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Chronik des Nationalsozialismus Januar / Februar 1934

JANUAR 1934

1.1.1934
Beim Neujahrsempfang für die Reichsregierung in Berlin dankt der deutsche Reichspräsident Paul von Hindenburg Reichskanzler Adolf Hitler (NSDAP) für den politischen "Wendepunkt", den er in der Geschichte des Deutschen Reiches herbeigeführt habe.
Cesare Orsenigo, der päpstliche Nuntius in Berlin, überbringt als Doyen (Vertreter) des Diplomatischen Korps dem deutschen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg die Neujahrswünsche des Auslands.
Im Neujahrsaufruf an die "Nationalsozialisten, Nationalsozialistinnen, Parteigenossen" bezeichnet der deutsche Reichskanzler und NSDAP-Führer, Adolf Hitler, 1933 als "Jahr der deutschen Revolution" und das kommende Jahr 1934 als "Jahr des deutschen Aufbaus".
Der österreichische Bundeskanzler Engelbert Dollfuß (CP) lehnt in seiner Neujahrsrundfunkrede den deutschen Nationalismus ab, der die Selbständigkeit Österreichs bedrohe.
Der italienische Duce und Ministerpräsident Benito Mussolini prophezeit, das Jahr 1934 werde eine entscheidende Etappe auf dem Weg zur Ausbreitung des Faschismus in der Welt sein.
Der französische Botschafter in Berlin, André François-Poncet, überreicht dem deutschen Reichskanzler, Adolf Hitler (NSDAP), eine Denkschrift über die Abrüstungsfrage.
Reichsstatthalter wird der nationalsozialistische Gauleiter Friedrich Hildebrandt, der dieses Amt bereits seit 26. Mai 1933 für Mecklenburg und Lübeck innehat.
Im Deutschen Reich tritt das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses vom 14. Juli 1933 in Kraft.
Gertrud Scholtz-Klink wird Leiterin des weiblichen freiwilligen Arbeitsdienstes.
Die jüdischen Feiertage werden aus den offiziellen deutschen Kalendern entfernt.
Der jüdische Deutschenhasser Henry Morgenthau jr. wird US-Schatzsekretär als Nachfolger von William Hartman Woodin.
Anthony Eden übernimmt das Amt des Lordsiegelbewahrers im Koalitionskabinett des britischen Premierministers James Ramsey MacDonald als Nachfolger von Stanley Baldwin.
Die deutschen Zeitungen müssen ab heute täglich die Auflagenziffer für den Vormonat veröffentlichen; damit soll der sog. Auflagenschwindel künftig verhindert werden.
Die deutschen Länder Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz werden zum Land Mecklenburg vereinigt.

2.1.1934
Im Zuge der französisch-deutschen Verhandlungen hat der französische Botschafter Francois-Poncet bei seinen mündlichen Erklärungen in Berlin auch ein Aide-Memoire an den Reichskanzler und den Reichsaußenminister überreicht, das gegenwärtig von zuständiger Stelle der deutschen Regierung geprüft wird.
In mehreren europäischen Staaten treten Zinssenkungen in Kraft. Im Deutschen Reich werden die Hypothekenzinsen allgemein auf 5% gesenkt.
Der deutsche Reichsjugendführer Baldur von Schirach (NSDAP) bezeichnet in einer über alle deutschen Sender verbreiteten "Neujahrsbotschaft an die deutsche Jugend" das Jahr 1934 als "das Jahr der Schulung". Das Ziel sei "die brutale Verwirklichung des Nationalsozialismus".
Zwischen dem österreichischen Bundespräsidenten Miklas und Reichspräsident von Hindenburg hat anläßlich der Jahreswende ein Telegrammwechsel stattgefunden. In beiden Telegrammen wird der Wunsch ausgebrückt, für das Persönliche Wohlergehen der beiden Staatsoberhäupter und für die friedliche Zukunft des ganzen deutschen Volkes bzw. für das Wohlergehen Österreichs.
Ein Schreiben des Führers Adolf Hitler an den SA Stabschef Ernst Röhm, welches die Aufgabenteilung zwischen der Reichswehr (äußere Sicherheit) und der SA (innere Sicherheit) fordert, wird veröffentlicht.
In Bukarest findet das Staatsbegräbnis des ermordeten Ministerpräsidenten Duca unter großer Anteilnahme statt.
In Berlin wird der Film ›Schön ist jeder Tag, den du mir schenkst, Marie Luise‹ uraufgeführt. In der Novelle von Peter Schreffers und Günther Schwenn, spielen unter der Regie von Willy Reiber, Reva Holsey, Charles Kullmann, Jessie Vihrog, Rudolf Platte u.a.

3.1.1934
Auf Vorschlag von Reichswehrminister Werner von Blomberg ernennt Reichspräsident Paul von Hindenburg in Berlin Generalleutnant Werner Freiherr von Fritsch zum Chef der Heeresleitung.
Der englische Außenminister Sir John Simon ist gestern, mit einem Militärflugzeug von Capri kommend, in Rom eingetroffen. Er hat heute mit Mussolini zwei Besprechungen, die sich hauptsächlich auf das deutschfranzösische Problem beziehen.
Das vor einiger Zeit für die Dauer der zwischen Deutschland und Polen schwebenden Wirtschaftsverhandlungen abgeschlossene deutsch-polnische Zollprovisorium ist bis zum 15. Januar verlängert worden.
Der britische Kolonialminister Sir Philip Cunliffe-Lister dementiert Gerüchte über eine Annexion der ehemaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika, das seit 1919 britisches Mandatsgebiet ist.
Bei einer Kohlenstaubexplosion auf der Zeche Nelson III des Kohlenbergwerks bei Ossegg in der Tschechoslowakei kommen 146 Menschen ums Leben.
Die Republik Libanon ist konstituiert. Das Dekret über die Organisation der öffentlichen Gewalt der Republik Libanon wurde promulgiert. Es sieht einen Regierungschef, den Präsidenten der Republik vor. Dieser hält die Exekutivgewalt inne und wird dabei von einem ihm verantwortlichen Staatssekretär und einem Rate assistiert.

4.1.1934
Reichskanzler und NSDAP-Führer Adolf Hitler besichtigt in Berlin die neuen Mercedes-Rennwagen (Silberpfeile).
Der NS-nahe Reichsbischof Ludwig Müller verbietet in einem so genannten Maulkorberlass Mitgliedern der Deutschen Evangelischen Kirche jede Kritik an seinen Maßnahmen. Diese Maßnahme stößt auf massiven Widerstand und trägt maßgeblich zur Formierung der bekenntniskirchlichen Opposition bei.
Der Ullstein-Verlag hat ein amtliches Verbot für alle mit Bella Fromm gezeichneten Artikel erhalten.
Der italienische Regierungschef Mussolini schlägt dem britischen Staatssekretär des Äußern, Sir John Simon, eine Reform des Völkerbundes vor. Das Hauptziel der Reform besteht darin, nicht nur Deutschland und Japan in den Schoß des Völkerbundes zurückzuführen, sondern auch die USA und die Sowjetunion zum Eintritt in denselben zu bewegen.
US-Präsident Franklin D. Roosevelt hebt in seiner Botschaft zur Eröffnung des Kongresses in Washington hervor, dass sich die USA wieder in einem Prozeß des wirtschaftlichen und politischen Wiederaufbaus befinden. Er betont, dass die USA sich nicht in die politische Entwicklung Europas einmischen werden.
In Rumänien hat das Ministerium Anglelescu demissioniert. Das neue Kabinett unter Führung des Ministerpräsidenten Tatarescu hat sich gebildet. Es wird aus jungen Persönlichkeiten der liberalen Partei zusammengesetzt werden.
In Mazedonien sind infolge wolkenbruchartiger Regenfälle große Überschwemmungen aufgetreten. Der Fluss Axios ist über die Ufer getreten und bedroht die Eisenbahnlinie. Auch die Seimon führt Hochwasser. In Megara wurden die Einwohner gezwungen, sich auf die Dächer ihrer Häuser zu flüchten.

