MAI 1933

1.5.1933
Auf Weisung der Reichsregierung ist der 1. Mai im Deutschen Reich ein »Feiertag der nationalen Arbeit«. Die Reichshauptstadt Berlin war am 1. Mai 1933 mit Fahnen, Girlanden und Spruchbändern geschmückt. "Wir wollen gemeinsam arbeiten und aufbauen", tönte ein Transparent, das die Friedrichstraße überspannte. Schon früh am Morgen marschierten Formationen von Jugendlichen aus allen Bezirken zum Lustgarten in Mitte zur "gewaltigsten Jugendkundgebung, die Berlin je gesehen hat". Um die Mittagszeit empfängt Hitler Arbeitsabordnungen aus dem ganzen Reichsgebiet, aus Osterreich, Danzig und aus dem Saargebiet. In einem Interview mit Sir John Fräser vom Londoner "Daily Telegraph", sieht Hitler das deutsche Schicksal "von seinen östlichen Grenzen" abhängen. Am Abend spricht der Reichskanzler auf einer Massenveranstaltung vor 500.000 Menschen auf dem Tempelhofer Feld, sie gipfelt in den Worten: "Deutsches Volk, Du bist stark, wenn Du eins wirst ... Deutsches Volk, Du bist nicht zweitklassig und wenn es die Welt tausend Mal haben will. Deutsches Volk, vergiss 14 Jahre des Verfalls, hebe Dich empor zu zweitausend Jahre deutscher Geschichte!"               






























MAI 1933

1.5.1933
Auf Weisung der Reichsregierung ist der 1. Mai im Deutschen Reich ein »Feiertag der nationalen Arbeit«. Die Reichshauptstadt Berlin war am 1. Mai 1933 mit Fahnen, Girlanden und Spruchbändern geschmückt. "Wir wollen gemeinsam arbeiten und aufbauen", tönte ein Transparent, das die Friedrichstraße überspannte. Schon früh am Morgen marschierten Formationen von Jugendlichen aus allen Bezirken zum Lustgarten in Mitte zur "gewaltigsten Jugendkundgebung, die Berlin je gesehen hat". Um die Mittagszeit empfängt Hitler Arbeitsabordnungen aus dem ganzen Reichsgebiet, aus Osterreich, Danzig und aus dem Saargebiet. In einem Interview mit Sir John Fräser vom Londoner "Daily Telegraph", sieht Hitler das deutsche Schicksal "von seinen östlichen Grenzen" abhängen. Am Abend spricht der Reichskanzler auf einer Massenveranstaltung vor 500.000 Menschen auf dem Tempelhofer Feld, sie gipfelt in den Worten: "Deutsches Volk, Du bist stark, wenn Du eins wirst ... Deutsches Volk, Du bist nicht zweitklassig und wenn es die Welt tausend Mal haben will. Deutsches Volk, vergiss 14 Jahre des Verfalls, hebe Dich empor zu zweitausend Jahre deutscher Geschichte!"               






























In der NSDAP tritt eine unbefristete Mitgliedersperre in Kraft, nachdem vom 1. Februar bis 30. April 1,65 Millionen Deutsche in die Partei aufgenommen wurden.
In Paris erscheint erstmals, zunächst alle 14 Tage, die von Willi Münzenberg herausgegebene Zeitung "Der Gegenangriff" (bis 14. 3. 1936) unter Mitarbeit von Alexander Abusch, Bruno Frei und Kurt Sauerland. Sie ist eine Antwort auf das Berliner NS-Organ "Der Angriff".
Hans Fritzsche, Journalist, übernimmt die Leitung des Nachrichtenwesens in der Presseabteilung des Reichspropagandaministeriums unter Joseph Goebbels und wird gleichzeitig Mitglied der NSDAP. Fritzsche ist zuständig für die Gleichschaltung sämtlicher Nachrichtenkanäle, die Kontrolle der deutschen Presseveröffentlichungen und die Nachrichtenversorgung des Auslandes.
Hans-Karl von Hasselbach, Arzt und Chirurg, tritt in die NSDAP ein und wird ab 1935 teilweise Begleitarzt von Adolf Hitler.
Ernst Bucher, Generaldirektor der Bayerischen Staatlichen Gemäldesammlungen, tritt in die NSDAP ein. Bucher war einer der bedeutendsten Autoritäten für deutsche Malerei.
Der deutsche Großindustrielle, Fritz Thyssen, der sich für Adolf Hitler als Reichskanzler einsetzte, wird Mitglied der NSDAP in der Ortsgruppe Mühlheim/Ruhr.
In Plön wird die erste Nationalpolitischen Erziehungsanstalt (volkstümlich: NAPOLA - Nationalpolitische Lehranstalt) eröffnet. Hauptaufgabe der NAPOLAS war die "Erziehung zu Nationalsozialisten, tüchtig an Leib und Seele für den Dienst an Volk und Staat". Heranbildung des nationalsozialistischen Führungsnachwuchses.

2.5.1933
Im Deutschen Reich besetzten Mitglieder der Sturmabteilung (SA) und der Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation (NSBO) in einer präzise vorbereiteten Aktion Büros, Banken und Redaktionshäuser der im ADGB organisierten Freien Gewerkschaften. Führende Funktionäre wurden in "Schutzhaft" genommen und die Gewerkschaftsvermögen beschlagnahmt. An die übrigen Angestellten erging die Aufforderung, unter NSBO-Kommissaren loyal weiterzuarbeiten.
Reichskanzler Adolf Hitler besucht gemeinsam mit Prinz August Wilhelm von Preußen das Luise-Henriettenstift im Kloster Lehnin (Mark Brandenburg).
In einer Unterredung mit dem polnischen Gesandten Alfred Wysocki lehnt es Adolf Hitler ab, fremde Nationalitäten für Deutschland zu erobern.
Reichsminister Hermann Göring empfängt den Präsidenten des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser, General der Artillerie a. D. von Sorn. Es fand eine längere Aussprache statt über die Stellung des Kyffhäuserbundes im neuen Deutschland. Es wurde vereinbart, daß sogleich Verhandlungen des Bundesvorstandes mit der Leitung der N.S.D.A.P. beginnen sollen.
Wegen Geldmangels wird das Berliner Schillertheater geschlossen. Direktor Heinrich Gilardone legt seinen Posten nieder.

3.5.1933
Die Deutschnationale Volkspartei beschließt auf einer Vertreter-Tagung in Berlin die Umbenennung in Deutschnationale Front. Sie beansprucht gegenüber der NSDAP die volle Gleichberechtigung.
Adolf Hitler ernennt Otto Wagener und Alfred Möller zu Kommissaren für den Reichsverband der Deutschen Industrie und die übrige Wirtschaft.
In Dortmund wird mit dem Aufbau eines Rasseamtes begonnen. Ziel ist die Zwangssterilisierung von "Verbrechern, Sexualstraftätern und anderen asozialen Elementen". Zunächst sollen die 80.000 Dortmunder Schulkinder, dann die Bewerber für Beamtenstellen rassemäßig erfaßt werden.
Das Geheime Staatspolizeiamt in Berlin verbietet bis zum 31. Mai das Erscheinen der "Täglichen Rundschau", die Ex-Reichskanzler Kurt von Schleicher nahesteht. Anlaß war ein kritischer Artikel zur NS-Hochschulpolitik. Nachdem Hans Zehrer als Herausgeber ausgeschieden und Friedrich Wilhelm von Oertzen als Hauptschriftleiter durch Ferdinand Frei ersetzt wurde, darf die "TR" am 9. Mai wieder erscheinen.
In Hamburg läuft das Segelschulschiff "Gorch Fock" der Deutschen Reichsmarine vom Stapel.
Der Vorstand des Gesamtverbandes der Christlichen Gewerkschaften Deutschlands unterstellt sich dem von Robert Ley geführten Aktionskomitee für den Schutz der deutschen Arbeit.
Im Zusammenhang mit den Entlassungen von Hochschullehrern reicht der Nobelpreisträger Fritz Haber, Ordinarius an der Berliner Universität und Leiter des Kaiser-Wilhelm-Instituts für physikalische Chemie, seinen Abschied ein. Kurz darauf emigrierte Haber nach England. Wenige Monate später starb er in Basel.

4.5.1933
Angesichts der politischen Lage im Deutschen Reich beschließt der SPD-Parteivorstand in Berlin, sechs seiner Mitglieder ins Ausland zu schicken. Dazu bestimmt werden Siegfried Crummenerl, Paul Hertz, Erich Ollenhauer, Friedrich Stampfer, Hans Vogel und Otto Wels. Sie gehen zuerst nach Saarbrücken. Das Saargebiet wird treuhänderisch vom Völkerbund verwaltet.
Unter Führung von Theodor Adrian von Renteln (NSDAP) wird in Berlin der Reichsstand des deutschen Handwerks und Handels gegründet.
Reichskanzler Adolf Hitler lässt durch seine Kanzlei den ihm von der Technischen Hochschule Stuttgart angetragenen Ehrendoktor ablehnen, "da er grundsätzlich Ehrendoktortitel nicht anzunehmen gedenke".
Der Preußische Minister des Innern, Hermann Göring, hat den Düsseldorfer Regierungspräsidenten Karl Bergemann beurlaubt.
Die Gewerkschaft deutscher Eisenbahner hat zur Durchführung der Gleichschaltung beschlossen, sämtliche Vollmachten dem ersten Vorsitzenden Rümmele zu übertragen. Der Name der Gewerkschaft wurde umgewandelt in „Gesamtverband deutscher Eisenbahner“.
Der Hauptvorstand der Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer hat beschlossen, dem Reichsbund deutscher Technik, der unter Führung von Dipl.-Ing. Gottfried Feder steht, beizutreten.
Der Führer der SA-Gruppe „Ostland“, Karl-Siegmund Litzmann, Sohn des Generals a.D. Karl Litzmann, des Alterspräsidenten des Landtags, ist zum Kommissar des obersten SA-Führers im Preußischen Innenministerium ernannt worden. Er ist der oberste Verbindungsmann zwischen S.A. und Preußischer Polizei.
Die Vertretung des beurlaubten Magdeburger Polizeipräsidenten Freiherrn von Nordenflycht übernimmt Oberleutnant a. D. Konrad Schragmüller (NSDAP).
Der Ministerrat in Wien verbietet für ganz Österreich das Tragen politischer Uniformen. Es gilt nicht für die bewaffneten Selbstschutzverbände der Heimwehren.

5.5.1933
Adolf Hitler und Reichspräsident Paul von Hindenburg unterzeichnen die Ernennungsurkunde Hermann Görings zum Reichsminister der Luftfahrt. Fritz Sauckel, Gauleiter, wird Reichsstatthalter von Thüringen, Martin Mutschmann Reichsstatthalter in Sachsen und Wilhelm Friedrich Loeper wird Reichsstatthalter von Braunschweig und Anhalt. Carl Rover wird Reichsstatthalter des Landes Oldenburg und Bremens.
Durch den Austausch der Ratifikationsurkunden zwischen der UdSSR und dem Deutschen Reich in Moskau wird der auf fünf Jahre befristete Berliner Vertrag von 1926 verlängert.
Nachdem am Vorabend des 1. Mai sieben deutsche Bergarbeiter tödlich verunglückt sind, ruft der Reichskanzler Adolf Hitler zur Bildung einer Stiftung für die hinterbliebenen Witwen und Waisen auf. Die "Stiftung für die Opfer der Arbeit" soll als Spenden finanziert werden und den Hinterbliebenen von Arbeitsunfällen zu Gute kommen.
Der preußische Justizminister Kerrl gibt folgenden Erlass heraus: "Zur Bekämpfung von Sabotageakten wird im Justizministerium eine Sonderabteilung zur Bekämpfung der Sabotage eingerichtet, deren Leitung der kommissarische Ministerialdirektor Roland Freisler übernimmt."
Adolf Hitler gewährt Sir John Forster vom Daily Telegraph, London, ein Interview, in dem er sich gegen die Behauptung wandte, dass Deutschland einen Krieg wolle. Die Breslauer Studentenschaft veröffentlicht an den Anschlagsäulen einen Aufruf an die Breslauer Einwohner ihre Hausbüchereien von Schriften und Büchern jüdisch-marxistischen Inhalts zu säubern. Die öffentliche Verbrennung dieser Bücher findet am Abend auf dem Schloßplatz statt.
Überall im Deutschen Reich übt die NSDAP Druck auf oppositionelle Politiker aus. So legt in München Wilhelm Hoegner (SPD) sein Landtagsmandat nieder. In Hamburg wird der frühere badische Staatspräsident Adam Remmele (SPD) in Schutzhaft genommen. Der Duisburger Oberbürgermeister Karl Jarres (parteilos) reicht seine Beurlaubung ein.

6.5.1933
Konstantin Hierl, seit 1929 Organisationsleiter in der NSDAP-Reichsleitung, wird zum Leiter der Abteilung für Arbeitsdienst und Jugendertüchtigung im Reichsarbeitsministerium ernannt.
Zum Führer der Zentrumspartei wird auf einer Sitzung des Parteivorstandes sowie der Reichstags- und preußischen Landtagsfraktion in Berlin der frühere Reichskanzler Brüning ernannt. Er tritt damit die Nachfolge von Prälat Ludwig Kaas an.
Alfred Rosenberg trifft für einen geplanten Aufenthalt von zehn Tagen in London ein. Rosenbergs Auftrag für eine Verständigung mit England ist zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt gewählt worden. Der Judenboykott vom 1. April hat in England sehr kritische Töne über Deutschland ausgelöst. In seiner Instinktlosigkeit legt Rosenberg zudem am Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges einen Kranz mit einer schwarz-weiß-roten Hakenkreuzschleife nieder.
Aus der Sektion für Dichtkunst an der Preußischen Akademie der Künste werden 13 Autoren ausgeschlossen. Der Maler Max Liebermann erklärt deshalb seinen Austritt aus der Preußischen Akademie der Künste und legt die ihm im Vorjahr verliehene Ehrenpräsidentschaft nieder. Liebermann erklärt, nach seiner Meinung habe Kunst weder etwas mit Politik noch mit Abstammung zu tun.
Die wegen der Frontkämpferklausel noch im Amt verbliebenen jüdischen Beamten dürfen nicht mehr befördert werden. Jüdische Steuerberater werden nicht mehr zugelassen.
Staatssekretär Erhard Milch vom Reichsluftfahrtministerium beginnt mit dem Aufbau einer deutschen "Risiko-Luftwaffe".
Das Luftschiff "Graf Zeppelin" hat unter Führung von Dr. Hugo Eckener die erste diesjährige Südamerikafahrt mit 11 Passagieren angetreten.

7.5.1933
Vor 45.000 SA-Leuten in Kiel erklärt Adolf Hitler die SA zum "politischen Willensträger der Nation" im Unterschied zum "Waffenträger" Reichswehr: "Wir müssen den Kampf um das Innere des deutschen Menschen fortführen. Wir wollen keinen Krieg und kein Blutvergießen, aber wir wollen das Recht zum Leben, das Recht zur Freiheit."
Durch Erlass des Reichswehrministers Werner von Blomberg wird allen bei der Wehrmacht beschäftigten jüdischen Angestellten und Arbeitern gekündigt.
In Prag wurde bei dem Vorsitzenden der Sudetendeutschen Studentenschaft, Bernhard Adolf, eine Haussuchung durchgeführt und verschiedenes Material beschlagnahmt. Nach stundenlangem Verhör wurde Bernhard Adolf wegen Verdachts der Vorbereitung von Anschlägen gegen die tschechoslowakische Republik in Haft genommen.
In Kiel begeht der frühere Vorsitzende der DNVP-Reichstagsfraktion, Ernst Oberfohren, Selbstmord.

