Chronik des Nationalsozialismus Januar / Februar 1936

JANUAR 1936

1.1.1936
In seiner Neujahrsbotschaft, die Joseph Goebbels in einer Rundfunksendung verliest, glaubt Adolf Hitler „auf eine wahrhaft gewaltige, politische, kulturelle und wirtschaftliche Arbeit des Aufbaues" zurückblicken zu können und deklariert: „Das Jahr 1936 soll uns erfüllt sehen von einem neuen heiligen Eifer, zu arbeiten und eintreten für unser Volk."
Mit Wirkung vom 1. Januar 1936 werden nur noch Mitglieder der Hitlerjugend für die Beamtenlaufbahn zugelassen. Beamte mit einem jüdischen Ehepartner sollen bereits vor Inkrafttreten einer gesetzlichen Regelung beurlaubt werden.
Der Reichsjugendführer der NSDAP, Baldur von Schirach, proklamiert das Jahr 1936 zum »Jahr des Jungvolkes« und fordert den Eintritt aller 10- bis 14jährigen in die Jugendorganisation der Partei.
In einem Telegramm des Kaisers von Abessinien (Äthiopien), Haile Selassie I., an den Völkerbund wird Protest erhoben gegen den Einsatz von Giftgas und die Bombardierung abessinischer Truppen durch die italienische Luftwaffe.
Die große Olympia-Schanze in Garmisch-Partenkirchen wird mit einem internationalen Skispringen eröffnet.
Adolf Hitler stellt Emil Gansser, seinem ehemaligen Geldbeschaffer in der Kampfzeit, einen Ehrensold von monatlich 600 RM zur Verfügung. Gansser geriet wegen Prozessen gegen Reichspräsident Friedrich Ebert in Geldnot.
Der britische Schriftsteller Aldous Huxley behandelt in einem Aufsatz das Problem der ungleichen Gebietsverteilung auf der Erde. Zu den unbefriedigten Großmächten zählt er das Deutsche Reich, Italien und Japan. Er sieht in dieser Tatsache eine Gefahr für den Weltfrieden und fordert die Einberufung einer Weltkonferenz zur Lösung dieser Probleme.

2.1.1936
In Berlin findet eine Reichstagung der Nationalsozialistischen Kulturgemeinde statt.
Der Flüchtlingkommissar des Völkerbunds, James MacDonald, gibt in einem Schreiben an das Völkerbundssekretariat seine Enttäuschung über die unzureichenden Reaktionen des Völkerbunds auf die antisemitischen "Nürnberger Gesetze" (15. 9. 1935) als Grund für seinen Rücktritt am 31. Dezember 1935 an.
In der Berliner Staatsoper wird die Operette "Die große Sünderin" des deutschen Komponisten Eduard Kühne uraufgeführt.

3.1.1936
Die Deutsche Reichsbahn legt ihren Jahresbericht für 1935 vor.
Nach Meldungen des Winterhilfswerks des deutschen Volkes (WHIG) werden im Winter 1935/36 12,5 Millionen Deutsche vom WHIG unterstützt.
In einer Rede vor dem amerikanischen Bundeskongress spricht sich US-Präsident Franklin Dekan Roosevelt für ein neues Neutralitätsgesetz und die Verstärkung der Landesverteidigung aus.
Anhaltende Niederschläge führen in Frankreich und Großbritannien zu Hochwasserschäden.
In der "Münchener Medizinischen Wochenschrift" wird über gesundheitliche Nachteile durch das Rollerfahren berichtet.

4.1.1936
Die Deutsche Reichsbahn erhöht - trotz im Jahr 1935 erwirtschafteter Überschüsse - die Gütertarife um 5%.
Adolf Hitler besucht die Eislaufvorführung von Sonja Henie im Münchner Prinzregenten-Stadion.
Italienische Bomberverbände fliegen massive Einsätze gegen die abessinische Stadt Harrar.

5.1.1936
Die französische Öffentlichkeit äußert sich besorgt über die Neutralitätsabsichten der USA, da befürchtet wird, auch ein angegriffenes Land könne aufgrund der von US-Präsident Franklin Dekan Roosevelt geplanten Bestimmungen nicht mit der Unterstützung der Amerikaner rechnen.
Auf Beschluß der niederländischen Regierung soll der Nordpole der Zuidersee für 126 Millionen Gulden (170 Millionen RM) trockenlegen werden.
Die Uraufführung der komischen Oper "Leon und Ädrig" von Charles Flick-Stege findet am Stadttheater Krefeld statt.
Greta Garbe und Charles Laughton werden von New Yorker Filmkritiken zu den besten Filmschauspielern des Jahres 1935 erklärt.

6.1.1936
In Wilhelmshaven wird das 1934 gebaute deutsche Panzerschiff »Admiral Graf Spee« zum Einsatz zur Indienststellung in den Dienst gestellt. Seinen Namen erhielt das Schiff zu Ehren des Vizeadmirals Maximilian Graf von Spee, der im Ersten Weltkrieg das Ostasiengeschwader befehligte.
Adolf Hitler unternimmt eine erste Fahrt auf der fertig gestellten Reichsautobahnstrecke München-Rosenheim.
In einem Erlaß der deutschen Geheimen Staatspolizei (Gestapo) ordnet Reinhard Heydrich die Überwachung der »Mischlinge 1. Grades« an.
In einem Gespräch mit dem Botschafter Ulrich von Hassell er­hebt Benito Mussolini keine Einwände für den Fall, dass Öster­reich Satellit Deutschlands werde. Italien verlässt die „Front von Stresa".
In Paris wird das französisch-sowjetische Handelsabkommen von 1934 erneuert.
Die Deutsche Reichsbahn zeichnet eine Anleihe über 500 Millionen Reichsmark zur Konsolidierung von kurzfristig aufgenommenen Krediten.
Das Oberste Bundesgericht der USA erklärt die Agrargesetzgebung der Regierung Roosevelt für verfassungswidrig.
Die Lufthansa feiert ihr zehnjähriges Jubiläum.

7.1.1936
Adolf Hitler nimmt bei einer Besichtigung der Münchner Staatsbibliothek eine Handschrift des österreichischen Stiftes Kremsmünster aus dem 14. Jahrhundert entgegen, die ihm Franz von Papen als Neuerwerbung überreichte. (die Handschrift des Heinrich von München) Sie geht in den Besitz der Bayerischen Staatsbibliothek über.
Das deutsche Reichspropagandaministerium verbietet allen Tageszeitungen Bilder über Jagdveranstaltungen des preußischen Ministerpräsidenten, Hermann Göring, zu veröffentlichen.
Ein neues Lastkraftwagenwerk der Firma Opel wird in Brandenburg an der Havel in Betrieb genommen.
Das spanische Parlament wird mit sofortiger Wirkung aufgelöst.
Die US-amerikanische Zentralgewerkschaft spricht sich für eine Änderung der Verfassung zum Schutz der Farmer und Arbeitnehmer aus.
In Hildesheim wird der Spielfilm "Fährmann Maria" von Frank Wysbar uraufgeführt.

