uraufgeführt. Es wird ein großer Erfolg und macht den Autor rasch in der Sowjetunion bekannt.

10.7.1938
Adolf Hitler eröffnet in München die 2. Deutsche Kunstausstellung. Den Organisator, seinen Leibfotografen Heinrich Hoffmann, ernennt er zum Professor. Nach seiner großen Festrede nimmt er zum Abschluss der Feierlichkeiten noch am Festzug "2000 Jahre deutsche Kultur" teil.
Die während des Weltkriegs zerstörte Kathedrale von Reims wird nach ihrem Wiederaufbau geweiht.
Nach viertägiger Dauer geht die erste Feldhandball-Weltmeisterschaft in Deutschland zu Ende. Im Finale siegt die deutsche Mannschaft 23:0 (12:0) gegen die Schweiz in Berlin.

11.7.1938
Bei Steinbach im Kreis Memmingen/Bayern wird das nach den Plänen von Arno Fischer (München) gebaute Unterwasserkraftwerk an der Iller in Betrieb genommen. Das Werk ist auf eine Jahreskapazität von 25 Millionen Kilowattstunden angelegt.
Die italienische Zeitung "La Stampa" veröffentlicht Zahlen über den Einsatz italienischer Kampfflugzeuge im Spanischen Bürgerkrieg. Demnach haben die Italiener im April 2398 Flüge absolviert und dabei 291 t Bomben abgeworfen, im Mai 2063 Flüge und 381 t Bomben und im Juni 3103 Flüge und 718 t.

12.7.1938
Durch Erlaß des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda, Joseph Goebbels, werden in der Ostmark sechs Reichspropagandaämter mit Sitz in Linz, Wien, Graz, Klagenfurt, Salzburg und Innsbruck errichtet.
Anlässlich der Unterzeichnung eines Freundschaftsvertrages Deutschland-Mandschukuo (Mandschurei) in Berlin hat Adolf Hitler ein Telegrammwechsel mit dem Kaiser von Mandschukuo.
Die Deutsche Reichspost eröffnet eine Kabelverbindung für die Aufnahme eines Fernsprechdienstes zwischen Berlin und München.
Sowjetische Truppen überschreiten südwestlich von Wladiwostok die Grenze von Mandschukuo.
Das britische Unterhaus in London billigt die Entscheidung des Privilegienausschusses, wonach der konservative Abgeordnete Duncan Sandys nicht verpflichtet ist, sich vor einem Militärgericht wegen des Verdachtes des Geheimnisverrats zu verantworten.
Als neuntes südamerikanisches Land erklärt Venezuela seinen Austritt aus dem Völkerbund.
Die französische Regierung unterrichtet Japan offiziell über die Anfang Juli erfolgte Okkupation der 350 km südlich von Hainan liegenden Paracelinseln.

13.7.1938
Der große Gönner Adolf Hitlers, der Geheimrat und Industrielle Emil Kirdorf, stirbt im Alter von 91 Jahren auf seinem Wohnsitz "Streithof" bei München. Hitler sendet an dessen Witwe ein Beileidstelegramm.
Adolf Hitler empfängt den neuen Botschafter der Sowjetunion Marekalov und den neuen ägyptischen Gesandten Sir Ahmed Pascha im Haus des Reichspräsidenten in Berlin zur Entgegennahme ihrer Beglaubigungsschreiben. Er hält dabei die üblichen Ansprachen.
Die nationalspanischen Truppen eröffnen eine Großoffensive auf Sagunt an der Teruel-Front. Ihr Ziel ist die Eroberung von Valencia.

14.7.1938
Hermann Göring berichtet Adolf Hitler in Anwesenheit von Fritz Todt auf dem Obersalzberg nach seiner Besichtigungsfahrt in die Gebiete für die Westbefestigungen, dass die Pionierbataillone völlig versagt hätten. Hitler erhebt schwere Vorwürfe gegen den Generalstab und beauftragt Todt, den Großbau zu übernehmen und die Befestigungsanlagen nach den militärischen Plänen der Pionierstäbe unter Einsatz der Autobahnbauleitungen so zu erstellen, dass in 1 1/2 Jahren 10.000 Betonbauten vom Bunker bis zu schwersten Werken vollendet sein würden.
Durch einen Erlaß des deutschen Reichswirtschaftsministers Walther Funk werden die Bestimmungen des deutschen Kartellgesetzes auch in der Ostmark eingeführt.
General Luigi Russo, der Generalstabschef der faschistischen Miliz, trifft zu einem Besuch bei SA-Stabschef Viktor Lutze ein.
Der US-amerikanische Millionär Howard Hughes beendet einen Flug rund um die Erde. Hughes brauchte drei Tage, 19 Stunden und 17:10 Minuten.

15.7.1938
In Evian am Genfer See geht nach zehntägiger Dauer eine Konferenz über Flüchtlingsfragen zu Ende. Daran nahmen 32 Staaten teil. Die Teilnehmerstaaten weigerten sich fast ausnahmslos, weitere jüdische Flüchtlinge aufzunehmen. Das einzige Ergebnis war die Gründung eines internationalen Komitees mit Sitz in London vereinbart. Vorsitzender ist der Konferenzpräsident von Evian, Taylor; Direktor ist George Rublee, der dann auch die Verhandlungen mit den deutschen Stellen führt. Die Konferenz von Evian war ein enormer Propagandaerfolg für die Nazis, denn es zeigte sich vor aller Welt: Niemand wollte die aus Deutschland kommenden Juden aufnehmen.
Adolf Hitler und Unity Mitford speisen gemeinsam in der Osteria Bavaria in München. In diesem Sommer sah man sie oft als offizielle ständige Begleiterin an der Seite des Führers.
Hitler besucht das Atelier von Gerdy Troost.
Die japanische Regierung gibt ihren Beschluß bekannt, die Austragung der für 1930 in Tokio und Sapporo geplanten Olympischen Sommer- und Winterspiele an das Internationale Olympische Komitee zurückzugeben.

16.7.1938
In einer Denkschrift für den Oberbefehlshaber des Heeres, General Walter von Brauchitsch, formuliert Generaloberst Ludwig Beck, Chef des Generalstabs des Heeres, Bedenken gegen die Gewaltpolitik Adolf Hitlers.
Adolf Hitler besucht die Trauerfeier für Emil Kirdorf, einer der einflussreichsten Wirtschaftsführer des Ruhrgebietes, auf der Zeche Rhein-Elbe in Gelsenkirchen.
In New York hat der Film "Blockade" von Wilhelm (William) Dieterle mit Henry Fonda und Madeleine Carroll Premiere. Die Handlung - der Durchbruch eines Schiffes durch die Blockade, um die Bewohner einer Stadt mit Lebensmitteln zu versorgen - spielt in einem unbenannten Land während eines unbenannten Krieges, ist jedoch als Episode aus dem Spanischen Bürgerkrieg zu identifizieren.

