Chronik des Nationalsozialismus Januar / Februar 1937

JANUAR 1937

1.1.1937
Mit Botschaften zum neuen Jahr wendet sich die nationalsozialistische Führung an die deutsche Bevölkerung. Der preußische Ministerpräsident Hermann Göring verkündet für 1937 die Parole »äußerste Kraft voraus«.
Im Deutschen Reich tritt eine Verordnung des Wirtschaftsministeriums in Kraft, wonach die Benutzung von nichtrostendem Stahl für die Herstellung bestimmter Artikel verboten wird. Dadurch soll die Versorgung der Rüstungsindustrie mit Stahl gesichert werden.
Adolf Hitler richtet anlässlich des Ablebens des ihm sympathischen Erzherzogs Friedrich Maria Albrecht von Österreich-Ungarn, Feldmarschall der österreichisch-ungarischen und der preußischen Armee, der in Budapest gestorben war, ein Beileidstelegramm an dessen Sohn.
Staatskommissar Julius Lippert wird Stadtpräsident und Ober­bürgermeister von Berlin.
Die bayrische Landesregierung beginnt mit der Entlassung von Lehrern, die einem christlichen Orden angehören, weil bei ihnen eine dem nationalsozialistischen Verständnis entsprechende Lehrtätigkeit nicht gewährleistet sei.

2.1.1937
Der spanische Dampfer »Sotona« wird vor der spanischen Küste von dem deutschen Kreuzer »Königsberg« beschossen. Ebenfalls in den spanischen Hoheitsgewässern wird das spanische Schiff »Aragon« als Reaktion auf die Beschlagnahme des deutschen Dampfers »Palos« durch spanische Regierungsschiffe von dem Schlachtschiff »Admiral Graf Spee« aufgebracht.
In Rom unterzeichnen der britische Botschafter Eric Drummond und der italienische Außenminister Galeazzo Graf Ciano ein Abkommen der beiden Staaten (sog. Gentlemen's Agreement), das im Mittelmeer den Status quo aufrechterhalten und die Freiheit der internationalen Verkehrswege sichern soll.

3.1.1937
Westlich der spanischen Hauptstadt Madrid beginnt eine Großoffensive der faschistischen Truppen gegen die Orte Las Rozas, Majadahonda und Remisa.
Adolf Hitler sendet Glückwunschtelegramme an die Redak­teure Wilhelm Wein, Hauptschriftleiter, und Josef Berchtold, stellvertretender Hauptschriftleiter, die auf eine zehnjährige Tätigkeit beim „Völkischen Beobachter" zurückblicken können.
Der Senat der Universität der polnischen Stadt Wilna schließt die Hochschule für den Rest des Semesters, er reagiert damit auf die Weigerung nationalsozialistischer Studenten, ihre Angriffe gegen jüdische Studenten einzustellen. Die Nationalsozialisten hatten verlangt, dass jüdische Kommilitonen nur auf bestimmten Bänken der Hörsäle Platz nehmen dürften.

4.1.1937
Der britische König Georg VI. beschließt, zu seinen Krönungsfeierlichkeiten am 12. Mai 1937 keine "Negerfürsten" einzuladen.
In New York erscheint die amtliche Tennisrangliste der USA. Bei den Herren führt Donald Budge, bei den Damen Alice Marble.

5.1.1937
Der Admiral der deutschen Seestreitkräfte in den spanischen Gewässern, Hermann von Fischel, fordert von der spanischen Regierung in Valencia bis zum 8. Januar die Auslieferung der Passagiere und der restlichen Ladung des von Regierungsschiffen aufgebrachten Dampfers »Palos«; andernfalls würden die von der deutschen Flotte aufgebrachten Schiffe »Aragon« und »Maria Juquera« den Nationalisten übergeben.
In London tritt ein Unterausschuß des Nichteinmischungsausschusses zusammen, um über einen Überwachungsplan für die Nichteinmischung in den Spanischen Bürgerkrieg zu beraten.
Die Leitung der deutschen Wirtschaftsgruppe Einzelhandel untersagt Werbung für Speisefette. Damit soll die Nachfrage nach diesen knappen Lebensmitteln reduziert werden.
Die deutsche Reichskreditgesellschaft veröffentlicht ihren üblichen Bericht über die Lage der deutschen Wirtschaft zur Jahreswende. Als Hauptproblem sieht sie den Ausgleich zwischen den vielen zu bewältigenden Aufgaben und den begrenzt verfügbaren Kapazitäten.
Adolf Hitler sendet ein Beileidstelegramm an die Witwe des am Vortage gestorbenen Admirals Paul Behncke, der wesentlich zum Neuaufbau der Reichsmarine beigetragen hat.
Adolf Hitler ernennt den Staatskommissar Julius Lippert zum Oberbürgermeister und Stadtpräsident von Berlin.
Für die Schulungsarbeit der NSDAP wird von der Reichsleitung die Arbeitsgemeinschaft für deutsche Volkskunde gegründet.

6.1.1937
Eine Verordnung des deutschen Reichsluftfahrtministeriums verbietet das Überfliegen eines Bezirkes zwischen der Oder und der polnischen Grenze. Die Einrichtung des Luftsperrbezirkes steht im Zusammenhang mit der Errichtung von deutschen Befestigungen an der polnischen Grenze.
Aus einer Meldung der „Frankfurter Zeitung" über die Darstellung der Familie in der bildenden Kunst: „Wie die Reichskammer der bil­denden Künste mitteilt, hat das Rassenpolitische Amt der NSDAP die Bemerkung gemacht, dass in der Öffentlichkeit vielfach Darstellungen aus unserer Zeit auftauchen, die bildlich oder sinnbildlich die deutsche Familie bedauerlicherweise noch mit einem oder zwei Kinder zeigten. Der Nationalsozialismus bekämpft mit Nachdruck das Zwei-Kinder-System, da es das deutsche Volk unrettbar dem Untergang zuführe. Er vertrete die Forderung nach mindestens vier Kinder in jeder Familie ... Wo immer die künstlerische Notwendigkeit es erlauben ... solle auch der bildende Künstler... im Rahmen der künstlerischen Gestaltungsmöglichkeiten wenigstens vier deutsche Kinder zu zeigen, wenn eine Familie' dargestellt werde."
Der US-amerikanische Kongress verabschiedet in Washington eine Resolution, die jegliche Waffen- und Munitionslieferungen nach Spanien verbietet.

7.1.1937
In Den Haag findet die Trauung von Prinzessin Juliana der Niederlande mit Prinz Bernhard von Lippe-Biesterfeld statt.
Adolf Hitler sendet 50 Soldaten zur Rettung von Bergsteigern, die an der Watzmann-Ostwand in Bergnot geraten sind. Am gleichen Tag empfängt er den englischen Zeitungsverleger Lord Rolhermere auf dem Obersalzberg.
Eine Untersuchung des Berliner Konjunkturinstitutes über die Rohstofflage im Deutschen Reich kommt zu dem Ergebnis, dass eine Autarkie im Bereich der landwirtschaftlichen Rohstoffe unmöglich sei.