8.1.1936
Nach einer Verordnung des sächsischen Finanzministeriums sollen in erster Linie Mitglieder der HJ, der SA, SS und NSDAP als Lehrlinge in den öffentlichen Dienst eingestellt werden.
Wegen Devisenschmuggels nach Österreich werden drei katholische Geistliche in Kempten zu Gefängnisstrafen und Geldstrafen von insgesamt 56.000 Reichsmark verurteilt.
Im Deutschen Reich wird die Fortbildungspflicht für Großstadtärzte eingeführt.
In Dresden wird der Spielfilm "Die ewige Maske" von Werner Hochbau uraufgeführt. Hauptdarsteller sind Peter Pelerine, Ölgas Tscheche und Mathias Winken.

9.1.1936
Die Ernst-Henkel-Flugzeugwerke stellen ihr neues Schnellverkehrsflugzeug vor. Die Heinkel He 111 war ein zweimotoriger freitragender Tiefdecker in Ganzmetallbauweise mit Einziehfahrwerk.
Die deutsche Reichsautobahndirektion meldet, daß sich derzeit rund 1900 km Autobahnstrecke im Bau befinden.

10.1.1936
Der Neujahrsempfang des Reichskanzlers war auf seinen Wunsch auf dieses Datum verlegt worden. Adolf Hitler war es gewohnt, den Silvesterabend und Neujahrstag auf dem Obersalzberg zu verbringen und fand die Veranstaltung am 1. Januar daher lästig. Hitler nimmt zunächst in der Reichskanzlei die Glückwünsche der Wehrmacht entgegen und anschließend im Haus des Reichspräsidenten, den des Diplomatischen Korps durch den päpstlichen Nuntius Cesare Orsenigo. Hitler hält eine kurze Rede.
Die Jubiläumstagung zum 25jährigen Bestehen der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften (10. 1.- 12. 1. 1936) beginnt in Berlin.
Der Leipziger Georg Thieme Verlag feiert sein 50jähriges Bestehen.
Ein schweres Unwetter über Düsseldorf und Neuss fordert drei Todesopfer und 13 Schwerverletzte. Hunderte von Menschen werden obdachlos.

11.1.1936
Die erste Arbeitstagung der deutsch-englischen Gesellschaft, die sich der Förderung der wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit und Verständigung widmet, findet in Berlin statt.
Die Bezeichnung „Heeresleitung" wird in Oberkommando des Heeres (OKH) geändert.
Zulassungsverbot für jüdische Steuerberater wird erlassen.
An der abessinischen Nordern kommt es zwischen Italienern und Abessiniern zu erbitterten Kämpfen um die Stadt Makalle. Beide Seiten melden Erfolge.

12.1.1936
Hermann Göring erfährt von Adolf Hitler in einem Glückwunschtelegramm die „herzlichsten Glückwünsche" zu seinem Ge­burtstag. Göring lädt 2.100 Gäste zu einem luxuriösen Galadiner in der Oper ein. Hitler ist an diesem Abend nicht anwesend, weil er sich, wie es hieß, unwohl fühlt. Dieses gesellschaftliche Ereig­nis hat die Öffentlichkeit stark beeindruckt. Die Presse kritisierte die Luxusentfaltung, selbst sein Rivale Joseph Goebbels nimmt die kritischen Reaktionen der Auslandspresse zum Vorwand, Göring anzuschwärzen.
Im Deutschen Reich werden Razzien in Sinti-Siedlungen durchgeführt. Es werden 16 Sinti verhaftet, die mehrere 100.000 Reichsmark Devisen verschoben haben.
Der Reichswirtschaftsminister verbietet den Juden den Handel und Vertrieb von Orden und Ehrenzeichen.
Per Gesetz wird die unerlaubte Einwanderung nach Palästina bzw. deren Begünstigung von der britischen Mandatsregierung in Palästina mit strengen Strafen belegt. 1935 betrug die Zahl der jüdischen Einwanderer 66.500.
Im Neuen Theater in Leipzig wird die Oper "Till Eulenspiegel" von Hans Stieber uraufgeführt.

13.1.1936
Der deutsche Reichsinnenminister, Wilhelm Frick, benennt die Stadt Saarlouis bei einer Feierstunde zur Saargebietsabstimmung in Saarlautern um.
Zwischen Adolf Hitler und Gauleiter Josef Bürckel findet ein Telegrammwechsel anlässlich des Jahrestages der Saarabstimmung statt.
Der Vorsitzende des sowjetischen Rates der Volkskommissare, Wjatscheslaw M. Molotow, fordert eine Erhöhung der sowjetischen Rüstungsausgaben.

14.1.1936
Der Deutschlandsender überträgt erstmals ein Wunschkonzert unter dem Motto: »Sie wünschen - wir spielen, geholfen wird vielen!«
Der deutsche Reichsjuristenführer, Hans Frank, gibt Leitsätze für die deutsche Rechtsprechung bekannt.
In einem Hochverratsprozeß in Wien werden 13 österreichische Nationalsozialisten wegen der Verbreitung illegaler Druckschriften und aufrührerischer Aktionen zu langen Kerkerstrafen verurteilt.
Bei den deutschen Eiskunstlaufmeisterschaften in Garmisch-Partenkirchen gewinnt Ernst Baier den Titel bei den Herren, Viktoria Lintpainter bei den Damen. Maxi Herber/Ernst Baier siegen beim Paarlaufen.

15.1.1936
Zur Erinnerung an die Landtagswahlen in Lippe-Detmold besucht Adolf Hitler die Detmolder Flughallen. In seiner Rede sagt er: „Die kommende Geschichtsschreibung wird, wenn sie den ganzen Gehalt dieser drei Jahre (1933-35) erfassen will, mehr Blätter benötigen als in manchen Zeiten vielleicht zehn, vielleicht zwanzig, fünfzig, oder gar hundert beanspruchen können."
Die japanische Delegation verlässt aus Protest die Flottenkonferenz in London, als ihre Forderung nach voller Parität mit den angelsächsischen Seemächten rundweg abgelehnt worden war.