8.5.1933
Ernst Wilhelm Bohle wird zum Leiter der "Auslandsorganisation" (AO) der NSDAP im Range eines Gauleiters ernannt. Das AO ist für die Betreuung aller im Ausland lebenden Parteigenossen zuständig und war auch bestrebt als Sprachrohr aller Auslandsdeutschen zu gelten.
Hermann Göring ernennt Ministerialdirektor Kurt Daluege zum Leiter der Polizeiabteilung im preußischen Innenministerium.
In Norwegen wird die faschistische "Nasjonal Samling" von Vidkun Quisling und Johan Bernhard Hjort gegründet. Die Partei hatte in der Telemark und im Osloer Hauptstadtgebiet ihre Hochburgen und wurde vor allem von Norwegern mit "nationaler Gesinnung" gewählt.
Die Staats- und Parteiführung der UdSSR ordnet die Reduzierung der Zahl der Gefangenen in den Haftanstalten und ihre Überführung in die Straflager des Landes an. Sie schränkt außerdem die Möglichkeit willkürlicher Verhaftungen ein.

9.5.1933
Der Reichs-Sportkommissar, Hans von Tschammer-Osten, erklärt: "Der deutsche Sport und deutsches Turnen soll zur Ertüchtigung des deutschen Volkes dienen und ein Bollwerk gegen zersetzende Einflüsse und materialistische Weltanschauungen sein. Im Geist der nationalsozialistischen Idee werden Turn- und Sportleben keinerlei Konkurrenz- oder Rekord-Angelegenheit mehr sein, sondern in der Idee der Volksgemeinschaft und der Gemeinschaftserziehung aufgehen."
Der KPD-Funktionär Hans Beimler entkommt aus dem KZ Dachau, wobei er einen SS-Mann tötet, um die Uniform zu tragen.
Der Reichsverband Deutscher Zeitschriften-Verleger stellt sich in Berlin durch die Wahl eines neuen Vorstandes in den Dienst des propagandistischen Apparates der NSDAP.
Die polnische Nationalversammlung hat den Staatspräsidenten Ignacy Moscicki, ein enger Freund des Marschalls Pilsudski, wieder gewählt.

10.5.1933
Adolf Hitler erklärt sich zum Schirmherrn der Arbeiterschaft und des Bauerntums. Er gibt die Gründung der Deutschen Arbeitsfront (DAF) bekannt. Robert Ley, Reichsorganisationsleiter der NSDAP, wird zu ihrem Führer ernannt. Die Überführung der Gewerkschaften in die DAF wird bekannt gegeben. Die DAF wird zur größten Massenorganisation des "Dritten Reiches". Den Gauleiter Albert Forster ernennt Adolf Hitler zum Führer der deutschen Angestelltenverbände. Den Leiter der NSBO, Walter Schuhmann, ernennt er zum Führer der Arbeiterverbände.
Das Vermögen der SPD sowie des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold wird auf Weisung des Berliner Generalstaatsanwalts beschlagnahmt.
Der Leiter des außenpolitischen Amtes der NSDAP, Alfred Rosenberg, der nach London gefahren war, um in Englands politischen Kreisen über die Lage in Deutschland aufzuklären, hatte eine fast zweistündige Unterredung mit dem amerikanischen Botschafter bei der Abrüstungs-Konferenz, Norman Davis. Später wurde Rosenberg im auswärtigen Amt vom englischen Außenminister Sir John Simon und anschließend vom Kriegsminister Lord Hailsham empfangen.
Vor dem Sondergericht in Hamburg-Altona beginnt das gerichtliche Nachspiel zu den blutigen Vorgängen des 17. Juli 1932, der Tag der bei der Bevölkerung als "Altonaer Blutsonntag" bekannt ist. Vierzehn Kommunisten haben sich wegen den hinterhältigen Feuerüberfällen auf einen nationalsozialistischen Demonstrationszug, bei dem 18 Personen erschossen wurden, zu verantworten.
Der geschäftsführende Vorstand des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen (DRA) löst den Verband auf. Der DRA war aus dem am 13. Dezember 1895 in Berlin gegründeten Komitee für die Beteiligung Deutschlands an den Olympischen Spielen hervorgegangen.
In Berlin und anderen Städten verbrennt die Deutsche Studentenschaft öffentlich die Bücher von "antideutschen" Autoren.

Chronik des Nationalsozialismus Mai / Juni 1933
Die NS-Volkswohlfahrt unterstützt kinderreiche Familien                                                              
Die NS-Volkswohlfahrt unterstützt kinderreiche Familien

Die NS-Volkswohlfahrt nimmt einen Kindergarten in Betrieb                     

Die NS-Volkswohlfahrt nimmt einen Kindergarten in Betrieb                     

»Feiertag der nationalen Arbeit« auf dem Tempelhofer Feld

»Feiertag der nationalen Arbeit« auf dem Tempelhofer Feld

»Feiertag der nationalen Arbeit« auf dem Tempelhofer Feld

»Feiertag der nationalen Arbeit« auf dem Tempelhofer Feld

»Feiertag der nationalen Arbeit« auf dem Tempelhofer Feld

»Feiertag der nationalen Arbeit« auf dem Tempelhofer Feld

»Feiertag der nationalen Arbeit« auf dem Tempelhofer Feld

»Feiertag der nationalen Arbeit« auf dem Tempelhofer Feld

Die DAF

Die DAF

Die DAF

Die DAF

Die DAF

war ein Verband der Arbeitnehmer und Arbeitgeber zur beruflichen und sozialen Betreuung ohne Rücksicht auf Herkunft              

war ein Verband der Arbeitnehmer und Arbeitgeber zur beruflichen und sozialen Betreuung ohne Rücksicht auf Herkunft              

Links im Video seht ihr die Ansprache des Reichskanzlers am 1. Mai 1933 auf dem Tempelhofer Feld zum Tag der nationalen Arbeit. Oben das Foto zeigt die 1.-Mai-Kundgebung 1933 auf dem Frankfurter Römerberg. Schon Wochen vor dem 1. Mai wurden Gebäude, Straßen und Festplätze überall in Deutschland geschmückt, Festzüge vorbereitet und Lieder einstudiert. Am Feiertag selbst fanden in den meisten Orten Deutschlands Festumzüge statt. An vorderster Stelle marschierten zumeist Abordnungen der NSDAP, von der Wehrmacht, Sturmabteilung (SA), Schutzstaffel (SS) und der HJ.                

Links im Video seht ihr die Ansprache des Reichskanzlers am 1. Mai 1933 auf dem Tempelhofer Feld zum Tag der nationalen Arbeit. Oben das Foto zeigt die 1.-Mai-Kundgebung 1933 auf dem Frankfurter Römerberg. Schon Wochen vor dem 1. Mai wurden Gebäude, Straßen und Festplätze überall in Deutschland geschmückt, Festzüge vorbereitet und Lieder einstudiert. Am Feiertag selbst fanden in den meisten Orten Deutschlands Festumzüge statt. An vorderster Stelle marschierten zumeist Abordnungen der NSDAP, von der Wehrmacht, Sturmabteilung (SA), Schutzstaffel (SS) und der HJ.                

Am 10. Mai 1933 wurden auf dem Berliner Opernplatz (Bild rechts) und in einigen weiteren Städten (Hamburg links) einzelne Exemplare von Büchern und Schriften jüdischer und marxistischer Autoren symbolisch den Flammen überantwortet, die als "unmoralisch und zersetzend" bewertet wurden. Die Aktion war als "Gesamtaktion gegen den jüdischen Zersetzungsgeist" angelegt: "Der jüdische Geist, wie er sich in der Welthetze in seiner ganzen Hemmungslosigkeit offenbart, und wie er bereits im deutschen Schrifttum seinen Niederschlag gefunden hat, muss aus diesem ausgemerzt werden."                

Am 10. Mai 1933 wurden auf dem Berliner Opernplatz (Bild rechts) und in einigen weiteren Städten (Hamburg links) einzelne Exemplare von Büchern und Schriften jüdischer und marxistischer Autoren symbolisch den Flammen überantwortet, die als "unmoralisch und zersetzend" bewertet wurden. Die Aktion war als "Gesamtaktion gegen den jüdischen Zersetzungsgeist" angelegt: "Der jüdische Geist, wie er sich in der Welthetze in seiner ganzen Hemmungslosigkeit offenbart, und wie er bereits im deutschen Schrifttum seinen Niederschlag gefunden hat, muss aus diesem ausgemerzt werden."                

Am 3. Mai 1933 wurde die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt als die bis dahin einzigartige Organisation der freiwilligen Wohlfahrtspflege für das deutschen Volk gegründet und hatte dafür zu sorgen, dass nach dem Willen von Reichskanzler Adolf Hitler kein Volksgenosse hungert und friert.                     

Am 3. Mai 1933 wurde die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt als die bis dahin einzigartige Organisation der freiwilligen Wohlfahrtspflege für das deutschen Volk gegründet und hatte dafür zu sorgen, dass nach dem Willen von Reichskanzler Adolf Hitler kein Volksgenosse hungert und friert.                     

11.5.1933
SS-Gruppenführer Max Amann (NSDAP) als Präsident der Reichspressekammer, führt nach einer Vorstandsumbildung den Verein Deutscher Zeitungs-Verleger.
Das preußische Justizministerium gibt bekannt, dass von den bisher in Preußen zugelassenen 3515 jüdischen Rechtsanwälten (neben 8299 arischen) 2158 weiter praktizieren dürfen. Gegen 923 jüdische und 118 kommunistische Rechtsanwälte sind Vertretungsverbote ergangen.
Reichsarbeitsminister Franz Seldte hat Vorschläge für ein umfassendes Arbeitsbeschaffungsprogramm mit den beteiligten Reichsressorts erörtert. Das Programm setzt sich aus volkswirtschaftlich wertvollen Arbeiten zusammen, die gleichzeitig für die Entlastung des Arbeitsmarktes besonders geeignet sind.
Der frühere Reichswirtschaftsminister Eduard Hamm tritt als geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des Deutschen Industrie- und Handelstages zurück. In das geschäftsführende Präsidium ziehen acht NSDAP-Mitglieder ein.
Die Genfer Abrüstungskonferenz beschließt, den deutschen Wehrverbänden SA, SS und Stahlhelm militärischen Charakter zuzuerkennen.
Der Vorstand des Börsenvereins des deutschen Buchhandels gibt in Absprache mit der Reichsleitung des Kampfbundes für deutsche Kultur und der Zentralstelle für das deutsche Bibliothekswesen bekannt, daß die Bücher folgender antideutscher Autoren nicht mehr verkauft werden: Lion Feuchtwanger, Ernst Glaeser, Arthur Holitscher, Alfred Kerr, Egon Erwin Kisch, Emil Ludwig, Heinrich Mann, Ernst Ottwalt, Theodor Plivier, Erich Remarque, Kurt Tucholsky, Arnold Zweig.

12.5.1933
Die Reichsregierung erlässt ein Gesetz zum Schutz des Einzelhandels vor übermäßiger Konkurrenz. Der Einzelhandel zählt zum Wählerkreis der NSDAP.
Gesetz zur Wiedereinführung der Militärgerichtsbarkeit. Die Militärgerichtsbarkeit wird auf der Grundlage der Militärstrafgerichtsordnung vom 1. Dezember 1898 allgemein wieder eingeführt. An die Stelle des Reichsmilitärgerichts tritt allgemein das Reichsgericht.
Nach dem Rücktritt von Alwin Brandes auf einer Sitzung des Ständigen Ausschusses in Bad Kissingen führt Richard Walther Darre (NSDAP) den Deutschen Landwirtschaftsrat.
Aufgrund einer von der neuen Leitung der deutschen Gewerkschaften in Berlin erwirkten Verfügung des Danziger Amtsgerichts besetzt die Polizei das Haus der freien deutschen Gewerkschaften in Danzig.
Adolf Hitler gratuliert eigens durch seinen Besuch dem 76-jährigen Benediktiner Albanus Schachleitner in Feilenbach bei Bad Aibling zum 50-jährigen Ordensjubiläum. Er nutzt so den ihm offen zugetanen Abt zur Beeinflussung der katholischen Bevölkerung.

13.5.1933
Alfred Rosenberg bricht wegen Demonstrationen gegen ihn seinen Englandbesuch zwei Tage früher ab und kehrt nach Deutschland zurück. Die "Neue Zürcher Zeitung" schreibt in ihrem Bericht: "Der erste Versuch, den Nationalsozialismus der angelsächsischen Welt in Reinkultur vorzuführen, habe als Fiasko geendet"
Auf einer Tagung des Soldatenbundes Stahlhelm in Münster fordert Vizekanzler Franz von Papen dazu auf, sich "in der Hingabe an Volk und Vaterland gegenseitig zu übertreffen".
Das Korruptionsdezernat im Preußischen Innenministerium hat nach der Beschlagnahme des SPD- und Reichsbanner-Vermögens nun auch das gesamte Gewerkschaftsvermögen beschlagnahmt.
Der jüdische Privatbankier und Freimaurer, Cäsar Wolf, nimmt sich in der Nacht vom 12. auf den 13. Mai in Hamburg mit einer Pistole das Leben.

14.5.1933
Eine Führerversammlung des Thüringischen Landvolks fordert in Meiningen die Ablösung von Alfred Hugenberg (DNVP) als Reichsminister für Landwirtschaft durch Richard Walther Darre (NSDAP).
Unter Leitung seines Vorstehers Friedrich Oldenbourg (München) beruft der Börsenverein des deutschen Buchhandels auf seiner 108. Hauptversammlung in Leipzig einen fünfköpfigen Aktionsausschuß zur Eingliederung des Buchhandels in die neue Kulturpolitik.

15.5.1933
Botschafter Vittorio Cerutti wird von Adolf Hitler in der Reichskanzlei empfangen. Die anderthalbstündige Besprechung in Anwesenheit von Hermann Göring und Konstantin von Neurath verläuft äußerst angespannt. Hitler: "Europa wird nur dann befriedet sein, wenn Deutschland wieder vollständig aufgerüstet sein wird."
Adolf Hitler empfängt eine parlamentarische Delegation der Saar in Berlin.
In Anwesenheit des Reichsarbeitsministers Franz Seldte wurde die Reichsführerschule des Arbeitsdienstes in Spandau eröffnet. Sie steht unter Leitung des Majors a. D. Otto Quirin Lancelle. Zum ersten Lehrgang sind aus den vierzehn Bezirken des Arbeitsdienstes diejenigen Lehrkräfte aufgenommen worden, die die Bezirksschulen aufbauen sollen. Die Ausbildung erstreckt sich auf die Schulleitung sowie auf staatspolitische und technische Fächer.
Der Sitz des Exil-SPD - Parteivorstandes unter Otto Wels und Hans Vogel wird nach Prag verlegt.
Auf Wunsch der Wiener Regierung muss Reichsjustizkommissar Hans Frank (NSDAP) Österreich nach zwei Tagen vorzeitig verlassen.
Der Dieseltriebzug "Fliegender Hamburger" nimmt zwischen Berlin und Hamburg seinen Betrieb auf. Für die 286 km lange Strecke benötigte er 138 Minuten.

Die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft brachte mit dem Fliegenden Hamburger (Verbrennungstriebwagen 877) als erste Eisenbahngesellschaft einen echten Stromlinienzug in den regulären Betrieb. Mit ihm wurde ab 1933 zwischen Berlin und Hamburg die damals weltweit schnellste Zugverbindung hergestellt. Neu am Fliegenden Hamburger waren die Stromlinienform, die in Windkanalversuchen entwickelt wurde, die Leichtbauweise und der dieselelektrische Antrieb. Jeder der beiden Wagen hatte einen Maybach-Zwölfzylinder-Dieselmotor G05 mit daran einen Gleichstrom-Generator und elektrischen Tatzlager-Fahrmotoren. Mit einer Leistung von 2 × 420 PS wurde bei Versuchsfahrten eine Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h erreicht.                   