8.1.1937
In der internationalen Presse erscheinen Berichte über eine seit zwei Wochen erfolgende Landung von deutschen Einheiten in Spanisch-Marokko. Danach ankern in der Hafenstadt Melilla drei deutsche Torpedobootzerstörer und mehrere Unterseeboote.

9.1.1937
"Zur Reinhaltung der italienischen Rasse" verfügt die italienische Regierung ein Verbot des Geschlechtsverkehrs zwischen Weißen und Farbigen in Abessinien (Äthiopien).
Der sowjetische Politiker Leo D. Trotzki, der aus seinem bisherigen Asylland Norwegen ausgewiesen worden ist, trifft in Tampico, Mexiko, ein.

10.1.1937
Die britische Regierung übermittelt den Regierungen des Deutschen Reichs, Italiens, Spaniens, Portugals und der Sowjetunion einen Plan für Grenzkontrollen in Spanien zur Verhinderung der Einreise von freiwilligen Kämpfern. Außerdem verkündet die Regierung in London einen Beschluß, der es britischen Staatsbürgern grundsätzlich verbietet, in ausländische Armeen einzutreten.
In Pozuelo del Rey bei Madrid nimmt der "Deutsche Freiheitssender 29,8" der KPD seine Arbeit auf.
General Mario Roatta wird Oberbefehlshaber der italienischen Truppen die in Spanien auf der Seite von Francisco Franco Bahamonde kämpfen.
Mit der Eröffnung der Teilstrecke Magdeburg- Helmstedt wird die Gesamtstrecke der Autobahn Berlin- Hannover (rund 225 km) dem Verkehr übergeben.

11.1.1937
Auf dem Neujahrsempfang des diplomatischen Korps in Berlin versichern der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler und der französische Botschafter in Berlin, André François-Poncet, daß weder das Deutsche Reich noch Frankreich die Absicht hätten, die territoriale Integrität Spanisch-Marokkos zu verletzen. Hitler reagiert damit auf Meldungen, daß deutsche Truppen in Spanisch-Marokko gelandet seien.
Bei Madrid beginnt nach Anfangserfolgen der nationalspanischen Angreifer die Gegenoffensive der Regierungstruppen.
Die Zahl der Arbeiter der General Motors Co., die streiken, ist innerhalb der vergangenen Woche auf 112.000 gestiegen.

12.1.1937
Vor der britischen Untersuchungskommission zur Bereinigung der Lage in Palästina wendet sich der Großmufti von Jerusalem, Muhammad Amin Al Husaini, gegen die britische Palästina-Politik.
Bei einer Umfrage des Duisburger Stadttheaters unter 2700 13- bis 14jährigen Schülern ergibt sich, dass das Kino an erster Stelle der Beliebtheitsskala steht.
Der türkische Außenminister Tevfik Rüschtü Aras äußert vor Pressevertretern in Ankara, dass die territoriale Zugehörigkeit des nordsyrischen Sandschak für die Türkei eine Frage der Ehre und des Lebens der Nation sei. Bezüglich des Sandschak gibt es heftige Auseinandersetzungen zwischen der Türkei einerseits und den syrischen Arabern und der französischen Regierung andererseits.
In Berlin werden zwei Spielfilme von Carl Lamac uraufgeführt: In der Komödie "Ein Mädel vom Ballett" spielen u.a. Anny Ondra und Victor Staal, in "Der Hund von Baskerville" Erich Ponto und Peter Voss.

13.1.1937
Der deutsche Reichserziehungsminister Bernhard Rust verfügt in einem Erlaß, dass Abiturientinnen, die das 17. Lebensjahr vollendet haben und studieren wollen, künftig vor Beginn des Studiums am Arbeitsdienst teilnehmen müssen.
Der Krupp-Konzern in Essen veröffentlicht seine Bilanz für das Geschäftsjahr 1935/36. Erstmals seit 14 Jahren wird wieder eine Dividende gezahlt.

14.1.1937
Der NSDAP-Gauleiter Adolf Wagner beruft den Vorsitzenden der Reichskammer der bildenden Künste, Adolf Ziegler, sowie Joseph Wackerle und Konrad Hommel als Sachverständige für die "Große deutsche Kunstausstellung 1937 im Haus der deutschen Kunst zu München".
In München beginnt der "Internationale Karnevalskongress 1937", der bis zum 17. Januar dauert.
In München wird die Komödie "Der irrende, wirrende Liebesbrief" von Eduard Stucken uraufgeführt.

15.1.1937
Der Reichsführer der Schutzstaffel (SS) und Chef der deutschen Polizei, Heinrich Himmler, nennt anlässlich des "Tages der Polizei" in einer Rundfunkansprache die Reduzierung der Verkehrsunfälle sowie die Bekämpfung der Homosexuellen und der Abtreibung als wichtigste Ziele der Polizei.
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler genehmigt die Errichtung von sog. Adolf-Hitler-Schulen zur Erziehung der nationalsozialistischen Elite.
In Berlin werden zwei deutsche Spielfilme uraufgeführt: "Ritt in die Freiheit" von Karl Hartl mit Willy Birgel sowie "Und Du, mein Schatz, fährst mit" (Regie Georg Jacoby) mit Marika Rökk, Hans Söhnker, Paul Hoffmann und Oskar Sima.
Vor Madrid scheitert die zweite Großoffensive der faschistischen Truppen. Damit ist die Winterschlacht um Madrid beendet.
Die französische Deputiertenkammer in Paris verabschiedet ein Gesetz, das die Anwerbung von Freiwilligen für den Spanischen Bürgerkrieg in Frankreich verbietet.

16.1.1937
Auf dem Gelände der Weltausstellung 1937 (24. 5.- 25. 11.) in Paris legt der deutsche Botschaftsrat Dietrich Forster den Grundstein für das deutsche Haus.

17.1.1937
Papst Pius XI. empfängt in Rom eine Abordnung deutscher Bischöfe. Das Gespräch dreht sich vor allem um die fortwährenden Repressalien gegen die katholische Kirche im Deutschen Reich.
Bei den deutschen Eiskunstlaufmeisterschaften in Hamburg wird Ernst Baier Meister bei den Herren, Lydia Veicht bei den Damen und Eva Prawitz/Herbert Weiß holen sich den Titel im Paarlaufen.

18.1.1937
Der deutsche Militärattaché in Prag lehnt es ab, sich durch eine Besichtigung der tschechoslowakischen Flugplätze davon zu überzeugen, dass es in der Tschechoslowakei keine sowjetischen Luftstützpunkte gibt.