5.1.1934
Die Ernennung Generalleutnants von Fritsch, des bisherigen Kommandeurs der dritten Reichswehrdivision, zum Chef der Heeresleitung findet in der nationalsozialistischen Presse ein freundliches Echo. Man begrüßt bei Fritsch, dass er über eine reiche militärische Erfahrung als Generalstabsoffizier sowie als Artillerie- und Kavallerieführer verfügt.
Heinrich Himmler wird Kommandant der Politischen Polizei in Oldenburg.
Die Reichsregierung hat, um ein Wiederansteigen der Arbeitslosigkeit in den nächsten Monaten zu verhindern, drei Millionen Mark aus dem Reinhardtprogramm vom 1. Juni 1933 zur Gewährung von Darlehen für die Errichtung von Rahm- bzw. Milchsammelstellen bereitgestellt.
Aus Stuttgart wird die Verhaftung zweier katholischer Geistlicher wegen politischer Agitation gemeldet. Einer der Pfarrer, die in das Schutzhaftlager Kuhberg überstellt wurden, habe eine Messe für hingerichtete Kommunisten abgehalten; der andere habe "von der Kanzel herab die nationalsozialistische Bewegung geschmäht", heißt es in Zeitungsberichten.
Unter dem Vorsitz von André Gide und André Malraux wird in Paris das Internationale Befreiungskomitee für Georgi M. Dimitrow, Ernst Thälmann, Ernst Torgler, Blagoi Popow, Wassil Tanew und andere im nationalsozialistischen Deutschen Reich eingekerkerten Antifaschisten gegründet.
Die Erste Große Strafkammer in Görlitz verurteilt erstmals im Deutschen Reich einen "Gewohnheitsverbrecher" zur Entmannung. Der Verurteilte ist der 54jährige Georg P., dem vorgeworfen wird, "unzüchtige Handlungen an Personen unter 14 Jahren" vorgenommen zu haben.
Die zuständigen deutschen Stellen haben Anweisung bekommen, die Einfuhr von Butter, Käse und Eiern aus Finnland ganz einzustellen und zwar schon mit Wirkung vom 1. Januar ab.
Die durch die Ernennung des jungen liberalen Georg Tatarescu zum rumänischen Ministerpräsidenten innerhalb der liberalen Partei ausgebrochene Krise konnte in der Weise gelöst werden, daß Konstantin Bratianu zum liberalen Parteiführer gewählt wurde, der Tatarescu die bedingungslose Unterstützung der Partei zusagte. Damit erhält die neue Regierung eine sichere parlamentarische Mehrheit.
Präsident Roosevelt schätzt die Ausgaben der Vereinigten Staaten zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise in den beiden letzten Jahren auf rund 10 Milliarden Dollar. Er fordert vom Kongreß einen Nachtragskredit von 1166 Millionen Dollars für die Aufrechterhaltung des Systems der öffentlichen Arbeiten, die Gewährung von Darlehen an die Besitzer von Hypotheken usw.

6.1.1934
Der deutsche Reichsfinanzminister Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk zieht in der Zeitschrift "Deutscher Volkswirt" eine positive Bilanz der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik. Die Arbeitslosigkeit habe deutlich gesenkt werden können. Im neuen Jahr würden sich die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen auf den Weiterbau der deutschen Reichsautobahnen beschränken können.
Wegen der Stavisky-Affäre marschierten in Paris 30.000 Mitglieder von Ligen und Veteranenverbänden auf die Place de la Concorde zu und umzingelten das Palais Bourbon. Gegen 19 Uhr begann eine Straßenschlacht, als die Demonstranten versuchten, die Polizeikette auf dem Pont de la Concorde zu durchbrechen und das Parlament zu stürmen. Die Polizei machte von der Schusswaffe Gebrauch. 15 Demonstranten kamen ums Leben, etwa 2000 wurden verletzt, zahlreiche Rädelsführer wurden festgenommen.
Der preußische Ministerpräsident hat aus Anlaß der Weihnachtsamnestie zum Ausdruck gebracht, daß die Schutzhäftlinge, die nunmehr entlassen worden sind, sich nicht als Ausgestoßene betrachten sollen, sondern sich bemühen müßten, den Weg zur Volksgemeinschaft zurückzufinden. In der Durchführung dieses Vorsatzes darf auf Anordnung der Geheimen Staatspolizei den Entlassenen seitens der Behörden und der Öffentlichkeit keine besondere Schwierigkeit bereitet werden.
Die Besprechungen Mussolinis mit Sir John Simon haben weder die Ausarbeitung eines Projektes betreffend den Völkerbund noch eines solchen über die Abrüstung zur Folge gehabt. Die Regierungsvertreter Italiens und Großbritanniens werden sich bemühen, in den verschiedenen Thesen diejenigen Punkte heraus zu suchen, die eine Annäherung ermöglichen.
Das neue rumänische Kabinett Tatarescu ist nun gebildet. Es umfaßt die gleichen Namen wie das Kabinett Duca, mit Ausnahme von Konstantin Bratianu, des Chefs der Liberalen Partei, der im neuen Kabinett nicht mitwirkt. Tatarescu wird das Handelsministerium und Titulescu das Außenministerium beibehalten.
Das amerikanische Repräsentantenhaus genehmigte die Vorlage über die Besteuerung der alkoholischen Getränke. Der Ertrag der Vorlage wird auf 470 Millionen Dollars geschätzt.
Präsident Roosevelt hat sich entschlossen, die Gesetzesvorlage betr. Ratifizierung des Beitrittes der Vereinigten Staaten zum Ständigen Internationalen Gerichtshof dem Kongreß nicht vorzulegen. Der Führer der Demokraten, Robinson, ist der Auffassung, daß die Lage in Europa so kompliziert sei, daß es unklug wäre, die Resolutionen über den Ständigen Internationalen Gerichtshof wirksam werden zu lassen.

