Chronik des Nationalsozialismus Januar / Februar 1935

JANUAR 1935

1.1.1935
Erstmalig empfängt Adolf Hitler als Staatsoberhaupt das Diplomatische Korps. Er erwidert die Glückwünsche des apostolischen Nuntius Cesare Orsenigo. In einer Neujahrsansprache erklärt Adolf Hitler: »Kein Land kann das Bedürfnis nach Frieden tiefer empfinden als Deutschland ...«
Der Vorverkauf für die XI. Olympischen Sommerspiele, die vom 1. bis 16. August 1936 in Berlin stattfinden sollen, läuft im Deutschen Reich an. Es werden Olympia-Pässe verkauft, die zum Besuch aller Veranstaltungen der Spiele berechtigen.
Fritz Wiedemann wird zum Adjutanten Adolf Hitlers in der persönlichen Adjutantur ernannt.
Im Rahmen der Gleichschaltung und Zentralisierung des Bildungsbereiches wird das Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung mit dem Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung vereinigt.
Der "Deutsche Bauernkalender 1935", ein offizielles Produkt der NSDAP, wird erstmalig herausgegeben.
Der Marineoffizier Wilhelm Canaris wird Chef der Abwehr im Reichskriegsministerium.
In einer Note an den Völkerbund macht Abessinien (Äthiopien) Italien für Zusammenstöße im Grenzgebiet zu Italienisch-Somaliland verantwortlich und bezichtigt es außerdem, Militäroperationen auf abessinischem Gebiet durchzuführen.

2.1.1935
Bei einer Auseinandersetzung von Mitgliedern der Deutschen Front und Anhängern der frankofilen "Freiheitsfront" kommt es in Saarbrücken zu einer Schießerei, bei der drei Personen sterben. Die Deutsche Front befürwortet die Wiedereingliederung des Saarlands ins Deutsche Reich, während die "Freiheitsfront" die Aufrechterhaltung des Status quo erreichen will.

3.1.1935
Adolf Hitler beorderte die Spitzen der Partei und der Wehrmacht unerwartet in die Oper Unter den Linden, wo er in einer zweistündigen dramatischen Rede die Wehrmacht als eine Säule des Reiches bezeichnete, die für Deutschlands Zukunft ebenso bedeutsam sei wie die andere, die nationalsozialistische Partei . »beide gleich wichtig und unbesiegbar, solange sie einig sind«.
Das Reichserziehungsministerium erlässt eine neue Habilitationsordnung. Neben einer Habilitationsschrift ist künftig vom Habilitand und seiner Ehefrau auch der Nachweis arischer Abstammung vorzulegen. Darüber hinaus muss er Dienst in einem nationalsozialistischen Gemeinschaftslager absolvieren.
Abessinien bittet den Völkerbund um Unterstützung bei den eskalierenden Grenzkonflikten mit Italienisch-Somaliland, die seit Jahresbeginn von seiten der Italiener immer wieder provoziert werden.
Die britische Kolonialregierung in Indien gibt eine Warnung vor Mohandas Karamchand "Mahatma" Gandhi heraus, in der es heißt, Gandhi organisiere insgeheim die Volksmassen, um einen neuen Feldzug des bürgerlichen Widerstands zu eröffnen.

4.1.1935
Im Rahmen der Zentralisierung der Rechtsprechung wird in München die bayerische Justizverwaltung dem Reich unterstellt.
In Berlin wird Kurt Liebermann, Führungsmitglied der Sozialdemokratischen Partei (SPD), zu sechs Jahren Arbeitsdienst und Verlust seiner Bürgerrechte verurteilt. Der Volksgerichtshof wirft ihm vor, er habe ausländisches "Propagandamaterial" ins Deutsche Reich geschmuggelt und damit Vorbereitungen zum Hochverrat getroffen.
Adolf Hitler nach mit Joseph Goebbels einen Besuch im Filmatelier in Neubabelsberg, um Filmaufbauten zu besichtigen.
Zum 150. Geburtstag des Märchendichters und Sprachwissenschaftlers Jakob Grimm findet in der Preußischen Akademie der Wissenschaften in Berlin eine Gedenkfeier statt.
In seiner Jahresbotschaft vor dem US-amerikanischen Kongress in Washington kündigt Präsident Franklin D. Roosevelt ein Programm der sozialen Reform an und leitet damit die zweite Phase der Politik des "New Deal" ein.

5.1.1935
Vor dem Führerkorps der Deutschen Arbeitsfront in Berlin sagt Reichsorganisationsleiter Robert Ley, die vordringlichste Aufgabe für 1935 sei, alles das wegzuräumen, »was noch an Resten des Vergangenen vorhanden ist«.
In einer Rundverfügung an die Justizbehörden verlangt das Reichsjustizministerium schärfere Urteile bei Hoch- und Landesverrat.
Im Wiener Akademietheater wird Franz Molnárs Schauspiel "Die Zuckerbäckerin" uraufgeführt.

6.1.1935
Der Leiter der Deutschen Arbeitsfront (DAF) Robert Ley ernennt den bisherigen Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelstages, Theodor von Renteln, zum Stabsleiter der Deutschen Arbeiterfront.
Reichspropagandaminister Joseph Goebbels eröffnet im Berliner Reichstagsgebäude die große Saarausstellung. Die Ausstellung soll im Vorfeld der Abstimmung über die Wiedereingliederung des Saarlandes ins Deutsche Reich ein Bild von Land und Volk sowie der Geschichte und den wirtschaftlichen Verhältnissen vermitteln.
Eine Woche vor der Abstimmung über die Wiedereingliederung des Saarlandes ins Deutsche Reich finden in Saarbrücken Großkundgebungen der Deutschen Front und der Freiheitsfront statt.
Auf der Tsunyi-Konferenz der Kommunistischen Partei Chinas wird Mao Zedong zum Vorsitzenden des Politbüros der KP gewählt.
Bei einem schweren Zugunglück auf der Strecke Leningrad- Moskau sterben 23 Menschen, 79 werden verletzt.