16.1.1936
In der Berliner Deutschlandhalle fordert der Reichsminister und Stellvertreter des Führers. Rudolf Heß, die Parteigenossen auf, ihre Geschwindigkeit beim Autofahren zu verringern.
Adolf Hitler bespricht mit Joachim von Ribbentrop, Konstantin Freiherr von Neurath u.a. das Danzig-Problem.
Hans Heinrich Lammers, Chef der Reichskanzlei, teilt Hans Frank mit: „Der Führer hat sich auf meinen heutigen Vortrag hin bereit er­klärt, Herrn Reichsminister Dr. Frank das beantragte Bild nachträg­lich zu stiften" Frank musste ausdrücklich um ein Hitler-Foto mit Widmung bitten. Frank erhielt auch nie eine Dotation von Hitler.
In Moskau verkündet der sowjetische Marschall, Michail N. Tuchatschewski, dass die Stärke der Roten Armee 1936 auf 1,3 Millionen Mann gestiegen sei.
Der deutsch-französische Spielfilm "Die klugen Frauen" erlebt in Berlin seine deutsche Erstaufführung. Ebenfalls in Berlin läuft erstmals der Spielfilm "Der Dschungel ruft" mit Harry Piel (auch Regie), Gerda Maurus, Eric Ode und Paul Henckels.

17.1.1936
Auf einer Parteikundgebung der NSDAP des Gaues Groß-Berlin spielt Joseph Goebbels die augenblickliche Butterknappheit herab. Ohne Butter könne man einmal leben, ohne Kanonen dagegen nie. Goebbels schließt sich der Forderung nach Rückgewinnung deut­scher Kolonien an.
Generalversammlung des „Vereins Lehrerheim" im „Deutschen Hof" in Nürnberg. Julius Streicher stellt den formellen Antrag, das Lehrerhaus und damit den „Deutschen Hof" an die NSDAP zu ver­kaufen. Die Versammlung ist einstimmig dafür. Streicher teilt in einem Telegramm dem „Führer" mit: „Im Beisein des Gauleiters Ju­lius Streicher hat heute Abend der Verein Lehrerheim einstimmig und mit freudigem Herzen beschlossen, das Lehrerhaus in Nürnberg zu dem von Reichsschatzmeister Schwarz vorgeschlagenen Bedingungen dem Führer zu übergeben."
Zum Abschluß eines Besuchs in Prag bekräftigt der österreichische Bundeskanzler, Kurt Schuschnigg, nach Gesprächen mit dem tschechoslowakischen Ministerpräsidenten, Milan Hodza, die Übereinstimmung in Fragen der Donauraum-Politik.
Der seit zwei Monaten als verschollen gemeldete Polarflieger Lincoln Ellsworth wird von dem britischen Expeditionsschiff "Discovery 11" in der antarktischen Walfischbay entdeckt und gerettet.
Das deutsche Reichsinstitut für Erziehung und Unterricht beendet die Überarbeitung der deutschen Fibeln und Lesebücher.

18.1.1936
In ganz Österreich verteilt die "Nationalsozialistische Bewegung Österreichs" ein Flugblatt, in dem die Regierung aufgefordert wird, sich einer allgemeinen Volksabstimmung über ihre Politik zu stellen.
Der Hochkommissar des Völkerbunds in Danzig, Sean Lester, wirft der Danziger Regierung die Verletzung der Verfassung im Zusammenhang mit der letzten Volkstagswahl vor.
Der deutsche Reichsärzteführer, Gerhard Wagner, fordert eine Synthese zwischen Medizin und Naturheilkunde.

19.1.1936
Die Olympiastraße zwischen München und Garmisch-Partenkirchen wird vom Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen, Fritz Todt, eröffnet und zur »Reichsmusterstraße« erklärt.
Der deutsche Reichsminister für kirchliche Angelegenheiten, Hanns Kerrl, äußert sich in einem Zeitungsinterview über die Kirche im Deutschen Reich.
120 Parlamentarier der Schweiz haben Carl von Ossietzky für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.
Adolf Hitler sendet ein Telegramm an den schwer erkrankten englischen König Georg V.
Bei einem Bundesappell der Amtswalter der Vaterländischen Front Österreichs in Wien spricht sich deren Bundesführer, Ernst Rüdiger Starhemberg, gegen eine Eingliederung Österreichs in das Deutsche Reich aus.

20.1.1936
In Genf tritt der Völkerbund zusammen. Hauptthema ist der italienisch-abessinische Krieg. Forderungen nach einer Vermittlungsaktion und Entsendung einer Untersuchungskommission finden keine Mehrheit in der Konferenz.
Adolf Hitlers Halbschwester Angela Raubal heiratet den Architekten Professor Martin Hammitzsch. Hitler bleibt den Feierlich­keiten fern, sein Groll über Angela sitzt noch immer tief.
Der britische König Georg V. stirbt in der Nacht zum 21. Der Prince of Wales wird König Eduard VIII.

21.1.1936
Adolf Hitler richtet nach dem Tode von Georg V. ein Beileids-Telegramm an den Thronerben Eduard VIII. und an die Witwe.
Ende Januar 1936 beträgt die Zahl der Arbeitslosen in Österreich 317.200, das sind 17.100 weniger als Ende Januar 1935.

22.1.1936
Der Gauleiter für Mittelfranken, Julius Streicher, propagiert bei einer Ansprache in Nürnberg die Rassentrennung und die Notwendigkeit der Reinhaltung deutschen Blutes.
Adolf Hitler sendet ein Glückwunschtelegramm an den General Karl von Litzmann zu dessen 86. Geburtstag.
Der Danziger Senatspräsident, Arthur Greiser, versichert vor dem Völkerbund, daß die Regierung der Freien Stadt nicht die Absicht habe, sich gegen die Verfassung zu wenden.
In Frankreich tritt das gesamte Kabinett Pierre Laval zurück, nachdem vier Minister ihren Rücktritt angemeldet haben.
In der Preußischen Akademie in Berlin findet eine Ausstellung "Der künstlerische Buchumschlag" statt.

23.1.1936
Der tarifliche Stundenlohn für einen männlichen Facharbeiter liegt Anfang 1936 im Deutschen Reich bei 78,3 Reichspfennig und für weibliche Facharbeiter bei 51,6 Reichspfennig.
Der Leichnam des britischen Königs, Georg V., wird nach London überführt und in der Westminster Hall aufgebahrt.