7.1.1934
In Paris setzten sich die Unruhen fort, als ein großes Polizeiaufgebot das Gebiet um die Place de la Concorde abriegelte und eine Ausgangssperre durchsetzte. Zahlreiche Demonstranten und Schaulustige wurden verletzt, es gab auch erneut Tote. Obwohl er am Abend zuvor noch die Vertrauensabstimmung gewonnen hatte, trat Ministerpräsident Daladier nach nur neun Tagen im Amt zurück.
In Zossen beginnt das erste zehnwöchige Geländesportlager als Dozentenlehrgang 1 des Reichs-SA-Hochschul-Amtes.
Der britische Außenminister Simon ist nach London zurückgekehrt und hat sich zuversichtlich über seine Besprechungen in Paris und Rom geäußert.
Französische Truppen beginnen eine Offensive gegen die aufständischen Berberstämme im südlichen Atlas im nordwestlichen Afrika.
Sämtliche Schächte der Osseker Nelson-Gruben wurden wegen der Giftgase mit Balken, Brettern, Sand und Steinbelag zugedeckt. Damit ist das Schicksal der 142 verschütteten Bergarbeiter besiegelt. Nach fachmännischem Urteil dürften die Nelson-Gruben 4 - 5 Wochen geschlossen bleiben.
Das Wiederaufleben der "Lynchgerichte" in den verschiedensten Gegenden der USA hat in Presse und Parlament große Empörung hervorgerufen, und allgemein ist die Forderung nach schnellster und endgültiger Unterdrückung solcher Gesetzlosigkeiten laut geworden, die geeignet sind, dem Ruf der amerikanischen Justiz auf das Schwerste zu schaden.
Der Flieger Louis Massote hat einen neuen Geschwindigkeitsrekord für die Überfliegung einer 1000 km langen Strecke ausgestellt, indem er die 1000 Km. in 2 Stunden 47 Min. 37 Sek. durchflog und eine mittlere Stundengeschwindigkeit von 358 Kilometern erreichte. Der bisherige Rekordinhaber, Delmotte, hatte eine mittlere Stundengeschwindigkeit von 334 Kilometern erreicht.

8.1.1934
Hinsichtlich der mißbräuchlichen Annahme an Kindes statt hat der preußische Innenminister angeordnet, der Bestätigung von Annahmeverträgen im öffentlichen Interesse zu widersprechen, wenn der Vertrag zwischen einem arischen und einem nichtarischen Vertragsteil geschlossen werden soll, desgleichen wenn der Anzunehmende einer körperlich, geistig oder moralisch minderwertigen Sippe entstammt.
In einer Pressebesprechung sprach der Referent im Reichsministerium des Innern, Ministerialdirektor Dr. Gütt, über die Durchführung des am 1. Januar in Kraft getretenen Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses und speziell über das Gerichtsverfahren. Die Rechtsprechung solle aufgebaut sein auf biologischen Gedanken, wobei es unmöglich sei, alles in juristische Formeln zu fassen.
Der erste sowjetische Botschafter in Washington, Alexander Trojanowski, überreicht US-Präsident Franklin Delano Roosevelt sein Beglaubigungsschreiben.
Die österreichische Regierung unter Engelbert Dollfuß (CP) beschließt Abwehrmaßnahmen gegen die anwachsende nationalsozialistische Bewegung.
Die deutschen Behörden reagieren auf den Vorwurf, seit mehreren Wochen seien katholische und evangelische Geistliche wegen Verächtlichmachung der nationalsozialistischen Regierung in Schutzhaft genommen worden, mit dem Hinweis auf die Entlassung zahlreicher Schutzhäftlinge. Sie betonen, dass zwischen Verführern und Verführten wohl unterschieden werde.
Unter ungeheurer Beteiligung fand die Beisetzung der 13 geborgenen Opfer der Grubenkatastrophe in der Nelsongrube statt. Die tschechische Regierung war durch den Minister für öffentliche Arbeiten und den Minister für soziale Fürsorge vertreten.
Ein Auto der Fox-Filmgesellschaft fuhr mit vollständiger Aufnahmeausrüstung ans den Staffelsee (Oberbayern), um eine Eislaufkonkurrenz aufzunehmen. Mitten im See brach das Auto plötzlich ein. Dem Chauffeur gelang es im letzten Augenblick, sich durch ein Wagenfenster zu retten. Kurz daraus versank das Auto.
Aus Rumänien wird gemeldet, daß Titulescu als Bedingung für seinen Eintritt in das Kabinett Tatarescu die Demission des Kriegsministers Uica sowie die Ersetzung des Pariser rumänischen Gesandten Cesianu gefordert habe. Weiter soll er verschiedene Änderungen bei höheren Verwaltungsposten, insbesondere bei der Polizei, verlangt haben.

9.1.1934
Unterredung des Reichsministers des Auswärtigen Amt, von Neurath, mit dem Polnischen Gesandten, über den Entwurf einer deutsch-polnischen Erklärung über einen dauerhaften Frieden.
Gaston Doumergue, Französischer Präsident der Jahre 1924 bis 1931, bildete in Frankreich eine "Regierung der nationalen Einheit" (frz. Union Nationale), die ohne Zustimmung der Kommunisten und Sozialisten auskommen musste. Sie vereint vor allem die wichtigsten Persönlichkeiten der parlamentarischen Rechten ( André Tardieu , Louis Barthou , Louis Marin ), auch wenn mehrere Radikale oder der Novize Pétain (Kriegsminister) ebenfalls enthalten sind.
Die deutsche Regierung läßt wissen, daß die Beantwortung des französischer Aide-memoires noch mehrere Tage auf sich warten lassen wird.
Auf Anordnung des geheimen Staatspolizeiamtes wurde der evangelische Pfarrer Bueltemeier in Dortmund-Marten in Schutzhaft genommen. Pfarrer Bueltemeier hat sich schon im Sommer des Vorjahres durch beleidigende Äußerungen gegen Kultusminister Rust bemerkbar gemacht.
Der tschechoslowakische Außenminister Eduard Benes begrüßt in Prag die Vertreter der Kleinen Entente zu ihrer ersten Wirtschaftstagung, die bis zum 17. Januar dauert.
Wie das "Journal of Commerce" berichtet, will Präsident Roosevelt einen günstigeren Moment abwarten, um vom Kongreß umfassendere Maßnahmen für den Abschluss von neuen Handels- und Zollabkommen zu verlangen. Es macht sich gegen die Bewilligung solcher Vollmachten an den Präsidenten in industriellen Kreisen starker Widerstand geltend.
Dichter Nebel führt in London zu mehreren Verkehrsunfällen, bei denen drei Menschen getötet und 15 verletzt werden. An vielen Stellen ist der Nebel so dicht, dass die Polizei Pechfackeln zur Regelung des Verkehrs benutzen muß.

10.1.1934
Der Niederländer Marinus van der Lubbe wird als "Reichstagsbrandstifter" in Leipzig hingerichtet.
Graf Karl zu Törring-Jettenbach heiratet im oberbayerischen Seefeld Prinzessin Elisabeth von Griechenland.
Der Tonfilm "Die Finanzen des Großherzogs" wird in Berlin uraufgeführt; Regie führte Gustaf Gründgens.

11.1.1934
Das Reichsgericht in Leipzig stuft die (verbotene) SPD in einem Urteil als "hochverräterisch" ein. Durch ihre im Ausland betriebene "Greuelhetze" habe sich die SPD in die Front der staatsfeindlichen marxistischen Parteien eingereiht mit dem eindeutigen Ziel des gewaltsamen Umsturzes der nationalsozialistischen Regierung.
Das preußische Kultusministerium schränkt die Studienmöglichkeiten von Nichtariern weiter ein.
Die Stadtverwaltung von Düsseldorf teilt mit, dass sie die Überstellung dreier "arbeitsscheuer Burschen" wegen "notorischer Faulheit" ins Konzentrationslager verfügt habe. Für Arbeitsscheue sei "das Konzentrationslager der einzig mögliche Aufenthaltsort".

12.1.1934
Mathias Wieman als Deichgraf Hauke Haien und Marianne Hoppe als seine Frau sind die Hauptdarsteller in dem Film "Der Schimmelreiter", der unter der Regie von Curt Oertel und Hans Deppe nach der gleichnamigen Novelle von Theodor Storm gedreht wurde und in Hamburg uraufgeführt wird.
In Moskau werden offiziell Zahlen über die Parteisäuberung bekanntgegeben.
Sechs US-Marineflugzeuge landen in Honululu nach dem bisher längsten Non-Stop-Flug eines Geschwaders.