7.1.1935
Die württembergische Justizhoheit geht auf das Reich über. Mit diesem Schritt wird die Zentralisierung im Justizwesen fortgesetzt.
Auf Anordnung der Reichsorganisationsleitung der NSDAP wird die Presse der Deutschen Arbeitsfront (DAF) vereinheitlicht. Alle Einzelverlage werden im Zentralverlag der DAF zusammengefaßt.
In einem Schreiben an alle Gau-, Kreis- und Ortsgruppenleiter verlangt der Vorsitzende des Reichsbundes der Deutschen Beamten, Hermann Neef, dass jeder Beamte mindestens eine NSDAP-Zeitung regelmäßig beziehen müsse.
Der französische Außenminister Pierre Laval und der italienische Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini schließen in Rom ein Abkommen über Kolonialkompensation in Nordafrika.
Der Berliner Bildhauer Robert Stieler und die Architekten Walter Bangert und Jürgen Siebrecht erhalten den großen Staatspreis der Akademie der Künste.

8.1.1935
In Berlin wird eine Wiederaufführung des Charlie-Chaplin-Films "Goldrausch" aus dem Jahr 1925 verboten. Sämtliche Filme des Nichtariers Chaplin fallen von jetzt an unter die Zensur.
In Großbritannien tritt ein neues Arbeitslosen-Fürsorgesystem in Kraft. Der Staat zahlt künftig allen versicherten und unversicherten Arbeitnehmern, die arbeitslos werden, eine finanzielle Unterstützung auf unbestimmte Zeit.
Anlässlich des orthodoxen Weihnachtsfestes erlässt der bulgarische König Boris III. eine Strafamnestie. Bei mehreren hundert Zivilgerichtsurteilen wird das Strafmaß herabgesetzt und 80 Urteile, die nach dem "Gesetz zur Sicherung des Staates" verhängt worden waren, werden vollständig aufgehoben.

9.1.1935
In Berlin werden mehrere französische und britische Zeitungen wegen kritischer Berichterstattung über die Verhältnisse im Saarland konfisziert.

10.1.1935
Das Deutsche Reich lehnt die Einladung Großbritanniens ab, an der bevorstehenden außerordentlichen Ratstagung des Völkerbundes über das Saargebiet teilzunehmen. Das Deutsche Reich hat den Völkerbund bereits 1933 verlassen.
Auf Antrag der deutschen Studentenschaft sollen zwanzig Mitglieder der Hitlerjugend ohne Abitur zu den Vorlesungen an der Heidelberger Universität zugelassen werden. Bei Bewährung soll nach zwei Semestern die Immatrikulation erfolgen.

11.1.1935
Einem Bericht des Völkerbundrates zufolge haben Deutsche in der ehemaligen Kolonie Südwestafrika die Hakenkreuzfahne eingeführt und befürworten den Wiederanschluß des Gebietes an das Deutsche Reich.
Im Auftrag der Reichschrifttumskammer beschlagnahmt die Gestapo die zwei Romane des amerikanischen Schriftstellers Theodore Dreiser, "Eine amerikanische Tragödie" (1925) und "Das Genie" (1915). In der Begründung für die Beschlagnahmung heißt es, in den Werken werden "üble Liebesaffairen" beschrieben. Das menschliche Leben bestehe aber nicht nur aus "Huren und Hurenverhältnissen".
In Berlin wird der deutsche Film "Hermine und die sieben Aufrechten" uraufgeführt. Regie führte Frank Wisbar, die Hauptrolle spielt Heinrich George. Der Film wird als "staatspolitisch und künstlerisch besonders wertvoll" ausgezeichnet.
Der Schutzverband Deutscher Schriftsteller in Paris veranstaltet einen Diskussionsabend mit dem französischen Schriftsteller und Mitglied der Kommunistischen Partei Frankreichs Manès Sperber.

12.1.1935
Die Reichswirtschaftskammer übernimmt das Vermögen des Deutschen Industrie- und Handelstages, der Selbstverwaltungsorganisation gewerblicher Unternehmer im Deutschen Reich.
Zahlreiche deutsche Zeitungen loben zum 42. Geburtstag des Propagandaautors Alfred Rosenberg dessen Werk »Der Mythus des 20. Jahrhunderts« und reihen es neben Hitlers »Mein Kampf« in die »ersten Bücher der Nation« ein.

13.1.1935
Bei der Abstimmung im Saargebiet über die Wiedereingliederung in das Deutsche Reich stimmen 90,7% der Wähler für Deutschland, 9% für den Status quo und 0,4% für Frankreich. Die Abstimmung wurde durch eine Abstimmungskommission des Völkerbundes und unter dem Schutz einer internationalen Truppe durchgeführt.

14.1.1935
Zur Förderung der Eheschließungen erhöht Reichsfinanzminister Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk das durchschnittliche Ehestandsdarlehen von 500 auf 600 Reichsmark.
Reichsorganisationsleiter Robert Ley ordnet an, dass aktive politische Leiter keine Aufsichtsratsmandate in Wirtschaftsunternehmen innehaben dürfen.
Der deutsche Film "Oberwachtmeister Schwenke" wird in Berlin uraufgeführt. Unter der Regie von Carl Froelich spielen Gustav Fröhlich, Marianne Hoppe, Emmy Sonnemann und Harald Paulsen die Hauptrollen.

15.1.1935
Reichserziehungsminister Bernhard Rust dehnt den Erlass über "Vererbungslehre und Rassenkunde in den Schulen" vom 13. September 1933, der bisher nur in Preußen gültig war, auf das ganze Deutsche Reich aus. Der Schüler soll lernen, dass "die wichtigste Eigenschaft seines Volkes die Rasse ist".
In Berlin wird "Die klugen Frauen", eine deutsch-französische Koproduktion unter Regie von Jacques Feyder, uraufgeführt.
Die Deutsche Hanni Hölzner verbessert in Kopenhagen den Weltrekord im 100-m-Brustschwimmen um eine Zehntelsekunde auf 1:24,5 Minuten.

