Chronik des Nationalsozialismus März / April 1937

MÄRZ 1937

1.3.1937
Auf der Frühjahrs-Kundgebung der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP in Leipzig fordert der außerordentliche Botschafter Joachim von Ribbentrop zum wiederholten Mal Kolonien für das Deutsche Reich.
Die halbamtliche italienische Zeitung "Giornale d'Italia" wendet sich gegen eine Habsburger Restauration in Österreich und warnt, die Wiederkehr der Monarchie in Österreich würde die Unabhängigkeit des Landes gefährden.
Der Vertraute des polnischen "Staatsführers" Edward Rydz-Smigly, Marian Koc, kündigt in Warschau die Bildung einer neuen rechten Partei, "Lager der nationalen Einheit", an, die auf dem Führerprinzip beruht.
Der US-amerikanische Stahlkonzern United States Steel Corporation erklärt sich erstmals bereit, mit dem neuen Gewerkschaftsdachverband CIO über Lohnerhöhungen und Arbeitszeitverkürzungen zu verhandeln.
Im Londoner Eispalast von Earls Court gewinnen die Deutschen Ernst Baier und Maxi Herber den Weltmeistertitel im Eiskunstlauf der Paare.

2.3.1937
Der Faschistische Großrat Italiens beschließt ein umfassendes Rüstungsprogramm, das von der internationalen Presse als Antwort auf die Rüstungsabsichten Großbritanniens gewertet wird.
An der Scala in Mailand wird die Oper "Lucrezia" aus dem Nachlaß des 1936 gestorbenen italienischen Komponisten Ottorino Respighi uraufgeführt.
Die britische Eiskunstläuferin Cecilia Colledge wird in London Weltmeisterin.

3.3.1937
Im Deutschen Reich beginnt ein siebenwöchiger Werbefeldzug der Hitlerjugend für den Eintritt aller Zehnjährigen in das Deutsche Jungvolk bzw. die Jungmädelschaft des BDM (Bund Deutscher Mädel).
In einer Sitzung des Zentralkomitees der KPdSU in Moskau betont Parteichef Josef W. Stalin die Notwendigkeit einer rücksichtslosen Liquidierung "trotzkistischer Schädlinge".

4.3.1937
Kennzeichnend für die Verschlechterung der deutsch-österreichischen Beziehungen ist das Verbot der "Frankfurter Zeitung" in Österreich, mit dem Wien auf das Verbot für die österreichische "Neue Freie Presse" im Deutschen Reich reagiert.
In Berlin beginnt die diesjährige Arbeitstagung des Weltrundfunkvereins, die bis zum 13. März dauert. Zu den Programmpunkten gehören die Wellenverteilung und das Urheberrecht.

5.3.1937
Im Deutschen Reich wird, nach dem Verbot der "Neuen Freien Presse" das Erscheinen von weiteren sechs österreichischen Zeitungen untersagt. Die deutsche Regierung will damit die Zulassung des NS-Organs "Völkischer Beobachter" in Österreich erzwingen.
Der mit der Durchführung der See- und Landkontrolle in Spanien vom Nichteinmischungsausschuß betraute internationale Rat in London nimmt seine Arbeit auf.

6.3.1937
Adolf Hitler besucht die Automobilausstellung in Berlin ein zweites Mal.
Der französische Ministerrat beschließt, eine Rüstungsanleihe in Höhe von 10,5 Milliarden Francs (1 Milliarde Reichsmark) aufzulegen. Mit weiteren 12 Milliarden Francs (1,17 Milliarden RM) soll innerhalb der nächsten drei Jahre die Gesamttonnage der Kriegsflotte von 650 000 auf 870 000 erhöht werden.
Der Landesleiter der Jungdeutschen Partei in Polen, Rudolf Wiesner, fordert in Warschau die gleiche Rechte für die deutsche Minderheit in Polen.

7.3.1937
Im Rahmen eines Vortrages über „Die Straßen Adolf Hitlers" erläutert der Generalinspektor für das Straßenwesen, Fritz Todt, dass die Finanzierung der Reichsautobahn durch die Erhöhung des Benzinpreises um drei Pfennige gegenüber dem vorigen Sommer erfolge.
Im Rahmen des "Winterhilfswerks" (WHW) 1936/37 findet im Deutschen Reich eine große Straßensammlung statt.
In einem Fußball-Länderspiel in Amsterdam trennen sich die Niederlande und die Schweiz vor 40 000 Zuschauern 2:1.

8.3.1937
Robert Ley verkündet auf der Ordensburg Vogelsang, dass unter Leitung von Alfred Rosenberg eine Akademie für weltanschauliche Schulung die Ausbildung aller Erzieher an Adolf-Hitler-Schulen und Ordensburgen übernehmen wird.
In Genf beginnt die Rohstoffkonferenz des Völkerbunds, auf der über die Verknappung der Rohstoffe in den Industrieländern und die Frage der Kolonien beraten wird.
Nordöstlich der spanischen Hauptstadt Madrid beginnt die Durchbruchoffensive der Faschisten, die von einem großen Aufgebot italienischer Truppen unterstützt werden. Die Gefechte zwischen Faschisten und Regierungstruppen weiten sich zur Schlacht von Guadalajara aus.

9.3.1937
Die Kriminalpolizei verhaftet im Deutschen Reich 2.000 »Gewohnheits- und Sittlichkeitsverbrecher« und liefert sie in Konzentrationslager ein.
Adolf Hitler besucht das Deutsche Opernhaus in Berlin-Charlottenburg und sieht sich das Ballett „Tanz um die Welt" an.
Der Reichsinnenminister erhält besondere gesetzliche Vollmachten zur Sicherung der Reichsgrenze gegen Ausländer.
Durch ein von der deutschen Reichsregierung verabschiedetes Gesetz wird die Amtszeit der zur Wahl stehenden Gemeindeverwaltungen bis auf weiteres verlängert.
Angesichts der Bedrohung Madrids durch die im Nordosten vorrückenden faschistischen Truppen beruft die Madrider Verteidigungsjunta die Militärjahrgänge 1932 bis 1936 zum Waffendienst ein.