13.1.1934
Der italienische Duce und Ministerpräsident Benito Mussolini, betont in einer in Rom gehaltenen Rede die Überlegenheit des ständischen Staatsaufbaus gegenüber anderen Staatsformen.
Der preußische Kultusminister Bernhard Rust (NSDAP) gibt einen Erlass über den Hochschulsport heraus, durch den die für den Sport verantwortlichen staatlichen Einrichtungen zu einer engen Zusammenarbeit mit den SA-Hochschulämtern verpflichtet werden.

14.1.1934
In Erinnerung an die denkwürdiger Landtagswahl vom 15. Januar 1933 in Lippe Detmold erklärt Adolf Hitler in Lemgo, Deutschland wird sich nie wieder unterdrücken lassen.

15.1.1934
Die Stadt Goslar wird zur Reichsbauernstadt und zum Sitz des Reichsnährstands erklärt.
Der Weihnachtsfriede in Österreich, ein Versammlungs- und Aufmarschverbot wird bis einschließlich 31. Januar verlängert.

16.1.1934
Die Reichsregierung in Berlin lehnt die Einladung des Völkerbunds ab, an Beratungen über die Saarfrage teilzunehmen.
Die politische Polizei in Preußen erlässt Richtlinien für die Behandlung von Emigranten, die versuchen, in das Deutsche Reich zurückzukehren. Aus dem Osten stammende "Elemente" seien in Konzentrationslager zu bringen und dann abzuschieben; "marxistische Hetzer" könnten "mit keiner Gnade" rechnen; von allen anderen Rückkehrern sei der "unzweifelhafte Beweis zu erbringen, dass sie sich in die Volksgemeinschaft einordnen" wollen.
Das Reichsgericht in Leipzig verurteilt den Schriftsteller Ludwig Renn wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu zweieinhalb Jahren Gefängnis unter Anrechnung von elf Monaten und einer Woche Untersuchungshaft auf die Strafe. Der Autor der Romane "Krieg" (1928) und "Nachkrieg" (1930) war im Februar 1933, in der Nacht des Reichstagsbrandes, verhaftet worden.

17.1.1934
Die österreichische Regierung in Wien kündigt an, sich an den Völkerbund zu wenden, falls das Deutsche Reich nicht die Versicherung abgebe, jede Einmischung in die inneren Angelegenheiten Österreichs zu unterlassen.
Adolf Hitler stellt in einer Besprechung mit den obersten Bauleistungen der Reichsbahnbauämtern, um ihren Widerstand gegen den Straßenbau zu dämpfen, in Aussicht, dass sie später den Betrieb der Reichsautobahnen übernehmen können.
Der preußische Staatsrat Artur Goerlitzer (NSDAP) warnt monarchistisch eingestellter Beamte vor Maßregelungen, falls sie sich der NS-Ideologie nicht bedingungslos unterordnen.
Die französische Regierung unter Camille Chautemps bringt im Parlament in Paris einen Gesetzesvorschlag ein, der verschärfte Maßnahmen gegen Kriegsdienstverweigerer und solche Personen vorsieht, die öffentlich zur Verweigerung des Kriegsdienstes auffordern.
Im Hof des Dessauer Gerichtsgefängnisses werden der Böttcher Karl Hans und der Korbmacher Wilhelm Bieser mit dem Handbeil hingerichtet. Sie waren wegen der Ermordung eines SA-Manns im Jahr 1933 zum Tod verurteilt worden. Diese Hinrichtung ist die erste in Anhalt seit 1886.

18.1.1934
Der Reichsminister und preußische Ministerpräsident Hermann Göring (NSDAP) übernimmt die Verwaltung der Staatstheater in Preußen.
Der italienische Staatssekretär des Äußeren, Fulvio Suvich, trifft zu einem zweitägigen Besuch in Wien ein.
Ein Generalstreik gegen die faschistische Diktatur in Portugal wird blutig niedergeschlagen.
Bei schweren Erdbeben in Indien und Nepal kommen mehrere tausend Menschen ums Leben.

19.1.1934
Die Bedeutung des "Bauerntums als des Blutquells der Nation" wird in Festreden bei der Eröffnung des ersten Reichsbauerntags in Weimar, der bis zum 21. Januar dauert, mehrfach betont.
Der Pressedienst der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft in Berlin teilt mit, dass bei Beförderungen und finanzieller Besserstellung künftig die Beamten und Arbeiter besonders berücksichtigt werden sollen, die vor dem 30. Januar 1933 als "Angehörige der SA, SS und des Stahlhelms oder als Amtswalter der politischen Organisationen der NSDAP durch Tat und Wort besonders für die nationale Erhebung eingetreten sind".
Der preußische Staatsrat Josef Grohé (NSDAP) bezeichnet die Frage "Republik oder Monarchie" als indiskutabel.

20.1.1934
Im Deutschen Reich tritt das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit in Kraft. Es schafft die Grundlage für das nationalsozialistische Arbeitsrecht.
Die musikalische Komödie "Giuditta" von Franz Lehár wird in der Wiener Staatsoper uraufgeführt.

21.1.1934
Auf der SA-Führertagung in Friedrichroda nennt der NSDAP-Führer und deutsche Reichskanzler, Adolf Hitler, die Kernpunkte nationalsozialistischer Zukunftsarbeit: Grundlegende weltanschauliche Umerziehung des deutschen Menschen, Verankerung des Prinzips der Autorität im ganzen deutschen Volk, Ausbau der Stellung der NSDAP als absoluter Repräsentant und Garant der neuen politischen Ordnung.
Eine Erdbebenkatastrophe fordert in den chinesischen Provinzen Schansi und Kansu sowie in der inneren Mongolei mehrere tausend Menschenleben.

22.1.1934
Der preußische Ministerpräsident Hermann Göring (NSDAP) verkündet in Berlin das neue Jagdgesetz. Das gesamte Wild wird der Aufsicht des Staats unterstellt, Abschußlisten werden eingeführt, die Schonzeiten verlängert. Göring kündigt zugleich die Einrichtung von Naturschutzgebieten an, z. B. in der Schorfheide in der Uckermark und im Elchgebiet bei Tilsit.
In Paris brechen bei Demonstrationen der politischen Rechten Unruhen aus.
Im kroatischen Agram (Zagreb) konferieren Vertreter der Kleinen Entente, einem Bündnis von Rumänien, Jugoslawien und der Tschechoslowakei.

23.1.1934
Gertrud Scholtz-Klink (NSDAP) gibt in Berlin bekannt, dass der von ihr geleitete weibliche Arbeitsdienst in "Deutscher Frauenarbeitsdienst" umbenannt worden ist.
In Berlin wird in Anwesenheit des Reichssportführers Hans Tschammer von Osten (NSDAP) eine Werbeveranstaltung für die Olympischen Spiele 1936 eröffnet.

