Chronik des Nationalsozialismus Januar / Februar 1938

JANUAR 1938

1.1.1938
Zum Jahreswechsel richtet Führer und Reichskanzler Adolf Hitler unter dem Motto "Stärkung der Nation auf allen Gebieten" einen Aufruf an die NSDAP. Hitler erinnert die Partei an die innen- und außenpolitischen Erfolge seit 1933. Auch Konrad Henlein, der Vorsitzende der Sudetendeutschen Partei (SdP), richtet einen Aufruf an die Partei und erklärt: "Wir schreiten stolz und siegesbewußt ins neue Jahr."

Im Deutschen Reich tritt rückwirkend das Gesetz über die Rechtsverhältnisse der jüdischen Kultusvereinigungen vom 28. März 1938 in Kraft. Sie verlieren damit ihre Stellung als Körperschaften des öffentlichen Rechts und werden zu Vereinen des bürgerlichen Rechts erklärt.
Im Deutschen Reich tritt rückwirkend das Gesetz über die Änderung von Familiennamen vom 5. Januar 1938 in Kraft. Demnach können deutsche Staatsangehörige oder Staatenlose, die ihren Wohnsitz im Deutschen Reich haben, ihren Familiennamen aus wichtigem Grund ändern lassen.
Im Deutschen Reich tritt die Straßenverkehrsordnung in ihren wesentlichen Teilen sowie die Straßenverkehrszulassungsordnung (13. 11. 1937) in Kraft. Das neue Gesetzeswerk beinhaltet u.a. ein striktes Rechtsfahrgebot und die Pflicht zum Einhalten einer dem Verkehr angemessenen Fahrgeschwindigkeit.

Marschall Chiang Kai-shek gibt sein Amt als chinesischer Ministerpräsident (Präsident des Exekutivrats der Kuomintang) zurück, um sich ganz auf seine Aufgabe als Oberbefehlshaber zu beschränken. Seit 1937 steht China im Krieg gegen Japan.
In einem Interview mit der britischen Zeitung "Daily Telegraph" erklärt der österreichische Bundeskanzler Kurt Schuschnigg, ein Abgrund trenne Österreich vom Nationalsozialismus.
In London wird der bisherige Chef des Foreign Office, Sir Robert Vansittart, zum Hauptberater von Außenminister Anthony Eden ernannt. Seinen Posten, der auch die Leitung des Nachrichtendienstes British Intelligence Service umfaßt, übernimmt sein bisheriger Stellvertreter Sir Alexander Cadogan.
Als Schweizer Bundespräsident für das Jahr 1938 amtiert Johannes Baumann (freisinnige Partei), Vorsteher des Justiz- und Polizeidepartements.
Juden dürfen nicht Mitglied des Deutschen Roten Kreuzes wer­den. Das Gesetz über die Rechtsverhältnisse der jüdischen Kultus­vereinigung tritt in Kraft.
Durch eine Änderung des dänischen Erbgesetzes haben außereheliche Kinder die gleichen Rechte wie eheliche Kinder.
Die Verbände der Deutschen Textilwirtschaft geben eine Broschüre mit einheitlichen Waschvorschriften heraus. Ziel ist die Vermeidung zu großen Waschmittelverbrauchs.

2.1.1938
In einer vertraulichen Denkschrift für Führer und Reichskanzler Adolf Hitler erklärt Joachim von Ribbentrop, der deutsche Botschafter in London, er glaube nicht an eine Verständigung zwischen Großbritannien und dem Deutschen Reich, vielmehr müßten die außenpolitischen Überlegungen »vom Gedanken an England als unseren gefährlichsten Gegner bestimmt« sein.

3.1.1938
Die seit Tagen andauernde Kältewelle führt in Bayern zu Tiefsttemperaturen. In Füssen-Schwangau werden 30 unter Null gemessen.
US-Präsident Franklin D. Roosevelt richtet seine traditionelle Botschaft über die Lage der Nation an den Kongreß. Im außenpolitischen Teil seiner Rede fordert Roosevelt eine Verstärkung der Selbstverteidigungskräfte der USA. Scharfe Kritik übt Roosevelt am wachsenden Einfluss des Großkapitals auf die Wirtschaft der USA.
Die britische Regierung verhängt über ihre Kronkolonie Hongkong den Belagerungszustand. Der Grund sind Gerüchte über eine bevorstehende japanische Landung an der chinesischen Küste in der Nähe Hongkongs. Über die britische Kronkolonie bezieht die chinesische Regierung einen Großteil ihres aus dem Ausland importierten Kriegsmaterials.

4.1.1938
Die britische Regierung legt ein Weißbuch zur Palästina-Frage vor, in der frühere Überlegungen zur Teilung des Landes zwischen Juden und Arabern aufgegriffen werden. Zugleich wird eine Kommission nach Palästina entsandt, um vor Ort die Bedingungen für eine mögliche Teilung zu prüfen.

5.1.1938
Nach erneuter Übertretung des über ihn verhängten Predigtverbotes wird der katholische Geistliche Rupert Mayer ein zweites Mal verhaftet und in die Haftanstalt Landsberg verbracht.
Gesetz über die Änderung von Familiennamen und Vor­namen, zwingt Juden zur Annahme eines zweiten „jüdischen" Vornamens. Außerdem müssen Juden aus der Sowjetunion Deutschland innerhalb von 10 Tagen verlassen.

6.1.1938
Der Reichstatthalter von Sachsen, Martin Mutschmann, hat der Stadt Leipzig die Bezeichnung „Reichsmessestadt" verliehen.
„Zur Erleichterung der Arbeit der Polizei" erlässt der Reichsinnenminister auf Vorschlag Adolf Hitlers eine Reichsmeldeordnung.
Die rumänische Regierung beschließt die Anerkennung des Königs von Italien als Kaiser von Abessinien (Äthiopien) und erkennt damit die Rechtmäßigkeit der 1936 durch einen Krieg erzwungenen Angliederung Abessiniens an Italien an.
In Berlin wird der Film "Der Berg ruft" mit Luis Trenker nach dem Roman "Kampf ums Matterhorn" uraufgeführt. Die weibliche Hauptrolle spielt Heidemarie Hatheyer.

7.1.1938
Italiens Regierungschef Benito Mussolini billigt ein neues Kriegsschiffprogramm. Bis 1941 sollen zwei Kampfschiffe von je 35.000 t gebaut und auf den Namen "Imperio" und "Roma" getauft werden.
Die Farbwerke Hoechst feiern ihr 75jähriges Bestehen. 1863 war die Fabrik zur Herstellung künstlicher Farben von den Chemikern Eugen Lucius und Adolf Brüning und den Kaufleuten Wilhelm Meister und Adolf Müller in Hoechst am Main gegründet worden.
Adolf Hitler besucht im Münchner Theater am Gärtnerplatz das Gastspiel des Deutschen Opernhauses aus Berlin-Charlottenburg „Tanz um die Welt".
In Weimar wird der Ausstattungsfilm "Der Tiger von Eschnapur" mit Kitty Jantzen, La Jana und Fritz van Dongen uraufgeführt.