19.1.1937
Unter dem Patronat des österreichischen Innenministers und "Vertrauensmanns" der NSDAP, Edmund Glaise-Horstenau, wird in Graz der "Ostmärkische Volksverein" gegründet.
Unter Beteiligung deutscher Geldgeber wird in Mailand eine Bergbaugesellschaft für Italienisch-Ostafrika gegründet.
Auf der ersten Sitzung des britischen Unterhauses in London nach den Weihnachtsferien gibt Großbritanniens Außenminister Anthony Eden einen Überblick über die internationale Lage. Er erklärt, Deutschland müsse nach seinen Taten, nicht nach seinen Reden beurteilt werden.

20.1.1937
Unterredung des Reichsministers des Auswärtigen Amts, Frhr. von Neurath mit dem Polnischen Außenminister Beck über die Notwendigkeit, für eine Reihe von wirtschaftlich-technischen Fragen rechtzeitige Verabredungen zu treffen.
Bei einem Presseempfang auf Capri hebt Hermann Göring die Friedensbedeutung der Achse Berlin-Rom hervor.
Der Generalsekretär der österreichischen Vaterländischen Front, Guido Zernatto, wendet sich in einer Veröffentlichung gegen Vereinsbildungen, die politisch motiviert sind. Zernatto betont, dass die innerpolitische Befriedung nur gelingen könne, wenn sich alle Kräfte in der Vaterländischen Front engagierten.
Zu Beginn seiner zweiten Amtsperiode als Präsident der Vereinigten Staaten hält Franklin Delano Roosevelt vor dem Parlament in Washington seine Antrittsrede, in der er ein weitgestecktes sozialpolitisches Programm ankündigt.

21.1.1937
Die bulgarische Regierung verbietet die beiden deutschen Emigrantenzeitschriften "Pariser Tageszeitung" und "Neuer Vorwärts", was als Freundschaftsgeste gegenüber dem Hitler-Regime verstanden wird.
Die Öffentlichkeit wird informiert, dass der Führer die Beantwortung der Unterhausrede des englischen Außenministers Anthony Eden vom 19. Januar, soweit sie auf Deutschland Bezug habe, selbst vorbehalten habe.
Die Staatsschauspieler Gustaf Gründgens und Emil Jannings sowie der Regisseur Willi Forst werden Aufsichtsratsmitglieder der Filmgesellschaft Tobis-Tonbild-Syndikat, die auf Betreiben des deutschen Propagandaministeriums die Verleihfirmen Europa, Rota und Syndikat aufgekauft hat.

22.1.1937
Die deutschen Bischöfe geben eine Erklärung heraus, in der sie sich gegen die Beseitigung der Bekenntnisschule wenden.
In Berlin hat der deutsche Spielfilm "Seine Tochter ist der Peter" Premiere. Unter der Regie von Heinz Helbig spielen Karl Ludwig Diehl, Paul Hörbiger, Maria Andergast und Olga Tschechowa die Hauptrollen.

23.1.1937
Die japanische Regierung unter Ministerpräsident Koki Hirota tritt zurück.
Gleichzeitig in Berlin und Stuttgart wird die Oper "Rembrandt van Rijn" von Paul von Klenau uraufgeführt.

24.1.1937
Der tschechoslowakische Ministerpräsident Milan Hodza wendet sich in einer Rundfunkansprache in Prag gegen die Autonomieforderungen der Sudetendeutschen Partei und befürwortet eine demokratische Handhabung des Minderheitenproblems in der ÇSR.
Der "Neue Vorwärts" in Prag veröffentlicht eine Liste mit 51 Sozialdemokraten, die von den Nationalsozialisten mit hohen Zuchthausstrafen belegt worden sind.
Die Türkei und Frankreich vereinbaren Bedingungen zur Beilegung des Sandschak-Konfliktes. Für das zwischen Syrien und der Türkei strittige Gebiet ist eine weitgehende Autonomie vorgesehen.
In Belgrad wird zwischen Bulgarien und Jugoslawien ein Freundschaftsvertrag von Vertretern der beiden Staaten unterzeichnet.
Auf Beschluß der tschechoslowakischen Regierung soll mit dem Bau einer Untergrundbahn in Prag begonnen werden.

25.1.1937
In gleichlautenden Antwortnoten zu den Vorschlägen der britischen Regierung bezüglich der Freiwilligenfrage im Spanischen Bürgerkrieg erklären sich Italien und das Deutsche Reich mit einem Verbot der Freiwilligenentsendung und -anwerbung einverstanden.
Durch die „Verordnung über den Handel mit Vieh" erhalten jüdische Viehhändler Berufsverbot und Beschränkungen.
In einer offiziellen Erklärung weist der sowjetische Politiker Leo D. Trotzki, der sich im mexikanischen Exil befindet, die Anklagen, die gegen ihn und 17 andere Politiker in einem Moskauer Schauprozeß gerichtet werden, mit Entschiedenheit zurück.
Im Deutschen Reich beginnt der Winterschlußverkauf. Er wird bis zum 6. Februar durchgeführt.

26.1.1937
Die deutsche Regierung verabschiedet ein neues einheitliches Beamtengesetz und eine neue Reichsdienststrafordnung. Ebenfalls beschlossen wird ein neues Aktiengesetz, das die großen Gesellschaften stärkt und den Vorständen mehr Befugnisse gibt.
Der deutsche Architekt Walter Gropius übernimmt den Lehrstuhl für Architektur an der Harvard-Universität in Cambridge in den USA.
In einer Anweisung des deutschen Propagandaministeriums für die Presse im Reich wird es als "absolut unerwünscht" bezeichnet, dass Berichte über Thomas Mann veröffentlicht werden. Er solle „ausgelöscht werden aus dem Gedächtnis der Deutschen, da er nicht würdig ist, den Namen Deutscher zu tragen".
Ein von Joseph Goebbels vorgelegter Gesetzesentwurf „über das Abhören kommunistischer Sender" wird von Adolf Hitler abgelehnt, da er „praktisch nicht durchführbar sei".

27.1.1937
In Prag beginnen die Verhandlungen zwischen Vertretern der deutschen Regierungsparteien in der Tschechoslowakei und Ministerpräsident Milan Hodza über die Stellung der deutschen Minderheit in der Republik.
Das Deutsche Reich und Österreich schließen einen Wirtschaftsvertrag ab, der eine Erweiterung des Wirtschaftsverkehrs um 40 Millionen Schilling (rund 19,6 Millionen Reichsmark) vorsieht.

28.1.1937
Für die Durchführung des Vierjahresplanes wird bei der NSDAP eine „Reichszentrale" eingerichtet.
Die Beihilfen-Regelung zur Förderung von Holzgasgeneratoren bei Kraftfahrzeugen und stationären Anlagen im Deutschen Reich aus dem Jahr 1935 wird auch im Jahr 1937 bis auf weiteres fortgesetzt.
Der Unterausschuß des Londoner Nichteinmischungskomitees legt einen Acht-Punkte-Plan für die See- und Landkontrolle der spanischen Grenzen durch Großbritannien, Frankreich, Italien und das Deutsche Reich vor.
Die Stadt Prag informiert über Abfallbeseitigung durch "Verbrennungsstationen".

