Chronik des Nationalsozialismus Juli / August 1939

JULI 1939

1.7.1939
In Bremen läuft der Schwere Kreuzer "Lützow" (10 000 t) vom Stapel.
Die Delegationen von England und Frankreich überreichen in Moskau Außenminister Michailowitsch Molotow neue Vorschläge für einen Beistandspakt der drei Mächte, der den russischen Wünschen stärker entgegenkommt.
Frankreichs Außenminister Georges Bonnet warnt in Paris den deutschen Botschafter Johann Graf von Welczek vor einer gewaltsamen Lösung der Danzig-Frage. Frankreich werde einen solchen Schritt nicht dulden.
Das US-Abgeordnetenhaus billigt ein neues Neutralitätsgesetz, das für den Handel mit kriegführenden Ländern ein Ausfuhrverbot für "tödliche Waffen", jedoch nicht für Flugzeuge, Lastwagen u. ä. vorsieht.
Im Deutschen Reich tritt die Polizeiverordnung über die Preisauszeichnungs- pflicht von Gastzimmern in Kraft.
Auf Anordnung der Überwachungsstelle für Spinnstoffe dürfen Baumwolle und Leinen nur noch für die Herstellung von Berufskleidung, Bett- und Leibwäsche u. ä. verwendet werden. Geplant ist eine Steigerung der Zellwollproduktion von 200 Millionen (1938) auf 325 Millionen kg.
Der Reichstreuhänder der Arbeit verbietet bei einem Arbeitsplatzwechsel von kaufmännischen weiblichen Angestellten eine Gehaltserhöhung vor Ablauf von sechs Monaten nach Antritt der neuen Arbeitsstelle.
Adolf Hitler ernennt seinen bisherigen Marineadjutanten, Korvettenkapitän Alvin-Broder Albrecht, zum persönlichen Adjutanten und verleiht ihm, nach seinem Ausscheiden aus der Kriegsmarine wegen unstandesgemäßer Heirat, den Dienstgrad eines NSKK-Oberführers. Die Stelle war durch die Berufung des bisherigen Adjutanten Friedrich Wiedemann nach San Francisco frei geworden.
Adolf Hitler betraut Hans Posse mit der Errichtung einer Gemäldegalerie in Linz.
Der Regisseur Carl Froelich wird Präsident der Reichsfilmkammer.
Schauspieler Heinz Rühmann heiratet seine Kollegin Hertha Feiler in Wannsee.
In Garmisch-Partenkirchen wird Karl Ritter von Halt zum Präsidenten des Organisationskomitees für die dort geplanten Olympischen Winterspiele 1940.

2.7.1939
An erneuten Ausschreitungen gegen die Volksdeutschen im Kreis Bromberg beteiligte sich insbesondere das Militär.
Am Staatsakt in Hamburg für den verstorbenen General des X. Armeekorps Wilhelm Knochenhauer nimmt Adolf Hitler mit Walther von Brauchitsch, Wilhelm Keitel und Heinrich Himmler teil, und legt einen Lorbeerkranz am Sarg nieder.
Auf dem NS-Gautag der Saarpfalz in Kaiserslautern bezeichnet Rudolf Heß das Weltjudentum und die Freimaurer als schärfste Feinde des Deutschen Reiches.
Am Faaker See in Kärnten beginnt ein einwöchiges Sommerlager der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten Großdeutschlands.
Durch k. o. in der 1. Runde gegen Titelverteidiger Adolf Heuser wird Max Schmeling in Stuttgart Schwergewichts-Europameister der Berufsboxer.
Vor 35 000 Zuschauern in Duisburg wird MTSA Leipzig mit 6:4 (2:1) über Spvg. Lintfort Deutscher Handballmeister.

In Bremen läuft der Schwere Kreuzer "Lützow" vom Stapel
Heinz Rühmann und seine Frau Hertha Feiler in Leipzig

3.7.1939
Adolf Hitler und Hermann Göring besichtigen auf der Luftwaffenerprobungsstelle in Rechlin eine geheime Vorführung neuer Modelle der Luftwaffe. Man zeigte Hitler ein im Versuchsstadium befindliches düsengetriebenes Heinkel-Jagd-Flugzeug (das erste Raketenflugzeug der Welt, die „He 178"). Adolf Hitler lässt sich durch Hermann Göring und durch General-Luftzeugmeister Generalleutnant Ernst Udet über die neusten Entwicklungen der „Luftwaffentechnik" berichten.
Die Reichspropagandaleitung der NSDAP verfügt für Juli und August weitgehende Versammlungsruhe für die Partei.
Die neuen britisch-französischen Bündnisvorschläge vom 1. Juli werden von der Sowjetregierung skeptisch bewertet.
Die niederländische Regierung distanziert sich von der in den Moskauer Verhandlungen geplanten Garantie für ihr Land im Falle eines deutschen Angriffs.
Bei den Reichstagswahlen in Finnland bleiben die Sozialdemokraten mit 85 Sitzen (83 im Jahr 1936) vor der Bauernpartei mit 55 (53) Sitzen stärkste Partei.
Die Reichsmusik- und die Reichstheaterkammer kritisieren "Entartungen im Tanzwesen". Als besonders anstößig gilt das Singen von ausländischen Texten bei der Intonierung von Musikstücken.

4.7.1939
Aufgrund der Zehnten Verordnung zum Reichsbürgergesetz (15. 9. 1935) werden die deutschen Juden zu einer Reichsvereinigung zusammengeschlossen.
Adolf Hitler empfängt in der neuen Reichskanzlei den spanischen Botschafter Marques de Magaz, der ihm als persönliches Geschenk Francos drei Bilder des spanischen Malers Zuloaga überreicht.
Die „Zehnte Verordnung zum Reichsbürgergesetz" bestimmt den Zusammenschluss aller Juden in der „Reichsvereinigung der Juden in Deutschland". Sie soll die Auswanderung fördern sowie das jüdische Schulwesen und die jüdische freie Wohlfahrtspflege unterhalten.
Die britische Regierung lässt 15 Millionen Exemplare einer Broschüre "Über einige Dinge, die man wissen muß, wenn Krieg kommen sollte" verteilen.
Das Schweizer Militärdepartement erlässt eine Anordnung über die Evakuierung der Zivilbevölkerung im Kriegsfall.

5.7.1939
Bulgariens Regierungschef und Außenminister Georg Kiosse-Iwanow trifft zu einem zweitägigen Staatsbesuch in der Reichshauptstadt Berlin ein.
Ein Reichsgesetz über die Vereinheitlichung im Behördenaufbau macht Länderbehörden zu Reichsbehörden.
Das Reichsbahngesetz vom 4. Juli 1939 tritt in Kraft. Es vereinheitlicht das Eisenbahnrecht in Großdeutschland.
Der französische Dramatiker und Schauspieler Sacha Guitry heiratet in Fontenayle-Fleury die Schauspielerin Geneviève de Sereville.
Die Schweizer Bergsteiger André Roch, David Zogg und Fritz Steuri erreichen als erste den Gipfel des 7066 m hohen Dunaghiri im zentralen Himalaja.

6.7.1939
Polnische Maßnahmen gegen die deutschen Molkereigenossenschaften- drei große Molkereigenossenschaften werden durch polizeiliche Verfügung geschlossen, darunter auch die große, neuzeitlich eingerichtete Posener Molkerei.
In London wird die Erweiterung des Garantiegesetzes für Auslandskredite von zehn auf 60 Millionen Pfund (rund 700 Millionen Reichsmark) veröffentlicht. Die deutsche Presse wertet dies als neuen Versuch der Einkreisungspolitik.
Adolf Hitler spricht dem Reichsminister und Chef der Reichskanzlei Hans Heinrich Lammers anlässlich seines 40-jährigen Beamtenjubiläums persönlich die herzlichsten Glückwünsche aus und überreicht ihm das „Treuedienst-Ehrenzeichen".
Adolf Hitler macht einen Rundflug mit der neuen viermotorigen Condor-Maschine „Grenzmark".
Der am 1. Juli 1939 eröffnete Schweizer Kurzwellensender für den Auslandsdienst in Schwarzenburg brennt ab.

7.7.1939
Der Präsident von Syrien, Haschim Bey al-Atasi, erklärt aus Protest gegen die Abtretung des Sandschaks von Alexandrette an die Türkei (23. 6.) seinen Rücktritt. Der französische Oberkommissar Gabriel Puaux löst die Kammer auf und übernimmt die Exekutivgewalt.
In Paris hat der Film "Die Spielregel" von Jean Renoir Premiere. In den Hauptrollen sind Marcel Dalio, Roland Toutain und Julien Carette zu sehen.
Marcel Carnés Film "Hafen im Nebel" (Quai des brumes) wird mit dem Nationalen französischen Filmpreis geehrt.
Das im August 1936 geschlossene Prado-Museum in der spanischen Hauptstadt Madrid wird wiedereröffnet.

