Chronik des Nationalsozialismus März / April 1939

MÄRZ 1939

1.3.1939
Zum "Tag der Luftwaffe" ruft der Oberbefehlshaber, Generalfeldmarschall Hermann Göring, im Rundfunk die Jugend zum Eintritt in die Luftwaffe auf.
Das Deutsche Reich tritt erneut der Europäischen Donaukommission bei, aus der es 1919 ausgeschlossen worden war.
Im Deutschen Reich tritt die Laufbahnverordnung für Beamte vom 28. Februar 1939 in Kraft.
In der Neuen Reichskanzlei empfängt Adolf Hitler die akkreditierten Diplomaten mit ihren Frauen zu einem Abendessen.
Der Danziger Senat führt eine Arbeitsdienstpflicht für Frauen unter 25 Jahren ein und folgt damit der reichsdeutschen Verordnung vom 1. Januar 1939.
Nach der Anerkennung Nationalspaniens durch Großbritannien und Frankreich (28. 2.) verlässt die UdSSR den Londoner Nichteinmischungsausschuß.

2.3.1939
Im Vatikan wird Kardinalstaatssekretär Eugenio Pacelli zum Papst gewählt. Er nimmt den Namen Pius XII. an.
Das Deutsche Reich und Polen beenden ihre Außenhandelsberatungen. Der Anteil der Freien Stadt Danzig am Warenaustausch ist erhöht worden.
Adolf Hitler empfängt mittags den Fürsten Franz Joseph II. von und zu Liechtenstein mit allen Ehren in der Neuen Reichskanzlei zu einer Unterredung. Am Abend empfängt Adolf Hitler führende Persönlichkeiten der Wirtschaft mit ihren Damen. Bekannte Künstler geben ein Konzert zugunsten des Winterhilfswerkes. Es werden 2 Millionen Mark an "freien Spenden" eingenommen. Hitler zeigt ihnen anschließend die neuen Räume der Reichskanzlei.
Der Prager Ministerpräsident Rudolf Beran fordert den slowakischen Regierungschef Jozef Tiso zur Abgabe einer Loyalitätserklärung für die tschechoslowakische Staatsidee auf.
Der aus Frankreich nach Spanien heimgekehrte republikanische Ministerpräsident Juan Negrín besetzt führende Armeeposten mit Kommunisten.
Eine von allen Reichssendern ausgestrahlte Feier im I. G. Farben-Hochhaus in Frankfurt am Main eröffnet den Werbemonat für das deutsche Fachbuch.

3.3.1939
Während polnischen Truppenparade begrüßten aufgehetzte Massen jeden Truppenteil mit Sprechchören: "Auf nach Danzig", "Vorwärts nach Berlin". Der Redner sagte: "Das lächerliche deutsche Heer mit seinen unterernährten Soldaten und mit Panzern aus Pappe werde man im Berliner Grunewald zusammenschlagen".
Ein Erlaß des Führer-Stellvertreters Rudolf Heß macht es allen NS-Gauleitern zur Pflicht, sich für die Durchführung der Gemeinschaftsschule anstelle der Bekenntnisschule einzusetzen.
Aus einem Artikel der Essener "National-Zeitung" über die betriebliche Krankenversorgung geht hervor, daß ein Betriebsarzt einem Verletzten "einen zwischenzeitlichen leichteren Arbeitsplatz zuweisen kann, so daß er nicht zu feiern braucht und im Arbeitsprozeß verbleibt".
Der Senat der Freien Stadt Danzig erlässt eine Verordnung, wonach alle in Danzig wohnenden Juden zu einer Haftungsgemeinschaft zusammengeschlossen werden. Ihr gesamtes inländisches Vermögen unterliegt einem Veräußerungsverbot.
Papst Pius XII. ruft im Rundfunk zur Wahrung des Friedens auf.
John Fords Western "Höllenfahrt nach Santa Fé" (Stagecoach) mit John Wayne wird in den USA uraufgeführt.

4.3.1939
Reichsjugendführung und Reichsluftschutzverband vereinbaren Luftschutzübungen für 13- und 14jährige.
Adolf Hitler empfängt am Abend in der Neuen Reichskanzlei führende Persönlichkeiten des deutschen Kunstlebens. Auch sie sollen die neuen Regierungsräume des Führers bewundern.
Ein erster Transport von 500 Juden verlässt Danzig mit dem Ziel Palästina.
Japanische Truppen besetzen die chinesische Stadt Haichow, den Endpunkt der strategisch wichtigen Lunghai-Bahn.

5.3.1939
In Leipzig wird die Frühjahrsmesse eröffnet.
US-Senator Hamilton Fish kritisiert im Columbia Radio Network die amerikanischen Kriegstreiber: "die Völker Frankreichs und Großbritanniens wünschen Frieden, aber unsere Kriegstreiber stacheln sie ständig auf, den Münchner Vertrag zu missachten und sich zu einem Waffengang zu entscheiden. Wenn wir nur damit aufhören würden, uns in fremde Länder einzumischen, würden die alten Nationen in Europa ihre Streitereien und die Prozesse des Friedens allein regeln. Aber offensichtlich wollen wir das nicht zulassen.
Pius der XII. empfängt den deutschen Botschafter Diego von Bergen, der ihm die Glückwünsche Adolf Hitlers überbringt.
Durch einen 2:0 Sieg über die Tschechoslowakei wird die Schweiz in Basel Eishockey-Europameister.

6.3.1939
Das Landesarbeitsamt Ostpreußen ermittelt für die Landwirtschaft 64 Arbeitssuchende bei 27 455 offenen Stellen.
Polnische Truppen landen auf der zur Freien Stadt Danzig gehörenden Westerplatte - eine weitere Völkerrechtsverletzung.
In Madrid übernimmt eine von Oberst Segismundo Casado geführte Junta die Macht. Regierungschef Juan Negrín flieht nach Frankreich.
Leopold III., König der Belgier, löst wegen der fortdauernden Regierungskrise das Parlament auf und schreibt für den 2. April 1939 Neuwahlen aus.
Als Nachfolger des an diesem Tag verstorbenen orthodoxen Patriarchen Cristea Miron wird Armand Calinescu Ministerpräsident von Rumänien.

7.3.1939
Adolf Hitler empfängt die Oberbefehlshaber und die kommandierenden Generäle und Admirale mit Damen zum Abendessen. Wieder dürfen die Gäste die neuen Räumlichkeiten besichtigen.
Die Juden werden von jeder Ableistung des Wehr- und Arbeitsdienstes ausgeschlossen. Jüdische Schulen erhalten keine staatlichen Zuschüsse mehr.
In Ungarn konstituiert sich für die Wahlen im Mai 1939 die Partei des öffentlichen Lebens (Magyar Elet Partja) als Partei von Ministerpräsident Pál Graf Teleki.
Im indischen Fürstenstaat Rajkot bricht Mohandas Karamchand (Mahatma) Gandhi einen Hungerstreik für demokratische Reformen ab.
In Biserta (Tunesien) werden elf aus dem spanischen Cartagena geflohene Schiffe der republikanischen Flotte interniert.

8.3.1939
In Berlin endet die zweitägige erste großdeutsche Rektorenkonferenz. Bildungsminister Bernhard Rust kündigt eine Verkürzung der Studiendauer an.
Adolf Hitler gibt den Spitzen von Staat, Partei und Justiz aus Reich und Ländern einen Abendempfang. Geladen sind auch sämtliche Reichsstatthalter, Gauleiter und Länder-Regierungschefs, alle ebenfalls mit Damen. Auch die 22-jährige Baronesse Sigrid von Laffert wird eingeladen. Sie dürfen alle die Neue Reichskanzlei bewundern.
Unterredung des deutschen Botschafters von Moltke mit dem Polnischen Außenminister Beck über die deutschfeindlichen Kundgebungen in Polen.

9.3.1939
In Ungarn kündigt der Nationalsozialist Kálmán Hubay die Gründung der Pfeilkreuzlerpartei - Hungaristische Bewegung an. Sie ist Nachfolgerin mehrerer seit 1935 in Ungarn gegründeter und wieder verbotener NS-Gruppierungen.
Es findet ein Telegrammwechsel Adolf Hitlers mit den Rektoren der deutschen Hochschulen, die in Berlin versammelt sind, statt. Hitler dankt für die Rückführung der deutschen Wissenschaft "zu den Quellen ihrer Erkenntnis".
Im Hafen von Saint Nazaire wird der im Bau befindliche 30.000-t-Dampfer "Pasteur" durch einen Großbrand zerstört.
Stuttgart, Freiburg und München sind von heftigen Wintergewittern betroffen.
Im Zürcher Schauspielhaus erlebt das 1938 uraufgeführte Schauspiel "Unsere kleine Stadt" (Our Town) aus der Feder des US-Amerikaners Thornton Wilder seine deutschsprachige Erstaufführung.

10.3.1939
Emil Hácha, der Staatspräsident der Tschechoslowakei erklärt den slowakischen Ministerpräsidenten Jozef Tiso und seine Regierung für abgesetzt; Preßburg und andere Städte werden militärisch besetzt.
Adolf Hitler empfängt die deutschen Marineattaches, die in Berlin zu einer Tagung versammelt sind, in der Neuen Reichskanzlei, natürlich dürfen auch sie die neuen Räumlichkeiten bestaunen.
Die deutsche Presse eröffnet eine vorbereitete Kampagne zur Tschechei-Krise mit Meldungen über Unruhen in der Karpatho-Ukraine.
In Moskau beginnt mit einer Grundsatzrede von Generalsekretär Josef W. Stalin der XVIII. Parteitag der Kommunistischen Partei der Sowjetunion.
Reichsbildungsminister Bernhard Rust regelt die Studiendauer neu. Die Semester dauern künftig vom 1. April bis zum 30. September bzw. vom 1. Oktober bis 31. März. Innerhalb des Semesters setzt der Minister die Studientermine fest.
Zur Sicherstellung des Arbeitskräftebedarfs für Maßnahmen von staatspolitischer Bedeutung wird im Deutschen Reich in wichtigen Industrien die Freizügigkeit eingeschränkt.
Vor der Jahrestagung der Reichsfilmkammer in der Berliner Krolloper erklärt Reichspropagandaminister Joseph Goebbels, wenn ein Staat für sich in Anspruch nehme, einem Kinde das Einmaleins beizubringen, sei es um so mehr sein Recht, in Presse, Funk und Fernsehen erzieherisch zu wirken.
In München hat der Film "Wasser für Canitoga" von Herbert Selpin mit Hans Albers in der Hauptrolle Premiere.

