Chronik des Nationalsozialismus März / April 1936

MÄRZ 1936

1.3.1935
In Leipzig wird die internationale Frühjahrsmesse eröffnet (sie dauert bis 9. 3. 1936), auf der 8163 Firmen aus dem In- und Ausland ihre neuesten Produkte zeigen.
Reichsverkehrsminister Paul Freiherr Eltz von Rübenach führt von Berlin aus das erste Fernseh-Telefongespräch.
Der Generalsekretär der sowjetischen KPdSU, Josef W. Stalin, verspricht der Mongolischen Volksrepublik im Fall eines japanischen Angriffs den militärischen Beistand der Sowjetunion.
Die französischen Feinschmecker beschließen, Georges Auguste Escoffier, dem Erfinder der modernen Kochkunst, in Villeneuve-Loubet ein Denkmal zu errichten. Es wird das erste Monument sein, das einen Küchenmeister ehrt.
Der von Erich Engels gedrehte Film "Mädchenjahre einer Königin" mit Jenny Jugo in der Hauptrolle wird in Berlin uraufgeführt.

2.3.1936
In einer Konferenz in Berlin gibt der Führer und Reichskanzler, Adolf Hitler, seinen Entschluß bekannt, deutsche Truppen am 7. März in das laut den Bestimmungen des Diktats von Versailles und Locarno entmilitarisierte Rheinland zu entsenden.
Die USA und Panama schließen in Panama einen Vertrag, der die Rechte des mittelamerikanischen Landes in der von den USA verwalteten Kanalzone erweitert.
Im Fußball-Endspiel um den Bundespokal trennen sich die Vertretungen des Südwestens und Sachsens in Frankfurt am Main 2:2 nach Verlängerung. Das Wiederholungsspiel findet erst Anfang 1937 statt.

3.3.1936
Die sowjetischen Bauern werden per RegierungsErlass verpflichtet, unbezahlten Straßenbaudienst zu leisten.
Der Kriegsfilm "Im Trommelfeuer der Westfront" (Regisseur: Charles Willy Kayser) hat in Berlin Premiere.
Der Film "Der sterbende Schwan", das Tanzgedicht der russischen Tänzerin Anna Pawlowa, wird in London uraufgeführt.

4.3.1936
Auf der vom deutschen Reichsinnenminister Wilhelm Frick veröffentlichten neuen Ausbürgerungsliste befinden sich u.a. die Namen des Schriftstellers Arnold Zweig und des sozialdemokratischen Politikers Kurt Schumacher.
In Friedrichshafen am Bodensee startet das Luftschiff LZ 129 »Hindenburg« zu seinem ersten Probeflug.
Auf der Oderbruchbahn in der Mark Brandenburg wird der erste Anthrazitgas-Triebwagen getestet.
lm Weißen Saal der Polizeidirektion München wird die Ausstellung "Entartete Kunst" eröffnet (sie dauert bis 31. 3.).

5.3.1936
Der Schweizer Außenminister Giuseppe Motta erklärt in Genf, dass ein weiterer Verbleib seines Landes im Völkerbund bei einem möglichen Austritt Italiens aus dieser Organisation äußerst ungewiß sei.
Auf der Welt sind rund 36,6 Millionen Telefonapparate installiert, mit denen jährlich etwa 50 Milliarden Gespräche geführt werden.

6.3.1936
Am Nachmittag wird amtlich bekanntgemacht, dass der Reichstag "auf morgen, Samstag mittag, 12.00 Uhr", einberufen worden ist. Einziger Tagesordnungspunkt ist die "Entgegennahme einer Erklärung der Reichsregierung".
Die Reichsregierung fordert die deutsche Wirtschaft, die Bauern und alle zuständigen Behörden zur Mitarbeit bei der Einstellung von 1,3 Millionen Jugendlichen auf, die Ostern die Schule verlassen und eine Lehrstelle suchen.

7.3.1936
Seit dem frühen Morgen rücken rund 30.000 deutsche Soldaten in das seit Ende des Ersten Weltkrieges französisch kontrollierte Rheinland ein und errichteten Garnisonen in Aachen, Trier und Saarbrücken. Als Reaktion auf die Ratifizierung des Französisch-Sowjetischen Beistandsvertrages am 27. Februar 1936 ließ Adolf Hitler die entmilitarisierte Zone im Rheinland wiederbesetzen, um die Souveränität des Reiches über die Westgrenze Deutschlands wiederherzustellen und die Versailler Vertragsbestimmungen zu revidieren, was von der Bevölkerung jubelnd begrüßt wurde. Zur gleichen Zeit wurde den Botschaftern in Paris, London, Rom und Brüssel die Erklärung der Reichsregierung zum Einmarsch der deutschen Truppen übergeben, in der der Schritt begründet wurde. Am selben Tag versammelte Hitler um 12:00 Uhr den Reichstag und hielt eine Rede, in der er die Besetzung mit der Ratifizierung des Beistandsvertrages im französischen Parlament begründete und Deutschlands Friedenswillen darstellte. Anschließend löste er den Reichstag auf, um dem deutschen Volk Gelegenheit zu geben, der mit dem heutigen Tage abgeschlossenen Politik der Wiederherstellung der nationalen Ehre und Souveränität des Reiches [] seine feierliche Zustimmung erteilen zu können. Die Besetzung führte zu keinen nennenswerten negativen Folgen für Deutschland und stellte einen weiteren Schritt Hitlers dar, Deutschland wieder als Großmacht aufzubauen.                 



























8.3.1936
Anläßlich des Heldengedenktags dankt der Reichskriegsminister Werner von Blomberg beim Staatsakt in der Berliner Oper "Unter den Linden", Adolf Hitler, im Namen der Wehrmacht für den Einmarsch deutscher Truppen in die entmilitarisierte Zone des Rheinlandes. Innenpolitisch wurde die Stellung Hitlers durch den Sieg in der Rheinlandfrage enorm gestärkt, vor allem in der Öffentlichkeit, auch gegenüber den Skeptikern unter den Diplomaten und Militärs.
Adolf Hitler hält um 19 Uhr eine Ansprache vordem Führerkorps der Partei im Berliner Herrenhaus und erteilt Richtlinien für den bevorstehenden Wahlkampf. Am Abend nimmt der Führer auf dem neuen Balkon der Reichskanzlei erstmals Huldigungen der Menge entgegen.
In einer Rundfunkansprache in Frankreich protestiert Ministerpräsident Albert Sarraut gegen die Rheinlandbesetzung und den mit ihr verbundenen Bruch vom Locarno-Vertrag. Die Truppenstärke an der französischen Ostgrenze wird erhöht.