8.7.1939
Die Reichsautobahn Elbing-Königsberg wird unter Bewachung gestellt, nachdem in der ersten Juliwoche fünfmal Öl auf die Fahrbahn gegossen wurde. Als Verdächtige sind 23 Polen verhaftet worden.
In Brüssel wird die zweite internationale Luftfahrtausstellung eröffnet.
Aus dem in der "Frankfurter Zeitung" veröffentlichten Geschäftsbericht der Rheinischen Stahlwerke 1938/39 geht hervor, dass die Krankenquote einschließlich der Unfallopfer zeitweise bei 10% lag.
In Zürich endet ein dreitägiger Kongress des Internationalen Gewerkschaftsbundes. Die 106 Delegierten bestätigen Walter McLennan Citrine (Großbritannien) als Präsidenten und wenden sich gegen Gewaltpolitik und Antisemitismus.

9.7.1939
Beim achten ergebnislosen Treffen mit den britischen und französischen Unterhändlern regt der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw M. Molotow an, nach Einigung über ein politisches Bündnis Gespräche der Generalstäbe einzuleiten.
Beim Großen Preis von Frankreich für Automobile in Reims siegt Hermann P. Müller (Auto-Union) vor seinem Markengefährten Georg Meier. Die Fahrer von Mercedes-Benz sind ausgefallen.
In Wimbledon enden die am 26. Juni eröffneten Offenen englischen Tennismeisterschaften. In den rein US-amerikanischen Einzel-Endspielen setzen sich Robert Riggs mit 2:6, 8:6, 3:6, 6:3, 6:2 gegen Elwood Cooke und Alice Marble mit 6:2, 6:0 gegen Katherine Stammers durch.
In Berlin enden die zweitägigen Deutschen Leichtatletik-Meisterschaften.
In Hamburg enden nach drei Tagen die Deutschen Schwimmeisterschaften.

10.7.1939
Der Reichsprotektor von Böhmen und Mähren Konstantin Freiherr von Neurath ersetzt die Stadtvertretungen von Brünn, Iglau, Mährisch-Ostrau (Ostrau), Böhmisch-Budweis und Olmütz bis auf weiteres durch Regierungskommissare, um die tschechischen "Entdeutschungsmaßnahmen" rückgängig zu machen.
Der Berliner Volksgerichtshof begeht sein fünfjähriges Bestehen.
Vor dem Unterhaus in London warnt der britische Premierminister Arthur Neville Chamberlain das Deutsche Reich vor der Schaffung von "vollendeten Tatsachen" in der Freien Stadt Danzig.
Adolf Hitler lässt durch die Reichspressestelle der NSDAP eine Bekanntmachung über den „Reichsparteitag des Friedens" veröffentlichen, der vom 2. bis 11. September abgehalten werden soll.
Adolf Hitler besucht den Modellraum des Generalbaurates Hermann Giesler und sieht sich das Modell „Denkmal der Bewegung" an, das 215 Meter hoch an der Stelle des Münchner Hauptbahnhofes errichtet werden soll.

11.7.1939
Das Begabtenförderungswerk des Deutschen Volkes wird gegründet. Es soll in Zusammenwirken von Partei, Staat und Wirtschaft die Besten aus den Reichsberufswettkämpfen fördern (Leitung: HJ-Obergebietsführer Artur Axmann).
Eine Verordnung des Reichsarbeitsministeriums schränkt den Arbeitsplatzwechsel im Steinkohlenbergbau ein.
Adolf Hitler hat einen Telegrammwechsel mit Reichsminister Bernhard Rust anlässlich von Übungen der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten am Faaker See.
Der Außenpolitische Ausschuß des US-Kongresses vertagt mit zwölf gegen elf Stimmen die von Präsident Franklin Delano Roosevelt gewünschte Revision des Neutralitätsgesetzes bis 1940.

12.7.1939
Im deutschen Heer wird die Waffengattung Schnelle Truppen gebildet.
In Frankfurt am Main eröffnet Reichserziehungsminister Bernhard Rust das erste deutsche Musische Gymnasium.
Mit einer Aufführung von William Shakespeares "Sommernachtstraum" beginnen die Reichsfestspiele Heidelberg. Sie dauern bis zum 20. August.

13.7.1939
Reichsgesundheitsführer Leonardo Conti eröffnet in Berlin eine Kampagne gegen hohen Tabak- und Alkoholkonsum.
Zur Konsultation mit Adolf Hitler hält sich Danzigs Gauleiter Albert Forster in Berchtesgaden auf.

14.7.1939
Im "Völkischen Beobachter" antwortet Propagandaminister Joseph Goebbels auf die Briefe des britischen Publizisten Stephen King-Hall. Finanziell unterstützt von, der britischen Regierung, ließ dieser die Briefe auf illegalen Wegen nach Deutschland einschmuggeln, um die Deutschen vor Hitler und seinen Angriffskriegsplänen zu warnen und den Führer zu verunglimpfen.
In der Zeitschrift „Die Kunst im Dritten Reich" erscheint ein Aufsatz Adolf Hitlers mit dem Titel „Die Reichskanzlei". Es ist das letzte Mal, dass sich Hitler als „Schriftsteller" betätigte.
Mit einer Militärparade wird in Paris der Nationalfeiertag begangen.
Wegen guter Meldeergebnisse für die Erntehilfe wird das Sommersemester an deutschen Hoch- und Fachschulen vorzeitig beendet.

In München beginnt der „Tag der Deutschen Kunst 1939". Am Abend veranstaltet Adolf Hitler im Führerbau einen großen festlichen Empfang, zu dem außer dem Gesamten Führerkorps von Partei, Staat und Wehrmacht auch der italienische Minister für Volkskultur Dino Alfieri erscheint. Bei dieser Gelegenheit gibt Hitler eine Ehrung bekannt, die er sich für Mussolini ausgedacht hat. Ein neu geplanter Bahnhof in Berlin, der für alle „hohen Staatsbesuche" entstehen soll, soll den Namen „Mussolini-Bahnhof" tragen.

15.7.1939
Die Verordnung über die Aberkennung der Staatsbürgerschaft in der Ostmark vom 11. Juli tritt in Kraft. Unerwünschte Personen, die zwischen 1918 und 1938 in Österreich eingebürgert worden sind, können nunmehr ausgebürgert werden.
In Anwesenheit Adolf Hitlers findet im Festsaal des Deutschen Museums in München die Festsitzung der Reichskammer der bildenden Künste statt.
In Großbritannien werden die ersten Milizsoldaten eingezogen.
In Mailand läuft Rudolf Harbig (Dresden) mit 1:46,6 min Weltrekord über 800 m. Die Zeit des Briten Sydney Wooderson von 1938 lag bei 1:48,4 min.

16.7.1939
Zum Abschluß des zweitägigen "Tages der deutschen Kunst" wird in München die dritte Große Deutsche Kunstausstellung eröffnet. Im Hause der Kunst findet eine „Weihestunde" statt, in deren Verlauf Hitler das Wort ergreift. Es ist die letzte Kulturrede seines Lebens. Am Nachmittag lässt Hitler den Festzug „2.000 Jahre deutsche Kultur" an sich vorbeiziehen.
Adolf Hitler legt am Grabe von Professor Ludwig Troost einen Kranz nieder.
Der zweitägige Leichtathletik-Länderkampf in Mailand endet mit einem Erfolg der deutschen Sportler über Italien mit 110,5:67,5 Punkten.

Der "Tag der deutschen Kunst" wird in München gefeiert

17.7.1939
Die Reichsregierung erlässt eine Bestallungsordnung für Ärzte. Darin wird u.a. neben dem Studium von zehn Semestern ein sechsmonatiger Krankenpflegedienst, ein sechswöchiger Fabrik- oder Landdienst und eine sechsmonatige Tätigkeit als Famulus obligatorisch.
In London fordert der britische Faschistenführer Sir Oswald Ernald Mosley unter dem Motto »England first« den weitgehenden Verzicht Großbritanniens auf eine aktive Außenpolitik und die Rückgabe der deutschen Kolonien.

18.7.1939
Das faschistische Spanien begeht den Jahrestag der "Nationalen Erhebung" von 1936 und den "Tag der nationalen Arbeit" als Feiertag.
Zur Auswertung der Forschungsergebnisse des deutschen Forschungsreisenden Wilhelm Filchner wird in Berlin eine Stiftung gleichen Namens gegründet.
Das Hauptamt Technik der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) führt im Berliner Titania-Palast den Metallfilm vor, bei dem eine fotografische Schicht auf ein elastisches Metallband aufgetragen wird.

19.7.1939
In der polnischen Hauptstadt Warschau erklärt General Sir Edmund Ironside, Generalinspekteur der britischen Überseetruppen, dass sich Polen im Kriegsfall auf britische Hilfe verlassen könne, was sich ja später als Lüge heraus stellte. Allerdings wogen sich die Polen in Sicherheit und die Provokationen an Deutschland und an Volksdeutschen (Brandschatzungen, Misshandlungen, Morde!!) wurden immer unerträglicher.
Hans-Joachim Ernst Riecke, Ministerialdirektor im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft, weiht das Neubauerndorf Wittstock ein.
Am Tannenberg-Ehrenmal in Ostpreußen erklärt Heeres-Oberbefehlshaber Walter von Brauchitsch seinen Offiziersschülern: "Wir suchen den Kampf nicht, wir fürchten ihn aber noch viel weniger."