24.1.1934
Der deutsche Reichskanzler und NSDAP-Führer, Adolf Hitler, beauftragt Alfred Rosenberg mit der Überwachung der geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung aller nationalsozialistischen Verbände und Organisationen.
Hermann Rauschning (NSDAP), der Senatspräsident der Freien Stadt Danzig, begrüßt den neuen Völkerbundskommissar von Danzig, den Iren Sean Lester. Rauschning betont, Danzig könne auch ohne Inanspruchnahme des Völkerbunds die Differenzen mit Polen regeln.
Im sog. Judenprozeß von Kairo fällt der Gemischte Gerichtshof das Urteil. Er weist eine Klage der Weltliga zur Bekämpfung des Antisemitismus gegen einen deutschen Geschäftsmann zurück.

25.1.1934
In Berlin beginnen neue Transferverhandlungen mit dem Gläubigerausschuß für die langfristigen deutschen Auslandsanleihen. Großbritannien, die USA und Frankreich hatten gegen 30%ige deutsche Transferkürzungen im Rahmen der Reparationszahlungen protestiert und Gegenmaßnahmen angekündigt.

26.1.1934
In Berlin wird der Deutsch-Polnische Nichtangriffspakt unterzeichnet.
In Moskau wird der XVII. Parteikongress der KPdSU eröffnet, der bis zum 8. Februar dauert.
Nationalsozialisten sprengen eine Offiziersfeier in Berlin anlässlich des 75. Geburtstags des letzten deutschen
Kaisers Wilhelm II., der seit 1918 im niederländischen Exil lebt.
Der evangelische Pfarrer Martin Niemöller, der Führer der kirchenpolitischen Opposition gegen das NS-Regime
in Berlin, wird beurlaubt.

27.1.1934
Wilhelm II., der letzte deutsche Kaiser und König von Preußen, feiert im niederländischen Exil in Schloss
Doorn seinen 75. Geburtstag.
Der deutsche Reichsernährungsminister und Reichsbauernführer Richard Walther Darré eröffnet in Berlin
die Grüne Woche.
Der französische Ministerpräsident Camille Chautemps tritt wegen der Stavisky-Affäre zurück.
Im Pariser Opernviertel kommt es zu gewalttätigen Ausschreitungen von Rechtsradikalen.

28.1.1934
In Aussig (Ústi nad Labem) findet die erste Reichstagung der Sudetendeutschen Heimatfront unter der
Führung von Konrad Henlein statt. Die Heimatfront sympathisiert offen mit den Nationalsozialisten.
Der "Neue Vorwärts", das in Prag erscheinende Organ der deutschen Exil-SPD, veröffentlicht das "Prager
Manifest". Ziel der künftigen Arbeit der Sozialdemokraten ist die Überwindung der nationalsozialistischen Diktatur im Deutschen Reich durch revolutionären Kampf.
Oberst a. D. Wilhelm Reinhard, der Oberst-Landesführer der SA-Reserve II, löst General Rudolf von Horn als Bundesführer des Deutschen Reichskriegerverbands Kyffhäuser ab.

29.1.1934
Die deutsche Tänzerin und Choreographin Mary Wigman gastiert im Stadttheater Zürich mit ihrem "Opfer"-Zyklus, zwei "Frauentänzen" und zwei Stücken aus ihren "Zigeunerweisen".

30.1.1934
Der Deutsche Reichstag nimmt am ersten Jahrestag der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten das Gesetz zum Neuaufbau des Reiches an.
US-Präsident Franklin D. Roosevelt unterzeichnet den Gold Reserve Act, ein Währungsgesetz.
Die jüdischen Zeitung "Tatscha Retsch" schreibt: "Unsere jüdischen Interessen erfordern die endgültige Vernichtung Deutschlands, das deutsche Volk samt und sonders ist eine Gefahr für uns, deshalb ist es unmöglich, zuzulassen, daß Deutschland unter der gegenwartigen Regierung mächtig wird."

Reichsautobahn am Schnabenhuk bei Duisburg. Freie Fahrt für alle, denn bald werden PKWs für weite Teile der normalen Bevölkerung erschwinglich sein. Fritz Todt hatte sich einer der Landschaft angepaßten Linienführung verschrieben und bevorzugte Baumaterialien aus den jeweiligen Regionen. Im Frühjahr 1934 war Baubeginn an gleichzeitig 22 Baustellen im gesamten Deutschen Reich. Neu war seinerzeit außerdem folgendes: Die Reichsautobahnen sind ausschließlich für den Verkehr mit Kraftfahrzeugen bestimmt und sind kreuzungsfrei. An bevorzugten Punkten wurden Reichsautobahn-Gaststätten neu geschaffen zu mehrstündigem Aufenthalt auch mit Kindern und auch zur Übernachtung.                              

Anzeige aus dem Winterflugplan der Deutschen Lufthansa           

Kaiser Wilhelm ll.

Horst Wessels Grab: Das Grab von Horst Wessel fotografiert im Sommer 1934. 1926 trat Wessel in die NSDAP und die SA ein, ab 1929 war er außerdem SA-Sturmführer des SA-Sturms 5 in Berlin. Im selben Jahr hatte er in der nationalsozialistischen Zeitschrift Der Angriff erstmals sein Gedicht „Die Fahne hoch, die Reihen dicht (später geändert in: fest) geschlossen!“ veröffentlicht, das später mit der Melodie eines Seefahrerliedes unterlegt zum Horst-Wessel-Lied wurde. Horst Wessel wurde am 14. Januar 1930 von Albrecht Höhler, einem aktiven Mitglied der KPD , und weiteren Mitgliedern des Roten Frontkämpfer- bunds in seiner Wohnung aufgesucht, wobei Albrecht Höhler Horst Wessel beim Öffnen der Tür in den Kopf schoss. Anfang 1933 verbot Goebbels das Singen des Deutschland- und Horst-Wessel- Liedes in Gaststätten. Die Nationalhymne und die Parteihymne sollten nur in einem würdigen Rahmen gesungen werden. Die Durchführung des Verbots stieß aber auf erhebliche Schwierigkeiten. Bei offiziellen Rundfunküber- tragungen wurde in den Kneipen kräftig mitgesungen. In einem Erlass vom 30.10.1933 wird das Verbot zurück genommen.                     

Horst Wessels Grab: Das Grab von Horst Wessel fotografiert im Sommer 1934. 1926 trat Wessel in die NSDAP und die SA ein, ab 1929 war er außerdem SA-Sturmführer des SA-Sturms 5 in Berlin. Im selben Jahr hatte er in der nationalsozialistischen Zeitschrift Der Angriff erstmals sein Gedicht „Die Fahne hoch, die Reihen dicht (später geändert in: fest) geschlossen!“ veröffentlicht, das später mit der Melodie eines Seefahrerliedes unterlegt zum Horst-Wessel-Lied wurde. Horst Wessel wurde am 14. Januar 1930 von Albrecht Höhler, einem aktiven Mitglied der KPD , und weiteren Mitgliedern des Roten Frontkämpfer- bunds in seiner Wohnung aufgesucht, wobei Albrecht Höhler Horst Wessel beim Öffnen der Tür in den Kopf schoss. Anfang 1933 verbot Goebbels das Singen des Deutschland- und Horst-Wessel- Liedes in Gaststätten. Die Nationalhymne und die Parteihymne sollten nur in einem würdigen Rahmen gesungen werden. Die Durchführung des Verbots stieß aber auf erhebliche Schwierigkeiten. Bei offiziellen Rundfunküber- tragungen wurde in den Kneipen kräftig mitgesungen. In einem Erlass vom 30.10.1933 wird das Verbot zurück genommen.                     