16.1.1935
Als Konsequenz der Wiederangliederung des Saargebietes ans Deutsche Reich wird eine Zollgrenze zwischen Frankreich und dem Saarland errichtet.
Adolf Hitler befiehlt der Kriegsmarine die Beschleunigung der Seerüstung. Am gleichen Tag erklärte er auf dem Obersalzberg gegenüber dem amerikanischen Journalisten Pierre Huss, Korrespondent der Hearst-Press: "Ich habe oft erklärt, dass nach der Rückkehr des Saargebietes Deutschland keine weiteren Gebietsansprüche einen Frankreich stellt."
In der Mailänder Scala wird die Oper "Nerone" von Pietro Mascagni unter der Leitung des Komponisten uraufgeführt.

17.1.1935
Der Völkerbund beschließt einstimmig die Wiedervereinigung des Saarlandes mit dem Deutschen Reich.
In einem Interview mit dem Engländer Ward Price (Sonderkorrespondent der Londoner "Daily Mail") erklärt Adolf Hitler auf die Frage nach den Bedingungen für eine Rückkehr Deutschlands zum Völkerbund: "Ich und niemand in Deutschland denken daran, für einen eventuellen Wiedereintritt Deutschlands in den Völkerbund, Bedingungen zu stellen. Entweder sind wir ein souveränes Land oder wir sind kein souveränes Land. Und solange wir kein souveräner Staat sind, haben wir in einer Gemeinschaft von souveränen Staaten nichts verloren...."
Die spanische Regierung in Madrid hebt den im Oktober letzten Jahres verhängten Kriegszustand in Teilen des Landes auf.
Die hohen sowjetischen Parteifunktionäre Grigori J. Sinowjew und Lew B. Kamenew werden in Leningrad zu Haftstrafen verurteilt. Ihnen wird vorgeworfen, die Ermordung des Leningrader Parteisekretärs Sergei M. Kirow angestiftet zu haben.

18.1.1935
Reichserziehungsminister Bernhard Rust erläßt eine Verordnung zur Neuregelung des Jurastudiums. Danach sollen in den ersten beiden Semestern die »völkischen Grundlagen der Wissenschaft« erlernt werden.
Der ehemalige britische Ministerpräsident David Lloyd George schlägt für die Wirtschaft seines Landes einen "New Deal" nach US-amerikanischem Muster vor. Durch den Bau von Verkehrswegen und eine Reihe weiterer Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen soll die hohe Arbeitslosenzahl von 2,3 Mio. verringert werden.
Gold- und Silberbarren aus 55 Eisenbahnwaggons werden im britischen Southampton auf das US-amerikanische Schiff "Manhattan" verladen und in die USA gebracht. Die Ausfuhr großer Goldmengen ist die Reaktion auf Kurssteigerungen des Dollar Anfang vergangener Woche.
Auf einer Veranstaltung deutscher Emigranten in Paris stellt der deutsche Schriftsteller Bodo Uhse, der seit 1933 im Exil lebt, die Werke der Autoren Oskar Maria Graf und Klaus Mann vor.

19.1.1935
Die Kommunistische Internationale weist ihre deutsche Sektion, die KPD, an, der SPD eine Einheitsfrontpolitik vorzuschlagen.

20.1.1935
Der Bischof von Münster, Clemens August Kardinal Graf von Galen, predigt gegen das "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses".
Zwischen Barcelona und der Mittelmeerinsel Mallorca wird eine regelmäßige Flugverbindung eröffnet.

21.1.1935
Im Auditorium Maximum in der Universität Münster hält Schulrat Reimpel eine Rede über das Winterhilfswerk, dabei lobte er den Reichskanzler: "Hitler nahm das Brot, segnete es, brach es und gab es zur Verteilung an das Volk weiter."
Bei einem Grubenunglück im serbischen Kohlebergwerk Avranica kommen 30 Bergleute ums Leben.

22.1.1935
Nach Angaben des französischen Innenministeriums sind nach der Eingliederung des Saargebietes ins Deutsche Reich 2600 Personen aus dem Saarland nach Frankreich eingewandert. Sie fürchten deutsche Repressionen.
Adolf Hitler hält beim 85. Geburtstag von General Karl von Litzmann in Berlin Nikolasee eine Ansprache und überreicht dem Jubilar als Geschenk ein Auto.
Infolge der stark angewachsenen Zahl jüdischer Einwanderer steigt die Arbeitslosigkeit in Palästina, besonders in Jerusalem und Jaffa. Wegen der gleichzeitig zunehmenden Auseinandersetzungen zwischen Juden und Arabern wird in Großbritannien die Forderung nach Einwanderungsbeschränkungen laut.
Die Sowjetunion verkauft in Tokio die Ostchinabahn an Japan. Die quer durch den japanischen Satellitenstaat Mandschukuo führende Bahnlinie war seit Ende des Ersten Weltkrieges immer wieder Gegenstand von Auseinandersetzungen zwischen der Sowjetunion und Japan.
In Haifa werden die Verladeeinrichtungen einer neuen Ölpipeline eröffnet. Sie beginnt in den Ölfeldern von Kirkuk (Irak) und führt zum Mittelmeerhafen Haifa.

23.1.1935
Mit einem Erlass werden die Aufsichtsrechte der Reichsregierung über das Unternehmen "Reichsautobahnen" aus dem Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen übertragen.
Japanische und mandschurische Truppen greifen chinesische Stellungen in der Provinz Chahar an, die im Nordosten Chinas liegt und an den japanischen Satellitenstaat Mandschukuo grenzt.
Die Bevölkerung Leningrads hat sich seit 1931 um zwei Mio., diejenige Moskaus um eine Mio. vergrößert. Moskau hat nunmehr 3,6 Mio. Einwohner. Grund für den schnellen Zuwachs ist vor allem die extreme Landflucht in der Sowjetunion.