17.7.1938
Adolf Hitler ist wieder in München und trifft sich bei einem Mittagessen mit Gauleiter Adolf Wagner, Professor Gablonsky und Lady Mitford in der Osteria.
Sieger bei den Internationalen Tennismeisterschaften von Deutschland in Hamburg werden in den Einzelkonkurrenzen der Ungar Otto Szigeti und die Dänin Hilde Sperling-Krahwinkel.
Bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Stuttgart siegt bei den Herren der für Eimsbüttel (Hamburg) startende Eutiner Hans Heinrich Sievert im Zehn- und Fünfkampf, bei den Damen verbessert Gisela Mauermayer ihren eigenen Weltrekord im Fünfkampf von 1934 um 41 auf 418 Punkte.

18.7.1938
Adolf Hitler spricht gegenüber dem General der Pioniere, Otto-Wilhelm Förster, erstmals von der „Organisation Todt", womit die Männer des Westwallbaues gemeint sind. Es gibt keine Gründungsurkunde, keinen Erlass und kein Gesetz, Hitler prägte den Ausdruck „Organisation Todt" persönlich.
Nach einem von den Luftfahrtbehörden nicht genehmigten Alleinflug über den Atlantik landet der US-amerikanische Flieger Douglas Corrigan in Dublin. Er gibt an, sich verflogen zu haben und dass sein eigentliches Ziel Kalifornien gewesen sei.

19.7.1938
Durch Erlaß des Reichsinnenministers geht das Vermögen vom österreichischen Sport- und Turnverband auf den Deutschen Reichsbund für Leibesübungen über.
In Nationalspanien wird General Francisco Franco Bahamonde zum Generalkapitän aller Streitkräfte ernannt. Dieser Titel war zu Zeiten der Monarchie den spanischen Königen vorbehalten.
Adolf Hitler unternimmt mit Unity Mitford einen gemeinsamen Spaziergang auf dem Obersalzberg, der vom Berghof zum Teehaus am Mooslahnerkopf führt.

20.7.1938
Der Reichsinnenminister ordnet die Anlegung von Verzeichnissen der jüdischen Gewerbebetriebe an.
In der Schweiz tritt das Bundesgesetz über die Sicherstellung der Landesversorgung mit lebenswichtigen Gütern in Kraft, das den Bundesrat zu weitgehenden Sondermaßnahmen ermächtigt.
Die japanische Regierung erhebt scharfen Protest gegen den Vormarsch sowjetischer Truppen auf das Gebiet der Mandschurei. Die Sowjetregierung begründet den am 12. Juli begonnenen Einmarsch, bei dem die strategisch wichtige Höhe von Schanfeng südwestlich von Wladiwostok besetzt wurde, mit alten russisch-chinesischen Abmachungen aus dem Jahr 1869.

21.7.1938
Außenminister Joachim von Ribbentrop erklärt seinem Staatssekretär Ernst von Weizsäcker, Deutschland sei nötigenfalls schon jetzt wegen der Tschechei zu einem großen Krieg mit den Westmächten bereit. „Für eine Kriegsdauer von beliebiger Länge sind wir mit Rohstoffen ausgerüstet, den Flugzeugbau betreibt Göring so, dass wir jedem Gegner überlegen sind."
Der Friede von Buenos Aires zwischen Bolivien und Paraguay beendet endgültig den Chaco-Krieg.
In London wird "Nobilissima Visione", eine Orchestersuite nach einer Handlung von Léonide Massine, uraufgeführt.

22.7.1938
Der britische König Georg VI. und Königin Elisabeth beenden ihren Staatsbesuch in Frankreich.

23.7.1938
Adolf Hitler trifft in Begleitung von Joseph Goebbels, Unity Mitford und weiterer Parteiprominenz in Bayreuth ein, um den Festspielen wie jedes Jahr beizuwohnen.
In einem Gespräch mit Hitler rät Konrad Henlein von einer kriegerischen Lösung der Sudetenfrage ab.
In Salzburg beginnen die diesjöhrigen Festspiele mit Richard Wagners Oper "Die Meistersinger von Nürnberg" unter der Leitung Wilhelm Furtwänglers.
Das Haus des Bischofs von Rottenburg-Stuttgart, Johann Baptist Sproll, wird von Nationalsozialisten gestürmt. Er hatte sich geweigert, an der Wahl vom 10. April 1938 teilzunehmen.

 Links: Hitler begleitet von Winifred Wagner Rechts:   Hitler mit Germaine Lubin, die Kundry im "Parsifal"

In Bayreuth beginnen die Festspiele mit einer Neuinszenierung von Richard Wagners "Tristan und Isolde". Adolf Hitler und sein NS-Gefolge besuchten auch 1938 die Bayreuther Festspiele in Begleitung von Winifred Wagner. Die Schwiegertochter von Richard Wagner leitete von 1930 bis 1944 die Festspiele, hatte aber nicht die alleinige Entscheidungsgewalt. Hitler sicherte sich ein Mitspracherecht bei der Programmgestaltung und entschied mit, wer wie Regie führen sollte. Adolf Hitler war ein glühender Verehrer von Richard Wagner und seiner Musik. Die Festspiele dauern bis zum 19. August.                  






















Richard Wagner beeinflußte die Ausdrucksfähigkeit romantischer Musik und die theoretischen und praktischen Grundlagen der Oper, indem er die Handlungen als Gesamtkunstwerk gestaltete und dazu Text, Musik und Regieanweisungen schrieb. Hier zwei Beispiele zum anhören. Als erster Komponist gründete er Festspiele in dem von ihm geplanten Festspielhaus. Seine Werke behandeln vorrangig Stoffe der germanischen Mythologie.                  

In Bayreuth beginnen die Festspiele mit einer Neuinszenierung von Richard Wagners "Tristan und Isolde". Adolf Hitler und sein NS-Gefolge besuchten auch 1938 die Bayreuther Festspiele in Begleitung von Winifred Wagner. Die Schwiegertochter von Richard Wagner leitete von 1930 bis 1944 die Festspiele, hatte aber nicht die alleinige Entscheidungsgewalt. Hitler sicherte sich ein Mitspracherecht bei der Programmgestaltung und entschied mit, wer wie Regie führen sollte. Adolf Hitler war ein glühender Verehrer von Richard Wagner und seiner Musik. Die Festspiele dauern bis zum 19. August.                  






















Richard Wagner beeinflußte die Ausdrucksfähigkeit romantischer Musik und die theoretischen und praktischen Grundlagen der Oper, indem er die Handlungen als Gesamtkunstwerk gestaltete und dazu Text, Musik und Regieanweisungen schrieb. Hier zwei Beispiele zum anhören. Als erster Komponist gründete er Festspiele in dem von ihm geplanten Festspielhaus. Seine Werke behandeln vorrangig Stoffe der germanischen Mythologie.                  

24.7.1938
Die republikanischen Truppen eröffnen am Ebro eine Großoffensive gegen die Nationalspanier.
In München findet die Uraufführung der Oper in einem Aufzug "Der Friedenstag" von Richard Strauss nach einem Text von Joseph Gregor statt. Die Leitung hat Clemens Krauss.
Eine deutsche Seilschaft unter Führung von Heinrich Harrer bezwingt in 3 Tagen erstmals die 1800 m hohe Eigernordwand.
Den Großen Preis von Deutschland gewinnt auf dem Nürburgring der Brite Richard Seaman auf Mercedes-Benz.