29.1.1937
In Berlin eröffnet der Beauftragte für den Vierjahresplan, Minister Hermann Göring, die »Grüne Woche 1937«. Die große landwirtschaftliche Ausstellung, die bis zum 7. Februar dauert, steht im Zeichen des deutschen Vierjahresplans vom 26. August 1936.
In Tokio wird der ehemalige Kriegsminister Senjuro Hayashi nach dem Rücktritt Koki Hirotas von Kaiser Hirohito mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt.
In Prag wird das Drama "Die weiße Krankheit" von Karel Capek uraufgeführt.

30.1.1937
Im Deutschen Reich wird der vierte Jahrestag der Machtergreifung der Nationalsozialisten mit Großkundgebungen und Feierstunden begangen. Adolf Hitler nimmt vormittags in der Wilhelmstraße den Vorbeimarsch der „Leibstandarte SS Adolf Hitler" ab. In einer dreistündigen Rede vor den Abgeordneten des Reichstages stattet er in einer Regierungserklärung einen „mit Beifallsbegeisterung" aufgenommenen Rechenschaftsbericht über die vier Jahre der NS-Staatsführung ab. Adolf Hitler betont erneut Deutschlands Friedensbemühungen um Sicherung friedlicher Beziehungen zu seinen Nachbarländern. Zu seiner unnachgiebigen Haltung gegenüber der bolschewistischen Lehre erklärt er: „Ich halte die bolschewistische Lehre für das größte Gift, das einem Volk gegeben werden kann ... Ich verlange vom deutschen Arbeiter, dass er keinen Verkehr und Umgang mit diesen Internationalen Schädlingen betreibt,... Im Übrigen würde jede weitere deutsche vertragliche Verbindung mit dem derzeitigen bolschewistischen Russland für uns gänzlich wertlos sein. Weder wäre es denkbar, dass nationalsozialistische deutsche Soldaten jemals zum Schutz des Bolschewismus eine Hilfspflicht erfüllen, noch wollen wir selbst von einem bolschewistischen Staat eine Hilfe entgegennehmen. Denn ich fürchte, dass jedes Volk, das nach einer solchen Hilfe greift, an ihr seinen Untergang findet." In einem Festakt verleiht Hitler, wahrend der Kabinettssitzung am Nachmittag aus Anlass des 4. Jahrestages der nationalsozialistischen Regierungsbildung, das „Goldene Parteiabzeichen" an hohe Offiziere und Beamte, u. a. an: Generalfeldmarschall Werner von Blomberg,

Generaloberst Werner Freiherr von Fritsch, Generaladmiral Erich Raeder und den Flieger-General Erhard Milch. Hitler überreicht das „Goldene Parteiabzeichen" auch an die Kabinettsmitglieder und vollzieht gleichzeitig ihren Eintritt in die Partei: Konstantin Freiherr von Neurath, Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk, Franz Gürtner, Hjalmar Schacht und Paul Freiherr Eltz von Rübenach, der die Annahme ablehnt, und nicht in die Partei eintritt, weil er dadurch die kirchenfeindliche Haltung der Partei decke. Er demissioniert als Reichsverkehrsminister.

Der Deutsche Reichstag verlängert das »Ermächtigungsgesetz« vom 24. März 1933 um vier Jahre.
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler verbietet jedem Deutschen die Annahme eines Nobelpreises und stiftet als Ersatz einen Deutschen Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft.
Gauleiter Ernst Wilhelm Bohle wird zum Chef der Auslandsorganisation im Auswärtigen Amt und zum Staatssekretär ernannt.
Der Erlass über den Reichsarbeitsführer im Reichsministerium des Innern überträgt dem Reichsarbeitsführer Konstantin Hierl die Leitung und Bearbeitung aller Angelegenheiten des Reichsarbeits­dienstes im Geschäftsbereich des Reichsministeriums des Innern.
Im zweiten Moskauer "Trotzkisten-Prozeß" werden 13 Angeklagte wegen angeblichen Hochverrats zum Tode verurteilt, vier erhalten hohe Gefängnisstrafen.

Adolf Hitler lässt die Umgestaltung der Reichshauptstadt öffentlich mitteilen und ernennt Albert Speer zum Generalbauinspektor für die Hauptstadt.

Adolf Hitler lässt die Umgestaltung der Reichshauptstadt öf­fentlich mitteilen und ernennt in einem Erlass Albert Speer zum Generalbauinspektor (G.B.I.) für die Reichshauptstadt, der für die bauliche Ausgestaltung der Reichshauptstadt verantwortlich ist und dafür Sorge tragen wird, in das Chaos der Berliner Bauentwicklung jene große Linie zu bringen, die dem Geist der nationalsozialistischen Bewegung und dem Wesen der deutschen Reichshauptstadt gerecht wird. Seine Be­hörde war, allen städtischen Verwaltungen übergeordnet, direkt dem Führer unterstellt.

31.1.1937
In einer ersten Antwort auf eine Rede Adolf Hitlers vom Vortag begrüßt der französische Außenminister Yvon Delbos die »Friedensworte« des Führers und Reichskanzlers. Delbos betont, daß eine Verbesserung der deutsch-französischen Beziehungen nicht auf dem Rücken anderer Staaten wie der UdSSR und der Tschechoslowakei ausgetragen werden dürfe.
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft spielt in Düsseldorf vor 62 000 Zuschauern gegen die Niederlande 2:2 (1:1) unentschieden.

Albert Speers Modell für die Reichshauptstadt "Germania" mit der Großen Halle und zahlreichen Monumentalbauten

Albert Speers Modell für die Reichshauptstadt "Germania" mit der Großen Halle und zahlreichen Monumentalbauten

FEBRUAR 1937

1.2.1937
Staatssekretär Fritz Reinhardt gibt in Berlin bekannt, dass seit 1933 rund 700 000 Ehestandsdarlehen für jungverheiratete Paare gewährt worden sind.
Im Londoner Unterhaus kommt es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Außenminister Anthony Eden und Abgeordneten der konservativen Regierungspartei über die Frage der Sicherheit der Tschechoslowakei (ÇSR). Die Parlamentarier verlangen britische Garantien für die ÇSR.
In London beginnen Marinesachverständige mit Ergänzungsver­handlungen zum deut.-engl. Flottenabkommen von 1935.
Bei Singapur beginnen britische Manöver der Land-, See- und Luftstreitkräfte, bei denen die neuen Befestigungsanlagen der britischen Kronkolonie auf ihre Brauchbarkeit geprüft werden sollen.
Der deutsche Historiker Arthur Rosenberg, der 1928 die erste Geschichte der Weimarer Republik schrieb, wird ausgebürgert.