10.3.1937
Die deutsche Reichsanleihe über 500 Millionen Reichsmark vom 23. Februar 1937 wird um 200 Millionen RM erhöht, weil ein »ungewöhnlich starker Anlagebedarf« der Sparer besteht.
Adolf Hitler sendet ein Dankestelegramm an den Ministerpräsidenten Ludwig Siebert und den Staatsminister Gauleiter Adolf Wagner anlässlich des 4. Jahrestages der nationalsozialistischen „Revolution" in Bayern.
In Valencia werden deutsche und italienische Soldaten, die von den Regierungstruppen gefangen worden sind, von einem Korrespondenten der britischen Zeitung »Times« interviewt. Die Soldaten, die auf seiten der Franco-Truppen gekämpft haben, bestätigen, daß sie reguläre Armeeangehörige ihres Landes sind.

11.3.1937
Adolf Hitler ehrt den Staatsschauspieler Heinrich George zum 25-jährigen Bühnenjubiläum durch eine Bild-Widmung. Am gleichen Tag ist die gesamte Parteiführerschaft bei einem geselligen Zusammensein in der Reichskanzlei Hitlers Gast.
Das britische Oberhaus in London verabschiedet das Gesetz über die Rüstungsanleihe über 400 Millionen Pfund (rund 4,9 Milliarden RM) in zweiter Lesung.

12.3.1937
Bei einer Versuchsfahrt des deutschen Luftschiffs »Hindenburg« wird die Ankopplung eines Flugzeugs an das Luftschiff ausprobiert. Der Versuch wird vom Chef des Technischen Amtes des Reichsluftfahrtministeriums, Ernst Udet, mit einer Fokke-Wulf-Maschine durchgeführt.
Adolf Hitler hält vor den in Berlin versammelten Gauleitern der NSDAP eine Ansprache über die politische Lage. Zuvor besuchte er den Innenminister Wilhelm Frick und gratulierte ihm zum 60. Geburtstag.
Der Führer Adolf Hitler gibt für 400 Künstler einen Abendempfang in der Reichskanzlei.
Der neue finnische Staatspräsident Kyösti Kallio (Agrarpartei) beauftragt in Helsinki den Führer der liberalen Fortschrittspartei, Aimo Kajander, mit der Bildung einer neuen Regierung. Bisheriger Regierungschef war Kallio.

13.3.1937
Adolf Hitler spricht im Reichkriegsministerium vor zahlreichen Generälen und Admirälen aus Anlass des 40-jährigen Dienstjubiläums des Generalfeldmarschalls Werner von Blomberg. Dabei betont er die grenzenlose Loyalität des Reichskriegsministers, die die weltanschauliche Fundierung der Armee ermöglicht habe.
Im Geschäftsbericht der Deutschen Reichsbank wird die Summe der seit 1934 aufgelegten Reichsanleihen mit fünf Milliarden Reichsmark angegeben. Darauf entfallen für das laufende Jahr bereits 700 Millionen RM.
Im amtlichen französischen Gesetzblatt wird eine Verordnung der Regierung veröffentlicht, durch die der Rüstungskonzern Schneider-Creuzot verstaatlicht wird.

14.3.1937
Papst Pius XI. erlässt eine Enzyklika "Über die Lage der Katholischen Kirche im Deutschen Reich" ("Mit brennender Sorge"), in der er die Verfolgung der Kirche im Deutschen Reich scharf kritisiert. Die Enzyklika wird in Deutschland gegen den Willen der Nationalsozialisten in hoher Auf­lage verbreitet.
Das britische Unterhaus in London nimmt eine Finanzresolution über einen Kredit von zwei Millionen Pfund (24,6 Millionen Reichsmark) für die Industrialisierung wirtschaftlicher Notstandsgebiete an.

15.3.1937
Der Führer und Reichskanzler empfängt den deutschen Botschafter in Moskau, Friedrich Werner Graf von der Schulenburg, zur Berichterstattung.
Der dänische König Christian X. benutzt die Durchreise in Berlin zu einem Besuch bei Adolf Hitler.
Als Oberbefehlshaber der Luftwaffe hält Hermann Göring in Berlin die Ansprache zum 2. Jahrestag der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht Alle Sender übertragen die Feierstunde.
Der Reichsjustizminister verfügt, dass kein Aktenmaterial über den „Einfluss des Judentums in Gesellschaft, Staat und Kultur" vernichtet werden darf.
Der Leiter des Reichsverbandes der deutschen Presse, Wilhelm Weiß, spricht in Dessau über das deutsche Schriftleitertum unter nationalsozialistischer Herrschaft.
An der Guadalajarafront nordöstlich von Madrid gelingt den spanischen Regierungstruppen mit der Rückeroberung des Ortes Trijueque ein erster Offensiverfolg.
Alle deutschen Voll- und Dreivierteljuden werden auf Anordnung des Reichskulturwalters Hans Hinkel aus dem "Paulus-Bund" (Vereinigung nichtarischer Christen) "entfernt". Der "Paulus-Bund" erhält den neuen Namen "Vereinigung 1937 der nichtvollblütigen deutschen Reichsbürger".
Das US-Bundesamt für Arbeitsfragen fordert die Büroartikel-Firma Remington Corporation auf, 4000 Angestellte, die nach einem Streik entlassen worden sind, umgehend wieder einzustellen, und beschuldigt die Firma "rücksichtsloser Streikbrechermethoden".
Der deutsche Schauspieler Willy Fritsch heiratet in Berlin die Tänzerin Dinah Grace.

16.3.1937
In Palästina häufen sich antijüdische Zwischenfälle. Bei Überfällen auf Juden in Galiläa werden fünf Menschen getötet. Die Anschläge arabischer Extremisten richten sich gegen die von der britischen Mandatsregierung unterstützte Einwanderung jüdischer Siedler nach Palästina.
In dem Pariser Vorort Clichy kommt es zu einer Straßenschlacht zwischen Anhängern der französischen Volksfront und der rechtsradikalen Sozialen Partei, in deren Verlauf fünf Personen getötet und über 200 zum Teil schwer verletzt werden.