8.1.1938
Im Spanischen Bürgerkrieg erobern die Truppen der Republik nach dreiwöchiger Belagerung die Stadt Teruel.
Im Nationaltheater in München sieht sich Adolf Hitler eine „Aida"-Aufführung an.
Dank eines überragenden Gottfried von Cramm gewinnt das deutsche Tennisteam einen Dreiländerwettkampf in Melbourne gegen die Mannschaften Australiens und der USA.

9.1.1938
Im Deutschen Reich findet der vierte Eintopfsonntag des Winters 1937/38 im Rahmen des Winterhilfswerks statt.
Die nach Frankreich emigrierten deutschen Sozialdemokraten schließen sich zu einer Landesgruppe zusammen. In einem Aufruf an alle Parteimitglieder wird zur Wahrung der Einheit der Gesamtpartei aufgefordert.
In Athen findet die Trauung des griechischen Kronprinzen Paul mit der Prinzessin Friederike Luise zu Braunschweig-Lüneburg statt.
Im Endspiel um den Tschammer-Pokal 1937 schlägt der FC Schalke 04 vor 72 000 Zuschauern in Köln Fortuna Düsseldorf 2:1.
Bei den Deutschen Eiskunstlaufmeisterschaften in Köln belegen in den Einzelwettbewerben Lydia Veicht (München) und Ernst Baier (Zittau) die ersten Plätze, im Paarlaufen siegen Maxie Herber/Ernst Baier (München/Zittau).

10.1.1938
König Karl II. von Rumänien äußert sich In einem Interview mit der britischen Zeitung "Daily Herald" über die politischen Zustände in seinem Land und erklärt, die seit Dezember 1937 von Octavian Goga geführte Regierung übe notwendigerweise eine autoritäre Herrschaft aus, wobei der König das stabilisierende Element sei. Zu den Vorwürfen wegen der zunehmenden Diskriminierung von Juden sagt der König, betroffen seien nur diejenigen Juden, die nach 1918 illegal aus Galizien und Russland eingewandert seien.
Im Pariser Théâtre des Mathurins wird das Drama in drei Akten "La sauvage" (Die Wilde) von Jean Anouilh durch und mit George Pitoëff uraufgeführt.

11.1.1938
Im Hause des Reichspräsidenten in Berlin findet der traditionelle Neujahrsempfang vom Führer und Reichskanzler Adolf Hitler für die Ehrengäste des diplomatischen Korps statt. Um 11 Uhr gratulieren Reichskriegsminister Werner von Blomberg und die Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtsteile. Anschließend empfängt er den Oberbürgermeister und Stadtprä­sidenten von Berlin, Julius Lippert, und den Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei Heinrich Himmler. Um 12.15 Uhr be­ginnt der Empfang der Diplomaten, der päpstliche Nuntius Cesare Orsenigo überbringt die Glückwünsche. Der Führer Adolf Hitler erwidert die Glückwünsche und sagt u.a: „Der Friede, den Sie, Herr Nuntius an der Schwelle des neuen Jahres den einzelnen Völker im Innern wie der Welt als ganzem wünschen, ist auch das Ziel meiner und der Reichsregierung Arbeit."                        

11.1.1938
Im Hause des Reichspräsidenten in Berlin findet der traditionelle Neujahrsempfang vom Führer und Reichskanzler Adolf Hitler für die Ehrengäste des diplomatischen Korps statt. Um 11 Uhr gratulieren Reichskriegsminister Werner von Blomberg und die Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtsteile. Anschließend empfängt er den Oberbürgermeister und Stadtprä­sidenten von Berlin, Julius Lippert, und den Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei Heinrich Himmler. Um 12.15 Uhr be­ginnt der Empfang der Diplomaten, der päpstliche Nuntius Cesare Orsenigo überbringt die Glückwünsche. Der Führer Adolf Hitler erwidert die Glückwünsche und sagt u.a: „Der Friede, den Sie, Herr Nuntius an der Schwelle des neuen Jahres den einzelnen Völker im Innern wie der Welt als ganzem wünschen, ist auch das Ziel meiner und der Reichsregierung Arbeit."                        


Der traditionelle Neujahrsempfang in Berlin. Linkes Bild: Außenminister Joachim von Ribbentrop im Gespräch mit dem Nuntius Cesare Orsenigo. Mittleres Bild: Adolf Hitler und der Apostolische Nuntius in Deutschland Cesare Orsenigo. Rechtes Bild: Die Glückwünsche der Wehrmacht von links: Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generaloberst v. Blomberg, der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, General der Flieger Göring, der Oberfehlshaber des Heeres, General der Artillerie Frhr. v. Fritsch und der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Admiral Dr.h.c. Raeder.                      


Der traditionelle Neujahrsempfang in Berlin. Linkes Bild: Außenminister Joachim von Ribbentrop im Gespräch mit dem Nuntius Cesare Orsenigo. Mittleres Bild: Adolf Hitler und der Apostolische Nuntius in Deutschland Cesare Orsenigo. Rechtes Bild: Die Glückwünsche der Wehrmacht von links: Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generaloberst v. Blomberg, der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, General der Flieger Göring, der Oberfehlshaber des Heeres, General der Artillerie Frhr. v. Fritsch und der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Admiral Dr.h.c. Raeder.                      


Albert Speer erhält von Adolf Hitler den Auftrag, an der Voss-Straße eine neue Reichskanzlei zu bauen, die am 10. Januar 1939 fertig gestellt sein soll.
In Berlin empfängt Führer und Reichskanzler Adolf Hitler den neuernannten japanischen Botschafter Shigenori Togo zum Antrittsbesuch.
In Japan findet erstmals seit Regierungsantritt des Kaisers Hirohito 1928 eine Kaiserliche Konferenz statt. Beschlossen werden schärfere Maßnahmen gegen die Zentralregierung Chinas.
In Berlin wird der Kriegsfilm "Urlaub auf Ehrenwort" von Karl Ritter uraufgeführt. Zu sehen sind u.a. René Deltgen und Karl Raddatz.

12.1.1938
Im Reichsgesetzblatt wird die Fünfte Verordnung über die Zulassung von Zahnärzten und Dentisten zur Tätigkeit bei den Krankenkassen veröffentlicht. Damit werden u.a. Zahnärzte nichtdeutschen oder artverwandten Blutes von der Mitgliedschaft bei den Krankenkassen ausgeschlossen.
Hermann Göring, Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Preußischer Ministerpräsident und Beauftragter für den Vierjahresplan, wird 45 Jahre alt.
In Berlin heiratet Werner von Blomberg, Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Luise Margarethe Gruhn. Trauzeugen sind Hermann Göring sowie Führer und Reichskanzler Adolf Hitler.
In Budapest endet eine Konferenz der Staaten der Römischen Protokolle (Italien, Österreich und Ungarn). Dabei lehnt Österreichs Bundeskanzler Kurt Schuschnigg einen Austritt seines Landes aus dem Völkerbund ebenso ab wie den Beitritt zum Antikominternpakt (Deutsches Reich, Japan und Italien).
Nach vierjährigem Aufenthalt in Zentralasien trifft der deutsche Forschungsreisende Wilhelm Filchner wieder in Berlin ein.