16.5.1933
In Saarbrücken beschließt die Mehrheit des SPD-Parteivorstandes, dass die SPD-Abgeordneten der Reichstagssitzung vom 17. Mai fernbleiben sollen.
Das "Börsenblatt für den deutschen Buchhandel" veröffentlicht eine Liste mit den Namen von 130 Autoren und einigen Anthologien, die zur Säuberung der Volksbüchereien von politisch mißliebigen Schriften zusammengestellt worden ist.
US-Präsident Franklin D. Roosevelt appelliert an die zur Weltwirtschaftskonferenz eingeladenen Staaten, baldige Absprachen über eine Beseitigung aller Angriffswaffen zu treffen und bis dahin nicht aufzurüsten.
Wehrkreispfarrer Ludwig Müller übernimmt die Leitung der Glaubensbewegung Deutsche Christen.
Der Reichstagsabgeordnete und Gauleiter Karl Kaufmann wird Reichstatthalter in Hamburg.

17.5.1933
In Berlin billigt der Deutsche Reichstag einmütig eine Regierungserklärung von Reichskanzler Adolf Hitler, die den deutschen Anspruch auf Rüstungsgleichheit erneuert und jede gewaltsame Lösung politischer Streitfragen ablehnt. Der Reichskanzler macht die Bereitschaft Deutschlands zur Abrüstung und zum Verzicht auf Angriffswaffen deutlich, sofern die sogenannten Rüstungsstaaten mitziehen. Hitler richtet ein Friedensangebot an die ganze Welt: "Indem wir in grenzenloser Liebe und Treue an unserem eigenen Volkstum hängen, respektieren wir die nationalen Rechte auch der anderen Völker und möchten aus tiefinnerstem Herzen mit ihnen in Frieden und Freundschaft leben." Und weiter: "Deutschland ist jederzeit bereit, auf Angriffswaffen zu verzichten, wenn auch die übrige Welt ein gleiches tut. Deutschland ist bereit, jedem feierlichen Nichtangriffspakt beizutreten, denn Deutschland denkt nicht an einen Angriff, sondern an seine Sicherheit."
Nach einer Aufstellung des Deutschen Städtetages sind bisher in 56 Städten die Oberbürgermeister beurlaubt und in weiteren 14 ihrer Ämter enthoben worden.
Reichskommissar Otto Wagener und Robert Ley, der Führer der Deutschen Arbeitsfront, verbieten Streiks und Aussperrungen für die Dauer von acht Wochen.
Der Berliner Magistrat beschäftigte sich in seiner Sitzung mit der Errichtung eines Denkmals der Arbeit in Berlin. Es soll ein wuchtiges Gebilde aus Stein oder Bronze werden, fast drei Stockwerk hoch auf einer Grundfläche von 625 Quadratmetern. Das Denkmal soll einen Arbeiter darstellen. Um ihn werden sich der Gelehrte, der Bauer, der Soldat, der Handwerker, der Künstler, der Gewerbetreibende, die Mutter mit dem Kind und der Greis gruppieren.
In Norwegen gründet Vidkun Quisling, als Kollaborationsorganisation für die norwegische faschistische Partei, die "Hirden", die ähnlich wie die SA aufgebaut ist.

Die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft brachte mit dem Fliegenden Hamburger (Verbrennungstriebwagen 877) als erste Eisenbahngesellschaft einen echten Stromlinienzug in den regulären Betrieb. Mit ihm wurde ab 1933 zwischen Berlin und Hamburg die damals weltweit schnellste Zugverbindung hergestellt. Neu am Fliegenden Hamburger waren die Stromlinienform, die in Windkanalversuchen entwickelt wurde, die Leichtbauweise und der dieselelektrische Antrieb. Jeder der beiden Wagen hatte einen Maybach-Zwölfzylinder-Dieselmotor G05 mit daran einen Gleichstrom-Generator und elektrischen Tatzlager-Fahrmotoren. Mit einer Leistung von 2 × 420 PS wurde bei Versuchsfahrten eine Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h erreicht.                   

18.5.1933
Gegen die Stimmen der SPD-Fraktion billigt der preußische Landtag ein Ermächtigungsgesetz. Es orientiert sich an dem Reichsgesetz vom 23. März und ist bis zum 1. April 1937 befristet.
In Würzburg schließen sich die evangelisch-lutherischen deutschen Landeskirchen unter Führung eines Direktoriums zusammen. Die Leitung übernimmt der bayerische Landesbischof Hans Meiser.
Im Gebäude des Reichswirtschaftsrates in Berlin wird unter Führung des Danziger NSDAP-Gauleiters Albert Forster die Nationalsozialistische Angestelltengewerkschaft in der Deutschen Arbeitsfront gegründet. Sie umfaßt alle bisherigen Angestelltengewerkschaften.
Reichskanzler Adolf Hitler konferiert mit Verkehrsexperten über Fragen des Autobahnbaus.
Die zum letzten Mal am 5. März legal in Berlin erschienene "Arbeiter-Illustrierte Zeitung" von John Heartfield erscheint in Prag erstmals im Kupfertiefdruck.

19.5.1933
In einer Bestellung an die Reichspressekonferenz ordnet das Reichspropagandaministerium ein vorläufiges Berichterstattungsverbot über die vom 8. bis 30. Juni in Genf stattfindende Internationale Arbeitskonferenz an. Die von nun an regelmäßig erscheinenden Anweisungen des Propagandaministeriums werden ein wesentliches Mittel der Gleichschaltung der deutschen Presse.
Auf der Sitzung des Reichskabinetts werden folgende Gesetze verabschiedet: das Gesetz für die Aussetzung von Zwangsvollstreckungen, das Gesetz über die Treuhänder der Arbeit, das Gesetz zum Schutz nationaler Symbole und das Gesetz zur Änderung von strafrechtlichen Vorschriften. Das Reichsgesetz über die Treuhänder der Arbeit übergibt Treuhändern die Regelung von Lohn- und Arbeitsbedingungen. Ferner beschloss das Reichskabinett zum Schutze des Gartenbaus, auf die Rückzahlung von Darlehen der Gartenbau-Kreditbank zu verzichten.
Der deutsche Großindustrielle, Fritz Thyssen, sucht Adolf Hitler zu einem für ihn schicksalhaften Gespräch in der Reichskanzlei auf. Thyssen erhält von Hitler grünes Licht für den Aufbau eines "Nationalsozialistischen Instituts für Ständewesen".
Der Präsident der UdSSR, Kalinin, drückt in seiner Antwort auf die Botschaft von US-Präsident Roosevelt, die Bereitwilligkeit der Sowjetregierung aus, an den Anstrengungen zur Abrüstung und zur Bekämpfung der Schwierigkeiten der Weltwirtschaft mit den anderen Regierungen mitzuarbeiten.
Der bayerische Wirtschaftsminister, Graf von Quadt, kündigte an, er werde gegen Preissteigerungen mit schärfsten polizeilichen Maßnahmen, wenn nötig auch mit Schließungen von Geschäften einschreiten.
Unter der Fracht, die das Luftschiff "Graf Zeppelin" aus Südamerika mitgebracht hat, befanden sich drei Körbe mit Früchten, die die brasilianische Regierung für den Reichspräsidenten, für den Reichskanzler und für Minister Josef Goebbels mitgeschickt hat.

20.5.1933
Auf Weisung der bayerischen Staatsregierung werden über 200 Einzelhändler wegen angeblichen Preiswuchers in das KZ Dachau eingeliefert.
Der Christlich-Soziale Volksdienst verzichtet in Berlin auf seinen Status als Partei und nennt sich eine evangelisch gebundene Gesinnungsgemeinschaft.
Nach einem Bericht der Berliner Polizei sind bis zu diesem Zeitpunkt 10.000 Zentner "marxistische Bücher und Zeitschriften" beschlagnahmt worden.
Österreichs Bundeskanzler Engelbert Dollfuß proklamiert die Gründung der Vaterländischen Front als überparteiliche Sammlungsbewegung.
Karl Fiehler, NSDAP, wird Oberbürgermeister der Stadt München und Vorsitzender des deutschen Gemeindetages.
Der neue Vorstand des deutschen PEN-Clubs weist die Vorwürfe aus dem Ausland gegen das neue Deutschland und seinen Führer zurück und distanziert sich von Alfred Kerr, Lion Feuchtwanger, Emil Ludwig, den „Gebr. Mann“ (Heinrich und Thomas) und Alfred Döblin. Die Zustimmung von englischen, italienischen, österreichischen und Schweizer Kollegen wird „mit Befriedigung“ zur Kenntnis genommen.
Die bekannte Filmschauspielerin Marlene Dietrich ist auf ihrer Heimreise von Hollywood nach Berlin, wo sie ihren Urlaub verbringen will, heute in Paris eingetroffen. Mit ihrer männlichen Kleidung, die sie seit langem bevorzugt, erregt sie Aufsehen in der französischen Hauptstadt.
Mit einem Stundendurchschnitt von 206,9 km/h gewinnt der Italiener Achille Varzi auf einem Bugatti das Avus-Rennen in Berlin.

21.5.1933
Auf der 1. Tagung aller Gaufunkwarte der NSDAP und der Ortsgruppenleiter des Reichsverbandes deutscher Rundfunkteilnehmer erklärt Joseph Goebbels die "Schaffung der deutschen Rundfunkeinheit" zur neuen Aufgabe.
Im Beisein des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg wird auf dem Gelände des Funkturms in Berlin Deutschlands große Landwirtschaftsschau eröffnet. Sie soll dazu beitragen, dass ein besseres Verständnis zwischen Stadt und Land entsteht.
Reichspropagandaminister Josef Goebbels verkündete in fünf Grundsätzen die weitere Politik. Das Programm der NSADP sei weiterhin „revolutionär“, müsse aber „verantwortungsvoll“ umgesetzt werden. Die Garantie für einen volksnahen Regierungsstil könne nur „der Führer“ bieten, dem daher das volle Vertrauen aller gebühre.
Den Höhepunkt des ersten Tages der Stahlhelmkundgebung in Lübben bildete ein Fackelzug. Nach Einbruch der Dunkelheit bewegten sich die Stahlhelm-Kolonnen, insgesamt etwa 1500 Mann, vom Schützenplatz durch die Hauptstraßen der Stadt. Der Magistrat von Lübben, das Offizierskorps der Garnison, die Landesführung des Stahlhelms und Vertreter der NSDAP wohnten auf der Ehrentribüne dem Schauspiel bei.

22.5.1933
In Kiel trifft eine Delegation der Reichsregierung mit Reichskanzler Adolf Hitler an der Spitze zu einem Besuch der Marine ein. Nach einem feierlichen Empfang fahren Minister Hermann Göring, Joseph Goebbels, Wilhelm Frick, Vizekanzler Franz von Papen, Reichswehrminister von Blomberg und Reichspressechef Dietrich zur Marinekaserne und besichtigen dann ein gross angelegtes Flottenmanöver.
Zwischen der Wehrmacht und den Verbänden der SA, SS und des Stahlhelm wird die Grußpflicht eingeführt.
Die sechs kommunalen Spitzenverbände Deutscher Städtetag, Reichsstädtebund, Landkreistag, Landgemeindeverband, Landgemeindetag West und Verband der preußischen Provinzen, haben sich zu einem einheitlichen Spitzenverband zusammengeschlossen, der künftig den Namen „Deutscher Gemeindetag“ führt.
Gerichtsreferendare nichtarischer Abstammung werden in Preußen aus dem Justizdienst entlassen.
Die polnische Presse hat die Erklärungen Hitlers vom letzten Mittwoch auffallend kühl aufgenommen. Sogar die offiziöse „Gazeta Polska“ äußert die Ansicht, daß sie nicht umhin könne, die Erklärung Hitlers mit großer Skepsis zu betrachten. Der bekannte nationaldemokratische Sejmabgeordnete Stanislaw Stronski schreibt im „Kurier Warszowski“, daß Deutschland lediglich die Absicht habe, die Aufrollung der Revisionsfrage so lange zu verschieben, bis es vollständig gerüstet sei.

23.5.1933
Der Sächsische Landtag stimmt dem Länder-Ermächtigungsgesetz zu.
In Berlin tagt erstmals der 60köpfige Arbeitskonvent der Deutschen Arbeitsfront.
Auf Anweisung des Reichskommissars für die Wirtschaft, Otto Wagener, werden alle Kampfgemeinschaften in Wirtschaft und Handel bis auf den NSDAP-offiziellen Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes aufgelöst. Der "Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes" wird von Theodor Adrian von Renteln zum "Nationalsozialistischen Deutschen Wirtschaftsbund" umgebildet und der Deutschen Arbeitsfront angegliedert.
In Genf geht der Kampf um die Abrüstung weiter. Präsident Roosevelts Botschaft und die Rede Adolf Hitlers im Reichstag haben in der Lage, die schon hoffnungslos verfahren schien, einen Ausweg gezeigt, und man hegt nun neue Hoffnung auf ein glückliches Ende.
Der Bank- und Währungsausschuß des US-Senats beginnt mit dem Verhör des New Yorker Bankiers John Pierpoint Morgan. Ihm wird vorgeworfen, 1931 und 1932 keine Einkommensteuer gezahlt und Politiker bestochen zu haben. Die Anhörung dauert bis zum 9. Juni und wird dann zunächst bis Herbst vertagt.
Auf Weisung des preußischen Kultusministers, Bernhard Rust (NSDAP), vom 17. Mai verliert der österreichische Komponist Arnold Schönberg seine Stellung als Professor für Komposition an der Berliner Musikhochschule. Schönberg emigriert kurze Zeit später in die USA.
Die bevollmächtigten Vertreter der jungreformatorischen Bewegung, Lic. D. Künneth und Pastor Niemöller, haben gestern mit dem Wehrkreispfarrer Müller als dem Beauftragten des Reichskanzlers und als dem Führer der Reichsleitung der Deutschen Christen die Verhandlungen aufgenommen. Die Beratung hat, wie der Evangelische Pressedienst mitteilt, zu der klaren Uebereinstimmung geführt, daß die wesentliche und gemeinsame Aufgabe in der missionarischen Durchdringung unseres Volkes zu sehen ist.

24.5.1933
Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht wird nach seiner Rückkehr aus den USA von Adolf Hitler zur Berichterstattung empfangen. In der Besprechung wird Joseph Goebbels von Hitler die Übernahme der aktiven Auslandspropaganda zugesprochen.
Reichsverkehrsminister Peter-Paul Freiherr Eltz von Rübenach bewilligt "zur Förderung des Baues neuer deutscher Rennwagentypen" eine Beihilfe von 500.000 RM an die Daimler-Benz AG. Diese Modalität gilt auch für die Auto Union AG.
Das Geheime Staatspolizeiamt hat in der vergangenen Woche in ganz Preußen eine Kontrolle der Postschließfächer und Postlagersendungen durchgeführt, weil Anhaltspunkte dafür vorlagen, dass sich der kommunistische Nachrichtendienst dieser Einrichtungen weitgehend bedient.
In Preußen werden keine Zuschüsse mehr an Synagogengemeinden zum Zwecke der Zahlung von Renten oder Pensionen der Rabbiner oder deren Hinterbliebenen im laufenden Haushaltsjahr geleistet.
In der ‚Kreuzzeitung' stellt der preußische Kultusminister Rust für 1934 die Einführung des 9. Schuljahres in Aussicht. Dies soll als sog. Landjahr abgeleistet werden. Rust sieht darin einen kulturpolitisch bedeutsamen Schritt.
Im Berliner Rundfunk bekennt sich der Dichter Gottfried Benn mit einem "Antwort an die literarischen Emigranten" betitelten Vortrag abermals zum "neuen Deutschland".
Der deutsche Bildhauer und Grafiker, Fritz Wagert, hat es sich zur Aufgabe gemacht, das kulturpolitische Bewusstsein der Jugend zu wecken und in Zusammenarbeit mit allen jungen deutschen Kulturschaffenden das bisher innerlich ungewisse Kulturempfinden zu ernster, klarer, deutscher Gestaltung zu bringen.
Die neu gestaltete Berliner Sezession eröffnete gestern in der Budapester Straße 10 ihre Frühjahrs-Ausstellung. Sie zeigt alles, was nach neuen Wegen sucht, was kämpferisch ist, von Christian Rohlfs bis Paul Klee.
Im Deutschen Volkstheater in Wien wird die Operette "Bezauberndes Fräulein" von Ralph Benatzky uraufgeführt.
Hans von Tschammer und Osten, Reichssportkommissar im Innenministerium, gibt die Neugliederung des deutschen Sports in 15 Fachbünde bekannt.
Im amerikanischen Staat Alabama sind neun Zehntel aller Schulen, insgesamt 2400, geschlossen worden, weil keine Mittel zur Bezahlung der Lehrer zur Verfügung stehen. 7000 Lehrer sind dadurch brotlos geworden.