17.3.1937
Der Beauftragte für den Vierjahresplan, Hermann Göring, spricht sich in einer Rede vor Stahlindustriellen in Essen für eine Eingliederung der österreichischen Stahlindustrie in das deutsche Rüstungsprogramm aus.
Pfarrer Martin Niemöller aus Dahlem schlägt dem Berliner Bischof Konrad Graf von Preysing eine Einheitsfront zwischen evangelischer Bekenntniskirche und katholischer Kirche vor.
Adolf Hitler besucht die Ausstellung „Das deutsche Bühnen­bild" im Berliner Haus der Kunst.
Durch einen Punktsieg über den Belgier Pierre Charles wird der deutsche Boxer Arno Kölblin in Berlin Europameister der Amateurboxer im Schwergewicht.
Der deutsche Spielfilm "Der Herrscher" von Veit Harlan wird in Berlin mit Emil Jannings, Marianne Hoppe, Harald Paulsen u.a. in den Hauptrollen uraufgeführt.

18.3.1937
Der deutsche Reichspropagandaminister Joseph Goebbels schafft die Position eines Reichsintendanten des Deutschen Rundfunks und besetzt sie mit dem bisherigen Intendanten des Reichssenders Köln, Heinrich Glasmeier.
Adolf Hitler ordnet per Erlass von Berlin aus Wiederholungs­übungen für die Träger des „SA-Sportabzeichens" an, um deren Wehrtüchtigkeil „bis ins hohe Alter" zu erhalten.
In einer Rede in Tripolis, die der italienische Duce und Ministerpräsident Benito Mussolini im Rahmen seines Besuchs der italienischen Kolonie Libyen hält, richtet er das Wort an "die Mohammedaner der ganzen Welt".
In New London, nahe Overton im US-Bundesstaat Texas, wird eine Schule durch eine Gasexplosion vollkommen zerstört. Bei dem Unglück kommen 438 Kinder und 17 Lehrer ums Leben.
Das Filmlustspiel "Die göttliche Jette" (Regie: Erich Waschneck) wird in Berlin uraufgeführt. In den Hauptrollen sind Grethe Weiser und Victor De Kowa zu sehen.

19.3.1937
Die deutsche Regierung beschließt auf einer Kabinettssitzung in Berlin ein Gesetz, das die Ausstattung und Besoldung der Polizeibeamten im gesamten Reich vereinheitlicht.
Juden werden vom Reichsarbeitsdienst ausgeschlossen, Misch­linge von ihren Leitungsdispositionen.
In Baden-Baden wird das Zweite Internationale Musikfest eröffnet, auf dem bis zum 22. März vor allem jüngere Komponisten ihre Werke vorstellen.
Das Liverpooler Grand National Steeplechase auf der Pferderennbahn von Aintree gewinnt der achtjährige Wallach Royal Mail unter Jockei Ernest Williams.

20.3.1937
Das deutsche Reichserziehungsministerium erlässt "Übergangsbestimmungen zur Vereinheitlichung des höheren Schulwesens", mit denen die Vielfalt der höheren Schultypen auf drei Hauptformen (Oberschule für Mädchen, Oberschule für Jungen, altsprachliches Gymnasium für Jungen) reduziert wird.
Das thüringische Sondergericht in Rudolstadt verurteilt vier Mitglieder der im Deutschen Reich verbotenen Organisation "Ernste Bibelforscher" (Zeugen Jehovas) wegen illegaler Betätigung zu hohen Gefängnisstrafen.
Der österreichische Minister für Sicherheitswesen, Odo Neustädter-Stürmer, wird von Bundespräsident Wilhelm Miklas auf Antrag von Bundeskanzler Kurt Schuschnigg seines Amtes enthoben.
Ernst Hanfstaengl wird, nachdem sein Aufenthalt in der Schweiz bekannt wurde, von Karl Heinrich Bodenschatz, Her­mann Görings Adjutant, aufgesucht, der ihm ein von Göring unterzeichneten Brief überreicht. Hanfstaengl wird nahegelegt, nach Deutschland zurückzukehren. Es wird ihm versprochen, dass er sich in Freiheit bewegen kann. Hanfstaengl überzeugt das nicht, er bleibt in Zürich.

21.3.1937
Im ganzen Deutschen Reich wird die Enzyklika "Mit brennender Sorge" von Papst Pius XI. von den Kanzeln verlesen. Sie wendet sich gegen die Unterdrückung der katholischen Kirche im Dritten Reich.
General Francisco Franco bricht die Offensive der Faschisten an der Guadalajarafront nach schweren Verlusten und Rückzugsgefechten ab und konzentriert die Kräfte wieder auf die spanische Hauptstadt Madrid und den Norden Spaniens.
Beim Stand von 2:0 für Österreich lässt Schiedsrichter Gustav Olsson aus Schweden das Fußball-Länderspiel zwischen Österreich und Italien in Wien in der 72. Spielminute wegen einer Häufung von Fouls abbrechen.
Vor 70 000 Zuschauern gewinnt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in Stuttgart 4:0 gegen Frankreich. - In Luxemburg trennt sich die deutsche B-Mannschaft von Luxemburg 3:2.

22.3.1937
In Berlin wird der deutsche Politiker und Schriftsteller Ernst Niekisch von der Gestapo (Geheime Staatspolizei) verhaftet. Der Sozialist Niekisch versuchte, nach der Machtergreifung in deutschen Städten Widerstandsgruppen aufzubauen.
Der deutsche Komponist Paul Hindemith kündigt wegen der ständigen Anfeindungen durch die Nationalsozialisten seine Lehrerstelle an der Berliner Hochschule für Musik zum 1. Oktober 1937.
In Prag erscheint ein Verzeichnis der in der Tschechoslowakei verbotenen Bücher.
Bei einem Besuch in London legt Leopold III., König der Belgier, Vertretern der britischen Regierung die belgische Position bezüglich der strikten Neutralität dar.
Bei Gesprächen in der tschechoslowakischen Hauptstadt Prag einigen sich die Ministerpräsidenten der ÇSR und Rumäniens, Milan Hodza und Gheorghe Tàtàràscu, die Leistungsfähigkeit der Kleinen Entente (ÇSR, Rumänien und Jugoslawien) weiter zu stärken.
Der US-amerikanische Senat in Washington genehmigt die Flottenvorlage der Regierung, die 526 Millionen US-Dollar (1,3 Millionen Reichsmark) für ein Flottenrüstungsprogramm vorsieht.