24.1.1935
Das Reichsstatthaltergesetz wird verkündet. In Art. 1 heißt es: "Der Reichsstatthalter ist in seinem Amtsbezirk der ständige Vertreter der Reichsregierung. Er führt die Beobachtung der vom Führer und Reichskanzler aufgestellten Richtlinien der Politik zu sorgen."
Heinz Linge aus der Leibstandarte-SS Adolf Hitler wird von Adolf Hitler als Diener ausgesucht. Er wird Hitler bis 1945 als Diener und Ordonanz begleiten.
US-Präsident Franklin D. Roosevelt stellt in einer Sonderbotschaft vor dem Kongress in Washington einen 20-Jahres-Plan vor. Danach sollen u.a. 100 Mrd. US-Dollar (248 Mrd. RM) für die Nutzbarmachung natürlicher Resourcen investiert werden.
In Richmond (US-Bundesstaat Virginia) kommt erstmals probeweise Dosenbier auf den Markt.

25.1.1935
Aus Anlass des einjährigen Bestehens des deutsch-polnischen Nichtangriffspaktes erklärt Adolf Hitler den Korrespondenten der Gazeta-Polska: "Die von uns eingeschlagene Politik der Respektierung der an unseren Grenze lebenden Völker entspricht daher unserer innersten Überzeugung." In einer weiteren Unterredung mit dem britischen Lord Allen of Hurtwood betont Adolf Hitler das Verlangen Deutschlands, gleichberechtigt zu sein.
Durch Überschwemmungen im Oberlauf des Mississippi werden 18 000 Menschen in den USA obdachlos. Im Nordwesten des Landes sind zehn Städte, u.a. Vancouver, nach Erdrutschen von der Außenwelt abgeschnitten.
Die Hagia Sophia in Istanbul - ehemals Krönungskirche der oströmischen Kaiser - wird nach der Freilegung byzantinischer Fresken als Museum eröffnet.

26.1.1935
4000 Gäste aus aller Welt nehmen am ersten Wiener Opernball nach dem Ersten Weltkrieg teil.
Alle Werke des jüdischen Schriftstellers Heinrich Eduard Jacob werden im Deutschen Reich verboten.

27.1.1935
Der preußische Ministerpräsident Hermann Göring trifft zu einem viertägigen Staatsbesuch in Warschau ein, wo er mit der Regierung Polens erfolglos über ein deutsch-polnisches Militärbündnis gegen die UdSSR verhandelt.
In einem Fußballänderspiel in Stuttgart schlägt Deutschland die Schweiz 4:0.
Kanada wird durch einen 4:2-Sieg über die Schweiz in Davos Eishockeyweltmeister.

28.1.1935
383 Juden, die zwischen 1918 und 1933 die preußische Staatsangehörigkeit erworben hatten, werden aus Preußen
und gleichzeitig aus dem Deutschen Reich ausgebürgert.
Der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw M. Molotow sagt vor dem Sowjetkongreß, er lege trotz der deutschen
Herrenvolkideologie Wert auf gute Beziehungen zwischen der UdSSR und dem Deutschen Reich.
Unwetter in Süd - Südwesteuropa machen den Betrieb der internationalen Zugverbindungen zwischen Westeuropa
und Vorderasien zeitweise unmöglich. Die Bahndämme des Simplon- und des Orientexpresses sind in Bulgarien
durch Hochwasser unterspült.
Der US-amerikanische Pilot Wiley Post, dem 1933 der erste Alleinflug um die Erde gelang,
stellt mit 15.240 m einen Höhenweltrekord für Flugzeuge auf.

29.1.1935
Der US-amerikanische Senat lehnt in Washington den Beitritt der USA zum internationalen
Gerichtshof in Den Haag ab. Die Entscheidung bedeutet eine schwere Niederlage für den
Präsident Franklin D. Roosevelt, der ein viel stärkeres Engagement der USA in Fragen der
europäischen Politik befürwortet.

30.1.1935
In einem Aufruf zur Erinnerung an die Machtübernahme vor zwei Jahren erklärt Adolf Hitler: "Dann aber soll das größte Fest des Jahres nicht die Erinnerung an die Übernahme der Macht sein, sondern ein Tag der Freude über die Rückkehr der Deutschen des Saarlandes."
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler empfängt den nationalen Vorkämpfer Dr. Friedrich Grimm, der in zahlreicheren Ruhrkampf- und Femeprozessen als Verteidiger fungierte. Er bekämpfte den Friedensvertrag von Versailles, unterstützte den Aufstieg des Nationalsozialismus und bekämpfte und NS-Gegner.


Bildung des SS-Sicherheitsamtes unter Reinhard Heydrich, zuständig für Gegnerbeobachtung, Spionage-und Sabotageabwehr, und des Rasse-und Siedlungs-Hauptamtes, zuständig für die rassemäßige Ausrichtung der SS-Angehörigen, Siedlungsfragen und Sittenfragen.
Die deutsche Regierung erläßt eine neue Gemeindeordnung, die der NSDAP unmittelbaren Einfluß auf die kommunalen Verwaltungen verschafft.
Hjalmar Schacht wird nach dem Rücktritt seines Vorgängers Kurt Schmitt neuer Reichswirtschaftsminister.

31.1.1935
Adolf Hitler gewährt den Vertretern der portugiesischen Presse, Armando Bonaventura ("Diario de Noticias") und Felix Goreira ("Diario de Lisboa") eine Unterredung, worin Hitler für Deutsch-portugiesische Beziehungen wirbt, da sich die Prinzipien und Leitsätze beider Länder in vieler Hinsicht gleichen.
Der stellvertretende sowjetische Kriegsminister, Michail N. Tuchatschewski, gibt bekannt, dass die Rote Armee in den letzten vier Monaten von 600.000 auf 940.000 Mann verstärkt und auch die sonstige Rüstung erheblich ausgeweitet worden sei. Als Begründung führt Tuchatschewski an, dass mit einem Krieg der kapitalistischen Staaten gegen die UdSSR gerechnet werden müsse.
Die französischen Studenten boykottieren einen Tag lang sämtliche Lehrveranstaltungen. Damit protestieren sie gegen die Beschäftigung ausländischer Akademiker - besonders Ärzte - in Frankreich und die entsprechende Stellenverknappung für Franzosen.