24.1.1936
Der Völkerbundsrat in Genf entscheidet sich nach tagelangen Auseinandersetzungen gegen eine Überprüfung der Landtagswahlen in Danzig.
Nach dem Rücktritt der Regierung Pierre Laval in Frankreich übernimmt der Radikalsozialist Albert Sarraut die Bildung eines neuen Kabinetts.
In verschiedenen deutschen Städten werden Spielfilme uraufgeführt: In Königsberg der Streifen "Junges Blut", in Berlin die Komödie "Herbstmanöver" mit Hans Söhnker und Susi Lanner und ebenfalls in Berlin der Spielfilm "Donogoo Tonga" mit Anny Ondra, Rudolf Platte, Oskar Sima, Viktor Staal und Aribert Wäscher in den Hauptrollen.

25.1.1936
Die Grüne Woche in Berlin öffnet ihre Tore. Parallel dazu wird die Deutsche Jagdausstellung veranstaltet, in deren Ehrenraum die Jagdtrophäen des deutschen Reichsjägermeisters Hermann Göring ausgestellt sind.
Im „Völkischen Beobachter" wird ein Interview veröffentlicht, das Adolf Hitler der Vertreterin der französischen Zeitung „Paris Soor", Madame Titayna, gewährt hatte. Hitler legt Wert darauf, im Hinblick auf die beabsichtigte Rheinlandbesetzung, in Frankreich eine gute Presse zu haben. Trotzdem betont Hitler den Anspruch auf die Rückgewinnung der Kolonien.
Adolf Hitler spricht bei der Zehnjahresfeier des NSD-Studentenbundes im Zirkus Krone in München. Hitler zitiert den Satz „Deutsch sein heißt klar sein" aus den so genannten „Wandsprüchen" folgenden Inhalts: „Deutsch sein heißt wahr sein. Deutsch sein heißt klar sein."
Der deutsche Dirigent Wilhelm Furtwängler feiert unter großer Anteilnahme von Presse und Politik seinen 50. Geburtstag.

26.1.1936
Zur Sicherung der Fluglinie Großbritannien-Australien setzt die britische Regierung ein Rettungsdampfer in der Timorsee ein.
Bei den Europameisterschaften im Eiskunstlauf siegen die Norwegerin Sonja Henie bei den Damen, der Österreicher Karl Schäfer bei den Herren und die Deutschen Maxi Herber/Ernst Baier im Paarlaufen.

27.1.1936
Das Ehrengericht in Weimar verurteilt eine Landarbeiterin zur strafweisen Entfernung vom Arbeitsplatz. Sie hat die Arbeit auf einem Gutshof verweigert, nachdem ihr Akkordlohn pro Zentner geernteter Rüben von 40 auf 30 Pfennig gesenkt worden war.
Nach der amtlichen Statistik gibt es im Deutschen Reich gegenwärtig 9873 Buchhandlungen mit 38.158 Beschäftigten.
Im Deutschen Reich beginnt der Inventurverkauf.

28.1.1936
Unter der Teilnahme Adolf Hitlers findet in der englischen St.-Georgs-Kirche in Berlin ein Trauergottesdienst für den verstorbenen König Georg V. statt.
Der französische Ingenieur Bernard Dubos legt Pläne für den Bau einer Regenfabrik vor.
Infolge der großen Kältewelle in den Vereinigten Staaten sind die Niagarafälle zugefroren.

29.1.1936
Ein geheimer Lagebericht der Gestapo über die Situation in Berlin berichtet über Aktivitäten des politischen Widerstands in der Reichshauptstadt.
In einer Note des Heiligen Stuhls an die deutsche Reichsregierung wird die amtliche und halbamtliche Durchdringung des gesam­ten Schulungswesens mit dem kirchenfeindlichen antichristlichen Geist (Rosenbergs) beklagt.
Die chilenische Gesandtschaft in Berlin wird aufgrund der guten Beziehungen zwischen der deutschen und der chilenischen Regierung in eine Botschaft umgewandelt.
Die Firma Krupp stiftet 3500 Fackelschäfte für den Transport des olympischen Feuers von Griechenland nach Berlin.
Der italienische Ministerpräsident und Duce, Benito Mussolini, legt in Rom den Grundstein für Europas größte Filmstadt.

30.1.1936
Im Deutschen Reich wird der Jahrestag der nationalsozialistischen Machtübernahme (30. 1. 1933) gefeiert. Die ältesten (30.000) SA-Männer aus dem ganzen Reich, je zwei der ältesten Kämpfer aus jedem SA-Sturm, sind zum Appell im Berliner Lustgarten angetreten. Sie begrüßen Adolf Hitler mit dem Ruf „Führer befiehl, wir folgen!". Adolf Hitler schließt seine Rede mit dem Ruf: „Unser deutsches Reich, unser deutsches Volk und unsere einzige na­tionalsozialistische Bewegung: Siegheil! Siegheil! Siegheil!"
Die Reichsarbeitsgemeinschaft für deutsche Buchwerbung startet einen Werbefeldzug für Lehr- und Fachbücher, der drei Monate dauern soll. Anlaß dafür ist der große Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften in der Industrie, der sich besonders durch die enorme Steigerung der Rüstungsproduktion ergeben hat.
Der Prager Exil-Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands veröffentlicht ein Manifest "Für Deutschland - gegen Adolf Hitler".
Die Rumänen Johann Zamfirescu und Peter Christea gewinnen auf einem Ford die Rallye Monte Carlo.

31.1.1936
Der deutsche Dichter Emil Strauß wird an seinem 70. Geburtstag mit der Goethe-Medaille für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet.
Aus der Reichsschrifttumskammer sind bisher 477 jüdische („Voll-, Halb- oder Vierteljuden") und 4 „jüdisch versippte" Autoren ausgeschlossen worden.
Der italienische Ministerpräsident und Duce, Benito Mussolini, ordnet die Aufhebung der sog. geistigen Sanktionen an, die als Vergeltungsmaßnahme für die Wirtschaftssanktionen gegen Italien ein Aufführungsverbot bestimmter ausländischer Darbietungen beinhalteten.

Die Admiral Graf Spee war ein Panzerschiff der Deutschland-Klasse, das von der deutschen Kriegsmarine während des Spanischen Bürgerkrieges und zu Beginn des II. Weltkrieges eingesetzt wurde.             

Die Heinkel He 111 wurde in den 1930er Jahren als Verkehrsflugzeug für zwei Mann als Besatzung und zehn Passagiere konzipiert und in sehr großen Stückzahlen im Zweiten Weltkrieg als Bomber eingesetzt.             