23.3.1937
Vor Mitgliedern des Reichsnährstandes in Berlin spricht der Beauftragte für den Vierjahresplan, Hermann Göring, über die Steigerung der landwirtschaftlichen Erziehung im Deutschen Reich und setzt die "Ernährungsfreiheit" als Ziel des Reichsnährstandes fest. Dabei kündigt Göring die Einführung der Hofkarte an, die Auskunft über Besitz und Ertrag der landwirtschaftliche Betriebe gibt.
Der deutsche Minister für kirchliche Angelegenheiten, Hanns Kerrl, verbietet den deutschen Bischöfen Druck und Verbreitung der päpstlichen Enzyklika "Mit brennender Sorge", die sich gegen die Kirchenverfolgung richtet.
Auf eine Anfrage im Londoner Unterhaus bezüglich der Beteiligung Italiens am Spanischen Bürgerkrieg sagt Außenminister Anthony Eden, er besäße keine offiziellen Informationen über die Landung italienischer Truppen in Spanien.

24.3.1937
Der französische Außenminister Yvon Delbos setzt die britische und die deutsche Regierung davon in Kenntnis, dass Frankreich beabsichtige, beim Völkerbund eine "Flottenaktion" zu beantragen, falls Italien weitere Truppen nach Spanien entsenden werde.
In Stuttgart wird der deutsch-italienische Spielfilm "Condottieri" uraufgeführt. Luis Trenker führte Regie und spielt auch die Hauptrolle.

25.3.1937
Nach Angaben des Reichspostministeriums kommt ab dem 5. April die erste Briefmarke mit dem Porträt von Führer und Reichskanzler Adolf Hitler zum Verkauf. Der neue Reichspostminister Wilhelm Ohnesorge hat Adolf Hitler dieses Zugeständnis abgetrotzt. Ansich hat Hitler eine fast abergläubische Abneigung gegen Verviel­fältigungen seines Konterfeis.
In Belgrad unterzeichnen der italienische Außenminister Galeazzo Graf Ciano und der jugoslawische Ministerpräsident Milan Stojadinovic einen Freundschaftsvertrag zwischen den beiden Staaten, der auch eine Erweiterung der Handelsbeziehungen beinhaltet. Deutschland wertet die Annäherung zwischen Italien und Jugoslawien als Stärkung der Achse Berlin-Rom. Adolf Hitler beglückwünscht beide Regierungen »zu diesem bedeutsamen Beitrag zur Festigung des europäischen Friedens".

26.3.1937
In der deutschen Presse wird der Freundschaftsvertrag zwischen Italien und Jugoslawien als wesentliche Stärkung der Achse Berlin-Rom begrüßt.
In Berlin wird der Spielfilm "Der Mann, von dem man spricht" uraufgeführt. In den Hauptrollen sind Heinz Rühmann Hans Moser und Theo Lingen zu sehen.

27.3.1937
In einer Note an das britische Außenministerium teilt die japanische Regierung mit, dass sie eine Kaliberbeschränkung für Großkampfschiffe ablehnt.

28.3.1937
Der Polizeipräsident in Danzig verbietet das Organ der Zentrumspartei »Danziger Volkszeitung«, wegen Artikeln, die dem »deutschen Volkstum abträglich sind«.
In Indien lehnen es Mitglieder der nationalistischen Kongreßpartei ab, Regierungsämter zu übernehmen, weil sich die britische Regierung nicht bereit erklärt hat, die Gouverneure in Indien anzuweisen, ihre verfassungsgemäßen Vollmachten gegenüber den indischen Provinzial-Regierungen nicht zu nutzen.

29.3.1937
In dem von den Japanern 1931 annektierten nordchinesischen Mandschukuo werden 200 Intellektuelle wegen "hochverräterischer Umtriebe" von einem Kriegsgericht mit hohen Strafen belegt.

30.3.1937
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler trifft sich in Berlin mit General Erich Ludendorff und erklärt nach einem Gespräch die Versöhnung der beiden. Ludendorff war am Hitlerputsch 1923 beteiligt gewesen und hatte sich nach dessen Scheitern mit Hitler zerworfen.
Zu den Krönungsfeierlichkeiten in London für König Georg VI. ernennt Adolf Hitler eine rein militärische Delegation. Dies widerspricht allen diplomatischen Gepflogenheiten und stellt eine Brüskierung Englands dar.

31.3.1937
Bei Feierlichkeiten anlässlich des Inkrafttretens des Gesetzes über die Neuordnung des Raumes Groß-Hamburg zukünftig "Hansestadt Hamburg") begründet Reichsinnenminister Wilhelm Frick die Maßnahme mit der notwendigen Vergrößerung des hamburgischen Hafen- und Siedlungsgebietes.
Der Reichsinnenminister verfügt durch Erlass, dass Juden nicht mehr Gemeindebürger sein können.
Carl Friedrich Goerdeler tritt als Oberbürgermeister von Leipzig zurück.
Die Zahl der Arbeitslosen im Deutschen Reich wird von der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung mit 1.245.000 angegeben.
Im Deutschen Reich wird des 25. Todestages des Schriftstellers Karl May gedacht.
Faschistische Flugzeuge bombardieren die nordspanische Ortschaft Durango. 300 Bewohner werden getötet und über 2000 verletzt.
In Tokio wird der japanische Reichstag aufgelöst. Die Regierung von Ministerpräsident Senjuro Hayashi kündigt Neuwahlen für den 30. April 1937 an. Ursache ist die ständige Kritik der Opposition an der militärfreundlichen Regierung Hayashis.

General Erich Ludendorff
In der Nacht zum 9. November 1923 versuchte Ludendorff im Hitler-Putsch gemeinsam mit Adolf Hitler die Reichsregierung zu stürzen und die Macht an sich zu reißen. Hitler betrachtete zu dieser Zeit Ludendorff noch als Führer der rechtsradikalen Kräfte. Ludendorff sollte als Feldherr den geplanten »Marsch auf Berlin« leiten. Der Putschversuch schlug fehl und Ludendorff wurde im folgenden Prozess trotz des schwerwiegenden Belastungsmaterials auf Grund seiner Verdienste im Ersten Weltkrieg freigesprochen. 1928 kam es zum Bruch mit der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP).