25.7.1938
Durch Verordnung des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Feldmarschall Hermann Göring, werden die deutschen Bestimmungen über das Luftschutzrecht auch im Land Österreich eingeführt.
Mit dem Dritten Gesetz zur Änderung des Gesetzes über die Errichtung eines Unternehmens Reichsautobahn treten an die Stelle der Worte "Kraftfahrbahnen" oder "Kraftfahrbahnstrecken" offiziell die Worte "Reichsautobahn" und "Reichsautobahnstrecken".
Durch Reichsgesetz wird der Begriff "Solingen" als Herkunftsbezeichnung in Solingen hergestellter Schneidwaren geschützt.
Durch die Vierte Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 15. September 1935 werden Juden vom Arztberuf ausgeschlossen. Die Bestallungen jüdischer Ärzte erlöschen zum 30. September 1938. Im Zuge der „Enttjudung der Ostmark" wird in der Presse für die Übernahme jüdischer Betriebe und Geschäfte geworben.
Bei einem Bombenanschlag der jüdischen Untergrundorganisation Irgun werden in Haifa 39 Araber getötet und 46 verletzt. Es ist der vierte Angriff von Irgun-Kämpfern im Juli.
Nach dem Tod seines Großonkels Fürst Franz I. von Liechtenstein übernimmt Prinz Franz Joseph von und zu Liechtenstein als Fürst Franz Joseph II. die Führung des Staates.
Am Abend findet in Bayreuth ein großes Diner statt, zu dem Adolf Hitler wiederum Unity Mitford eingeladen hat.

26.7.1938
In Prag billigt das politische Ministerkollegium zwei Vorlagen zur Lösung der Nationalitätenfrage. Es handelt sich um ein Nationalitätenstatut und eine Novelle zum Sprachengebrauch.
Vor dem britischen Unterhaus in London kündigt Premierminister Neville Chamberlain die Entsendung von Lord Walter Runciman nach Prag an. Er soll dort in der seit langem strittigen Nationalitätenfrage vermitteln.
Japanische Truppen besetzen die chinesische Stadt Kiukiang am Fluß Jangtsekiang.

27.7.1938
Erlaß des Reichsinnenministers: Soweit dies noch nicht geschehen ist, sind sämtliche nach Juden und jüdischen Mischlingen ersten Grades benannten Straßen unverzüglich umzubenennen.
Die erste Anordnung über die Neugestaltung der Stadt der Reichsparteitage schafft u.a. die gesetzliche Grundlage für den Abbruch der Nürnberger Synagoge.

28.7.1938
Im Deutschen Reich tritt eine Verordnung über öffentliche Spielbanken in Kraft. Damit werden Personen, die das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, vom Besuch einer Spielbank ausgeschlossen.
Adolf Hitler sendet Benito Mussolini zu dessen Geburtstag ein Glückwunschtelegramm.
Eine amtliche chinesische Statistik verzeichnet während des bisher einjährigen Krieges 2472 japanische Bombenangriffe mit 16.170 Flugzeugen und 33.192 Bomben, die 16.532 Personen töteten und 12.752 verwundeten.
In Birkenhead bei Liverpool läuft der britische Passagierdampfer "Mauretania" vom Stapel.

29.7.1938
Auf einer Kundgebung im Rahmen des Deutschen Turn- und Sportfestes in Breslau formuliert Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten das deutsche Frauenideal: Sie sollen »stark und hart werden, stolz und aufrecht mit einem klaren Blick für alles Lebensnotwendige«.
Adolf Hitler reist am Abend im „Führerzug" nach Schlesien, u.a. auch begleitet von Lady Mitford.
Ludwig Beck hält einen Vortrag beim Oberbefehlshaber des Heeres Walter von Brauchitsch. Erster Keim für eine Staatsstreichplanung.
In einer Ansprache vor katholischen Studenten in Castel Gandolfo wendet sich Papst Pius XI. gegen den verstärkten Nationalismus und die Herausstellung von Rassenunterschieden in Italien.
Bei Unruhen zwischen Mohammedanern und Hindus in Rangun (Britisch-Indien) werden rund 40 Menschen getötet und über 250 verletzt. Die Auseinandersetzungen kamen durch die Veröffentlichung eines angeblich buddhistenfeindlichen Buches.
Die deutsche Daviscup-Mannschaft (Henner Henkel und Georg von Metaxa) besiegt Jugoslawien im Europafinale in Berlin 3:2 und zieht zum sechstenmal seit 1929 ins Interzonenfinale ein.
Die 19jährige Dänin Jenny Kammersgaard durchschwimmt die Ostsee von Gedser nach Warnemünde.

30.7.1938
Der legendäre Autobauer, Henry Ford, bekommt an seinem 75. Geburtstag die höchste Auszeichnung, die Deutschland einem Ausländer verleihen konnte, das Großkreuz des Deutschen Adlers für seine "hervorragenden Dienste für das Reich". Die guten Beziehungen zwischen den Nazis und Henry Ford führten sogar zu Aufträgen für die deutsche Wehrmacht, die noch während des Krieges andauerten.
Durch Verordnung des Reichsministers des Innern, Wilhelm Frick, werden bestimmte Gebiete an den Grenzen des Reiches für den Aufenthalt aktiver Militärpersonen einer ausländischen Wehrmacht gesperrt.

31.7.1938
Der "Neue Vorwärts", das seit 1933 erscheinende Exilorgan der SPD, meldet, dass im Reichsgebiet 231 Mitglieder der Widerstandsgruppe "Sozialistische Front" in drei Prozessen zu Zuchthausstrafen bis zu zehn Jahren verurteilt worden sind.
Sieger der Tour de France wird der Italiener Gino Bartali.
Gemeinsam mit Konrad Henlein besucht Adolf Hitler das 18. Deutsche Turnfest in Breslau. Er begrüßt am Vormittag ausländische Volksgruppen und unterhält sich mit den vier deutschen Bergsteigern, die am 24. Juli erstmals die Eigernordwand bezwungen haben. Am Nachmittag wohnt er dem Appell der Turner auf der Friesenwiese bei und nimmt die Siegerehrungen vor. Am Abend fliegt Hitler mit Lady Mitford nach Nürnberg zurück

Die Bayreuther Festspiele oder Richard-Wagner-Festspiele sind ein Musik- und Theaterfestival, das jedes Jahr im eigens dafür von Richard Wagner und Otto Brückwald geschaffenen Festspielhaus auf dem Grünen Hügel in Bayreuth stattfindet.

Hans von Tschammer hatte alle Arten von Leibesübungen bereits in frühester Jugend kennen gelernt. Er wurde im sächsischen Kadettenkorps in Dresden erzogen, in einem Institut also, indem im Gegensatz zu den anderen deutschen Bildungsanstalten auf die körperliche und geistige Erziehung gleich großer Wert gelegt wurde. Tschammer hatte sich wohl in allen damals bekannten Sportarten versucht, auch in solchen, die im Lehrplan der Anstalt nicht enthalten waren.