20.7.1939
Die polnische Wochenzeitung "BAROD W WALCE" (Volk im Krieg) fordert: „Danzig muß polnisch bleiben und Deutschland muß gezwungen werden, den ostpreußischen Raum ohne Bevölkerung an Polen abzugeben"
Vertreter des Deutschen Reiches und Rumäniens vereinbaren in Bukarest die Zusammenarbeit in der Landwirtschaft.
In Rom kündigt Italiens Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini die Aufteilung von 500.000 ha Großgrundbesitz in Sizilien auf 20.000 Bauernstellen an.
Bei Konstanz stürzt eine Maschine der Swissair auf dem Flug von Wien nach Zürich ab. Sechs Menschen sterben.
Der schwedische König Gustav V. eröffnet in Stockholm die Lingiade, ein bis zum 4. August dauerndes internationales Sportfest aus Anlaß des 100. Todestages von Per Henrik Ling, des Gründers der schwedischen Gymnastik.

21.7.1939
Am ersten Tag der dritten Reichswettkämpfe der Sturmabteilung (SA) auf dem Berliner Reichssportfeld erklärt SA-Stabschef Viktor Lutze vor 20.000 SA-Führern auf der Dietrich Ekkart-Bühne, der SA-Mann sei der "politische Soldat".
In Hamburg beginnt die fünfte Reichstagung der NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude". Sie dauert bis zum 25. Juli und wird mit einem Rechenschaftsbericht von Robert Ley, dem Leiter der Deutschen Arbeitsfront (DAF), eröffnet.
Der König der Belgier Leopold III. erhält ein Glückwunschtelegramm Adolf Hitlers zum Nationalfeiertag.
Das Parlament der Slowakei billigt in Preßburg eine berufsständisch geprägte Verfassung der Republik Slowakei.

22.7.1939
Ein Kommuniqué des Außenministeriums meldet die Bereitschaft der UdSSR zur Wiederaufnahme der Handelsgespräche mit dem Deutschen Reich.
In Prag wird eine Zentrale für jüdische Auswanderung eingerichtet, um die Emigration von Juden im besetzten Tschechien zu vereinfachen.
Die deutschen Teilnehmer der Tannenberg-Schlacht von 1914 werden zur 25-Jahr-Feier eingeladen. Der sechstägige Aufenthalt ist kostenlos.
Die britische Presse berichtet über ein Kreditangebot von einer Milliarde Pfund (rund 11,6 Milliarden Reichsmark) an das Deutsche Reich.
In Tokio erkennt Großbritannien die "besonderen Rechte" japanischer Truppen in China an.

23.7.1939
Beim Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring siegt zum sechsten Mal Rudolf Caracciola (Mercedes-Benz) vor Hermann P. Müller (Auto-Union) und Paul Pietsch (Maserati).
In der Arena di Verona beginnen die bis 16. August dauernden Opernfestspiele unter musikalischer Leitung von Franco Capuana und Riccardo Zandonai.
Bei den am 15. Juli eröffneten Internationalen Deutschen Tennismeisterschaften in Hamburg siegen in den Einzeln der Deutsche Henner Henkel und die Dänin Hilde Sperling-Krahwinkel.
In Garmisch-Partenkirchen verbessert Claudia Testoni (Italien) mit 11,3 sec den Weltrekord der Deutschen Ruth Engelhard über 80 m Hürden (1934) um 0,3 sec.

24.7.1939
In Moskau wird eine britisch-französisch-sowjetische Übereinkunft über einen Beistandspakt paraphiert, die den Wünschen der UdSSR entgegenkommt.
Reichspropagandaminister Joseph Goebbels eröffnet die 16. Große Deutsche Rundfunk- und Fernseh-Rundfunkausstellung Berlin 1939 (bis 6. 8.).
Adolf Hitler fährt zu den Festspielen nach Bayreuth. Er wohnt wieder im Siegfried-Wagner-Haus.
Adolf Hitler und Benito Mussolini erhalten vom ungarischen Ministerpräsidenten Paul Graf Teleki zwei gleich lautende Briefe, in denen Teleki erklärt, Ungarn werde im Falle eines allgemeinen Konfliktes zwar seine Politik der Achse angleichen, aber gegen Polen könne er natürlich keine kriegerische Haltung einnehmen.
Adolf Hitler lässt den Reichsverkehrsminister Julius Dorpmüller anlässlich seines 70. Geburtstages den „Adlerschild des Deutschen Reiches" durch Otto Meissner überreichen. Professor Johannes Stark, der frühere Präsident der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt, erhält zudem die „Goethemedaille" für Kunst und Wissenschaft.
Beim wöchentlichen Appell der Nationalen Volkspartei Kuomintang erklärt der chinesische Marschall Chiang Kai-shek, China werde auch ohne ausländische Hilfe weiter gegen die Japaner kämpfen.

25.7.1939
Infolge eines plötzlichen Kälteeinbruchs sinken die Temperaturen auf der Zugspitze auf minus 7 Grad.
Benito Mussolini macht Joachim von Ribbentrop den Vorschlag zu einer Sechsmächtekonferenz mit Frankreich, England, Polen und Spanien.
Adolf Hitler besucht die Eröffnungsaufführung der Bayreuther Festspiele, die mit dem „Fliegenden Holländer" beginnen. Er erscheint diesmal nicht wie gewohnt in Smoking oder Frack, sondern in Parteiuniform. August Kubizek, sein Jugendfreund, ist auf Einladung Hitlers ebenfalls in Bayreuth.                 



















26.7.1939
Das Reichspropagandaministerium erlässt die Presseweisung: "Die Meldungen über die Zwischenfälle in Polen sind weiter gut herauszubringen ... aber nur zweite Seite und ohne jede Aufmachung."
Im Londoner Unterhaus wird mitgeteilt, dass die britische Verwaltung und das Heer im Verlauf der letzten sieben Monate in Palästina 141 Tote und 456 Verwundete verzeichnen mußten.
Adolf Eichmann bzw. sein Stellvertreter Hans Günther leitet die Auswanderungszentrale für Juden in Prag.
Adolf Hitler sieht in Bayreuth eine Vorstellung von "Tristan und Isolde".
Die Regierung der Vereinigten Staaten kündigt mit Wirkung zum 26. Januar 1940 den Handelsvertrag mit Japan vom 21. Februar 1911.
Der indische Bürgerrechtler Mohandas Karamchand (Mahatma) Gandhi fordert von den indischen Fürsten Minimalrechte für deren Untertanen.

27.7.1939
In der Berliner Weinstube Ewest informiert Legationsrat Julius Schnurre den sowjetischen Geschäftsträger Georgi A. Astachow und den Leiter der sowjetischen Handelsmission, Jewgeni I. Babarin, über die Chancen einer Verständigung mit dem Deutschen Reich.
Adolf Hitler gibt dem OKW die Anweisung für die „Besetzung des deutschen Freistaates Danzig", noch in der Hoffnung, einen Krieg mit Polen in diesem Zusammenhang vermeiden zu können.
In Bayreuth trifft der britische Zeitungsverleger Lord Kemsley mit Adolf Hitler im Haus Wahnfried zusammen. Sir Horace Wilson, der Hitler von der Münchner Konferenz persönlich kannte, hatte dem Lord Instruktionen mitgegeben. Hitler schlägt vor, beide Seiten sollen für eine politische Diskussion ihre Vorstellungen schriftlich austauschen.
Angehörige der Rettungsstelle Berchtesgaden und Gebirgsjäger retten vier schon fast aufgegebene deutsche Touristen, die 64 Stunden in der Hochkalter-Ostwand eingeschlossen waren.
Der seit 1933 mit wechselnden Krisenkabinetten als niederländischer Ministerpräsident amtierende Hendrikus Colijn stürzt durch ein Mißtrauensvotum.

28.7.1939
Reichspropagandaminister Joseph Goebbels eröffnet die 16. Große Deutsche Rundfunk- und Fernseh-Rundfunkausstellung Berlin 1939 (bis 6. 8.).
Adolf Hitler lässt Benito Mussolini durch Joachim von Ribbentrop mitteilen, die Westmächte könnten eine Konferenz als Schwäche der Achse auslegen. Ein Treffen mit dem Duce sei jedoch wegen einer möglichen „polnischen Provokation" in Danzig erforderlich.
Adolf Hitler wird zusammen mit Unity Mitford und ihrer Schwester Lady Diana Mosley von Winifred Wagner in das Haus Wahnfried eingeladen.
Beide Häuser des britischen Parlaments billigen ein am 24. Juli im Unterhaus von Innenminister Samuel Hoare Templewood of Chelsea eingebrachtes Ausnahmegesetz gegen die Gewalttaten der Irisch-Republikanischen Armee (IRA). Seit Januar 1939 sind von der IRA 127 Bombenanschläge verübt worden.