2.2.1937
Der überzeugte Katholik Paul Freiherr Eltz von Rübenach tritt als deutscher Reichsverkehrs- und Reichspostminister zurück. Seine Nachfolger werden als Reichsverkehrsminister Julius Dorpmüller und als Reichspostminister Wilhelm Ohnesorge.
Die dänische Regierung in Kopenhagen beschließt auf eine Erhöhung der Rüstungsausgaben im Jahr 1937 zu verzichten. Lediglich die Preissteigerung wird im Budget für die Verteidigung berücksichtigt.
Der japanische Kaiser Hirohito empfängt in Tokio das neugebildete Kabinett von Ministerpräsident Senjuro Hayashi.

3.2.1937
Die Truppen der spanischen Faschisten beginnen einen Großangriff gegen die südspanische Hafenstadt Málaga.
Ein Gerichtsbeschluß untersagt es den streikenden Arbeitern der General Motors Co. in Flint, US-Bundesstaat Michigan, Streikposten aufzustellen. Das Gericht fordert die Arbeiter zusätzlich auf, innerhalb von 24 Stunden die von ihnen besetzten Hallen der Automobilwerke zu räumen.

4.2.1937
Adolf Hitler nimmt in Berlin vor der Reichskanzlei den Dank von 20.000 Eisenbahner für die Befreiung der Reichsbahn aus den „Fesseln des Versailler Diktates" entgegen. Er hält vom Balkon aus eine Rede.
Reinhold Hanisch, Adolf Hitlers Kumpane aus Wien, stirbt im Alter von 53 Jahren im Gefängnis in Wien. Der Tod Hanischs kommt für Hitler nicht ungelegen, da er nie wis­sen konnte, ob durch Hanisch zur ausländischen Presse drohende Enthüllungen erscheinen könnten.
Der österreichische Bundeskanzler Kurt Schuschnigg ruft den sog. Siebener-Ausschuß, dem Vertreter der nationalen Opposition angehören, in Leben. Es sollen Verhandlungen über die Beteiligung der Nationalsozialisten an der Regierungsarbeit stattfinden.
In allen größeren Städten im Deutschen Reich werden sog. Elternwahlen durchgeführt, bei denen sich die Eltern schulpflichtiger Kinder gegen die Bekenntnisschule entscheiden sollen.
In Wien wird der österreichische Spielfilm "Premiere" mit Zarah Leander und Kurt Martell uraufgeführt. Regie bei Zarah Leanders erstem deutschsprachigen Film führte Geza von Bolvary.

5.2.1937
Adolf Hitler empfängt den Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsidenten Hjalmar Schacht in der Reichskanzlei. Dieser übergibt ihm eine Urkunde zum Dank für die „Befreiung der deut­schen Reichsbank von den letzten internationalen Bindungen". Durch die Änderung des Reichsjagdgesetzes kann Juden der Jagdschein entzogen werden.
Vor dem US-amerikanischen Kongress in Washington empfiehlt Präsident Franklin Delano Roosevelt drastische Änderungen für die Zusammensetzung des Obersten Bundesgerichtshofes. Roosevelt will erreichen dass die Richter die Gesetzgebung der Regierung im Rahmen des New Deal (neue Handlungsweise) weniger behindern, als in der Vergangenheit geschehen.
Die polnische Regierung verkündet einen wirtschaftlichen Vierjahresplan zur Steigerung der Rüstung und Schaffung eines zentralen Industriebezirks.

6.2.1937
In einer Rede in Hamburg betont der deutsche Propagandaminister Joseph Goebbels, daß keine Kriegsgefahr mehr bestehe, seit das Deutsche Reich wieder erstarkt sei. Auf die Vorwürfe des Reichs gegen die ÇSR eingehend, sagt Goebbels, das »Militärbündnis« (Beistandspakt vom 2. 5. 1935) zwischen Moskau und Prag stelle eine große Gefahr für Westeuropa dar.
Der erste schwere Kreuzer der Kriegsmarine nach dem Weltkrieg, die »Admiral Hipper«, läuft in Hamburg vom Stapel.
Südlich von Madrid beginnt ein Angriff der Faschisten gegen Stellungen der Regierungstruppen am Fluß Jarama. Ziel der Operation ist es, die Süd- und Ostverbindungen Madrids abzuschneiden.

7.2.1937
In Berlin endet die "Grüne Woche 1937" (Messe in Berlin, auf der landwirtschaftliche Erzeugnisse von Herstellern und Vermarktern präsentiert werden und die nicht nur Fachbesuchern, sondern auch dem allgemeinen Publikum offensteht)
Adolf Hitler hält in der Reichskanzlei eine kurze Ansprache an die vier deutschen Offizierssieger bei dem Internationalen Reit- und Fahrturnier in Berlin.
Das Spirituosenquantum von 4 l pro Monat, das jedem erwachsenen Schweden zur Verfügung steht, wird aufgrund eines Streiks in der schwedischen Spirituosenindustrie auf 1 l gesenkt.
Durch anhaltende Regengüsse sind in den USA die Flüsse Ohio und Mississippi über ihre Ufer getreten und überschwemmen ein Gebiet von der Größe Großbritanniens.
Bei den Europameisterschaften im Eiskunstlauf in Prag gewinnt die Britin Cecilia Colledge den Titel bei den Damen und der Österreicher Felix Kaspar bei den Herren. Im Paarlauf siegen erwartungsgemäß die Deutschen Maxi Herber/Ernst Baier.

8.2.1937
Nach dem Rückzug der spanischen Regierungstruppen aus Málaga nehmen faschistische Truppen die südspanische Hafenstadt ein.
Der Reichserziehungsminister Bernhard Rust eröffnet in Berlin die Ausstellung "Lehrerbildung im Dritten Reich". Die Ausstellung, die bis zum 28.2. dauert, soll einen Überblick über die Arbeit der 27 Hochschulen für Lehrerbildung geben.
Der Bischof der ostpreußischen Diözese Ermland, Maximilian Kaller, lässt von den Kanzeln einen Appell an die Gläubigen verlesen, in dem er gegen die "Entchristlichung des Deutschen Reichs" durch die Nationalsozialisten protestiert.
Dem Schriftsteller Lion Feuchtwanger wird ohne Nennung von Gründen von der Polizei in Prag verboten, einen öffentlichen Vortrag zu halten.
Laut einer Statistik des französischen Arbeitsministeriums genießen bereits vier Millionen Arbeiter die Vorteile des Gesetzes über die 40-Stunden-Woche.
Der deutsche Spielfilm "Fridericus" von Johannes Meyer wird mit Otto Gebühr, Hilde Körber, Lil Dagover Käthe Haack, Bernhard Minetfi u.a. in den Hauptrollen in Berlin uraufgeführt.