9.3.1936
Vor dem Unterhaus (»House of Commons«) des britischen Parlaments spricht Außenminister Anthony Eden sein "Bedauern" über die einseitige Aktion des Deutschen Reiches in der "Rheinland-Frage" aus. Das deutsche Vorgehen kompliziere und verschärfe die internationale Lage und habe das Vertrauen in jede Verpflichtung, welche die deutsche Regierung in Zukunft übernehmen könnte, aufs tiefste erschüttert.
Mit dem Besuch des tschechoslowakischen Ministerpräsidenten Milan Hodza in Wien beginnt eine Phase der engen Zusammenarbeit zwischen Österreich und der ÇSR.

10.3.1936
ln Paris beginnen zweitägige Beratungen der Locarno-Vertragsstaaten (Belgien, Frankreich, Großbritannien, Polen, ÇSR) - jedoch ohne das Deutsche Reich. Dabei zeigt sich zwischen der britischen und französischen Haltung zur deutschen Rheinlandbesetzung ein Gegensatz: Während Großbritannien einen Unterschied zwischen dem Angriff auf ein anderes Land und der Besetzung eigenen Staatsgebietes machen will, betont Frankreich, daß die Schutz- und Beistandsgarantien des Locarno-Vertrags von 1925 auch für die Verletzung der entmilitarisierten Rheinlandzone gelten müssen.
Der Führer und Reichskanzler, Adolf Hitler, ordnet die Aufstellung eines Nationalsozialistischen Reiterkorps (NSRK) an. Alle 18- bis 20jährigen SS-Mitglieder müssen dem Reiterkorps angehören.
Propagandaminister Joseph Goebbels eröffnet in der Berliner Deutschlandhalle den Reichstags-Wahlkampf.
Einer Untersuchung des britischen Gesundheitsamtes zufolge sind Herzerkrankungen die häufigste Todesursache in Europa.

11.3.1936
ln einem zweistündigen Presseinterview erklärt der deutsche Führer und Reichskanzler, Adolf Hitler, dem britischen Journalisten Ward Price, das Deutsche Reich wolle Nichtangriffspakte im Westen und im Osten (Österreich und die ÇSR eingeschlossen) unterzeichnen. Das Reich sei bereit, in den Völkerbund zurückzukehren, allerdings in der Erwartung, dass seine koloniale Gleichberechtigung hergestellt werde.
In der Presse wird deutscherseits eine Danksagung Adolf Hitlers für Treuegelöbnisse aus Anlass seiner Reichstagsrede am 7. dieses Monats veröffentlicht.
Der Ufa-Film "Die letzten Vier von Santa Cruz", der unter Regisseur Werner Klingler entstanden ist, wird in Berlin uraufgeführt. In den Hauptrollen sind Beppo Brehm und Irene von Meyendorff zu sehen.

12.3.1936
Die Locarno-Mächte (ohne Deutschland), verurteilen den Einmarsch deutscher Truppen ins deutsche Rheinland. Der britische Außenminister, Anthony Eden, schlägt dem Reich vor, deutsche Truppen bis auf einen symbolischen Rest wieder aus dem Rheinland zurückzuziehen. Deutschland lehnt diesen Vorschlag in einer Stellungnahme ab, sagt aber zu, keine weiteren Truppen nachrücken zu lassen.
Das Parteiemblem der NSDAP, Hakenkreuz, Eichenkranz und Ad­ler, wird Hoheitszeichen des Deutschen Reiches.
Der von Werner Hochbaum gedrehte Film "Der Favorit der Kaiserin", eine historische Komödie um die Zarin Elisabeth von Russland, wird in Berlin uraufgeführt. Die Hauptrollen spielen Olga Tschechowa und Anton Pointer.

13.3.1936
Adolf Hitler verkündet in einer Wahlrede in der Karlsruher Hoch­schulkampfbahn seine weltweite Mission als Friedensbringer für Ost und West: „Wenn wir heute in einen Krieg gestoßen würden, dann kostet jede 30-Zentimeter-Granate 3.000 RM, wenn ich aber noch 1.000 RM dazu lege, dann habe ich ein Arbeiterwohnhaus. Und wenn ich eine Million solcher Granaten auf einen Haufen lege, dann ist dies noch lange kein Monument. Wenn ich aber eine Millionen solcher Häuser habe, in denen so viele deutsche Arbeiter wohnen können, dann setze ich mir ein Denkmal!"
Für das Sommersemester 1936 werden an den Universitäten der deutschen Großstädte die Höchstziffern der Studienplätze neu, und zwar im allgemeinen niedriger als im Vorjahr, festgesetzt.

14.3.1936
In London tritt der Völkerbundsrat zusammen, das Deutsche Reich wird eingeladen, als Unterzeichner des Versailler Vertrages und des Locarno-Vertrages an den Sitzungen des Rates teilzunehmen, um Beschlüsse über den deutschen Einmarsch in die entmilitarisierte Rheinlandzone mitzutragen.
Adolf Hitler hält in den Ausstellungshallen in München eine Wahlrede und erklärt: „Weder Drohungen noch Warnungen werden mich von meinem Weg abbringen. Ich gehe mit traumwandlerischer Sicherheit den Weg, den mich die Vorsehung gehen heißt. Mein Ziel ist der Friede, der auf der Gleichberechtigung der Völker begründet ist. Wir sind eine Groß­macht Europas und wollen als Großmacht gewürdigt werden."
In den spanischen Städten Cadiz, Granada, Madrid und Toledo kommt es zu politisch motivierten Streiks und zum Teil schweren, von den Kommunisten entfachten Straßenschlachten gegen Polizei und Faschisten. In Madrid werden von Demonstranten u.a. zwei katholische Kirchen eingeäschert. Der Führer der spanischen Faschistenpartei, José Antonio Primo de Rivera, wird verhaftet, weil seine Partei als illegal bezeichnet wird.

15.3.1936
Das Deutsche Reich nimmt die Einladung des Völkerbundsrates zur Teilnahme an den Londoner Verhandlungen über die Rheinlandbesetzung grundsätzlich an, macht die Entsendung deutscher Delegierter jedoch von unverzüglich aufzunehmenden Verhandlungen über Vorschläge zur allgemeinen Friedenssicherung abhängig.
Die deutsche Polizei startet eine Aufklärungskampagne, mit der die Bevölkerung durch Vorträge im Rundfunk und durch Kurzfilme im Kino auf kriminelle Gefahren aufmerksam gemacht wird.
ln Berlin hat der US-amerikanische Spielfilm "Gold nach Singapore" von Tay Garnett Premiere; in den Hauptrollen sind Jean Harlow und Clark Gable zu sehen.
In Budapest unterliegt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der ungarischen Auswahl 2:3.