25.5.1933
Mit dem Eintritt der Organisationen des Handels, Handwerks und Gewerbes in die Deutsche Arbeitsfront sind in der DAF nach offiziellen Angaben rund zwölf Millionen "Schaffende" organisiert.
Papst Pius XI. spendet den Himmelfahrtssegen erstmals vom Balkon der Lateranbasilika.
Kultusminister Rust hat verfügt, daß alle kommunistischen Vertreter aus Elternbeiräten auszuscheiden haben, sozialistische Vertreter dann, wenn eine Zusammenarbeit unmöglich erscheint.
Wie das B.D.Z.-Büro erfährt, steht die Untersuchung des Reichsgerichts wegen der Brandstiftung im Reichstagsgebäude kurz vor dem Abschluss. Der Untersuchungsrichter, Reichsgerichtsrat Vogt, hofft, seine Arbeiten in den ersten Junitagen abschließen zu können.
Feierliche Pflanzung einer Hitler-Eiche, bei strahlender Sonne fand in dem idyllisch gelegenen Priort bei Döberitz unter zahlreicher Beteiligung der Bevölkerung eine eindrucksvolle Feier anlässlich der Pflanzung einer Hitler-Eiche statt. […]
Im Londoner Vorort Wimbledon ist aus ungeklärten Gründen ein Expresszug entgleist. Ein aus der Gegenrichtung kommender elektrischer Zug der Londoner Vorortbahn rast kurz darauf in die Trümmer des entgleisten Zuges. Das Eisenbahnunglück forderte sechs Tote und 40 Verletzte.
In Ragusa (Dubrovnik) beginnt der XI. Internationale PEN-Kongreß (bis 28. Mai). Er ist gekennzeichnet von scharfen Auseinandersetzungen wegen der Haltung zu Hitler-Deutschland. Als Ernst Toller gegen den Willen der offiziellen deutschen Delegation Rederecht erhält, verläßt diese unter Protest die Versammlung, begleitet von einigen Österreichern.

26.5.1933
Friedrich Hildebrandt, der NSDAP-Gauleiter von Mecklenburg, wird zum Reichsstatthalter der Länder Mecklenburg-Schwerin, Mecklenburg-Strelitz und Lübeck ernannt. Die Vereidigung der ersten Reichsstatthalter erfolgt.
Bei der Sitzung des Reichskabinetts wird das Gesetz zur Einziehung kommunistischen Vermögens verabschiedet. Bei diesen Enteignungsgesetz ist man von Paragraph 40 des Strafgesetzbuches ausgegangen, wonach Gegenstände eingezogen werden können, die aus Verbrechen oder Vergehen hervorgebracht worden sind. Das Gesetz erlaubt den oberen Landesbehörden, das Eigentum der KPD zugunsten des Landes zu beschlagnahmen.
Bundeskanzler Engelbert Dollfuß lässt die Kommunistische Partei Österreichs wegen "staatsgefährlicher Ziele" auflösen.
Der amerikanische Vertreter aus der Abrüstungskonferenz in Genf, Norman Davis, erklärte im Namen von Präsident Roosevelt, dass Amerika im Kriegsfall keinen Einspruch gegen Maßnahmen der anderen Staaten gegenüber dem Angreifer erheben werde. Das erweckt die Hoffnung auf einen großen Fortschritt der Konferenz und für eine Einigung in der Debatte.

27.5.1933
In einer Rundfunkrede von München aus zu den Volkstagswahlen im Freistaat Danzig erklärt Adolf Hitler: "Der Nationalsozialismus kennt keine Politik der Grenzkorrekturen auf Kosten fremder Völker (...) Wir werden niemals fremde Menschen zu unterwerfen versuchen"
Pastor Friedrich von Bodelschwingh, Leiter der Anstalt Bethel, erklärt sich bereit, das Amt eines evangelischen Reichsbischofs zu übernehmen.
Das Schwurgericht des Landgerichts Lübeck verurteilt den SPD-Reichstagsabgeordneten Julius Leber wegen geistiger Verantwortung für den Tod eines SA-Manns zu 20 Monaten Gefängnis.
Bei der Abrüstungskonferenz in Genf erklärte der deutsche Botschafter Nadolny, dass Deutschland so weit geht wie es ihm irgend möglich ist, um einen Erfolg der Konferenz zu sichern. Bei der Debatte über die Abschaffung der Militär- und Marineluftfahrt sagt Nadolny, dass Deutschland bei der Frage der Internationalisierung der zivilen Luftfahrt das Abkommen nicht scheitern lassen werde, wenn es wirklich um die vollständige Abschaffung der militärischen Luftfahrt und des Bombenabwurfs aus Luftfahrzeugen geht.
Aus Protest gegen die Ausweisung des bayerischen Justizminister Hans Frank aus Österreich verhängt die Reichsregierung eine Wirtschaftssanktion. Deutsche Staatsbürger werden zur Zahlung einer Gebühr von 1000 Reichsmark gezwungen, wenn sie nach Österreich reisen wollen. Die Tausendmarksperre verursacht binnen kurzer Zeit einen dramatischen Rückgang der Zahl der Übernachtungen.
Mit einer Rede über "Die Selbstbehauptung der deutschen Universität" tritt der Philosoph Martin Heidegger das Rektorat der Universität Freiburg an.
In Dubrovnik (Jugoslawien) endet der am 25. Mai eröffnete Jahreskongress des Internationalen PEN-Clubs. Aus Protest gegen die Anwesenheit des emigrierten Schriftstellers Ernst Toller reist die deutsche Delegation vorzeitig ab.
In Chicago beginnt unter dem Motto "Jahrhundert des Fortschritts" die Weltausstellung. Sie schließt am 12. November.

In Chicago wird durch den Bürgermeister Edward J. Kelly die Weltausstellung "Century of Progress", die zum 100-jährigen Stadtjubiläum stattfand, eröffnet. Das Ausstellungsmotto lautete "Science Finds, Industry Applies, Man Conforms". An der Weltausstellung nahmen 21 Länder teil. Sieben Nationen hatten eigene Pavillons, drei Pavillons waren von Staaten oder Regionen, in acht Pavillons wurden thematische Schwerpunkte präsentiert und in elf stellen sich Firmen dar. Die Weltausstellung wurde insgesamt von 38.872.000 Menschen besucht. Das Wahrzeichen der Ausstellung, war der "Skyride". Zwei Türme von 210 Metern Höhe und in 700 Metern Entfernung zueinander errichtet und mit Drahtseilen verbunden. Sogenannte "Rocket Cars" ("Raketenwagen") bewegen sich zwischen den beiden Türmen in 70 Metern Höhe. Sie dauert bis zum 12. November und wurde 1934 wiederholt.                 

In Chicago wird durch den Bürgermeister Edward J. Kelly die Weltausstellung "Century of Progress", die zum 100-jährigen Stadtjubiläum stattfand, eröffnet. Das Ausstellungsmotto lautete "Science Finds, Industry Applies, Man Conforms". An der Weltausstellung nahmen 21 Länder teil. Sieben Nationen hatten eigene Pavillons, drei Pavillons waren von Staaten oder Regionen, in acht Pavillons wurden thematische Schwerpunkte präsentiert und in elf stellen sich Firmen dar. Die Weltausstellung wurde insgesamt von 38.872.000 Menschen besucht. Das Wahrzeichen der Ausstellung, war der "Skyride". Zwei Türme von 210 Metern Höhe und in 700 Metern Entfernung zueinander errichtet und mit Drahtseilen verbunden. Sogenannte "Rocket Cars" ("Raketenwagen") bewegen sich zwischen den beiden Türmen in 70 Metern Höhe. Sie dauert bis zum 12. November und wurde 1934 wiederholt.                 

In Chicago wird durch den Bürgermeister Edward J. Kelly die Weltausstellung "Century of Progress", die zum 100-jährigen Stadtjubiläum stattfand, eröffnet. Das Ausstellungsmotto lautete "Science Finds, Industry Applies, Man Conforms". An der Weltausstellung nahmen 21 Länder teil. Sieben Nationen hatten eigene Pavillons, drei Pavillons waren von Staaten oder Regionen, in acht Pavillons wurden thematische Schwerpunkte präsentiert und in elf stellen sich Firmen dar. Die Weltausstellung wurde insgesamt von 38.872.000 Menschen besucht. Das Wahrzeichen der Ausstellung, war der "Skyride". Zwei Türme von 210 Metern Höhe und in 700 Metern Entfernung zueinander errichtet und mit Drahtseilen verbunden. Sogenannte "Rocket Cars" ("Raketenwagen") bewegen sich zwischen den beiden Türmen in 70 Metern Höhe. Sie dauert bis zum 12. November und wurde 1934 wiederholt.                 

28.5.1933
Bei den Wahlen zum Volkstag des Freistaates Danzig erhält die NSDAP mit 39 von 72 Sitzen die absolute Mehrheit.
Die "Oberste Nationale Sportbehörde für die deutsche Kraftfahrt" (ONS) wird gegründet. Präsident wird Adolf Hühnlein, tituliert sich als "Führer des deutschen Kraftfahrsportes".
Die Reichsleitung der NSDAP anerkennt den "Bund der Freunde des neuen Deutschland" als einzige Organisation in den USA.
Sieger des 11. Internationalen Eifelrennens des ADAC für Rennwagen der Klasse über 1,51 wird der Italiener Tazio Nuvolari auf Alfa Romeo.
Das Auto-Langstreckenrennen Targa Florio auf Sizilien gewinnt Antonio Brivio-Sforza (ltalien) auf Alfa Romeo.

29.5.1933
Adolf Hitler spricht erstmalig mit namhaften Industriellen über Wege zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, um deren Ansichten kennen zu lernen. Im Vordergrund steht der Bau von "Autobahnen".
Die „Stiftung für Opfer der Arbeit“, die durch den Aufruf des Reichskanzlers Hitler ins Leben gerufen wurde, hielt ihre konstituierende Sitzung ab. Aus dem Bericht des Geschäftsführers Oberregierungsrat Ziegler ergab sich, daß der Eingang der Spenden außerordentlich rege ist, und daß die erste Million noch in diesen Tagen erreicht sein wird. Dr. Fritz Thyssen, Mitglied des unter dem Vorsitz des Reichstagsabgeordneten Walter Schuhmann stehenden Ehrenausschusses, teilte mit, daß die Industrie des Steinkohlen- und Braunkohlenbergbaus und die eisenschaffende Industrie des Ruhrgebiets zusammen ein Kapital von 2 Millionen Mark für die Stiftung zur Verfügung gestellt haben, so daß die Mittel der Stiftung jetzt bereits den Gesamtbetrag von rund 3 Millionen erreichen.
In der Sitzung des preußischen Staatsministeriums hat der preußische Ministerpräsident Hermann Göring Pläne für eine Umgestaltung des preußischen Staatsrats vorgelegt. Die Pläne sollen vollkommen neue Wege beschreiten und für die Entwicklung Preußens von ungeheurer Tragweite sein.
Reichspropagandaminister Josef Goebbels übernimmt die Führung der Geschäfte im deutschen Fremdenverkehr. Hierfür hat er einen neuen Arbeitsausschuss zusammengestellt.
Die Deutsche Hochschule für Politik in Berlin wird in veränderter Form wiedereröffnet. Die erste Vorlesung hält der Ministerpräsident von Braunschweig, Dietrich Klagges (NSDAP), über "Grundfragen nationalsozialistischer Weltanschauung".

30.5.1933
Roland Freisler (NSDAP) wird in Preußen Staatssekretär im Justizministerium.
Adolf Hitler dankt dem Reichsjustizkommissar Staatsminister Hans Frank in einem Brief für die Bildung einer geschlossenen Front des deutschen Rechts durch Anschluss von 14 Juristenverbänden an den "Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen". In allen Ländern ist die Gleichschaltung mit der Reichsregierung abgeschlossen. Unter jeweiligen Reichsstatthaltern (NSDAP) figurieren ausschließlich nationalsozialistische und vereinzelt deutsch-nationale Mitarbeiter.
Reichsminister Dr. Josef Goebbels und seine Frau Magda sind zu einem Besuch in der italienischen Hauptstadt Rom eingetroffen. Dr. Goebbels hatte am Vormittag eine Audienz beim König und danach eine herzliche Unterredung mit dem Duce Benito Mussolini.
Wegen eines Artikels über das gespannte deutsch-österreichische Verhältnis in der Ausgabe vom 29. Mai wird das Erscheinen der "Deutschen Allgemeinen Zeitung" für drei Monate verboten.
Die Klimotow-Kohlegrube im polnischen Kohlerevier von Dombrowa soll jetzt stillgelegt werden. Viele hundert Bergleute werden dadurch arbeitslos. Auch ein vierzehntägiger Hungerstreik den sie unter Tage durchführten, konnte die Schließung nicht verhindern.
In der Nähe von Bad Pyrmont sind vorgeschichtliche Funde gemacht worden. Es handelt sich dabei um Zeichnungen auf Steinplatten, die Mammut, Höhlenbären und Wildpferde darstellen. Ihr Alter wird auf 20.000 Jahre geschätzt.

31.5.1933
In der Freien Stadt Danzig ist die Regierung, die aus Vertretern des Zentrums, der Deutschnationalen und den Block der Mitte bestand, zurückgetreten, um den Weg für eine Neubildung der Regierung freizumachen.
Das preußische Justizministerium verfügt, dass Jüdische Richter in Zukunft nicht mehr mit Strafsachen und Verwaltungssachen beschäftigt werden sollen. Zugelassene nichtarische Rechtsanwälte dürfen in Preußen in Zukunft nicht im Armenrecht oder als Pflichtverteidiger beigeordnet werden.
Der Verband der Deutschen Krankenversicherungsunternehmen gibt bekannt, dass nichtarische Ärzte aus der Behandlung von Mitgliedern der privaten Krankenversicherungen ausgeschlossen werden. Im Juni werden getrennte Listen arischer und nichtarischer Ärzte vorbereitet.
In der Nähe von Bernburg sind bei einem Erdrutsch circa 100.000 m³ Kalk in die Saale gerutscht. Der Fluss suchte sich einen anderen Weg, und überschwemmte viele 1000 Morgen Ackerland. Der Schaden, den dieses Unglück verursachte, ist noch unüberschaubar, da auch die Binnenschifffahrt lahm gelegt wurde.
Der Deckungsbestand der Deutschen Reichsbank beträgt 449,3 Mio. Reichsmark. Die Deckungsrate der Reichsbanknoten durch Gold und Devisen liegt bei 7,9%. Am 30. Mai 1931 waren es 54,6%.