29.7.1939
Adolf Hitler gratuliert Benito Mussolini telegrafisch zu seinem Geburtstag.
Der Führer trifft erneut - zur Besichtigung der Befestigungszone und zu einem Truppenmanöver im Saargebiet - mit dem Flugzeug in Saarbrücken ein. Am Abend ist er wieder in Bayreuth.
In Bangkok landet die am 25. Juli in Berlin gestartete Junkers Ju 52 "Hans Loeb" der Deutschen Lufthansa AG. Der Flug soll die Chancen des Linienverkehrs Berlin- Bangkok erproben.
Der französische Ministerrat billigt 80 neue Notverordnungen. Sie betreffen u.a. die Verschiebung der für 1940 fälligen Kammerwahlen um zwei Jahre und die Einführung von Geburtenprämien.
Bei Aufnahmen zum Film "Der letzte Appell" wird vor Swinemünde das Bäderschiff "Reiher" leckgeschossen

30.7.1939
In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuter erklärt Carl Jacob Burckhardt, Hoher Kommissar des Völkerbundes für Danzig, es müsse wegen Danzig keinen Krieg geben.
Winifred Wagner versuchte mehrmals Adolf Hitler zu einer Unterredung mit dem englischen Botschafter Sir Neville Henderson, der als Besucher in Bayreuth weilt, zusammen zu bringen, ihr Ansuchen wurde von Hitler abgelehnt. In Bayreuth nimmt Adolf Hitler an einer Aufführung der „Walküre" teil. In der Pause verleiht Hitler Winifred Wagner das „Ehrenkreuz für die kinderreiche Mutter" in Bronze.
Alle Vorschriften des Reichs- und Landesrechts über den Schulbesuch von Juden treten außer Kraft; die Reichsvereinigung hatte eigene Schulen zu errichten.
In Lüttich wird der Albertkanal symbolisch eingeweiht.
Ein zweimotoriger Junkers-Bomber mit den Piloten Ernst Seibert und Kurt Heintz stellt mit einer Geschwindigkeit von 501 km/h über 2000 km bei 2000 kg Nutzlast auf der Strecke Dessau- Zugspitze- Dessau einen Rekord auf.
Sylvère Maes (Belgien) gewinnt die Tour de France vor René Vietto (Frankreich) und Lucien Vlaemynck (Belgien).
In Berlin springt die Deutsche Christel Schulz mit 6,12 m Weltrekord.
Die deutsche Davispokal-Mannschaft Henner Henkel/Rolf Göpfert/Roderich Menzel scheitert in Zagreb mit 2:3 an den Jugoslawen Franta Puncec/Dragutin Mitic/Franta Kukuljevic.

31.7.1939
Die tschechische Armee ist bis auf eine Regierungstruppe von 7000 Mann aufgelöst.
Der britische Premierminister Arthur Neville Chamberlain kündigt die Entsendung einer britisch-französischen Militärmission nach Moskau an.
Die Falange, die faschistisch geprägte Staatspartei Spaniens, erhält ein Statut. Oberstes Gremium ist der (zunächst 50köpfige) Nationalrat mit dem auf Lebenszeit gewählten Francisco Franco Bahamonde an der Spitze.
In Paris spricht Oberst Eduard Petitpierre, Stabschef im 1. Schweizer Armeekorps, mit den französischen Generälen Maurice Gustave Gamelin und Alphonse Georges über militärische Koordination im Fall eines deutschen Angriffs.

Zwischen Mai und August 1939 rollt eine schwere Terrorwelle gegen die deutsche Minderheit. Über 15.000 Deutsche werden bestialisch ermordet. Die Minderheit wendet sich sowohl an die deutschen Konsulate, als auch direkt an den polnischen Staatspräsidenten und an den Völkerbund.Von 1920-1939 haben über eine Million Deutsche zwangsweise Polen verlassen müssen, und zwar nicht selten fluchtartig. In der Zeit von März bis September 1939, also noch vor Beginn des 2.Weltkrieges wurden in Polen mehr als 50.000 Deutsche interniert und waren schweren Mißhandlungen ausgesetzt. Die Lager Berezakartuska und Brest Litowsk sind mit mehreren tausend Gefangenen überfüllt, Seuchen brechen aus. Mehrfach brennen polnische "Freiwillige" deutsche Dörfer in Sichtweite der Reichsgrenze nieder, um die Reichsregierung zum Krieg zu zwingen.

Rechts: Massenhaft erschlagene Volksdeutsche auch vor Warschau
Links: Massengrab von in Sompolno ermordeten Volksdeutschen

Soweit das Auge reichte, konnte man in den Abendstunden Rauch und Feuer sehen. Die brennenden Häuser und Dörfer wurden von polnischen Kavallerietrupps provokatorisch angesteckt. Wer sich von der Bevölkerung aus den brennenden Häusern ins Freie rettete oder das Feuer löschen wollte, wurde niedergemetzelt. Vom März bis August 1939 ereigneten sich mehr als 200 polnische militärische Grenzver- letzungen mit Brandlegung, Mord und Verschleppung. Obwohl Adolf Hitler bis zuletzt eine friedliche Lösung suchte, wurde eine militärische Aktion gegen den Schurkenstaat fast unvermeidlich.

AUGUST 1939

1.8.1939
Über Norddeutschland beginnen dreitägige Luftmanöver. Sie werden geleitet vom General der Flieger Helmut Felmy.
Lose der Reichslotterie dürfen nicht an Juden verkauft werden. Auch Auszahlung von Gewinnen an sie ist verboten.
Adolf Hitler unterzeichnet einen Erlass über „die Fürsorge und Versorgung von Angehörigen der bewaffneten Einheiten der SS und ihrer Hinterbliebenen".
Adolf Hitler gibt im Haus Wahnfried für die beteiligten Künstler der Bayreuther Festspiele einen Empfang.
Mit dem "Rosenkavalier" von Richard Strauss werden die Salzburger Festspiele 1939 eröffnet.

2.8.1939
Mit Gedenkfeiern an den Kriegsbeginn 1914 wird der Tag der deutschen Wehrmacht im Deutschen Reich begangen.
Durch Führer-Erlass werden die Hochschulen in Böhmen und Mähren zum 1.9.1939 vom Deutschen Reich übernommen.
Reichsorganisationsleiter Robert Ley legt den Grundstein für das Berliner Wohnviertel Charlottenburg-Nord mit 11 500 Wohnungen für 40.000 Menschen.
Am Todestag Paul von Hindenburgs lässt Adolf Hitler durch den Befehlshaber Wehrkreis I., Ostpreußen General Georg von Küchler, einen Kranz in der Gruft des Tannenbergdenkmals niederlegen.
„Für Arbeit zum Schutz Deutschlands" stiftet Adolf Hitler das „Deutsche Schutzwall-Ehrenzeichen" für Verdienste um die Anlage und Errichtung des Westwalls.
Großbritannien gewährt Polen eine Exportkreditgarantie in Höhe von 8,1 Millionen Pfund (94 Millionen Reichsmark).
US-Präsident Franklin Delano Roosevelt unterzeichnet den Hatch Act, der politische Rechte des Bundespersonals in Bundesangelegenheiten einschränkt.
Der jüdische Physiker Albert Einstein fordert in einen Brief an Präsident Roosevelt, eine Atombombe zu bauen um diese gegen Deutschland einsetzen zu können.

3.8.1939
In Moskau erläutert der deutsche Botschafter Friedrich Werner Graf von der Schulenburg Außenkommissar Wjatscheslaw M. Molotow die deutsche Bereitschaft zur Anerkennung sowjetischer Interessen im Baltikum und in Polen.
Frankreichs Kabinett beruft den Diplomaten und Dramatiker Jean Giraudoux zum Generalkommissar für Information.
Adolf Hitler empfängt seinen Jugendfreund August Kubizek im Hause „Wahnfried", sie unterhalten sich über die Musikfestspiele und Hitler berichtet über das bisher Erreichte und was er für Bayreuth noch tun wolle, er führt dann August Kubizek noch zum Grabe Richard Wagners und sagt: „Ich bin glücklich dass wir uns an dieser Stätte, die für uns beide immer die heiligste war, wieder sehen können,"
Adolf Hitler besichtigt auf dem Weg von Bayreuth nach München Modelle von Parteitagsbauten in Nürnberg, er lässt sich von Albert Speer Einzelheiten erläutern und gibt selbst Anweisungen.
Die Junkers Ju 52 "Hans Loeb" der Deutschen Lufthansa AG stürzt auf dem Rückflug nach Berlin in Rangun ab.

4.8.1939
Franklin D. Roosevelt intervenierte unmittelbar in die Verhandlungen Großbritanniens und Frankreichs mit der UdSSR. Er wies seinen Botschafter in Moskau, Lawrence Steinhardt, an, dem sowjetischen Außenkommissar Molotow mitzuteilen, dass die USA mit der UdSSR das gemeinsame Interesse hätten, Deutschland und Italien in einem europäischen Krieg zu zerschlagen und dass die USA schließlich der Mächtekoalition der versammelten Verhandlungspartner beitreten würden.
Adolf Hitler befördert seinen Wehrmacht-Chefadjutanten Rudolf Schmundt an seinem 25-jährigen Dienstjubiläum zum Oberst.
Die „2. DVO des Gesetzes über die Kultusvereinigungen" bestimmt, dass die Reichsvereinigung den Kultusvereinigungen, die keinen Vorstand hatten, einen solchen vorschreiben und personell besetzen konnte und alle Kultusvereinigungen eine Mustersatzung zu übernehmen hatten.
Polens Generalkommissar Marjan Chodacki protestiert beim Danziger Senat gegen Behinderungen der in Danzig tätigen polnischen Zollbeamten.
Der Führerrat des Nationalsozialistischen Reichsbundes für Leibesübungen (NSRL) teilt mit, dass ab der Fußball-Gauligasaison 1939/40 über Meisterschaft und Abstieg bei Punktegleichheit nicht mehr das Torverhältnis, sondern die Tordifferenz entscheiden soll.
Das Deutsche Nachrichtenbüro meldet fast täglich weitere Zwischenfälle in Danzig und Polen.