FEBRUAR 1935

1.2.1935
Die Ernennung und die Entlassung von Landesbeamten vom Regierungsrat aufwärts bleibt zukünftig dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler vorbehalten.
Mit einer Flugblattaktion in Großbetrieben ruft die Deutsche Arbeitsfront zum Boykott jüdischer Ärzte und Geschäfte auf.
Das städtische Schulamt in Leipzig erlässt neue Richtlinien für den Religionsunterricht an Volksschulen. Danach sollen Lehrer künftig stärker die germanische Religion und das germanische Brauchtum gegenüber dem Alten Testament thematisieren. Es sei zu betonen, dass Jesus "schon wegen seiner arischen Abstammung als Feind des Judentums angesprochen wurde".
In den USA wird der Bau des Colorado-Staudamms nach viereinhalb Jahren Bauzeit vollendet.

2.2.1935
Adolf Hitler wohnt einem Konzert des Leipziger Gewandhausorchesters in Berlin bei.
Aus Anlass des 62. Geburtstags des Reichsaußenministers Konstantin Freiherr von Neurath besucht der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler den Abendempfang in dessen Haus.
In einer Rede auf dem Rätekongress in Moskau wirft der Volkskommissär für die Schwerindustrie der UdSSR, Grigori Ordschonikidse Hitler "völlige Ignoranz in Fragen des wirtschaftlichen und des technischen Fortschritts überhaupt und der Sowjetunion im besonderen" vor.

3.2.1935
Die deutsche Equipe gewinnt, im Beisein des Führers, beim Berliner Reitturnier den "Preis der Nationen" und den "Preis des Führers und Reichskanzlers" vor Frankreichs Reitern.
Protestkundgebung der deutschstämmigen Danziger Eisenbahner gegen Massenentlassungen.
In London verabschieden Vertreter Frankreichs und Großbritanniens zum Abschluß einer dreitägigen Konferenz ein Kommuniqué über kollektive Sicherheit in Europa.
Bei einem plötzlich einsetzenden Schneesturm kommen im Riesengebirge vier Menschen ums Leben.

4.2.1935
Im Rahmen der Ermittlungen wegen Devisenvergehen beginnen Gestapo und Zollfahndung mit einer systematischen Durchsuchungsaktion in zahlreichen Klöstern, bei der es zu einer Reihe von Verhaftungen kommt.
Adolf Hitler erläßt eine Neuordnung des Gnadenrechts und des Rechts der Beamtenernennung.
Reichspropagandaminister Joseph Goebbels eröffnet im Berliner Harnach-Haus das Reichsfilmarchiv, das als größtes seiner Art in der Welt gilt. In seiner Eröffnungsrede kündigt Goebbels die Schaffung eines »repräsentativen deutschen Filmes« an.
In Prag erheben die Behörden Strafantrag gegen Otto Strasser wegen illegaler Betreibung eines Rundfunksenders. Der ehemalige NSDAP-Funktionär Strasser war nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten aus dem Deutschen Reich geflohen, weil er mit Hitlers Politik nicht übereinstimmte.
Der österreichische Ministerrat beschließt ein Gesetz über Beamtenanwärter. Danach sollen Bewerber, die vor dem 1. Juli 1917 eine militärische Ausbildung absolviert haben, ungedienten Bewerbern gegenüber bevorzugt werden.
Internationale Hilfsorganisationen weisen in London auf die Gefahr einer Hungersnot in Teilen der Sowjetunion hin. Die schlechte Ernte des vergangenen Jahres wirke sich besonders auf die Landbevölkerung aus.
Eine Malariaepidemie in Ceylon hat nach amtlichen Schätzungen in den vergangenen Monaten mehr als 30 000 Todesopfer gefordert.

5.2.1935
Die Prüfungsordnung für Ärzte und Zahnärzte fordert von nun an die arische Abstammung als Prüfungsvoraussetzung.
Das tschechoslowakische Parlament verabschiedet in Prag ein Gesetz zum Schutz vor Fliegerangriffen, das u.a. Hausbesitzer zum Bau von Luftschutzräumen verpflichtet.

6.2.1935
Adolf Hitler besichtigte das Erprobungsgelände des Heeres bei Kummersdorf, als erster Kanzler seit 1890. General Heinz Guderian führte ihm die neuesten Panzermodelle und Panzerspähwagen vor.
Amtliche Mitteilung: "Die beim Führer für die nächsten 10 Tage angesetzten Empfänge fallen wegen wichtiger politischer Besprechungen aus."
In Süddeutschland werden mehrere Männer, die infolge von »Trunksucht« nicht mehr für den Unterhalt ihrer Familien aufkommen können, zum Arbeitseinsatz ins Konzentrationslager Dachau eingeliefert.
Auf dem 7. Rätekongress der Sowjetunion wird Wjatscheslaw M. Molotow als Regierungschef bestätigt. Außerdem wird die sog. Stalin-Verfassung beschlossen.
In der Türkei findet die Wahl zur fünften Großen Nationalversammlung erstmals mit aktivem und passivem Wahlrecht für Frauen statt.

7.2.1935
Der Völkerbund gibt die endgültige Weisung für den Abzug der internationalen Truppen aus dem Saarland. Bis zum 1. März, dem Tag der offiziellen Rückkehr des Saargebiets ins Deutsche Reich, sollen alle dort stationierten Truppen abgezogen sein.
Das Deutsche Reich und Spanien schließen ein Abkommen über die Aufnahme einer regelmäßigen Flugverbindung zwischen beiden Staaten.
Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler empfängt dem neuen japanischen Botschafter Graf Mushakoji und hält nach der Entgegennahme des Beglaubigungsschreibens eine Ansprache.
In Berlin eröffnet die NSDAP ein außenpolitisches Schulungshaus. Hier soll nach dem Plan des Parteiideologen Alfred Rosenberg die Geschichte und Geographie "verschiedener Lebensräume" studiert werden.
Die Heeresleitung erlässt neue Bestimmungen für die Begrüßung des Führers und Reichskanzlers. Grüßt Hitler eine Reichswehrabteilung mit "Heil" so antwortet die Truppe künftig mit "Heil mein Führer".
Anlässlich des zehnten Jahrestages der faschistischen Miliz in Italien veröffentlicht die gesamte italienische Presse die "Zehn Gebote für Schwarzhemden", in denen es u.a. heißt: "Der faschistische Milizsoldat darf nicht an den dauerhaften Frieden glauben; Mussolini hat immer Recht" und "Etwas steht über allem: Das Leben des Duce".
In Berlin wird der deutsche Kriegs- und Abenteuerfilm "Mein Leben für Maria Isabell" mit Viktor De Kowa, Bernhard Minetti und Veit Harlan in den Hauptrollen uraufgeführt. Regie führt Erich Waschneck.