APRIL 1937

1.4.1937
Die Zahl der Lager des Arbeitsdienstes für die weibliche Jugend wird im Deutschen Reich von 312 auf 370, die Zahl der "Arbeitsmaiden" von 10.000 auf 15.000 erhöht.
Adolf Hitler lässt dem ungarischen Reichsverweser Admiral Nikolaus von Horthy einen 200-PS-Mercedes-Benz-Kompressorwagen als Geschenk überreichen.
Ernst Hanfstaengl, Hitlers Auslandspressechef, dessen Büro in der Zwischenzeit geschlossen wurde, verlässt die Schweiz mit seinem Sohn Egon und fährt nach London.
Das französische Marineministerium veröffentlicht eine Verordnung, wonach die Kommandanten sämtlicher Kriegsschiffe Befehl erhalten haben, wenn nötig mit Gewalt die französischen Handelsschiffe vor Spaniens Küste zu beschützen.
Die neue Verfassung über die Selbstverwaltung in elf Provinzen Britisch-Indiens und die Loslösung Birmas von Indien tritt in Kraft. Die provinziale Selbstverwaltung erstreckt sich auf zwei Drittel des indischen Territoriums.

2.4.1937
Die Südafrikanische Union, der die ehemals deutsche Kolonie Südwestafrika als Völkerbundsmandat unterstellt ist, veröffentlicht eine Verordnung gegen jede nationalsozialistische Betätigung in Südwestafrika.
Das Theaterstück "Figaro lässt sich scheiden" von Ödön von Horváth als Fortsetzung von Beaumarchais Komödie "Der tolle Tag" oder "Figaros Hochzeit" wird am Deutschen Theater in Prag uraufgeführt.

3.4.1937
In Berlin hat der Liebesfilm "Gefährliches Spiel" von Erich Engel Premiere. Die Hauptrollen spielen Jenny Jugo, Karl Martell, Harry Liedtke, Otto Tressler und Theo Lingen.
Der US-amerikanische Präsident Franklin Delano Roosevelt kündigt in Washington energische Maßnahmen gegen die Preissteigerung bei Rohstoffen an, falls die Rohstoffindustrie sich künftig nicht bei ihrer Preispolitik etwas zurückhalte.

4.4.1937
An der baskischen Front in Nordspanien scheitert ein Angriff der Faschisten trotz der ständigen Bombardierung strategisch wichtiger Orte (u.a. Durango) am Widerstand der Regierungsmilizen, die ihrerseits zum Angriff auf Stellungen der Faschisten bei Oviedo übergehen.

5.4.1937
Die deutsche Reichsregierung überreicht in Pretoria eine Note, in der gegen das Verbot nationalsozialistischer Betätigung im südafrikanischen Mandatsgebiet Südwestafrika protestiert wird.
Nach einem Foto von Heinrich Hoffmann wird die erste Brief­marke mit dem Hitlerbild an den Postschaltern ausgegeben. Der Viererblock trägt die Aufschrift: „Wer ein Volk retten will, kann nur heroisch denken."
Erstmals reagieren britische Kriegsschiffe, die vor der spanischen Küste von faschistischen Flugzeugen (Franco) bzw. Schiffen angegriffen werden, mit dem Beschuss der Angreifer.
Der französische Ozeandampfer "Normandie" überquert den Atlantik in neuer Rekordzeit (Durchschnittsgeschwindigkeit 30,98 Knoten / 57,37 km/h).
In Florenz wird das Schauspiel "Die Riesen vom Berg" von Luigi Pirandello uraufgeführt.

6.4.1937
Der Befehlshaber der nordspanischen Faschisten, General Emilio Mola Vidal, erlässt in Vitoria einen Aufruf, in dem er die regierungstreuen Truppen im von den Faschisten eingeschlossenen Baskenland auffordert, sich zu ergeben; andernfalls werde er die Provinz zugrunde richten.
Mit einem Vortrag über deutsche Geschichte eröffnet Reichsleiter Allred Rosenberg im Deutschen Haus in Flensburg die Tagung des NS-Lehrerbundes für 900 Geschichtslehrer.
Per Verordnung erweitert die französische Regierung den Anwendungsbereich der 40-Stunden-Woche u.a. auf Warenhäuser, Dienstleistungsbetriebe und Banken.
In Graz wird das Schauspiel "Die Fahne weht" des österreichischen Dramatikers Karl Schönherr uraufgeführt.

7.4.1937
Reichsinnenminister Wilhelm Frick eröffnet in der Berliner Kroll-Oper den diesjährigen Gemeindetag, der bis zum 8. April dauert. Frick betont, das Kennzeichen der nationalsozialistischen Politik gegenüber den Gemeinden sei nicht der Wunsch nach Zentralisation, sondern nach Selbstverwaltung.
Das Berliner Konjunkturinstitut stellt in seinem neuesten Vierteljahresbericht international einen allgemeinen Wirtschaftsaufschwung fest.

8.4.1937
In der deutschen Presse werden scharfe Angriffe gegen die österreichische Regierung veröffentlicht. Anlaß dafür ist ein Vorfall aus dem Jahr 1936. Damals ist ein Österreicher zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil er einen Kranz am Grab der Eltern von Führer und Reichskanzler Adolf Hitler in Leonding bei Linz niedergelegt hatte.
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler verleiht dem Bergbau-lndustriellen Emil Kirdorf zu dessen 90. Geburtstag in Mülheim den Adlerschild des Deutschen Reiches.
Der US-amerikanische Automobil-Fabrikant Henry Ford weist in einem Interview in Ways im US-Bundesstaat Georgia darauf hin, dass die "Ford-Werke die Automobilarbeitergewerkschaft von Amerika niemals anerkennen werden".

9.4.1937
Reichsminister Hermann Göring beantwortet eine Eingabe von norwegischen Organisationen, den Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky nach Norwegen ausreisen zu lassen, abschlägig.
In Berlin werden zwei Spielfilme uraufgeführt: "Das schöne Fräulein Schragg" (Regie: Hans Deppe) mit Hansi Knoteck und Paul Klinger sowie "Gordian, der Tyrann" von Fred Sauer mit Paul Richter.
Die japanischen Flieger Masaaki Jinuma und Kenji Tsukagoshi bewältigen die Strecke Tokio-London in der Rekordzeit von 94:18 Std.