FEBRUAR 1934

1.2.1934
Der neue Chef der deutschen Heeresleitung, Werner Freiherr von Fritsch, wird zum General der Artillerie befördert.
Durch Verordnung des deutschen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg können u.a. die Titel "Geheimer Rat", "Geheimer Sanitätsrat", "Geheimer Rechtsrat" wieder verliehen werden.
Heinrich Himmler wird Kommandant der politischen Polizei in Braunschweig, Sachsen und Oldenburg.
Vier Mitglieder der illegalen kommunistischen Bezirksleitung Berlin-Brandenburg - Erich Steinfurth, Rudolf Schwarz, Eugen Schönhar und Schehr - werden nach einem Überfall auf die Wachmannschaft während der Überführung der Gefangenen vom Gefängnis zum Gerichtsgebäude, von der Geheimen Staatspolizei getötet.
Fritz Wiedemann, der im gleichen Regiment wie Adolf Hitler im 1. Weltkrieg diente, tritt in die NSDAP ein und beginnt den Dienst im Stab von Rudolf Hess.
Die preußischen Landjäger werden in Gendarmen umbenannt.
Die Oberste SA-Führung eröffnet am Starnberger See die nationalsozialistische deutsche Oberschule zur Heranbildung des Führernachwuchses.

2.2.1934
Adolf Hitler spricht auf einer Tagung der Reichs- und Gauleiter in Berlin und wiederholte erneut seine Absicht, eine Führungshierarchie herzustellen.
Der Reichsminister des Innern, Wilhelm Frick, erläßt in Berlin die Erste Verordnung über den Neuaufbau des Reichs. Danach üben die Landesbehörden »im Auftrage und Namen des Reiches« Hoheitsrechte aus. Er weist die Landesregierungen an, monarchistischen Verbände aufzulösen und zu verbieten.
In Wien demonstrieren nach Schätzungen über 100.000 niederösterreichische Bauern gegen die Terroranschläge der österreichischen Nationalsozialisten.

3.2.1934
Die »Deutsche Luft-Hansa« nimmt den Postflugdienst nach Südamerika auf. Schon mit dem ersten Flug wurde auch Vertragsstaaten- und Mitläuferpost befördert. Von vielen europäischen Postverwaltungen wurde die Route mitbenutzt und dafür die Post aufgeliefert. Mit 21 europäischen Staaten (z.B. von Belgien bis zum Vatikan) wurden Sonderkonditionen für den Luftpostdienst von Böblingen nach Südamerika vereinbart.
In Bratislava in der Slowakei finden die Feiern anlässlich des 15. Jahrestags der Eroberung der Stadt durch tschechische Truppen statt. Bratislava, das ehemals ungarische Preßburg, kam 1919 an die Tschechoslowakei. Vertreter der tschechoslowakischen Regierung betonen, dass Tschechen und Slowaken zusammenhalten würden, falls irgend jemand der Tschechoslowakei auch nur ein halbes Zoll Boden entreißen wolle.
Das Alpenkasino am Semmering in Österreich wird eröffnet. In diesem Spielkasino dürfen nur Ausländer spielen.

4.2.1934
In der britisch-indischen Provinz Pandschab kommt es zu blutigen Zusammenstößen zwischen Sikhs, Mohammedanern, Hindus und den Kolonialstreitkräften.
Die vierten Deutschen Winterkampfspiele gehen zu Ende.
Der Bob Rumänien II sichert sich bei den Weltmeisterschaften in Engelberg den Titel im Zweierbob vor Deutschland II.

5.2.1934
Der deutsche Reichsminister des Innern, Wilhelm Frick (NSDAP), erläßt eine Verordnung, wonach die Staatsangehörigkeit der deutschen Länder in Zukunft entfällt. Es gibt nur noch eine deutsche Staatsangehörigkeit, die Reichsangehörigkeit.
Der nach seinem Konstrukteur Ferdinand Porsche benannte Porsche-Wagen, der neue Rennwagen der deutschen Auto-Union, erreicht bei einer Probefahrt auf der Auto-Strada von Mailand eine Geschwindigkeit von 252 km/h.
In Wien stirbt der österreichische Schriftsteller und Kulturphilosoph Richard Kralik im Alter von 81 Jahren.

6.2.1934
Beim Aufstand der französischen Rechten in Paris gegen die radikalsozialistische Regierung Édouard Daladier und gegen den Parlamentarismus kommen zahlreiche Menschen ums Leben.
Regierungsvertreter der Sowjetunion und Ungarns unterzeichnen in Rom ein Abkommen über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen.
König Gustav V. von Schweden trifft in Berlin ein, wo er vom deutschen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg empfangen wird.

7.2.1934
Im deutschen Reich wird vom Reichsinnenminister Wilhelm Frick, die Verfassung der "Reichsschaft der Studierenden an den Hoch- und Fachschulen" verkündet. Danach ist die Studentenschaft in erster Linie aufgefordert, zu "ehrbewussten und wehrhaften deutschen Männern" zu werden. Aus diesem Anlass spricht Adolf Hitler vor Berliner Studenten im Philharmoniegebäude über den Gegensatz zwischen arischem Geist und dem Kommunismus.
König Christian X. von Dänemark trifft in Berlin ein und wird vom deutschen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg empfangen.
Der radikalsozialistische französische Ministerpräsident Edouard Daladier erklärt nach dem Aufstand vom 6. Februar seinen Rücktritt.

9.2.1934
Erstmals empfängt der Führer Adolf Hitler den deutschen Gesandten in Wien, Kurt Rieth, zur Berichterstattung und zur Entwicklung des Österreichproblems.
Der frühere französische Staatspräsident Gaston Doumergue (Radikalsozialist) bildet nach dem Aufstand vom 6. Februar und dem Rücktritt Édouard Daladiers ein Kabinett der Nationalen Einheit.
In Athen wird der Balkanpakt unterzeichnet.
Anlässlich des Abschlusses des XVII. Parteikongresses der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU), der seit dem 26. Januar in Moskau tagt, wird auf dem Roten Platz vor dem Kreml eine Parade veranstaltet. 500 Panzer u.a. Waffen werden den Kongreßmitgliedern, die sich am Grab Wladimir I. Lenins aufgestellt haben, vorgeführt.

10.2.1934
Der deutsche Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Joseph Goebbels (NSDAP), verlangt bei einer Rede vor Filmschaffenden in Berlin, "dass die deutsche Filmwelt denselben Gesetzen gehorcht, denen sonst in Deutschland jeder gehorcht".

11.2.1934
Die deutsche Eishockey-Mannschaft schlägt in Mailand die Schweiz 2:1 und wird Europameister.
In Berchtesgaden finden die deutschen Skimeisterschaften statt.

12.2.1934
Eine Hausdurchsuchung der Bundespolizei im Linzer Parteiheim der Sozialdemokraten löst den Februaraufstand in Österreich aus.
In Frankreich wird der 24stündige Generalstreik, zu dem die Gewerkschaft Confédération Générale du Travail (C.G.T.) aufgerufen hat, von etwa 60% der Arbeiter und Angestellten befolgt. In Paris, Lille und Lyon kommt es zu Ausschreitungen, in Marseille werden zwei Menschen getötet.
In vielen Städten des Deutschen Reiches finden die traditionellen Rosenmontagsumzüge statt.