13.1.1938
Der polnische Außenminister Josef Beck trifft zu einem zweitägigen Besuch in Berlin ein. Thema seiner Gespräche mit Vertretern der Reichsregierung ist u.a. die Lage der polnischen und deutschen Minderheit in der Tschechoslowakei.
Angesichts der Meldungen über eine politische Krise in Frankreich lässt der Kurs des Franc auf den internationalen Devisenbörsen stark nach und erreicht in London mit 160,75 Franc für ein Pfund den niedrigsten Stand seit 1926.
In der Sache der Strandung des Fährschiffes »Preußen« am 10. Dezember 1937 vor Stubbenkammer auf Rügen erkennt das Seeamt Saßnitz auf eine Mitschuld der Schiffsführung. Die »Preußen« hatte erst nach dreiwöchiger Arbeit geborgen werden können.

14.1.1938
Zu einer längeren Aussprache empfängt Adolf Hitler den pol­nischen Außenminister Jozcf Beck in der Reichskanzlei, bei der auch der Botschafter Josef Lipski und Außenminister Konstantin Freiherr von Neurath anwesend sind.
In Frankreich kommt es wegen der schwierigen Finanzlage und der Abwertungstendenzen des Franc zu einer Krise der am 22. Juni 1937 gebildeten zweiten Volksfrontregierung. Der radikalsozialistische Ministerpräsident Camille Chautemps, der die von Kommunisten und Sozialisten befürwortete Devisenkontrolle ablehnt, stellt die Vertrauensfrage und erklärt, dass er an einer weiteren Einbindung der Kommunisten in die Regierungsarbeit nicht interessiert sei. Daraufhin erklären die sozialistischen Minister ihren Rücktritt, worauf die gesamte Regierung demissioniert.

15.1.1938
In Waldbröl, westlich von Siegen, findet durch Reichsjugendführer Baldur von Schirach die Grundsteinlegung für die Adolf-Hitler-Schule des Gaues Köln-Aachen statt. Gleichzeitig wird mit dem Bau neun weiterer „Adolf-Hitler-Schulen" begon­nen, so u.a. in Koblenz, Weimar, Tilsit, Potsdam, Hesselberg und Mittenwald.
Walther Funk übernimmt das Reichswirtschaftsministerium, das Adolf Hitler vorübergehend an Hermann Göring übertragen hat.

16.1.1938
Japan bricht die diplomatischen Beziehungen zur chinesischen Zentralregierung ab. Japan begründet diesen Schritt mit den vergeblichen Bemühungen um eine Übereinkunft, die den berechtigten Interessen Japans in China nachkommt.
Als erster Jazzmusiker tritt der weiße Klarinettist Benny Goodman in der New Yorker Carnegie Hall auf.
In Paris öffnet eine internationale Ausstellung mit Werken des Surrealismus. Zu sehen sind Arbeiten der Künstler Salvador Dali, Yves Tanguy und Max Ernst.

17.1.1938
Nach Besuchen bei Hermann Göring und Konstantin Freiherr von Neurath wird der jugoslawische Regierungschef Milan Stojadinowitsch von Adolf Hitler empfangen. Das offizielle Presse-Kommunique charakterisiert die Gespräche als „vertrauensvoll". Anschließend begrüßt Hitler auch die Vertreter der jugoslawi­schen Presse. Am Abend gibt er seinen jugoslawischen Gästen eine glanzvolle Abendtafel. Der Staatsbesuch endet am 21. Januar.
Das Reichsministerium des Innern und das preußische Innenministerium veröffentlichen die 28. Ausbürgerungsliste, die erste des Jahres 1938. Darauf sind 31 Personen verzeichnet, denen die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt wird.

18.1.1938
Als Leiter des Kolonialpolitischen Amtes der NSDAP weist Reichsstatthalter Franz Xaver Ritter von Epp „Geschichtsfälschungen" wäh­rend des südafrikanischen Wahlkampfes zurück, die den deutschen Rechtsanspruch auf Südwestafrika bezweifeln.
In Frankreich bildet der am 15. Januar zurückgetretene Radikalsozialist Camille Chautemps ein neues Kabinett, dem bis auf zwei Ausnahmen nur Radikalsozialisten angehören Die neue französische Regierung wird von Sozialisten und Kommunisten unterstützt, die dadurch eine Koalition der Radikalsozialisten mit den Rechtsparteien verhindern wollen.

19.1.1938
Auf einer Arbeitstagung der Reichs- und Gauführungen der Hitlerjugend (HJ) und des Bundes Deutscher Mädel (BDM) in Berlin kündigt Reichsjugendführer Baldur von Schirach die Einrichtung eines besonderen Erziehungsprogramms für Mädchen zwischen 17 und 21 Jahren unter dem Motto »Glaube und Schönheit« an.
Deutsche Kampfflugzeuge der Legion Condor fliegen einem Angriff auf die katalanische Stadt Barcelona.
Der Untersuchungsausschuß zur Erforschung des Absturzes von Zeppelin LZ 129 "Hindenburg" im Jahr 1937 in Lakehurst in den Vereinigten Staaten legt seinen Bericht vor.
In Moskau beendet der Oberste Sowjet seine erste einwöchige Sitzungsperiode.

20.1.1938
Durch Erlaß des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler werden die Aufgaben des im Vorjahr zum Stadtbauinspektor für die Reichshauptstadt berufenen Albert Speer erweitert. Auch Gebiete außerhalb des Stadtkreises Berlin sollen in den Gesamtplan für die Reichshauptstadt einbezogen werden.
In Kairo findet die Hochzeit des ägyptischen Königs Faruk mit der 16jährigen Farida Zulficar, einer Tochter von Jusuf Zulficar Pascha, statt.

21.1.1938
Die französische Kammer spricht der am 18. Januar gebildeten Regierung unter dem radikalsozialistischen Ministerpräsidenten Camille Chautemps mit 501 gegen eine Stimme bei 104 Enthaltungen das Vertrauen aus. Chautemps erklärt, an den wichtigsten Forderungen der Volksfront aus Radikalsozialisten, Sozialisten und Kommunisten von 1936 - Verteidigung der Republik und mehr soziale Gerechtigkeit - festhalten zu wollen.
Im Kampf um die Weltmeisterschaft im Halbschwergewichtsboxen besiegt der Belgier Gustave Roth den Deutschen Jupp Besselmann in Berlin über 15 Runden nach Punkten.