JUNI 1933

1.6.1933
Die "Adolf-Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft" wird auf Vorschlag von Gustav Krupp von Bohlen und Halbach eingerichtet. Sie war dazu bestimmt, den "nationalen Wiederaufbau" zu unterstützen. Alle Betriebe spenden jährlich fünf Promille der Lohn- und Gehaltssumme des Vorjahrs zugunsten Adolf Hitlers und der NSDAP.
Die deutsche Reichsregierung erläßt ein »Gesetz zur Verminderung der Arbeitslosigkeit«. Es ist wohl das umfassendste und kühnste Werk, das überhaupt gegen dieses Grundübel unternommen worden ist. Es beschränkt sich nicht auf eine einzelne Maßnahme, sondern sucht das Uebel von den verschiedensten Seiten her anzupacken.
Nachdem der Viererpackt schon fast fertig gestellt war und die deutsche Reichsregierung bereits ihre Zustimmung zur vorliegenden Fassung gegeben hat, macht Frankreich neue Schwierigkeiten. Infolgedessen musste die Paraphierung des Vertrages bis nach Pfingsten (4. Juni) verschoben werden.
Die Abrüstungskonferenz in Genf vertagt sich nach der ersten Lesung des englischen Konventionsentwurfs um mehrere Wochen. Die Vertagung soll bis zum 27. Juni dauern, sofern der Präsident die Vertagung nicht verlängert.
Die Staatsanwaltschaft des Landgerichts München II erhebt gegen den Leiter des KZ Dachau, SS-Hauptsturmführer Hilmar Wäckerle, und zwei Untergebene Anklage wegen der Begünstigung des Mordes an einem Schutzhäftling. Der Münchner Polizeipräsident Heinrich Himmler ersetzt Wäckerle durch SS-Standartenführer Theodor Eicke.
Für den Eintritt in die NSDAP wird eine Mitgliedssperre erlassen. Die Partei zählt bis dato 2.493.890 Mitglieder.
Der fränkische Gauleiter, Julius Streicher, gründet die "Fränkische Tageszeitung" das offizielle Organ der NSDAP Frankens.
Der Dirigent Otto Klemperer verliert aufgrund seiner jüdischen Herkunft die Leitung der Staatskapelle Berlin. Klemperer emigriert daraufhin in die USA und wird Leiter des Los Angeles Philharmonic Orchestra. Am 9. Juni wird Wilhelm Furtwängler auf fünf Jahre als Erster Staatskapellmeister an die Staatsoper verpflichtet.

2.6.1933
Das Reichsministerium des Innern beruft einen Rat für Rassenpolitik. Das Ziel sind Maßnahmen zur Hebung der Geburtenzahl und gegen die "Rassenmischung und Entartung der deutschen Familie".
Durch Verfügung Adolf Hitlers und der NSDAP-Parteileitung erhalten die Amtsleiter der Partei die Bezeichnung Reichsleiter und bilden die 16köpfige Reichsleitung der NSDAP: an erster Stelle Rudolf Heß, dann der SA-Stabschef Ernst Röhm, der HJ-Führer Baldur von Schirach, der Reichsorganisationsleiter Robert Ley, der Reichsschatzmeister Franz Xaver Schwarz, Reichspropagandaleiter Joseph Goebbels, Philipp Bouhler, mit dem Ehrenrang eines SS-Obergruppenführers, Parteirichter Walter Buch und Wilhelm Grimm, Schriftführer Karl Fiehler, Richard Walther Darre, Leiter des "Agrarpolitischen Apparates", Hans Frank, Reichsjustizkommissar, Alfred Rosenberg, Leiter des außenpolitischen Amtes, Max Amann, Verlagsleiter, und Otto Dietrich, Reichspressechef.
Jüdischen Zahnärzten und Zahntechnikern wird die Tätigkeit für Krankenkassen untersagt.
Nach einer vierwöchigen Verhandlung, hat das Sondergericht in Altona das Urteil in dem Prozeß gefällt, der sich mit den Vorfällen am 17. Juli vorigen Jahres beschäftigt hat (Altonaer Blutsonntag). Nach kommunistischen Ueberfällen auf einen nationalsozialistischen Demonstrationszug kam es zu 18 Opfern. Das Gericht verurteilt vier der Angeklagten (Luetgens, Tesch, Möller und Wolff), wegen Mordes zum Tode.

3.6.1933
In Passau beginnt die bis zum 5. Juni dauernde Tagung des Vereins für das Deutschtum im Ausland, die wegen des Konflikts mit Österreich nicht - wie geplant - in Klagenfurt stattfinden kann. Der VDA wurde auf seiner Pfingsttagung in den Volksbund für das Deutschtum im Ausland umorganisiert und der autoritären Führung Dr. Hans Steinachers unterstellt.
Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhältnisse. Es sah eine Entschuldung der gesamten deutschen Landwirtschaft vor. Die Betriebe sollen so in die Lage versetzt werden, den ab 1934 ausgerufenen "Erzeugerschlachten" gewachsen zu sein.
In Bonn findet die Hochzeit des ältesten Sohnes des Kronprinzen, des Prinzen Wilhelm von Preußen, mit Fräulein Dorothea von Salviati statt. Prinz Wilhelm erschien in der Stahlhelm-Uniform. Die Eltern des Bräutigams haben an der Trauung nicht teilgenommen. Aus dem Hause Hohenzollern wird mitgeteilt, dass der Prinz für den Fall einer Ehe, die dem Hausgesetz widerspricht, auf alle Rechte seiner Erstgeburt verzichtet.

4.6.1933
Der Reichskanzler Adolf Hitler verbringt die Pfingstfeiertage auf den Obersalzberg. Dr. Josef Goebbels weilte bei ihm zu Besuch und hatte ausgiebig Gelegenheit, Hitler von seiner Romreise zu berichten.
Die Berliner Hitlerjugend unternimmt am zweiten Pfingstfeiertag einen Ausflug nach Luckenwalde. Auf dem Marktplatze der Stadt fand eine Weihestunde statt, und ein eindrucksvoller Fackelzug beendet die Pfingstfahrt der Berliner Jugend.
Ein schweres Eisenbahnunglück hat sich am Pfingstsonntag in der Nähe der französischen Stadt Nantes ereignet. Ein mit Pfingstausflüglern vollbesetzter Zug entgleist mit allen Waggons. Das Unglück fordert 25 Tote und 125 Verletzte. Der Zugführer hatte ein Haltesignal übersehen und trägt die Schuld an diesem Unfall.
Eine deutsch-nationale Versammlung mit dem Titel „Die Monarchie, die Rettung Deutschlands“ wird verboten.
Das mit 30.000 Reichsmark und einem Ehrenpreis dotierte Deutsche Traber-Derby über 3200 m in Berlin-Ruhleben gewinnt Hans Frömming mit dem in Gelsenkirchen beheimateten Hengst "Xifra".

5.6.1933
Im Vatikan unterzeichnet Bundeskanzler Engelbert Dollfuß ein Konkordat zwischen Österreich und dem Heiligen Stuhl.
In der Stadthalle in Magdeburg begann die große deutsche Lehrertagung, auf der sich die Neubildung und Vereinheitlichung der deutschen Erzieherschaft verwirklichen soll. In einer Vertretersammlung beschloss der Preußische Lehrerverein den korporativen Beitritt zum Nationalsozialistischen Lehrerbund.
Der italienische Dirigent Arturo Toscanini sagt in einem Telegramm an Winifred Wagner seine Mitwirkung an den Bayreuther Festspielen ab. Er begründet seine Entscheidung mit der Verfolgung jüdischer Künstler, indem er von den sein “Gefühl als Künstler und Mensch verletzenden Geschehnissen” spricht.
Der amerikanische Staat Illinois hat mit großer Mehrheit in der Volksabstimmung dass von der Regierung Roosevelt vorgeschlagene Gesetz über die Abschaffung der Prohibition angenommen. Illinois ist bereits der achte Staat, der sich gegen die Prohibition ausspricht.

6.6.1933
Der afghanische Gesandte in Berlin, Muhammad Aziz Khan, wird auf offener Straße von einem Landsmann, dem Studenten Sayed Kamd, erschossen. Die Tat ist politisch motiviert.
In Genf endet die am 22. Mai eröffnete 73. Tagung des Völkerbundrates. Der Rat nimmt Kenntnis von der Lösung des Streits um die kolumbianische Stadt Leticia, die am 23. Juni von Peru geräumt wird.
Die Reichsbahn führt Verhandlungen mit sämtlichen deutschen Lokomotivfabriken zur Vergabe von Aufträgen im Gesamtwert von 26 Mill RM.
Im Pleyel-Saal in Paris endet ein am 4. Juni eröffneter Antifaschistischer Arbeiterkongreß. Die über 3000 Delegierten, meist Angehörige kommunistischer Organisationen, billigen die Herausgabe der Wochenzeitung "Antifaschistische Front".
Der frühere griechische Ministerpräsident Eleftherios Weniselos entgeht in der Nähe von Athen einem Mordanschlag.
Die Deutsche Reichsbank erklärt angesichts der starken Verluste von Gold und Devisen ab dem 1. Juli 1933 ein Transfermoratorium.

7.6.1933
Nach mehrmonatigen Verhandlungen paraphieren in Rom Deutschland, England, Frankreich und Italien den Viererpackt (Vertrag der Verständigung und Zusammenarbeit). Dieser sucht eine Politik wirksamer Zusammenarbeit zwischen allen Mächten zur Erhaltung des Friedens zur Anwendung zu bringen. Die Unterzeichnung in Rom folgte am 15. Juli.
Reichskanzler Adolf Hitler erwirbt das von ihm bereits 1928 angemietete "Haus Wachenfeld" auf dem Obersalzberg. Er lässt es bis 1936 in zwei Bauabschnitten zu einer repräsentativen Residenz, dem Berghof, umbauen.
Bei einem Staatsakt in Kassel wird Prinz Philipp von Hessen vom preußischen Ministerpräsidenten, Hermann Göring, in sein Amt als Oberpräsident von Hessen Nassau eingeführt.
Nach Überquerung des Südatlantik und einem Zwischenstopp auf dem Dampfer »Westfalen« wassert die Dornier Wal D 2069 »Monsun« vor Natal (Brasilien).
Im Theatre des Champs-Elysees in Paris wird das Ballett mit Gesang "Die sieben Todsünden der Kleinbürger" von Kurt Weill und dem Text von Bertolt Brecht uraufgeführt. In den Hauptrollen sind Lotte Lenya und Tilly Losch zu sehen. Die Choreographie ist von Georges Balanchine, die Ausstattung von Caspar Neher.
Auf der 31. Session des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Wien (7. bis 9. 6.) garantieren die deutschen IOC-Mitglieder die Teilnahme von Juden an den Sommerspielen 1936 in Berlin. Das IOC akzeptiert Garmisch-Partenkirchen als Austragungsort der Winterspiele 1936.

8.6.1933
Die SPD-Fraktion des preußischen Landtags erklärt, dass sie nur eine Parteiführung - die in Berlin - anerkenne und äußert die Hoffnung auf eine baldige ungestörte Parteiarbeit. Hintergrund ist der Streit zwischen der Prager Auslandsleitung der Partei und dem Berliner Vorstand.
Auf der Genfer Internationalen Arbeitszeitkonferenz kam es wiederholt zu heftigen Zusammenstößen zwischen den sozialistischen Arbeiterdelegationen und dem Führer der deutschen Arbeiterdelegationen, Dr. Ley, den jene nicht als Vertreter der deutschen Arbeiterschaft anerkennen wollten.
Adolf Hitler hält eine Ansprache beim Empfang von britischen Luftwaffenoffizieren in Berlin und erklärt: "Als deutscher Soldat habe er persönlich während des Krieges in Flandern Gelegenheit gehabt die Leistung der englischen Flieger zu bewundern und zu respektieren."
Im Anschluß an die Fuldaer Bischofskonferenz (31. 5.-1. 6.) veröffentlichen die katholischen Oberhirten der deutschen Diözesen einen gemeinsamen Hirtenbrief, in dem sie den Wert der katholischen Jugendarbeit unterstreichen und vor dem Mißbrauch staatlicher Autorität warnen.
In Magdeburg endet eine am 6. Juni eröffnete Tagung sämtlicher deutscher Lehrer- und Erzieherverbände, die den Anschluß an den Nationalsozialistischen Lehrerbund beschließt. Ihm gehören nun rund 380 000 Mitglieder an.
Die tschechoslowakische Abgeordnetenkammer billigt in Prag ein bis zum 15. November 1933 befristetes Gesetz, das der Regierung und dem Staatspräsidenten das Gesetzgebungsrecht einräumt. Hintergrund sind die Wirtschaftskrise und die Autonomie-Bestrebungen der Sudetendeutschen.
Im New Yorker Yankee-Stadion verliert der deutsche Ex-Weltmeister Max Schmeling gegen den US-Amerikaner Max Baer in einem Ausscheidungskampf um die Schwergewichts-Weltmeisterschaft durch technischen K. o. in der 10. Runde.

9.6.1933
Die Reichsregierung beschließt, dass die Reichsbank ab 1. Juli ausländische Zahlungsmittel für Zinsen an das Ausland nicht mehr zur Verfügung stellen wird. Es unterbleiben alle Überweisungen von Zinsen- und Tilgungsraten auf sämtliche ausländischen Kredite, die vor der Julikrise 1931 entstanden sind. Ausgenommen hiervon sind die durch die früheren Stillhalte-Abkommen geregelten kurzfristigen Kredite.
Um die Öffentlichkeit mit den Zielen und Aufgaben der Reichsführerschule des Arbeitsdienstes in Berlin Spandau vertraut zu machen, hatte die Reichsleitung des Arbeitsdienstes einen größeren Kreis von Pressevertretern geladen, denen ein interessanter Einblick in das Tageswerk dieses Instituts gegeben wurde.
Nach dem Heeres-Verordnungsblatt ist der Reichswehr das Grußverhältnis zu den nationalen Verbänden, vor allem zu SA und SS aufgetragen worden. Im gleichen Heeres-Verordnungsblatt ist den Reichswehrangehörigen empfohlen worden, beim Singen des Deutschland- und Horst-Wessel-Liedes in gedeckten Räumen oder bei sonstigen Gelegenheiten, den rechten Arm zum Hitler-Gruß zu erheben.
Bei einer Schwurgerichtsverhandlung des Berliner Landgerichts II werden erstmals in Deutschland Teile des Prozesses zur Ausstrahlung im Rundfunk auf Wachsplatten aufgenommen. Verhandelt wird gegen vier Mitglieder des Roten Frontkämpferbundes wegen Mordes an einem SA-Mann. (Weisung des Reichspropagandaministeriums)
Auf Veranlassung von Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Joseph Goebbels, wird der Reichsverband Deutscher Schriftsteller gegründet.
Gegen die Stimmen der SPD-Fraktion billigt der badische Landtag in Karlsruhe ein Ermächtigungsgesetz nach dem Vorbild des Reiches und folgt damit dem Beispiel Württembergs vom Vortag.

10.6.1933
In Berlin nehmen 73 von 120 Abgeordneten an der letzten Sitzung der SPD-Reichstagsfraktion teil. Entgegen den Beschluss der ins Ausland geflohenen SPD-Führer (Breitscheid, Wels u.a.), den Sitz des Parteivorstandes nach Prag zu verlegen, beschlossen die in Deutschland verbliebenen Parteiführer, dass der Sitz des Parteivorstandes Deutschland ist.
Der Magdeburger Oberbürgermeister Ernst Reuter (SPD) wird wegen seiner Tätigkeit als Sowjet-Kommissar im Wolga-Gebiet erneut in Schutzhaft genommen. Die erste Verhaftung hatte im März stattgefunden. Am selben Tag werden mit Peter Graßmann, Theodor Leipart und Oswald Schumann die letzten noch inhaftierten Führer des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes entlassen.
Die Reichsregierung verhängt eine Sperre über die Buttereinfuhr aus Lettland, weil die lettische Regierung entgegen vorheriger Zusagen öffentliche Aufforderungen der Sozialdemokratie und jüdischer Organisationen zum Boykott deutscher Erzeugnisse zugelassen hatte.
Der US-amerikanische Historiker William Edward Dodd wird zum amerikanischen Botschafter in Berlin ernannt.
Die Zollkommissionen des Schweizer Parlaments fordern wirtschaftliche und finanzpolitische Maßnahmen, insbesondere Beschränkungen des Zahlungsverkehrs nach Ländern, die wie Deutschland den freien Zahlungsverkehr beschränken.