10.4.1937
Während seines Besuchs in Griechenland eröffnet der deutsche Reichserziehungsminister Bernhard Rust im antiken Olympia neue Ausgrabungen, die von der deutschen Reichsregierung finanziert werden.
Das deutsche Reichserziehungsministerium in Berlin ordnet an, dass die Schüler der Grundschule "zum vollen Einsatz für Führer und Nation zu erziehen sind".
Der Präsident der Reichsfilmkammer, Oswald Lehnich, und der Generaldirektor für das italienische Filmwesen, Luigi Freddi, unterzeichnen in Berlin ein Abkommen, durch das die Zusammenarbeit Italiens und des Deutschen Reichs auf dem Gebiet des Films verstärkt werden soll.
In Paris beginnt eine Tagung des Ausschusses zur Vorbereitung einer deutschen Volksfront.

11.4.1937
Der nationalspanische Kreuzer "Almirante Cervera" bezieht vor dem Hafen der baskischen Stadt Bilbao Position, um die Anlieferung von Lebensmitteln für die Bevölkerung durch britische Handelsschiffe zu verhindern. Gleichzeitig droht der Führer der spanischen Faschisten, Francisco Franco, er werde Lebensmittellieferungen nach Bilbao auf keinen Fall zulassen, auch wenn es zum Konflikt mit der britischen Flotte kommen würde.
Bei den Teilwahlen zum belgischen Parlament in Brüssel erreicht die demokratische Koalition von Ministerpräsident Paul van Zeeland mit 76% der Wählerstimmen einen klaren Sieg über die rechtsradikale Rexistenbewegung von Léon Degrelle (19%).
In Basel gewinnt die ungarische Fußball-Nationalmannschaft vor 14 000 Zuschauern gegen die schweizerische Elf 5:1.

12.4.1937
Die Gestapo beschlagnahmt französische und britische Zeitungen, die im Deutschen Reich erscheinen, um eine Verbreitung von Nachrichten über die Pariser Sitzung des Ausschusses zur Vorbereitung der deutschen Volksfront zu verhindern.
Im Rahmen der reichsweiten Aktion "Kampf dem Verderb" startet der deutsche Reichsausschuß für volkswirtschaftliche Aufklärung einen Werbefeldzug für Kühlschränke.
Der Oberste Bundesgerichtshof in Washington erklärt die National Labor Relations Act (nach ihrem Verfasser Wagner-Act genannt) von 1935 für verfassungsgemäß. Das von US-Präsident Franklin Delano Roosevelt eingebrachte Gesetz gesteht den Gewerkschaften das Organisationsrecht und das Recht auf Führung von kollektiven Tarifverhandlungen zu.

13.4.1937
Der deutsche Reichswirtschaftsminister Hjalmar Schacht hält sich in Brüssel auf, um mit der belgischen Regierung über Rohstofflieferungen für die deutsche Industrie aus Belgisch-Kongo zu verhandeln. Die Rohstoffknappheit im Deutschen Reich droht die Rüstungsproduktion ernstlich zu gefährden.
Die deutsche Regierung überreicht dem Vatikan eine Protestnote zur Enzyklika von Papst Pius XI. "Mit brennender Sorge". Die päpstliche Denkschrift kritisierte in scharfem Ton den NS-Terror gegen die katholische Kirche.

14.4.1937
Sämtliche politischen und sportlichen Veranstaltungen von jüdischen Organisationen im Deutschen Reich werden 60 Tage von der Regierung verboten. Es handelt sich um eine Vergeltungsmaßnahme für antideutsche Kundgebungen in den USA.
Die schwedische und die norwegische Regierung entsenden Kriegsschiffe in die spanischen Gewässer. Sie sollen die skandinavischen Handelsschiffe beschützen. In den letzten Wochen sind von faschistischen Kriegsschiffen 47 skandinavische Handelsschiffe aufgebracht worden. Die Ladungen wurden von den Faschisten "beschlagnahmt".

15.4.1937
Auf der Frauenseite der »Düsseldorfer Nachrichten« erscheint ein Bericht über deutsche Frauen im Ausland, in dem die deutsche Frau als beste Hausfrau der Welt bezeichnet wird.
Laut einer Verordnung des deutschen Reichserziehungsministeriums werden deutsche Juden nicht mehr zur Doktorprüfung zugelassen. Mischlinge müssen nach Erlangen des Doktortitels in Medizin und Zahnmedizin Deutschland sofort verlassen, Juden werden nicht mehr als Sachverständige bei den Industrie- und Handelskammern bestellt.
Der italienische Ministerrat in Rom gibt die Einführung eines Ehestandsdarlehens für Jungverheiratete mit Wirkung vom 1. Juli 1937 bekannt.

16.4.1937
Auf einem Empfang bei Adolf Hitler in der Reichskanzlei gibt Joseph Goebbels in Gegenwart der Gau-Beauftragten für das Winterhilfswerk den Rechenschaftsbericht über die Leistungen im Ak­tionsjahr 1936/37. Danach wurden 398,5 Millionen RM aufgebracht. Hitler hält eine Ansprache und bezeichnet das Winterhilfswerk als „wesentliches Instrument zur Erziehung des deutschen Volkes zur sozialistischen Gesellschaft". Am gleichen Tag empfängt Adolf Hitler den nationalsozialistisch gesinnten Innenminister Österreichs Edmund Glaise-Horstenau zu einer „einstündigen vertraulichen Unterredung in der Reichskanzlei". Als zweiten Besucher empfängt er den ebenfalls nationalsozialistisch eingestellten General Alfred Kraus und unterhält sich in Anwesen­heit Hermann Görings mit ihm über aktuelle Fragen.
In Birkenhead bei Liverpool läuft das erste als Flugzeugträger geplante britische Schiff vom Stapel. Die "Ark Royal" hat Platz für 70 Flugzeuge.
In Berlin wird die Eröffnungssitzung der am 24. Juli 1936 ins Leben gerufenen Deutschen Akademie der Luftfahrtforschung unter Vorsitz von Reichsluftfahrtminister Hermann Göring abgehalten. Die Akademie soll sich der Förderung der Luftfahrttechnik widmen.