13.2.1934
Der Staatssekretär der Finanzen, Fritz Reinhardt (NSDAP), erläutert vor geladenen Gästen in der deutschen Hochschule für Politik in Berlin das von ihm entwickelte Reinhardt-Programm, ein Zehn-Punkte-Programm zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen.
In Großbritannien tritt eine Verordnung über 20%ige "Kampfzölle" gegenüber Frankreich in Kraft. Frankreich kündigt am selben Tag den Handelsvertrag von 1882 und das Schiffahrtsabkommen von 1826.
Der polnische Außenminister Józef Beck trifft nach dem Abschluß des Deutsch-Polnischen Nichtangriffspakts zu einem dreitägigen Besuch in Moskau ein. 1932 haben Polen und die Sowjetunion einen Nichtangriffspakt unterzeichnet. Der sowjetische Volkskommissar des Äußeren (Außenminister), Maxim L. Litwinow, hebt hervor, ein Grundpfeiler der Friedenspolitik der UdSSR seien gutnachbarliche und freundschaftliche Beziehungen zu Polen.
Die Kleinstadtschulkomödie "So ein Flegel" ist die erste Verfilmung nach Heinrich Spoerls Roman "Die Feuerzangenbowle. Eine Lausbüberei in der Kleinstadt" (1933). Unter der Regie von Robert Adolf Stemmle spielen Heinz Rühmann, Annemarie Sörensen, Oscar Sima, Rudolf Platte u.a. Rühmann ist in einer Doppelrolle zu sehen als der Schriftsteller Hans Pfeiffer und sein jüngerer Bruder, ein Oberprimaner.

14.2.1934
Die deutsche Reichsregierung erläßt das Gesetz über die Aufhebung des Reichsrats, der nach der Weimarer Verfassung die »Vertretung der deutschen Länder bei der Gesetzgebung und Verwaltung des Reichs« war. An die Stelle des Reichsrats treten die Reichsstatthalter.
Der deutsche Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Joseph Goebbels (NSDAP), skizziert in einer Rede in Berlin die Stellung der Frau im Nationalsozialismus.
Anlässlich des Richtfestes der Reichskanzlerwohnung in der Berliner Wilhelmstraße, sagt Adolf Hitler den Bauarbeitern: "Arbeit in jeder Form ist Dienst am Volk!"
Im Deutschen Reich wird Kaufhäusern und jüdischen Firmen der Verkauf von Symbolen, Bildern, Uniformen der "nationalen Bewegung" verboten. NSDAP-Mitglieder dürfen Warenhäuser nicht mehr in Uniform betreten.

15.2.1934
Der deutsche Reichsminister des Innern, Wilhelm Frick (NSDAP), hält eine Rede über die "Rassengesetzgebung des Dritten Reiches".
In Genf tritt der Saarabstimmungsausschuß des Völkerbunds zur ersten Sitzung zusammen.
Der deutsche Führer Adolf Hitler empfängt in Berlin das Präsidium des Deutschen Industrie- und Handelstages.
Die deutsche Funkindustrie beschließt die Produktion von weiteren 100 000 Volksempfängern. Innerhalb eines halben Jahres sind über 500 000 Volksempfänger verkauft worden.
Durch den Civil Works Emergency Relief Act stellt die Regierung der USA in Washington weitere 950 Millionen Dollar zur Fortführung öffentlicher Arbeiten und als direkte Hilfe zur Verringerung der Arbeitslosigkeit zur Verfügung.
Der pazifistische Publizist Carl von Ossietzky wird in das Konzentrationslager Esterwegen eingeliefert.

16.2.1934
Die Stillhaltekonferenz in Berlin beschließt die Verlängerung des Stillhalteabkommens um ein Jahr bis zum 28. Februar 1935. Das Gläubigerkomitee der Siegermächte des Ersten Weltkriegs und einiger Neutraler - Schweiz, Großbritannien, Frankreich, Vereinigte Staaten, Niederlande u.a. - bewertet den Schuldenabbau des Deutschen Reichs in den vergangenen drei Jahren als sehr zufriedenstellend.
Die deutsche Reichsregierung verabschiedet das Lichtspielgesetz. Es sieht grundlegende Neuregelung der Filmprüfung vor.
Die deutschen Länder werden drei Gruppen zugeteilt, um die Vereinheitlichung der Justiz im Deutschen Reich vorzubereiten.
Der bayerische Kultusminister Hans Schemm (NSDAP) nimmt in Bayreuth den ersten Spatenstich zum Bau des Hauses der deutschen Erziehung vor. Dieses Haus werde in den kommenden Jahrhunderten ein Bollwerk deutscher Erziehung und deutschen Charakters sein. Die deutschen Lehrer sollen von Bayreuth aus "die Kraft und die richtigen Gedanken für ihr Wirken in alle Gaue hinaustragen".
Der Informationsdienst der Deutschen Arbeitsfront weist darauf hin, dass Schönheitspflege der Frau nicht "undeutsch" sei. Anmut und Gepflegtheit seien nicht nur ein erlaubter, sondern ein "unbedingt wichtiger Schmuck" der deutschen Frau. Allerdings sollten "deutsche Frauen" bei der Schönheitspflege ausschließlich "deutsche" Erzeugnisse benutzen.
Die österreichische Bundesregierung unter Ministerpräsident Engelbert Dollfuß erklärt alle sozialistischen Abgeordnetenmandate für erloschen. Am 12. Februar ist die Partei verboten worden.
In London wird das britisch-sowjetische Handelsabkommen unterzeichnet. Die sowjetische Handelsdelegation in London erhält diplomatische Vorrechte.

17.2.1934
Der deutsche Führer Adolf Hitler gewährt dem Sonderberichterstatter der "Daily Mail", Ward Price, ein Interview über die bürgerkriegsähnlichen Zustände in Österreich. Hitler erklärt, die deutschen Nationalsozialisten haben nichts mit den Unruhen in Österreich zu tun. Zu der Frage des Korrespondenten, ob der deutsch-polnischen Friedenspakt die Grundlage für einen gemeinsamen Angriff Deutschlands und Polens auf Russland zwecks einer Gebietserweiterung ist, sagt Hitler: "... Was? Wir sollen Gebiete von Russland nehmen?... Lächerlich!"
Die Nationalsozialistische Gemeinschaft »Kraft durch Freude« (KdF) startet die ersten Urlaubszüge.
Lettland und Estland schließen in der lettischen Hauptstadt Riga einen Bündnisvertrag, in dem vereinbart wird, dass beide Länder außenpolitisch noch enger als bisher zusammenarbeiten werden.
Der belgische König Albert I. stürzt während einer Bergtour tödlich ab.

18.2.1934
Das österreichische Bundeskanzleramt in Wien verfügt während der Februarunruhen ein uneingeschränktes Verbot der gesamten reichsdeutschen Presse wegen "anti-österreichischer" Propaganda. Es gilt vom 16. Februar bis zum 16. März.
Das Städtische Presseamt von Köln teilt mit, dass in die Amtskette des Oberbürgermeisters als Symbol des Dritten Reiches das Hakenkreuz eingefügt worden sei. Die Kölner Kunsthandwerkschule stehe anderen Städten bei gleichen Vorhaben gern beratend zur Seite.
Beim Internationalen Eisrennen auf dem Titisee im Hochschwarzwald siegt in einem Vergleichswettkampf zwischen Flugzeug, Rennwagen und Kraftrad Ernst Udet mit dem Flugzeug.