11.6.1933
Unter das Motto des Opferdankes ist in diesem Jahre der Deutsche Rotkreuztag gestellt. Alle, die in den langen und schweren Jahren der Kriegs- und Nachkriegszeit Hilfe, Rat und Beistand erfahren haben, sollen dem Roten Kreuz ihren Dank dafür bezeugen. Dieser Dank, zum Ausdruck gebracht in einer Spende für die Sammlung am Rotkreuztage, wird zu neuer Hilfe für Millionen andere in unserem Volke werden. Reichsinnenminister Frick erinnerte dann in seiner Rede an die Leistung des Roten Kreuzes während des Weltkrieges. Damals hätten sich 100.000 Männer und 92.000 Frauen eingesetzt und ihr Liebeswerk auch in den vordersten Frontreihen erfüllt.
Als erster Reichsstatthalter fertigt Fritz Sauckel (Thüringen) für Adolf Hitler einen "Monatsbericht" an. Er schildert darin die nationalsozialistische Machtergreifung in Thüringen.
Der erste Katholische Deutsche Gesellentag in München, zu dem etwa 28.000 Teilnehmer erschienen waren, ist nach einer großen Kundgebung, auf der Vizekanzler von Papen am Sonnabend gesprochen hatte, vorzeitig geschlossen worden. Die noch vorgesehenen Veranstaltungen, darunter die Pontifikalmesse, wurden abgesagt. […]
Im Endspiel um die Deutsche Fußball-Meisterschaft schlägt Fortuna Düsseldorf vor 53 000 Zuschauern in Köln den FC Schalke 04 mit 3:0 (1:0).
In Berlin unterliegt das deutsche Tennisteam im Davis-Cup gegen Japan 1:4. Den einzigen Punkt holt Gottfried von Cramm gegen Ryosuki Nunoi.
Beim Großen Automobilpreis von Frankreich in Monthlery über 500 km siegt der Italiener Giuseppe Campari auf Alfa Romeo.

12.6.1933
Das Reichsgesetz gegen Verrat an der deutschen Volkswirtschaft führt eine Anzeigepflicht für vermögenssteuerpflichtige Werte ein, die einen Betrag von 1000 Reichsmark (bei Lagerung im Ausland) oder 200 RM (im Inland) übersteigen.
In Wien wird eine Bombe in den Laden eines jüdischen Juweliers geworfen, durch die der Juwelier und ein vorübergehender Malergeselle getötet werden. In dem Kaffeehaus "Produktenbörse" wurde eine Bombe mit Zeitzünder gefunden. Im Zentrum von Wien explodierten in einigen Hauseingängen Knallkörper und Tränengasbomben flogen in mehrere Geschäfte. Die Gauleitung Wien der NSDAP veröffentlichte einen Aufruf, in dem sie schärfsten Einspruch gegen den Versuch erhob, die NSDAP mit diesen Anschlägen in Verbindung zu bringen.
Auf der Abrüstungskonferenz in Genf wird mit großer Mehrheit dem Vorschlag Frankreichs angenommen, wonach die Arbeitsdienstpflicht verboten sein soll.
Adolf Hitler enthebt Otto Wagener seiner Staats- und Parteiämter auf Druck der Industrie und Hermann Görings.
Franz Hofer, Gauleiter von Tirol, wird zu einer zweijährigen Gefängnisstrafe wegen politischer Betätigung für die NSDAP verurteilt. Am 30. August brachen vier bewaffnete SA-Männer gewaltsam in Hofers Gefängniszelle ein und befreiten ihn.

In London wird die Weltwirtschaftskonferenz eröffnet. Wichtigste Themen waren die Währungsstabilisierung zur Beendigung des Währungskrieges und das Schuldenproblem. Sie endet ohne Einigung auf ein Konjunkturprogramm am 27. Juli, nachdem die USA eine Stützung des Dollar abgelehnt hatten.               

In London wird die Weltwirtschaftskonferenz eröffnet. Wichtigste Themen waren die Währungsstabilisierung zur Beendigung des Währungskrieges und das Schuldenproblem. Sie endet ohne Einigung auf ein Konjunkturprogramm am 27. Juli, nachdem die USA eine Stützung des Dollar abgelehnt hatten.               


Das Bankett des Londoner Bürgermeisters für die Teilnehmer Weltwirtschaftskonferenz in der Gildehalle. V.li.n.re.: der britische Premierminister James Ramsay MacDonald, der Lord Mayor von London Sir Charles Collett, der belgische Außenminister Paul Hymans und rechts der amerikanische Außenminister Cordell Hull.          


Das Bankett des Londoner Bürgermeisters für die Teilnehmer Weltwirtschaftskonferenz in der Gildehalle. V.li.n.re.: der britische Premierminister James Ramsay MacDonald, der Lord Mayor von London Sir Charles Collett, der belgische Außenminister Paul Hymans und rechts der amerikanische Außenminister Cordell Hull.          


Der König von Großbritannien, King George der V. eröffnet die Weltwirtschaftskonferenz im Geologischen Museum in London. Die Vertreter von 66 Nationen aus allen Teilen der Welt, die die meisten politischen Überzeugungen und die unterschiedlichsten Religionen haben, hören seinem Aufruf für die Weltkooperation gemeinsam zu.          


Der König von Großbritannien, King George der V. eröffnet die Weltwirtschaftskonferenz im Geologischen Museum in London. Die Vertreter von 66 Nationen aus allen Teilen der Welt, die die meisten politischen Überzeugungen und die unterschiedlichsten Religionen haben, hören seinem Aufruf für die Weltkooperation gemeinsam zu.          

13.6.1933
Der deutsche Außenminister Freiherr von Neurath spricht auf der Weltwirtschaftskonferenz in London: "Schon jetzt möchte ich für die späteren Verhandlungen erneut betonen, dass internationale Schulden letzten Endes nur durch Waren- und Dienstleistungen abgetragen werden können. Nach unserer Auffassung können die wirtschaftlichen und handelspolitischen Probleme erst dann gelöst werden, wenn man sich über die fundamentalen Grundsätze der Kredit- und Finanzfragen befriedigend verständigt hat.
Das neue Präsidium des Deutschen Städtetages hat gegen den früheren Präsidenten des Deutschen Städtetages, Dr. Oskar Mulert, Strafanzeige erstattet. Mulert wird der Untreue und des Betruges beschuldigt, was derzeit von der Staatsanwaltschaft geprüft wird.
Nach dem Abbruch des durch SA-Krawalle gestörten Gesellentages in München gilt in Bayern ein unbefristetes Demonstrationsverbot.
Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Fabrikanten Günter Quant, den Vorsitzenden des Aufsichtsrats ist der deutschen Akkumulatorenfabrik Berlin-Hagen, Anklage wegen fortgeschrittener Untreue zum Nachteil seiner Gesellschaft erhoben. Es wurde ein Haftbefehl erlassen, der allerdings durch eine Zahlung von 4.000.000 RM Kaution ausgesetzt wurde.
Der Philosoph Eduard Spranger, der am 25. April wegen der Entfernung mißliebiger Hochschullehrer seinen Rücktritt von der Professur für Philosophie und Pädagogik an der Berliner Universität eingereicht hatte, zieht sein Gesuch zurück.

14.6.1933
Im preußischen Staatsrats findet die Führertagung der NSDAP mit einer Sitzung der Reichsleiter, der Gauleiter und der obersten Leitung der politischen Organisationen statt. Die Tagung befasst sich mit den bedeutsamsten Fragen der politischen Lage und mit Problemen die der Aufbau des neuen Staates mit sich bringt. Adolf Hitler erklärt, dass die "Vom unerhörtem Idealismus getragene Arbeit unserer Bewegung Jahrhunderte überdauern werde und durch nichts mehr beseitigt werden könne",
Die österreichische Regierung hat mit der Behauptung, die Urheber der Attentate und Sprengstoff-Anschläge der letzten Tage seien in nationalsozialistischen Kreisen zu suchen, schärfste Maßnahmen gegen die Nationalsozialistische Partei in Österreich ergriffen. Im ganzen Land sind die Braunen Häuser und SA-Heime geschlossen worden, das Aktenmaterial wurde beschlagnahmt und alle maßgebenden Führer verhaftet. Unter den Verhafteten sind auch der nationalsozialistische Landes-Inspekteur für Österreich, der deutsche Reichstagsabgeordnete Theo Habicht, der Presse-Attaché bei der reichsdeutschen Gesandtschaft in Wien ist.
Mit großer Mehrheit wurde die Magistrats-Vorlage über die Schulgeldermäßigung für jüdische Schüler angenommen. Die neue Bestimmung wird erst zum 1. Oktober in Kraft treten. Nach dieser Regelung wird die vorgesehene Schulgeldermäßigung für Schüler, die von jüdischen Eltern oder Großeltern abstammen, nicht gewährt, solange ihre Anzahl über den Beteiligungssatz der Juden an der Gesamtbevölkerung des Deutschen Reiches hinausgeht.
Reichsarbeitsminister Seldte gibt den Bau von 4800 km Autostraßen bekannt. Trotz starker Steigerung der Kraftfahrzeugindustrie ist ihre Kapazität bisher erst zu 42,3% ausgenutzt.
Im Berliner Ufa-Palast hat der Film "SA-Mann Brandt" von Franz Seitz mit Heinz Klingenberg, Otto Wernicke und Elise Aulinger in den Hauptrollen Premiere.
Großbritannien zahlt an die USA zehn Mio. US-Dollar (rund 40 Mio. Reichsmark) anstelle der fälligen 75,9 Mio. US-Dollar durch Überweisung von Silber und erkennt damit die Fortdauer der Kriegsschulden an. Frankreich lehnt wie Polen und Belgien eine Zahlung ab.
In Cherbourg läuft der Passagierdampfer "Bremen" des Norddeutschen Lloyd ein, der auf der Überfahrt von New York seinen eigenen Geschwindigkeitsrekord um zwei Stunden auf vier Tage, 17 Stunden und 43 Minuten verbessert hat.

15.6.1933
Reichskanzler Adolf Hitler ernennt aufgrund des Reichsgesetzes vom 19. Mai die ersten zwölf Treuhänder der Arbeit, die an Stelle der Tarifparteien die Lohn- und Arbeitsbedingungen festlegen sollen. Es sind frühere Angehörige der Arbeitsverwaltung und ehemalige Angestellte der Großindustrie oder NSDAP-Funktionäre.
Im deutschen Reich beginnt um Mitternacht eine große Volkszählung, die zweite nach dem Kriege, die wie keine andere Statistik ein umfassendes Bild des täglichen Lebens geben soll.
Zwischen Deutschland und Belgien ist für die nächsten vier Monate ein Abkommen getroffen worden, dass Personen die in Deutschland wohnen und Erholungsreisen nach Belgien machen, pro Person außer den bereits genehmigten 200 Reichsmark zusätzlich 500 Reichsmark in Reichskreditbriefen mit sich nehmen dürfen.
In Berlin fand die Fronleichnamprozession unter größter Beteiligung der katholischen Einwohnerschaft Berlins statt. Vor der Universität war einer der vier Altäre errichtet, wo unter anderen auch Vizekanzler von Papen der Verkehrsbeauftragte Elts von Rübenach zum Gebet niederknieten.
Dr. Gerhard Wagner, der Kommissar der ärztlichen Spitzenverbände, ist zum ersten Vorsitzenden des Verbandes der Ärzte Deutschlands (Hartmannbund) berufen worden.
In Wien endet ein am 26. Mai begonnener Pianistenwettbewerb, an dem 252 Künstler teilnehmen, mit dem Sieg des erst 17jährigen Karlrobert Kreiten aus Bonn. Den zweiten Platz erkennt die von dem Dirigenten Clemens Krauss geleitete Jury dem Rumänen Dinu Lipatti zu.

16.6.1933
Nördlich von Haifa wird Chaim Arlosoroff, ein Mitglied des Jewish Agency Executive Committee und einer der am meisten respektierten Zionisten, durch Angehörige der radikalen jüdischen "Revisionisten" ermordet. Arlosoroff hatte sich für Verhandlungen mit Deutschland zwecks Auswanderung deutscher Juden nach Palästina eingesetzt.
In Bernau weiht Adolf Hitler die frühere Bundesschule des ADGB (Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund) als neue Führerschule der NSDAP ein.
Reichsminister Dr. Josef Goebbels fährt mit dem "fliegenden Hamburger" nach Hamburg und besucht dort das Haus der Rundfunkgesellschaft. Dort hält er eine Ansprache über die Aufgaben und die Bedeutung des Rundfunks. "Wenn das junge Deutschland dargestellt werden soll", sagt Dr. Goebbels, "so geschehe es in einer Form, die künstlerisch und kulturell der Größe unserer Bewegung entspricht!"
Die Volkszählung ergibt für das Deutsche Reich (ohne Saargebiet) 65,3 Mill Einwohner. 31,7 Mill Einwohner sind männlichen, 33,6 Mill weiblichen Geschlechts (Zunahme seit Juni 1925 um 2,7 Mill = 4,4%). Es gibt 41.080.024 Personen evangelischer Religionszugehörigkeit, 21.760.065 römisch- katholischen Glaubens, 13.086 orthodoxe Christen, 22.049 Altkatholiken, 502.799 Glaubensjuden, 153.297 Mitglieder von Weltanschauungsgemeinschaften, 2.441.714 Gemeinschaftslose und 56.414 Personen, die keine näheren Angaben machen.
Nach der Reichsstatistik gibt es in Deutschland 872 jüdische Schriftsteller und Redakteure, das sind 5,1% in dieser Berufsgruppe, während der jüdische Bevölkerungsanteil 0,8% ausmacht. Beim Reichsverband Deutscher Schriftsteller stellen noch 2000 Juden 1933 Aufnahmeanträge.
Die Große Strafkammer des Landgerichts I in Berlin verurteilt den früheren Landrat und Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung, Günther Gereke (Christliches Landvolk), wegen Veruntreuung von Verbandsgeldern zu 30 Monaten Gefängnis und 100 000 Reichsmark Geldstrafe.
Die aufgrund des Berufsbeamtengesetzes vom 7. April beurlaubten Hochschullehrer Hans Kelsen (Staatsrecht) und Emil Lederer (Volkswirtschaft) erhalten einen Ruf an die Universität Belgrad.
Unter dem Titel "Blick in die Zeit" erscheint ein von Andreas Gayk (SPD) herausgegebener Pressedienst legal im Deutschen Reich. Das Blatt informiert bis August 1935 über Ereignisse im In-und Ausland.
In Hot Springs (Arkansas/USA) wird Gangster Frank Nash, der erfolgreichste Bankräuber der amerikanischen Geschichte, verhaftet. Nash und vier seiner Bewacher sterben am folgenden Tag in Kansas City bei einem Befreiungsversuch.
In einem Brief an die Reichsregierung erklärt der jüdische Theaterregisseur Max Reinhardt, dass er sich nur schweren Herzens vom Deutschen Theater trenne.