5.8.1939
Reichsamtsleiter Paul Walter wird zum Beauftragten für die Leistungssteigerung im deutschen Kohlenbergbau ernannt.
In der Osteria Bavaria, in München, dort, wo sie ihn kennenlernte, trifft Unity Mitford den nun von ihr „Wolf" genannten Adolf Hitler das letzte Mal vor Kriegsbeginn. Bis zuletzt hoffte sie, dass ein Konflikt ihrer beiden Vaterländer vermieden wird.
Adolf Hitler zieht für die nächsten drei Wochen auf den Obersalzberg.
Eine 26köpfige britisch-französische Militärdelegation reist von Tilbury/Essex nach Leningrad ab.
Die niederländische Kronprinzessin Juliana bringt ihre zweite Tochter zur Welt. Sie wird Irene Emma Elisabeth getauft.

6.8.1939
Zur 25-Jahr-Feier der Gründung der polnischen Legion sagt Marschall Edward Rydz-Smigly, das jahrhundertelang mit Polen verknüpfte Danzig sei die "Lunge des polnischen Wirtschaftsorganismus".
Adolf Hitler erklärt sich bereit, der Sowjetunion im Baltikum und in Finnland freie Hand zu lassen.
Hermann Lang (Mercedes-Benz) wird am Großglockner Deutscher Automobil-Bergmeister vor Hans Stuck und Hermann P. Müller (beide Auto-Union).

7.8.1939
Auf dem Sönke Nissen Koog in Nordfriesland verabreden Generalfeldmarschall Hermann Göring und sieben britische Industrielle, darunter der Konservative Charles F. Spencer, Bemühungen um deutsch-britische Regierungskontakte. Das Treffen wurde von dem schwedischen Kaufmann Birger Dahlerus vermittelt.
Adolf Hitler empfängt auf dem Obersalzberg den Danziger Gauleiter Albert Forster zu einer Besprechung. Vorbereitet wird die „Brandrede" Albert Forsters für den 10. August in Danzig.
Der Danziger Senatspräsident Arthur Greiser protestiert beim polnischen Generalkommissar für Danzig, Marjan Chodacki, gegen die Bewaffnung der polnischen Zollbeamten.
Der britische Sonderbotschafter William Strang verlässt Moskau nach 14 Besprechungen mit der sowjetischen Führung.

8.8.1939
In der Pressekonferenz beim Reichspropagandaministerium ergeht die Presseweisung: "Die polnischen Greuel gegenüber Volksdeutschen sind nach wie vor auf der zweiten Seite zu bringen."
Der ungarische Außenminister Stephan Graf Csaky erscheint auf dem Obersalzberg. Adolf Hitler ist sehr verstimmt über die Haltung Ungarns, das gegen Polen keine kriegerische Haltung einnehmen will. Am Ende bat Csaky den Führer, Telekis Brief vom 24. Juli als ungeschrieben zu betrachten.
Winston Churchill erklärt in seiner Rundfunkrede: „Wenn Hitler den Krieg nicht eröffnet, so wird es keinen Krieg geben. Kein anderer beabsichtigt Krieg zuführen. England und Frankreich sind entschlossen, nur zur Selbstverteidigung oder zur Verteidigung ihrer Alliierten Blut zu vergießen. Niemandem ist es auch nur im Traum eingefallen, Deutschland anzugreifen."
Irland beruft seinen Botschafter in Berlin Charles Bewley wegen dessen angeblich profaschistischer Haltung ab.
Mit der Aufführung des Films "Robert Koch, der Bekämpfer des Todes" beginnt die Biennale in Venedig.

9.8.1939
Staatssekretär Ernst Freiherr von Weizsäcker warnt Polens Geschäftsträger in Berlin, Stefan Fürst Lubomirski, vor Übergriffen auf Danzig.
Spaniens Staatschef Francisco Franco Bahamonde verkündet ein Gesetz über die Umgestaltung der spanischen Regierung, das seinen Einfluss erhöht.
Adolf Hitler nimmt zum ersten Mal an den Salzburger Festspielen teil. Er besucht eine Aufführung der Oper „Don Giovanni".
Die polizeilichen Meldebehörden erhalten die Anweisung, die Wehrpässe und Musterungsausweise der Juden einzuziehen.
Der Führer der Christlich-Historischen Union der Niederlande, Jan de Geer, bildet als Nachfolger des am 27. Juli gestürzten Hendrikus Colijn ein neues Kabinett.
Regisseur Karl Ritter beginnt mit den Dreharbeiten für den Film "Legion Condor" über den Spanischen Bürgerkrieg. Bei Kriegsausbruch wird das Projekt wegen des Bedarfs an Flugzeugen gestoppt.

10.8.1939
Das Reichsgesetzblatt veröffentlicht einen Führererlass über die Stiftung des Spanien-Kreuzes, des Ehrenkreuzes für Spanien-Hinterbliebene und des Schutzwall-Ehrenzeichens.
Der Unterstaatssekretär im polnischen Außenministerium, Miroslaw Arciszewki, übergibt in Warschau dem deutschen Geschäftsträger Johann von Wühlisch die Antwort auf eine deutsche Note vom Vortag.
Moskau ist zu umfassenden Verhandlungen mit Berlin bereit.
Bei einer großen Protestkundgebung auf dem Langen Markt verkündet Gauleiter Albert Forster das Bekenntnis Danzigs zum Großdeutschen Reich und seinem Führer, auf die gegen alle Kriegshetze und Kriegsdrohung jederzeit Verlass sei.
Das Reichspropagandaministerium weist die Presse an: "Verbürgte Greuelmeldungen, wie sie vom DNB (Deutsches Nachrichtenbüro) kommen, müssen ab heute groß auf der ersten Seite erscheinen."
Die deutschen Kinos zeigen statt der Wochenschau den Dokumentarfilm "Der Westwall" von Fritz Hippler.
Vor Arbeitern der Düsseldorfer Rheinmetall-Borsig Werke erklärt Heeres-Oberbefehlshaber Generaloberst Walter von Brauchitsch, der Führer werde "niemals das Leben eines deutschen Menschen leichtfertig aufs Spiel setzen"

11.8.1939
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler empfängt auf dem Obersalzberg den Danziger Völkerbundskommissar Carl Jakob Burckhardt zu einer Unterredung, um über die Lage im Freistaat zu sprechen. Hitler erklärt, dass er „beim leisesten Versuch der Polen, in Danzig einzugreifen, wie der Blitz über sie herfahren würde mit all den ihm zur Verfügung stehenden mächtigen Waffen, von denen die Polen nicht die geringste Ahnung hätten".
Der Außenminister Italiens, Galeazzo Ciano, Graf von Cortellazzo, und Joachim Ribbentrop treffen sich in Salzburg. An den Beratungen auf Schloss Fuschl sind auch die Botschafter beider Länder, Bernardo Attolico und Hans Georg von Mackensen, beteiligt.

12.8.1939
Adolf Hitler empfängt auf dem Obersalzberg den italienischen Außenminister Galeazzo Ciano, Graf von Cortellazzo, begleitet vom deutschen Außenminister Joachim von Ribbentrop. Hitler redet über die politische Lage und seine feste Absicht Danzig mit allen Mitteln ins Deutsche Reich zu integrieren. Hitler besucht anschließend mit Graf Ciano das Kehlsteinhaus.
Unter Führung des sowjetischen Kriegskommissars Kliment Woroschilow beginnen Gespräche in Moskau mit den Briten und den Franzosen.
Das Oberkommando der Wehrmacht und die Reichsjugendführung veröffentlichen eine Vereinbarung über 14tägige Geländeausbildungen von Absolventen der Führerschulen der Hitlerjugend (HJ).
In Frankfurt läuft der Dresdner Rudolf Harbig mit 46,0 sec Weltrekord über 400 m.
Robert Zimmermann (Schweiz) gewinnt die Tour de Suisse.

13.8.1939
Nach einer zweiten Aussprache mit Adolf Hitler, in der Hitler erklärt: "Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass weder England noch Frankreich in einen allgemeinen Krieg eintreten werden", reist Graf Ciano ohne Abschluss-Kommunique ab. Auch Joachim Ribbentrop garantiert, dass die Westmächte neutral bleiben, wenn Polen in drei Tagen vernichtend geschlagen wird.
Im Deutschen Reich beginnen die Eintragungen in die Volkskartei (bis 19. 8.).

14.8.1939
Massenverhaftungs-Aktion von Volksdeutschen in Ostoberschlesien - Polnische Behörden führen zahlreiche Haussuchungen und Verhaftungen vor allem in Kreisen Jungdeutscher Partei, Volksbund und Gewerkschaften; Schließung deutscher Zeitungen, Gewerkschaften und Sperrung der Grenze.
Die Oberbefehlshaber der Wehrmacht werden vom Führer auf den Berghof beordert. Dort erläutert ihnen Adolf Hitler die politische Lage und seine feste Absicht, wenn keine friedliche Lösung möglich ist, Polen in 6 bis 8 Wochen zu erledigen, selbst wenn England eingreife, woran er nicht glaube.
Der russische Außenminister Molotow zeigt sich gegenüber Berlin bereit, die Verhandlungen aufzunehmen. Adolf Hitler drängt auf den Abschluss eines Abkommens; deshalb bietet er den Besuch seines Außenministers in Moskau an. Ein solches Entgegenkommen hatte Lord Halifax den Sowjets stets verweigert.
Adolf Hitler besucht am Abend eine Aufführung der Salzburger Festspiele, die Mozart-Oper „Die Entführung aus dem Serail."
Das am 13. Juni gestohlene Gemälde "L'Indifférent" von Antoine Watteau ist wieder im Pariser Louvre.