9.2.1937
Der frühere US-amerikanische Gesandte in Prag, Lewis Einstein, warnt im britischen "Manchester Guardian" vor einem Überfall des Deutschen Reichs auf die Tschechoslowakei.

10.2.1937
Der Reichsorganisationsleiter der NSDAP, Robert Ley, und Reichsjugendführer Baldur von Schirach eröffnen im Berliner Sportpalast den vierten Reichsberufswettkampf der Jugend.
Per Gesetz werden die Reichsbank und die Reichsbahn der deutschen Regierung bzw. dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler unterstellt.
Adolf Hitler spendet der „Stiftung für Opfer der Arbeit auf See" 50.000 RM für die Familien verunglückter Seeleute.
Ernst Hanfstaengl erscheint auf Befehl Adolf Hitlers in der Reichskanzlei in Berlin. Hitlers Adjutant Friederich Wiedemann teilt ihm mit, Hitler wünscht, dass er sofort nach Spanien fliegt, um sich der deutschen Presseleute anzunehmen, die vor Ort über den Bürgerkrieg berichten.
Die amtliche "Wiener Zeitung" befaßt sich in einem Artikel mit der Frage der monarchistischen Restauration in Österreich. Das Blatt warnt vor der "verbreiteten Vorstellung", die alten Grenzen der Habsburger Doppelmonarchie könnten wiederhergestellt werden, äußert sich aber grundsätzlich positiv zu einer Monarchie innerhalb der gegenwärtigen Grenzen.

11.2.1937
In einer Anweisung des deutschen Propagandaministeriums für die Presse wird darauf hingewiesen, daß der Vollzug der Todesstrafen nunmehr einheitlich mit dem Fallbeil stattfindet. Es wird verboten, die wenigen zentralen Hinrichtungsorte im Deutschen Reich bei den Hinrichtungsnachrichten zu nennen.
In München übergibt Adolf Hitler der NSDAP das neue Ver­waltungsgebäude am „Königlichen Platz" persönlich an den Reichs-Schatzmeister der NSDAP, Franz Xaver Schwarz. Anschließend begibt er sich auf den Obersalzberg.
In Prag wird ein Vertrag über einen verstärkten Waren- und Reiseverkehr zwischen der Tschechoslowakei und dem Deutschen Reich abgeschlossen.
Der Streik der Arbeiter der General Motors Co. in den USA wird nach 44tägiger Dauer beigelegt. Die Konzernleitung stimmte einer Lohnerhöhung für alle Arbeiter um fünf Cents (12,5 Reichspfennig) pro Stunde zu. Außerdem sollen Verhandlungen über Kollektivverträge geführt werden.
Im französischen Chamonix werden die ersten offiziellen Ski-Weltmeisterschaften eröffnet, an denen Wettkämpfer aus 17 Ländern teilnehmen.
Ernst Hanfstaengl startet mit einigen Begleitern, mit einem falschen Pass versehen, auf dem Militärflugplatz Staaken nach Spanien. Kaum in der Luft, erklärt ihm der Pilot, er müsse ihn über die Linien der Roten zwischen Barcelona und Madrid bringen, wo er mit dem Fallschirm abspringen soll. Hanfstaengl dachte, dass man ihn beseitigen will. Die Maschine landete wegen eines Motorschadens auf einem kleinen Flugplatz zwischen Leipzig und Dresden. Hanfstaengl gelang es zu flüchten, er erreichte über Leipzig - München die Schweiz. Hanfstaengl fasste diese Warnung als Anschlag auf sein Leben auf. Der ausgeheckte Scherz von Adolf Hitler und Joseph Goebbels entwickelte sich nicht in ihrem Sinn.
Veit Harlan führte Regie bei dem deutschen Spielfilm "Die Kreutzersonate", der in Berlin uraufgeführt wird. In den Hauptrollen sind Lil Dagover, Peter Petersen, Albert Schoenhals, Wolfgang Kieling und Günther Lüders zu sehen.

12.2.1937
Der Reichskirchenausschuß, der für die Gleichschaltung der deutschen evangelischen Kirche sorgen sollte, tritt zurück.
In der Tageszeitung "Münchener Neueste Nachrichten" erscheint ein Leitartikel, in dem heftige Angriffe gegen die österreichische legitimistische Bewegung gerichtet werden. Die Organisation, die sich für eine Wiedererrichtung der Monarchie in Österreich einsetzt, wird als Gefahr für den europäischen Frieden bezeichnet.
In Berlin werden zwei Spielfilme uraufgeführt: Das Lustspiel "Lumpacivagabundus" von Geza von Bolvary mit Heinz Rühmann und Paul Hörbiger und der Film "Togger" (Regie: Jürgen von Alten) mit Renate Müller, Paul Hartmann und Mathias Wieman.

13.2.1937
Der tschechoslowakische Ministerrat beschließt eine Novelle zum Wehrgesetz von 1927, nach der die Grenze für das Jahreskontingent der Wehrpflichtigen, die bislang bei 75 000 Mann lag, aufgehoben wird. Die Regierung in Prag reagiert damit auf die ständigen Drohungen des Hitler-Regimes.
Der Österreicher Felix Kaspar wird in Wien Weltmeister im Eiskunstlauf der Herren.
Nach der Reichsnotanordnung dürfen Nichtarier nicht als Notare bestellt werden.

14.2.1937
In einer Rede während des Generalappells der Vaterländischen Front in Wien beschäftigt sich der österreichische Bundeskanzler Kurt Schuschnigg mit den außenpolitischen Beziehungen Österreichs, mit der Frage der Monarchie und der nationalen Opposition im Lande.
In Essen wird das „Haus der Arbeit" der DAF eingeweiht.

15.2.1937
Auf dem Obersalzberg beraten Adolf Hitler und Kirchenminister Hanns Kerrl über die Lage in der evangelischen Kirche. Hitler unterzeichnet einen Erlass über die Einberufung einer verfassungsgebenden Generalsynode der deutschen evangelischen Kirche. Der Erlass sah Kirchenwahlen vor. Die oppositionelle „Bekennende Kirche" macht gegen den Vorschlag sofort Front.
Mit der Mehrheit von 177 Wahlmännerstimmen (von 300) gewinnt der bisherige finnische Ministerpräsident Kyösti Kallio (Agrarpartei) die Wahl zum Staatspräsidenten.
Bei den Ski-Weltmeisterschaften in Chamonix in Frankreich gewinnt der Franzose Emile Allais die Kombination (Abfahrt/Slalom) der Herren. Die Deutsche Christl Cranz holt sich den Kombinationssieg bei den Damen.