17.6.1933
NSDAP-Reichsjugendführer Baldur von Schirach wird zum Jugendführer des Deutschen Reiches ernannt. Schirach wird dadurch zuständig für die gesamte außerschulische Jugenderziehung.
Als erster Staatsgast von Reichskanzler Adolf Hitler trifft der ungarische Ministerpräsident Gyula Gömbös von Jákfa zu einem Besuch in Berlin ein. In eingehender freundschaftlicher Unterhaltung wurden vor allem die wirtschaftlichen, aber auch sonst die beiden Länder berührenden Fragen besprochen.
Kultusminister Rust verkündet studentische Arbeitsdienstpflicht, und bezeichnet die Arbeitslager als Charakterschule. „Wer im Arbeitslager versagt, der hat das Recht verwirkt, Deutschland als Akademiker führen zu wollen.“
Nach fünfwöchiger Dauer endet die Wellenkonferenz in Luzern mit der Einigung von 35 europäischen Staaten auf eine Konvention zur Festlegung von Rundfunkfrequenzen. Diese tritt am 15. Januar 1934 in Kraft und billigt dem Deutschen Reich insgesamt 14 Rundfunkfrequenzen zu.
In Hamburg wurden 35 Sozialdemokraten auf einer verbotenen Versammlung verhaftet, darunter der frühere Polizeisenator Schönfelder und der frühere Ministerialdirektor und Reichstagsabgeordnete Staudinger.
Nachdem die lettische Regierung sich zur Unterbindung der deutschfeindlichen Boykottpropaganda verpflichtet hatte, wurde die Beschränkung der lettischen Buttereinfuhr wieder aufgehoben.

18.6.1933
300.000 Menschen empfangen Hitler in Erfurt, wo zu Ehren des Führers ein Aufmarsch von rund 60.000 SA-Leuten durch die Stadt und im Stadion stattfindet. Abnahme der Parade durch Justizminister Frick, Gauleiter Sauckel, Adolf Hitler und Ungarns Ministerpräsidenten Gömbös vor der Domkulisse (siehe Abb.). Überall jubeln begeisterte Menschenmassen ihrem Reichskanzler zu. Kinder und Jugendliche aus entfernten Dörfern liefen stundenlang zu Fuß, um Hitler zu sehen. Danach die Ehrung des Führers mit Ehrenbürgerwürde und der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt. Mit einem nächtlicher Fackelzug und einem gigantischem Feuerwerk endet die Veranstaltung. Die "Thüringer Allgemeinen Zeitung" schreibt über das Ereignis: Man darf getrost auch sagen, daß fast die ganze Stadt zu dieser Zeit auf den Beinen war und daß Erfurt wohl noch nie eine derartige Kundgebung gesehen hat, an der alle, von den Spitzen der Behörden bis zum einfachen Arbeiter, im einenden Gefühl der Zusammengehörigkeit teilnahmen.                      























Als Reaktion auf das Verbot von 66 Presseorganen aus der Tschechoslowakei im Deutschen Reich untersagt das Innenministerium in Prag die Einfuhr von 98 deutschen Zeitungen und Zeitschriften.
Eine Anzahl österreichischer Gerichte hat die Freilassung der in den letzten Tagen verhafteten nationalsozialistischen Führer und Parteimitglieder verfügt, mit der Begründung, dass eine Pauschalanklage wegen Hochverrats nicht möglich ist.
In Karlsbad erscheint die erste Nummer der sozialdemokratischen Wochenzeitung ›Neuer Vorwärts‹ (Chefredakteur wird Friedrich Stampfer). In dem Aufruf heißt es: »Zerbrecht die Ketten! Der Welt die Wahrheit zu sagen und dieser Wahrheit auch den Weg nach Deutschland zu öffnen, ist unsere Aufgabe. Die Geschlagenen von heute werden die Sieger von morgen sein! Brecht die Ketten! Vorwärts!«
Das 24-Stunden-Rennen in Le Mans gewinnt das Team Tazio Nuvolari/Raymond Sommer (Italien/Frankreich) auf Alfa Romeo.

18.6.1933
300.000 Menschen empfangen Hitler in Erfurt, wo zu Ehren des Führers ein Aufmarsch von rund 60.000 SA-Leuten durch die Stadt und im Stadion stattfindet. Abnahme der Parade durch Justizminister Frick, Gauleiter Sauckel, Adolf Hitler und Ungarns Ministerpräsidenten Gömbös vor der Domkulisse (siehe Abb.). Überall jubeln begeisterte Menschenmassen ihrem Reichskanzler zu. Kinder und Jugendliche aus entfernten Dörfern liefen stundenlang zu Fuß, um Hitler zu sehen. Danach die Ehrung des Führers mit Ehrenbürgerwürde und der Eintrag ins Goldene Buch der Stadt. Mit einem nächtlicher Fackelzug und einem gigantischem Feuerwerk endet die Veranstaltung. Die "Thüringer Allgemeinen Zeitung" schreibt über das Ereignis: Man darf getrost auch sagen, daß fast die ganze Stadt zu dieser Zeit auf den Beinen war und daß Erfurt wohl noch nie eine derartige Kundgebung gesehen hat, an der alle, von den Spitzen der Behörden bis zum einfachen Arbeiter, im einenden Gefühl der Zusammengehörigkeit teilnahmen.                      

19.6.1933
Robert Ley, der Führer der Deutscher Arbeitsfront, verlässt mit der deutschen Delegation die 17. Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz in Genf, wo er wegen der Auflösung der freien Gewerkschaften heftig angegriffen worden war.
Der österreichische Ministerrat verbietet der NSDAP jede Betätigung in Österreich, insbesondere die Bildung von Parteiorganisationen und das Tragen von Parteiabzeichen. In Wien wird sofort die Polizei in den Alarmzustand versetzt. Das Verbot wurde begründet mit den zahlreichen Sprengstoffanschlägen die sich in letzter Zeit ereignet hatten.
Bei der Reichswehr wird eine neue Felduniform eingeführt. Anstelle des Dienstrocks tritt jetzt die Feldbluse und anstelle des Schaftstiefels tritt der Schnürstiefel.
Der Deutsche Industrie- und Handelstag nimmt in einer Notiz zu Betriebsabwanderungen aus Deutschland Stellung und betont, daß ein solches Vorgehen in einem Zeitpunkt wie dem gegenwärtigen an Landesverrat grenze, denn es werde nicht nur die Beschäftigung der bisher in den Betrieben tätigen deutschen Arbeiter unmöglich, sondern es entstehe in kürzerer oder längerer Zeit auch für die deutsche Ausfuhr ein neuer Weltmarktwettbewerb.
Der Reichsverband der Deutschen Industrie (RDI) und die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände bilden den Reichsstand der deutschen Industrie.
Eine Reichskonferenz der Inlands-SPD wählt in Berlin einen Parteivorstand und grenzt sich gegenüber der Auslandsleitung in Prag ab.
Der zunächst nach Österreich emigrierte frühere Staatspräsident Württembergs, Eugen Bolz (Zentrum), wird in Stuttgart verhaftet und auf der Festung Asperg in Schutzhaft gehalten.
Der "Montag Morgen" wird bis zum 15. August verboten, und stellt daraufhin sein Erscheinen ein.

20.6.1933
Der Danziger Volkstag wählt Hermann Rauschning (NSDAP) zum Senatspräsidenten. Er bildet einen Senat aus NSDAP und Zentrum. In einer kurz danach erfolgten Unterredung mit Adolf Hitler weist dieser Rauschning an, in Danzig eine polenfreundliche Politik zu betreiben.
Nach einer amtlichen Meldung hat der österreichische Ministerrat SA- und SS Abteilungen sowie den Vaterländischen Schutzbund aufgelöst und verboten.
Im Schloss Windsor gab das englische Königspaar ein Gartenfest für die Delegierten der Londoner Weltwirtschaftskonferenz, dass bei prachtvollem Wetter mehr als 2000 Teilnehmer vereinte.
Das Reichspropagandaministerium erklärte in einem Rundruf, dass jede Diskussion über Streitigkeiten in der evangelischen Kirche zu unterlassen sind. Wie weit kirchenamtlichen Mitteilungen veröffentlicht werden dürfen, gibt das Ministerium noch bekannt.
Der 42 Jahre alte deutsche Dampfer "Iris" aus Elbing (Westpreußen) ist auf der Fahrt von Hamburg nach Elbing gesunken. Die Besatzung machte sofort die Rettungsboote klar, und kann danach achtstündigen herumtreiben auf See von einem schwedischen Dampfer gerettet werden.
Leni Riefenstahl schenkt Adolf Hitler sämtliche Werke des Philosophen Johann Gottlieb Fichte in sechs ledergebundenen Bänden aus dem Jahre 1845. In den ersten Band schrieb sie die Widmung: "Meinem lieben Führer in tiefster Verehrung, Leni Riefenstahl, 20. Juni 1933".
Unter Leitung von Wilhelm Sollmann erscheint im Verlag der "Volksstimme" in Saarbrücken erstmals die "Deutsche Freiheit", die einzige SPD-Tageszeitung.
Unter Hinweis auf die politische Lage sagt der Österreichische Fußball-Verband das für den 25. Juni in Frankfurt am Main geplante Spiel gegen Deutschland ab.

21.6.1933
In einer Besprechung zwischen Adolf Hitler und dem Reichsarbeitsminister Franz Seldte, dem Reichswehrminister Werner von Bloomberg und dem Vizekanzler Franz von Papen wird vereinbart: zur Sicherung der Schlagkraft der nationalsozialistischen Revolution gliedert sich der Stahlhelm, der Bund der Frontsoldaten, in die nationalsozialistische Bewegung in folgender Weise ein:
  a) Der Kernstahlhelm bleibt wie zuvor der Führung des Bundesführers unterstellt.
  b) Der Bundesführer verbietet von jetzt ab den Mitgliedern des Kernstahlhelm jede andere Parteizugehörigkeit als die zur NSDAP.
  c) Der Führer der NSDAP, Adolf Hitler, gibt somit die Mitgliedschaft des Stahlhelm zur NSDAP frei.
  d) Der Jungstahlhelm tritt neben SA und SS und wird dem Obersten SA-Führer unterstellt. Der "Scharnhorst" wird in die Hitler-Jugend eingliedert.
  e) Der Jungstahlhelm-Führer von Morozowicz tritt zum Stab des Obersten SA-Führers.
Um 9:00 Uhr morgens wurden in ganz Deutschland schlagartig und überraschend die Geschäftsstellen des deutschnationalen Kampfrings von der Polizei mit Unterstützung der SA und der SS besetzt. Die Deutschnationalen Kampfringe werden wegen der Unterwanderung durch Marxisten aufgelöst. Die Kampfringe sind eine deutschnationale Konkurrenzorganisation zur SA.
Im Berliner Lustgarten findet ein Massenprotest gegen die Vorgänge in Genf statt, zu dem der Gau Groß-Berlin der NSBO aufgerufen hatte. Zu der Kundgebung, die unter der Losung "Ohne den deutschen Arbeiter kein deutsches Vaterland!" stattfand, hatten sich weit über hunderttausend Arbeiter der Stirn und der Faust eingefunden, die von ihren Arbeitsstellen geschlossen mit Fahnen und Musik anmarschierten.
Bei einer Verhaftungsaktion von NS-Gegnern in Berlin-Köpenick werden drei SA-Männer von Anton Schmaus, dem Sohn vom ehemaligen Gewerkschafter Johann Schmaus, niedergeschossen, was Gewaltaktionen von SA-Leuten nach sich zog. Dabei kamen mindestens 24 NS-Gegner ums Leben. Die Ausschreitungen dauern bis zum 26. Juni an ("Köpenicker Blutwoche"). Opfer waren Mitglieder von KPD und SPD, des Reichsbanners, des Deutschnationalen Kampfringes (DNVP), Juden und Gewerkschafter.

22.6.1933
Wegen des Verdachts von hoch- und landesverräterischen Unternehmungen wird die SPD vom Reichsinnenminister Wilhelm Frick verboten. Amtlich wurde mitgeteilt, dass die führenden Köpfe der SPD in Prag sitzen, und von dort seit Wochen den Kampf gegen die nationale Regierung in Deutschland führen. Damit ist die weitere Zugehörigkeit von Beamten, Angestellten und Arbeitern, die aus öffentlichen Mitteln Gehalt, Lohn oder Ruhegeld beziehen, zu dieser Partei selbstverständlich unvereinbar.
Robert Ley, Leiter der Deutschen Arbeitsfront (DAF), fordert die Säuberung aller Betriebsräte von Oppositionellen. Außer der DAF dürfe es bis auf Fortbildungseinrichtungen keine Berufsvertretungen mehr geben: "Alle übrigen Vereine, auch sogenannte katholische und evangelische Arbeitervereine, sind als Staatsfeinde zu betrachten."
Theodor Adrian von Renteln (NSDAP) wird Leiter des Deutschen Industrie- und Handelstages.
In Potsdam wird erstmalig ein katholischer Pfarrer, der gleichzeitig Mitglied der NSDAP ist, in sein Amt eingeführt.
In Lausanne fand die Trauung des zweitältesten spanischen Königssohnes, des Prinzen von Asturien, mit Fräulein Edelmira Sampedro, der Tochter eines reichen kubanischen Pflanzers statt. Der Prinz hat wegen der bürgerlichen Ehe auf alle Thronrechte verzichtet.
In Paris wird die junge Amerikanerin Barbara Hutton, die Enkelin des Gründers des Woolworth-Konzerns und Erbin des gesamten Vermögens, mit dem georgischen Prinzen Alexander Mdivani vermählt. Der Prinz war in erster Ehe mit Pola Negri verheiratet.

23.6.1933
Nachdem bereits am 21. Juni der frühere preußische Oberpräsident für Niederschlesien, Hermann Lüdemann (SPD), in das KZ Breslau-Dürrgoy überführt wurde, nimmt die Polizei in Berlin den früheren Reichstagspräsidenten Paul Löbe (SPD), in Frankfurt am Main den früheren hessischen Landesminister Wilhelm Leuschner (SPD) und in Karlsruhe den Reichstagsabgeordneten Joseph Ersing (Zentrum) fest.
Das Reichskabinett genehmigt das "Gesetz über die Reichsautobahnen". Danach wird die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft ermächtigt, zum Bau und Betrieb eines leistungsfähigen Netzes von Kraftfahrbahnen ein Zweigunternehmen zu errichten, welches den Namen Reichsautobahnen trägt. Für das neue Unternehmen ist auch das Enteignungsrecht vorgesehen.
Das Reichskabinett hat ferner das "Gesetz über die Aufhebung der im Kampf um die nationale Erhebung erlittenen Dienststrafen" verabschiedet. Dieses Gesetz sieht eine Wiedergutmachung gegenüber Beamten vor, die wegen ihrer Teilnahme am Kampfe für die nationale Erhebung bestraft worden sind.
Der neue Präsident des Danziger Senats, Dr. Rauschning, gibt im Danziger Volkstag das Programm der neuen, nationalsozialistisch geführten Regierung bekannt. Die Erklärung betonte die Bereitschaft zur Verständigung mit dem polnischen Nachbarn und stellte gleichzeitig fest, dass das Danziger Volk nie aufhören werde sich als Glied des deutschen Volkes zu fühlen.
Der deutsche Kultusminister, Bernhard Rust, empfängt den französischen Botschafter Francois-Poncet zu einer Besprechung über den deutsch-französischen Schüleraustausch. Des weiteren wurden noch Fragen über die deutsch-französische Gesellschaft besprochen.
Vom Danziger Landgericht wurde die Klage der Gewerkschaftsführer gegen die vom Reichskommissar der deutschen Arbeitsfront vorgenommenen Maßnahmen abgewiesen. Damit sind auch in Danzig die alten Gewerkschaften beseitigt.