11.3.1939
Staatssekretär Wilhelm Keppler und Gauleiter Josef Bürckel werden von Adolf Hitler nach Pressburg geschickt, um Jozef Tiso zu drängen, sich von Prag zu trennen. Der tschechische Staatspräsident setzt jedoch die rebellierenden slowakischen Landesminister, mit Prälat Jozef Tiso an der Spitze ab. Karl Sodor wird slowakischer Ministerpräsident.
Im Reichssender Wien erklärt der abgesetzte slowakische Minister für öffentliche Arbeiten und Verkehr, Ferdinand Durçanský, den Einmarsch tschechischer Truppen für ungesetzlich.
Die Generalstabsabsolventen der deutschen Kriegsakademien werden von Adolf Hitler empfangen. Nach Besichtigung der neuen Reichskanzlei hält er eine Ansprache.
In den seit 5. März andauernden Straßenkämpfen in Madrid behauptet sich die am 6. März an die Macht gelangte Junta Casado gegen die Kommunisten.
Papst Pius XII. ernennt Kardinal Luigi Maglione zum Kardinalstaatssekretär.

12.3.1939
Das Deutsche Reich begeht den Heldengedenktag und Tag der Wehrfreiheit zur Erinnerung an die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht 1935. Mit einem Staatsakt in der Staatsoper wird der "Heldengedenktag" in Anwesenheit Adolf Hitlers begangen. Nach dem Staatsakt schreitet Hitler die Ehrenkompanie der drei Wehrmachtsteile ab und legt am Ehrenmal Unter den Linden einen Kranz nieder. Außerdem lässt er an den Ruhestätten von Hindenburgs (Tannenberg), Ludendorffs (Tutzing) und Conrad von Hötzendorfs (Wien, österreichisch-ungarischer Feldmarschall) Kränze niederlegen.
Mit einem deutschen Flugzeug wird der von Prag abgesetzte slowakische Regierungschef Jozef Tiso über Wien nach Berlin geflogen.
Im Petersdom in Rom wird der am 2. März zum Papst gewählte Eugenio Pacelli zu Papst Pius XII. gekrönt.
In Wien beginnt die bis zum 18. März dauernde Frühjahrsmesse.

13.3.1939
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler empfängt in Berlin den abgesetzten slowakischen Regierungschef Jozef Tiso und Verkehrsminister Ferdinand Durçanský und verlangt die Ausrufung der unabhängigen Slowakei. Hitler lässt zum Nachdruck den ungarischen Truppenaufmarsch an der slowakischen Grenze melden.
Der tschechoslowakische Staatspräsident Emil Hácha überträgt Karel Sidor die Regierung der Slowakei, wo es zu Auseinandersetzungen zwischen tschechischem Militär und slowakischer und deutscher Bevölkerung kommt.
Die deutsche Presse berichtet dramatisch über den "Terror" des tschechoslowakischen Militärs gegenüber Reichsdeutschen und Slowaken.
Der 1891 gegründete Alldeutsche Verband (AV) wird aufgelöst.

14.3.1939
Der slowakische Landtag erklärt die Slowakei gegenüber der Regierung in Prag für unabhängig. Der aus Berlin zurückgekehrte Jozef Tiso wird erneut Ministerpräsident.
Ungarn übermittelt der Prager Regierung um 15.00 Uhr ein zwölfstündiges Ultimatum für den Rückzug tschechischer Truppen aus der Karpato-Ukraine. Nachdem die Prager Regierung den Rückzug ihrer Truppen aus der Karpato-Ukraine um 22 Uhr abgelehnt hat, beginnen ungarische Einheiten mit dem Einmarsch in die Karpato-Ukraine.
Während bereits deutsche Soldaten die tschechoslowakische Grenze überschreiten und Mährisch-Ostrau besetzen, lässt Adolf Hitler Staatspräsident Emil Hacha und den tschechischen Außenminister nach Berlin holen.

15.3.1939




















Um 1 Uhr in der Nacht lässt Adolf Hitler den tschechischen Präsidenten Emil Hacha und Außenminister Frantisek Chvalkovsky in sein Arbeitszimmer vor. In Gegenwart von Hermann Göring, Joachim Ribbentrop und General Wilhelm Keitel, setzt Hitler die tschechischen Vertreter unter Druck und nach eineinhalb Stunden Monolog Adolf Hitlers, sind die Tschechen gegen 4 Uhr früh bereit, eine vorbereitete Erklärung zu unterschreiben, in der Hacha um Deutschlands Beistand bittet und: "(...) das Schicksal des tschechischen Volkes und Landes vertrauensvoll in die Hände des Führers des Deutschen Reiches" legt. Präsident Emil Hacha erleidet schließlich einen Schwächeanfall und muss von Hitlers Leibarzt behandelt werden. Gegen 6 Uhr veröffentlicht Joseph Goebbels das "Abkommen über den Schutz des tschechischen Volkes durch das Deutsche Reich", während Adolf Hitler das deutsche Volk mit einer Proklamation vom Einmarsch der deutschen Truppen in die Tschechei unterrichtet. Weil sich "die Tschechoslowakei in Auflösung befindet und in Böhmen und Mähren unerträglicher Terror gegen deutsche Volksgenossen herrscht", begründet Hitler den Einmarschbefehl. Bereits um 9 Uhr früh erreichen die deutschen Truppen Prag. Hitler lässt einen "Wehrmachtsbericht" veröffentlichen, den ersten unter seiner Herrschaft, mit dem Beginn: "Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt (...)." Hitler folgte der Wehrmacht mit seinem Sonderzug und einem Gelände-Mercedeswagen. Gegen 20 Uhr betritt Hitler die Prager Burg, den Hradschin, wo die Führerstandarte gehisst wird.

Der slowakische Ministerpräsident Jozef Tiso richtet an Adolf Hitler folgendes Telegramm: "Im starken Vertrauen auf Sie, den Führer und Reichskanzler des Großdeutschen Reiches, unterstellt sich der slowakische Staat Ihrem Schutze. Der slowakische Staat bittet Sie, diesen Schutz zu übernehmen. Tiso."
Die Karpato-Ukraine erklärt ihre Unabhängigkeit und bittet das Deutsche Reich und Italien um Schutz und Hilfe.
Der britische Außenminister Lord Halifax verschärfte die eingeleitete "Stoppt-Hitler"-Politik und brachte diese Tendenz gegenüber dem deutschen Botschafter Herbert von Dirksen in London wie folgt zum Ausdruck: "Er habe Verständnis für Hitlers Geschmack an unblutigen Siegen. Das nächste Mal werde Hitler gezwungen werden, Blut zu vergießen!"
Oberst Adolf von Schell, Beauftragter für das Kraftfahrzeugwesen, legt das Programm zur Beschränkung der Kraftfahrzeugtypen fest. Statt 52 soll es ab dem 1. Januar 1940 nur noch 30 Pkw-Typen und statt 113 Lkw-Typen noch 19 geben.
In Kairo heiraten Prinzessin Fawzia, die Schwester König Faruk I. von Ägypten, und der iranische Kronprinz Mohamma Resa Pahlawi.
In Wien wird der Spionagefilm "Hotel Sacher" uraufgeführt. Unter der Regie von Erich Engel spielen u.a. Sybille Schmitz und Willy Birgel.

Der Kunststaat Tschecho-Slowakei
Der Kunststaat Tschecho-Slowakei
Der Kunststaat Tschecho-Slowakei
Der Kunststaat Tschecho-Slowakei

Die Tschecho-Slowakei war ein Kunst- und Vielvölkerstaat, bestehend aus der Tschechei, dem deutschen Sudetenland (Deutschböhmen), der Slowakei und der Karpato-Ukraine. Der Staat wurde nach dem Ende des Ersten Weltkrieges mit dem alleinigen Ziel der Schwächung und Bedrohung Deutschlands gegründet. Zuvor gehörten Böhmen und Mähren sowie die Tschechei zum österreichischen Reichsteil Österreich-Ungarns, die Slowakei als Oberungarn zum Königreich Ungarn. Die entsprechenden Festlegungen erfolgten durch das Diktat von Versailles und dem Vertrag von St. Germain.                     

Die Tschecho-Slowakei war ein Kunst- und Vielvölkerstaat, bestehend aus der Tschechei, dem deutschen Sudetenland (Deutschböhmen), der Slowakei und der Karpato-Ukraine. Der Staat wurde nach dem Ende des Ersten Weltkrieges mit dem alleinigen Ziel der Schwächung und Bedrohung Deutschlands gegründet. Zuvor gehörten Böhmen und Mähren sowie die Tschechei zum österreichischen Reichsteil Österreich-Ungarns, die Slowakei als Oberungarn zum Königreich Ungarn. Die entsprechenden Festlegungen erfolgten durch das Diktat von Versailles und dem Vertrag von St. Germain.                     