AUGUST 1938

1.8.1938
Im Land Österreich treten die deutschen Bestimmungen über das Erbhofrecht in Kraft.
Die Wiener Ausgabe des „Völkischen Beobachters" erscheint ab jetzt zum ersten Mal im reichsüblichen Format mit einem Geleitwort des Führers Adolf Hitler.
Im Deutschen Reich tritt das Gesetz über die Errichtung von Testamenten und Erbverträgen vom 31. Juli 1938 in Kraft. Damit wird die zukünftige Abfassung von Testamenten durch den Wegfall verschiedener formaler Anforderungen an dessen Gültigkeit erleichtert. So ist eine Orts- und Zeitangabe nicht mehr erforderlich.
Adolf Hitler besucht in Bayreuth die Vorstellung „Götterdämmerung". Anschließend wird Hitler mit Lady Mitford von Winifred Wagner im Haus Wahnfried empfangen. Wieland Wagner schließt sich nach einem Gespräch mit Adolf Hitler der NSDAP an. Auch die Baronesse Sigrit von Laffert wird Mitglied der NSDAP. Anlässlich einer Rede zur 75-Jahr-Feier der in die I.G. Farben aufgegangenen Farbenfabriken vormals Friedrich Bayer & Co. in Leverkusen verkündet Reichsorganisationsleiter Robert Ley den Beginn der auf Welt einmaligen Sparaktion (5 Mark pro Woche musst du sparen, willst du einen deutschen Wagen fahren...) der Organisation Kraft durch Freude für den angekündigten Volkswagen.

Der Verkauf des KdF-Wagens mittels eines von der Deutschen Arbeitsfront organisierten Sparkartensystems beginnt, wobei bis Ende 1939 bereits 170.000 Sparanträge gestellt wurden. Bereits 1937 hatte Hitler die Deutsche Arbeitsfront mit dem Bau des Volkswagens, des Volkswagenwerkes und einer zugehörigen Stadt «Wolfsburg» beauftragt. Hitler hatte sehr konkrete Vorstellungen von den Eigenschaften des Volkswagens: Er sollte nicht mehr als 1.000 Reichsmark kosten, nicht schneller als 100 km/h fahren, nicht mehr als 7 Liter Benzin pro 100 km verbrauchen und in der Lage sein, zwei Erwachsene und drei Kinder zu befördern. Er ließ es sich auch nicht nehmen, selber Entwurfszeichnungen zu fertigen. Anfang 1938 war der Volkswagen in seiner endgültigen Form fertig. Die Öffentlichkeit sah den Wagen zum ersten Mal anlässlich der Grundsteinlegung des Volkswagenwerkes am 26. Mai 1938. Hitler taufte ihn auf den Namen KdF-Wagen und verkündete den Verkaufspreis von 990 Reichsmark (entspricht heute 3.760 EUR). Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde die Herstellung des KdF-Wagens als ziviler Pkw jedoch zugunsten von Rüstungsgütern wie dem "Kübelwagen" Typ 82, dem "Kommandeurwagen" Typ 87 mit Allradantrieb oder dem "Schwimmwagen" Typ 166, die allesamt auf dem KdF-Wagen basierten, zurückgestellt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der nun VW-Käfer genannte, das  erfolgreichste  Auto  der  Welt und  eine  Legende der Automobilgeschichte.

2.8.1938
Mit einer Kundgebung in der Berliner Deutschlandhalle wird das Richtfest für den vom Architekten Albert Speer entworfenen Neubau der Reichskanzlei begangen.
Der »NS-Volksdienst«, das Organ der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV), gibt das Ergebnis der letzten Zählung von Landstreichern bekannt. Es gab Anfang des Jahres noch 22 787 Wanderer und Obdachlose (über 5500 weniger als im Vorjahr), von denen 59,2% als arbeitsfähig gelten.

3.8.1938
Erlaß des Reichswirtschaftsministers: Mischlinge ersten Grades sind auf dem Gebiet der Wirtschaft nicht zu benachteiligen.
In Prag trifft der britische Diplomat Lord Walter Runciman ein. Er soll in der Sudetenfrage zwischen der tschechoslowakischen Regierung und der sudetendeutschen Minderheit als Vermittler wirken.
Die Nürnberger Stadtverwaltung beschließt, das Grundstück am Hans-Sachs-Platz, auf dem die jüdische Hauptsynagoge steht, zu enteignen.
In New York steigt das Thermometer auf den seit Jahren nicht mehr erreichten Wert von 92,7 Fahrenheit (51,5 C). Auch in Mitteleuropa und auf den Britischen Inseln herrscht seit mehreren Tagen eine extreme Hitzewelle.

4.8.1938
Die italienische Banco di Roma veröffentlicht ihren Geschäftsbericht. Das einflußreiche Kreditinstitut zeichnet darin ein positives Bild des Ausbaus der italienischen Kolonialgebiete Libyen und Abessinien (Äthiopien).
Um 22.05 Uhr landet der deutsche Flieger Hans Bertram mit der planmäßigen Maschine aus Lissabon auf dem Flughafen Tempelhof. Bertram wollte mit seinem "Weltflug auf die Minute" beweisen, dass es unter Benutzung der bestehenden internationalen Fluglinien möglich ist, anhand eines Kursbuches die Welt zu umfliegen. Bertram benötigte für seine Erdumrundung insgesamt 20 Tage und 21:35 h.

5.8.1938
In Berlin eröffnet Reichspropagandaminister Joseph Goebbels die 15. Große Deutsche Rundfunkausstellung.
Adolf Hitler, wieder auf dem Obersalzberg, empfängt eine britische Frontkämpferdelegation unter Führung des Generals Sir Jon Hamilton.
Rund 750 000 Menschen bereiten dem US-amerikanischen Flieger Douglas Corrigan, der angeblich "aus Versehen" nach Irland geflogen war, in New York einen begeisterten Empfang. Schätzungen zufolge werden rund 1900 t Papierschnitzel in die Luft geworfen und damit rund 200 t mehr als beim Empfang von Charles Lindbergh 1927.

6.8.1938
Vor dem Führerkorps des Amtes Werkscharen führt Robert Ley auf der Ordensburg Sonthofen aus, dass bei der Volkswagenfabrik Fallersleben ein Werkscharlager mit 20.000 Mann Belegschaft entstehen werde. Durch dieses Lager müsse jeder Blockleiter und Zellenobmann für die Dauer eines Jahres gehen, um dann als Werkscharmann in seinen Betrieb zurückzukehren.
Der „Völkische Beobachter" eröffnet mit einem Artikel „Genug!" eine verstärkte Kampagne aller deutschen Zeitungen in großer Aufmachung gegen angebliche und tatsächliche Zwischenfälle zwischen Sudetendeutschen und Tschechen.
In Italien erscheint die erste Ausgabe der Zeitschrift "Die Verteidigung der Rasse", die sich der Erforschung de Entwicklung der italienischen Rasse widmet. Die intensive Rasseforschung durch die italienischen Faschisten stößt auf scharfe Kritik der katholischen Kirche.
In Prag wird bekanntgegeben, dass seit dem 20. Mai insgesamt 74mal deutsche Flieger die Grenze zur Tschechoslowakei überflogen haben.