8.2.1935
Im Deutschen Reich wird das Gesetz über die Devisenwirtschaft veröffentlicht, das die totale staatliche Regulierung des Außenhandels festschreibt.
Im Zentralverlag der NSDAP erscheint das "Nationalsozialistische Handbuch für Recht und Gesetzgebung" von Reichsminister Hans Frank. Das Buch ist das erste parteiamtliche Werk über die Neuordnung des Rechtslebens im Deutschen Reich.
In Berlin wird der deutsche Film "Frühjahrsparade" mit Paul Hörbiger in der Hauptrolle uraufgeführt. Der Film, in dem Geza von Bolvary Regie führt, bekam auf der Biennale in Venedig 1934 die Goldenen Medaille für den besten Musikfilm.

9.2.1935
Der bayerische Verwaltungsgerichtshof in München fällt in einem Musterprozeß die Entscheidung, dass eine Frau, die "ohne zwingende Gründe" die Ehe mit einem "Angehörigen einer fremden Rasse" eingeht und zu diesem Zweck auch den Glauben wechselt, nicht mehr als "unbescholten" im Sinne des Gesetzes gelten kann.
Die 20-jährige Unity Mitford, englische Aristokratin und Internatsschülerin in München, Mitglied der "British Union of Fascists" unter der Führung von Sir Osswald Mosley, kommt in der Osteria Bavaria zum ersten Mal mit Adolf Hitler in Kontakt, den sie seit August 1933 zu sprechen suchte. In einem Brief an ihre Schwester schreibt sie: "... Ich glaube, dass ich das glücklichste Mädchen auf der ganzen Welt bin...."
Bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Wien gewinnt die Norwegerin Sonja Henie zum neunten Mal in Folge den Titel.

10.2.1935
In einer aufsehenerregenden Predigt protestiert der Münchener Kardinal Michael von Faulhaber gegen die von den Nationalsozialisten geförderte Einheitsschule. Er setzt sich für den Erhalt der konfessionell gebundenen Schulen ein.
Bei Ausgrabungen zwischen Bagdad und dem Persischen Golf entdecken Archäologen die Ruinen einer fast 5700 Jahre alten Stadt. Neben Häusern und Haushaltsgegenständen sind die Wände eines Tempels und einige Grabstätten erhalten.

11.2.1935
Adolf Hitler gratuliert dem Gauleiter Julius Streicher, im Hotel "Deutscher Hof" in Nürnberg, zu seinem 50. Geburtstag. Am Abend besuchen die beiden "alten Kampfgefährten" im Stadttheater Fürth die Operette "Wenn die Liebe befiehlt".

12.2.1935
Zum Jahrestag der päpstlichen Krönung ist Adolf Hitler Gast beim Nuntius Cesare Orsenigo in Berlin. Hitler sendet Papst Pius XI. ein Glückwunschtelegramm.
Der »Zentrale britische Fond für deutsche Juden« ruft in London zum dritten Mal zu einer Spendenaktion zur Unterstützung der nach Palästina ausgewanderten Juden auf. Seit der Machtübernahme Hitlers sind etwa 20 000 Juden nach Palästina gegangen.
Bei einem schweren Sturm stürzt 100 Seemeilen südöstlich von San Francisco das größte Marineluftschiff der Welt, die US-amerikanische "Macon", ins Meer und versinkt.

13.2.1935
Unter dem Motto »Das Ideal des deutschen Volkes ist die Arbeit, sein Wille die Leistung und seine Sehnsucht der Friede« ruft die Reichsregierung die deutsche Jugend zum zweiten Reichsberufswettkampf vom 18. bis 23. März auf.
Im Reichserziehungsministerium wird das Amt »K« für körperliche Ertüchtigung eingerichtet.
Reichserziehungsminister Bernhard Rust verbietet sämtlichen Beamten und Lehrpersonen die Teilnahme an den Veranstaltungen des Deutschen Philologenverbandes. Der Grund dafür liegt in den von der nationalsozialistischen Ideologie abweichenden Erziehungsprinzipien des Verbandes.
Bruno Hauptmann wird in Flemington (US-Bundesstaat New Jersey) wegen Entführung und Ermordung des Lindbergh-Babys zum Tode verurteilt.
In Heidelberg wird der deutsche Film "Winternachtstraum" mit Magda Schneider, Hans Moser und Theo Lingen uraufgeführt. Regie: Geza von Bolvary.

14.2.1935
Unter dem Vorsitz des stellvertretenden Parteiführers Rudolf Heß und in Anwesenheit Hitlers treffen sich in Berlin die Reichsleiter der NSDAP zu einer Konferenz.
In Berlin wird die Internationale Automobil- und Motorradausstellung eröffnet.
Die Krefelderin Martha Genenger stellt in Bochum mit 2:49,2 min einen Weltrekord über 200-y-Brustschwimmen auf.
Der Bob-Weltverband FIBT richtet auf seinem Kongress in St. Moritz eine Sektion Rennrodeln ein. Er bittet das Internationale Olympische Komitee vergeblich um die Zulassung dieser Sportart bei olympischen Spielen.

15.2.1935
Die Saargruben gehen nach der Wiedereingliederung des Saarlandes in deutsches Eigentum über.
Ein Kriegsgericht in Oviedo verurteilt Gonzalez Pena, einen der Führer des Oktoberaufstandes in der spanischen Provinz Asturien ein Jahr zuvor, zum Tode und zu 200 Mio. Peseten (68 Mio. RM) Entschädigung. Der Aufstand hatte sich gegen die rechte Regierung des Ministerpräsidenten Alejandro Lerroux y García gerichtet.
In St. Moritz wird der deutsche Viererbob mit Steuermann Hans Kilian Weltmeister.