17.4.1937
Adolf Hitler gründet das „Nationalsozialistische Fliegerkorps" (KSFK). Die Leitung wird dem Pour-le-Merite-Träger, Generalmajor Friederich Christian Christiansen, übertragen. Der deutsche Luftsportverband, in dem bis 1935 die Luftwaffe getarnt wurde, wird gleichzeitig aufgelöst.
Das britische Handelsschiff "Mary Llewellyn" wird von britischen Kriegsschiffen daran gehindert, in den von den Faschisten blockierten Hafen von Gijon einzulaufen. Der Kapitän des 1200-t-Schiffes, David John Jones, der von der britischen Presse den Spitznamen "Kartoffel Jones" erhält, kündigt einen erneuten Versuch an, einen der blockierten nordspanischen Häfen anzulaufen.
In Prag findet die deutschsprachige Uraufführung der Operette "Das Testament von Tante Karoline" des französischen Komponisten Albert Roussel statt.

18.4.1937
Felix Graf Luckner tritt von Stettin aus eine Weltreise zur See an.
Rudolf Heß kündigt in einer Rede in Karlsruhe, anlässlich eines Gautref­fens, die Aufhebung der Mitgliedersperre der Partei zum 1. Mai an.
Die schweizerische Fußball-Nationalmannschaft besiegt die Belgier vor 20 000 Zuschauern in Brüssel 2:1.

19.4.1937
Der deutsche Reichsjugendführer Baldur von Schirach nimmt bei einer Zentralveranstaltung in der westpreußischen Marienburg 1,5 Millionen Jungen und Mädchen in die Hitlerjugend auf.
Adolf Hitler führt ein Gespräch mit dem englischen Parla­mentsabgeordneten und weltbekannten Pazifisten George Lansbury, der sich vorgenommen hat, angeregt durch die beständigen „Friedensvorschläge" Hitlers, dem deutschen Reichskanzler seine eigenen Ideen für einen künftigen Weltfrieden zu unterbreiten.
Am Vorabend des Geburtstages Adolf Hitlers spricht Joseph Goebbels über alle deutschen Sender und fordert zur Beflaggung der Häuser und Wohnungen auf.
Der Deutsche Botschafter in Warschau spricht bei einer Unterredung mit dem Polnischen Außenminister über den Ablauf des Genfer Abkommens und die Notwendigkeit einer Sonderregelung für Oberschlesien.
Die erste »Adolf-Hitler-Schule« zur Erziehung des NSDAP-Nachwuchses wird auf der NSDAP-Ordensburg Crössinsee in Pommern im Beisein von Reichsjugendführer Baldur von Schirach und dem Leiter der Deutschen Arbeitsfront (DAF), Robert Ley, eröffnet.
Per Dekret verkündet der Führer der spanischen Faschisten, Francisco Franco, die Zusammenfassung der Falange Española und der Monarchisten zu einer nationalen Einheitspartei.
Das US-amerikanische Schatzamt in Washington gibt bekannt, dass sich das Defizit der Bundesregierung gegenwärtig auf 2,2 Milliarden US-Dollar (rund 5,5 Milliarden Reichsmark) belaufe.

20.4.1937
Anlässlich des 48. Geburtstags von Führer und Reichskanzler Adolf Hitler wird für altgediente NSDAP-Mitglieder, die sich in einer wirtschaftlichen Notlage befinden, eine Stiftung ins Leben gerufen.
Nach einer Mitteilung des deutschen Propagandaministeriums in Berlin wird die jüdische Loge "B'nai B'rith" wegen "kommunistischer Propaganda einzelner Logenmitglieder" verboten.
Nach mehreren Terminverschiebungen tritt die Kontrolle der spanischen Küste durch den Londoner Nichteinmischungsausschuß für Spanien in Kraft.
Der britische Motorradfahrer Eric Fernighough stellt auf einer Betonstraße bei Budapest einen neuen Geschwindigkeitsweltrekord auf. Er erreicht eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 273,243 km/h.

21.4.1937
Der Reichsführer der Schutzstaffel (SS) und Chef der deutschen Polizei, Heinrich Himmler, löst die religiöse Organisation »Biblische Gemeinschaft« aufgrund der »Verordnung zum Schutz von Volk und Staat« auf.
Der Spielfilm "Die Kronzeugin" von Georg Jacoby wird in Berlin uraufgeführt. Ivan Petrovich, Sybille Schmitz, Ursula Herking und Rudolf Platte spielen die Hauptrollen.

22.4.1937
Der österreichische Bundeskanzler Kurt Schuschnigg trifft zu Gesprächen mit dem italienischen Duce und Ministerpräsidenten Benito Mussolini in Venedig ein.
Das Berliner Institut für Konjunkturforschung legt einen Bericht über das Typenproblem in der Automobilwirtschaft vor. Danach sind gegenwärtig 47 Haupt- und Nebentypen auf dem deutschen Markt.
Im Pazifischen Ozean beginnen Manöver der US-amerikanischen Streitkräfte, bei denen ein gestellter Eroberungskampf um den US-Marinestützpunkt Pearl Harbour auf der hawaiischen Insel Oahu ausgetragen wird.

23.4.1937
Die österreichischen Sicherheitsorgane starten einen großangelegten Feldzug gegen die illegal in Österreich tätige nationalsozialistische Partei.
Aufgrund von Geldsammlungen und Sympathiekundgebungen für die spanische Regierung durch eine Reihe von Filmstars verbietet der Führer der Faschisten, Francisco Franco, die Aufführung von Filmen, in denen u.a. Charlie Chaplin, Clark Gable, Paul Muni, Marlene Dietrich, Joan Crawford Wallace Berry, Gary Cooper, Douglas Fairbanks und die Marx Brothers mitwirken.
Der Leiter des Hauptamtes für Technik, Fritz Todt, verkündet auf einer Veranstaltung im Berliner Sportpalast den Zusammenschluß aller technisch-wissenschaftlichen Verbände und Vereine im Deutschen Reich zum "Nationalsozialistischen Bund Deutscher Technik".
Der Spielfilm "Madame Bovary" (Regie: Gerhard Lamprecht) wird in Berlin uraufgeführt. In Hauptrollen sind Pola Negri und Aribert Wäscher zu sehen.