16.2.1937
Albert Speer wird Beauftragter für das Bauwesen im Stab des Führer-Stellvertreters. Damit ist er zuständig für die künstlerische Gestal­tung aller NSDAP-Bauten.
Adolf Hitler genehmigt die Baupläne des neuen Gutshofes auf dem Obersalzberg.
Reichsbauernführer und Reichsernährungsminister Richard Walther Darre ernennt einen „Reichsinspektor für die Erzeu­gungsschlacht".
Die britische Regierung veröffentlicht ein Weißbuch zur Rüstung, in dem die Notwendigkeit der von der Regierung geforderten Rüstungsanleihe über 400 Millionen Pfund (4,9 Milliarden Reichsmark) belegt werden soll.

17.2.1937
Über der spanischen Stadt Tarancon östlich von Madrid findet der bisher größte Luftkampf des Bürgerkriegs zwischen 30 Flugzeugen der Faschisten und 20 Maschinen der Regierungstruppen statt.
Adolf Hitler empfängt eine Delegation der Internationalen Frontkämpfer aus 14 Ländern unter Leitung ihres Präsidenten, des Italieners Carlo Delcroix, und des deutschen Präsidenten, des Her­zogs Carl Eduard von Coburg auf dem Obersalzberg, und halt ihnen eine Rede.
Der deutsche Reichskommissar für die Preisbildung, Josef Wagner, teilt mit, dass der Preis von Apfelsinen von 20 Reichspfennig pro Stück auf 10 Reichspfennig gesenkt werden kann.
Reichsminister Hermann Göring hält sich mit einer Schutzeskorte von 100 Mann zu einer Jagdveranstaltung in Polen auf.
Die Firma Du Pont de Nemours meldet beim Patentamt in Wilmington in den USA die Kunstfaser Nylon zum Patent an.

18.2.1937
Das von Adolf Hitler erlassene „Gesetz zur Verhinderung der Teilnahme am spanischen Bürgerkrieg" wird verkündet. Darin wer­den Gefängnisstrafen für alle Zuwiderhandelnden angedroht.
Am spanischen Fluß Jarama nahe Madrid führt eine Gegenoffensive der Regierungstruppen von General José Miaja Menant zu einer erbitterten Schlacht um einen Brückenkopf der von den Faschisten erobert worden ist.
Der schweizerische Professor Carl Jacob Burckhardt wird vom Völkerbundssekretariat in Genf zum neuen Völkerbundskommissar für Danzig ernannt.
Zum Abschluß der ersten offiziellen Ski-Weltmeisterschaften in Chamonix gewinnt der Finne Pekka Niemi den 50-km-Langlauf.

19.2.1937
Die Verhandlungen zwischen der tschechoslowakischen Regierung und den deutschen Regierungsparteien in der ÇSR über die Verbesserung der Lage der deutschen Minderheit werden abgeschlossen. Fünf Forderungen der deutschen Parteien werden von der Regierung weitgehend erfüllt.
Im Deutschen Reich werden die Preise für Autoersatzteile mit Wirkung vom 1. Mai 1937 an um durchschnittlich 10 bis 20% gesenkt.
In Berlin wird der Spielfilm "Frauenliebe - Frauenleid" von Augusto Genina mit Magda Schneider, Ivan Petrovich und Oskar Sima in den Hauptrollen uraufgeführt. Die Filmmusik schrieb Peter Kreuder.
Der jüdische Jurist Friedrich Weissler, Mitarbeiter der Bekennenden Kirche und beteiligt an der Denkschrift der Protestanten gegen das nationalsozialistische Regime, wird sechs Tage nach seiner Einlieferung in das Konzentrationslager Sachsenhausen wegen Hochverrat hingerichtet. Weissler wurde verhaftet, weil er die Denkschrift an die ausländische Presse übermittelt hatte.

20.2.1937
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler eröffnet in Berlin die Internationale Automobil- und Motorrad-Ausstellung. Im Mittelpunkt seiner Rede steht die Produktion des neuen Volkswagens. U. a. sagt er auch: „Es ist mein unabänderlicher Entschluss, die deutsche Kraftverkehrswirtschaft, die eine der größten Industrien unseres Volkes ist, von der Unsicherheit der internationalen Importe unabhängig zu machen und auf eine so­lide, sichere eigene Basis zu stellen!"
Der Autorennfahrer Hans Stuck erläutert Adolf Hitler seine mit Ferdinand Porsche geplanten Weltrekordpläne, Hitler erklärt seine Unterstützung und bevollmächtigt seinen Reichsleiter Philipp Bouhler zu Stucks Unterstützung.
27 Staaten verkünden ein Verbot für die Ausreise von Staatsangehörigen nach Spanien. Damit soll der Zustrom von freiwilligen Kämpfern in das vom Bürgerkrieg zerrissene Land eingedämmt werden.
In Hamburg wird eine Ausstellung mit Werken des deutschen Malers Franz Radziwill eröffnet.

21.2.1937
Adolf Hitler nimmt an den Feierlichkeiten des Heldengedenktages teil. Reichskriegsminister Generalfeldmarschall Werner von Blomberg hält in Berlin die Gedächtnisrede beim Staatsakt zu Ehren der zwei Millionen Gefallenen des Weltkrieges. Er erklärt u.a., dass der Freiheit anderer Völker von Deutschland keine Gefahr drohe. Nach einer Feierstunde in der Staatsoper begibt sich der Führer zur Kranz-Niederlegung an das Ehrenmal.

22.2.1937
Der deutsche Reichsaußenminister Konstantin Freiherr von Neurath bringt bei einem offiziellen, zweitägigen Besuch in Wien die Forderungen der deutschen Regierung hinsichtlich der NS-Aktivitäten und der Legitimisten in Österreich vor.
Der SA-Stabschef Viktor Lutze stiftet drei Kulturpreise für Dichtung, Musik und bildende Künste, die alljährlich am 23. Februar, dem Todestag von Horst Wessel, verliehen werden.
Erlass über die Eingliederung der Handwerkskammern in die Wirtschaftskammern.
Per Erlass verfügt der deutsche Erziehungsminister Bernhard Rust, dass Studienanfänger die ersten drei Semester an ihrer "Stammhochschule" studieren müssen.

23.2.1937
Bei einem Empfang für den ehemaligen schweizerischen Bundespräsidenten Edmund Schultheß in Berlin versichert Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, das Deutsche Reich werde jederzeit die Neutralität der Schweiz respektieren.
Die deutsche Reichsregierung legt eine neue Reichsanleihe über 500 Millionen Reichsmark »zur Fortführung der übernommenen Aufgaben« auf.
Heinrich Himmler ordnet an, „etwa 2.000 Berufs- und Gewohn­heitsverbrecher oder gemeingefährliche Sittlichkeitsverbrecher in polizeiliche Vorbeugungshaft" zu nehmen und in Konzentrations­lager zu bringen.
Der rumänische Ministerpräsident Gheorghe Tàtàràscu bildet sein Kabinett um und übernimmt auch das Amt des Innenministers. Die kurzfristige Regierungsumbildung wird als Reaktion auf das Erstarken der rechtsgerichteten nationalistischen Partei "Alles für das Vaterland" gewertet.
Chinas Regierungspartei Kuomintang lehnt auf einem Kongress in Nanking jede Zusammenarbeit mit dem Führer der Kommunisten, Mao Tsetung, ab.
Der heitere Spielfilm "Vor Liebe wird gewarnt" (Regie: Carl Lamac) mit Anny Ondra und Erich Fiedler wird in Berlin uraufgeführt.