15.8.1939
Verhaftungswelle von Volksdeutschen im Olsa-Gebiet - Diese Aktion hat den Zweck verfolgt, sich in den Besitz von Geiseln zu setzen.
In Moskau besteht Kliment Woroschilow auf dem Durchmarschrecht durch Polen, was die Vertreter England und Frankreichs nicht zugestehen können.
Der polnischen Botschafters in Paris, Graf Julius Lukasiewicz, erklärt bei einer Unterredung mit dem französischen Außenminister George Bonnet: „Es wird die polnische Armee sein, die in Deutschland am ersten Tage des Krieges einfallen wird".
Auf dem Truppenübungsplatz Neuhammer in Schlesien stürzen 13 Sturzkampfbomber vom Typ Junkers Ju 87 wegen Bodennebels ab.
In Berlin wird der Film »Es war eine rauschende Ballnacht« von Carl Froelich mit Zarah Leander, Marika Rökk, Hans Stüwe, Leo Slezak u.a. uraufgeführt.

16.8.1939
Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop beauftragt den deutschen Botschafter in Moskau, Friedrich Werner Graf von der Schulenburg, der UdSSR das deutsche Interesse an einem 25jährigen Nichtangriffspakt vorzutragen.
In das Berliner Handelsregister wird die Reichspost-Fernseh-GmbH eingetragen.
Das Infanterieregiment 19 feiert in der Adolf-Hitler-Kaserne den Eintritt des Führers als Kriegsfreiwilliger in die bayerische Armee vor 25 Jahren. Adolf Hitler selbst feiert auf dem Obersalzberg. Gegen Mittag erscheint Hermann Göring als ranghöchster Offizier, um zu gratulieren. Am Nachmittag empfängt Hitler eine Abordnung des Infanterieregiments 19 (Traditionstruppenteil des ehemaligen List-Regimentes). Weitere Parteigrößen erscheinen zur Gratulation.
Juden müssen ihr Bargeld auf besonderen Konten anlegen. Die Abhebung von diesen Konten ist genehmigungspflichtig.
Auf dem 21. Zionistenkongreß (16.-25. August 1939) in Genf - also noch vor dem Polenfeldzug - ruft Judenführer Chaim Weizmann die Juden in aller Welt zum Kampf gegen Deutschland auf. Außerdem beklagt er die englische Nahost-Politik und die Weigerung der Briten, 100.000 jüdische Flüchtlinge nach Palästina einreisen zu lassen.
In das Berliner Handelsregister wird die Reichspost-Fernseh-GmbH eingetragen.

17.8.1939
In Moskau vertagt Verteidigungsminister Kliment J. Woroschilow das Gespräch mit der britisch-französischen Delegation auf den 21. August.
Polen sperrt den sog. Kleinen Grenzverkehr zum Deutschen Reich. Nach deutschen Angaben sind bisher 76.000 Volksdeutsche aus Polen geflohen.
General Wilhelm Keitel erfährt von Admiral Wilhelm Canaris, dass Italien nicht gegen Polen mitkämpfen wolle. Der Chef des OKW versucht „wegen mangelnder Kriegs-Bereitschaft der Wehrmacht" Adolf Hitler von einem Angriff auf Polen abzubringen, er wird jedoch abgewiesen.
Die neunte Durchführungsverordnung zum Luftschutzgesetz verpflichtet die deutschen Hausbesitzer, in Häusern ohne Luftschutzkeller behelfsmäßige Luftschutzmaßnahmen vorzunehmen.

18.8.1939
Die Nationalsozialisten lassen in Danzig die „SS-Heimwehr" als „Antwort auf polnische Kriegsdrohungen" aufmarschieren.
Ernst Hanfstaengl schreibt einen Brief an Martin Bormann. „Der einzige Mann, der die peinlichen Vorfälle vom Februar 1937 ungeschehen machen könne, sei der Führer. Doch dass Hitler ihm die gewünschte Garantie nicht gegeben habe, mache ihm eine ehrenhafte Rückkehr in sein Heimatland unmöglich."
Vergeblich bemühen sich französische Diplomaten in Warschau, den Polen die Zustimmung zur russischen Forderung nach einem Durchmarschrecht abzuringen.
Der „Reichsausschuss zu wissenschaftlichen Erfassung erb- und anlagebedingter Leiden" führt die obligatorische Registrierung aller „missgestalteten" neugeborenen Kinder ein.

19.8.1939
Der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw M. Molotow lädt Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop für den 26. oder 27. August nach Moskau ein.
Polens Marschall Edward Rydz-Smigly teilt dem französischen Botschafter in Warschau, Léon Noël, offiziell die polnische Weigerung mit, fremden Truppen Durchmarschrecht zu gewähren.
Die ersten 14 deutschen U-Boote des Typs VII und IX verlassen Kiel und Wilhelmshaven mit Ziel Atlantik.

20.8.1939
In Berlin wird mit Datum vom 19. August ein deutsch-sowjetisches Handels- und Kreditabkommen unterzeichnet. Es gewährt der UdSSR einen Warenkredit in Höhe von 200 Millionen Reichsmark.
In einem Telegramm an den sowjetischen Parteichef Josef W. Stalin regt Führer und Reichskanzler Adolf Hitler an, Außenminister Joachim von Ribbentrop am 22. oder 23. August in Moskau zu empfangen.
Die Warschauer Zeitung „Depesza" schreibt: „Wir sind bereit, mit dem Teufel einen Pakt abzuschließen, wenn er uns im Kampf gegen Hitler hilft. Hört ihr: Gegen Deutschland, nicht nur gegen Hitler. Das deutsche Blut wird in einem kommenden Krieg in solchen Strömen vergossen werden, wie dies seit Entstehung der Welt noch nicht gesehen worden ist."
Beim Großen Preis der Schweiz für Automobile in Bern-Bremgarten siegt Hermann Lang (Mercedes-Benz).

21.8.1939
Bei der Wiederaufnahme der Gespräche mit der britisch-französischen Militärmission schlägt Kliment J. Woroschilow, der sowjetische Verteidigungsminister, eine Vertagung bis zum Eintreffen einer polnischen Stellungnahme vor.
Adolf Hitler erhält Besuch von Franz von Papen auf dem Obersalzberg, der Hitler vorschlägt, mit der Türkei neue Verträge über Kriegsmateriallieferungen abzuschließen, um die Türkei etwas freundlicher zu stimmen.
Adolf Hitler hat einen Telegrammwechsel mit dem in Bad Kreuznach tagenden Verantwortlichen des Internationalen Weinbaukongress.
Am Abend trifft aus Moskau Josef Stalins Telegramm ein. Darin gibt die Sowjetregierung ihre Zustimmung zum Nichtangriffspakt und erwartet die Ankunft Joachim von Ribbentrop am 23. August.
In den Regierungsbezirken Düsseldorf Köln, Arnsberg und Münster wird in der ersten von drei Nächten verdunkelt.

22.8.1939
Vor den zum Obersalzberg berufenen Oberbefehlshabern gibt Adolf Hitler seine Analyse der politischen Lage in Europa.
Das Deutsche Nachrichtenbüro (DNB) meldet, daß bei den 22.000 Befestigungsanlagen am Westwall sechs Millionen Tonnen Zement, 695.000 m³ Holz und drei Millionen Rollen Stacheldraht verbaut wurden. Die Reichsbahn stellt täglich 8.000 Waggons für die Befestigungsarbeiten zur Verfügung. 342.000 Mann der Organisation Todt, 100.000 vom RAD und rund 90.000 der Festungspionierstäbe sind neben Divisionen der Wehrmacht im Einsatz.
Großbritannien läßt Führer und Reichskanzler Adolf Hitler wissen, der am Vortag bekanntgegebene deutsch-sowjetische Pakt werde am britischen Beistandspakt für Polen, der auch im Angriffsfall Polens in Kraft tritt, nichts ändern.
Die polnische Telegrafenagentur meldet, der deutsch-sowjetische Pakt habe hier "keinen großen Eindruck gemacht".
Das Oberkommando des Heeres und der NS-Lehrerbund vereinbaren die wehrgeistige Erziehung in der Schule.