Gründung des Reichsprotektorats Böhmen und Mähren
Gründung des Reichsprotektorats Böhmen und Mähren
Gründung des Reichsprotektorats Böhmen und Mähren
Gründung des Reichsprotektorats Böhmen und Mähren

16.3.1939
Der Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop verkündet in Prag um 13 Uhr die Gründung des Reichsprotektorats Böhmen und Mähren. Führer und Reichskanzler A. Hitler stellt die Slowakei unter den Schutz des Deutschen Reiches. Polen und Ungarn erkennen die Slowakei als selbständigen Staat an.
In zwei Erlassen an die Oberbefehlshaber des Heeres und der Luftwaffe, spricht Adolf Hitler den Truppen seine Anerkennung aus. Mit dem Dank an die Wehrmacht verbindet er die Ehrung der Generalobersten Walther von Brauchitsch und Wilhelm Keitel mit der Verleihung des Goldenen Ehrenzeichens der Partei.
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler hat um Mittag noch eine Besprechung mit dem tschechoslowakischen Präsidenten Emil Hacha.
Franklin D. Roosevelt sandte ein Ultimatum an den britischen Premierminister Neville Chamberlain, indem er forderte, dass fortan die britische Regierung Deutschland zu widerstehen habe. "Der Präsident warnte, dass Britannien weder weitere moralische noch materielle Unterstützung durch den Verkauf von Flugzeugen erwarten könne, wenn die Münchener Politik fortgesetzt werde".
In einem Volksaufstand verlangt die deutsche Bevölkerung im abgetrennten Memelland den Anschluß an das Deutsche Reich.
Die Regierung der Karpato-Ukraine flieht vor den einrückenden ungarischen Truppen ins Nachbarland Rumänien.
Reichswirtschaftsminister Walther Funk ordnet die Schließung unrentabler Einzelhandelsgeschäfte an.
Zum Abschluß zweitägiger Verhandlungen der Reichsgruppe Industrie mit der Federation of British Industries in Düsseldorf wird eine Kooperation auf den Weltmärkten für wünschenswert erklärt.

17.3.1939
In Berlin legt Englands Botschafter Sir Neville Henderson bei Staatssekretär Ernst von Weizsäcker energischen Protest gegen das deutsche Vorgehen gegenüber der Tschechoslowakei ein. Premier Sir Neville Chamberlain hält eine Rede in Birmingham und ist nun entschlossen, mit dem Aggressor in Berlin abzurechnen. Er erinnert an Hitlers Worte: "Keine weiteren territorialen Bestrebungen" und "Wir wollen keine Tschechen im Reich haben". Die Appeasement-Politik, von Hitler wohl missverstanden als "Frieden um jeden Preis", ist zu Ende.
Außenminister Konstantin von Neurath wird zum Reichsprotektor von Böhmen und Mähren ernannt, mit seinem Dienstsitz in Prag. Zu dessen Unterstützung werden der Stellvertretende Gauleiter des Sudetengebietes, Karl Hermann Frank, und Kurt von Burgdorf nach Prag delegiert. Konrad Henlein wird Polizeichef.
Vor dem ungarischen Abgeordnetenhaus betont Ministerpräsident Pál Graf Teleki die Rechtmäßigkeit des Einmarsches in die Karpato-Ukraine.
Spanien und Portugal schließen einen Nichtangriffsvertrag.
Die Londoner Palästinakonferenz geht ohne Erfolg zu Ende.
Bei einer Fahrt durch das Protektorat besucht Adolf Hitler Olmütz und Brünn. In Brünn fährt er die Front der 2. Panzerdivision ab, wird im Rathaus willkommen geheißen, wo er auch eine Erwiderungsansprache hält und die Versammelten als "die neuen Bürger des Großdeutschen Reiches" begrüßt.
Durch k. o. in der 5. Runde über den Wiener Titelverteidiger Heinz Lazek wird der Bonner Berufsboxer Adolf Heuser in Berlin Europameister im Schwergewicht.

18.3.1939
Reichsminister Konstantin Freiherr von Neurath wird Reichsprotektor von Böhmen und Mähren.
In Wien wird ein 25jähriger Schutzvertrag zwischen der Slowakei und dem Deutschen Reich unterzeichnet. Nach dem Abschluss des Schutzvertrages kehrt Adolf Hitler in seinem Sonderzug, mit einem mehrstündigen Zwischenhalt in Linz, wo er sich über die bauliche Ausgestaltung der Stadt und den Fortschritt der Arbeiten am Ausbau der Hermann-Göring-Werken (Konzern von Rüstungsfabriken) unterrichten lässt, nach Berlin zurück.
Adolf Hitler sendet ein Handschreiben an den Führer des NS-Kriegerbundes Generalmajor und SS-Gruppenführers, Generalmajor Wilhelm Reinhardt, der ihm bei der Zerschlagung des Soldatenbundes sehr unterstützt hat, er gratuliert ihm zum 70. Geburtstag und ernennt ihn zum General der Infanterie.
Ein neues Luftflottenkommando 4 in Wien wird gebildet. Befehlshaber wird General der Flieger Alexander Löhr.
Das deutsche Auswärtige Amt verweigert die Annahme von britischen und französischen Protestnoten gegen die Annexion Böhmens und Mährens.
Nach der Abreise des britischen Botschafters Neville Meyrick Henderson aus Berlin wird der deutsche Botschafter in London, Herbert von Dirksen, zur Berichterstattung zurückberufen.
Die Sowjetunion protestiert in Berlin gegen die Okkupation Böhmens und Mährens. Die britische Regierung wird zu Konsultationen über eine Abwehr weiterer deutscher Aggressionen aufgefordert.
Im Schweizer Rundfunk bekräftigt Bundespräsident Philipp Etter den Willen zu Unabhängigkeit und Neutralität.

19.3.1939
Der polnische Botschafter in Paris, Lukasiewicz, und US Botschafter Bullitt versicherten dem polnischen Außenminister, Präsident Roosevelt werde alles tun, um Deutschland militärisch entgegenzutreten. Bullitt ließ Polen wissen, ihm sei die Hoffnung der deutschen Regierung auf die Erwerbung Danzigs bekannt, und er rechne mit der polnischen Bereitschaft, die Danzigfrage zu einem Kriegsanlass zu machen. Er drängte Lukasiewicz dem Westen die Forderung nach Waffenlieferung und anderen militärischen Beistand.
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler trifft gegen Abend in seinem Sonderzug auf dem Görlizer Bahnhof in Berlin ein, wo ihn Hermann Göring mit einer Ansprache als "heldenhaften Soldaten" empfängt.
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler ruft den deutschen Botschafter in London, Herbert von Dirksen, ab.
Der französische Senat billigt mit 286 gegen 17 Stimmen ein Vollmachtengesetz für Ministerpräsident Edouard Daladier. Die Kammer hatte dem Gesetzentwurf der eine erhöhte Rüstungsproduktion zum Ziel hat, am Tag zuvor mit 321 gegen 264 Stimmen zugestimmt.
Ernst Seibert und Kurt Heintz fliegen auf der 1000 km-Strecke Dessau- Zugspitze- Dessau mit einem zweimotorigen Junkers-Bomber und 2000 kg Zuladung mit 517 km/h Weltrekord.

20.3.1939
Durch ein Gesetz über den Neuen Finanzplan zur Finanzierung "nationalpolitischer Aufgaben" führt die Reichsregierung zur Schuldentilgung Steuergutscheine ein.
Der französische Botschafter in Berlin Robert Coulondre, und der deutsche Botschafter in Paris, Johann Graf von Welczek, werden zurückberufen.
Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop empfängt in Berlin seinen litauischen Amtskollegen Juozas Urbsys und erläutert ihm den Wunsch nach Abtretung des Memellandes.
Die USA protestieren in Berlin gegen die Annexion Böhmens und Mährens.
Auf dem Hof der Berliner Hauptfeuerwache werden über 5000 Werke "entarteter Kunst" verbrannt.
Die Reichsmusikkammer gibt bekannt dass unerwünschte Musikwerke, deren Verlegung und Aufführung verboten ist, künftig in einer Liste geführt werden.
Im Berliner Metropol-Theater hat die Operette "Die oder keine" von Ludwig Schmidseder Premiere.

21.3.1939
Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop: verlangt in Berlin vom polnischen Botschafter Josef Lipski erneut die Rückgabe Danzigs.
Massenaktion gegen die gesamte in Teschen noch ansässige deutsche und ehemalig tschechische Arbeiter- und Angestelltenschaft, vornehmlich der Großbetriebe. Aus allen Plätzen des Olsa-Gebietes treffen laufend Nachrichten immer neuer Entlassungen von Volksdeutschen und ehemaligen Tschechen ein.
Das tschechoslowakische Parlament in Prag wird aufgelöst. An seine Stelle tritt ein Ausschuß der nationalen Volksgemeinschaft unter Präsident Emil Hácha.
Im Westminster Theatre in London wird das Versdrama in zwei Teilen "The family Reunion" (Der Familientag) von T(homas) S(tearns) Eliot uraufgeführt.
In Wien hat die musikalische Komödie in einem Vorspiel und drei Akten "Lisa, benimm dich" von Hans Lang Premiere.

22.3.1939
Adolf Hitler verlässt in seinem Sonderzug Berlin wieder und trifft abends in Begleitung, des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine Erich Raeder in Swinemünde ein. Er begibt sich dort an Bord des Panzerschiffes "Deutschland", das mit großer Flottenbegleitung auf die Fahrt nach Memel in See sticht.
Reichsaußenminister Ribbentrop und Litauens Außenminister Juozas Urbsys vereinbaren die Rückgabe des Memellandes an das Deutsche Reich.
Konstantin Freiherr von Neurath, der Reichsprotektor von Böhmen und Mähren, wird Adolf Hitler direkt unterstellt.

Links: Der tschechische Präsident Emil Hácha (zweiter von links) und sein Außenminister Frantizek Chvalkovsky am 15. März in der Reichskanzlei im Gespräch mit Adolf Hitler, Reichsmarschall Hermann Göring und dem Chef des OKW Wilhelm Keitel. Mitte: Adolf Hitler schaut aus der Prager Burg auf die „Goldene Stadt“ mit dem von Gotik und Barock geprägtem Stadtbild. Rechts: Hitler auf der Prager Burg, dem Hradschin am Abend des Tages.                   