7.8.1938
Beim Rennen um den Ciano-Pokal im italienischen Livorno siegt der Deutsche Hermann Lang (Mercedes-Benz) vor dem italienischen Fahrer Giuseppe Farina (Alfa Romeo)

8.8.1938
Im oberösterreichischen Mauthausen wird mit dem Bau eines Konzentrationslagers begonnen.
Reichswirtschaftsminister Walther Funk erlässt eine Verordnung über die Lohnstatistik. Die Lohn- und Gehaltsverhältnisse der Arbeiter und Angestellten sollen durch das Statistische Reichsamt ermittelt werden.
Das Kammergericht Berlin entscheidet, dass deutsche Kinder keine jüdischen Vornamen erhalten sollen. Eine gesetzliche Regelung steht zwar noch aus, aber Namen wie Abraham, Samuel oder Judith und Esther seien für deutsche Kinder abzulehnen.

9.8.1938
Der italienische Luftmarschall und Gouverneur von Libyen, Italo Balbo, trifft zu einem mehrtägigen Besuch in Berlin ein und besichtigt Einrichtungen der deutschen Luftwaffe.
Im Sitzungssaal der Berliner Krolloper findet die Jahresversammlung des deutschen Rundfunks statt.

10.8.1938
Gegenüber der deutschen Generalität bekräftigt Führer und Reichskanzler Adolf Hitler seine Entschlossenheit zur Zerschlagung der Tschechoslowakei. Die Möglichkeit eines Eingreifens von England und Frankreich weist er als nicht gegeben zurück. Dafür bürge schon allein der Westwall.
Adolf Hitler spricht durch eine Art moralischer Rehabilitierung Generaloberst Werner Freiherr von Fritsch vom Vorwurfs der Homosexualität frei.
Wegen des Andrangs von österreichischen Flüchtlingen verschärfen die Schweizer Behörden die Grenzkontrolle. Personen mit österreichischem Paß ohne gültiges Visum werden zurückgewiesen.
Die von John Woodhead geleitete britische Palästina-Kommission, die Möglichkeiten der Teilung des Landes zwischen Juden und Arabern prüfen sollte, beendet ihre Arbeit. Die arabischen Organisationen hatten im Gegensatz zu den jüdischen Gruppierungen jede Mitarbeit verweigert.

11.8.1938
Der am 4. Februar 1938 wegen des (fälschlichen) Vorwurfs der Homosexualität von seinem Amt als Oberbefehlshaber des Heeres abgelöste Generaloberst Werner Freiherr von Fritsch erhält das Kommando über das Artillerieregiment 12. Adolf Hitler sendet Fritsch ein Glückwunsch- und Dankes-Telegramm und die Urkunde zur Ernennung.
Abkommen zwischen Baldur von Schirach und Wilhelm Keitel über eine verstärkte vormilitärische Ausbildung der Jugend.
Um 20.53 Uhr Berliner Zeit landet in New York eine deutsche Focke-Wulf-200 "Condor", die in 25 Stunden erstmals nonstop von Berlin nach New York geflogen ist.
Der sowjetisch-japanische Grenzkonflikt nach dem sowjetischen Einmarsch in die Mandschurei am 12. Juli und dem am 29. Juli begonnenen japanischen Angriff auf sowjetische Einheiten im Gebiet des Chasan-Sees bei Wladiwostok wird zunächst beigelegt.
In Nürnberg wird mit dem Abriß der Synagoge begonnen.
Die britische Regierung übersendet der Reichsregierung ein nach Außenminister Edward Wood Viscount Halifax benanntes Memorandum. Darin wird u.a. die als bedrohlich empfundene deutsche Aufrüstung kritisiert.

12.8.1938
Durch Erlass von Reichserziehungsminister Bernhard Rust gelten im Deutschen Reich einheitliche Regelungen für die Hochschulzugangsberechtigung ohne Abitur. Zur Vorbereitung für die dafür notwendige Begabtenprüfung wird eine 18monatige Vorstudienausbildung angeboten.
Adolf Hitler beauftragt Fritz Todt, die Straßen zur Tschechoslowakei in einen Zustand zu versetzen, der einen schnellen militärischen Aufmarsch ermöglicht.
Zum Abschluß der mehrtägigen Manöver in den Abruzzen nimmt Italiens Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini in Rom eine Parade der neuaufgestellten Musterdivision Torino ab. Diese besteht aus neun Bataillonen und drei Artilleriegruppen von 500 Offizieren und 12 000 Unteroffizieren und Mannschaften.

13.8.1938
In Düsseldorf beginnen die neuntägigen Feierlichkeiten zum 650jährigen Stadtjubiläum. Am 14. August 1288 erhoben Graf Adolf V. von Berg und seine Frau Elisabeth von Geldern das damalige Dorf an der Düssel zur Stadt.
Der italienische Luftmarschall Italo Balbo besucht von München aus Adolf Hitler auf dem Obersalzberg. Hitler gibt ihm zu Ehren eine Teegesellschaft.
In der Nähe von Offenburg stößt ein zu tief fliegendes tschechoslowakisches Verkehrsflugzeug vom Typ Savoia-Marchetti S- 73 gegen eine Bergkuppe und stürzt ab. 17 Menschen kommen ums Leben.
Erfolgreichste Nationen bei den nach siebentägiger Dauer zu Ende gehenden Schwimm-Europameisterschaften in London sind Dänemark und das Deutsche Reich mit jeweils fünf Siegen. Jeweils zwei Titel holen der Dresdner Erhard Weiss (Kunst- und Turmspringen) und der Schwede Arne Borg über 400 und 1500 m Freistil.

14.8.1938
Im zweitägigen Leichtathletikländerkampf zwischen dem Deutschen Reich und den USA siegen die US-Sportler im Berliner Olympiastadion mit 122:92 Punkten.
Sieger bei der zum sechsten Mal ausgetragenen Tour de Suisse wird der italienische Radprofi Giovanni Valetti, der im Juni.bereits den Giro d'Italia gewonnen hat.
Beim Automobilrennen um den Acerbo-Pokal in Pescara siegt Rudolf Caracciola (Mercedes-Benz) vor dem Italiener Giuseppe Farina (Alfa Romeo).

15.8.1938
Adolf Hitler nimmt an einem Versuchsschießen gegen die auf dem Truppenübungsplatz Jüteborg erstellten "Tschechenbunker" teil, anschließend spricht er vor den Kommandierenden Generälen des Heeres. Er kritisiert die schwächliche Haltung des Generalstabes, ohne den Namen Beck zu nennen.
In Gegenwart Hermann Görings und seines Staatssekretärs, Luftwaffengeneral Erhard Milch, dankt Adolf Hitler den Ozeanfliegern zum ersten deutschen Nonstop Flug 10./11. August nach Amerika für ihre Leistung.
Nationalspaniens Staatschef Francisco Franco Bahamonde verlangt als Vorbedingung für eine Zustimmung zum Beschluß der Londoner Nichteinmischungskonferenz vom 5. Juli über die Rückführung der sogenannten Freiwilligen aus Spanien die sofortige Gewährung des Status eines kriegführenden Landes, den beiderseitigen gleichmäßigen Abzug von Freiwilligen - anstatt des Abzugs proportional der Zahl der Kämpfenden - und den Verzicht auf die Kontrolle von Flugplätzen und Häfen.
Mit der Rekordzeit von drei Tagen 20:42 h auf der Rückreise von New York nach Southampton holt der britische Passagierdampfer "Queen Mary" das Blaue Band für die schnellste Atlantiküberquerung. Auf der Hinfahrt (Ankunft am 8.8.) hatte die "Queen Mary" drei Tage 21:48 h gebraucht.