FEBRUAR 1936

1.2.1936
Der dritte Reichsberufswettkampf der Hitlerjugend (HJ), ein Leistungswettbewerb der in der HJ organisierten Berufsschüler, wird im Berliner Sportpalast von Reichsjugendführer Baldur von Schirach eröffnet.
Die deutsche, nur aus Soldaten bestehende, Springreitermannschaft gewinnt in der Berliner Deutschlandhalle den Großen Preis von Deutschland vor Polen und Italien.
Gleichzeitig in Aachen und Münster wird die preußische Biedermeierkomödie "Der alte Wrangel" von Otto Brües uraufgeführt.

2.2.1936
Die Grüne Woche in Berlin, die am 25. Januar eröffnet wurde, geht zu Ende. 285.000 Menschen besuchten die größte deutsche Landwirtschaftsausstellung, 40.000 mehr als im Vorjahr 1935.
In Paris wird unter dem Vorsitz von Heinrich Mann ein "Komitee zur Vorbereitung der deutschen Volksfront" von Vertretern der KPD, der SPD, der Sozialistischen Arbeiterpartei und der Revolutionären Sozialisten Deutschlands gebildet.
Ein neuer, elektrischer Blutdruckschreiber wird bei der Verbrechensbekämpfung und der psychiatrischen Diagnose verwendet.
In mehreren deutschen Filmtheatern erlebt der US-amerikanische Spielfilm "Anna Karenina" seine deutsche Uraufführung. Der Film wurde 1935 bei der internationalen Filmkunstausstellung in Venedig zum besten Film des Jahres gekürt. Unter der Regie von Clarence Brown spielt Greta Garbo die Hauptrolle.
Beim Skispringen der Nationen in Garmisch-Partenkirchen gewinnt der Schwede Sven Ivan Eriksson vor dem Norweger Birger Ruud und dem US-Amerikaner Roy Mickelsen.

3.2.1936
In Borkenberge/Westfalen wird die erste deutsche Reichssegelflugschule eröffnet. In ihr sollen interessierte Jugendliche auf eine Ausbildung im Flugwesen und in der Luftwaffe vorbereitet werden.
Die Leitung der deutschen Wirtschaftsgruppe Gaststätten und Beherbergungsgewerbe teilt mit, dass für den Eintopfsonntag am 9. Februar der zugunsten des Winterhilfswerks durchgeführt wird, drei Eintopfgerichte für die deutschen Gaststätten vorgeschrieben sind.
Das erste "Filmmuseum der Welt" wird von der UFA in Neubabelsberg bei Potsdam seiner Bestimmung übergeben.
Der deutsche Schriftsteller Thomas Mann nimmt in einem Brief an die "Neue Zürcher Zeitung" die deutschen Emigranten und deren Literatur in Schutz.

4.2.1936
Der Leiter der NSDAP-Landesgruppe Schweiz, Wilhelm Gustloff, wird in seiner Wohnung in Davos von dem Jugoslawen David Frankfurter ermordet.
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler stiftet »für Verdienste um die Deutschland übertragenen Olympischen Spiele« ein deutsches Olympia-Ehrenzeichen.
Lucie Englisch und Elisabeth Flickenschildt sind in dem bayerischen Lustspielfilm "Der ahnungslose Engel" zu sehen, der in München uraufgeführt wird. Regie führte Franz Seitz.

5.2.1936

5.2.1936
Der deutsche Reichspropagandaminister, Joseph Goebbels, verbietet sämtliche Veranstaltungen des Reichsverbandes jüdischer Kulturbünde.
Der Reichsjustizminister ordnet an, daß Einzelaktionen gegen Juden aus Anlaß der Ermordung Gustloffs unbedingt zu unterbleiben haben.
Otto Habsburg-Lothringen erklärt in Paris, daß eine Wiederaufrichtung des Habsburger Thrones in Österreich durchaus denkbar sei.
Der Konstrukteur und Luftfahrtpionier August von Parseval feiert seinen 75. Geburtstag. Er baute 1890- 1892 das erste deutsche Flugzeug und konstruierte 1897 die für militärische Zwecke genutzten Fesselballon.
In den USA wird der Stummfilm "Modern Times" von Charlie Chaplin uraufgeführt.

6.2.1936
In Garmisch-Partenkirchen werden die IV. Olympischen Winterspiele vom Führer und Reichskanzler Adolf Hitler eröffnet. Den olympischen Eid leistet der deutsche Skimeister Willy Bogner.
Der deutsche Zugverkehr durch Polen nach Ostpreußen wird von den polnischen Behörden wegen der deutschen Zahlungsrückstände im Finanzierungsausgleich eingeschränkt. Aufgrund des reduzierten Eisenbahnverkehrs nach Ostpreußen ordnet der deutsche Reichsverkehrsminister, Paul Freiherr Eltz von Rübenach, an, daß eine für das Deutsche Reich beschlossene Transportkostenerhöhung von 5% für diese Strecken zurückgestellt wird.
Die französische Regierung erklärt sich bereit, Rumänien eine Anleihe in Höhe von mehreren Milliarden Francs zu gewähren. Außerdem wollen die Franzosen Waffen an Rumänien und Jugoslawien liefern.

7.2.1936
Das Innenministerium und das Finanzministerium Preußens verfügen eine Beschränkung der Gemeindeausgaben zugunsten des Aufbaus der deutschen Wehrmacht.
Aus dem Berliner Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie werden neue Erfolge in der Zwillingsforschung gemeldet.
Ein Braunschweiger Sondergericht verurteilt einen evangelischen Pfarrer aus Timmerlah zu sechs Monaten Gefängnis, weil dieser seinen Konfirmanden verboten hatte, in den Unterricht mit dem Hitler-Gruß einzutreten.

8.2.1936
Der „Reichsauschuss zum Schutze des deutschen Blutes" wird gegründet; ihm obliegt die Bearbeitung der Anträge von heiratswilligen jüdischen Mischlingen.
Das Danziger Landgericht lehnt eine Klage der sozialdemokratischen Gewerkschaftsorganisation "Allgemeiner Arbeiterverband" gegen die am 17. Dezember 1935 verfügte Auflösung des Verbandes ab. Die Gewerkschaft war verboten worden, weil sie sich kritisch zur Politik der nationalsozialistischen Regierung von Danzig geäußert hatte.