16.3.1936
Zum ersten Jahrestag der »Wiedergeburt der deutschen Wehrhoheit« verleiht der Führer und Reichskanzler, Adolf Hitler, der Wehrmacht Truppenfahnen und stiftet Auszeichnungen für langjährige treue Dienste.
Die Sitzung des Völkerbundsrates in London wird ergebnislos abgebrochen, für Sanktionen gegen das Deutsche Reich wegen der Rheinlandbesetzung konnte keine Mehrheit gefunden werden.
Am Abend spricht Adolf Hitler auf einer Wahlkundgebung in der Festhalle in Frankfurt am Main.

17.3.1936
Im Unterhaus ("House of Commons") des britischen Parlaments wird von einer neu entwickelten U-Boot-Abwehrwaffe berichtet, deren elektrische Strahlen angeblich nahezu jedes Unterseeboot ausfindig machen können.
Die Spielbank von Monte Carlo gibt bekannt, dass in den letzten zwölf Monaten die Bank insgesamt 22mal gesprengt worden ist.

18.3.1936
Der vom Führer und Reichskanzler, Adolf Hitler, zum Sonderbotschafter ernannte Joachim von Ribbentrop fliegt zu Gesprächen mit den Mitgliedern des Völkerbundsrates über die Rheinlandfrage nach London.
Adolf Hitler hält eine Wahlrede in Königsberg.
Der sowjetisch-türkische Freundschafts- und Beistandspakt vom 16. März 1916 wird um zehn Jahre verlängert.

19.3.1936
Vor dem Völkerbunds-Rat in London versucht der deutsche Sonderbotschafter Joachim von Ribbentrop das Vorgehen des Reiches im Rheinland zu rechtfertigen. Dennoch spricht "der Rat" das Deutsche Reich schuldig, durch den Einmarsch seiner Truppen in das deutsche Rheinland, den Artikel 43 des Versailler Diktats gebrochen zu haben. Mit einem Memorandum fordern die in London anwesenden Vertreter der Locarno-Signatarstaaten (Belgien, Frankreich, Großbritannien und Italien) das Deutsche Reich zur unverzüglichen Aufnahme von Verhandlungen über eine Revision der Rheinlandbestimmungen des Locarno-Vertrages auf.





















20.3.1936
Von heute bis zum 20. April 1936 wird der Jahrgang 1926 in das Jungvolk der Hitlerjugend aufgenommen; für Jungen beträgt die Probezeit zwei bis sechs Monate, für Mädchen drei Monate. In dieser Zeit haben Jungen und Mädchen einen Heimnachmittag pro Woche, Jungen zwei Fahrten oder Wanderungen und zwei Appelle monatlich, Mädchen zwei Appelle in drei Monaten zu absolvieren.

21.3.1936
Die Aktion Kraft durch Freude (KdF) gibt bekannt, dass sie in den nächsten Jahren fünf Seebäder für je 20.000 erholungsuchende Arbeiter einrichten werde.
Ernst Reclam, der Seniorchef des Leipziger Verlages Philipp Reclam jun., begeht seinen 60. Geburtstag.

22.3.1936
Abessinien (Äthiopien) protestiert beim Völkerbund gegen italienische Bombenangriffe auf Rote-Kreuz-Ambulanzen im Lande.
Der britische Fliegerleutnant Timothy Rose stellt auf der Strecke London- Kapstadt- London einen neuen Distanzflugrekord auf.

23.3.1936
Im Unterhaus ("House of Commons") des britischen Parlaments wird die Abschaffung der Kindersklaverei in der britischen Kronkolonie Hongkong gefordert.

24.3.1936
Der deutsche Automobilrennfahrer Hans Stuck stellt auf der Autobahn zwischen Frankfurt am Main und Heidelberg fünf Geschwindigkeits-Weltrekorde auf.
Der neue britische Riesendampfer "Queen Mary" der Cunard-Line sticht von der Werft an der Clydebank in der Nähe der Stadt Glasgow zu seiner Jungfernfahrt nach Southampton in See.
Messungen italienischer Wissenschaftler haben ergeben, dass sich der Schiefe Turm von Pisa nicht mehr wie bisher um durchschnittlich 1 mm pro Jahr neigt, sondern neuerdings sogar um 2 mm.

25.3.1936
ln einer Wahlkampfrede in Berlin ordnet der Führer und Reichskanzler, Adolf Hitler, die Bildung eines Fliegergeschwaders an.
Auf dem Obersalzberg beginnen die Bauarbeiten am Haus Wachenfeld für den neu genannten „Berghof" mit 30 Räumen und einem riesigen Fenster in der Wohnhalle, nach einer Idee Hitlers. Das Haus Wachenfeld wird dabei unangetastet in den Neubau des Berghofes integriert.
In London unterzeichnen Frankreich, Großbritannien und die USA ein Abkommen zur Begrenzung der Kriegsflotten, das gegenseitigen Informationsaustausch über neue Flottenbauvorhaben und eine Begrenzung der Tonnage und der Geschützkaliber vorsieht.
Die Sowjetunion und Afghanistan verlängern den 1926 geschlossenen Neutralitäts- und Beistandspakt um zehn Jahre.

26.3.1936
Auf Anordnung des Reichskriegs- und des Reichsinnenministeriums erhalten die deutschen Soldaten neue Wehrpässe.
Durch die „Verordnung über die Verwaltung und Verpachtung öffentlicher Apotheken" wird Juden die Pachtung öffentlicher Apotheken verboten.
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler hält eine Wahlrede in Leipzig.
Auf der Kohletagung in Essen wird auf die herausragende Bedeutung der Kohle für die deutsche Energiewirtschaft hingewiesen. Die Reichsbahn deckt ihren Energiebedarf zu 95% mit Kohle.
Zur Belebung des Fremdenverkehrs wird in Italien eine Reise-Lira eingeführt, deren Wertverhältnis zu ausländischen Währungen ständig den Kursschwankungen angepaßt wird.
Das in den USA und Großbritannien gebildete jüdische Flüchtlingshilfswerk wird in den nächsten vier Jahren jährlich 25.000 jungen Juden zur Auswanderung aus dem Deutschen Reich verhelfen.