16.2.1935
Zwei Inder werden in Alipore zum Tode verurteilt, weil sie einen Großgrundbesitzer durch Infizierung von Pestbazillen umgebracht haben sollen.
Der Tischtennis-Weltverband ITTF legt in London fest, dass es nur noch "Spieler" geben soll. Die Termini "Amateur" und "Professional" werden aus den Statuten gestrichen.

17.2.1935
Zugunsten des Saarlandes findet im Deutschen Reich ein "Eintopftag" statt.
Durch eine neue Arbeitszeitordnung wird im Deutschen Reich der Achtstundentag als verbindliche Arbeitszeit eingeführt.
3000 faschistische Milizionäre werden aus Italien nach Somaliland verschifft weitere 10 000 folgen im Laufe des Monats nach. Hintergrund sind die Spannungen zwischen Italien und Abessinien um den italienischen Kolonialbesitz am Horn von Afrika.
In Portugal wird António Oscar de Fragoso Carmona erneut zum Staatspräsidenten gewählt. Carmona hat das Amt seit 1928 inne.
Ein neues Musterstatut für Kollektivwirtschaften in der Sowjetunion erlaubt ehemaligen reichen Bauern und deren Söhnen den Eintritt in Kolchosen, "vorausgesetzt, dass sie ihren Klassenstandpunkt überwunden haben". Außerdem soll schrittweise der Privatbesitz von Land eingeführt werden.
Nach einem Beschluß des Obersten Gerichtshofs in Paris wird der Urheberschutz des "Copyrights" auf die Herstellung von ab Damenkleidern ausgedehnt. Plagiate in der Modebranche wurden bis dahin nicht geahndet.
In Amsterdam gewinnt Deutschland ein Fußball-Länderspiel gegen die Niederlande 3:2.

18.2.1935
Wegen "Verrats militärischer Geheimnisse" werden Benita von Falkenhayn-Berg und Renate von Natzmer in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Der Volksgerichtshof fällte das Urteil nur zwei Tage vorher.
Die Reichsmusik- und die Reichstheaterkammer erlassen zehn Bestimmungen "zur Bekämpfung kulturschändlicher Entstellung bayerischer Volksbräuche und -sitten". Danach muss u.a. jeder "Auftretende" eine Zulassungsurkunde vorweisen.
In Kanada beschließt das Parlament die Einführung einer Arbeitslosenversicherung.
Italien führt die 40-Stunden-Woche für Arbeitnehmer ein. Außerdem soll das Wochenende für alle Personen bis zum 55. Lebensjahr zur politischen und militärischen Schulung verwendet werden.
Vor 5000 Zuschauern gewinnt der SC Rießersee in München das Endspiel um die deutsche Eishockey-Meisterschaft 2:1 gegen den EV Füssen.

19.2.1935
Die Nachrichten vom italienisch-abessinischen Konflikt rufen im überwiegend von Schwarzen bewohnten New Yorker Stadtteil Harlem Unruhen hervor. Aus Solidarität mit der schwarzen Bevölkerung Abessiniens wird hier ein Boykott italienischer Gaststätten, Eisverkäufer und Straßenhändler organisiert.

20.2.1935
Um die komplette Wiedereingliederung des Saarlandes ins Deutsche Reich zu vollenden, hebt die deutsche Reichsregierung die bestehenden Zollgrenze auf.
In Prag lehnt der Bund der Landwirte ein Fusionsangebot des Vorsitzenden der Sudetendeutschen Partei (SDP), Konrad Henlein, ab.
An der Dresdener Staatsoper wird die Oper "Der Günstling" von Rudolf Wagner Régeny und Caspar Neher (nach Georg Büchners Version von Victor Hugos "Marie Tudor") uraufgeführt.
Eine US-amerikanische Forschungsexpedition entdeckt im Westen von Honduras eine etwa 1700 Jahre alte Stadt, die durch unmittelbar vorhergehende Erdbeben freigelegt wurde. Die Stadt gilt als das bedeutendste Zentrum der mittelamerikanischen Mayakultur, das bisher gefunden wurde.

21.2.1935
Eine Schlägerei zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten sprengt die Sitzung des Danziger "Volkstages", des Lokalparlaments der Freien Stadt. Die Nationalsozialisten streben die Auflösung dieses Parlaments an.
Die Gestapo erteilt dem jüdischen Schriftsteller und Philosophen Martin Buber ein totales Redeverbot.
Die Leitung der "Bekennenden Kirche", die sich gegen eine Vereinnahmung des Protestantismus durch den Nationalsozialismus wendet, verurteilt das "Neuheidentum" im Deutschen Reich.

22.2.1935
Im Emsland beginnen Arbeiten zur Urbarmachung von Moorgebieten. Dabei werden zunächst Freiwillige des Arbeitsdienstes, später auch inhaftierte Zwangsarbeiter eingesetzt.
Der österreichische Bundeskanzler Kurt Schuschnigg trifft mit Außenminister Egon Berger-Waldenegg zu einem Staatsbesuch in Paris ein. Hauptgegenstand der Gespräche mit der französischen Regierung ist der Abschluß eines mitteleuropäischen Nichtangriffspaktes.
Frankreich wird von einer Grippeepidemie heimgesucht, die, nachdem sie zuerst in der Armee auftrat, nun auch unter der Zivilbevölkerung zahlreiche Todesopfer fordert.
Die bulgarische Regierung verbannt den Vorsitzenden der verbotenen Sozialdemokratischen Partei, Kresto Pastuchoff, auf eine Insel im Schwarzen Meer. Pastuchoff gilt als prominenter Kritiker des autoritären Regimes in Bulgarien.