9.2.1936
Der deutsche Reichserziehungsminister, Bernhard Rust, veröffentlicht Richtlinien für die "gesundheitliche" Auslese zum Hochschulstudium, wonach u.a. untauglich ist, wer "dauernde Scheu und Mangel an Willen zu Leibesübungen, körperlicher Härte und Einsatzbereitschaft" an den Tag legt.
In Xanten brandmarkt der Bischof von Münster, Clemens August Graf von Galen, die Kirchenverfolgung. Galen beklagt, dass „treue Kinder der Kirche heute in Deutschland öffentlich und ungestraft verunglimpft, verlästert und verhöhnt" werden.
In Ägypten wird das Wehrpflichtalter von 19 auf 18 Jahre herabgesetzt und auf im Land ansässige Beduinen und Sudanesen ausgedehnt. Das Heer wird um 6000 Mann auf 18 000 Mann verstärkt. Gründe für diese Maßnahmen sind der Einfall Italiens in Abessinien (Äthiopien) und die Lösung Ägyptens vom militärischen "Schutz" Großbritanniens.
Der seit vier Wochen andauernde Generalstreik in Teilen Syriens, der sich gegen die französische Kolonialbesatzung richtet, weitet sich auf das ganze Land aus.
In der Londoner Filmstadt Elstree richtet die bislang größte Brandkatastrophe der britischen Filmindustrie einen Schaden von umgerechnet etwa sechs Millionen Reichsmark (RM) an.

10.2.1936
Der sowjetische Volkskommissar und Vertraute von Regierungschef Josef W. Stalin, Lasar M. Kaganowitsch, sagt bei einem Besuch in Wladiwostok, die Sowjetunion sei gerüstet, um eine Offensive der Japaner abzuwehren.
Das preußische „Gesetz über die Geheime Staatspolizei" wird erlassen, um „alle staatsgefährlichen Bestrebungen im gesamten Staatsgebiet zu erforschen und zu bekämpfen". Für Juden wird ein Waffenverkaufsverbot erlassen. Die Tätigkeit der Gestapo unter­liegt keiner richterlichen Nachprüfung.
Der Chef des SS-Personalamtes, SS-Gruppenführer August Heissmeyer, wird vom Reichserziehungsminister Bernhard Rust mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Inspektors der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten (NAPOLA) beauftragt.
In Essen hält der Archäologe Hans Spethmann einen Vortrag über Ausgrabungen nahe der Stadt Xanten.

11.2.1936
In einem Interview mit dem "Daily Telegraph" äußert sich der österreichische Vizekanzler, Ernst Rüdiger Starhemberg, positiv über eine Habsburger Thronbesteigung in Österreich, sieht für die nächste Zukunft jedoch keine Realisierungsmöglichkeiten in dieser Richtung.
In der Eisen- und Metallindustrie beginnt eine Aktionswoche für „Schönheil der Arbeit". Der Leiter des Amtes „Schönheit der Arbeit", Albert Speer, fordert in einem Aufruf: „Schafft helle, gesunde Arbeitsplätze! Sorgt für gute Beleuchtung, Belüftung und Entstaubung, bekämpfl überflüssigen Lärm! Sorgt für Sauberkeit und Ordnung, bringt Licht, Luft und Sonne an den Arbeitsplatz!"

12.2.1936
In Schwerin findet die Trauerfeier für den ermordeten Landesgruppenleiter Schweiz der NSDAP, Wilhelm Gustloff, in Anwesenheit Adolf Hitlers statt. Hitler hält an der Bahre Gustlotfs eine Rede.
Gegenüber seinem Wehrmachtsadjutanten Major Friedrich Hoßbach spricht Adolf Hitler vertraulich davon, dass Deutschland die ent­militarisierte Zone des Rheinlands bald wieder besetzen werde.
Nach einem Bericht der US-amerikanischen Regierung ist die Zahl der Lynchmorde in den USA von 15 im Jahr 1934 auf 20 im Jahr 1935 gestiegen.
In Mailand wird die Oper "Il Campiello" von Ermanno Wolf-Ferrari uraufgeführt.

13.2.1936
In einer Anweisung des deutschen Propagandaministeriums an die deutsche Presse wird Reklame für Charlie Chaplin als "absolut unerwünscht" bezeichnet.
Reichskriegsminister Generaloberst Werner von Blomberg wird von Adolf Hitler informiert, dass Deutschland das Rheinland besetzen werde.
Die französische Regierung ordnet die Auflösung der rechtsradikalen Organisation "Action Française" an.
Der britische Außenminister, Anthony Eden, betont im Unterhaus die Souveränitätsrechte Großbritanniens über die Falklandinseln. Er weist darauf hin, dass es unzulässig sei, wenn Argentinien auf seinen Briefmarken die Falklandinseln als eigenes Territorium darstelle.
Der von Carl Lamac gedrehte Spielfilm "Der schüchterne Casanova" mit Fita Benkhoff und Adele Sandrock wird in Berlin uraufgeführt.

14.2.1936
Der Führer und Reichskanzler, Adolf Hitler, spricht mit dem deutschen Botschafter in Rom, Ulrich von Hassell, über die von Italien erhoffte politische Rückendeckung bei der geplanten militärischen Besetzung des Rheinlandes.
Nach Aussage des Befehlshabers der deutschen Polizei, SS-Gruppenführer Kurt Daluege, sind fast alle maßgebenden Stellen bei der Polizei mit NS-Parteigenossen besetzt.

15.2.1936

15.2.1936
In Berlin wird die Internationale Automobil- und Motorrad-Ausstellung vom Führer und Reichskanzler Adolf Hitler eröffnet.
Zwischen dem Deutschen Reich und den USA wird ein Abkommen unterzeichnet, das Versuchsflüge über den Atlantik vorsieht, um eine regelmäßige Luftlinie über den Ozean einzurichten.
In Abessinien (Äthiopien) gewinnen die italienischen Invasionstruppen nach fünftägigen Kämpfen die "Schlacht von Enderta" und zwingen die Abessinier zur Aufgabe der stark befestigten Stellungen am Bergmassiv Ambar Aradam.

16.2.1936
Bei den Parlamentswahlen in Spanien siegt die Volksfront der Linksparteien.
In Paris findet eine Protestkundgebung gegen den Überfall auf den französischen Sozialistenführer, Leon Blum, statt. An der Veranstaltung, zu der die Volksfrontparteien (Kommunisten, Sozialisten und Liberale) aufgerufen haben, nehmen nach Polizeiberichten 200.000 Menschen teil.
In Berlin hat der Spielfilm "Der Kurier des Zaren" mit Adolf Wohlbrück und Theo Lingen Uraufführung, Regie führte Richard Eichberg.
In New York kommt es zu schweren Zusammenstößen zwischen der Polizei und 12 000 Arbeitslosen. Die Arbeitslosen wollten einen Protestmarsch durchführen, der allerdings "wegen des angeblich zu stark verschneiten Zustandes der Straßen" verboten wurde. 100 Personen werden verletzt, 13 Führer des Umzuges wegen "unordentlichen Betragens" vorübergehend von der Polizei festgenommen.
Mit der Schlußfeier in Garmisch-Partenkirchen werden
die IV. Olympischen Winterspiele 1936 beendet.




















































17.2.1936
Der Völkerbund begrenzt die legale Jahresproduktion an Rauschgiften auf 35 t.
Die Neufassung von Werner Egks "Zaubergeige" wird in der Berliner Staatsoper uraufgeführt. Die Inszenierung übernahm Rudolf Hartmann.