27.3.1936
Adolf Hitler hält in der Lokomotivhalle der Firma Krupp in Essen eine große Rede, er erklärt: „Wenn 15 Jahre geredet wird, dann muss endlich einmal einer kommen, der handelt! Und ich habe gehandelt!"
Wegen der von den Verwaltungsbehörden der britischen Kolonien in Afrika erlassenen strengen Jagdgesetze ist es in Uganda zu einer Elefantenplage gekommen. Rund 20 000 Elefanten haben der Landwirtschaft schwere Schäden zugefügt.
Die Kunstsammlung des US-amerikanischen Industriellen Henry Clay Frick mit Meisterwerken von Tizian, Rembrandt, Diego Velazquez und Jan Vermeer wird in New York der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Die Stadt Bad Hersfeld feiert ihr 1200jähriges Bestehen.
In Liverpool endet das Grand National Steeplechase, das schwerste Hindernisrennen der Welt, mit einem Sieg des favorisierten Wallachs Reynoldstown unter Jockey Fred Walwyn.

28.3.1936
Mit dem als »Deutscher Volkstag für Ehre, Freiheit und Frieden« propagierten Abschluss-Tag endet ein von den nationalsozialistisch gelenkten Medien in bisher nicht gekannter Weise unterstützter Wahlkampf. Ab 18.30 Uhr werden in allen deutschen Städten Aufmärsche veranstaltet, ab 19.50 Uhr läuten Glocken »mit ehernem Mund« den Friedensappell des Führers und Reichskanzlers, Adolf Hitler, im Kölner Gürzenich ein. Am Abend hält Hitler in den Kölner Messehallen seine letzte Wahlrede, sie wird über alle Sender übertragen.

29.3.1936
Bei der deutschen Reichstagswahl wählen 99% der Stimmberechtigten die NSDAP - so lautet das offizielle Ergebnis der Stimmenauszählung und bekunden damit zugleich ihre Zustimmung zu Adolf Hitlers Rheinlandpolitik.
SS-Wachverbände, deren Aufgabe die Bewachung der Konzentrationslager im Deutschen Reich ist, werden in SS-Totenkopf-Verbände umbenannt.
Die Bauarbeiten am olympischen Dorf in Döberitz bei Berlin sind abgeschlossen.

30.3.1936
Schulische Förderung, Auszeichnungen und Stipendien sollen künftig den Mitgliedern der Hitlerjugend vorbehalten bleiben.
Mit dem Gesetz zur Änderung des Finanzausgleichs wird die Beteiligung der Länder an der Einkommen-, Körperschafts- und Umsatzsteuer aufgehoben.
In Berlin beginnt eine deutsch-italienische Polizeikonferenz, an der von deutscher Seite u. a. Adolf Hitler und Reinhard Heydrich teilnehmen. Ziel ist die gemeinsame Bekämpfung des Bolsche­wismus.
Adolf Hitler sendet folgendes Telegramm an den Gauleiter der Saarpfalz Josef Bürckel: „Tief beeindruckt von der an erster Stelle ste­henden Saarpfalz sende ich Ihnen, meinem alten verdienstvollen Gau­leiter, zum heutigen Geburtstag meine herzlichsten Glückwünsche"
Eva Braun bezieht eine kleine Villa, Haus Wasserburger Straße 12, die Heinrich Hoffmann im Auftrage Hitlers in Bogenhausen im September 1935 kaufte.
Das deutsche Luftschiff LZ 129 »Hindenburg« startet von Friedrichshafen am Bodensee zu seiner ersten Südamerikareise nach Rio de Janeiro.

31.3.1936
Adolf Hitler legt seinen Nachbarstaaten ein erneutes Friedensangebot in Form eines umfassenden Friedens- und Abrüstungsplanes mit dem Angebot von Nichtangriffsverträgen gegenüber jedermann, die nach Form und Inhalt die endgültige Versöhnung zwischen diesen vormaligen Kriegsgegnern vollziehen sollten, und anderes mehr. Dieser Friedensplan der deutschen Revisionspolitik stieß bei den Westmächten auf bedauerliche Verständnislosigkeit.
Nach zweijähriger Suche ist der neue Dalai Lama, ein zweijähriger Bauernsohn, ermittelt und wird in der tibetischen Hauptstadt Lhasa auf den Thron gehoben.
Die deutsche Reichsfilmkammer erlässt zur Reorganisation der Arbeit in der Filmindustrie Richtlinien, die auf eine gleichmäßige Auslastung der Studios zielen.
An der Dresdener Staatsoper wird die Oper "Der verlorene Sohn" von Robert Heger uraufgeführt.

Die deutschen Zeppeline LZ 127 „Graf Zeppelin" (ab 1931) und LZ 129 „Hindenburg" (ab 1936) fuhren fahrplanmäßig im Liniendienst über den Atlantik („Graf Zeppelin" nach Brasilien, „Hindenburg" sowohl nach Brasilien als auch in die USA). Dabei beförderten sie Passagiere, Post und Fracht. Die Verluste aus der an sich defizitären Passagierbeförderung konnten dabei teilweise durch die Luftposterlöse beglichen werden, und der Betrieb lief insgesamt mehr oder weniger erfolgreich. LZ 127 umrundete 1929 auf der Weltfahrt mit zahlenden Gästen an Bord sogar einmal die Erde. Die Luftschiffe stellten Spitzentech- nologie dar und waren so etwas wie die Concorde der 1930er.              
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Links: Wahlkampfveranstaltung der NSDAP - auch der Propa- gandaminister Josef Goebbels war neben Adolf Hitler ein brillanter Redner, der auch schon vor der Machtübernahme als glühender Nationalsozialist zum Wahlsieg der NSDAP beitrug.                   

APRIL 1936

1.4.1936
Der deutsche Sonderbotschafter, Joachim von Ribbentrop, überreicht der britischen Regierung in London die deutsche Antwort auf das Locarno-Memorandum vom 19. März. Sie enthält den Vorschlag eines umfassenden Friedensplans auf der Basis vollkommener Gleichberechtigung aller Teilnehmer.
Der Oberbefehlshaber des deutschen Heeres, General Werner von Fritsch, spricht sich für die Aufstellung von 36 (statt 32) Divisionen aus.
In Österreich wird die allgemeine Wehrpflicht eingeführt. Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler bespricht mit Franz von Papen die Lage in Osterreich.
Carl Bosch, der 1931 den Nobelpreis für Chemie erhalten hat, wird Nachfolger Max Plancks als Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft.
Der Verlag Friedrich Vieweg & Sohn (Sitz Braunschweig) feiert sein 150jähriges Bestehen. Neben grundlegenden naturwissenschaftlichen Werken sind im Vieweg-Verlag auch Hauptwerke Johann Wolfgang von Goethes und Gottfried Kellers zum erstenmal erschienen.