16.8.1938
Magda Goebbels informiert Adolf Hitler in Berlin über die Atfäre zwischen der Schauspielerin Lida Baarova und ihrem Mann. Adolf Hitler fährt nach Nürnberg und informiert sich über den Fortgang der Parteitagsbauten und für Vorbereitungsgespräche für den kommenden Parteitag, der diesmal unter der Kennzeichnung "Großdeutschland" stehen wird.
Ein letztes Mal versucht General Ludwig Beck mit einer Denkschrift, Adolf Hitler vom Krieg gegen die Tschechei abzuhalten.
General Joseph Vuillemin, Chef des Generalstabs der französischen Luftwaffe, trifft auf Einladung des deutschen Luftfahrtministers Hermann Göring in Berlin-Staaken ein. Vuillemin bleibt bis zum 21. August im Deutschen Reich und besichtigt u.a. die Bayerischen Flugzeugwerke in München sowie deutsche Jagd- und Kampffliegereinheiten.
In der Sowjetunion wird durch das Gesetz über die Gerichtsverfassung ein einheitlicher Gerichtsaufbau vom Volksgericht (einzelne Bürger betreffende Straf- und Zivilsachen) auf unterster Ebene bis zum Obersten Gericht der UdSSR geschaffen.
In New York beginnt ein bis zum 24. August dauernder Weltjugendkongreß, zu dem 55 Länder (ohne das Deutsche Reich, Japan und Italien) Delegierte entsandt haben.

17.8.1938
Durch eine Verordnung des Reichsministers des Innern, Wilhelm Frick, müssen Juden, die keinen vom Innenminister als jüdisch anerkannten Namen führen - wie Isaak, Isidor oder Mosche -, zusätzlich den Namen Israel (für männliche Personen) und Sara (für weibliche Personen) annehmen. Die Verordnung tritt am 1. Januar 1939 in Kraft.
Durch ein Reichsgesetz können die Mitglieder ehemaliger österreichischer Bundes- und Landesregierungen und ihre Helfer, die sich "einer Rechtsverletzung oder einer volksfeindlichen Handlung" schuldig gemacht haben, vor dem Staatsgericht in Wien zur Rechenschaft gezogen werden.
Führer und Reichskanzler Durch eine Anordnung unterstellt sich Hitler direkt die SS-Verfügungstruppe, SS-Totenkopf-Verbände und SS-Junkernschulen, die weder der Wehrmacht noch der Polizei unterstellt werden. Die Dienstpflicht ist freiwillig. Damit bleibt Hitler von der Generalität unabhängig und hat für den Notfall eine ständige bewaffnete Einsatztruppe.
Eine Kriegssonderstrafrechtsverordnung wird erlassen, nach Paragraph 5 macht sich der Wehrkraftzersetzung schuldig, u.a. wer öffentlich dazu auffordert oder anreizt, die Erfüllung der Dienstpflicht in der deutschen oder einer verbündeten Wehrmacht zu verweigern, Selbstverstümmelung oder Anstiftung zur Fahnenflucht.
Auf der dritten Konferenz der tschechoslowakischen Regierung und Vertretern der Sudetendeutschen Partei (SdP) in Prag erklärt die SdP ihre Bereitschaft zu Verhandlungen auf Grundlage der acht Karlsbader Forderungen.

18.8.1938
Adolf Hitler empfängt den französischen Generalstabschef der Luftwaffe, General Vuillemin in der Reichskanzlei, der auf Einladung Hermann Görings deutsche Flugzeugfabriken und Fliegerhorste besichtigt hatte.
Tief enttäuscht von der Erfolglosigkeit seiner Bemühungen zur Abwendung eines Krieges stellt der Chef des Generalstabes, General Ludwig Beck, den Antrag auf Enthebung.
Im Auftrage von Abwehrchef Wilhelm Canaris, fliegt General Edwald von Kleist-Schmenzin, Gegner des NS-Regimes, nach London. In einer verzweifelten Aktion will man Premier Sir Neville Chamberlain bewegen, Hitler demonstrativ den großen Krieg anzudrohen, falls er gegen Prag marschieren sollte.
Auf einer Festsitzung des ungarischen Reichstages in Buadpest wird der 20. August des ungarischen Nationalheiligen, des heiligen Stephan (um 975- 1038) zum ungarischen Nationalfeiertag erklärt.
Bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Queens' University in Kingston/Kanada erklärt US-Präsident Franklin D. Roosevelt, die USA würden einer Bedrohung Kanadas nicht tatenlos zusehen.

19.8.1938
Eine Delegation des Internationalen Roten Kreuzes inspiziert das Konzentrationslager Dachau. In ihrem Abschlussbericht kommen der angesehene Oberst Guillaume Favre und sein Begleiter, der Chirurg Dr. G. Chessex aus Montreux, zu dem Ergebnis, dass Dachau im Hinblick auf Einrichtung und Verwaltung ein Muster an Gefangenenlager ist. Die Behandlung der Insassen ist streng aber keinesfalls unmenschlich.
Adolf Hitler wohnt auf dem Truppenübungsplatz Groß-Born in Pommern Manövern des II. Armeekorps bei und nimmt nach deren Abschluss einen Vorbeimarsch ab.
Außenminister Joachim von Ribbentrop setzt seinem Staatssekretär Ernst von Weizsäcker die Notwendigkeit einer Lösung der tschechischen Angelegenheit mit Waffengewalt auseinander. Auf Einwände erklärt er, "der Führer habe sich noch nie geirrt, man müsse an sein Genie glauben".
In einem Hirtenbrief protestiert die Fuldaer Bischofskonferenz gegen die Hetze gegen die Kirche im Deutschen Reich.
Der Schweizer Bundesrat schließt die Grenzen gegen illegale Übertritte. Dies richtet sich vor allem gegen den Zustrom von Flüchtlingen aus Österreich.
Barcelona wird zum 100. Mal seit Beginn des Spanischen Bürgerkrieges von nationalspanischen Flugzeugen bombardiert.
In Palästina, das von Großbritannien als Völkerbundsmandat verwaltet wird, kommen bei Auseinandersetzungen zwischen Arabern und Juden 42 Menschen ums Leben.