24.2.1935
Im Münchener Hofbräuhaus feiern führende Vertreter der NSDAP den 15. Jahrestag der Verkündung des 25-Punkte-Programms der Partei. In einer Ansprache betont Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, daß die ersten beiden Regierungsjahre nur eine Ankündigung dessen seien, was einmal sein werde.
Daimler-Benz stellt in Stuttgart einen »Autobahnomnibus« mit 12-Zylinder-Dieselmotor und einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h vor.
Mehrere französische Zeitungen berichten über forcierte Luftrüstung im Deutschen Reich. Demnach stellen 13.000 Arbeiter bei Junkers täglich 14 Kampfflugzeuge her, während bei Heinkel angeblich alle zwei Tage eine Maschine gebaut wird.
Bei einer Volksabstimmung in der Schweiz sprechen sich 54% der Befragten gegen und 46% für eine Erhöhung der Wehrausgaben des neutralen Staates aus.

25.2.1935
Ein westfälischer Vikar wird in Münster wegen einer "politischen Kanzelrede" zu 200 Mark Geldstrafe verurteilt. In einer Predigt sprach er von einem "Märtyrertod" des Engelbert Dollfuß. Der österreichische Bundeskanzler war am 25. Juli 1934 bei einem nationalsozialistischen Putschversuch ermordet worden.
Die britische Kolonialregierung lehnt in Neu-Delhi die Reduzierung ihrer Truppen in Indien und in diesem Zusammenhang eine stärkere "Indianisierung" der indischen Armee ab.

26.2.1935
Hitler verkündet vor dem Reichskabinett die offizielle Einrichtung einer Luftwaffe als dritten Teil der deutschen Wehrmacht neben Heer und Kriegsmarine.
Ein Gesetz bestimmt im Deutschen Reich die Einführung eines Arbeitsbuches, das als amtlicher Ausweis über Bildung und berufliche Entwicklung sowie als Kontrollmittel dienen soll.


Auf einer Festveranstaltung des jüdischen Kongresses in New York zu Ehren des 1934 aus Deutschland ausgebürgerten jüdischen Physiknobel- preisträgers Albert Einstein fordert der New Yorker Bürgermeister Fiorello H. La Guardia eine Weiterführung des Boykotts gegen deutsche Waren. Denn auch Albert Einstein war, so sein Biograph Ronald W. Clark, „von einem Deutschenhaß besessen, der paranoide Züge trug“.

27.2.1935
Im Kairo-Museum in Chicago wird eine sechs Meter hohe Statue des ägyptischen Königs Tutanchamun aufgestellt. Die Statue des 1337 v. Chr. gestorbenen Herrschers hatte sich in dem 1922 entdeckten Grab nur bruchstückweise erhalten. Sie wurde anschließend in den USA rekonstruiert.

28.2.1935
Die französische Regierung richtet per Gesetz in Départements mit hoher Arbeitslosenzahl Arbeitslager ein, in denen Arbeitslose mit Rodungen und dem Bau von Waldwegen beschäftigt werden.
Der Dirigent Wilhelm Furtwängler und Reichspropagandaminister Joseph Goebbels treffen sich zu einer Aussprache im "Fall Hindemith".

Deutschenhasser unter sich. Der Nobelpreisträger Albert Einstein, Rabbi Stephen S. Wise und der jüdische Bürgermeister von New York, Fiorello La Guardia feiern im Hotel "Astor" in New York ihre Boykotterfolge.               

Deutschenhasser unter sich. Der Nobelpreisträger Albert Einstein, Rabbi Stephen S. Wise und der jüdische Bürgermeister von New York, Fiorello La Guardia feiern im Hotel "Astor" in New York ihre Boykotterfolge.               

Die Luftwaffe gliederte sich vor allem in unabhängige Luftflotten, deren Zahl von 1939 bis 1944 auf sieben stieg. Die Luftflotten waren von 1 bis 6 durchnummeriert und wurden jeweils an die verschiedenen Kriegsschauplätze verlegt. Zusätzlich gab es die Luftflotte Reich, welche die Aufgabe hatte, das Reichsgebiet vor Feinden zu schützen. Zusätzlich zu den Luftflotten gab es die Luftgaue der Luftwaffe, die ähnlich wie die Wehrkreise bestimmte territoriale Aufgaben übernahmen. Dies war vor allem die Unterhaltung aller Einrichtungen und Flugplätze der Luftwaffe in den jeweiligen Gebieten.                     

Die Luftwaffe gliederte sich vor allem in unabhängige Luftflotten, deren Zahl von 1939 bis 1944 auf sieben stieg. Die Luftflotten waren von 1 bis 6 durchnummeriert und wurden jeweils an die verschiedenen Kriegsschauplätze verlegt. Zusätzlich gab es die Luftflotte Reich, welche die Aufgabe hatte, das Reichsgebiet vor Feinden zu schützen. Zusätzlich zu den Luftflotten gab es die Luftgaue der Luftwaffe, die ähnlich wie die Wehrkreise bestimmte territoriale Aufgaben übernahmen. Dies war vor allem die Unterhaltung aller Einrichtungen und Flugplätze der Luftwaffe in den jeweiligen Gebieten.                     

„Der Mythus des 20. Jahrhunderts"

war als Fortsetzung von Houston Stewart Chamberlains Werk „Die Grundlagen des 19. Jahr- hunderts" gedacht. Eine neue „Religion des Blutes" müsse laut Rosenberg ein von „jüdischen Einflüssen" durchdrungenes Christentum ersetzen, indem dieses durch eine neue „Metaphysik" der „Rasse" und des ihr innewohnenden „kollek- tiven Willens" abgelöst werde.

Fritz Wiedemann

Theodor Adrian von Renteln

Duce Benito Mussolini

Pierre Laval

Hermann Neef

Heinrich George

Gustav Fröhlich

Joseph Goebbels

General Heinz Guderian

Michael von Faulhaber

Veit Harlan

Viktor De Kowa

Bernhard Minetti

die sozialen Errungenschaften im Deutschen Reich waren einzigartig und es gab auf der ganzen Welt nichts Vergleichbares
Sie können die einzelnen Bilder anklicken und die detailierten Ereignnisse dieser Zeit in der großen Chronik von 1933-45 nachlesen
 

Die Abstimmung im Saargebiet