2.4.1936
Der neue Reichstag hat 740 Abgeordnete. Dazu sind die Reichsleiter, Gauleiter, stellvertretende Gauleiter, Franz von Papen, Alfred Hugenberg und noch weitere im Reichstag vertreten.
Die Landeskirchen von Bayern, Hannover, Mecklenburg, Sachsen und Württemberg schließen sich unter einer eigenen geistlichen Leitung zusammen und errichten eine ständige Vertretung in Berlin. Als Zweck der Vereinigung wird eine Befriedung im Einvernehmen mit dem Reichskirchenminister Hanns Kerrl angegeben.

3.4.1936
Hermann Esser wird Präsident des Reichsfremdenverkehrsverbandes.
Die Frist für die Steuerbefreiung neuer Kleinwohnungen wird im Deutschen Reich letztmalig bis Ende Dezember 1936 für den Rohbau und bis Ende Mai 1937 für die Bezugsfertigstellung verlängert.
Zulassungsverbot für jüdische Tierärzte und mit „nichtarischen" Ehegatten verheiratete Veterinärmediziner.
In der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart sind im Rahmen einer Ausstellung »Schwäbisches Kulturschaffen der Gegenwart« auch Aquarelle des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler aus den Jahren 1913-14 zu besichtigen.
Bruno Richard Hauptmann, der des Mordes an dem Kind des Atlantikfliegers Charles Lindbergh für schuldig befunden und zum Tod verurteilt worden ist, stirbt auf dem elektrischen Stuhl.

4.4.1936
Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler ordnet per Geheimerlaß die verstärkte »Wehrhaftmachung« des Deutschen Reiches an.
Hermann Göring wird zum Beauftragten für alle Rohstoff- und Devisenfragen ernannt. Es setzt eine Intensivierung der deutschen Autarkiebestrebungen bzw. der innerdeutschen Erzeugung zur «Wehrhaftmachung» der deutschen Wirtschaft ein.
Die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt beginnt ihre erste Reichssammlung des Jahres 1936.
Der Deutsche Generalkonsul Nöldeke in Kattowitz weißt das Auswärtige Amt auf die gefährlichen Auswirkungen der sich mehrenden deutschfeindliche Kundgebungen in Ostoberschlesien hin. In einigen Fällen hat die in der Bevölkerung hervorgerufene Erregung bereits zu Zwischenfällen geführt, bei denen Deutsche körperlich mißhandelt und getötet wurden.

5.4.1936
Bei der Übergabe des Autobahn-Teilstückes zwischen Braunschweig und Lehrte nennt Fritz Todt diese Freigabe die „erste Dankesleistung des deutschen Arbeiters an den Führer für seine Tat vom 7. März, durch die der Führer dem deutschen Volk die Ehre wiedergegeben hat".
Die ungarische Regierung gibt bekannt, dass sie nicht beabsichtige, dem österreichischen Beispiel der Einführung einer allgemeinen Wehrpflicht zu folgen.
In Zürich unterliegt die Fußball-Nationalmannschaft der Schweiz der italienischen Auswahl 1:2 und in Wien unterliegt Österreich Ungarn 3:5.
Der Cambridge-Achter gewinnt das zum 88. Mal ausgetragene traditionsreiche Ruderrennen der Universitätsmannschaften von Cambridge und Oxford auf der Themse zwischen Putney und Mortlake mit fünf Längen Vorsprung vor der Oxford-Crew.

6.4.1936
Durch Runderlass des deutschen Reichsinnenministers Wilhelm Frick werden Juden von der Ausübung eines Dolmetscherberufs ausgeschlossen.
Österreich ist das erste Land in Europa, das keinen Geburtenüberschuß mehr verzeichnen kann, 1935 haben 89.151 Geburten 92.108 Todesfälle gegenübergestanden. Als Ursachen dafür werden wirtschaftliche und soziale Probleme gesehen.
Der ungarische Ministerpräsident Gyula Gömbös und der Führer der Kleinlandwirtepartei Tibor Eckhardt tragen in Budapest ein Pistolenduell aus, das unblutig endet. Grund für dieses Duell ist ein beleidigender Wortwechsel zwischen den beiden Kontrahenten in einer Ausschußsitzung des ungarischen Abgeordnetenhauses gewesen.
Baden-Baden steht vom 6. April bis zum 8. April im Zeichen eines internationalen Musikfestes, das auf Initiative der Baden-Badener Kurdirektion durchgeführt wird. Zur Aufführung kommen Werke der instrumentalen Gegenwartsmusik, u.a. von Igor Strawinsky, Werner Egk und Paul Hindemith.
Eine Brüsseler Firma bringt Lippenstifte mit Alkoholgeschmack auf den Markt.

7.4.1936
Heinrich Himmler ordnet in einem SS-Befehl an, dass SS-Angehörige auf keinen Fall bei Kirchenaustritt ihre SS-Zugehörigkeit als Grund angeben sollen, sondern „aus persönlicher Überzeugung".
Der Leiter der "Deutschen Glaubensbewegung", Wilhelm Hauer, verlässt die Vereinigung.
Das spanische Parlament setzt den Staatspräsidenten Spaniens, Niceto Alcalá Zamora, ab.
Die Lübeck-Büchener Eisenbahn stellt auf den Strecken Lübeck- Hamburg und Hamburg- Travemünde einen neuartigen, doppelstöckigen Zug in Dienst, der die Vorteile des Triebwagens mit denen des Dampfzuges verbindet. Der Zug fährt mit einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h und benötigt für die Strecke Hamburg- Lübeck 40 Minuten.

8.4.1936
Die französische Regierung veröffentlicht einen Friedensplan, der in Genf den Locarno-Mächten übergeben wird. Der deutsche Friedensplan vom 1. April 1936 wird darin als völlig unzureichend bezeichnet.
In einer Note an die Sowjetregierung protestiert die chinesische Regierung gegen den Abschluß des mongolisch-sowjetischen Beistandspaktes und erklärt, dass durch diesen Pakt die Bestimmungen des chinesisch-sowjetischen Abkommens aus dem Jahr 1924 über die Anerkennung der chinesischen Souveränitätsrechte in der Äußeren Mongolei verletzt würden.

9.4.1936
"Unter dem Eindruck der überwältigenden Vertrauenskundgebung des deutschen Volkes" vom 29. März 1936 bittet Reichskirchenminister Hanns Kerrl in einem Schnellbrief die Gestapo und die Reichsleiter alle Aufenthalts- und Redeverbote für Geistliche beider Konfessionen aufzuheben.
Die deutsche Reichsjugendführung ruft alle Jungen und Mädchen der Jahrgänge 1922- 1926 zum geschlossenen Eintritt in das deutsche Jungvolk und die Jungmädelschaft bis zum 20. April 1936 auf.
Karl Ulmanis wird zum Staats- und Ministerpräsidenten von Lettland ernannt. Gemäß der neuen lettischen Verfassung übernimmt er das Staatspräsidentenamt von Albert Kviesis.
Das musikalische Verwechslungsspiel "Konfetti" wird in Wien uraufgeführt. Für die Hauptrollen dieses Films hat Regisseur Hubert Marischka u.a. Hans Moser, Friedl Czepa, Hans Holt, Leo Slezak und Lotte Spira gewinnen können. Die Filmmusik hat Robert Stolz geschrieben.