18.2.1936
Auf Anordnung des deutschen Propagandaministers, Joseph Goebbels, müssen nun auch kirchenamtliche Blätter einen Schriftleiter benennen, sofern sie politische Stellungnahmen veröffentlichen.
Robert Ley äußert sich in einer Rede über ein geplantes „Riesen­seebad" auf Rügen: „Die Idee dieses Seebades ist vom Führer selbst ... Die Arbeiter würden sich in den vorhandenen Bäder nicht restlos wohl fühlen ... Dies waren die Gründe, weshalb mir der Führer den Auftrag gab, ein eigenes Kraft-durch-Freude-Seebad zu schaffen, das das Gewaltigste und Größte von allem bisher Dagewesenen werden müsse. Der Führer gab auch gleichzeitig an, dass das Bad 20.000 Betten haben müsse...."
Der Schweizer Bundesrat verbietet die Landesleitung und die Kreisleitungen der NSDAP in der Schweiz.
Im Zug der polnischen Agrarreform sollen 7450 ha polnischer und 8744 ha deutscher Grundbesitz enteignet und auf landwirtschaftliche Kleinbetriebe aufgeteilt werden, um deren Existenz zu sichern.
In Düsseldorf werden Verkehrssünder erstmals mit versteckten Kameras fotografiert.
Der deutsche Spielfilm "Der Raub der Sabinerinnen" (Regie: Robert Adolf Stemmle) mit Grethe Weiser hat in Leipzig Uraufführung.

19.2.1936
Adolf Hitler erörtert mit Ulrich von Hassell Italiens vermutliche Haltung im Falle eines Bruches des Locarnovertrages durch das Deutsche Reich.
In Spanien wird der Führer der Republikanischen Linken, Manuel Azaña mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt.
Zum neuen Flüchtlingskommissar des Völkerbunds nach dem Rücktritt von James MacDonald (31. 12. 1935) wird der britische Generalmajor Neill Malcolm ernannt.

20.2.1936
Das deutsche Propagandaministerium fordert in einem Runderlaß alle Reichsministerien, Berufsorganisationen, Sportverbände und Wirtschaftsunternehmen auf, Einladungen an die Presse nur nach Rücksprache mit den zuständigen Stellen im Propagandaministerium ergehen zu lassen.
Im Rheinland und in Westfalen verhaftet die Geheime Staatspolizei (Gestapo) zahlreiche Geistliche und Laienführer des Katholischen Jungmännerverbandes, die zusammen mit kommunistischen Organisationen "hochverräterische Unternehmen" geplant haben sollen.

21.2.1936
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler betont in einem Interview mit Bertrand de Jouvenel für die "Paris Midi" über die deutsch-französischen Beziehungen: „…daß er im Namen des gesamten deutschen Volkes spreche, wenn er Frankreich gegenüber erkläre, daß Frankreich, wenn es nur wolle, für immer jener angeblichen deutschen Gefahr ein Ende bereiten könne, weil das deutsche Volk vollstes Vertrauen zu seinem Führer habe und dieser Führer die Freundschaft mit Frankreich wünsche."
Unter der Leitung des Reichsleiters der Deutschen Arbeitsfront, Robert Ley, werden in Köln die ersten 30 von insgesamt 500 jungen Männern ausgewählt, die an den Schulungskursen in den neuen NSDAP-Ordensburgen teilnehmen sollen. Neben körperlicher Gesundheit und rassischer Reinheit müssen die Anwärter aktive Mitarbeit in der NSDAP nachweisen können.
Die Verzögerung der Amnestie für alle politischen Gefangenen in Spanien, die von der neuen Regierung versprochen wurde, führt in vielen Teilen des Landes zu Ausschreitungen und Gewalttaten. In einigen Städten, so in Alicante und Murcia, wird das Kriegsrecht verhängt.
In der Sowjetunion wird der zweite Fünfjahresplan verabschiedet. Im Jahr 1936 soll die Produktion von Gebrauchsgütern wie Grammophonen, Fahrrädern und Radioapparaten erhöht werden.
Der Dirigent Karl Böhm, bislang in Hamburg tätig, übernimmt die Leitung der Dresdener Oper.

22.2.1936
Der deutsche Reichsärzteführer, Gerhard Wagner, verfügt Einschränkungen für die Tätigkeit jüdischer Ärzte. Danach dürfen Patienten nicht von arischen zu jüdischen Ärzten überwiesen werden.
Das spanische Parlament verabschiedet die Amnestieverordnung für alle politischen und sozialen Häftlinge. Damit wird die Freilassung der seit 1934 eingesperrten Arbeiter ermöglicht, die an dem Aufstand in Asturien gegen die damalige Regierung beteiligt gewesen sind.
Die vierte evangelische Bekenntnissynode in Bad Oeynhausen endet mit der Spaltung der im Widerstand zum NS-Regime stehenden Bekennenden Kirche.

23.2.1936
Die ägyptische Regierung stellt hunderttausend ägyptische Pfund für Verteidigungsanlagen an der ägyptisch-libyschen Grenze bereit, um das Land gegen den italienischen Expansionsdrang abzusichern.
In einem Fußballänderspiel in Barcelona gewinnt die deutsche Nationalmannschaft gegen Spanien 2:1. Der Wormser Josef Fath schießt beide Tore für die deutsche Elf.

24.2.1936
Zur Parteigründungsfeier spricht Adolf Hitler im Münchner Hofbräuhaus-Festsaal. Um „die körperliche Ertüchtigung des deutschen Volkes" zu stärken, ordnet Adolf Hitler „eine Leistungsprüfung aller SA-Führer für den Herbst" an.
Der britische Außenminister, Anthony Eden, widerspricht der verbreiteten Ansicht, dass die wirtschaftlichen Sanktionen gegen Italien wirkungslos seien, und weist auf den Kaufkraftverlust Italiens hin, der es Italien bald unmöglich machen werde, Einkäufe im Ausland zu tätigen.
Bei den diesjährigen Rosenmontagszügen im Deutschen Reich genießt die Kleidung des "Negus", Kaiser Haile Selassie I. von Abessinien (Äthiopien), als Faschingskostüm besondere Beliebtheit.