Links: Der tschechische Präsident Emil Hácha (zweiter von links) und sein Außenminister Frantizek Chvalkovsky am 15. März in der Reichskanzlei im Gespräch mit Adolf Hitler, Reichsmarschall Hermann Göring und dem Chef des OKW Wilhelm Keitel. Mitte: Adolf Hitler schaut aus der Prager Burg auf die „Goldene Stadt“ mit dem von Gotik und Barock geprägtem Stadtbild. Rechts: Hitler auf der Prager Burg, dem Hradschin am Abend des Tages.                   

23.3.1939
Der polnische Außenminister Joseph Beck erklärte vor einer Versammlung führender Politiker und Generäle: "daß ein politisch von Polen abhängiges Danzig ein unerläßliches Symbol politischer Macht sei und meinte, es sei vernünftiger auf den Feind zuzugehen, als zu warten, bis er uns entgegenmarschiert." Polen verfügt eine Teilmobilmachung des Heeres und Außenminister, Oberst J. Beck, bittet Großbritannien um den Abschluß eines Beistandspakts.Die polnische Kriegsflotte ist ausgelaufen. Schießübungen der Kriegsschiffe finden statt. Vier Kompanien der polnischen Armee sind auf der Halbinsel Hela stationiert worden. Am selben Tage erhielten die obersten Befehlshaber aller Waffengattungen den derzeit gültigen Aufmarschplan für einen Krieg gegen Deutschland.
Adolf Hitler erlässt an Bord des Panzerschiffes "Deutschland" das Gesetz über die Wiedervereinigung des Memellandes mit dem Deutschen Reich. Gegen Mittag trifft er in Memel ein und fährt im Kraftwagen auf den Theaterplatz, wo ihn der Führer der Memeldeutschen, Ernst Neumann, begrüßt. Hitler verleiht ihm das "Goldene Parteiabzeichen" und spricht kurz zur Bevölkerung. Er verlässt Memel mit dem Panzerschiff "Deutschland" noch am gleichen Tag.
Einmarsch deutscher Truppen ins Memelgebiet aufgrund des Abkommens mit Litauen.
Die Reichsmark wird im Memelland gesetzliches Zahlungsmittel; ein litauischer Lit entspricht 40 Reichspfennigen.
Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop, Vojtek Tuka und Außenminister Durkanskv unterzeichnen in Berlin den Schutzvertrag für den Slowakischen Staat, dessen künftiger Präsident Jozef Tiso wird.
Das Deutsche Reich und Rumänien unterzeichnen in Bukarest ein umfangreiches Wirtschaftsabkommen.
Robert Hudson, der britische Staatssekretär für Überseehandel, trifft zu Beratungen über eine gemeinsame Politik gegen das Deutsche Reich in Moskau ein.
Die republikanische Junta Casado entsendet Unterhändler ins nationalspanische Hauptquartier nach Burgos. Staatschef Francisco Franco Bahamonde fordert die Kapitulation der Armee der Republik bis zum 27. März.

24.3.1939
Der deutsche Botschafter in Warschau teilt mit, dass in Polen kurzfristig drei bis vier Jahrgänge und Reserveoffiziere technischer Truppen eingezogen werden.
Die "Nationalsozialistische Beamtenkorrespondenz" veröffentlicht einen Erlass des Reichserziehungsministeriums über Aufbaulehrgänge für Volks- und Mittelschüler, die Lehrer werden wollen.
Das Reichskirchenministerium weist die jüdische Kultusgemeinde an, für die Beseitigung der Synagogen-Ruinen zu sorgen. Ein Wiederaufbau sei nicht erlaubt.
Frankreichs Staatspräsident Albert Lebrun und Außenminister Bonnet beenden einen dreitägigen Staatsbesuch in London.
Das Reichsernährungsministerium liefert 50.000 Ferkel ins Ruhrgebiet.

25.3.1939
Bei Gdingen sind etwa 4.000 Mann polnische Truppen zusammengezogen worden. Die Truppe einer Garnison, die bisher im südlichen Korridor stationiert gewesen war, ist in die unmittelbare Nähe der Danziger Grenze verlegt worden. "Wir sind bereit zu jedem Kriege, sogar mit dem stärksten Gegner …" schreibt die polnische Militärzeitschrift "Polska Zbrojna".
Eine Gesetzesrevision ermöglicht die Verschiebung des Pensionsantritts der in diesem Jahr pensionsberechtigten Beamten bis auf den 31. Dezember 1941.
Adolf Hitler ordnet die Neugestaltung der Stadt Linz an und ernennt Roderich Fink zum zuständigen Reichsbaurat.
Der Dienst in der Hitlerjugend (HJ) wird zur Pflicht für alle Jungen und Mädchen von 10 bis 18 Jahren.
Zum 20. Jahrestag der faschistischen Kampfbünde gratuliert Adolf Hitler in einem Telegramm dem Duce.
Adolf Hitler sendet ein Beileidstelegramm an die Witwe des im Alter von 51 Jahren verstorbenen Reichsärzteführers Gerhard Wagner.

26.3.1939
Polens Botschafter in Berlin, Josef Lipski, teilt Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop die Weigerung seiner Regierung zur Gewährung exterritorialer Zugangswege nach Danzig mit.
Der amerikanische Botschafter in Paris, William C. Bullit, beauftragte seinen Botschafterkollegen in London, Joseph P. Kennedy, den britischen Premierminister Chamberlain zu unterrichten, dass "die USA wünschten, dass Großbritannien Krieg gegen Deutschland führe, wenn der Streit um Danzig sich zu einer Explosion zwischen Deutschland und Polen entwickle".
Die letzte Reichsstraßensammlung des Winterhilfswerks 1938/39 erbringt 11,4 Millionen Reichsmark.
In Bromberg finden von dem berüchtigten polnischen Westverband veranstaltete deutschfeindliche Kundgebungen statt, an denen etwa 10.000 Personen teilgenommen haben. Von den Teilnehmern wurden Rufe wie: "Weg mit Hitler", "Wir wollen Danzig", "Wir wollen Königsberg" ausgestoßen.
In Florenz besiegt Italien die "großdeutsche" Fußball-Nationalmannschaft mit 3:2. Eine zweite deutsche Elf unterliegt in Differdingen Luxemburg 1:2.

27.3.1939
In Burgos tritt Nationalspanien dem Antikominternpakt bei.
In Danzig wird für die Schutz- und Landespolizei und die NS-Organisationen der Alarmzustand angeordnet.
Der nationalspanische Staatschef General Franco vollzieht feierlich den Beitritt Spaniens zum Antikominternpakt.

28.3.1939
Mit der Eroberung von Madrid geht der spanische Bürgerkrieg zu Ende. Adolf Hitler gratuliert Franco telegraphisch zur Einnahme Madrids.

29.3.1939
Adolf Hitler spricht in Berchtesgaden zu Juristen der Ostmark (Österreich) und des Sudetengaus.
Vor dem britischen Unterhaus verkündet Premierminister Arthur Neville Chamberlain die Verdoppelung der Territorialarmee auf 26 Divisionen (auf Kriegsstärke).
Der letzte republikanische Regierungschef Spaniens, Segismundo Casado, und einige Junta-Mitglieder begeben sich in Valencia an Bord des britischen Kriegsschiffs "Galatea".
Der polnische Botschafter Lukaszkiewicz äußert gegenüber seinem amerikanischen Kollegen über die deutsch-polnischen Gespräche: "Das Endziel der Aktionen ist nicht der Friede, sondern die Hervorrufung eines Umsturzes in Deutschland."

30.3.1939
Adolf Hitler besichtigt in Augsburg die Arbeiten am Umbau des Stadttheaters und am Neubau des Apollotheaters. Nach Berlin zurückgekehrt, unterzeichnet Adolf Hitler einen Erlass zur Einführung einer Beamtenuniform, die für Beamte der obersten Reichs- und Landesbehörden verbindlich vorgeschrieben wird.
Adolf Hitler verleiht dem Präsidenten des Reichsgerichts Erwin Bumke zum 10-jährigen Dienstjubiläum die Goethemedaille. Außerdem sendet er ein Beileidstelegramm an die Eltern des abgestürzten Fliegerhauptmanns Freiherr von Moreau. Moreau war im spanischen Bürgerkrieg eingesetzt.
Der Neffe Adolf Hitlers, William Patrick Hitler und seine Mutter Bridget, die England verlassen haben, erreichen New York.
Im "Memeler Dampfboot" wird eine Verordnung über die Anmeldung jüdischen Eigentums veröffentlicht. Die etwa 500 in Memel lebenden Juden müssen bis zum 31. Mai ihren Schmuck abgeben.

31.3.1939
Der britische Premierminister Arthur Neville Chamberlain verkündet eine britisch-französische Garantie für Polen. Dieser militärische Beistandspakt ist auch dann wirksam, wenn Polen der Angreifer ist.
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler ordnet besondere städtebauliche Maßnahmen für Münster und Stettin an.
Die "Märkische Volkszeitung" die letzte katholische Tageszeitung Berlins, stellt nach 51 Jahren ihr Erscheinen ein.

Als Memelland wird der nördlich der Memel gelegene Teil Ostpreußens bezeichnet, welcher nach dem Ersten Weltkrieg 1920 von den alliierten Siegermächten unter französische Verwaltung gestellt wurde. 1923 wurde das Memelland dann von Litauen völkerrechtswidrig annektiert. Das Memelland wurde als politischer Begriff erst 1919 durch den Versailler Schandvertrag (Art. 99) künstlich geschaffen. Eine solche Bezeichnung gab es zuvor nicht, es handelt sich schlicht um den nördlichen Teil Ostpreußens. Der 140 km lange und bis zu 20 km breite Landstreifen hatte im Jahre 1939 145.000 Einwohner. Am 22. März 1939 wurde das Memelland von der litauischen Regierung an das Deutsche Reich zurückgegeben. Die Rückkehr nach Deutschland wurde sowohl von der deutschen Bevölkerung als auch von den meisten einen litauischen Dialekt sprechenden Memelländern, die von der Politik Litauens enttäuscht waren, voll unterstützt.                 