22.1.1938
Zur Eröffnung des japanischen Reichstags erklärt Ministerpräsident Fumimaro Prinz Konoe, die Politik Japans sei auf den untrennbaren Zusammenhalt zwischen Japan, China und Mandschukuo gerichtet. Die schwere Aufgabe einer Stabilisierung Ostasiens erfordere von Japan noch größere Opfer.
Im McCarther Theater in Princeton/USA wird das Schauspiel in drei Akten "Unsere kleine Stadt" des US-amerikanischen Autors Thornton Wilder uraufgeführt.
In München wird die erste deutsche Architektur- und Kunsthandwerks-Ausstellung eröffnet.

23.1.1938
Durch das bessere Torverhältnis wird der SC Rießersee deutscher Eishockeymeister vor dem Berliner SC und der Düsseldorfer EG.
Bei den Europameisterschaften der Eiskunstläufer in Sankt Moritz werden Cecilia Colledge (Großbritannien) und Felix Kaspar (Österreich) Einzelsieger.

24.1.1938
NSDAP-Gauleiter Ernst Wilhelm Bohle, Leiter der NSDAP-Auslandsorganisation, hält sich auf Einladung der Ungarischen Gesellschaft für Außenpolitik in Budapest auf. In einem Vortrag im Gebäude des ungarischen Parlaments wendet er sich gegen die »Lügen von einer deutschen Bedrohung« und erklärt u.a.: »Die Deutschen sind militärisch hochbefähigt, aber nicht militaristisch im eroberungssüchtigen Sinn.«

25.1.1938
Durch einen Erlass des Reichsministeriums des Innern wird im Deutschen Reich die Verhängung der Schutzhaft neu geregelt.
Der frühere belgische Ministerpräsident Paul van Zeeland legt einen Bericht über die Entwicklung der Weltwirtschaft und zur Abhaltung einer Weltwirtschaftskonferenz vor.

26.1.1938
Bei einem Angriff nationalspanischer Flugzeuge auf Valencia werden nach amtlichen Angaben 125 Personen getötet und 208 verletzt.

27.1.1938
Bei einer Aktion der österreichischen Polizei wird in Wien ein von Leo Tavs verfaßter Plan für eine Erhebung der Nationalsozialisten gefunden.
Unter dem Druck der Eismassen bricht die unterhalb der Niagara-Fälle liegende und 1898 eröffnete Stahlbogenbrücke zusammen.

28.1.1938
Oberst Friedrich Hoßbach, seit 1934 Chef der Zentralabteilung des Generalstabes und Wehrmachtsadjutant von Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, wird von seinem Posten abgelöst.
In Genf wird die 100. Tagung des Völkerbundrates eröffnet. Auf der Tagesordnung steht u.a. eine Initiative der skandinavischen Staaten, der Schweiz und der Niederlande über die Grundlagen der kollektiven Sicherheit.
US-Präsident Franklin D. Roosevelt schlägt dem Kongress erhöhte Rüstungsausgaben vor, darunter eine Erhöhung der Ausgaben für die Marine um 22%.
Im Deutschen Theater in Riga wird das Shakespeare-Drama "Der Schwan von Avon" des lettischen Autors Martins Ziverts uraufgeführt.
Bernd Rosemeyer versuchte mit seinem 580 PS starkem Auto Union auf der Autobahn Frankfurt - Darmstadt den Geschwindigkeitsweltrekord zu knacken und verunglückte dabei tödlich bei ca. 430 km/h.

29.1.1938
Durch Erlaß des Reichsministers für Erziehung, Bernhard Rust, wird die bisher neunjährige Schulzeit für höhere Schulen um ein Jahr verkürzt.
Oberstleutnant Rudolf Schimmelt wird als Nachfolger von Friedrich Hoßbach zum „Chefadjutanten der Wehrmacht beim Führer" kom­mandiert.
Dem Chemiker Paul Schlack, wissenschaftlicher Leiter des Agfa-Werkes Berlin-Lichterfelde, gelingt die Erfindung einer neuen Chemiefaser, der später die Bezeichnung Perlon gegeben wird.

30.1.1938
Der fünfte Jahrestag der Machtübernahme, der wie alljährlich festlich begangen wird. Am Vormittag nimmt Adolf Hitler vor der Reichskanz­lei den Vorbeimarsch der „Leibstandarte SS Adolf Hitler" ab. Um 11 Uhr verleiht Hitler in der Reichskanzlei das „goldene Ehrenzei­chen", dem von ihm im Vorjahr als Gegengewicht zum Nobelpreis gestifteten „deutschen Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft", an Paul Ludwig Troost (posthum), Alfred Rosenberg, den Asienfor­scher Wilhelm Filchner und die Chirurgen Ferdinand Sauerbruch und August Bier. Die Entscheidung war bereits auf der Kulturtagung des Parteitages 1937 bekannt gegeben worden. Er stiftet das „Treue-Ehrenzeichen" für verdiente Personen des öffentlichen Dienstes so­wie Angehörige der Polizei, SS-Verfügungstruppe, Feuerwehr und des Luftschutzes. Abends beschließt ein Vorbeimarsch der Partei­formationen vor der Reichskanzlei den Gedenktag. Paul Ludwig Troost war ein deutscher Architekt. Unter anderem errichtete er ab 1933 den "Führerbau" am Königsplatz in München und war verantwortlich für den Umbau des "Braunen Hauses" in München. Dipl.-Ing. Alfred Ernst Rosenberg war NSDAP-Politiker, Reichsminister, Architekt, Philosoph und gehört zu den bedeutendsten Ideologen und Vorkämpfern des Nationalsozialismus. Wilhelm Filchner war ein deutscher Geophysiker, Geodät, Forschungsreisender und Reiseschriftsteller. Er leitete die Zweite Deutsche Antarktisexpedition und er war Autor von 27 vor allem populärwissenschaftlichen Büchern und Reiseberichten. Ferdinand Sauerbruch war einer der bedeutendsten Chirurgen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine Schüler besetzten zahlreiche chirurgische Lehrstühle in Deutschland und dem Ausland. August Bier war ein deutscher Chirurg und Hochschullehrer. Er war führend in der Entwicklung von der Rückenmarksnarkose. Er war auch ein bedeutender Förster.                    


In Nationalspanien werden die unbeschränkten Befugnisse des Staatsführers und Generals Francisco Franco Bahamonde gesetzlich verankert.
Otto Strasser, einst ein Gefährte von Hitler, und der pazifistische Exilschriftsteller Kurt Hiller veröffentlichen eine Erklärung gegen das unsittliche Herrschaftssystem in Deutschland.
In Hamburg besiegt der deutsche Schwergewichtsboxer Max Schmeling den Südafrikaner Ben Foord über zwölf Runden nach Punkten.
Bei den Eiskunstlauf-Europameisterschaften der Paare in Troppau wird das deutsche Paar Maxie Herber/Ernst Baier Titelträger.

31.1.1938
Hermann Göring, Bevollmächtigter für den Vierjahresplan, erlässt eine Verordnung zur Schaffung eines Wehrwirtschaftsrates bei der Reichswirtschaftskammer.
Der dienstälteste General, Gerd von Rundstedt, und Generalstabschef Ludwig Beck protestieren bei Adolf Hitler gegen die Verdächtigungen gegen Generaloberst Werner Freiherr von Fritsch. Hitler weist sie mit dem Hinweis auf ihre unbedingte Gehorsams­pflicht als Soldaten ab.

Links: Generalfeldmarschall Werner von Blomberg
Am 12. Januar heiratete Blomberg die 23jährige Erna Gruhn. Der NS-Führung blieb deren Vergangenheit als Prostituierte und Aktmodell nicht lange verborgen. Da Blomberg durch die Heirat die von ihm selbst verschärften Heiratsvorschriften und den Sittenkodex für Wehrmachtsangehörige bewußt mißachtet hatte, mußte er von allen politischen Ämtern zurücktreten.




Rechts: Oberst Friedrich Hoßbach
Am 4. August 1934 wurde Hoßbach - nun im Rang eines Majors - Adjutant der Wehrmacht bei Adolf Hitler. In dieser Eigenschaft verfasste er im November 1937 die sogenannte „Hoßbach-Niederschrift", welche einen Vortrag Hitlers vor den obersten Militärs festhielt, in der er erstmals seine Kriegspläne gegen Österreich und die Tschechoslowakei darlegte. Hoßbach notierte sich fünf Tage nach der Rede den Inhalt.

FEBRUAR 1938

1.2.1938
Wegen Verstoßes gegen die Bestimmungen über die Betätigung konfessioneller Jugendverbände werden die Katholischen Jungmännervereine der Diözesen Aachen und Köln durch die Geheime Staatspolizei aufgelöst.
Nach dem „Gesetz zur Änderung des Einkommenssteuerge­setzes" werden Kinderermäßigungen für nicht arische Kinder nicht mehr gewährt.
In Burgos wird die erste Regierung mit zivilen Ministern für Nationalspanien gebildet. Ministerpräsident wird General und Staatschef Francisco Franco Bahamonde, das Innenministerium übernimmt Ramón Serrano Suñer, der Schwager Francos, das Außenministerium wird von General Francisco Goméz Jordana y Sousa, Conde de Jordana, übernommen.
In deutschen Textilwarengeschäften werden erstmals Waren angeboten, die mit einem besonderen Gütesiegel über die rein arische Herstellung versehen sind.

2.2.1938
Der Danziger NSDAP-Gauleiter Albert Forster erklärt, nachdem der Einfluß des Völkerbundes auf die Freie Stadt Danzig ausgeschaltet worden sei, gelte es nun, den Einfluß des Deutschen Reiches vollständig herzustellen.
Bei einer Feier zum 15. Jahrestag der Faschistischen Miliz in Rom wird erstmals der in der italienischen Wehrmacht nach deutschem Muster eingeführte Parademarsch vorgeführt.
Durch Dekret des ägyptischen Königs Faruk wird das Parlament in Kairo für aufgelöst erklärt. Anlaß waren Nachrichten über bevorstehende Unruhen, die von der nationalistischen Wafd-Partei ausgelöst werden sollten.

3.2.1938
Das Gesetz über die Meldepflicht der deutschen Staatsangehörigen im Ausland wird erlassen. Danach haben alle Reichsangehörigen, die sich länger als drei Monate im Amtsbezirk desselben deutschen Konsulats aufhalten, die Pflicht, sich dort jeweils an- und abzumelden.
Im britischen Unterhaus kündigt Außenminister Anthony Eden eine Initiative der Regierung an, zur Begrenzung des Luftkriegs auf militärische Ziele eine internationale Vereinbarung zu schließen. Anlaß sind die häufigen Luftangriffe auf Großstädte in Spanien.

4.2.1938
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler übernimmt den Oberbefehl über die gesamte deutsche Wehrmacht. Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Werner von Blomberg und der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Werner Freiherr von Fritsch, treten zurück, das neugebildete Oberkommando der Wehrmacht (OKW) führt Generaloberst Wilhelm Keitel. Reichsaußenminister Konstantin Freiherr von Neurath wird durch Joachim von Ribbentrop ersetzt.

5.2.1938
In Berlin tritt das Reichskabinett zu einer Sitzung zusammen. Thema sind u.a. die Umbesetzungen in der Wehrmachtsspitze und im Außenministerium. Es ist die letzte Sitzung dieses Gremiums.
Im Nationalspanien wird das Wappen der spanischen Könige offiziell zum Nationalwappen erklärt.
Das sowjetische Luftschiff SSSR-W 6 prallt in der Nähe der Halbinsel Kola gegen einen Berg und stürzt ab. 13 Menschen kommen ums Leben.
In den Festsälen am Zoo in Berlin findet der traditionelle Presseball statt. Als besondere Neuheit werden Fernsehkameras eingesetzt, mit denen das Geschehen von einem Saal in den anderen übertragen wird.

6.2.1938
Im Deutschen Reich wird das neue Einkommensteuergesetz erlassen. Das Gesetzeswerk regelt die Steuerpflicht, die steuerliche Behandlung der einzelnen Einkunftsarten, die Veranlagung und die Höhe der Einkommen- und Lohnsteuer.
In Köln trennen sich die Fußball-Nationalmannschaften von Deutschland und der Schweiz 1:1 (0:1).
Am Ende einer als Welt-Hallenhandballturnier angekündigten zweitägigen Veranstaltung in der Berliner Deutschlandhalle belegt die deutsche Mannschaft ungeschlagen Platz eins vor den Teams aus Österreich, Schweden und Dänemark.
In Stockholm wird die britische Läuferin Megan Taylor Eiskunstlauf-Weltmeisterin.
Während eines Drei-Länder-Vergleichs von Skispringern aus Österreich, Jugoslawien und dem Deutschen Reich in Klagenfurt kommt es zu tätlichen Auseinandersetzungen, als ein Teil der Zuschauer die deutschen Sportler mit dem Absingen des nationalsozialistischen Horst-Wessel-Liedes feiert.

7.2.1938
In Berlin wird der am 4. Februar zum neuen Reichswirtschaftsminister ernannte Walther Funk offiziell in sein Amt eingeführt.
Im britischen Unterhaus kündigt Außenminister Anthony Eden verschärfte Maßnahmen zur Überwachung der Seewege vor der spanischen Küste an. Anlaß sind die Versenkung des Dampfers "Endymon" am 31. Januar und des Dampfers "Alcira" am 4. Februar durch U-Boote bzw. Flugzeuge unbekannter Nationalität. Sowohl Nationalspanien als auch die Republik Spanien weisen sich gegenseitig die Schuld für die Versenkungen zu.

8.2.1938
Richard Walther Darre bietet Heinrich Himmler den Rücktritt als Chef des Rasse- und Siedlungshauptamtes an. Die zukünftige bäuerliche Siedlungspolitik Darres ließ sich mit der Ansicht der SS nicht vereinba­ren, die den zukünftigen Siedler als „Wehrbauern" betrachtet.
Die sowjetische Botschaft in Bukarest gibt bekannt, dass ihr Geschäftsträger Theodor Budenko unter ungeklärten Umständen verschwunden sei. Die sowjetische Regierung fordert Rumänien zu einer Untersuchung auf, da der Verdacht einer Entführung bestehe.

9.2.1938
Reichsjugendführer Baldur von Schirach ruft in einer Verfügung zu einer stärkeren Werbung von Facharbeitern für die Landwirtschaft auf, um den Nachwuchs zu sichern.

10.2.1938
Nach einer Meldung des Deutschen Nachrichtenbüros werden bis 1944 in den Großstädten und größeren Kreisstädten des Deutschen Reiches insgesamt 6000 Reichslautsprechersäulen für Propagandazwecke aufgestellt. Eine Musteranlage entsteht zur Zeit in Breslau.
In Genf geht eine Sonderkonferenz der Völkerbundstaaten zu Ende. Belgien, Großbritannien, Dänemark, die Republik Spanien, Frankreich, Norwegen und die Niederlande unterzeichnen eine 25 Artikel umfassende Konvention über die deutschen Flüchtlinge und verpflichten sich zur Ausstellung von Reisepässen für die Ein- und Ausreise von deutschen Flüchtlingen.
Carlo Mierendorff, Politiker und Widerständler, wird aus dem Gestapogefängnis in der Prinz-Albrecht-Strasse entlassen.
Der Film "Der Maulkorb" von Erich Engel nach dem gleichnamigen Roman von Heinrich Spoerl wird in Berlin uraufgeführt. Zu sehen sind u.a. Ralph Arthur Roberts, Will Quadflieg, Paul Henckels und Elisabeth Flickenschildt.

11.2.1938
In Rumänien löst Patriarch Cristea Miron den tags zuvor zurückgetretenen Octavian Goga als Ministerpräsidenten ab. Die neue Regierung verfügt über das ganze Land den Belagerungszustand, die vorgesehenen Parlaments- und Kommunalwahlen werden ausgesetzt, und die Pressezensur wird verschärft. König Karl II. wendet sich mit einem Aufruf an das Volk, in dem er zur Rettung Rumäniens eine Entpolitisierung des Landes für erforderlich erklärt.
Mit einer Kundgebung im Berliner Sportpalast werden die Reichsberufswettkämpfe im Deutschen Reich 1938 eröffnet.


Unter dem Titel Reichsberufswettkampf wurden im Deutschen Reich von 1934 bis 1939 zentralisierte berufliche Leistungswettbewerbe veranstaltet, an denen Jugendliche aller Berufe und Betriebe teilnehmen konnten. Durchgeführt wurde er von der Deutschen                 


Arbeitsfront mit der Hitlerjugend und dem Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund. Der Wettbewerb umfasste drei bzw. vier Themenfelder: berufliche Praxis, berufliche Theorie, weltanschauliche Schulung und für teilnehmende Mädchen zusätzlich Hauswirtschaft.                    

Nach zweistündigen Gespräch ohne Zeugen schlossen Hitler und Schuschnigg den Entwurf des Abkommens, durch das österreichischen Nationalsozialisten weitreichende politische Entfaltungsmöglichkeit zugesichert werden soll.                    

Nach zweistündigen Gespräch ohne Zeugen schlossen Hitler und Schuschnigg den Entwurf des Abkommens, durch das österreichischen Nationalsozialisten weitreichende politische Entfaltungsmöglichkeit zugesichert werden soll.                    

12.2.1938
Österreichs Bundeskanzler Kurt von Schuschnigg trifft mit seinem Außenstaatssekretär Guido Schmidt und Sonder-Botschafter Franz von Papen mit Adolf Hitler und Joachim von Ribbentrop auf dem Obersalzberg zu Verhandlungen zusammen. Hitler beginnt die Unterredung in rüdem Ton, Österreichs Geschichte sei ein un­unterbrochener Verrat am deutschen Volk: „Und das sage ich Ihnen Herr Schuschnigg", schrie Hitler, „ich bin fest dazu entschlossen, mit dem allem ein Ende zu machen. Das Deutsche Reich ist eine Groß­macht, und es kann und wird niemand dreinreden wollen, wenn es an seiner Grenze Ordnung macht." Ergebnis ist das „Berchtesgadener Abkommen", das den Nationalsozialisten in Österreich politische Amnestie und Regierungsbeteiligung bringt. Ernennung von Arthur Seyss-Inquart zum Innenminister mit Zuständigkeit für die Sicherheitskräfte, enge wirtschaftliche und militärische Bin­dungen an Deutschland. Die Forderungen sollten bis 15. Februar erfüllt werden. Bei diesen „Gesprächen" lässt Hitler es nicht an militärischen Drohungen fehlen, um die Österreicher einzuschüch­tern.
Als Gegner Konrad Henleins aus der Sudetendeutschen Partei (SdP) ausgeschiedene Politiker rufen zur Gründung einer Bewegung Deutscher Sozialisten auf, um die deutsche Volksgruppe zu einigen.
Auf der Hamburger Werft Blohm & Voss wird das dritte Segelschulschiff der Kriegsmarine, die "Albert Leo Schlageter", in Dienst gestellt.
Als Antwort auf die Kritik Frankreichs, der USA und Großbritanniens an der japanischen Flottenbaupolitik teilt Tokio mit, dass es einem Wunsch nach Bekanntgabe seiner Flottenbaupläne nicht entsprechen könne.
In Prag wird das Schauspiel in drei Akten "Die Mutter" (Matka) des tschechischen Autors Karel Çapek uraufgeführt.

13.2.1938
Im "Neuen Vorwärts", dem Organ der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (Sopade), werden die Westmächte der "Kurzsichtigkeit, Zaghaftigkeit und Unentschlossenheit" beschuldigt, mit der sie im Deutschen Reich den Aufbau einer mächtigen Militärmaschinerie zugelassen hätten.
In Leipzig beginnen die Feierlichkeiten zum 125. Geburtstag des Komponisten Richard Wagner. Aus diesem Anlaß entsteht in Leipzig ein Richard-Wagner-Hain mit einem Marmordenkmal des Bildhauers Emil Hipp. Das Denkmal, dessen dritte Relief-Seite zum Wagner-Geburtstag in der Werkstatt Hipps in Kiefersfelden abgenommen worden ist, soll 1940 eingeweiht werden.
Der Mainzer Carnevals-Verein begeht mit einer Jubelsitzung unter Beteiligung zahlreicher deutscher Karnevalsvereine sein 100jähriges Bestehen. Mainz war auch vom 10. bis 12. Februar Ort der Reichstagung des Bundes Deutscher Karneval.
In Neustadt/Schwarzwald werden die deutschen alpinen Skimeisterschaften beendet. Helmuth Lantschner (SA-Hilfswerk) und Christl Cranz (Freiburg) siegen jeweils in Abfahrt, Slalom und Abfahrt-Torlauf.

14.2.1938
Juden werden durch Erlass des Reichswirtschaftsministers aus den Elektro- und Gasgemeinschaften der Wirtschaftsgruppe Elektrizitätsversorgung ausgeschlossen.
Reichskanzler Adolf Hitler, wieder in Berlin, gibt dem Diplo­matischen Korps ein Abendessen.
In der britischen Kronkolonie Singapur wird ein neues Trockendock als Teil des Ausbaus der Flottenbasis eingeweiht und auf den Namen König Georg VI. getauft. Der 1923 begonnene Ausbau soll bis 1939 endgültig abgeschlossen werden, die Gesamtkosten werden über 17 Millionen Pfund (etwa 210 Millionen Reichsmark) betragen.

15.2.1938
Unter der Überschrift »Skandal in Paris« erhebt der »Völkische Beobachter« schärfsten Protest gegen die seit Januar in Paris gezeigte Ausstellung »Fünf Jahre Hitlerdeutschland«.
Zur Durchführung des Vierjahresplans wird ein weibliches Pflichtjahr als Arbeitseinsatz für unverheiratete Frauen bis zu 25 Jahren in Haus- oder Landwirtschaft eingeführt.
In Berlin wird der Film "Heiratsschwindler" von Herbert Selpin uraufgeführt. Zu sehen sind u.a. Harald Paulsen, Hilde Körber, Fita Benkhoff und Elisabeth Flickenschildt.

16.2.1938
In Österreich bildet Bundeskanzler Kurt Schuschnigg seine fünfte Regierung u.a. mit dem nationalsozialistischen Vertrauensmann Arthur Seyß-Inquart als Innen- und Sicherheitsminister. Die Umbildung des Kabinetts entspricht den Wünschen Adolf Hitlers. Zugleich wird eine Amnestie für politische Delikte erlassen. Davon sind politische Straftaten erfaßt, die vor dem 15. Februar 1938 begangen wurden.
In der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg nimmt Reichsleiter Alfred Rosenberg grundsätzlich zur Freiheit von Forschung und Lehre Stellung und erklärt, eine zweckfreie Forschung könne es nicht mehr geben.
Aufgrund einer Regierungsverordnung dürfen in allen Zweigen des öffentlichen Lebens im Iran nur noch iranische Schrift und Sprache verwendet werden.
In Washington unterzeichnet US-Präsident Franklin D. Roosevelt den Agricultural Adjustment Act, mit dem die Agrarpreise stabilisiert und damit die Einkommen der Farmer gesichert werden sollen.
In Brüssel unterliegt im Kampf um die Europameisterschaft im Weltergewicht der Berliner Gustav Eder dem Belgier Felix Wouters nach Punkten.

17.2.1938
Der nationalsozialistische österreichische Innenminister Arthur Seyß-Inquart trifft in Berlin ein und konferiert mit Führer und Reichskanzler Adolf Hitler über die Entwicklung in Österreich.
Durch Erlass von Führer und Reichskanzler Adolf Hitler wird in Berlin eine Dankspendenstiftung errichtet. Sie soll u.a. diejenigen Spenden verwalten, die Hitler unmittelbar vermacht werden.
Ulrich von Hassell, Botschafter in Rom, wird wegen Kritik an Adolf Hitlers Italienpolitik zur Disposition gestellt. Von Hassell übergibt die Geschäfte an Baron Johann von Plessen. In Österreich beginnt die Entlassung der 3.000 inhaftierten Natio­nalsozialisten.
Der rumänische Geschäftsträger in Moskau teilt der sowjetischen Regierung offiziell mit, dass die rumänische Regierung ein Schreiben des ehemaligen sowjetischen Geschäftsträgers in Bukarest, Theodor Budenko, empfangen habe, wonach sich dieser freiwillig nach Italien begeben habe. Die Sowjetunion hatte nach dem am 8. Februar bekanntgewordenen Verschwinden Budenkos den Vorwurf erhoben, Budenko sei entführt und vielleicht getötet worden.

18.2.1938
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler eröffnet die Internationale Automobil- und Motorradausstellung in Berlin. Sie dauert bis zum 6. März. In seiner Eröffnungsansprache kündigt Hitler den Bau eines Volkswagenwerkes an. Er stiftet das „Deutsche Motorsportabzeichen" und besichtigt die erste fahrbare Verkehrserziehungsschule des NSKK.
In Berlin wird der neugestaltete Reichstagssitzungssaal der Presse vorgeführt. An der Stirnwand ist eine Leinwand mit einer 12m langen stilisierten Sonne angebracht, vor der ein 10 m breiter Reichsadler prangt.
In Österreich erhalten die Nationalsozialisten das Recht auf reguläre Betätigung innerhalb der 1933 gegründeten Vaterländischen Front.

19.2.1938
Die vierköpfige sowjetische Nordpolarexpedition, die seit Mai 1937 auf einer Eisscholle gelebt und wissenschaftliche Untersuchungen unternommen hatte, wird von den sowjetischen Eisbrechern "Taimyr" und "Murman" gerettet.

20.2.1938
In einer Rede vor dem Deutschen Reichstag verlangt Führer und Reichskanzler Adolf Hitler von den demokratischen Regierungen, ihre Presse besser im Zaum zu halten. Er sei nicht gewillt, auch weiterhin die Berufung auf die Pressefreiheit als Entschuldigung der ausländischen Regierungen gelten zu lassen. Dann widmet er sich in seiner Rede der Wehrmacht: „Das deutsche Frie­densheer ist aufgestellt! Eine gewaltige deutsche Luftwaffe schützt unsere Heimat! Eine neue Macht zur See unsere Küsten! Inmitten der gigantischen Steigerung unserer allgemeinen Produktion wurde es möglich, eine Aufrüstung ohne gleichen durchzufuhren." Erstmals wird die Rede, in der vor allem der nationalsozialistische Aufbau gewürdigt wird, auch von den österreichischen Sendern sowie über den tschechoslowakischen Sender Liblice ausgestrahlt.
Der britische Außenminister Anthony Eden tritt wegen Differenzen mit Premierminister Neville Chamberlain zurück. Sein Nachfolger wird am 25. Februar Edward Wood Viscount Halifax.
In der Schweiz wird bei einer Volksabstimmung die Anerkennung des Rätoromanischen als vierte Landessprache gebilligt. Angenommen wird ferner ein Vorschlag der Bundesversammlung über die Kontrolle des Handels mit Kriegsmaterial, während eine Initiative für Waffenausweiskontrolle scheitert.
Im Schweizer Kanton Schwyz wird das Verbot kommunistischer Organisationen in einer Volksabstimmung gutgeheißen.
In Berlin werden Felix Kaspar (Österreich) und Maxie Herber/Ernst Baier (Deutsches Reich) Eiskunstlaufweltmeister.
Im Endspiel der Eishockey-Weltmeisterschaft in Prag schlägt das kanadische Team - die Mannschaft der Sudbury Wolves - England mit 3:1 und wird Weltmeister.

21.2.1938
In Rumänien wird die von der Regierung des Patriarchen Cristea Miron ausgearbeitete neue Verfassung veröffentlicht. Sie sieht u.a. die Wahl der gesetzgebenden Körperschaften durch die Berufsstände, die Definition Rumäniens als eines nationalen unteilbaren Einheitsstaates und die politische Enthaltsamkeit der Kirche vor. Der Zugang zu öffentlichen Ämtern steht nur Rumänen frei, die gesetzgebende Gewalt wird vom König ausgeübt, das aktive Wahlrecht steht arbeitenden Personen nach Vollendung des 30. Lebensjahres zu.

22.2.1938
Im Spanischen Bürgerkrieg müssen die republikanischen Truppen als Folge einer nationalistischen Gegenoffensive die am 8. Januar eingenommene Stadt Teruel an der Aragonfront räumen.
Im britischen Unterhaus wird ein Mißtrauensantrag gegen Premierminister Neville Chamberlain mit 330:169 Stimmen abgelehnt. Großbritanniens Premier Neville Chamberlain äußerst sich vor dem Unterhaus in London zum Thema kollektive Sicherheit und Kleinstaaten und erklärt, dass der Völkerbund die kleinen Nationen nicht vor Angriffen werde schützen können.

23.2.1938
In Moskau wird das 20jährige Bestehen der Roten Armee mit einer großen Militärparade begangen.
In Rumänien erklärt Corneliu Zelea Codreanu, Führer der profaschistischen Alles-für-das-Vaterland-Partei (Eiserne Garde), seine Organisation für aufgelöst.
Durch einen KO-Sieg in der 3. Runde über seinen Landsmann Nathan Mann verteidigt der farbige US-Amerikaner Joe Louis in New York seinen im Jahr 1937 gewonnenen Weltmeistertitel im Schwergewichtsboxen.

24.2.1938
Durch Erlass von Führer und Reichskanzler Adolf Hitler werden die Oberbefehlshaber des Heeres und der Kriegsmarine - Generaloberst Walter von Brauchitsch und Generaladmiral Erich Raeder - den Reichsministern im Rang gleichgestellt und können an Sitzungen des Reichskabinetts teilnehmen.
Mit alten Kämpfern feiert Adolf Hitler im Münchener Hof­bräuhaus den 18. Jahrestag der Parteigründung. Hitler befasst sich in seiner Rede mit der Hetze der internationalen Presse gegen Deutschland.
Vor dem österreichischen Bundestag gibt Bundeskanzler Kurt Schuschnigg eine Erklärung ab. Bezugnehmend auf das Verhältnis zu Deutschland sagt Schuschnigg, man sei stets versöhnungsbereit gewesen. Schuschnigg wendet sich gegen die Vorstellung von politischen und sozialen Fronten und beendet seine Ansprache mit den Worten: "Bis in den Tod Rot-Weiß-Rot! Österreich." Im Anschluß an die Schuschnigg-Rede kommt es in Graz und Linz zu nationalsozialistischen Kundgebungen, wobei in Graz mit Genehmigung des Bürgermeisters am Grazer Rathaus die Hakenkreuzflagge gehisst wird.
In Rumänien wird die am 21. Februar veröffentlichte neue Verfassung mit 99,88% der Stimmen gebilligt.

25.2.1938
Im Deutschen Reich wird eine Verordnung zur Regelung der Jagd auf Reichswasserstraßen, am Meeresstrand und an den Küstengewässern erlassen. Darin wird unter anderem die Ausübung der Jagd auf Robben und Wasservögel an eine Erlaubnis des zuständigen Gaujägermeisters geknüpft.
Bei den Wahlen zum estländischen Parlament entfallen 55 der insgesamt 80 Sitze auf die Regierungseinheitsfront von Staatschef Konstantin Päts.

26.2.1938
Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (Sopade) erklärt in Prag die "Zusammenfassung der sozialdemokratischen Kräfte in Deutschland und in der Emigration" zur Voraussetzung für den Erfolg des Kampfes "für ein freies demokratisches und sozialistisches Deutschland".
Adolf Hitler gibt einen „Parteiempfangsabend'' im neuen Füh­rerhaus am „Königlichen Platz" in München und hält dabei eine kurze Ansprache.
Auf dem Ermächtungswege wird in Österreich ein Gesetz erlassen, wonach die grobfahrlässige Gefährdung des inneren Friedens oder der Beziehungen zu anderen Staaten durch ein Druckwerk mit Geld- oder Haftstrafen belegt wird.

27.2.1938
Im Berliner Haus der Kunst wird die aus München kommende und teilweise ergänzte Ausstellung »Entartete Kunst« eröffnet.

28.2.1938
Der Massenmord ("massoperatsij") des NKVD in Russland läuft auf Hochtouren und erreicht an diesem Tag mit 502 vollstreckten Todesurteilen den Rekord auf. Offiziere und Bauern, Priester, Ausländer und KP-Funktionäre waren die Opfer des Stalin'schen Verfolgungswahns. Die treuesten Weggefährten, die glühendsten Anhänger der Sowjetrevolution, die engsten politischen Weggefährten übergab Stalin den Henkersknechten, die mit Genickschuss die Menschen exekutierten. Zwischen August 1937 und November 1938 wurden 25.000 Menschen in der Hauptstadt hingerichtet, davon 20.765 auf der Schießstätte Butovo.
In den Karnevalshochburgen am Rhein beherrscht der Rosenmontag die Szenerie.
In Paris beschließt der internationale Leichtathletikverband die Anerkennung der Weltrekordzeit von 10,2 sec über 100 m, die der farbige US-Amerikaner Jesse Owens am 20. Juni 1936 in Chicago gelaufen war.
Im finnischen Lahti gehen nach viertägiger Dauer die Nordischen Skiweltmeisterschaften zu Ende. Sieger in der nordischen Kombination wird der Norweger Olaf Hoffsbakken. Erfolgreichste Nation ist Finnland mit drei Siegen.

Rechts: Arthur Seyß-Inquart mit Hitler. Seyß- Inquart wurde Anfang 1938 Österreichischer Innenminister. Darüberhinaus war er vom 11. März bis 13. März 1938 östereichischer Bundeskanzler bis zum Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich. Seine Unterschrift gab dem Anschlussgesetz Rechtskraft; da damit der Versailler Kunst-Staat Österreich zu bestehen aufhörte, endete mit dieser Unterschrift auch seine Funktion als "Staatsoberhaupt". Die letzten Worte dieses aufrechten deutschen Ostmärkers vor seiner Ermordung waren: „Ich hoffe, daß diese Hinrichtung der letzte Akt der Tragödie des Zweiten Weltkrieges und eine Lehre sein wird, so daß Frieden und Verständnis zwischen den Völkern herrschen werden..." "Ich glaube an Deutschland!" Links: Die Hakenkreuzfahne am Grazer Rathaus.

Sie können die einzelnen Bilder anklicken und die detailierten Ereignnisse dieser Zeit in der großen Chronik von 1933-45 nachlesen
die sozialen Errungenschaften im Deutschen Reich waren einzigartig und es gab auf der ganzen Welt nichts Vergleichbares

Robert Gilbert Vansittart

Robert Anthony Eden

Franklin D. Roosevelt