10.4.1936
Die 1819 von Karl Freiherr vom und zum Stein gegründete "Monumenta Germaniae Historica", die wichtigste Sammlung mittelalterlicher Quellen zur deutschen Geschichte, wird in das "Reichsinstitut für ältere deutsche Geschichte" umgewandelt. Die kommissarische Leitung wird Wilhelm Engel übertragen.
Der österreichische Bundeskanzler Kurt Schuschnigg verfügt als Reichsführer der Ostmärkischen Sturmscharen (O.S.S.) die Umwandlung der bisher vorwiegend wehrpolitischen Bewegung in eine kulturpolitische Organisation.
Das deutsche Luftschiff LZ 129 "Hindenburg" kehrt von seiner ersten Südamerikafahrt nach Friedrichshafen zurück.
Der deutsche Botschafter Leopold von Hoesch stirbt in London im Alter von 54 Jahren. Adolf Hitler sendet ein Beileidstelegramm an dessen Schwester.
Adolf Hitler besucht mit Sofia Stork die Baustelle auf dem Berghof. Sofia Stork erhält von Hitler den Auftrag für die Gestaltung des Kachelofens im Wohnraum. Sie modellierte und bemalte die Kacheln selber. Auch für andere Größen des Dritten Reiches fertigte sie Kunstgegenstände an.

11.4.1936
Die türkische Regierung fordert die Abänderung der Entmilitarisierungsbestimmungen bezüglich der Dardanellen.
Guatemala, Kolumbien und die Dominikanische Republik sprechen sich für die Gründung eines amerikanischen Völkerbunds aus.

12.4.1936
Italienische Truppen besetzen die sudanesisch-abessinische Grenze bei Gallabet westlich von Gondar.
Italien und die Schweiz schließen ein Zahlungsabkommen. Italiener und in Italien wohnhafte Ausländer dürfen danach bei Urlaubsreisen in die Schweiz fremde Devisen im Wert von 500 Lire, italienische Banknoten im Betrag von höchstens 2000 Lire sowie Hotel- und Reisegutscheine mitnehmen. Doch darf insgesamt ein Betrag von 3000 Lire nicht überschritten werden.

13.4.1936
Nach dem Tod des griechischen Ministerpräsidenten und Außenministers Konstantin Demerdzes wird General Ioannis Metaxas von König Georg II. von Griechenland zum neuen Regierungschef und Außenminister ernannt.
Der deutsche Rennfahrer Rudolf Caracciola gewinnt auf Mercedes-Benz in Monte Carlo den Großen Preis von Monaco.

14.4.1936
Bei Zusammenstößen zwischen der Polizei und demonstrierenden Arbeitslosen wurden im polnischen Lemberg zwei Arbeitslose getötet.
Die italienische Regierung teilt dem Völkerbund in Genf in einem Schreiben mit, dass die Sklaverei in den von italienischen Truppen besetzten Gebieten Abessiniens (Äthiopien) abgeschafft worden sei.

15.4.1936
In der NSDAP-Ordensburg Crössinsee in Pommern werden erstmal sämtliche Kreisleiter des Reiches zu einem zehntägigen Schulungskursus versammelt, bei dem die leitenden Persönlichkeiten von Partei, Staat und Wehrmacht Vorträge halten.
In Berlin wird die Reichsakademie für Leibesübungen eingerichtet, die für eine ergänzende Ausbildung von Studienassessoren mit der Lehrbefähigung im Turnen sowie von freiberuflichen Sportlehrern und ehrenamtlichen Leitern von Leibesübungen sorgen soll.

16.4.1936
Durch die Verbreitung des Rundfunks und die starke internationale Konkurrenz hat sich der Absatz der deutschen Schallplattenindustrie extrem verschlechtert. Die Ausnutzung der Kapazitäten beträgt in deutschen Betrieben nur 25%. Die Preise für Schallplatten sind seit 1929 um 50% gesunken.
In Italien werden allen Zigarettenpackungen der gehobenen Preisklasse Kärtchen beigelegt, die über Verhaltensregeln bei Luftangriffen und Maßnahmen zum Giftgasschutz informieren. Wer bis zum 30. Juni 1936 500 dieser Kärtchen an den italienischen Verband für Luftschutz einschickt, soll eine Gasmaske als Geschenk erhalten.
Im ägyptischen Sakkara entdeckt der britische Archäologe Walter Bryan Emery unterirdische Grabanlagen aus der Zeit der 1.- 3. Dynastie (2. Hälfte 3. Jt. v. Chr.)
Die jüdische Zeitung "The Youngstown Jewish Times" in Ohio verrät die wahre Pläne des internationalen Judentums: "... Auf ein von Paris gegebenes Signal werden Frankreich und Belgien, sowie die Völker der Tschechoslowakeiv sich in Bewegung setzen, um den deutschen Koloß in einen tödlichen Zangengriff zu nehmen. Sie werden Preußen und Bayern voneinander trennen und das Leben in diesen Staaten zerschlagen."

17.4.1936
Bei den Genfer Verhandlungen zur Beendigung des Abessinienkonflikts legt die italienische Abordnung dem Völkerbundausschuß die Bedingungen Italiens für die Aufnahme von Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen vor. Italien fordert u.a. dass die Verhandlungen nur zwischen den betroffenen Staaten, Italien und Abessinien (Äthiopien), stattfinden sollen.
In Österreich wird die Wirtschaftspolizei mit Untersuchungen zur Aufklärung des Bankrotts der Versicherungsgesellschaft Phoenix betraut.
Im Schwarzwald kommen bei einem völlig unerwartet eintretenden Schneesturm fünf britische Schüler ums Leben, die sich mit ihrer Schulklasse auf einer Wanderfahrt befunden haben.

18.4.1936
Neues Gesetz erhebt Volksgerichtshof zum ordentlichen Gericht und stellt ihn als oberstes Strafgericht dem Reichsgericht gleich.
In Wiesbaden beginnt die erste Reichstagung der „Arbeitsgemeinschaft für eine neue deutsche Heilkunde".
In Basel wird die Schweizer Mustermesse eröffnet. Die Industrieschau die bis zum 28. April einen Überblick über die Erzeugnisse der schweizerischen Wirtschaft gibt, feiert ihr 20jähriges Bestehen. Besonderer Anziehungspunkt für die Besucher ist die Halle der schweizerischen Uhrenindustrie.