APRIL 1939

1.4.1939
Adolf Hitler nimmt in Wilhelmshaven am Stapellauf des Schlachtschiffes „Tirpitz" teil. An Bord des Schlachtschiffes „Scharnhorst", spricht er in Anwesenheit aller Admiräle und Kommandanten. Erich Raeder befördert er persönlich zum ersten Großadmiral des Dritten Reiches. Danach begibt er sich ins Rathaus, wo ihm der Oberbürgermeister den Ehrenbrief der Stadt Wilhelmshaven überreicht. In seiner großen Rede bei einer Massenkundgebung auf dem Rathausplatz sagt er in seiner Rede u.a.: „(...) Wir haben Mitteleuropa ein großes Glück gegeben, nämlich den Frieden, der geschützt wird durch die deutsche Macht. Und diese Macht soll keine Gewalt der Welt mehr brechen. Das sei unser Gelöbnis! (...)" Danach startet Adolf Hitler zu einer mehrtägigen Urlaubs-Nordseefahrt auf dem KdF-Dampfer „Robert Ley." Es war die erste und einzige Urlaubsreise seines Lebens.                 























Das "Großdeutsche" Reich wird durch Inkrafttreten des Zollgesetzes vom 20. März 1939 ein einheitliches Zollgebiet.
Durch die Verordnung zur Erhöhung der Förderleistung und des Leistungslohnes im Bergbau wird die Schichtzeit unter Tage um 45 Minuten auf 8 Stunden erhöht.
Im Saargebiet beginnt eine Untersuchung von Pensionären sowie Empfängern von Invalidenrenten bis zu 65 Jahren auf ihre Verwendungsfähigkeit in der gewerblichen Wirtschaft. Für pensionierte Beamte und Angestellte gilt eine Altersgrenze von 70 Jahren.
Die SA-Berufsschule Ostland in Contienen bei Königsberg wird als erste von vier SA-Berufsschulen gegründet.
Im Deutschen Reich wird die für den 1. April vorgesehene Aufhebung der Baukreditsperre für Wohnbauten auf unbestimmte Zeit verlängert. Grund ist der Mangel an Arbeitskräften und Rohstoffen wegen des Ausbaues der Westbefestigungen und verschiedener Städte.
Die Reichsgaragenordnung vom 17. Februar 1939 tritt in Kraft. Überall dort, wo abgestellte Fahrzeuge den fließenden Verkehr behindern, müssen Garagen oder Einstellplätze gebaut werden.
Im Straßendienst wird für die deutsche Polizei eine grüne Uniform obligatorisch.
Durch Inkrafttreten eines Erlasses vom 14. Januar wird das deutsche Medizinstudium auf zehn Semester verkürzt.
Im "Großdeutschen" Reich gibt es 12 415 121 Rundfunkempfänger, davon im Altreich und im Sudetenland 11 653 644.
Im nationalspanischen Heeresbericht wird der Bürgerkrieg für beendet erklärt.
In der Hamburger Staatsoper wird das Ballett "Tanz um Liebe und Tod" von Paul Höffer (Handlung von Helga Swedlund) uraufgeführt.
Im Zürcher Schauspielhaus wird die Operette "Der schwarze Hecht" von Paul Burkhard uraufgeführt (Lieder: "Kleines schwarzes Pony" und "Oh, mein Papa"). Das Stück erlebt elf Aufführungen.

2.4.1939
Zum Abschluß der fünftägigen dritten Reichstagung des Nationalsozialistischen Lehrerbundes für Geschichte in Eger erklärt NS-Reichsleiter Alfred Rosenberg, die Zeit der Kirchen und Dynastien sei vorbei, man stehe am Beginn einer Epoche der Völker und Rassen.
Aus den Wahlen zur belgischen Kammer und zum Senat gehen Katholiken (Kammer 73 Mandate/vorher 63, Senat 38 Mandate/vorher 34) und Liberale (33 und 16/vorher 23 und 11 Mandate) als Gewinner hervor. Zu den Verlierern gehören Sozialdemokraten und Rexisten.
In Zürich besiegt die Fußball-Nationalmannschaft der Schweiz Ungarn 3:1.
Beim Automobilrennen um den Großen Preis von Pau siegt der deutsche Fahrer Hermann Lang (Mercedes-Benz).

3.4.1939
In einer Weisung an die Wehrmacht ordnet Führer und Reichskanzler Adolf Hitler die Ausarbeitung eines Kriegsplanes für den Fall eines evtl. Krieges mit Polen an ("Fall Weiß"). Die Pläne der Wehrmachtsteile und der Zeitplan sollen bis zum 1. Mai 1939 vorgelegt werden. Ab 1. September 1939 soll der Angriff jederzeit durchführbar sein.
Durch Erlass von Reichsinnenminister Wilhelm Frick werden die Kommunen aufgefordert, Juden von allen öffentlichen Einrichtungen auszuschließen.
Der Schweizer Bundesrat erlässt eine Verordnung über die Hilfsdienstpflichtigen. In allen Bereichen des Hilfsdienstes können Frauen eingesetzt werden.
US-Präsident Franklin Delano Roosevelt unterzeichnet den Administrative Reorganization Act, durch den die Durchführung zahlreicher seiner Verwaltungsreformen gesichert wird.

4.4.1939
Adolf Hitler beendet seine Urlaubsreise auf der „Robert Ley" im Hamburger Hafen. Er besucht noch die schwimmende Jugendherberge „Hein Godewind", um dann mit seinem Sonderzug nach Berlin zu fahren. Vor der Abfahrt richtet er noch ein Grußwort an die „Kraft-durch-Freude-Flotte".
Bei der Beerdigung von Fliegerhauptmann Freiherr von Moreau lässt Adolf Hitler einen Kranz niederlegen.
König Ghasi I. von Irak stirbt bei einem Autounfall. Nachfolger wird sein 1935 geborener Sohn Faisal II.
Aus den Neuwahlen zum dänischen Parlament gehen die Sozialdemokraten von Staatsminister Thorvald Stauning trotz des Verlustes von vier Mandaten mit 64 Sitzen als stärkste Partei hervor.

5.4.1939
Konstantin Freiherr von Neurath übernimmt in Prag die Geschäfte des Reichsprotektors von Böhmen und Mähren.
Der Exilvorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (Sopade) lehnt in Paris ein kommunistisches Angebot über einen gemeinsamen Kampf gegen die Kriegsgefahr ab.
Adolf Hitler übermittelt anlässlich des Todes von König Ghazi I. von Irak, dem Prinzen Abdul Illah in Bagdad, seine und des deutschen Volkes herzliche Anteilnahme.
Adolf Hitler nimmt zusammen mit Eva Braun an der erneuten Hochzeit von Hermann Esser teil. Der vorangegangene jahrelange Scheidungsprozess Essers wurde zum Politikum und beschäftigte sogar Hitler selbst. Eva Braun wurde später sogar Taufpatin einer Tochter Essers.
US-Senator Hamilton Fish im National Broadcasting Company Network: "Wenn Hitler und die Naziregierung Memel oder Danzig wiedergewinnen, die Deutschland von Versailler Vertrag entrissen worden waren, und wo die Bevölkerung zu 90 % aus Deutschen besteht, warum ist es notwendig, Drohungen und Denunziationen auszustoßen und unser Volk in Kriegsstimmung zu versetzen? Ich würde nicht das Leben eines einzigen amerikanischen Soldaten einsetzen für ein halbes Dutzend Memels oder Danzigs."
Die französische Nationalversammlung wählt in Versailles Albert Lebrun erneut zum Präsidenten.
Das Schweizer Volkswirtschaftsdepartement ruft dazu auf, Haushaltsvorräte für zwei Monate anzulegen.
In der Schweiz wird durch einen Bundesbeschluß die kulturelle Stiftung " Pro Helvetia" geschaffen.

6.4.1939
Vor dem Unterhaus gibt der britische Premierminister Arthur Neville Chamberlain bekannt, das sich seine Regierung mit dem in London weilenden polnischen Außenminister Józef Beck über den Abschluß eines Beistandspaktes geeinigt habe.
Staatssekretärs des Auswärtigen Amts Weizsäcker empfängt den polnischen Botschafter Lipski zu einem Gespräch, über die Beckschen Unterhaltungen in London. Lipski behauptet, Polen wünsche an dem Abkommen von 1934 festzuhalten.
Das Reichspropagandaministerium erklärt der Presse: »Die Tür gegenüber Polen darf nicht zugeschlagen werden, damit noch ein Spalt für eventuelle weitere Verhandlungen offen bleibt.«
Die Schweizer Bundesversammlung erlässt einen Bundesbeschluß über die Förderung des Ackerbaus. Die Ackerfläche soll 1939 um 25 000 ha vergrößert werden, die Pflichtanbaufläche der ersten Etappe 1939/40 umfaßt 208.102 ha.
Eine Änderung der Straßenverkehrszulassungsordnung regelt die Autokennzeichen im Deutschen Reich neu.

7.4.1939
Italienische Truppen beginnen mit der Besetzung Albaniens. Mussolini läßt Albanien nach der militärischen Besetzung durch eine formale "Personalunion" an Italien anschließen.
In der Sowjetunion hat der Film "Lenin im Jahr 1918" (Lenin w 1918 godu) Premiere. Die Regie führt Michail J. Romm.

8.4.1939
Einige evangelische Landeskirchen billigen Grundsätze der nationalkirchlichen Einigung Deutsche Christen.

9.4.1939
Die Hauptstadt Albaniens, Tirana, wird durch die italienischen Truppen erobert. König Zogu I. und Königin Geraldine fliehen ins benachbarte Griechenland.
Adolf Hitler befiehlt, dass mit Rücksicht auf die Gesamtlage die „Abstellung der kirchlichen Morgenfeiern im Rundfunk von nun an zu erfolgen" hat. Trotz breiter Proteste bleibt die Verfügung in Kraft.
In Flims im Schweizer Kanton Graubünden fordert ein Bergsturz 20 Tote. Die in einer Breite von 800 m herabstürzenden Felsbrocken hatten ein Kinderheim mit 28 Insassen verschüttet.
In Berlin wird der VK Engelmann Wien mit 1:0 (0:0, 0:0, 1:0) über den Berliner SC deutscher Eishockeymeister.
Der Belgier Emile Masson gewinnt das zum 40. Mal ausgetragene Radrennen Paris- Roubaix mit 1:30 min Vorsprung vor seinem Landsmann Marcel Kint.