24.4.1937
Die Reichsstudentenführung wird zu einem Hauptamt innerhalb der NSDAP erhoben.
Der Reichsschatzmeister der NSDAP, Franz Xaver Schwarz, gibt die Bedingungen für einen Partei-Eintritt bekannt.
In Brüssel tauschen Vertreter Belgiens, Großbritanniens und Frankreichs schriftliche Erklärungen aus durch die Belgien der Verpflichtung enthoben wird, im Konfliktfall die Grenzen der beiden anderen Staaten zu garantieren, während Großbritannien und Frankreich die Grenzen Belgiens für den Fall eines nichtprovozierten Angriffs auch weiterhin garantieren. Die Entwicklung entspricht dem Wunsch der belgischen Regierung nach stärkerer Neutralität.
Die britischen Kolonialtruppen in Indien werden gegen aufständische Stämme im Nordwesten des Landes eingesetzt.
In Dortmund wird die musikalische Komödie "Zauberin Lola" von Eduard Künneke uraufgeführt.

25.4.1937
Auf der Arbeitstagung der deutschen Buchhändler in Leipzig fordert Joseph Goebbels, deutscher Propagandaminister, der Buchhandel müsse das Buch wieder in Beziehung zum Volk bringen.
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft besiegt Belgien vor 53 000 Zuschauern in Hannover 1:0.

26.4.1937
Die baskische Stadt Guernica wird durch Flugzeuge der deutschen Legion Condor, die sich auf der Seite der Faschisten am Spanischen Bürgerkrieg beteiligt, angegriffen.
Reichskanzler Adolf Hitler empfängt auf dem Obersalzberg den ungarischen Kriegsminister Vilmos Röder.
Reichsminister Hermann Göring trifft in Rom mit dem italienischen Duce und Ministerpräsidenten Benito Mussolini zusammen. Thema der Gespräche ist die »österreichische Frage«. Dabei erklärt Göring den Verzicht der Deutschen auf Südtirol.

27.4.1937
Nach der Bombardierung der "heiligen Stadt der Basken", Guernica, am 26. April und der Einnahme der Ortschaften Durango und Eibar befinden sich die faschistischen Truppen General Emilio Molas auf dem Vormarsch gegen die Hafenstadt Bilbao.
Der spanische Cellist Pablo Casals gibt in Prag ein Gastkonzert mit Werken von Antonin Dvoràk und Joseph Haydn.

28.4.1937
Im Schauprozeß gegen sieben katholische Jugendführer vor dem Volksgerichtshof in Berlin wird der Hauptangeklagte, Joseph Rossaint, wegen Vorbereitung des Hochverrats zu elf Jahren Zuchthaus verurteilt.
Laut einer Anweisung des deutschen Propagandaministeriums für die Presse soll mit sofortiger Wirkung eine "großzügige Propagandaaktion gegen die katholische Kirche" beginnen.
Im Londoner Unterhaus bestürmt die Opposition Großbritanniens Außenminister Anthony Eden mit Anfragen bezüglich der Bombardierung der spanischen Stadt Guernica.
Cinecittà (italienisch für Filmstadt), ein Filmstudio-Komplex in einem südöstlichen Vorort von Rom an der Via Tuscolana, wird durch Benito Mussolini eröffnet.

29.4.1937
Der Führer der spanischen Faschisten, Francisco Franco, macht - ebenso wie die deutsche Presse - die "spanischen Bolschewisten" für das Massaker von Guernica verantwortlich.
Vor Kreisleitern der NSDAP hält Adolf Hitler eine zweistündige Rede auf der Ordensburg Vogelsang in der Eifel. Er sagte u. a.: „Wer es wage, gegen den nationalsozialistischen Staat Stellung zu nehmen, werde unter seine Autorität gebeugt…."
In einer gemeinsamen Note an Francisco Franco protestieren die skandinavischen Staaten gegen die Kaperung von Handelsschiffen vor der spanischen Küste.

30.4.1937
Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler eröffnet in Berlin die Ausstellung »Gebt mir vier Jahre Zeit«, die bis zum 20. Juni einen Überblick über die vierjährige »Aufbauarbeit« der Nationalsozialisten im Deutschen Reich geben soll.
Die Arbeitslosenzahl im Deutschen Reich ist erstmals seit 1925 wieder unter eine Million gesunken.
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler verleiht 30 deutschen Betrieben die Auszeichnung "Nationalsozialistischer Musterbetrieb".
In Berlin wird der Spielfilm "Die ganz großen Torheiten" von Carl Froelich uraufgeführt. In Hauptrollen spielen Paula Wessely und Rudolf Forster, die Musik schrieb Ralph Benatzky.
Der "American Hebrewa" mit seinen ständigen Hetzkolumnen schreibt: "Die Völker werden zu der notwendigen Einsicht kommen, daß Nazideutschland verdient, aus der Völkerfamilie ausgerottet zu werden."

die sozialen Errungenschaften im Deutschen Reich waren einzigartig und es gab auf der ganzen Welt nichts Vergleichbares

Rudolf Wiesner

Heinrich George

Wilhelm Weiß

Dinah Grace

Heinrich Glasmeier

Emilio Mola Vidal

Emil Kirdorf

Hansi Knoteck

Paul Klinger

Am 20. April 1937 wird in Berlin Adolf Hitlers 48. Geburtstag gefeiert: Die begeistert jubelnde Menge wird von hunderten Schutzpolizisten zurückgehalten             

In Berlin zeigt die Ausstellung "Gebt mir vier Jahre Zeit", einen Überblick über die vierjährige "Aufbauarbeit" der Nationalsozialisten im Deutschen Reich.
In Berlin zeigt die Ausstellung "Gebt mir vier Jahre Zeit", einen Überblick über die vierjährige "Aufbauarbeit" der Nationalsozialisten im Deutschen Reich.
Sie können die einzelnen Bilder anklicken und die detailierten Ereignnisse dieser Zeit in der großen Chronik von 1933-45 nachlesen