24.6.1933
Um das Bewußtsein der deutschen Bevölkerung für eine Bedrohung durch Luftangriffe zu verschärfen, lanciert das Berliner Conti-Nachrichten-Büro eine Falschmeldung über Flugblattabwürfe fremder Flieger auf Berlin.
Der Gesamtverband der Christlichen Gewerkschaften wird von der Nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation übernommen.
Der preußische Kultusminister Bernhard Rust ernennt, zur Beseitigung der vorhandenen Verwirrungen, den Leiter der Kirchenabteilung im preußischen Kultusministerium, August Jäger, zum Kommissar der evangelischen Landeskirche. Als Reaktion auf die Ernennung eines Staatskommissars für die evangelischen Landeskirchen im preußischen Kultusministerium verzichtet der am 27. Mai zum Reichsbischof designierte Friedrich von Bodelschwingh auf seine Berufung.

25.6.1933
Die Reichsleitung der NSDAP erlässt eine am 1. Juli in Kraft tretende Verfügung, in der bestimmt wird: Mitglieder der NSDAP, die nach dem 30. Januar 1933 ihren Beitritt erklärt haben, werden einer zweijährigen Bewährungsfrist unterworfen. Erst nach dieser Zeit wird ihnen, statt der Mitgliedskarte, das Mitgliedsbuch als Zeichen der endgültigen Aufnahme in die Bewegung überreicht.
Berlins Oberbürgermeister Dr. Sahm hat gestern an den Reichskanzler Adolf Hitler und an den preußischen Ministerpräsidenten Göring folgendes Telegramm gerichtet: "Der gestrige Vorfall, daß ausländische Flugzeuge über der Reichshauptstadt Flugblätter abwerfen und wieder entkommen konnten, hat in der Berliner Bevölkerung größte Beunruhigung hervorgerufen und eindeutig klar gezeigt, in welch bedrohlicher Lage sich die Reichshauptstadt jedem Luftangriff gegenüber befindet. Namens der Reichshauptstadt spreche ich die dringende Bitte aus, alle Möglichkeiten zu erschöpfen, um diesem unmöglichen Zustand abzuhelfen. Gez. Oberbürgermeister Dr. Sahm."
Im Mittelpunkt der Eröffnungsfeierlichkeiten der neu gegründeten Hochschule für Lehrerbildung in Lauenburg (Pommern) stand die programmatische Rede des preußischen Kultusministers Bernhard Rust. Ein Volk, so führte der Minister Rust an, müsse von solchen Männern und Frauen geführt werden, die selbst tief im Volke verwurzelt sind und aus echtem Volkstum ihre Kraft ziehen.
Von den Kultur- und Propaganda-Abteilungen der NSDAP, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, germanisches Kulturgut dem deutschen Volke wieder näherzubringen, ist der Gedanke der Sonnenwende ebenfalls aufgegriffen worden, und so hielt das alte Sonnenwendfest in allen deutschen Gauen wieder seinen Einzug.
Im Stadion Grunewald feiern 50.000 Gläubige den 31. märkischen Katholikentag. Erich Klausener, Führer der Katholischen Aktion im Bistum Berlin, verteidigt in seiner Rede das Recht der Kirche und der katholischen Vereine.
Wie auch andere evangelische Geistliche in Preußen wird Otto Dibelius, Generalsuperintendent der Kurmark, im Rahmen einer Säuberung der preußischen Kirchenverwaltung beurlaubt.
Das neue Segelschulschiff der Reichsmarine "Gorch Fock" ist aus dem Hamburger Hafen mit dem Bestimmungsort Kiel ausgelaufen.

26.6.1933
Mit der Eingliederung der deutschnationalen Scharnhorst-Jugend und des Jung-Stahlhelm in die HJ bzw. SA erklärt Adolf Hitler in einem Aufruf: "Die Einigung der politischen Kampfbewegung der deutschen Nation für vollzogen und beendet."
In einer Rede anläßlich eines Festakts in Bad Aibling (Bayern) erklärte der bayrische Innenminister Adolf Wagner, daß auf seine Veranlassung bei allen Führern der Bayrischen Volkspartei Haussuchungen vorgenommen worden seien. Er habe feststellen müssen, daß alle Loyalitätserklärungen erlogen gewesen seien, und das der Versuch gemacht worden sei, trotz des bestehenden Versammlungsverbots Versammlungen durchzuführen. Auch die aufgelöste "Bayernwacht" bestehe nach wie vor.
In Magdeburg und Umgebung wurden rund 200 sozialdemokratische Funktionäre, Reichstagsabgeordnete, Landtagsabgeordnete, Funktionäre aus der Stadtverwaltung, der Partei und Mitglieder der früheren sozialdemokratischen "Volksstimme" verhaftet. Auch in Frankfurt a. M. wurde eine Reihe führender Funktionäre der ehemaligen SPD in Schutzhaft genommen. Die Festnahmen erfolgten überall gleichzeitig und schlagartig.
Alfred Hugenberg (Deutschnationale Front) reicht seine Demission als Reichswirtschafts- und Ernährungsminister ein.
Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Josef Goebbels, gibt dem Berliner Korrespondenten des Pariser "Petit Journal" ein Interview. Darin betont Goebbels die friedlichen Absichten Deutschlands gegenüber Frankreich und Europas, und er spricht über Themen, die die Unabhängigkeit Österreichs, die Beziehungen zu England sowie die Zukunft der Jugend unter nationalsozialistischer Erziehung.
Der Reichskanzler Adolf Hitler kauft das Haus "Wachenfeld" auf dem Obersalzberg von den Erben der Frau Winter-Wachenfeld für 10.000 Goldmark.               















Der Reichskanzler Adolf Hitler kauft das Haus "Wachenfeld" auf dem Obersalzberg von den Erben der Frau Winter-Wachenfeld für 10.000 Goldmark.               

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war der Obersalzberg ein vom Fremdenverkehr geprägtes Bergbauerndorf. Ab 1923 zunächst Hitlers Feriendomizil, erwarb Adolf Hitler 10 Jahre später mit dem "Haus Wachenfeld", das er bereits seit 1928 gemietet hatte, seinen eigenen Wohnsitz. Nach der Machtübernahme war das bescheidene Landhaus für die neuen Ansprüche zu klein, so dass Hitler das Anwesen bis 1936 zu einer repräsentativen Residenz, dem sogenannten Berghof aus- und umbauen ließ. Dies war der Startschuss für die Verwandlung des abgelegenen Bergdorfes in das sogenannte Führersperrgebiet mit Repräsentations- und infrastrukturellen Funktionsbauten. Und damit entwickelte sich das abgelegene Bergdorf so nach und nach zum "Führersperrgebiet", einer zweiten Schaltstelle der Macht neben Berlin, wo wichtige politische Entscheidungen geplant und getroffen wurden. Deshalb war der Obersalzberg weit mehr als nur Hitlers Feriensitz. Insgesamt verbrachte Hitler fast ein Drittel seiner Regierungszeit, also zusammengerechnet fast 4 Jahre, am Obersalzberg. Gleichzeitig nutzte die Propaganda die grandiose Bergkulisse für medienwirksame Inszenierungen Adolf Hitlers als volksnaher Politiker, Kinder- und Naturfreund, guter Nachbar, großer Staatsmann und einsamer Visionär.                   

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war der Obersalzberg ein vom Fremdenverkehr geprägtes Bergbauerndorf. Ab 1923 zunächst Hitlers Feriendomizil, erwarb Adolf Hitler 10 Jahre später mit dem "Haus Wachenfeld", das er bereits seit 1928 gemietet hatte, seinen eigenen Wohnsitz. Nach der Machtübernahme war das bescheidene Landhaus für die neuen Ansprüche zu klein, so dass Hitler das Anwesen bis 1936 zu einer repräsentativen Residenz, dem sogenannten Berghof aus- und umbauen ließ. Dies war der Startschuss für die Verwandlung des abgelegenen Bergdorfes in das sogenannte Führersperrgebiet mit Repräsentations- und infrastrukturellen Funktionsbauten. Und damit entwickelte sich das abgelegene Bergdorf so nach und nach zum "Führersperrgebiet", einer zweiten Schaltstelle der Macht neben Berlin, wo wichtige politische Entscheidungen geplant und getroffen wurden. Deshalb war der Obersalzberg weit mehr als nur Hitlers Feriensitz. Insgesamt verbrachte Hitler fast ein Drittel seiner Regierungszeit, also zusammengerechnet fast 4 Jahre, am Obersalzberg. Gleichzeitig nutzte die Propaganda die grandiose Bergkulisse für medienwirksame Inszenierungen Adolf Hitlers als volksnaher Politiker, Kinder- und Naturfreund, guter Nachbar, großer Staatsmann und einsamer Visionär.                   

27.6.1933
Drei Vertreter der Deutschnationalen Front (vormals Deutschnationale Volkspartei) - Friedrich von Winterfeld, Axel Freiherr von Freytagh-Loringhoven und Ernst Poensgen - sowie Reichskanzler Adolf Hitler unterzeichnen ein Abkommen über die "ehrenvolle" Selbstauflösung ihrer Partei.
Ministerpräsident Hermann Göring hat Durchführungsbestimmungen zu dem Betätigungsverbot für die Sozialdemokratische Partei erlassen. Die Polizei und die Reichsbehörden haben solchen Personen, die als Mitglieder der SPD den Volks- und Gemeindevertretungen angehören, durch polizeiliche Verfügung aufzugeben, sich der weiteren Ausübung des Mandats zu enthalten. Diäten-Auszahlungen sind zu sperren.
In Fortführung der vom Reichsinnenminister angeordneten Maßnahmen wurden in den verschiedenen Teilen des Reiches weitere Verhaftungen von sozialdemokratischen Funktionären vorgenommen.
Der bayerische Wirtschaftsminister, Graf von Quadt, der der bayrischen Volkspartei angehört, hat sein Rücktrittsgesuche eingereicht.
Eduard Stadtler (NSDAP) wird politischer Leiter sämtlicher im Berliner Ullstein-Verlag erscheinenden Publikationen.

28.6.1933
Die Regierung erließ die entsprechenden Gesetze für das Autobahnprogramm. Danach hatte Hitler eine Unterredung mit Dr. Fritz Todt, einem Ingenieur, der 1932 eine 48seitige Studie über die Probleme des Straßenbaus verfasste.
Anlässlich der Eingliederung des Stahlhelms in die nationalsozialistische Bewegung, erließ Adolf Hitler einen Aufruf, indem er feststellt, dass damit die Einigung der politischen Kampfbewegung der deutschen Nation vollzogen und beendet ist.
Der neue Vorstand des Vereins Deutscher Zeitungsverleger trat in Berlin zu seiner ersten Sitzung zusammen. In seiner Begrüßungsansprache führte der Verlagsdirektor Amann aus, dass sich der gesamte Vorstand des Vereins bedingungslos hinter den Führer stellt. Der Verein wolle an der Schaffung eines neuen deutschen Presserechts tatkräftig mitwirken. Darauf nahm der Reichskanzler Adolf Hitler das Wort und sprach in seiner Rede über die zukünftigen Aufgaben der deutschen Presse.
Die Deutsche Staatspartei und die Deutsche Volkspartei (DVP) haben ihre Selbstauflösung einschließlich aller Nebenorganisationen beschlossen.
Im Ausland werden wieder Gerüchte verbreitet, in denen es heißt dass es den Deutschen Reichspräsidenten von Hindenburg nicht gut gehe. An diesen Gerüchten ist, worauf von zuständiger Stelle hingewiesen wird, kein wahres Wort.
Dr. Molfese, der Direktor der italienischen Zivilluftfahrt, wird vom Ministerpräsidenten Hermann Göring im "Kaiserhof" empfangen. Es geht dabei um Besprechungen, die die weitere Ausgestaltung der deutsch-italienischen Luftfahrtbeziehungen zum Ziel haben.
Die Arbeiten des kürzlich berufenen Sachverständigenbeirats für Bevölkerungs- und Rassenpolitik leitete der Reichsminister des Innern, Dr. Frick, mit einer programmatischen Rede auf der ersten Sitzung des Sachverständigen-Beirats ein.
Die Reichsführung der linksliberalen Deutschen Staatspartei (früher Deutsche Demokratische Partei) erklärt die Auflösung ihrer Organisation.
Reichsinnenminister Wilhelm Frick (NSDAP) ordnet die Auflösung und das Verbot des Arbeiter-Radio-Bundes Deutschland an.
Zum 1. Juli werden der Zentralverband der Angestellten und der Gewerkschaftsbund der Angestellten aufgelöst und ihre Mitglieder in den Deutschen Handlungsgehilfenverband integriert, ein Teil der Deutschen Arbeitsfront.

Im Grunewald-Stadion findet die Sonnenwendfeier der Gaupropagandaleitung der NSDAP Groß-Berlin statt. Sie begann mit dem Einmarsch des Bundes deutscher Mädchen und der Hitler-Jugend. Ein farbenprächtiges Bild bot sich im Mittelfeld des Stadions. Hoch ragte die Queste, das ewige Sonnensymbol, auf. In kleinen Kreisen tanzten die Gruppen im Scheinwerferlicht alte Volkstänze. Nun begann der Einmarsch des Germanenzugs. Zuerst eine Gruppe Berittener aus der Völkerwanderungszeit, dann eine kultische Gruppe aus den Jahrhunderten um Christi, die die Nachbildung eines alten Götterwagens mit sich führte. Als dritte Gruppe folgten Germanen aus der Bronzezeit. Dann sprach Reichspropagandaminister Dr. Goebbels und richtete in seiner Rede einen Appell an die alte Garde. Die Revolution sei noch nicht zu Ende. Der Feind lebe noch und warte nur auf seine Stunde.                    

Im Grunewald-Stadion findet die Sonnenwendfeier der Gaupropagandaleitung der NSDAP Groß-Berlin statt. Sie begann mit dem Einmarsch des Bundes deutscher Mädchen und der Hitler-Jugend. Ein farbenprächtiges Bild bot sich im Mittelfeld des Stadions. Hoch ragte die Queste, das ewige Sonnensymbol, auf. In kleinen Kreisen tanzten die Gruppen im Scheinwerferlicht alte Volkstänze. Nun begann der Einmarsch des Germanenzugs. Zuerst eine Gruppe Berittener aus der Völkerwanderungszeit, dann eine kultische Gruppe aus den Jahrhunderten um Christi, die die Nachbildung eines alten Götterwagens mit sich führte. Als dritte Gruppe folgten Germanen aus der Bronzezeit. Dann sprach Reichspropagandaminister Dr. Goebbels und richtete in seiner Rede einen Appell an die alte Garde. Die Revolution sei noch nicht zu Ende. Der Feind lebe noch und warte nur auf seine Stunde.                    

29.6.1933
Reichskanzler Adolf Hitler hatte in Neudeck eine zweistündige Besprechung mit dem Reichspräsidenten Hindenburg. Auf Vorschlag des Reichskanzlers erteilte der Reichspräsident dem Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft und Reichswirtschaftsminister Dr. Hugenberg die erbetene Entlassung aus seinen Ämtern und ernannte den Generaldirektor der Allianz-Versicherungs-AG.,Dr.Kurt Schmitt, zum Reichswirtschaftsminister sowie das Mitglied des Reichstags, Dr. Walter Darre, zum Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft. Der Reichspräsident hat ferner den Staatssekretär im Reichswirtschaftsministerium, Dr. Bang, einstweilig in den Ruhestand versetzt und zum Staatssekretär im Reichswirtschaftsministerium das Mitglied des Reichstags, Diplom-Ing. Gottfried Feder, ernannt.
In der Berliner Universität veranstaltet der NS-Studentenbund eine Kundgebung "Jugend kämpft für deutsche Kunst" zur Eröffnung einer Ausstellung "30 deutsche Künstler". Vertreten sind u.a. Barlach, