Chronik des Nationalsozialismus Januar / Februar 1939

JANUAR 1939

1.1.1939
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler erlässt aus Berchtesgaden seinen Aufruf zum Jahreswechsel an die Parteigenossen „in ergriffener Dankbarkeit gegenüber dem gnädigen Wirken der Vorsehung". Hitlers Erlass an die Wehrmacht ist kurz und hat folgenden Wortlaut: „Soldaten! Im Jahre 1938 ging der Traum von Jahrhunderten in Erfüllung. Großdeutschland ist entstanden. Ihr habt hierbei entscheidend mitgewirkt. Ich danke euch für eure treue Pflichterfüllung. Ich bin gewiss, dass ihr auch in Zukunft stets bereit sein werdet, die Lebensrechte der Nation gegen jedermann zu schützen."
Das im Februar 1938 im Deutschen Reich eingeführte Pflichtjahr für unbeschäftigte weibliche Jugendliche in der Land- und Hauswirtschaft wird für alle ledigen Frauen unter 25 Jahren obligatorisch.
Das Jugendschutzgesetz und die Arbeitszeitverordnung vom 30. April 1938 treten im Deutschen Reich in Kraft.
Im Deutschen Reich treten die Namensänderungsverordnung für Juden vom 17. August 1938 (Annahme von Israel bzw. Sara als zweiten Vornamen) und die Verordnung über den Ausschluß von Juden aus dem Wirtschaftsleben vom 12. November 1938 in Kraft.
Im Deutschen Reich werden fortan auch Kleinstbetriebe zu einer regelmäßigen Buchführung verpflichtet. Bis dahin waren bei Kleinunternehmen die Steuern vom Finanzamt geschätzt worden.
Im Saarbergbau wird unter Tage der neunstündige und über Tage der zehnstündige Arbeitstag eingeführt. Für die Hüttenarbeiter gilt der Zwölfstundentag.
Als Schweizer Bundespräsident für 1939 amtiert der katholisch-konservative Bundesrat Philipp Etter aus Zug, Vorsteher des Departements des Innern.
Die Deutsche Lufthansa AG nimmt den Flugverkehr nach Chile auf. Die Länge der Flugstrecke Berlin-Santiago de Chile beträgt 15 039 km.

2.1.1939
Im Reichsgebiet wird ein Postsparkassendienst eingerichtet. Ein- und Rückzahlungen sind bei über 80 000 Amtsstellen der Deutschen Reichspost möglich.
Adolf Hitler ernennt Dr. Ernst W. Maiwald zum Reichskommissar für die 1942 in Rom stattfindende Weltausstellung, die jedoch nie realisiert wurde.
Hjalmar Schacht sucht Adolf Hitler auf dem Berghof auf und berichtet ihm über seine Gespräche mit hochrangigen Vertretern jüdischer Organisationen betreffs Finanzierung der Auswanderung von Juden aus Deutschland, die er in London führte.
Bei den Unruhen im britischen Mandatsgebiet Palästina wurden seit dem 1. Januar 1938 insgesamt 3720 Personen getötet oder verwundet.

3.1.1939
Aufgrund einer Anordnung des Reichswirtschaftsministeriums werden Juden zu den Prüfungen der Industrie-, Handwerks- und Handelskammern nicht mehr zugelassen.
Das deutsche Wirtschaftsministerium ordnet an, Juden zu Prüfungen der Industrie- und Handelskammer nicht mehr zuzulassen. In Berlin beginnt der Prozess gegen den linkssozialistischen Politiker und Schriftsteller Ernst Niekisch, 1931 Verfasser der Schrift „Hitler, ein deutsches Verhängnis".
Das Präsidium des Obersten Sowjet der UdSSR bestätigt den neuen Fahneneid für die Rote Armee und die Rote Marine. Auf alle weltrevolutionären Verpflichtungen wird dabei verzichtet.

4.1.1939
Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) in Wien gibt bekannt, dass im ehemaligen Österreich (Ostmark) 47.768 Juden ein Vermögen von insgesamt 2,041 Milliarden Reichsmark angemeldet haben.
In seiner Botschaft an den Kongress warnt US-Präsident Franklin Delano Roosevelt vor einer Bedrohung der Demokratie und des Weltfriedens durch aggressive Staaten in Europa.
In Rumänien wird von der Regierung eine für den 6. Januar geplante Erhebung des faschistischen Geheimbundes Eiserne Garde aufgedeckt. Der Bund war offiziell am 10. Februar 1938 aufgelöst worden.
Mit einem Kinostreik protestieren die Besitzer von über 300 Kinos in Paris und Umgebung bis zum 7. Januar gegen eine neue städtische Zusatzsteuer.

5.1.1939
Auf dem Obersalzberg trifft der polnische Außenminister Jozef Beck zu einer Aussprache mit Adolf Hitler in Gegenwart von Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop zusammen. Das Hauptthema ist der Anschluss Danzigs und der Korridor. Die Verhandlungen über Hitlers Vorschläge stocken. Hitler erklärt: „Danzig sei deutsch, werde stets deutsch bleiben und früher oder später zu Deutschland kommen." Beck erklärt, er wolle „das Problem gern einmal in Ruhe überlegen".
Alle politischen Organisationen der Juden, auch die Zionistische Vereinigung und der Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, werden durch Heinrich Himmler aufgelöst.
Der Etatvorschlag von US-Präsident Franklin Delano Roosevelt für das Haushaltsjahr 1939/40 sieht bei Gesamtausgaben von 8,9 Milliarden US-Dollar (rund 22 Milliarden Reichsmark) insgesamt 1,3 Milliarden US-Dollar (rund 3,2 Milliarden Reichsmark) für Verteidigung vor.
Kiichiro Freiherr Hirunama löst Fumimaro Fürst Konoe (im Amt seit 1937) als japanischer Ministerpräsident ab.

6.1.1939
Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop und der polnische Außenminister Jozef Beck setzen die politischen Verhandlungen in München über den - von Polen abgelehnten - Wiederanschluss Danzigs an das Reich fort.
Adolf Hitler gratuliert Heinrich Himmler, der sein zehnjähriges Dienstjubiläum als Reichsführer SS feiert, bei einem Empfang auf dem Obersalzberg.
In der Zeitschrift »Naturwissenschaft« erscheint der Bericht von Otto Hahn und Friedrich Straßmann »Über den Nachweis und das Verhalten der bei der Bestrahlung von Uran mittels Neutronen entstehenden Erdalkalimetalle«. Damit wird die Fachwelt über die erste erfolgreiche Kernspaltung informiert.

7.1.1939
In Wilhelmshaven wird das 1936 vom Stapel gelaufene 26 000-t-Schlachtschiff "Scharnhorst" in Dienst gestellt.
Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht und einige seiner Direktoren warnen in einer Denkschrift an Führer und Reichskanzler Adolf Hitler vor einem Zusammenbruch des Finanzsystems durch die intensivierte Hochrüstung.
Deutschen Rechtsanwälten wird die Vertretung von Juden verboten. Ausnahmen gelten u.a. für die Abwicklung von Konkursen und Vermögensübertragungen.
In Stockholm einigen sich Schweden und Finnland grundsätzlich auf eine Wiederbefestigung der seit 1920 neutralisierten finnischen Alandinseln.
In Leipzig wird die Oper "Die pfiffige Magd" des deutschen Komponisten Julius Weismann uraufgeführt.
In Berlin trifft die Besatzung der am 28. November 1938 nach Tokio gestarteten Focke Wulf Fw 200 "Condor" ein. Auf dem Rückflug war im Dezember eine Notwasserung in Manila auf den Philippinen notwendig geworden.

8.1.1939
In Znojmo werden die neuerworbenen südmährischen und südböhmischen Gebiete an die Ostmark-Reichsgaue Nieder- und Oberdonau übergeben.
Im Warschauer Schloss bei einem geheimen Treffen zwischen Marschall Rydz-Smygli, Staatspräsident Mo und Oberst Beck, beschloss die polnische Führung ihre künftige Haltung in der Danzig-Frage: Eine „schwankende Haltung" könne das Land die Unabhängigkeit kosten und es zu einem deutschen „Vasallenstaat" machen. Deshalb sei eine feste Linie unabdingbar.
Frankreichs Ministerpräsident Edouard Daladier beendet seine am 2. Januar begonnene Reise durch Korsika, Tunesien und Algerien. Gegenüber Ansprüchen Italiens betonte Daladier die Bindung dieser Gebiete an Frankreich.
Im Finale um den deutschen Fußballpokal schlägt vor 40 000 Zuschauern im Berliner Olympia-Stadion Rapid Wien den FSV Frankfurt 3:1 (0:1).

9.1.1939
Der Bauarbeiter Max Hoffmann übergibt am Vormittag Adolf Hitler die Schlüssel der Neuen Reichskanzlei. In einer prunkvollen Feier wird die von Albert Speer konzipierte monumentale Neue Reichskanzlei an der Vossstraße und die Reichskanzlerwohnung im Reichskanzler-Palais an der Wilhelmstraße geweiht.

10.1.1939
William R. Castle, Unterstaatssekretär der Hoover-Administration, warf der Roosevelt-Administration vor, Krieg zu riskieren, indem sie sich als Staatsanwalt und Richter für den Rest der Welt aufspielt: "Das Präsidentenprogramm des gedankenlosen Daherschwadronierens und das politische Verhalten der Regierungsanhänger in Washington sichert nicht den Frieden, sondern schafft eine Atmosphäre, die förderlich für Explosionen ist, die im Krieg enden werden".
Der linkssozialistische Publizist Ernst Niekisch wird vom Volksgerichtshof wegen Gründung einer Widerstandsbewegung zu lebenslänglich Zuchthaus verurteilt.
In der Berliner Universität wird die nach dem fränkischen NS-Gauleiter benannte Julius-Streicher-Schule eröffnet. Lehrbeauftragter ist Peter Deeg, Autor des Buches "Die Hofjuden" (1938).

11.1.1939
Das Sozialamt der Deutschen Arbeitsfront (DAF) ruft alle "schaffenden" Volksgenossen" dazu auf, sich mit ihrer ganzen Kraft an jedem Ort zur Verfügung zu stellen und nicht durch selbsteingelegte Feierschichten gegen den Gedanken der Volksgemeinschaft zu verstoßen.
In einer Note an die deutsche Reichsregierung verlangen die USA erneut die Beachtung der Rechte von jüdischen US-Bürgern im Deutschen Reich.

12.1.1939
Zum Neujahrsempfang in der Neuen Reichskanzlei beim Führer erscheinen nacheinander die Spitzen der Wehrmacht, Heinrich Himmler als Chef der Polizei und Berlins Oberbürgermeister Julius Lippert. Nuntius Cesare Orsenigo würdigt für das Diplomatische Korps den Friedensvertrag von München im vergangenen September. Dies beantwortet Adolf Hitler mit der Hoffnung, dass Europa der Frieden erhalten bleibt. Am Nachmittag macht Hitler einen Besuch bei Hermann Göring, um ihm zu seinem 46. Geburtstag zu gratulieren. Dem gleichaltrigen Alfred Rosenberg sendet er nur ein Glückwunschtelegramm.
Adolf Hitler wohnt einer Aufführung der Operette „Die lustige Witwe" im Opernhaus in Berlin-Charlottenburg bei, die Franz Lehar persönlich dirigiert.
Der deutsche Gesandte in Den Haag protestiert bei der niederländischen Regierung gegen Revolveranschläge auf deutsche Diplomaten am 6. und 9. Januar in Amsterdam und Den Haag.
Der Großdeutsche Rundfunk strahlt eine Sendung mit klassischer Musik und Reden von Joseph Goebbels und Italiens Botschafter Bernardo Attolico aus.
Der britische Außenminister Edward Frederick Lindley Wood Halifax erhält ein Ultimatum der Irisch-Republikanischen Armee (IRA), die mit Anschlägen droht, falls Großbritannien seine Truppen nicht innerhalb von vier Tagen aus Nordirland zurückzieht.
In Palästina tritt das von der britischen Verwaltung verhängte Fahrverbot für arabische Fahrzeughalter in Kraft.

13.1.1939
Willy Bertuleit, stellv. Führer der Nationalsozialisten im Memelland, wird vom litauischen Generalgouverneur mit der Bildung des Memeldirektoriums beauftragt.
Auf dem Gebiet der Freien Stadt Danzig wird allen arischen Zahnärzten die Behandlung von jüdischen Patienten untersagt. Der einzig zugelassene jüdische Zahnarzt wohnt in Zoppot.
Rudolf Heß, der Stellvertreter des Führers, leitet in Berlin eine Tagung der NSDAP-Führerschaft, auf der Fritz Todt über Aufgaben des Straßen- und Festungsbauwesens und Reinhard Heidrich über die Sicherheitspolizei referieren.
Mit einer Ansprache von Walter Frank, Präsident des Reichsinstituts für die Geschichte des neuen Deutschland, beginnt in der Universität Berlin die Vortragsreihe "Judentum und Judenfrage".
Eine Roosevelt-Botschaft an den Kongress fordert für die sofortige Aufrüstung die Bereitstellung von mindestens 525.000.000 Dollar. Hiervon sollen 450 Millionen für die Armee, 65 Millionen für die Marine und 10 Millionen für die Ausbildung ziviler Piloten verwendet werden.
In Berlin eröffnet Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten die erste Tagung des Nationalsozialistischen Reichsbundes für Leibesübungen.

14.1.1939
Die »Nationalsozialistische Korrespondenz« veröffentlicht einen Erlaß von Reichsführer SS Heinrich Himmler und Reichsjugendführer Baldur von Schirach über den Landdienst der Hitlerjugend (HJ) und der Heranziehung von Wehrbauern aus HJ- bzw. SS-Leuten.
Sämtliche NSDAP Reichs- und Gauleiter und ihre Stellvertreter sind zu einer Führertagung nach Berlin berufen worden. Nach dem gemeinsamen Mittagessen führt Adolf Hitler sie persönlich durch die neuen Räume der Reichskanzlei und hält anschließend eine längere Rede.
In der Pressekonferenz beim Reichspropagandaministerium ergeht die Mitteilung an die Schriftleiter der deutschen Presse, wonach Adolf Hitler nicht mehr als »Führer und Reichskanzler«, sondern nur noch als »Führer« zu bezeichnen ist.
Großbritanniens Premierminister Arthur Neville Chamberlain und Außenminister Edward Frederick Lindley Wood Halifax beenden einen dreitägigen Besuch in Rom. Thema war u.a. die Abgrenzung der Kolonialinteressen in Nordafrika.

15.1.1939
In Detmold fordert Reichsleiter Alfred Rosenberg die westlichen Demokratien auf, den Juden ein Gebiet außerhalb Palästinas zuzuweisen, um dort »ein jüdisches Reservat einzurichten«.
Zur Hebung der Produktivität in der sowjetischen Landwirtschaft beschließt das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der Sowjetunion u.a. die Einführung eines Prämiensystems.

16.1.1939
Adolf Hitlers spricht in Berlin mit dem ungarischen Außenminister István Graf von Csáky, über die Lösung des Judenproblems. Hitler berichtet von dem Plan, für Deutschland dieses Problem durch ein internationales Finanzierungsprojekt zu lösen. Es stehe jedenfalls fest, daß die Juden bis zum letzten aus Deutschland ausgesiedelt werden müßten.
Das Deutsche Reich und die Türkei unterzeichnen ein Kreditabkommen über 150 Millionen Reichsmark.
In mehreren britischen Städten explodieren in Einrichtungen der Energiewirtschaft Bomben der illegalen Irisch-Republikanischen Armee (IRA).

17.1.1939
Generaladmiral Raeder legt Adolf Hitler die endgültige Fassung des Z-Plans der Kriegsmarine in der Reichskanzlei vor. ( der Z-Plan besagt, das bis Ende 1943 sechs Schlachtschiffe mit einer Tonnage von jeweils 35.000 Tonnen und mit Geschützen vom Kaliber 420 Millimeter fertig gestellt werden sollen) Zehn Tage darauf gab Hitler einen bedeutsamen »Führerbefehl« heraus, worin dem Aufbau der Kriegsmarine absoluter Vorrang eingeräumt wurde.
Die zweite allgemeine Volkszählung in der UdSSR ergibt eine Gesamtpopulation von 170,5 Millionen Menschen.
Vor dem Völkerbundrat in Genf betont der Vertreter der Republik China, Wellington Vi Kynin Koo, den Willen seiner Regierung, den Kampf gegen Japan fortzusetzen. Er fordert die Völkerbundstaaten zum Wirtschaftsboykott Japans auf.
In Brest läuft das 35 000-t-Schlachtschiff "Richelieu" vom Stapel.

18.1.1939
Zum Abschluß seines dreitägigen Besuchs in Berlin lobt der ungarische Außenminister István Graf von Csáky das neue Deutsche Reich.
Adolf Hitler empfängt in der Reichskanzlei die Leutnants des Offiziersjahrgangs 1938 von Heer, Marine und Luftwaffe. Er spricht in Anwesenheit ihrer drei Oberbefehlshaber zu ihnen über die Aufgaben und Pflichten eines Offiziers in der Großdeutschen Wehrmacht.
Aufgrund von positiven Tests sollen bei der Verkehrspolizei im Deutschen Reich Lautsprecherwagen bei der Verkehrsregelung eingesetzt werden.
In Preßburg hält der Landtag der Slowakei seine erste Sitzung ab.
Der Reichsinnenminister ordnet die Anlage einer Bevölkerungskartei an. Sie soll alle Einwohner im Alter von 5 bis 70 Jahren umfassen; außerdem sollen die Schulen eine Schülerkartei anlegen. Die Karten von Juden werden mit dem Buchstaben J gekennzeichnet.
Heinz Rühmann wird von Joseph Goebbels nach seiner Scheidung wieder in die Reichskulturkammer aufgenommen.

19.1.1939
Reichswirtschaftsminister Walther Funk wird anstelle von Hjalmar Schacht Präsident des Reichsbankdirektoriums. Anlaß ist ein von Schacht und anderen - ebenfalls entlassenen - Reichsbankdirektoren unterzeichnetes Memorandum vom 7.Januar, in dem vor der finanziellen Überbeanspruchung der Wirtschaft durch die Rüstung gewarnt wurde. Schacht blieb Reichsminister ohne Geschäftsbereich.
In Bremen läuft der Schwere Kreuzer "Seydlitz" vom Stapel (10 000 t).
In Berlin-Dahlem wird eine deutsch-italienische Studienstiftung eröffnet.
Zur Förderung der "Geistigen Landesverteidigung" wird in Zürich die private Gesellschaft "Res publica" gegründet.
Das Hamburger Seeamt erklärt zur Ursache des Verlustes des Segelschulschiffs "Admiral Karpfanger" im März 1938 im Südatlantik der Untergang sei vermutlich eine Folge höherer Gewalt.
Das SA-Sportabzeichen erhält durch einen Führererlass den Charakter eines „SA-Wehrabzeichens" im Dienste der vor- und nachmilitärischen Wehrerziehung.

20.1.1939
Die Verordnung über die Beschäftigung Jugendlicher in bergbaulichen Betrieben gibt die Möglichkeit zur Ausweitung der Arbeitszeit für noch nicht 16jährige.
Der Schweizer Bundesrat beschließt den Visumzwang für alle Emigranten.

21.1.1939
Der Außenminister der Tschechoslowakei, František Chvalkovsky, bietet der Reichsregierung weitgehende Einflußmöglichkeiten auf sein Land an. Dafür erwartet er eine Grenzgarantie.
In Tokio verlangt der japanische Regierungschef Kiichiro Freiherr Hirunama die Ausrottung des Kommunismus in China. In dem von Japan zu schaffenden neuen Ostasien behielten auch China und Mandschukuo ihr Eigenleben.

22.1.1939
Reichsjugendführer Baldur von Schirach spricht in Dresden auf der ersten Veranstaltung des BDM-Werkes (Bund Deutscher Mädel) »Glaube und Schönheit«.
Im »Völkischen Beobachter« erklärt Reichspropagandaminister Joseph Goebbels, noch nie habe die deutsche Presse US-Präsident Roosevelt beleidigt.
In der Schweiz wird mit 346 024 gegen 155 032 Volksstimmen (21 gegen 1 Standesstimme) ein Verfassungsartikel angenommen, wonach der Erlass dringlicher Bundesbeschlüsse eine Mehrheit in beiden Räten erfordert.
Mit dem Sieg über Henner Henkel wird Roderich Menzel in Bremen internationaler deutscher Hallentennismeister.

23.1.1939
Der Regierungschef der Republik Spanien, Juan Negrín, verlässt mit der Regierung Barcelona.
Mit einer Radiorede von Premierminister Arthur Neville Chamberlain beginnt in Großbritannien die Werbung für den freiwilligen Hilfsdienst.
In Rom heiraten die Königstochter Prinzessin Maria von Savoyen und Prinz Ludwig von Bourbon-Parma.
Der 43fache österreichische Fußballnationalspieler Matthias Sindelar stirbt in Wien an einer Gasvergiftung.

24.1.1939
Auf Anweisung von Hermann Göring, dem Beauftragten für den Vierjahresplan, wird im Reichsministerium des Innern eine Reichszentrale für jüdische Auswanderung gegründet. Göring beauftragt Heydrich, die Judenfrage einer den Zeitumständen entsprechend möglichst günstigen Lösung zuzuführen.- Die Auswanderung der Juden aus Deutschland solle mit allen Mitteln gefördert werden.
Das Deutsche Reich und Nationalspanien unterzeichnen in Burgos ein umfangreiches Kulturabkommen.
Das Deutsche Reich und Italien vereinbaren den Einsatz von 37.000 italienischen Landarbeitern im Deutschen Reich.
Reichsjugendführer Baldur von Schirach weiht in Potsdam 140 Bannfahnen der Hitlerjugend (HJ) aus der Ostmark und dem Sudetenland.

25.1.1939
In einem 14seitigen Zirkular des Auswärtigen Amtes an die deutschen diplomatischen Vertretungen über »Die Judenfrage als Faktor der Außenpolitik« heißt es u.a.: »Das letzte Ziel der deutschen Judenpolitik ist die Auswanderung aller im Reichsgebiet lebenden Juden.«. Zwar sei zu erwarten, daß die einschneidenden Maßnahmen auf wirtschaftlichem Gebiet den Auswanderungwillen der Juden fördern, aber die bisherigen antijüdischen Maßnahmen hätten nicht wesentlich zur Abwanderung der deutschen Juden beigetragen.
Im Berliner Sportpalast richten der fränkische NS-Gauleiter Julius Streicher und der italienische Staatsminister Roberto Farinacci heftige Angriffe gegen das Judentum und die angeblich judenfreundliche katholische Kirche.
Ein Erdbeben in Chile fordert über 10 000 Tote. Besonders betroffen sind die Städte Chillan und Concepción.
Durch k. o. in der 1. Runde über John H. Lewis im New Yorker Madison Square Garden bleibt der US-Amerikaner Joe Louis Schwergewichts-Boxweltmeister.

26.1.1939
Barcelona ergibt sich kampflos den nationalistischen Truppen.
Britisches Beistandsversprechen an Frankreich- im Fall eines Krieges, in den die beiden Länder verwickelt würden, stehen alle Streitkräfte Großbritanniens Frankreich ebenso zur Verfügung, wie alle Streitkräfte Frankreichs zur Verfügung Großbritanniens stehen. Frankreichs Außenminister Georges Bonnet unterstreicht vor der Kammer das gute Verhältnis zu Großbritannien. Das Parlament billigt mit 374 gegen 228 Stimmen die Außenpolitik der Regierung des Radikalsozialisten Edouard Daladier.
Bei einem Besuch Ribbentrops in Warschau schnitt der Außenminister die Danzig-Frage erneut an. Der polnische Außenminister lehnte jedoch gemäß dem Beschluß vom 8. Januar kategorisch ab.
In einem Brief an den katholischen Bischof von Berlin, Konrad Graf von Preysing, kritisiert Reichskirchenminister Hanns Kerrl, dass sich die Kirche infolge der Verkennung von Weltanschauung und Religion in die Politik einmische.
Laut "Frankfurter Zeitung" sind von den 3750 jüdischen Einzelhandelsunternehmen, die es am 1. August 1938 in Berlin gab, 700 in deutsche Hände übergegangen. Die übrigen wurden geschlossen.
Mit Heinrich Gretler in der Titelrolle führt das Zürcher Schauspielhaus Friedrich von Schillers "Wilhelm Tell" auf. Am Schluß erheben sich die Besucher und singen die Schweizer Landeshymne "Rufst Du, mein Vaterland".

27.1.1939
Adolf Hitler wird vom schwedischen Sozialdemokrat und Reichstagsabgeordnete Erik Brandt für den Friedensnobelpreis 1939 vorgeschlagen: „Es ist Adolf Hitler und niemand anderes, dem wir alle zuforderst dafür zu danken haben, dass in fast ganz Europa noch Frieden herrscht, und in ihm ruht die Hoffnung auf zukünftigen Frieden. …Adolf Hitler ist schließlich der unbestreitbare, gottbegnadete Freiheitskämpfer unserer Zeit, und Millionen von Menschen blicken zu ihm auf als Friedensfürst der Welt."
Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop beendet seinen zweitägigen Staatsbesuch in Polen. Über den Anschluß Danzigs an das Deutsche Reich wurde keine Einigung erzielt.
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler ordnet den verstärkten Ausbau der deutschen Kriegsmarine an. Bis 1948 soll die Marine 300 Schiffe umfassen.
Adolf Hitler gratuliert General Franco in einem Glückwunschtelegramm zur Eroberung Barcelonas.
Der Erlass Adolf Hitlers vom 19. Januar 1939 wird durch eine Verfügung über die vor- und nachmilitärische Wehrerziehung auf dem Gebiete des Motorwesens ergänzt. Die Aufgaben werden dem NSKK auferlegt.
Hermann Esser wird Staatssekretär für den Fremdenverkehr im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda.
Reichsbauernführer Richard Walther Darre eröffnet in Berlin die Landwirtschaftsschau "Grüne Woche".

28.1.1939
Am Staatlichen Opernhaus Berlin wird die Oper "Die Bürger von Calais" von Rudolf Wagner-Régeny (Text von Caspar Neher) uraufgeführt.
Höhepunkt des Berliner Presseballs ist das erste öffentliche Auftreten von Zarah Leander als Sängerin.
Das Reichswirtschaftsministerium verbietet den Juden, auf Märkten zu verkaufen.

29.1.1939
Tagung des polnischen Westverbandes in Kattowitz, in der Deutschland und die deutsche Volksgruppe in Polen erneut scharfen Angriffen ausgesetzt war.
Vor 45 000 Zuschauern schlägt in Brüssel die deutsche Fußballnationalmannschaft die Elf von Belgien 4:1 (2:1).

30.1.1939
Vor dem "Großdeutschen Reichstag" in der Berliner Krolloper würdigt Führer und Reichskanzler Adolf Hitler die Leistungen des Jahres 1938 und droht für den Fall eines erneuten vom Finanzjudentum initiierten Krieges mit der "Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa".
Der Reichstag billigt die Verlängerung des Ermächtigungsgesetzes ("Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich" vom 24.3.1933) bis zum 10. Mai 1943. Die Wahlperiode des Reichstags wird auf vier Jahre festgesetzt.
Die deutsche Reichsregierung beschließt ein Gesetz über den Bau von Heimen der Hitlerjugend. Bauträger sind die Gemeinden, finanzielle Förderung erhalten sie durch die jeweiligen Landkreise sowie durch die Partei.
Als Anlass des 6. Jahrestags der Machtergreifung empfängt Adolf Hitler im großen Saal der Neuen Reichskanzlei die Nationalpreisträger von 1938: die Flugzeugkonstrukteure Willy Messerschmitt und Ernst Heinrich Heinkel, den VW-Hersteller Ferdinand Porsche und Fritz Todt.
Josef Bürckel, Reichskommissar für die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Reich, wird anstelle von Odilo Globocnik Gauleiter von Wien.
Zur Reduzierung des Flüchtlingsstroms aus dem republikanischen Spanien gewährt Frankreich vorerst nur noch Frauen und Kindern Asyl.

Nach nur 12 Monaten Bauzeit war die Neue Reichskanzlei fertig gestellt. Die Gesamtkosten für den Bau betrugen rund 90 Millionen Reichsmark.            

Nach nur 12 Monaten Bauzeit war die Neue Reichskanzlei fertig gestellt. Die Gesamtkosten für den Bau betrugen rund 90 Millionen Reichsmark.            

Der Ehrenhof der Reichskanzlei - das Portal am Hauteingang flankieren die zwei Statuen Arno Brekers, die Partei und Wehrmacht verkörpern.             

Der Ehrenhof der Reichskanzlei - das Portal am Hauteingang flankieren die zwei Statuen Arno Brekers, die Partei und Wehrmacht verkörpern.             

Neujahrsempfang in der neuen Reichskanzlei am 12. Januar 1939, der Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop bei einem Gespräch mit dem Nuntius Orsenigo von Deutschland, im Hintergrund Adolf Hitler.                 

Neujahrsempfang in der neuen Reichskanzlei am 12. Januar 1939, der Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop bei einem Gespräch mit dem Nuntius Orsenigo von Deutschland, im Hintergrund Adolf Hitler.                 

Die Richelieu war ein nach dem französischen Staatsmann und Kardinal Richelieu benanntes französisches Schlachtschiff aus dem 2. Weltkrieg. Sie war das Typschiff der Richelieu-Klasse der Französischen Marine.                 

Die Richelieu war ein nach dem französischen Staatsmann und Kardinal Richelieu benanntes französisches Schlachtschiff aus dem 2. Weltkrieg. Sie war das Typschiff der Richelieu-Klasse der Französischen Marine.                 

Die Seydlitz war ein Schwerer Kreuzer der deutschen Kriegsmarine. Er war das vierte Schiff der Admiral Hipper-Klasse (Bauauftrag Kreuzer K). Das Schiff wurde nach Friedrich Wilhelm von Seydlitz benannt.                 

Die Seydlitz war ein Schwerer Kreuzer der deutschen Kriegsmarine. Er war das vierte Schiff der Admiral Hipper-Klasse (Bauauftrag Kreuzer K). Das Schiff wurde nach Friedrich Wilhelm von Seydlitz benannt.                 

Adolf Hitlers Rede vom 30. Januar 1939 im Wortlaut

Adolf Hitlers Rede vom 30. Januar 1939 im Wortlaut

Adolf Hitlers Rede vom 30. Januar 1939 im Wortlaut

Adolf Hitlers Rede vom 30. Januar 1939 im Wortlaut

31.1.1939
Geheimsitzung der Armeekommission des Senats in welcher Franklin D. Roosevelt von weit gehenden Bindungen zwischen den Vereinigten Staaten und den europäischen Demokratien sprach. Die "New York Herald Tribune" meldete, Roosevelt habe bereits feste Abmachungen zwischen den drei demokratischen Großmächten bestätigt, und erklärt, dass die USA bereit sein müssten, im Falle eines europäischen Krieges Frankreich und England zu Hilfe zu kommen.
Durch Inkrafttreten der 8. Durchführungsverordnung zum Reichsbürgergesetz vom 17. Januar 1939 enden im Deutschen Reich die Bestallungen bzw. Approbationen von jüdischen Zahnärzten, Tierärzten und Apothekern.
Mit einer Kundgebung im Berliner Sportpalast wird der Reichsberufswettkampf 1939 eröffnet.
In Nürnberg hat der Film "Das unsterbliche Herz" von Veit Harlan mit Heinrich George, Kristina Söderbaum und Paul Henckels in den Hauptrollen Premiere.

Joachim Ribbentrop und Jozef Beck bei politischen Verhandlungen in München über den Wiederanschluss Danzigs an das Deutsche Reich                 

Joachim Ribbentrop und Jozef Beck bei politischen Verhandlungen in München über den Wiederanschluss Danzigs an das Deutsche Reich                 

Die Illustrierte „Der Adler“ war dazu gedacht, die deutsche Jugend für den Dienst in der Wehrmacht speziell in der Luftwaffe zu begeistern                

Die Illustrierte „Der Adler“ war dazu gedacht, die deutsche Jugend für den Dienst in der Wehrmacht speziell in der Luftwaffe zu begeistern                

In Wilhelmshaven wird Schlachtschiff »Scharnhorst« in Dienst gestellt
Die von Albert Speer konzipierte Neue Reichskanzlei

FEBRUAR 1939

1.2.1939
Die Luftwaffe wird neu gegliedert: Chefs der Luftflotten Ost, Nord und West werden die Generäle Albert Kesselring, Helmut Felmy und Hugo Sperrle. Staatssekretär Erhard Milch wird Generalinspektor der Luftwaffe, Hans-Jürgen Stumpf Chef der Luftabwehr und Ernst Udet Generalluftzeugmeister.
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler unterzeichnet einen Erlass über die Festigung der östlichen Grenzgebiete. Ziel ist u.a. die zahlenmäßige Stärkung des deutschen Volkstums im Grenzraum.
Nach drei Tagen geht in Draveil bei Paris die "Berner Konferenz" der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) zu Ende. Die KPD propagiert die Volksfront gegen die Hitler-Diktatur.
Wegen der Ankündigung Ungarns, dem Antikominternpakt beizutreten, löst die UdSSR ihre Botschaft in Budapest auf.
Auf Weisung von Führer und Reichskanzler Adolf Hitler wird die Schack-Galerie in München errichtet.
Adolf Hitler besucht das Internationale Reit- und Fahrturnier in der Berliner Deutschlandhalle.
Alle jüdischen Emigranten müssen die Tschechoslowakei auf Beschluß der Prager Regierung in 6 Monaten verlassen haben.
In der Mailänder Scala erlebt die Oper "La dama boba" (Das dumme Mädchen) von Ermanno Wolf-Ferrari nach Lope Félix de Vega Carpio ihre Uraufführung.
Mit der Uraufführung der Operettenrevue "Das Schiff der schönen Frauen" (Musik: Walter Kollo) wird in Köln das Apollo-Theater eröffnet.

2.2.1939
Verhandlungen von Mr. George Rublee und dem ranghohen deutschen Beamten Helmut C. H. Wohlthat über einen internationalen Plan zur Förderung und wirtschaftlichen Absicherung der jüdischen Auswanderung aus Deutschland. Rublee und Wohlthat verständigen sich auf einen Plan, so daß etwa 400.000 Juden im Laufe von drei Jahren, aus Deutschland herausgebracht werden können.
Belgiens Ministerpräsident Paul Henri Spaak wird in Brüssel tätlich angegriffen. Anlaß ist der Sprachenstreit zwischen Flamen und Wallonen.
Benito Mussolini empfängt in Rom den SA-Stabschef Viktor Lutze.
Das Amt für soziale Selbstverwaltung der Deutschen Arbeitsfront erklärt: "Bei der heutigen ... Arbeitseinsatzlage, wo die Schaffenden oft 12 oder 14 Stunden ... täglich unterwegs sind kommt der betrieblichen Ernährung besondere Bedeutung zu."
In der Wiener Staatsoper hat als erste Uraufführung seit dem "Anschluß" Österreichs im März 1938 die Oper "Königsballade" von Rudolf Wille Premiere.
In der Sowjetunion wird der Film "Die Wyborger Seite" (Wyborgskaja storona) von Michail Romm über die ersten Jahre nach der Revolution uraufgeführt.

3.2.1939
Führer-Stellvertreter Rudolf Heß vollzieht in Dortmund den ersten Spatenstich zum Bau einer Gemeinschaftssiedlung für 20.000 Menschen.
Der deutsche „Prager Zeitungsdienst" fordert von der tschechischen Regierung als „Prüfstein" für den Neuaufbau: 1. eine deutschfreundliche Außenpolitik 2. die Ordnung der Judenfrage und 3. die Rechtssicherung der deutschen Volksgruppen.
US-Präsident Franklin Delano Roosevelt erklärt, man sei gegen jede Art von Bündnissen, sympathisiere aber mit der Wahrung der Unabhängigkeit aller Staaten.
Die Schweizer Bundesversammlung erteilt in einer Sondersitzung dem Bundesrat Vollmacht für außerordentliche Truppenaufgebote im Jahr 1939.
Der Kabarettist Werner Finck und vier andere Unterhaltungskünstler werden aus der Reichskulturkammer ausgeschlossen und dürfen nicht mehr öffentlich auftreten.
In Hollywood werden die Academy Awards ("Oscars") für das Jahr 1938 vergeben. Als bester Film wird Frank Capras "Lebenskünstler" (You can't take it with you) mit James Stewart und Jean Arthur in den Hauptrollen ausgezeichnet. Bester Schauspieler ist wie im vergangenen Jahr Spencer Tracy; die Auszeichnung für die beste weibliche Hauptrolle geht zum zweiten Mal an Bette Davis.

4.2.1939
Adolf Hitler entlässt drei weitere Mitarbeiter des abgesetzten Reichsbankpräsidenten Hjalmar Schacht und ersetzt sie durch „zuverlässige" Persönlichkeiten.
In seiner ersten Kundgebung als Gauleiter von Wien wendet sich Josef Bürckel gegen Korruption, Denunziantentum und Gerüchtemacherei.
Im Deutschen Reich werden zwei zusätzliche Scheinwerfer (Nebellampen, Kurvenlampen, Breitstrahler u. ä.) an Kraftfahrzeugen zugelassen.
In den Londoner U-Bahn-Stationen Tottenham Court Road und Leicester Square explodieren Bomben der Irisch-Republikanischen Armee (IRA). Sie richten erheblichen Sachschaden an.
In Sankt Moritz stirbt im Alter von 72 Jahren der niederländische Ölindustrielle Sir Henri Deterding, der Begründer des Royal Dutch/Shell-Konzerns.
Am Staatstheater Stuttgart wird die Operette "Die ungarische Hochzeit" mit Vorspiel und drei Akten von Nico Dostal uraufgeführt. Das Libretto schrieb Hermann Hermecke nach einer Novelle von Kálmán Mikszáth.

5.2.1939
Der Präsident der Spanischen Republik, Manuel Azaña y Díaz, und der katalanische Staatspräsident Luis Companys y Jover fliehen über die französische Grenze ins Exil.
Dragi Cvetkovic wird anstelle von Milan Stojadinovic Ministerpräsident von Jugoslawien. Das alte Kabinett war über die Kroatenfrage gestürzt.
Die deutsche Antarktische Expedition beendet ihre Arbeit. Das erkundete Gebiet von rund 600 000 km² erhält den Namen Neu-Schwabenland. An dem Unternehmen waren auch zwei Dornier »Wal«-Flugzeuge der Deutschen Lufthansa AG beteiligt.

6.2.1939
Die Reichsmusikkammer teilt ihren Mitgliedern die korrekte Spielweise der Lieder der Nation mit: Während das Horst-Wessel-Lied als "revolutionäres Kampflied" schnell gespielt werden müsse, sei das Deutschlandlied als "Weihelied" langsam zu spielen (Zeitmaß = M 80).
Adolf Hitler schenkt Eva Braun zu ihrem 27. Geburtstag einen VW-Käfer.
Der Zentralverlag der NSDAP kündigt eine Luxusausgabe von Adolf Hitlers „Mein Kampf" an. Die Glanzlederbände mit Goldprägung kosten 32 RM.
Die Gestapo löst katholische Jungmännerverbände in ganz Deutschland auf. Gleichzeitig wird das Vermögen beschlagnahmt.
Vor dem britischen Unterhaus erläutert Premierminister Arthur Neville Chamberlain die auf einer "Solidarität der Interessen" beruhenden Grundlagen des britisch-französischen Beistandspaktes.
US-Präsident Franklin Delano Roosevelt kündigt auf einer Pressekonferenz eine Untersuchung der Tätigkeit der Kommunistischen Partei der USA und des Deutsch-Amerikanischen Bundes an.
Die französische Presse meldet, dass bis zum Vortag rund 100 000 Soldaten und Zivilisten aus der Republik Spanien nach Frankreich geflohen sind.

7.2.1939
NS-Reichsleiter Alfred Rosenberg informiert die Auslandspresse in Berlin über Pläne, die Juden in ein Territorium abzuschieben, das etwa 15 Millionen Menschen aufnehmen kann.
Der Bildhauer Josef Thorak wird 50 Jahre alt. Die nationalsozialistische Presse preist ihn als den „wohl bedeutendsten Bildhauer Deutschlands".
Adolf Hitler sendet dem Kaiser von Mandschukuo ein Glückwunschtelegramm zum Geburtstag.
In London beginnt eine Konferenz zur Lösung der Palästinafrage. An der Tagung nehmen sowohl jüdische als auch arabische Delegierte teil.

8.2.1939
Frankreich fordert in einer Verbalnote die deutsche Reichsregierung auf, zu der im Münchner Abkommen von 1938 vereinbarten Grenzgarantie des Deutschen Reiches für die Tschechoslowakei Stellung zu nehmen.
Schreiben Martin Bormanns an Robert Ley: „Zu Ihrer Unterrichtung teile ich Ihnen mit, dass der Führer, soweit irgend möglich, die Bedienung durch Kellner in allen Gaststätten abgeschafft wissen will. Die Tätigkeit eines Kellners ist nach Auffassung des Führers nicht die Arbeit für einen Mann, sondern vielmehr die gegebene Arbeit für Frauen und Mädchen".
Auf der Autobahn Dessau- Bitterfeld stellt Rudolf Caracciola auf Mercedes-Benz mit 175,097 km/h bzw. 204,577 km/h über den Kilometer und die Meile mit stehendem Start Klassenrekorde auf.

9.2.1939
Die spanischen nationalistischen Truppen erreichen die spanisch-französische Grenze bei Le Perthus. Die noch von den Republikanern gehaltene Insel Menorca kapituliert nach britischer Vermittlung.
Adolf Hitler sendet dem Vizeadmiral a.D. von Reuter, Potsdam, ein Glückwunschtelegramm zum 70. Geburtstag.
Adolf Hitler ernennt Gauleiter Ernst Wilhelm Bohle zum Landesgruppenleiter der Auslandsorganisation der NSDAP.
In Leipzig endet nach einwöchiger Dauer das 5. Reichsmusikschulungslager der Hitlerjugend (HJ).
In Bulgarien werden 6.000 Juden fremder Staatsangehörigkeit aus dem Land ausgewiesen.
Juden dürfen nicht mehr als Lieferanten für die Armee tätig sein.
Auf der Londoner Palästina-Konferenz fordern die Araber den Stop der jüdischen Einwanderung und einen Araberstaat in Palästina.
In Berlin wird der Terra-Film "Der Schritt vom Wege" nach Theodor Fontanes "Effi Briest" uraufgeführt.
Auf der Autobahn Dessau- Bitterfeld stellt Rudolf Caracciola auf dem neuen 3 l-Mercedes-Benz mit 398,230 bzw. 399,560 km/h über den Kilometer und die Meile mit fliegendem Start Klassenrekorde auf (Klasse D bis 3000 cm).

10.2.1939
In Rom stirbt im Alter von 82 Jahren Papst Pius XI. Adolf Hitler lässt er zum Tode von Papst Pius XI. beim Nuntius Cesare Orsenigo kondolieren und auf den Dienstgebäuden des Reiches in Berlin Halbmast flaggen.
Adolf Hitler lässt bei der Beerdigung von Sir Henry Deterding, Direktor der Royal Dutch Shell, der nach dem Ersten Weltkrieg für eine Revision des Versailler Vertrages zugunsten Deutschlands eintrat, auf seinem Gut Dobbin (Mecklenburg) einen Kranz niederlegen.
Der bisherige jugoslawische Gesandte Cincar Markowitsch erscheint bei Adolf Hitler in der Neuen Reichskanzlei, um sich wegen seiner Ernennung zum jugoslawischen Außenminister zu verabschieden. Es folgt eine Unterredung mit dem spanischen Botschafter Marquis de Magaz.
Adolf Hitler empfängt sämtliche Gruppenkommandeure des Heeres. Er hält ihnen im Sitzungssaal der Krolloper einen Vortrag über „Aufgaben und Pflichten des Offiziers im nationalsozialistischen Staat".
Japanische Truppen besetzen die chinesische Insel Hainan.

11.2.1939
Das Rublee-Wohlthat-Abkommen tritt mit Hitlers Zustimmung in Kraft. Es betraf die Auswanderung der Juden in andere Länder wurde benannt nach George Rublee und Helmut Wohlthat, welche den Inhalt aushandelten. Wie in Palästina wurde auch in anderen Ländern der Nachweis der finanziellen Unabhängigkeit verlangt, was für Deutschland erhebliche Probleme mit sich brachte. Denn die Deutsche Reichbank war dadurch gezwungen, große Mengen der an sich schon knappen Devisenbestände für die Auswanderung zur Verfügung zu stellen. Viele Länder verhängten Einwanderungsstops für Juden.

12.2.1939
Im Ehrenhof der Reichskanzlei in Berlin nimmt Führer Adolf Hitler mit 1400 Parteimitgliedern an einem Eintopfessen teil.
Adolf Hitler sendet ein Glückwunschtelegramm an den ältesten SA-Mann, Andreas Hofmann in Presseck, der seinen 93. Geburtstag feiert.
Bei einer Unterredung mit dem slowakischen Politiker Vojteck Tuka gibt Adolf Hitler seine Unterstützung für das slowakische Selbstständigkeitsstreben zu erkennen.
Die „Nationalsozialistische Parteikorrespondenz" hebt in einem Nachruf auf den verstorbenen Papst Pius XI. dessen scharfe Ablehnung der NS-Rassenlehre hervor.
In Wien stirbt der Gauleiter von Kärnten, Hubert Klausner.
Bei den ersten Landtagswahlen in der Karpato-Ukraine stimmen 92,4% der Bevölkerung für die Regierungsliste.
Bei der am 3. Februar begonnenen Eishockey-Weltmeisterschaft in Basel und Zürich siegt Kanada mit 4:0 über die USA.
In Lissabon gewinnt die Fußball-Nationalmannschaft der Schweiz gegen Gastgeber Portugal 4:2 (2:1).
In Prag wird die Britin Megan Taylor Eiskunstlauf-Weltmeisterin.

13.2.1939
Hermann Göring, der Beauftragte für den Vierjahresplan, erläßt eine neue Arbeitseinsatzverordnung. Sie macht u.a. die Lösung von Arbeitsverhältnissen genehmigungspflichtig.
Adolf Hitler empfängt mittags die deutschen Militärattaches bei fremden Mächten in der Neuen Reichskanzlei mit anschließendem „Frühstück" in der Wohnung des Führers. Danach verlässt Hitler Berlin und begibt sich zunächst nach Friedrichsruh und legt am Grabe Otto Fürst von Bismarcks einen Lorbeerkranz nieder. Anschließend weilt der Führer als Gast bei Fürst und Fürstin Bismarck im Schloss Friedrichsruh. Am Abend trifft Hitler in Hamburg ein und nimmt im Hotel Atlantic Quartier.

14.2.1939
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler hält selbst die Taufrede beim Stapellauf des Schlachtschiffes „Bismarck" in Hamburg auf der Werft von Blohm und Voss. Alles von Rang und Namen der Partei, Staat und Wehrmacht ist dabei. Generaladmiral Erich Raeder dankt dem Führer. Die Taufe nimmt Frau Dorothee von Loewenfeld, eine Enkelin Otto Bismarcks, vor. Vom Balkon des Rathauses richtet er noch einige Worte an die nach ihm verlangenden Menschen, anschließend verlässt er Hamburg in Richtung Berlin.
Adolf Hitler entscheidet, dass die Namen von Juden auf Gefallenentafeln und Denkmälern nicht getilgt werden sollen, auf neu zu errichtenden Denkmälern jedoch keine jüdischen Namen aufzunehmen sind.
Reichswirtschaftsminister Walther Funk untersagt deutschen Devisenberatern die Vertretung von Juden.
Der Schweizer Bundesrat erkennt die spanische Regierung von Francisco Franco Bahamonde als rechtmäßige Regierung Spaniens an.

15.2.1939
Ein Erlass des Reichswirtschaftsministeriums über den Einsatz jüdischen Vermögens sieht u.a. bei ungerechtfertigten Gewinnen aus Enteignungen jüdischer Bürger eine Ausgleichsabgabe vor.
Anordnung von Joseph Goebbels: Verleihung von Kunstpreisen bedarf seiner Zustimmung.
Ungarns Ministerpräsident Béla Imrédy reicht wegen seiner nichtarischen Vorfahren seinen Rücktritt ein.
Im New Yorker National Theatre wird das Stück in drei Akten "Die kleinen Füchse" (The little Foxes) der US-Amerikanerin Lilian Hellman uraufgeführt.

16.2.1939
Durch die Revision des Gesetzes über das Reichskriegsgericht können Dienstvorgesetzte bei besonders schweren Delikten eine direkte Verurteilung durch das Reichskriegsgericht beantragen.
Gauleiter Adolf Wagner verfügt die Auflösung der theologischen Fakultät in München.
Als Nachfolger des am Vortag zurückgetretenen Béla Imrédy wird Pál Graf Teleki Ministerpräsident von Ungarn.
Der Große Faschistische Rat beschließt die Verbindung der Bildungseinrichtungen Italiens mit der faschistischen Jugend und die Zwangsmitgliedschaft für alle Schüler und Studenten.

17.2.1939
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler eröffnet in Berlin die Internationale Automobil- und Motorradausstellung. Die Schau dauert bis zum 5. März. In seiner Rede befasst er sich mit der Verkehrssicherheit. Am Nachmittag hält er noch eine Rede vor 400 Arbeitern der Automobilindustrie und der Reichsautobahnen, die zusammen mit Angehörigen der NSKK und der Wehrmacht im Hotel Kaiserhof zusammengekommen sind.
Ein Erlaß von Führer und Reichskanzler Adolf Hitler beauftragt die für die Städte Augsburg, Bayreuth, Breslau, Dresden, Graz, Hamburg und Würzburg zuständigen Gauleiter der Partei mit der Durchführung städtebaulicher Maßnahmen.
Adolf Hitler stiftet als Anerkennung für treue Dienste im Zollgrenzschutz ein „Zollgrenzschutzehrenzeichen".
Ein Besoldungsgesetz für deutsche Hochschullehrer legt für Professoren jährliche Bezüge von 7550 bis 13 600 Reichsmark (RM) und für Dozenten und Assistenten von 3400 bis 7500 RM fest.
Im Deutschen Reich wird das Einkommensteuergesetz geändert. Einige Vergünstigungen wie Pauschbeträge für Sonderausgaben und Werbungskosten fallen durch die Revision fort.
Die Kurverwaltung von Karlsbad bietet 56 Kurhäuser und Hotels zum Verkauf an. Sie gehörten Juden, die im Oktober 1938 vor den Deutschen geflohen waren.
Bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Budapest erringen Maxie Herber und Ernst Baier ihren vierten Titel im Paarlaufen.

18.2.1939
Im Deutschen Reich tritt das am Vortag erlassene Heilpraktikergesetz in Kraft. Alle nicht ärztlich ausgebildeten Heilkundler bedürfen nun einer Erlaubnis.
Adolf Hitler nimmt an der Trauerfeier für Gauleiter von Kärnten, Hubert Klausner, im Klagenfurter Landhaus teil.
Reichsleiter Adolf Hühnlein verleiht zum ersten Mal das vom Führergestiftete „Deutsche Motorsportabzeichen" an 63 Männer und 3 Frauen, darunter Manfred von Brauchitsch, Hans Stuck und Rudolf Caracciola.
In 36 Stunden und elf Minuten bringt der "Seefalke", eine viermotorige Dornier Do 26 der Deutschen Lufthansa AG, insgesamt 567 kg Medikamente für die Erdbebenopfer in Chile nach Rio de Janeiro.

19.2.1939
Nach einer in der »Deutschen Bergwerkszeitung« veröffentlichten Mitteilung des Reichsarbeitsministeriums kommen in Berlin auf einen arbeitssuchenden Maurer 1360 und auf einen arbeitssuchenden Hilfsarbeiter 500 offene Stellen.
Nach acht Tagen enden in Zakopane die Ski-Weltmeisterschaften.
In Budapest wird der Brite Graham Sharp Weltmeister im Eiskunstlaufen.

20.2.1939
Das Reichsjustizministerium verpflichtet seine Beamten, über die Altersgrenze von 65 Jahren hinaus im Amt zu bleiben. Eine ähnliche Regelung gilt für den Bereich des Reichsinnenministeriums.
Adolf Hitler verleiht zum 60. Geburtstag dem alemannischen Heimatdichter Hermann Burte und dem Schriftsteller Josef Stolzing-Cerny zum 70. Geburtstag die Goethemedaille für Kunst und Wissenschaft.
Die Presse erhält Anweisung, keine Angriffe mehr gegen den verstorbenen Papst Pius XI. zu richten.
Der Chef der Polizeiabteilung im Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement, Heinrich Rothmund, nennt für die Schweiz rund 12 000 Flüchtlinge. Für etwa 3000 mittellose Juden bringen Schweizer Juden monatlich rund 250 000 Franken (etwa 141.000 Reichsmark) auf.
Die Karnevalsmetropolen stehen im Zeichen des Rosenmontags.
Die Satzung der Faschistischen Partei wird geändert, Personen jüdischer Rasse dürfen der Partei nicht mehr angehören.

21.2.1939
Alle Juden müssen die in ihrem Eigentum befindlichen Gegenstände aus Gold, Platin oder Silber (außer Eheringen) sowie Edelsteinen und Perlen binnen zwei Wochen an die vom Reich eingerichteten öffentlichen Ankaufstellen abliefern. Die Ablieferung erfolgt gegen Entschädigung. Nähere Bestimmungen über die Bewertung der abgelieferten Gegenstände und die Auszahlung der Entschädigung trifft der Reichswirtschaftsminister.
Für den am 9. Februar zurückgetretenen Sozialisten Paul Henri Spaak wird der Katholik Hubert Graf Pierlot Ministerpräsident von Belgien.
Im New Yorker Madison Square Garden hält der amerikadeutsche Volksbund eine „Pro-Amerika"-Kundgebung zu Ehren von George Washington ab, die von 2.000 Polizisten gesichert wurde, da es bei vergangenen Veranstaltungen wiederholt zu Ausschreitungen und Straßenkämpfen zwischen Bundlern und Gegendemonstranten gekommen war.
In Newcastle läuft das Schlachtschiff "King George V." vom Stapel.
In Berlin hat der Film "Bel Ami" Premiere. Regisseur ist Willi Forst, die Musik schrieb Theo Mackeben.
Im Nationaltheater Weimar wird die heitere Oper "Die Schweinewette" von Haap Krol uraufgeführt.

22.2.1939
Durch die Verordnung über die Durchführung des Vierjahresplans auf dem Gebiet des Handwerks können unrentable Betriebe geschlossen werden.
Führerscheine und Kraftfahrzeugscheine, die für Juden ausgestellt sind, sind aufgrund einer vertraulichen Anweisung des Reichsverkehrministers einzuziehen.
Eine Konferenz der kantonalen Polizeidirektoren bekräftigt die frühere Haltung, dass die Schweiz nur Durchgangsland für Emigranten sein könne. Es wird ferner verlangt, dass die Erlaubnis zur Einreise nur noch erteilt wird, wenn die Weiterwanderung tatsächlich gesichert ist.

23.2.1939
Durch Erlaß des Reichsverkehrsministers Julius Dorpmüller wird Juden die Benutzung von Schlaf- und Speisewagen auf deutschen Eisenbahnstrecken verboten. Die Anordnung wird den Juden über ihre Organisationen bekanntgemacht.
Die Basler "National-Zeitung" gibt ihren Lesern einen Überblick über das deutsche Steuersystem und kommt auf 21 Reichssteuern, zwölf Besitz- und neun Verkehrssteuern sowie verschiedene Gemeindesteuern und zahlreiche Abgaben. Das Blatt kommentiert: "Die Demokratie sichert uns nicht nur unsere Freiheit, sie schützt uns auch vor dem Schicksal, dass wir mehrere Monate des Jahres allein für den Steuerdrachen arbeiten müssen."
In den Londoner Kinos Tatler und Marble Arch Pavillon wird der Boxkampf um die britische Leichtgewichtsmeisterschaft zwischen Erik Boone und Arthur Danahar live per Fernsehen übertragen. Erstmals arbeitet die Rundfunkanstalt BBC dabei mit der Filmindustrie zusammen.
Adolf Hitler richtet an Franco ein Antworttelegramm, der ihm anlässlich der Truppenschau in Barcelona am 21. Februar, an der auch deutsche Freiwillige teilnahmen, telegrafisch dankte.
Die Statuten der neugegründeten reichsdeutschen Stiftung Sportdank werden veröffentlicht. Sie soll Sportler im Falle eines die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigenden Sportunfalls sowie die Angehörigen von verstorbenen Sportlern finanziell unterstützen.

24.2.1939
Am 19. Jahrestag der Gründung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) spricht Führer und Reichskanzler Adolf Hitler in München vor den alten Parteimitgliedern.
Ungarn und Mandschukuo treten dem Antikominternpakt bei. Adolf Hitler und Joachim Ribbentrop senden den Regierungen Glückwunschtelegramme.
Die Mitglieder der Reichsfilmkammer werden über Aufführungsverbote von Filmen mit verfemten Künstlern und Beschäftigungsverbote für Komponisten und andere Filmschaffende informiert.
In Posen kam zu schweren deutschfeindlichen Kundgebungen polnischer Studenten, denen sich auch Straßenpassanten und halbwüchsige Burschen anschlossen. Die Studenten überfielen deutsche Menschen und fast sämtliche bekannten deutschen Gebäude, die vielfach sogar mehreren Überfällen ausgesetzt waren.

25.2.1939
Auf Anordnung des Chefs der Sicherheitspolizei, SS-Gruppenführer Reinhard Heydrich, wird ein Sonderfonds zur Unterstützung ausreisewilliger Juden bei der im Aufbau befindlichen Reichsvereinigung der Juden im Deutschen Reich geschaffen.
Vor dem Botschaftsgebäude gab es die bisher schärfste Kundgebung, die seit den letzten acht Jahren hier stattgefunden hat. Abgesehen vom Einwurf von Fenstern, wurde zum ersten Mal Haßgesang der "Rota" vor der Botschaft gesungen und während einer Viertelstunde wechselten Sprech- Chöre ab mit Rufen wie "Nieder mit Hitler", "Fort mit den deutschen Hunden".
Durch Führererlaß wird als Datum für den Heldengedenktag der 16. März bzw. der diesem Tag vorhergehende Sonntag als der Jahrestag der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht festgesetzt. Der 9. November gilt fortan als Gedenktag für die Gefallenen der nationalsozialistischen Bewegung.
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler beauftragt Reichsverkehrsminister Julius Dorpmüller mit der Erweiterung des Kaiser-Wilhelm-Kanals. Am Abend gibt Hitler noch eine Festlichkeit im Führerbau für die Herren Parteiführer und ihre Damen, vom Gauleiter an aufwärts, natürlich wieder mit einer Rede zur Lage.
Frankreich und Nationalspanien vereinbaren in Burgos in einem nach dem französischen Verhandlungsführer Senator Léon Bérard benannten Abkommen die Aufnahme staatlicher Beziehungen.
In Leipzig wird die Ausstellung "Deutsches Wohnen 1939" eröffnet.

26.2.1939
Die jüdischen Vertreter auf der Londoner Palästina-Konferenz lehnen die britischen Vorschläge zur Lösung des Palästina-Problems ab.
Im Rahmen der Sonntagsgottesdienste lässt Bischof Clemens August Graf von Galen im Bistum Münster mit Handzeichen über die katholische Bekenntnisschule abstimmen.
In Berlin gewinnt die "großdeutsche" Fußball-Nationalmannschaft vor 70 000 Zuschauern im Olympia-Stadion gegen Jugoslawien 3:2 (1:2).
Bei den "großdeutschen" alpinen Skimeisterschaften in Kitzbühel siegt Cristl Cranz (Freiburg) im Slalom und in der Kombination. Bei den Herren siegen Rudi Cranz (Freiburg) im Slalom und Willi Walch (Arlberg) in der Kombination.

27.2.1939
Nach dem Vorbild der Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Wien wird in Berlin die Reichsstelle für jüdische Auswanderung gegründet. Ihr unterstehen alle künftig im alten Reichsgebiet zu errichtenden Zentralstellen für die Förderung der jüdischen Auswanderung.
Verhandlungen über Minderheitenfragen, die unter Leitung des Reichsminister des Inneren mit den Vertretern der Polnischen Regierung, sind zu einem unbefriedigenden Abschluß gelangt Die Polen denken nicht daran, ihre Politik gegenüber der deutschen Volksgruppe irgendwie zu ändern.
Frankreich und Großbritannien erkennen das Kabinett von Francisco Franco Bahamonde als rechtmäßige Regierung Spaniens an.
In Collonges-sous-Salève (Departement Haute Savoie) erklärt der Präsident der Republik Spanien, Manuel Azaña y Díaz, seinen Rücktritt.
Das Oberste Bundesgericht der USA erklärt die Sitzstreiks von Gewerkschaften für illegal.
In Moskau stirbt kurz nach Vollendung ihres 70. Lebensjahres Nadeschda K. Krupskaja, die Witwe des 1922 verstorbenen Wladimir I. Lenin.

28.2.1939
Die Reichsregierung lehnt die von Großbritannien und Frankreich verlangte Garantie für die Grenzen der Tschechoslowakei ab, bis »eine Klärung der innerstaatlichen Entwicklung« erfolgt sei.
Im Berliner Pergamon-Museum wird zur Demonstration deutsch-japanischer Freundschaft die Ausstellung „Altjapanische Kunst" in Gegenwart Adolf Hitlers eröffnet.
Adolf Hitler nimmt in der Neuen Reichskanzlei die Beglaubigungsschreiben der Gesandten von Litauen, Kazys Skirpa, Bolivien, Hugo Ernst-Rivera, und von Siam, Phra Prasasna, entgegen und hält die übliche Begrüßungsansprache.
Erstmalig erscheint die große Luftwaffen-Illustrierte „Der Adler" vierzehntägig im Scherl Verlag.
Bei einer Unterredung des Reichsministers des Auswärtigen Amts von Ribbentrop mit dem Polnischen Botschafter Lipski, beklagt Ribbentrop die Hetze in einem großen Teil der polnischen Presse und die deutschfeindlichen Demonstrationen und Gewaltakte.
Im Reichsinnenministerium findet eine Besprechung statt, "wie die Dienstleistung der Juden im Kriegsfalle zu regeln sei". Ministerialrat Dr. Loesener führte aus, daß die Juden kolonnenmäßig, getrennt von den deutschblütigen Arbeitskräften zu beschäftigen sind.

Die Bismarck war ein Schlachtschiff der deutschen Kriegsmarine und bildete mit ihrem Schwesterschiff Tirpitz die Bismarck-Klasse. Bei der Indienststellung im August 1940 unter dem Kommando von Kapitän zur See Ernst Lindemann galt sie als das weltweit größte und kampfstärkste Schlachtschiff. Im Mai 1941 wurde die Bismarck zusammen mit dem Schweren Kreuzer Prinz Eugen in den Nordatlantik geschickt, um dort Handelskrieg zu führen. Bald nach dem Beginn dieser Mission gelang ihr in der Dänemarkstraße die Versenkung des britischen Schlachtkreuzers HMS Hood. Kurz darauf sank sie selbst nach einem schweren Gefecht mit der britischen Royal Navy mit dem Großteil ihrer Besatzung im Atlantik.                 

Die Bismarck war ein Schlachtschiff der deutschen Kriegsmarine und bildete mit ihrem Schwesterschiff Tirpitz die Bismarck-Klasse. Bei der Indienststellung im August 1940 unter dem Kommando von Kapitän zur See Ernst Lindemann galt sie als das weltweit größte und kampfstärkste Schlachtschiff. Im Mai 1941 wurde die Bismarck zusammen mit dem Schweren Kreuzer Prinz Eugen in den Nordatlantik geschickt, um dort Handelskrieg zu führen. Bald nach dem Beginn dieser Mission gelang ihr in der Dänemarkstraße die Versenkung des britischen Schlachtkreuzers HMS Hood. Kurz darauf sank sie selbst nach einem schweren Gefecht mit der britischen Royal Navy mit dem Großteil ihrer Besatzung im Atlantik.                 

die sozialen Errungenschaften im Deutschen Reich waren einzigartig und es gab auf der ganzen Welt nichts Vergleichbares

Albert Kesselring

Hellmuth Felmy

Hugo Sperrle

Erhard Milch

Helmut Wohlthat

George Rublee

Ernst Wilhelm Bohle

Rudolf "Karratsch" Caracciola

Manfred von Brauchitsch

Hans Stuck

Sie können die einzelnen Bilder anklicken und die detailierten Ereignnisse dieser Zeit in der großen Chronik von 1933-45 nachlesen