10.4.1939
Die Geheime Staatspolizei (Gestapo) verzeichnet für das Deutsche Reich 162.734 Insassen von Konzentrationslagern, 27.396 politische Angeklagte und 112.432 politische Häftlinge. Das sind 0,2% der Gesamtbevölkerung - in den heutigen USA sind 1,1% der Gesamtbevölkerung inhaftiert.
Adolf Hitler gratuliert telegrafisch dem General der Kavallerie Wilhelm Knochenhauer in Hamburg, Kommandierender General des X. Armeekorps, zum 40-jährigen Militärdienstjubiläum, ebenso dem Admiral Conrad Albrecht, letzteren befördert er zum Generaladmiral.
William Patrick Hitler beginnt in den USA einen offenen Kampf gegen seinen Onkel Adolf Hitler. Dem US Magazin Time erklärt er, er hasse seinen Onkel wegen dessen Politik und seine Einstellung zu seiner Familie. William berichtet ausführlich über den „Familienstammbaum". Diese öffentlichen Auftritte mit Vorträgen und Interviews sind seine Einnahmequellen.
In Dänemark wird das „Kabinett der nationalen Sammlung" unter Thorwald Staning eingesetzt.
Italien spricht eine Garantie für die staatliche Integrität Griechenlands aus.

11.4.1939
Das Oberkommando der deutschen Wehrmacht erläßt eine Weisung für eine evtl. militärische Auseinandersetzung mit Polen (»Fall Weiß«). Darin ist u.a. ein Handstreich auf die Freie Stadt Danzig vorgesehen.
Die deutsche Reichspost beginnt mit dem Verkauf von Glückwunsch-Bildtelegrammen, die an Führer und Reichskanzler Adolf Hitler zu dessen 50. Geburtstag am 20. April geschickt werden sollen. Die Gebühr beträgt 1,50 Reichsmark.
Adolf Hitler lässt dem General Friedrich Haselmayr, einem alten Kämpfer der NSDAP, zum 60. Geburtstag ein Gemälde mit einer Kriegslandschaft überreichen und befördert ihn zum SA-Obergruppenführer.
Adolf Hitler übermittelt der Deutschen Erdöl-AG, Werk Regis, Sachsen-Altenburg, ein Beileidstelegramm, anlässlich einer Kohlenstaubexplosion, die 15 Tote forderte.
Die „Reichsregierung", bestehend aus Adolf Hitler und Wilhelm Frick, erlassen aus Berchtesgaden ein „Gesetz über die Vertretung der im Protektorat Böhmen und Mähren ansässigen deutschen Volksgenossen im Großdeutschen Reichstag", und ein „Gesetz über die Vertretung der Memeldeutschen im Großdeutschen Reichstag".
Französische Generäle dringen beim englischen Militärattache auf ein Militärabkommen mit der Sowjetunion.
Ungarn erklärt seinen Austritt aus dem Völkerbund und nähert sich dadurch weiter der deutsch-italienischen Politik.
Das Weimarer Nationaltheater führt bei den Osterfestspielen (6.- 11.4.) erstmals Otto C. A. zur Neddens Schauspiel in fünf Akten "Der Jude von Malta" nach Christopher Marlowe auf.

12.4.1939
Die Berliner Zeitschrift "Adresse und Anzeige" teilt mit, dass Juden nicht mehr in Adreßbücher aufgenommen werden.
Mit dem Motorschiff "Schwabenland" trifft die am 17. Dezember 1938 ausgelaufene deutsche Antarktisexpedition wieder in Hamburg ein.
Martin Bormann, Stabsleiter bei Rudolf Heß, ersucht die Partei-Dienststellen, dafür Sorge zu tragen, dass alle Klosterschulen und kirchliche Internate „restlos beseitigt" werden.
Eine Nationalversammlung in Tirana bietet Italiens König Viktor Emanuel III. die albanische Krone an.

13.4.1939
Durch Reichs-Gesetz erhalten die Memel-Deutschen zwei Sitze im »Großdeutschen Reichstag«. Im Reichsprotektorat Böhmen und Mähren vertritt ein Abgeordneter jeweils 60.000 Deutsche.
Großbritannien und Frankreich sichern Griechenland und Rumänien eine einseitige Garantie für den Fall, dass die Unabhängigkeit dieser Staaten bedroht würde.
Im Guild Theatre in New York hat das Schauspiel "Mein Herz ist im Hochland" (My Heart's in the Highland) des US-Amerikaners William Saroyan Premiere.

14.4.1939
US-Präsident Franklin Delano Roosevelt fordert Führer und Reichskanzler Adolf Hitler auf, für 31 Staaten Angriffsverzichtserklärungen abzugeben. Ein ähnliches Schreiben erhält Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini. Die New York Times zitiert Roosevelts Ausführungen auf einer Pressekonferenz vom Vortag: "Präsident Roosevelt hält es für unvermeidlich, dass die vereinigten Staaten in einen europäischen Krieg verwickelt werden würden, und dass diese Nation mit Großbritannien und Frankreich Schulter an Schulter gegen nazifaschistische Umtriebe stehen müsste...".
Der italienische Ministerrat billigt die Personalunion zwischen Italien und Albanien, wo Italien durch einen Generalstatthalter vertreten wird.
Für deutsche Spanienkämpfer der „Legion Condor" stiftet Adolf Hitler einen Orden, das „Spanienkreuz mit Schwertern".
Adolf Hitler unterzeichnet das Gesetz über den Aufbau der Verwaltung in der „Ostmark", wodurch das bisherige Land Österreich in sieben „Reichsgaue" gegliedert wird. Der Name Österreich soll gänzlich verschwinden.

15.4.1939
Im nördlichen größten Teil der nach dem Münchener Abkommen eingegliederten tschechischen Randgebiete wird durch Gesetz der Reichsgau Sudetenland mit der Hauptstadt Reichenberg geschaffen.
Das Reichspropagandaministerium erlässt eine Weisung über die Behandlung des Roosevelt-Briefes vom Vortag: "Roosevelt ist ein zweiter Wilson. Erst Hetzer dann Friedensapostel ... Dummes Ablenkungsmanöver, um seine und der Demokratien Einwirkung zu verwischen."
Großbritannien ersucht die UdSSR um die Abgabe einer öffentlichen Erklärung, dass die Sowjetunion im Falle eines Angriffs auf einen ihrer europäischen Nachbarn Hilfe leiste, wenn dies gewünscht werde.
Adolf Hitler sendet eine Sonderdelegation nach Teheran zur Trauung des Kronprinzen von Iran, Mohamed Reza Pahlevi mit Prinzessin Fawzieh von Ägypten.
Der „Völkische Beobachter" gibt drei Partei-Anordnungen Adolf Hitlers bekannt:
1. Stiftung einer Dienstauszeichnung der NSDAP. Das Ordenskreuz wird in Bronze, Silber und Gold vergeben.
2. Einführung neuer Dienstrang- und Dienststellenabzeichen für politische Leiter.
3. Neue Uniformen die, mit verschiedenen Emblemen, den neuen Stil des Dritten Reiches dokumentieren sollen.
Alfred Rosenberg gründet das „Institut der NSDAP zur Erforschung der Judenfrage" in Frankfurt. Das Institut sollte als Teil der Hohen Schule gelten.
Das während der „Aktion vom 9. November" beschlagnahmte Archiv- und Schriftgut der jüdischen Gemeinden ist aufgrund eines geheimen Erlasses des Reichsinnenministers der Gestapo zur Auswertung zu übergeben.
Das Gewerbeaufsichtsamt Wuppertal meldet dem Reichsarbeitsministerium Fälle von kollektiven Lohnforderungen, auf die Betriebsführer mit Entlassungsdrohungen reagiert hätten.
In Polen kommt es zu antijüdische Gewalttaten im Ort Dabrova. Es folgen Übergriffe in Wilna (29. April), Warschau (8. bis 15. Juni), Tarnopol (11. und 12. Juni) und in Przemysl (13. Juni).

16.4.1939
Am Ende seiner mehrwöchigen Italien- und Libyen-Reise trifft Generalfeldmarschall Hermann Göring in Rom Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini.
Reichs-Jugendführer Baldur von Schirach weiht von Fulda aus 64 neue Häuser für die Jugend ein.
Die Verordnung über militärische Sondergerichte in Böhmen und Mähren vom 15. März wird außer Kraft gesetzt.
König Viktor Emanuel III. von Italien nimmt die albanische Krone an.
Auf Wunsch des Innenministeriums sagt der französische Fußballverband die für den 23. April vereinbarten Länderspiele gegen Mannschaften des Altreichs und der Ostmark ab.