23.8.1939
In Moskau werden der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt und ein Geheimprotokoll unterzeichnet. In einem geheimen Zusatzprotokoll werden die Interessensphären abgegrenzt. Danach fallen Finnland, die baltischen Staaten, Polen bis zu den Flüssen Narev, Weichsel und San und Bessarabien in den sowjetischen Einflussbereich. Für 10 Jahre verpflichten sich Deutschland und die Sowjetunion im offiziellen Nichtangriffs- und Konsultationsvertrag, sich gegenseitig nicht anzugreifen, keinen dritten Angreifer zu unterstützen und keinem Bündnis gegeneinander beizutreten. (Hitler-Stalin-Pakt).
Sengende und mordende polnische Kavallerietrupps fallen in ostpreußisches Reichsgebiet ein.
In Berchtesgaden empfängt Führer und Reichskanzler Adolf Hitler den britischen Botschafter Neville Meyrick Henderson und übergibt ihm die Antwort auf die britische Erklärung vom Vortag: Sie hindere die Reichsregierung nicht, ihre Interessen wahrzunehmen.
Vor dem Nationalen Verteidigungsrat in Paris betont General Maurice Gustave Gamelin, Chef des Generalstabs der Nationalen Verteidigung, er glaube an einen längeren Widerstand Polens.
Alfred Jodl wird im OKW Chef des Wehrmachtführungsamtes. Als Hitlers persönlicher Stabchef beriet er ihn in strategischen und taktischen Fragen.
Britische Handelsschiffe wird befohlen, keine deutschen Häfen mehr anzulaufen.
Der Senat von Danzig ernennt Gauleiter Albert Forster zum Staatsoberhaupt der Freien Stadt; Senatspräsident Arthur Greiser wird Ministerpräsident.
Am Ende eines Treffens der sieben Oslo-Staaten (nordische und Benelux-Länder) in Brüssel ruft Leopold III., König der Belgier, zum Frieden auf.
US Präsident Roosevelt wies den Vorschlag des britischen Premiers Chamberlain, die USA mögen die Polen zur Vernunft drängen," unbeherrscht zurück".
In Buenos Aires beginnt die Schach-Olympiade (bis zum 19. 9.).

24.8.1939
Außenminister Joachim von Ribbentrop meldet Adolf Hitler früh um 1 Uhr telefonisch den Abschluss des Vertrages mit der Sowjetunion. Hitler hat am Morgen noch eine Unterredung auf dem Obersalzberg mit dem Staatssekretär Ernst von Weizsäcker, dann kehrt er in die Reichskanzlei nach Berlin zurück. Am Abend empfängt er Joachim von Ribbentrop, der erklärte, er habe sich in Moskau „gewissermaßen wie zwischen alten Parteigenossen gefühlt".
Generalfeldmarschall Hermann Göring teilt Polens Botschafter Josef Lipski mit, das »Haupthindernis für die Beseitigung der deutsch-polnischen Spannungen bilde die Allianz Polen-Großbritannien«.
Generalfeldmarschall Hermann Göring bittet den mit ihm befreundeten schwedischen Industriellen Birger Dahlerus, mit London Kontakt aufzunehmen, um die Engländer doch noch umzustimmen.
Vor dem zu einer Sondersitzung zusammengerufenen Unterhaus erklärt der britische Premierminister Arthur Neville Chamberlain, Großbritannien stehe zu seinen Vereinbarungen mit Polen.
Papst Pius XII. ruft im Rundfunk die Welt zum Frieden auf.
US-Präsident Franklin Delano Roosevelt ruft Führer und Reichskanzler Adolf Hitler und den polnischen Staatspräsidenten Ignacy Mo s cicki zum Frieden auf. Eine ähnliche Botschaft erhält Viktor Emanuel III. von Italien.
Die Deutsche Wochenschau zeigt Bilder von Lagern der über 70.000 aus Polen vor dem antideutschen Staatsterror geflohenen Volksdeutschen.
In Böhmen und Mähren wird für 16- bis 25jährige die einjährige Arbeitsdienstpflicht wie im Reichsgebiet eingeführt.
Polnische Batterien beschossen zur Provokation zwei deutsche Verkehrsflugzeuge.
Nach einem Erlass des Reichswirtschaftsministers müssen jüdische Bestattungsunternehmer und Friseure ihre Berufstätigkeit auf jüdische Kunden beschränken.

25.8.1939
Adolf Hitler empfängt den britischen Botschafter Henderson und überreicht ihm einen weiteren Vorschlag zur friedlichen Lösung mit Polen, welcher nur zum Schein aufgeriffen wurde, in Wirklichkeit aber boykottiert wurde. Zusätzlich bietet der deutsche Führer eine Abmachung an, deutscherseits die Existenz des britischen Weltreiches zu garantieren und sichert dem britischen Reich die deutsche Hilfe zu. Adolf Hitler erklärt: "... Die Behauptung, dass Deutschland die Welt erobern wolle, ist lächerlich....."
Um 15.02 Uhr befiehlt Adolf Hitler der Wehrmacht den Angriff auf Polen für den 26. August um 4.30 Uhr.
Das Linienschiff "Schleswig-Holstein" läuft um 16 Uhr zum Freundschaftsbesuch in Danzig ein.
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler empfängt um 17 Uhr Frankreichs Botschafter Robert Coulondre.
In London wird ein britisch-polnisches Militärbündnis geschlossen. Damit erhält Polen einen Freibrief, mit dem es jede Bedrohung, nicht nur gegen sich selbst, nach seinem Belieben beantworten kann. Darauf hin nimmt Hitler den Vormarschbefehl zurück. Er braucht Zeit für Verhandlungen.
Italiens Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini teilt Führer und Reichskanzler Adolf Hitler brieflich mit, daß Italien nicht Krieg führen könne.
Erwin Rommel wird von Adolf Hitler persönlich zum Generalmajor befördert. Er wird Kommandant zum Schutz des Führerhauptquartiers.
Nach einem Warntelegramm von Norddeich Radio an die deutsche Handelsschiffahrt in Übersee, ergeht der Befehl an die in fremden Häfen und auf hoher See stehenden deutschen Handelsschiffe, sich von den normalen Schiffahrtswegen abzusetzen.
Die britisch-französisch-sowjetischen Beratungen in Moskau werden beendet.
Die für den 27. August angesetzte Tannenbergfeier fällt aus.
Ein Bombenanschlag der Irisch-Republikanischen Armee (IRA) in Coventry fordert fünf Tote und 35 Verletzte.
Das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Deutschlands begrüßt den Nichtangriffspakt mit dem Deutschen Reich vom 23. August als "erfolgreiche Friedenstat" der UdSSR.

26.8.1939
Die Reichsregierung teilt der Schweiz und den Benelux-Ländern die Achtung ihrer Neutralität im Kriegsfall mit.
Der geplante "Reichsparteitag des Friedens" (2.- 11. 9.) wird abgesagt.
Frankreichs Ministerpräsident Edouard Daladier mahnt Führer und Reichskanzler Adolf Hitler zum Frieden.
US-Präsident Franklin Delano Roosevelt ruft erneut zu deutsch-polnischen Verhandlungen auf.
Italiens Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini schickt Führer und Reichskanzler Adolf Hitler eine Liste über den Bedarf Italiens an Kriegsmaterial und Rohstoffen.
Zur Entschärfung des Nationalitätenkonflikts treten fünf kroatische Minister in die jugoslawische Regierung ein.
Am Abend trifft Birger Dahlerus, der schwedische Vertraute von Generalfeldmarschall Hermann Göring, aus London wieder in Berlin ein. Er erreichte in London, daß England mit direkten Verhandlungen zwischen Deutschland und Polen zur Regelung von Danzig und dem Korridor einverstanden ist.
Adolf Hitler sendet an Mussolini nochmals ein Telegramm, in dem er ihm mitteilt: „Ich werde dann noch in diesem Winter, spätestens im Frühjahr, mit Kräften, die Frankreich und England mindestens ebenbürtig sind, im Westen aufmarschieren (...) Ich habe nun hier eine große Bitte an Sie, Duce. Sie und Ihr Volk können mir in diesem schweren Kampf am meisten dadurch helfen, dass Sie mir mit italienischen Arbeitskräften helfen."
Im Auftrage der Reichsregierung versichern die diplomatischen Vertreter Berlins in Holland, Belgien, Luxemburg und der Schweiz, Deutschland werde im Kriegsfalle ihre Neutralität respektieren.
48 Munitionstransportwagen, die in Richtung auf deutsche Reichsgrenze fuhren wurden gezählt.

27.8.1939
Knapp nach Mitternacht empfängt Adolf Hitler Birger Dahlerus, der von England zurückkam. In einem mehrstündigen Gespräch im Beisein von Hermann Göring kritisiert er England. Morgens um 8 Uhr startet Dahlerus wieder nach England, um über die Aussprache mit Hitler zu berichten.
In einem ausführlichen Schreiben antwortet Adolf Hitler dem französischen Ministerpräsidenten Edouard Daladier, er würde eine deutsch-französische Verständigung einem militärischen Konflikt vorziehen. Aber er sehe keine Möglichkeit, Polen zu einer friedlichen Lösung in Danzig und im Korridor zu bewegen.
Für die deutsche Luftwaffe und Teile des deutschen Heeres tritt eine etwa zehntägige Postsperre in Kraft.
Vor dem deutschen Reichstag in der Neuen Reichskanzlei erklärt Adolf Hitler, der Bund mit Moskau sei ein »Pakt mit dem Satan, um den Teufel auszutreiben«.
Adolf Hitler unterzeichnet zwei Erlasse über die „Neuregelung des Ehrensoldes für Träger höherer Kriegsauszeichnungen und der Zulage für Schutztruppengeschädigte" sowie über die „Gewährung eines Veteranensoldes für Frontkampfer" von 1870/1871 und den Feldzügen in Bosnien von 1878 und Süddalmatien 1882.
Das Reichspropagandaministerium weist die deutsche Presse an: "Aufmachung weiterhin Polen. In der Stärke keinesfalls nachlassen, es gibt genügend Meldungen über Kriegsvorbereitungen, Panikstimmung, kleinere Unruhen ... usw."
Im Deutschen Reich werden für bestimmte Lebensmittel sowie für Seife und Hausbrandkohle Bezugsscheine eingeführt.
In Rostock startet das Strahlturbinenflugzeug Heinkel He 178.
Das für diesen Tag geplante Fußball-Länderspiel Deutschland-Schweden in Stockholm fällt aus. Eine zweite deutsche Elf unterliegt vor 13 000 Zuschauern der Slowakei in Preßburg 0:2.