20.8.1938
Der für das „angeschlossene" Österreich zuständige Reichskommissar Josef Bürckel richtet die Zentralstelle für jüdische Auswanderung ein, die formell Walter Stahlecker unterstand, tatsächlich jedoch von Adolf Eichmann geleitet wurde. Die Antragsteller wurden schnellstmöglich abgefertigt, so dass auswanderungswillige Juden in einem Zeitraum von 8 bis 14 Tagen mit allen notwendigen Papieren ausgestattet waren, so dass täglich bis zu 350 Juden das Land verlassen konnten.
Adolf Hitler beendet einen zweitägigen Besuch beim Herbstmanöver des II. Armeekorps in Groß-Born (Pommern).
Die Ausstellung "Entartete Kunst" in London, die von über 120.000 Menschen besichtigt worden ist, schließt nach sechswöchiger Dauer ihre Pforten. Gezeigt wurden Werke von deutschen Künstlern, die in Deutschland als entartet gelten.
Das "Neue Wiener Tagblatt" wird an den Hamburger Verlag Broschek & Co. verkauft, der u.a. das "Hamburger Fremdenblatt" herausgibt.
Der britische Mittelstreckler Sydney Wooderson läuft in London die 800 m in 1:48,4 min und verbessert damit den Weltrekord des US-Amerikaners Elroy Robinson von 1927 um 1,2 sec.

21.8.1938
Der ungarische Reichsverweser Admiral Nikolaus von Horthy trifft zu einem fünftägigen Staatsbesuch in Deutschland ein.
Adolf Hitler bewilligt das Rücktrittsgesuch von General Ludwig Beck als Generalstabschef. Gleichzeitig verlangt Hitler, Beck dürfe aus Gründen der nationalen Sicherheit seinen Rücktritt nicht öffentlich bekannt geben. Beck fügte sich diesem Wunsch, womit er seinem Rücktritt die beabsichtigte Wirkung nahm.
In Pommerellen, insbesondere in Gdingen, Graudenz, Thorn und Dirschau, finden Hetzkundgebungen des polnischen Westmarkenverbandes gegen Danzig statt.
Den Großen Preis der Schweiz für Automobile gewinnt auf der Strecke von Bremgarten bei Bern der Deutsche Rudolf Caracciola vor dem Briten Richard Seaman (beide Mercedes-Benz).
Beim Interzonenfinale im Daviscup in Boston siegt das australische Team Adrian Quist/John Bromwich 5:0 über die deutsche Vertretung Henner Henkel/Georg von Metaxa.
In Berlin endet ein Vergleich der Schwimmer und Springer Europas und der USA mit einem 38- 36 Erfolg der Amerikaner. Bei den Wettkämpfen werden in den Staffeln über 4x100 m Freistil durch die USA mit 3:59,2 min und 3x100 m Lagen durch die deutsche Staffel Joachim Balke/Heinz Schlauch/Helmut Fischer mit 3:21,2 min jeweils neue Weltrekorde aufgestellt.

22.8.1938
Adolf Hitler empfängt auf dem Kieler Hauptbahnhof den ungarischen Reichsverweser Admiral Nikolaus von Horthy zu seinem Deutschlandbesuch. In der Germaniawerft tauft Frau von Horthy den neuen Schweren Kreuzer der Kriegsmarine auf den Namen „Prinz Eugen". Hitler und Nikolaus von Horthy betrachten am Nachmittag beide von Bord der „Grille" eine große Flottenparade in der Kieler Bucht. In der Nacht fahren sie durch den Nord-Ostseekanal nach Brunsbüttelskoog.
Adolf Hitler sendet ein Grußtelegramm an die Deutsche Ostmesse in Königsberg.
Admiral Wilhelm Canaris mobilisiert in Budapest die ungarische Regierung, bei Hitler gegen einen Einmarsch in die Tschechoslowakei zu protestieren.
In der deutschen Wehrmacht wird als neue Dienstlaufbahn der Festungswerker eingeführt. Bei Dienstalter und Eignung kann eine Beförderung zum Festungswerk- bzw. Oberwerkmeister erfolgen.

23.8.1938
Adolf Hitler und sein ungarischer Gast fahren gemeinsam an Bord des Hapag-Dampfers „Patria" nach Helgoland. Die persönlichen Gespräche drehen sich um die Lösung des Tschechoslowakei-Problems. Hitler verspricht Ungarn die Rückgabe der 1919 an die Tschechoslowakei verlorenen Gebiete.
Bei deutschfeindlichen Kundgebungen des Westverbandes in Polen, werden im Konsulatsgebäude die Fensterscheiben eingeschlagen.
In Bled (Jugoslawien) geht eine Tagung des Ministerrats der Kleinen Entente (Tschechoslowakei, Jugoslawien, Rumänien) mit der Veröffentlichung einer Erklärung zu Ende. Die drei Staaten erkennen das Recht Ungarns auf Wiederaufrüstung an.

24.8.1938
Der ungarische Staatsbesuch wird in Hamburg fortgesetzt. Eine ausgedehnte Besichtigung der Werft Blohm & Voss, wo man Horthy alles zeigt, was an neuen Kriegsschiffen entstand. Anschließend fährt man nach Berlin, wo Adolf Hitler am Abend einen Festempfang in der Reichskanzlei gibt. Hiller hält eine Ansprache, in der er die neue deutsch-ungarische Grenze als endgültig bezeichnet.

25.8.1938
Auf der Charlottenburger Chaussee findet unter Anwesenheit von Adolf Hitler und Admiral Nikolaus von Horthy die „größte Truppenparade, die Deutschland seit der Schaffung der neuen Wehrmacht erlebt hat" statt.
In Wien wird die bis zum 2. September dauernde Weltkraftkonferenz eröffnet, auf der 46 Staaten vertreten sind. Auf der Tagesordnung stehen Fragen der Energieversorgung.
Nach 52 Tagen Alleinfahrt über den Atlantik erreicht der 29jährige Hamburger Heinrich Garbers mit seiner Jolle "Windspiel III" die nordamerikanische Küste bei Brooklyn. Am 22. Mai hatte er Cuxhaven verlassen, seine letzte Station in Europa war Kap Finisterre (Spanien).
Als erste Deutsche durchschwimmt die 34jährige Anni Weynell aus Tapiau in Ostpreußen in 15:33 h den Ärmelkanal.

26.8.1938
Der ungarische Reichsverweser Miklós Horthy beendet seinen fünftägigen Besuch im Deutschen Reich. Adolf Hitler verabschiedet Nikolaus von Horthy persönlich am Bahnhof. Das tagelange Beisammensein war für den Führer erfolgreich.
Durch Erlass des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler wird die Österreichische Postsparkasse aufgelöst. Ihre Aufgaben gehen an das Postsparkassenamt der Deutschen Reichspost über.
Gründung der Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Wien, deren Leitung Adolf Eichmann übernimmt.
Die Sudetendeutsche Partei (SdP) Konrad Henleins verkündet wegen fortdauernder »Überfälle auf unsere Kameraden und Angehörige der Volksgruppe« das sudetendeutsche Notwehrrecht. Der tschechische Staatsterror reagierte mit dem militärischen Einmarsch in das deutsche Sudetenland.
Der tschechoslowakische Ministerpräsident Milan Hodza kündigt gegenüber der britischen Tageszeitung "Daily Telegraph" die Vorlage eines neuen Plans zur Lösung der Sudetenfrage an.
Die deutschen KdF-Schiffe »Wilhelm Gustloff«, »Der Deutsche«, »Berlin«, »Sierra Cordoba« und »Oceana« werden in die Herbstmanöver der Kriegsmarine in der Nordsee einbezogen.
Die Hamburg-Amerika-Linie teilt mit, dass nach 6 Monaten keine Nachricht von ihrem Schulschiff "Admiral Karpfanger" eingegangen ist. Es hatte am 8. Februar mit einer Ladung Weizen den südaustralischen Hafen Port Germein verlassen. Die Reederei teilt mit, dass die "Admiral Karpfanger" möglicherweise mit einem Eisberg zusammengestoßen und gesunken ist.
Die Transsibirische Eisenbahn wird nach achtjähriger Bauzeit vollendet.