17.4.1939
Aufgrund des am selben Tag erlassenen Gesetzes über einmalige Sonderfeiertage erklärt Reichsinnenminister Wilhelm Frick den 20. April (Führergeburtstag) zum nationalen Feiertag.
Gegenüber dem Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Ernst Freiherr von Weizsäcker, weist der Sowjetbotschafter in Berlin, Alexei N. Merekalow, auf Chancen für verbesserte Beziehungen hin.
Als Antwort auf die britische Anfrage vom 15. April schlägt die UdSSR Großbritannien und Frankreich einen dreiseitigen Vertrag über Hilfe im Fall eines Angriffs durch das Deutsche Reich sowie einen Militärpakt vor.
Die Sowjetunion schlägt Großbritannien und Frankreich einen Dreimächtepakt vor.
Adolf Hitler weilt zu Truppeninspektionen in der Ostmark. Er hält diverse Ansprachen und befördert General Wilhelm List, Oberbefehlshaber der Heeresgruppe 5, zum Generaloberst. Nach Abschluss der Besichtigungen erlässt Hitler einen Tagesbefehl an die Soldaten der Ostmark. Außerdem empfängt er den „Sonderbotschafter" Franz von Papen und ernennt ihn zum Botschafter in Ankara.
Adolf Hitler sendet an Generalmajor a.D. und SS-Brigadeführer Ewald von Massow - er war Präsident des „Nationalen Klubs 1919" in Berlin -, ein Glückwunschtelegramm zum 70. Geburtstag.
Durch k. o. in der 1. Runde über Jack Ropper in Los Angeles bleibt Joe Louis (USA) Boxweltmeister im Schwergewicht.

18.4.1939
Eine von der Regierung beschlossene Verordnung über die Bestimmung des Begriffes Jude und über die Beschränkung der Zahl der Juden in einigen freien Berufen (Anwälte, Journalisten) tritt in Kraft. Als Jude gilt, wer vor dem 30. Oktober 1918 der jüdischen Konfession angehört hat. Ein Übertritt zum Christentum oder ein Austritt aus der jüdischen Religion nach diesem Zeitpunkt ist ohne Bedeutung.
Hubert Graf Pierlot bildet ein belgisches Kabinett mit den aus den Parlamentswahlen vom 2. April gestärkt hervorgegangenen Liberalen und Katholiken.

19.4.1939
Rumänien, das sich durch das Wirtschaftsabkommen mit Deutschland und durch die britische Garantie-Erklärung nach beiden Seiten hin politisch abgesichert glaubt, entsendet zum Geburtstag des Führers seinen Außenminister Grigore Gafenku nach Berlin. Adolf Hitler erklärt Grafenku in der Neuen Reichskanzlei seinen Standpunkt, damit der Rumäne die Engländer von seiner politischen Entschlossenheit gegenüber Polen überzeugen könne.
Im Deutschen Reich findet die Verpflichtung der Geburtsjahrgänge 1928/29 für die Hitlerjugend (HJ) statt.
In Le Havre gerät der französische Passagierdampfer "Paris" in Brand und sinkt nach Ende der Löscharbeiten.
In Wien wird der Film "Prinzessin Sissy" von Fritz Thiery uraufgeführt.
Am Nachmittag beginnen die Feierlichkeiten zu Adolf Hitlers 50. Geburtstag. Um 17 Uhr beginnt die Vorstellung der SS-Junkerschule Braunschweig im Mosaiksaal der Neuen Reichskanzlei. Hitler hält eine Rede. Um 19 Uhr gratulieren 1.600 Politische Leiter, sie überreichen ihm als Geschenk 50 Briefe Friedrich des Großen, Hitler dankt in einer Ansprache. Um 20 Uhr gratulieren die Angehörigen des „Stoßtrupp Hitlers" von 1923 und die Blutordensträger. Um 21 Uhr fährt Hitler über die neue 7 Kilometer lange, so genannte „Ost-West-Achse", und lässt sich von Albert Speer die Vollendung der Straße melden. Um 22 Uhr großer Zapfenstreich der Wehrmacht auf dem Wilhelmplatz mit anschließendem Vorbeimarsch, Fackelzug der allen Garde, um 23 Uhr singt im Ehrenhof der Reichskanzlei ein Chor der „Leibstandarte SS Adolf Hitler". Um Mitternacht gratulieren die engsten Mitarbeiter. Zum Abschluss zeigt sich Hitler nochmal auf dem Balkon der Reichskanzlei.                

20.4.1939
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler begeht seinen 50. Geburtstag. Der Gratulationsreigen beginnt mit der „Leibstandarte SS Adolf Hitler". Es folgen der päpstliche Nuntius Cesare Orsenigo, Staatspräsident Emil Hacha aus Prag, Ministerpräsident Jozef Tiso und Außenminister Durkansky aus der Slowakei, danach das Reichskabinett und die Wehrmachtführung, der Oberbürgermeister Julius Lippert und der Gauleiter Albert Forster, der ihm den Ehrenbürgerbrief der Stadt Danzig überreicht. Die über 4-stündige Militärparade vor dem Führer beeindruckten die diplomatischen Vertreter des Auslandes. Die drei Westmächte sind wegen Abberufung ihrer Botschafter nicht vertreten. Die Parade findet erstmals auf der am Vorlage freigegebenen Ost-West-Achse statt. Es ist die größte Militärparade, die bis dahin in Deutschland zu sehen gewesen war. Hitler erhält als Geschenk der deutschen Industrie verschiedene Originalpartituren und Handschriften sowie Orchesterskizzen von Richard Wagner (Kosten rund 1 Million RM). Als weiteres Geschenk erhält er ein Modell des Triumphbogens und der Großen Halle, die gewaltigen Hauptbauwerke der Nord-Süd-Achse, nach Skizzen von Hitler konzipiert.
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler stiftet als Sonderstufe des Adlerordens das „Großkreuz des Deutschen Adlers in Gold", welches nur für Ausländer bestimmt ist und jeweils auf 16 verdienstvolle Inhaber beschränkt bleiben soll.
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler ernennt den Generalmusikdirektor Herbert von Karajan zum Leiter der Staatskapelle Berlin.
Durch eine Amnestie, als großzügige Geste zum Führergeburtstag veranlasst, werden im Konzentrationslager Buchenwald rund 2.300 Häftlinge entlassen.
Aufbau des SS-Hauptamtes Verwaltung & Wirtschaft mit Oswald Pohl als Chef.
Nachfolger von Gerhard Wagner, Reichsärzteführer, wird Leonardo Conti, Arzt. Conti wird zum „Reichsgesundheitsführer" und zum Leiter des Hauptamtes Volksgesundheit in der Reichsleitung der NSDAP ernannt.
Im Deutschen Reich tritt die am Vortag erlassene Verordnung über die Erschwerung einer Kündigung von Miet- und Pachtverhältnissen in Kraft. Durch eine weitere Verordnung können Hausbesitzer im Deutschen Reich verpflichtet werden, Wohnungen an kinderreiche Familien zu vermieten.

21.4.1939
Reichsinnenminister Wilhelm Frick erlässt eine Verordnung über die Errichtung einer Volkskartei.
Ein Runderlass von Reichswirtschaftsminister Walther Funk legt fest, dass jüdische Auswanderer nur solche Sachen als Umzugsgut mitnehmen dürfen, die vor dem 1. Januar 1933 erworben wurden. Für später gekaufte Sachen ist in der Regel ein Betrag in Höhe des Anschaffungspreises an die Reichskasse zu zahlen.
Der französische Ministerrat verabschiedet 28 Erlasse zur Förderung der Landesverteidigung mit einem Finanzvolumen von 15 bis 17 Milliarden Franc (1,05 bis 1,19 Milliarden Reichsmark).
Transportminister Leslie Burgin wird zum ersten britischen Minister für Kriegsmateriallieferungen ernannt.
Für den am 7. April verstorbenen Joseph Aloys Lyons wird Robert Gordon Menzies Premierminister von Australien.
Der Schweizer Bundesrat beantwortet die deutsche Anfrage, ob die Schweiz sich bedroht fühle, mit dem Hinweis auf die von der eigenen Wehrkraft verteidigte Neutralität. Nach der Botschaft des US-Präsidenten (14. 4.) hatte die Reichsregierung derartige Anfragen an die genannten Länder gerichtet.

22.4.1939
Wegen des Arbeitermangels im Reichsgebiet dürfen auf Erlaß des Reichsministeriums des Innern polnische Arbeiter auch ohne Papiere einreisen. Für ihre Abfertigung sorgen Grenzarbeitsämter.
Zu einer militärischen Inspektion besucht Adolf Hitler in Döberitz die Infanterieschule und den Fliegerhorst Eisgrund.
In Stuttgart wird die dritte Reichsgartenschau eröffnet.
In Teheran beginnen dreitägige Feiern anlässlich der Hochzeit von Kronprinz Mohammed Resa Pahlawi und Prinzessin Fawzia von Ägypten.
Trotz eines 1:2 gegen Charlton Athletic wird der FC Everton vorzeitig zum fünften Mal englischer Fußhallmeister.

23.4.1939
Der britische Botschafter Sir Neville Henderson kehrt wieder auf seinen Posten in Berlin zurück.
In Tirana wird eine albanische faschistische Partei gegründet.
Zwischen London und Warschau wird eine direkte Flugverbindung errichtet.

24.4.1939
Einen Tag nach Rückkehr des britischen Botschafters Neville Meyrick Henderson trifft der am 20. März zurückberufene französische Botschafter Robert Coulondre wieder in Berlin ein.
Die spanische Regierung erstattet dem ehemaligem König Alfons XIII. das ihm von der Republik entzogene Vermögen.

25.4.1939
Der britische Botschafter in Polen, Sir Howard Kennard, berichtet, dass nach der Teilmobilmachung 750.000 Polen unter Waffen stehen, daß viele ausländische Diplomaten glaubten, Polen sei nun dabei, einen Krieg zu beginnen.
Der US-amerikanische Journalist Karl von Wiegand, der älteste der amerikanischen Journalisten in Europa, wurde in Paris zum US Botschafter Bullitt gerufen, der ihm erklärte: "Der Krieg in Europa ist eine beschlossene Sache... Amerika wird in den Krieg eintreten, nach Frankreich und Großbritannien."
Die Reichssender Köln und Hamburg beginnen nach der Erweiterung ihres englischsprachigen Programms mit Nachrichten in Arabisch und Afrikaans.
Die Leitung der Deutschen Oper Berlin ruft die Mitarbeiter auf, zur Ablegung des Gelöbnisses auf den Führer am 1. Mai im Zuschauerraum zu erscheinen. Dies sei "Dienst und Pflicht eines jeden".
Generaloberst Gerd von Rundstedt wird von Adolf Hitler zum Kommandeur eines Infanterieregiments ernannt.
Im 56. Lebensjahr stirbt der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP, Bernhard Köhler.
Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten verbietet alle Frankreichreisen deutscher Sportler.

26.4.1939
Der britische Premierminister Arthur Neville Chamberlain kündigt die Einführung einer beschränkten Dienstpflicht für 20 und 21jährige Männer (Military Training Bill) und ein vereinfachtes Verfahren zur Mobilmachung (Reserve and Auxiliary Forces Bill) an. Das bedeutet die allgemeinen Wehrpflicht in England.
Adolf Hitler hat in der Neuen Reichskanzlei eine Unterredung mit dem jugoslawischen Außenminister Cincar Markowitsch. Abends stattet Adolf Hitler Rudolf Heß, seinem Stellvertreter, einen Besuch in seiner Wohnung ab und gratuliert ihm zum 45. Geburtstag.
Frankreich sendet seinen Botschafter Robert Coulondre nach Berlin zurück.
Der Exilvorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (Sopade) in Paris berät über einen Aufruf im Falle eines Kriegsausbruchs. Fritz Tarnow lehnt einen Appell an die deutschen Soldaten zur Sabotage ab.
Auf einer Messerschmitt Me 109 R stellt Fritz Wendel mit 755,11 km/h einen Geschwindigkeitsweltrekord auf.
In Bochum nimmt die erste Westfälische Schauspielschule ihre Arbeit auf.
SA-Stabschef Viktor Lutze ruft zur Teilnahme an Wiederholungskursen für das SA-Wehrabzeichen auf. 1,5 Millionen Männer müssen Kurse im Kleinkaliberschießen, Handgranatenzielwurf und 1500 m-Geländelauf absolvieren.

27.4.1939
Die Jagdmaschine Me 109 hat einen neuen Weltrekord von 755,11 km/h geflogen. Dazu gratuliert Adolf Hitler telegrafisch dem Konstrukteur Professor Wilhelm Messerschmitt.
Da Außenminister Joachim von Ribbentrop sich weigert, den zurückgekehrten Botschafter Sir Neville Henderson zu empfangen, erläutert dieser Staatssekretär Ernst von Weizsäcker die Einführung der Wehrpflicht in Großbritannien. Diese Demonstration der Stärke diene nur dazu, den Frieden zu erhalten.

28.4.1939
Vor dem »Großdeutschen Reichstag« in der Berliner Krolloper weist Adolf Hitler die Forderung von US-Präsident Franklin Delano Roosevelt vom 14. April nach Abgabe von Nichtangriffserklärungen für 31 Staaten zurück.
Die polnische Regierung erhält ein Memorandum der deutschen Regierung über die Kündigung des Nichtangriffspaktes vom 26. Januar 1934.
In einem deutschen Memorandum an Großbritannien werden die deutsch-britischen Flottenabkommen von 1935 und von 1937 einseitig aufgekündigt.

29.4.1939
Ungarns Ministerpräsident Pál Graf Teleki und Außenminister István Graf von Csáky kommen zu einem dreitägigen Staatsbesuch nach Berlin.
In Italien beschließt die Regierung weitere antijüdische Maßnahmen. Der Beruf des Notars bleibt künftig für Juden grundsätzlich verschlossen. Jüdische Angehörige der übrigen freien Berufe, wie Rechtsanwälte, Ärzte, Architekten, Ingenieure, dürfen nur noch für andere Juden tätig sein.
Adolf Hitler sendet dem japanischen Tenno ein Glückwunschtelegramm zu seinem Geburtstag.
Adolf Hitler ernennt Reinhard Jakob zum Präsidenten der Reichsknappschaft.
Anordnung des Reichsschatzmeisters zur Erweiterung des Rauchverbotes auf sämtliche Diensträume der NSDAP, ihrer Gliederungen und Verbänden.
Auf der Werft Blohm & Voss in Hamburg wird der Schwere Kreuzer »Admiral Hipper« (10000t) in Dienst gestellt.
Im Deutschen Reich endet der Reichsberufswettkampf 1939 mit 3,6 Millionen Teilnehmern aus 700 Betrieben.
In Hamburg eröffnet Reichsbauernführer Richard Walther Darre die Ausstellung »Segen des Meeres«, die erste Deutsche Fischerei- und Walfangschau.

30.4.1939
Im Mosaiksaal der Neuen Reichskanzlei nimmt Adolf Hitler an einer Festsitzung der Reichsarbeitskammer teil; dabei werden die NS-Musterbetriebe ausgezeichnet. Nach einer wirtschaftspolitischen Rede eröffnet der Führer den 3. Leistungskampf der deutschen Betriebe.
Am Nachmittag empfängt Adolf Hitler in der Neuen Reichskanzlei Ungarns Ministerpräsident Graf Paul Teleki und Außenminister Stephan Graf Csaky. An den Gesprächen beteiligen sich Joachim Ribbentrop, Hermann Göring und Rudolf Heß. Am Abend gibt Hitler für seine Gäste ein Diner.
Das Gesetz über Mietverhältnisse von Juden sieht die Aufhebung des Räumungsschutzes und die Möglichkeit zur Zusammenlegung jüdischer Familien vor.
Im Monat April sind im Deutschen Reich 357 Personen wegen illegaler Betätigung festgenommen worden, darunter 223 Kommunisten und 35 Sozialdemokraten.
Zum Abschluß des 2. Leistungswettkampfes deutscher Betriebe werden in Berlin 103 nationalsozialistische Musterbetriebe bestätigt und 99 Betriebe neu ernannt.
Auf Long Island eröffnet US-Präsident Franklin Delano Roosevelt die Weltausstellung New York 1939. Sie bleibt bis zum 31. Oktober geöffnet.

Der 20. April 1939, Hitlers 50. Geburtstag, war ein staatlich verordneter Feiertag, zu dem auch Vertreter ausländischer Regierungen und Streitkräfte in die Reichshauptstadt eingeladen wurden. Der 50. Geburtstag des deutschen Reichskanzlers wurde zum Anlaß für die größte Truppenparade in der Geschichte der deutschen Wehrmacht. 4 1/2 Stunden defilierten die Einheiten an der Führertribüne vorbei. Außer den drei Wehrmachtsteilen, bestehend aus Heer, Marine und Luftwaffe nahmen auch Einheiten der Waffen-SS an der Parade teil. Diese größte Truppenschau in der deutschen Geschichte fand im In- und Ausland gleichermaßen große Beachtung. Die disziplinierten Soldaten und die perfekt durchorganisieten Wehrmachtsverbände dokumentieren in eindrucksvoller Weise den Zustand der neuen deutschen Armee.

Polens Teilmobilmachung zur Provokation Hitlers
Polens Teilmobilmachung zur Provokation Hitlers
Polens Teilmobilmachung zur Provokation Hitlers
Polens Teilmobilmachung zur Provokation Hitlers

LINKS: Die veraltet ausgerüsteten polnischen Soldaten bei ihrer Vereidigung. RECHTS: Die polnische Armee "Pomorze" unter General Wladyslaw Bortnowski hatte mit diesen Panzerfahrzeugen keine Chance gegen die deutschen Panzer bzw. gegen die Artillerie der deutschen Wehrmacht.

Von dem Augenblick an, als England und Frankreich den Polen ihren Beistand zusagten und die Teilmobilmachung des polnischen Heeres befohlen war, kam die deutsche Minderheit in Polen und die dort lebenden Reichsdeutschen noch mehr in Bedrängnis. Zunächst verschärfte Polen die Verfolgung der deutschen Minderheit: immer häufiger kam es zu willkürlichen Verhaftungen, Mißhandlungen und Morden. Als das immer noch nicht zur Kriegserklärung führte, fing Polen an, militärische Überfälle in Ostpreußen, später auch in Danzig zu veranstalten. Im übrigen kann inzwischen auch als wissenschaftlich gesichert gelten, daß Polen im Sommer 1939 sich sämtlichen Bemühungen Hitlers um eine friedliche Lösung auch deshalb verschloß, weil England der polnischen Regierung in einer geheimen Vereinbarung zugesichert hatte, daß es im Falle eines Krieges stets an der Seite Polens gegen Deutschland kämpfen werde. Bereits vor 1939 saßen schon 50.000 Deutsche in polnischen KZs und Zuchthäusern und allein im Sommer 1939 mußten 70.000 Deutsche aus Polen nach Deutschland fliehen und alles was sie besaßen in Polen zurücklassen.

die sozialen Errungenschaften im Deutschen Reich waren einzigartig und es gab auf der ganzen Welt nichts Vergleichbares

Joachim von Ribbentrop

Emil Hácha

Konstantin von Neurath

Jozef Lipski

Sir Nevile M. Henderson

Das Reichsprotektorat Böhmen und Mähren wurde am 15. März 1939 aus den übrig gebliebenen Gebieten der Tschechoslowakei gebildet

Vorbereitungen zum 50. Geburtstag des Führers am 20. April 1939. Dem Schöpfer Grossdeutschlands gelten Dank und Glückwunsch der ganzen Nation. Unaufhörlich treffen Geschenke aus der ganzen Welt ein. Generalbauinspektor Professor Albert Speer übergibt am Vorabend des Geburtstages die fertig gestellte Ost-West-Achse. Am Morgen Ständchen der Leibstandarte, dann beginnt die grösste Heerschau des 3. Reiches. Viereinhalb Stunden lang ziehen die Formationen aller Waffengattungen an ihrem obersten Befehlshaber vorüber.

In einer zweistündigen Rede vor dem »Großdeutschen Reichstag« in der Berliner Krolloper weist Adolf Hitler die Forderung von US-Präsident Franklin Delano Roosevelt vom 14. April nach Abgabe von Nichtangriffserklärungen für 31 Staaten zurück.

Sie können die einzelnen Bilder anklicken und die detailierten Ereignnisse dieser Zeit in der großen Chronik von 1933-45 nachlesen