19.2.1934
Die deutsche Wehrmacht übernimmt auf Anordnung von Reichspräsident Paul von Hindenburg auf den Mützen bzw. Stahlhelmen das Hoheitszeichen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP).
Im Rahmen der Planung, für das ganze deutsche Reich 400 Thingplätze als kultische Versammlungsplätze einzurichten, wird auf den Brandbergen bei Halle der Spatenstich zum ersten Thingplatz getan. Die Thingstätte soll die germanische Tradition reaktivieren.
Der österreichische Vizekanzler Emil Fey (Heimwehr) erklärt in Wien, das Programm des Heimatschutzes könne von nun an als Programm der Regierung von Ministerpräsident Engelbert Dollfuß (CP) angesehen werden.
Der britische Außenminister John Allsebrook Simon verliest im Unterhaus in London eine gemeinsame Erklärung der Regierungen Großbritanniens, Italiens und Frankreichs, in der "die Unabhängigkeit und Integrität Österreichs gemäß den geltenden Verträgen" garantiert wird.

20.2.1934
Der deutsche Reichskanzler Adolf Hitler empfängt in Berlin den britischen Lordsiegelbewahrer Robert Anthony Eden zu einem Meinungsaustausch. Vorwiegend geht es bei dieser Unterredung um Abrüstungsfragen und Eden lässt Hitler die Stärke der deutschen Flotte auf 35 % der britischen Flottenstärke bemessen.
Die britische Zeitung "Daily Mail" veröffentlicht ein Interview mit dem preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring (NSDAP), in dem dieser eine defensive deutsche Luftwaffe fordert; sie soll eine Stärke von 30 bis 40% der Luftwaffen von Frankreich, Belgien, Polen und der Tschechoslowakei haben.
In Österreich erhalten die während des Februaraufstands gefallenen 50 Mitglieder der staatlichen Exekutive ein Staatsbegräbnis. Die Bundesregierung erklärt den Tag zu einem allgemeinen Volkstrauertag.
Nach einer in Berlin erscheinenden Statistik sind 1933 412 überwiegend jüdische Ärzte aus dem Deutschen Reich ausgewandert, 248 von ihnen aus Berlin. 117 der aus Berlin Ausgewanderten gaben Palästina als Ziel an, 25 Frankreich und 22 Großbritannien.

21.2.1934
Adolf Hitler und Anthony Eden setzen bei einem gemeinsamen Mittagessen in der britischen Botschaft ihre Gespräche über Rüstungspolitik fort.
Der deutsche Reichsbischof Ludwig Müller richtet ein kirchliches Amt für auswärtige Angelegenheiten ein, das die Beziehungen zwischen der Deutschen Evangelischen Kirche und den befreundeten Kirchen des Auslands pflegen soll.
Heinrich Böttcher, Inhaber einer Kaffeegroßhandlung in Rostock, wird in Schutzhaft genommen, nachdem er sich mehrfach geweigert hat, die Gründung einer nationalsozialistischen Betriebszelle zuzulassen. Die als Betriebsobmänner vorgesehenen nationalsozialistischen Angestellten habe er nach Angaben der Behörden "aus nichtigen Gründen entlassen".

22.2.1934
Der Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen, Fritz Todt (NSDAP), nennt bei einem Vortrag in der Lessing-Hochschule in Berlin den Bau von 12 000 km Autobahn als Ziel. Davon sollen rund 7000 km in etwa sechs Jahren fertiggestellt werden.
Alfred Rosenberg, der Reichsleiter der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), hält in Berlin eine Grundsatzrede zum Thema "Der Kampf um die Weltanschauung". Laut Rosenberg ist die nationalsozialistische Revolution machtpolitisch beendet. Geistespolitisch steht sie jedoch erst am Anfang.
In Litauen werden die deutschen Oppositionsparteien, die Sozialistische Volksgemeinschaft und die Christlichsoziale Arbeitsgemeinschaft, verboten.
Aus Venedig wird gemeldet, dass viele Kanäle der Lagunenstadt kein Wasser mehr führen. Als Grund für diese ungewöhnliche Erscheinung wird der anhaltend starke Nordwind bezeichnet, der das Wasser aus den Lagunen heraus nach Süden drückt.

23.2.1934
Im Deutschen Reich wird der vierte Jahrestag des Todes des nationalsozialistischen Kampflieddichters Horst Wessel begangen.
Der britische Komponist Sir Edward Elgar stirbt in Worcester im Alter von 76 Jahren.

24.2.1934
In Warschau werden die Ratifikationsurkunden des Deutsch-Polnischen Nichtangriffspakts ausgetauscht.
Im großen Festsaal des Münchner Hofbräuhauses findet die Parteigründungsfeier der NSDAP statt.

25.2.1934
Der 25. Februar wird im nationalsozialistischen Deutschen Reich erstmals als Heldengedenktag begangen.
In London veranstalten mehrere Tausende von Arbeitslosen einen Hungermarsch, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen.

26.2.1934
In der Nacht auf den 27. Februar kommt es in Paris zu Straßenschlachten zwischen rechts- und linksradikalen Gruppen, die in Kämpfen mit der Polizei enden. Zwei Menschen werden bei den Auseinandersetzungen getötet.
Das thüringische Innenministerium lässt einen Hausbesitzer aus Weimar, der sich geweigert hat, eine Wohnung an eine kinderreiche Familie zu vermieten, "auf einige Zeit" in das Konzentrationslager in Bad Sulza einweisen.

27.2.1934
Die deutsche Reichsregierung in Berlin verabschiedet das Feiertagsgesetz, durch das u.a. der 1. Mai zum Nationalfeiertag (Feiertag der nationalen Arbeit) wird.
Am ersten Jahrestag des Berliner Reichstagsbrands werden die freigesprochenen bulgarischen Kommunisten Georgi M. Dimitrow, Blagoi Popow und Wassil Tanew aus dem Deutschen Reich in die Sowjetunion abgeschoben. Ihnen konnte eine Beteiligung an der Brandstiftung vor Gericht nicht nachgewiesen werden.
Der Landtag von Oberösterreich in Linz entsagt dem Grundsatz der repräsentativen Demokratie. Er hebt alle Abgeordnetenmandate auf und überträgt bis zum Erlass einer neuen Verfassung alle Befugnisse der Landesregierung, die nun Gesetze auf dem Verordnungsweg erlassen kann.
Die britische Regierung gibt den Rückzug der Arbeitslosenzahl um 500 000 auf 2,3 Millionen bekannt.

28.2.1934
Der deutsche Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Joseph Goebbels (NSDAP), empfängt in Berlin Vertreter der Auslandspresse.
Der autoritär regierende König Boris III. von Bulgarien trifft zu Gesprächen mit der NS-Führung in Berlin ein.
Bei einer Kundgebung des Gaus Großberlin der Deutschen Christen im Berliner Sportpalast verkündet Reichsbischof Ludwig Müller unter großem Beifall, die Deutschen Christen würden nicht eher ruhen, bis auf den Kanzeln der Kirchen nur Nationalsozialisten sitzen.

Friedrich Hildebrandt

Henry Morgenthau jr.

Franklin D. Roosevelt

Graf Schwerin von Krosigk

Konstantin von Neurath

Eduard Benes

Ludwig Renn

Camille Chautemps

Richard Walther Darré

Fritz Reinhardt

Heinz Rühmann

Carl von Ossietzky

Hans Schemm

John Simon

Robert Anthony Eden

Horst Wessel

die sozialen Errungenschaften im Deutschen Reich waren einzigartig und es gab auf der ganzen Welt nichts Vergleichbares
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