27.8.1938
Adolf Hitler trifft mit seinem Sonderzug in Palenberg ein, wo seine militärische Inspektionsreise zu dem im Bau befindlichen „Westwall" beginnt. Er wird von Fritz Todt und dem Oberbefehlshaber an der Westgrenze General Wilhelm Adam erwartet. Adam fiel wegen seiner kritischen Haltung gegenüber dem Ausbau des Westwalles bei Hitler in Ungnade und wurde von diesem als Bremser und Defätist bezeichnet.
Wilhelm Canaris ersucht Konrad Henlein, seinen Einfluss bei Hitler gegen den Einmarsch in die Tschechoslowakei geltend zu machen.
Der deutsche Gesandte in Prag, Ernst Eisenlohr, erhebt offiziellen Protest gegen die »Beleidigungen deutschen Soldatentums« durch tschechische Presseorgane.
General Ludwig Beck, Generalstabschef des Heeres, übergibt die Dienstgeschäfte an General Franz Halder.
Der Reichspostminister führt den Aufdruck „Nicht an Juden" für Postwurfsendungen ein.
Die Schweizer Flugwaffe verliert durch einen Massenabsturz in den Schwyzer Bergen sieben Flieger.

28.8.1938
Der Goethepreis 1938 wird in Frankfurt am Main dem deutschen Schriftsteller Hans Carossa verliehen.
Adolf Hitler sendet ein Grußtelegramm an die Reichstagung der Auslandsdeutschen in Stuttgart.
In Stockholm geht nach zweitägiger Dauer ein Leichtathletik-Länderkampf zwischen Schweden und Deutschland mit einem 108:100-Erfolg für die Gäste zu Ende. Dabei stellt der Deutsche Erwin Blask mit 59,00 m einen neuen Weltrekord im Hammerwerfen auf. Von den zwölf Länderkämpfen des Jahres ist nur einer - gegen die USA am 13./14. August in Berlin - verlorengegangen.

29.8.1938
Nach Verhandlungen mit der Schweiz sagt Deutschland in einer Note zu, die Ausreise von Juden aus Österreich in die Schweiz zu verhindern: "Die Schweizerische Regierung sei entschieden gegen eine Verjudung des Landes, wofür wir Verständnis haben würden. (...)
Staatssekretär Freiherr Ernst von Weizsäcker versucht beim Auslandsdeutschentag in Stuttgart, Rudolf Hess vor der verfehlten Außenpolitik Hitlers und seines ihm ergebenen Außenministers gegenüber den Westmächten zu warnen.
Die Reichskanzlei untersagt, „wertvollen deutschen Kunstbesitz" ins Ausland zu verleihen.
Nur einen Monat nach Henry Ford, erhielt der leitende Angestellte von General Motors Europa, James D. Mooney, das Großkreuz des Deutschen Adlers für seine "hervorragenden Dienste für das Reich". Er war verantwortlich für den Ausbau der deutschen Belegschaft von 17.000 im Jahr 1934 auf 27.000 im Jahr 1938, womit GM einer der führenden Arbeitgeber in Deutschland wurde.
Durch ein Dekret der französischen Regierung kann in den Betrieben, die für die Landesverteidigung arbeiten, kurzfristig eine längere als die 40stündige Wochenarbeitszeit angeordnet werden. Für die übrige Industrie ist eine jährliche Mehrarbeitszeit von 100 Stunden über die zulässigen Überstunden hinaus möglich.

30.8.1938
Die deutsche Gesandtschaft protestiert erneut in Prag gegen „unerhörte Pressebeleidigungen". Nochmals wird die Unterbindung der „Hetzkampagne" gefordert.
Das japanische Kriegsministerium erklärt, der Krieg gegen China werde bis zur Unterwerfung Marschall Chiang Kai-sheks weitergeführt.

31.8.1938
Die Zusage Deutschlands, die Ausreise von Juden aus Österreich in die Schweiz zu verhindern, reicht der Schweizer Regierung nicht aus. Sie teilt ihre Absicht mit, das schweizerisch-deutsche Paß- und Visumabkommen zu kündigen.
Abschluss der Besichtigungsreise von Adolf Hitler auf den Höhen des Schwarzwaldes und am Ufer des Oberrheins, gegenüber den Bunkern der Maginot-Linie. Hitler kehrt auf den Obersalzberg zurück.
Königin Wilhelmina der Niederlande begeht ihr 40jähriges Regierungsjubiläum. Zum Auftakt der Feierlichkeiten findet eine Militärparade in Den Haag statt.
In Salzburg gehen die Festspiele nach fünfwöchiger Dauer zu Ende.

Am 22. August 1936 kam es zu einer dreistündigen Unterredung zwischen Horthy und Hitler. Man sprach von der Entwicklung der europäischen Kontakte. Hitler meinte, dass der Konflikt zwischen den bolschewistischen und bürgerlich-autoritär regierten Ländern unvermeidlich sei. Im Fall von Österreich war Horthy überzeugt, dass der Anschluss mit der Zeit von selbst erfolgen würde, sobald die "alte Generation aussterbe, welche noch viele Hemmungen überwinden müsse".

Die Neue Reichskanzlei in der Berliner Voßstraße wurde nach Plänen von A. Speer als Ergänzung der alten Reichs- kanzlei und des 1928-1930 errichteten Erweiterungsbaus zur Reichskanzlei.

die sozialen Errungenschaften im Deutschen Reich waren einzigartig und es gab auf der ganzen Welt nichts Vergleichbares

Richard Wagner

Richard Strauß

Unity Valkyrie Mitford

Henry Ford

Werner Freiherr von Fritsch

Erhard Milch

Lida Baarova

Josef Bürckel

General Joseph Vuillemin

Miklós Horthy

Ludwig Beck

Wilhelm Canaris

Adolf Eichmann

Hans Carossa

Sie können die einzelnen Bilder anklicken und die detailierten Ereignnisse dieser Zeit in der großen Chronik von 1933-45 nachlesen

 Die »Prinz Eugen« lief am 22. August 1938 vom Stapel und wurde   dabei  von  Magdolna  Horthy,  der  Frau  von  Miklós  Horthy,  getauft.

 Die VI. Reichstagung der Auslandsdeutschen, organisiert von der   Auslandsorganisation der NSDAP,  beginnt am 28. August in Stuttgart.