28.8.1939
Adolf Hitler teilt der englischen Regierung mit, daß er mit allem einverstanden ist. Darauf bietet die britische Regierung ihre "guten" Dienste für eine direkte Fühlungsnahme zwischen Deutschland und Polen an und der britische Botschafter Henderson antwortet noch am selben Tag in Berlin: Polen wäre zu Verhandlungen bereit, was aber nicht zutraf.
Die Grenze zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich wird geschlossen.
Adolf Hitler gibt zur 25-jährigen Wiederkehr des Tages von Tannenberg einen Erlass heraus, in dem er die Leistung der Aufklärungsflieger lobt und zur Erinnerung hieraus befiehlt: „Die Aufklärungsgruppe W" führt fortan die Bezeichnung, „Aufklärungsgruppe Tannenberg".
Adolf Hitler unterzeichnet ein Gesetz „über die Besoldung, Verpflegung, Unterbringung, Bekleidung und Heilfürsorge der Angehörigen der Wehrmacht bei besonderem Einsatz".
Zudem folgt ein „Erlass des Führers und Reichskanzlers über die Vereinfachung der Verwaltung".
Die Reichskleinodien werden in einem Sonderzug der Deutschen Reichsbahn von Wien in die Reichsstadt Nürnberg gebracht. Einführung der Lebensmittelkarte in Deutschland.
Am Abend zündeten Polen 15 km von der Grenze entfernt im deutschen Haldenburg Häuser an. Ein MG-Trupp der deutschen Grenzüberwachung schießt auf polnische Kavallerie, die auf deutschem Gebiet deutsche Bauern jagte.

29.8.1939
Adolf Hitler gibt Henderson seine Antwort: "Britischer Vorschlag angenommen. Die Reichsregierung erwartet polnische Delegation für den 30.August."
Das Reichspropagandaministerium weist die Presse an: "Das Maß der Herausstellung der polnischen Terrormeldungen ist für das Ausland der Maßstab, an dem man die Festigkeit der deutschen Haltung mißt ... Es ist gleichgültig, was von diesen Meldungen geglaubt wird."
Chaim Weizmann schreibt einen Brief an Neville Chamberlain. Dieser Brief wird nach der Veröffentlichung in der "Times" auch als (zweite) Jüdische Kriegserklärung an Deutschland gewertet.

30.8.1939
Der schwedische Industrielle Birger Dahlerus fliegt zum dritten Mal nach London und informiert die britische Regierung über die Ausarbeitung eines deutschen 16-Punkte-Plans im Laufe des Tages. London hatte allerdings die Meldung an die polnische Regierung absichtlich verzögert, so daß die Polen auf keinen Fall den Termin einhalten konnten. Und nun teilen die Briten der deutschen Regierung mit, daß London nicht in der Lage sei, den Polen Verhandlungen mit Deutschland zu empfehlen, was England zwei Tage vorher ausdrücklich angeboten hatte.
Adolf Hitler empfängt am Vormittag in der Reichskanzlei den Danziger Gauleiter Albert Förster, um ihm für den beabsichtigten Staatsstreich in Danzig die letzten Informationen zu geben. Adolf Hitler unterzeichnet einen Erlass für die Bildung eines Ministerrats für die Reichsverteidigung. Beschlussgremium des Ministerrats war der „Reichsverteidigungsrat". Ihm oblag die Neufassung der gesamten Kriegsgesetzgebung. Vorsitzender: Hermann Göring, Mitglieder: Rudolf Heß (StdF), Wilhelm Frick (GBW. Walther Funk (GBV), Hans Heinrich Lammers (Chef der Reichskanzlei) und Wilhelm Keitel (Chef OKW).
Ermordung des deutschen Konsuls in Krakau durch einen polnischer Jude.
In Berlin wird ein Ministerrat für die Reichsverteidigung gebildet.
In Polen wird die Generalmobilmachung bekanntgegeben.

31.8.1939
Der Oberste Sowjet ratifiziert den Nichtangriffspakt mit dem Deutschen Reich.
Adolf Hitler erteilt um 12.40 Uhr den endgültigen Befehl für die Eröffnung des Krieges gegen Polen und unterzeichnet die Weisung Nr. 1 für die Kriegführung: „Nachdem alle politischen Möglichkeiten erschöpft sind, um auf friedlichem Wege eine für Deutschland unerträgliche Lage an seiner Ostgrenze zu beseitigen, habe ich mich zur gewaltsamen Lösung entschlossen."
Um 20 Uhr wird der Sender Gleiwitz von Männern in polnischen Uniformen überfallen. Allein vom 25. bis 31. August 1939 wurden vom deutschen Auswärtigen Amt 43 polnische Grenzüberschreitungen dokumentiert, oft mit Schüssen und Todesopfern; deutsche Höfe wurden angezündet, Zollbeamte erschossen usw.. Um 21 Uhr verliest der Reichsrundfunk den 16-Punkte-Plan als weitere Möglichkeit für eine friedliche Lösung mit Polen.
Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop spricht nochmal mit Polens Botschafter Josef Lipski. Dieser war von seiner Regierung ausdrücklich angewiesen, sich unter keinen Umständen in sachliche Diskussionen einzulassen, außerdem erklärt er mehrfach, keinerlei Vollmachten zu haben. Damit ist jedem weiteren Einvernehmen der Boden entzogen. Weder England noch Polen verhandeln! Trotzdem macht Berlin einen Versuch zur Verständigung und berichtet nach London, daß die deutschen Verhandlungsvorschläge noch immer Gültigkeit haben, vorausgesetzt, daß ein polnischer Unterhändler sogleich nach Berlin kommt. In Berlin wartet man neuerdings vergebens! Nun schaltet sich Mussolini ein. Er schlägt zur Lösung des Konfliktes eine Konferenz der Großmächte vor. Der französische Ministerrat stimmt unverzüglich zu. Auch Hitler ist einverstanden. Der britische Botschafter aber kann, wie es heißt, wegen technischer Schwierigkeiten keine Verbindung mit seiner Regierung erhalten!!! Womit erwiesen ist, daß England jeden Ausgleich mit Polen sabotiert.

Der Krieg beginnt nach der polnischen Kriegserklärung. Die Polen eröffnen am 31.August zum 1.September 1939 um 0.00 Uhr an vielen Stellen der Grenze das Feuer. Der polnische Staatssender in Warschau gab zu gleicher Zeit in einer Sondermeldung triumphierend bekannt: "Wir sind auf dem siegreichen Vormarsch nach Berlin, und werden Ende der Woche in Berlin sein. Die Deutschen gehen an der ganzen Front in Unordnung zurück". Selbst wenn man der systemgeknebelten Geschichte glaubt, dass Deutschland den Krieg begann, so wäre auch das völkerrechtlich völlig legitim.                    

die sozialen Errungenschaften im Deutschen Reich waren einzigartig und es gab auf der ganzen Welt nichts Vergleichbares

Hellmuth Felmy

Georg von Küchler

Albert Einstein

Marian Chodacki

Arthur Greiser

Ernst Freiherr von Weizsäcker

Winifred Wagner war eine enge persönliche Freundin von Adolf Hitler, den sie 1923 in Bayreuth kennengelernt hatte

Schwerer Kreuzer Lützow
Heinz Rühmann und Hertha Feiler

Die deutschen Kinos zeigen statt der Wochenschau den
Dokumentarfilm "Der Westwall" von Fritz Hippler.

Die UfA-Tonwoche vom 23.8.1939 - Fahrt der Marine-HJ und des Reichsbundes Deutscher Seegeltung mit 60 Booten und Kuttern auf der Donau von Passau nach Budapest. Die Volksdeutschen innerhalb der polnischen Grenzen sind wildestem Terror ausgeliefert. Erzaehlungen und Auflistungen der Repressalien durch die Polen. Uebereinkommen eines Nichtangriffspaktes zwischen Reichs- und Sowjetregierung.

Der Bundeswehr-Generalmajor a.D. Gerd Schultze-Rhonhof hat die Vorgeschichte des 2. Weltkriegs untersucht und erzählt sie so, wie sie nach heutiger Quellenlage abgelaufen ist. Besonders spannend in diesem Vortrag ist die Analyse der so genannten Schlüsseldokumente, die in Nürnberg herangezogen wurden, um der Reichsführung und den Generälen eine langfristige Weltkriegsplanung nachzuweisen.

Sie können die einzelnen Bilder anklicken und die detailierten Ereignnisse dieser Zeit in der großen Chronik von 1933-45 nachlesen