24.2.1937
Bei einer Kundgebung im Münchener Hofbräu-Festsaal anläßlich des 17. Jahrestages der Verkündung des Parteiprogramms der NSDAP sagt Führer und Reichskanzler Adolf Hitler: »Wir ziehen durch die Welt wie ein friedliebender, aber in Erz und Eisen gepanzerter Engel.«
Freiberufliche Turn-, Sport- und Gymnastiklehrer müssen für sich und ihre Lebenspartner den Ariernachweis erbringen.
In Abessinien (Äthiopien) besiegen italienische Truppen südlich von Addis Abbeba die letzten gegen die Italiener kämpfenden Eingeborenenverbände. Deren Führer, der Schwiegersohn des Kaisers Haile Selassie I., Ras Desta Damptu, wird nach der Gefangennahme erschossen.
Aufgrund der zu erwartenden großen Rüstungsaufträge in Großbritannien und anderen Ländern steigen die Preise an der Londoner Metallbörse sprunghaft an. Eine ähnliche Entwicklung wird von der New Yorker Metallbörse gemeldet.

25.2.1937
Ebenso wie das Deutsche Reich lehnt es die italienische Regierung ab, an der vom Völkerbundssekretariat für den 8. März einberufenen Rohstoffkonferenz teilzunehmen. Rom verweist auf die italienfeindliche Politik des Völkerbunds während des Abessinienkrieges der Italiener.
Bei Studienbeginn werden BDM-Studentinnen gleichzeitig Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der NS-Studentinnen.
Der Leiter des Hauptamtes für Technik in der NSDAP, Fritz Todt, verbietet in einem Runderlaß an die Dienststellen des Hauptamtes die übertriebene Eindeutschung von technischen Begriffen.
In Wien tritt ein deutsch-österreichischer Kulturausschuß zusammen, der für eine Vertiefung der gegenseitigen kulturellen Beziehungen sorgen soll.

26.2.1937
Im Londoner Unterausschuß des Nichteinmischungskomitees für den Spanischen Bürgerkrieg erklären die Vertreter der Sowjetunion und Portugals, dass sich die beiden Länder nicht an der Seekontrolle der spanischen Grenzen zur Überprüfung der Nichteinmischung anderer Staaten beteiligen werden.
Adolf Hitler, wieder in Berlin, empfängt in der Reichskanzlei den früheren schweizerischen Bundespräsidenten Bundesrat Ed­mund Schulthess anlässlich seiner Anwesenheit in Berlin.
Bei einer innenpolitischen Aussprache in der französischen Deputiertenkammer in Paris wirft der ehemalige Ministerpräsident Pierre Etienne Flandin Ministerpräsident Léon Blum vor, dessen Wirtschafts- und Sozialpolitik sei gescheitert, und es bestehe die Befürchtung, dass Frankreich zur kommunistischen Diktatur abgleite.
In Zürich beginnt ein Weltfrauenkongreß. Bis zum 1. März diskutieren Frauenrechtlerinnen aus aller Welt über die Themen "Frieden, Frauenarbeit, politische Gleichberechtigung der Frauen".

27.2.1937
Der spanische Ministerpräsident Francisco Largo Caballero droht in einer Erklärung in Valencia mit seinem Rücktritt, wenn "bestimmte Widerstände gegen die Regierung von seiten der linken Bewegung auch weiterhin zusammenwirken".
Der Schweizer Bundesrat beschließt in Bern, acht neue Kompanien von Freiwilligen zur Verstärkung des Grenzschutzes aufzustellen.
In Racine, im US-Bundesstaat Wisconsin, wird zur Zeit an einem "Bürohaus der Zukunft" nach Plänen des bekannten US-amerikanischen Architekten Frank Lloyd Wright gearbeitet.
Durch einen knappen 2:1-Sieg gegen die Schweiz wird die kanadische Mannschaft in London Eishockey-Weltmeister.

28.2.1937
Im Mittelpunkt des Interesses auf der Leipziger Frühjahrsmesse, die heute eröffnet wird, stehen neue Werkstoffe. Die Mustermesse dauert bis zum 5. März.
Auf einer Tagung der rechtsgerichteten Sudetendeutschen Partei im tschechoslowakischen Aussig fordert Parteiführer Konrad Henlein die Selbstverwaltung für das Sudetenland.

Am 1. Oktober 1933 gründete Konrad Henlein (links mit Hitler) in Eger die „Sudetendeutsche Heimatfront" (SHF). DNSAP und Deutsche Nationalpartei hatten sich kurz zuvor aufgelöst, um einem Verbot durch die tschechoslowakische Regierung zuvorzukommen. Es beteiligten sich viele ehemalige Funktionäre und Politiker dieser Parteien an der Gründung der neuen Bewegung. Die SHF fand unter den Deutschen in Böhmen rasch eine breite Basis, obgleich bis Mitte der 1930er Jahre die sozialdemokratische und die kommunistische Partei mehr Anhänger hatten.

die sozialen Errungenschaften im Deutschen Reich waren einzigartig und es gab auf der ganzen Welt nichts Vergleichbares

Gebt mir 4 Jahre, forderte Adolf Hitler 1933 und erreichte geschichtlich Einmaliges

Gebt mir 4 Jahre, forderte Adolf Hitler 1933 und erreichte geschichtlich Einmaliges

Gebt mir 4 Jahre, forderte Adolf Hitler 1933 und erreichte geschichtlich Einmaliges

Gebt mir 4 Jahre, forderte Adolf Hitler 1933 und erreichte geschichtlich Einmaliges

Gebt mir 4 Jahre, forderte Adolf Hitler 1933 und erreichte geschichtlich Einmaliges

Ausstellung vom gewaltigen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Aufbauwerk der ersten vier Jahre mit Adolf Hitler


Hermann von Fischel

André François-Poncet

Edmund Glaise-Horstenau

Milan Hodža

Yvon Delbos

Albert Speer

Julius Dorpmüller

Wilhelm Ohnesorge

Carl Jacob Burckhardt

Friedrich Weißler

Léon Blum

Dr. Ernst Hanfstaengl

Heinz Rühmann

Renate Müller

Sie können die einzelnen Bilder anklicken und die detailierten Ereignnisse dieser Zeit in der großen Chronik von 1933-45 nachlesen