19.4.1936
In der Berliner Deutschlandhalle findet die erste Großkundgebung des neuorganisierten Reichsbundes für Leibesübungen (DRL) statt.
Bei schweren Auseinandersetzungen zwischen Arabern und Juden in Palästina werden 16 Personen getötet und 50 verletzt.
Im Berliner Staatstheater erlebt das historische Schauspiel "Friedrich Wilhelm I." von Hans Rehberg seine Uraufführung. Es ist das dritte Preußendrama des von den Nationalsozialisten hochgelobten deutschen Dichters.

20.4.1936
Im Deutschen Reich wird der Geburtstag des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler gefeiert. Die Geburtstagsgratulation für Adolf Hitler beginnt in Berlin mit einem Ständchen der „Leibstandarte SS Adolf Hitler" unter deren Kommandeur Sepp Dietrich. Bei dem anschließenden Empfang der Generalität hält Hitler eine Ansprache, und es werden Beförderungen ausgesprochen. Werner von Blomberg, Reichskriegsminister, wird zum ersten Generalfeldmarschall unter Hitler befördert. Anschließend paradiert ein SS-Bataillon vor der Reichskanzlei. Um 11 Uhr besichtigt Hitler die Parade- aufstellung des Heeres im Lustgarten. Der Führer hat anlässlich seines Geburtstages eine Reihe von Glückwunschtelegramme beantwortet: an König Eduard VIII, Mussolini und Boris III. Der Stabschef der SA, Viktor Lutze, verkündet das von der SA eingerichtete „Dankopfer der Nation" an den Führer.

21.4.1936
Der Völkerbundsrat verabschiedet einen Appell an Italien, in dem bedauert wird, "dass der Versöhnungsversuch des Völkerbundsausschusses im abessinisch-italienischen Konflikt nicht zum Ziel geführt hat".
Auf der Technischen Tagung des mitteldeutschen Braunkohlebergbaus in Berlin wird ein Strukturwandel in der Braunkohleindustrie prognostiziert. Anlaß dazu geben die Berichte der Wintershall AG, wonach die Entwicklung eines kostengünstigen Verfahrens für die Vergasung von Braunkohle gute Fortschritte macht.
In Berlin wird die Deutsche Gesellschaft für Tierpsychologie gegründet. Ihr Ziel ist die Auswertung von tierpsychologischen Erkenntnissen für die Tierzüchtung und Tierhaltung.

22.4.1936
Die in Frankfurt am Main tagende Internationale Eisenbahnbehälterkonferenz verhandelt über die Einführung standardisierter Eisenbahntransportbehälter. Durch diese "Umwälzung im Transportwesen" soll die Versendung von Gütern zwischen einzelnen Staaten sowie Verkäufer und Käufer vereinfacht und verbilligt werden.
Ein Dauertest der Automobilfirma Adler mit dem neuen Stromlinienwagen wird erfolgreich abgeschlossen.

23.4.1936
Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler unterzeichnet ein Amnestiegesetz, das nationalsozialistischen Straftätern zugute kommt.
In Palästina wird von politischen Organisationen der Araber der Generalstreik ausgerufen. Die Spannungen zwischen der jüdischen und der arabischen Bevölkerung wegen der Einwanderung jüdischer Flüchtlinge spitzen sich weiter zu.
Der deutsche Generalinspekteur für das Straßenwesen, Fritz Todt, weiht bei Dömnitz eine neue, 960 m lange Elbbrücke ein.

24.4.1936
Im Wiesbadener Neuen Museum findet bis zum Juli eine große Kunstausstellung statt. Unter dem Thema "Zwei Jahrhunderte deutsche Landschaftsmalerei" werden rund 800 Werke aus dem 18. und 19. Jahrhundert ausgestellt.
In Italien gelangt ein Wolleersatz, der aus Milch hergestellt wird, unter dem Namen Lanital in die Großproduktion. Die künstliche Wolle ist entwickelt worden, weil Italien aufgrund der Wirtschaftssanktionen im Zusammenhang mit dem Abessinienfeldzug kaum noch Wolle importieren kann.

Einweihung der NS-»Ordensburgen« in Vogelsang / Nordeifel, Crössinsee / Pommern und Sonthofen / Allgäu. Die von der DAF finanzierten Großbauten sind als Schulungsanstalten von «Ordensjunkern» als Funktionärsnachwuchs für NSDAP, DAF, NSV und für die kommunale Verwaltungen gedacht.              




















Bei den Ordensburgen handelte es sich um Neubauten, nicht um umfunktionierte mittelalterliche Burgen. Vages historisches Vorbild waren die mittelalterlichen Deutschordensburgen, eine Mischung aus Kaserne, Burg und Kloster. Die parteiliche Ausbildung auf den Ordensburgen sollte einem Gesamtkonzept folgen, nach dem jede Einrichtung einen Themenschwerpunkt hatte. Nacheinander sollten die Ordensjunker - so der Name der Lehrgangsteilnehmer - eine jeweils einjährige Ausbildung auf den Ordensburgen durchlaufen. Der Unterricht wurde von den dauerhaft auf der Ordensburg stationierten Stammführern durchgeführt. Die Ausbildung war vor allem auch von militärischen und sportlichen Übungen geprägt.


25.4.1936
Nachdem die Verwaltung des Londoner Wembleystadions britischen und US-amerikanischen Filmgesellschaften das Filmen im Stadion anlässlich des britischen Pokal-Endspiels zwischen Arsenal London und Sheffield United (Ergebnis 1:0) untersagt hat, mieten die Filmgesellschaften vier "Windmühlenflugzeuge" und zehn weitere Maschinen und nehmen das Spiel aus der Luft auf.

26.4.1936
In Frankreich werden Parlamentswahlen durchgeführt. Weil in zwei Dritteln der Wahlbezirke keiner der zur Wahl stehenden Kandidaten die notwendige Mehrheit für den Einzug in die französische Deputiertenkammer erreicht, müssen die restlichen Mandate durch eine Stichwahl gewonnen werden.

27.4.1936
Deutsche Firmen erhalten von China den Auftrag zur Lieferung von acht schweren Lokomotiven, 100 Güterwagen und Eisenbahnschienen. Der Gesamtauftrag beläuft sich auf 4,25 Millionen Reichsmark (RM).
Im Davispokalspiel gegen Spanien siegt das deutsche Tennis-Team 4:1 durch Siege Gottfried von Cramms Henner Henkels (zwei Siege) und des Doppels Cramm/Wilhelm Lund. Ein Spiel geht an Spanien durch den Sieg Enrico Maiers über Cramm.
Als erste Olympiamannschaft treffen im Deutschen Reich (in Bremen) die japanischen Springreiter ein.

28.4.1936
Bei der Deutschen Werft in Hamburg wird der Bau eines Walfangmutterschiffes mit sieben Fangbooten in Auftrag gegeben. Damit wird sich das Deutsche Reich erstmals seit 1864 wieder am internationalen Walfang beteiligen. Der deutsche Walölbedarf beträgt jährlich 400 000 t. Ein Viertel des Bedarfs soll zukünftig von eigenen Schiffen eingeholt werden, um die Devisenbilanz zu schonen.
An botanischen Instituten in Frankfurt am Main und Yonkers in den USA werden erste Versuche mit synthetisch gewonnenen, hormonähnlichen Stoffen an Pflanzen durchgeführt. Es wird untersucht, inwieweit diese Reizstoffe bei bestimmten Pflanzen zu einer stärkeren Wurzelbildung und zu schnellerem Wachstum führen.
Der US-amerikanische Verkehrsexperte Kenneth Storer legt Pläne zur Umgestaltung des New Yorker Verkehrsnetzes vor.

29.4.1936
Der Leiter der Gestapo, Reinhard Heydrich, benennt in einer Veröffentlichung des »Völkischen Beobachters« die Personengruppen, die als Staatsfeinde angesehen werden müßten und zu bekämpfen seien. Neben Kommunisten, Juden und Freimaurern fallen hierunter auch Kirchenbeamte, die sich politisch äußern.
Eine Verordnung der österreichischen Regierung sieht die Rückgabe des Habsburger Vermögens vor, welches nach dem Ersten Weltkrieg eingezogen worden ist.

30.4.1936
Durch einen Erlass des deutschen Reichsinnenministers Wilhelm Frick wird die Besoldung der Gemeindebeamten in Preußen an die Reichsbeamtenbesoldung angeglichen, nachdem die Gleichstellung der preußischen Staatsbeamten bereits erfolgt ist.
In Berlin wird der Spielfilm "Arzt aus Leidenschaft" uraufgeführt. Unter der Regie von Hans Zerlett spielen Albrecht Schoenhals, Karin Hardt und Hans Söhnker die Hauptrollen.

15 Bilder für 143.000 Euro In den vergangenen Jahren sind mehrere Dutzend Hitler-Bilder in Europa versteigert worden, auch beim Nürnber- ger Auktionshaus Weidler. Vor vier Jahren erzielte dort das Ölgemälde "Bergaden Hoher Gröll" einen Preis von 11.000 Euro. Die Stadt Nürnberg hatte versucht, die Auktion verbieten zu lassen, allerdings vergeblich. Europa kann sich allerdings glück- lich schätzen, dass Hitler sich für die Politik entschie- den hat, sonst würde heute der Rote Stern vom Vatikan und vom Eiffelturm leuchten.

die sozialen Errungenschaften im Deutschen Reich waren einzigartig und es gab auf der ganzen Welt nichts Vergleichbares

Max Planck

Igor Strawinski

Werner Egk

Paul Hindemith

Reinhard Heydrich

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Rheinland von den Alliierten besetzt und von deutschen Truppen geräumt. Im Vertrag von Versailles wurde es Deutschland untersagt, Befestigungen, sowohl auf dem linken Ufer des Rheins wie auch auf dem rechten Ufer westlich einer 50 Kilometer östlich dieses Flusses gezogenen Linie beizubehalten oder zu errichten. Im Vertrag von Locarno wurden diese Bestimmungen bekräftigt. Dort wird eine Verletzung als unprovozierter Angriff seitens Deutschland bezeichnet. Für Deutschland war die Wiederbesetzung ein großer Erfolg. Es wurde eine weitere Revision der Versailler Vertragsbestimmungen erreicht und es ergab sich nun die Möglichkeit, im Westen die Grenze militärisch zu befestigen und das wirtschaftlich so immens wichtige Ruhrgebiet strategisch abzusichern. Auch innenpolitisch war die Besetzung des Rheinlandes ein voller Erfolg. Das Ansehen Hitlers in der Bevölkerung wurde weiter gestärkt. BILD LINKS: Einheiten der Wehrmacht befreien die französisch kontrollierte Rheinlandzone. Die ersten Truppen marschieren in Koblenz ein. BILD MITTE: Düsseldorfer empfangen deutsche Truppen bei der Befreiung des Rheinlandes. BILD RECHTS: Einzug von Wehrmachtseinheiten über die geschmückte Rheinbrücke nach der Remilitarisierung nach Worms.

Die Ratsversammlung vom Völkerbund ist außerordentlich bewegt. Hier ein Bild von den Zuhörern in London während der Rede des deutschen Botschafters Ribbentrop. Unter anderen sieht man Litwinow (Sowjetunion), Eden (England), Barcia (Spanien), Grandi (Italien), Flandin (Frankreich) und den Präsidenten des Völkerbundes Bruce (Australiens). Auf dem anderen Bild ist das Gebäude mit dem Hauptsitz des Völkerbundsrats in Genf.

Die Remilitarisierung des Rheinlandes durch die Wehrmacht

Die Remilitarisierung des Rheinlandes durch die Wehrmacht

Die Remilitarisierung des Rheinlandes durch die Wehrmacht

Die Remilitarisierung des Rheinlandes durch die Wehrmacht

Adolf Hitler nimmt die Glückwünscheeiner von einer glücklichen Bevölkerung entgegen. Video rechts: Eine ungeheure Menschenmenge umsäumt die Paradeaufstellung des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe, die vom Lustgarten bis zur Paradestraße der Charlottenburger Chaussee im Tiergarten reichte. Jubelnd und mit Heilrufen wird der Führer von seinem Volk empfangen.

NS-Ordensburg Vogelsang: Blick vom Nordost-Hang zum Glockenturm und zum Hauptgebäude, dem soge- nannten Gemeinschaftshaus mit Hör- und Speisesaal

Die Türme der NS-Ordensburg in Krössinsee sind markante Land- marken in der Ebene Pommerns

In der NS-Ordensburg Sonthofen im Allgäu sollte die künftige Elite vor allem auf Verwaltungsaufgaben in ihren späteren Parteifunktionen vorbereitet werden

 
Sie können die einzelnen Bilder anklicken und die detailierten Ereignnisse dieser Zeit in der großen Chronik von 1933-45 nachlesen

 Die Rheinlandbefreiung wurde auf den Befehl Hitlers gestartet und von   Werner v. Blomberg ausgeführt. Der Einmarsch in die entmilitarisierte   Zone  wurde  vom  Volk  mit  großer  Begeisterung  aufgenommen.