25.2.1936
Die Reichsleitung des deutschen Arbeitsdienstes gibt die von der Einberufung zum Reichsarbeitsdienst am 1. April 1936 betroffenen Personengruppen bekannt.
Die deutschen Brauereien, die Bier in Leihflaschen absetzen, müssen ab sofort einen Flaschenpfand von mindestens zehn Reichspfennig erheben, um einen Anreiz für die Flaschenrückgabe zu schaffen.

26.2.1936
In Tokio verüben junge Offiziere nach dem Wahlsieg der Liberalen einen Militärputsch.

27.2.1936
Das deutsche Verkehrsluftschiff LZ 129 wird auf der Friedrichshafener Werft der Öffentlichkeit vorgestellt.
Adolf Hitler hält Ansprachen beim Empfang des neu ernannten chinesischen Botschafters Tien-Fong-Cheng und des neuen mexi­kanischen Gesandten Dr. Almazan in der Reichskanzlei in Berlin.
Am gleichen Tag stattet Adolf Hitler erneut der Automobilausstellung einen Besuch ab. In einer Unterredung mit Automobilfabrikanten erklärt er: "Jetzt ist die deutsche Automobilindustrie wieder auf der Höhe."
Der französische Ministerrat beschließt, trotz der im Locarno-Vertrag vorgesehenen Möglichkeit allein zu handeln, im Falle einer deutschen Intervention im Rheinland keine „isolierte Aktion" zu unternehmen. Damit war die „Schlacht" - eine wirklich militärische hätte es ohnehin nicht gegeben - schon verloren, bevor sie überhaupt begonnen hatte.

28.2.1936
Adolf Hitler empfängt Gustaf Gründgens, den Intendanten des staatlichen Schauspielhauses, in der Reichskanzlei. Außerdem hat er an diesem Tag eine Unterredung mit dem afghanischen Außenminister Sidar Faiz Muhammed Kahn.
Der deutsche Reichserziehungsminister, Bernhard Rust, bemängelt in Berlin bei einer Rede vor Gruppenleitern des Reichsleistungskampfes der Studierenden, dass "die Hochschule noch kein geschlossenes Bild der nationalsozialistischen Bewegung zeigt, während die Arbeiterschaft im Vertrauen dem Führer folgt".
In Madrid werden auf Anordnung der Regierung sämtliche Parteilokale der faschistischen Falange von der Polizei geschlossen.
Die Abordnung Italiens bei der Londoner Flottenkonferenz gibt bekannt, dass Italien nicht bereit sei, ein Abrüstungsabkommen zu unterzeichnen, solange die Sanktionen gegen Italien (wegen des Abessinienkrieges) aufrechterhalten würden.
Die Zahl der Arbeitslosen im Deutschen Reich beträgt im Februar 2.516.000.

29.2.1936
Auf der 5. Ausbürgerungsliste steht u.a. der Schriftsteller Arnold Zweig, der nach Palästina emigriert, der Schauspieler Wolfgang Langhoff, Verfasser des KZ-Berichts „Die Moorsoldaten", und der SPD-Politiker Kurt Schumacher.
Der US-amerikanische Kongress verabschiedet das zweite Neutralitätsgesetz. Das erste Neutralitätsgesetz aus dem Jahr 1935 wird damit bis zum Mai 1937 verlängert. Danach dürfen u.a. keine Kredite oder Anleihen an kriegführende Staaten gegeben werden.
Der tschechoslowakische Staatspräsident, Eduard Benes enthebt Ministerpräsident Milan Hodza seines Amtes als Außenminister. Nachfolger wird der Geschichtsprofessor Kamill Krofta.
Aus Österreich wird ein Anstieg des Kraftfahrzeugbestandes gemeldet. Am 1. Februar 1936 waren 94.800 Fahrzeuge in Österreich angemeldet gegenüber 78 500 im gleichen Monat des Jahres 1935. Das entspricht einer Zunahme von 20,7%.
In Italien müssen dem Benzin zukünftig 20% Alkohol beigemischt werden, um die Abhängigkeit von Treibstoffeinfuhren zu vermindern.

Der Zeppelin LZ 129 "Hindenburg", benannt nach dem deutschen Reichspräsidenten Paul von Hinden- burg, war neben seinem Schwesterschiff LZ 130 eines der beiden größten jemals gebauten Luftfahrzeuge und führte das Kennzeichen D-LZ129. Die Jungfern- fahrt des Luftschiffes war im März 1936. Chefkon- strukteur des LZ 129 war Ludwig Dürr. Der 36eckige Schiffskörper hatte eine Länge von 245,0 m. Der größte Durchmesser betrug 41,2 m und das Dienst- gewicht durchschnittlich etwa 215 t. Die Innen- ausstattung stammte vom deutschen Architekten Fritz de Groot, der diese mit seinem Mitarbeiter Cäsar F. Pinnau entworfen hatte. Für die Passagiere standen anfangs 25 Schlafkabinen mit 50 Betten, nach der Erweiterung im Winter 1936/37 72 Betten zur Verfügung. Am 6. Mai 1937 wurde es bei der Landung in Lakehurst (New Jersey, USA) zerstört, als sich die Wasserstofffüllung entzündete. 35 Menschen und ein Mitglied der Bodenmannschaft kamen ums Leben.               

die sozialen Errungenschaften im Deutschen Reich waren einzigartig und es gab auf der ganzen Welt nichts Vergleichbares

Wjatscheslaw M. Molotow

Seán Lester

Dr. Gerhard Wagner

Der britische König Georg V.

König Eduard VIII.

Wilhelm Furtwängler

Emil Strauß

Wilhelm Gustloff

David Frankfurter

Otto Habsburg-Lothringen

Freiherr Eltz von Rübenach

Ulrich von Hassell

Sie können die einzelnen Bilder anklicken und die detailierten Ereignnisse dieser Zeit in der großen Chronik von 1933-45 nachlesen

Adolf Hitler beschrieb den Nationalsozialismus als die politische Lehre von der Volksgemeinschaft. Nationalismus verstand er dabei als die Hingabe des Individuums für dessen Volksgemeinschaft, den Sozia- lismus als Verantwortung der Volksgemeinschaft für das Individuum.             

"Jugend der Welt" - Ein Filmbericht ueber die Winterolympiade 1936 in Garmisch-Partenkirchen. Mit 28 teilnehmenden Nationen wurde in Garmisch-Partenkirchen ein neuer Teilnehmerrekord aufgestellt. 1936 wurden zum ersten Mal alpine Skirennen als Disziplin veranstaltet.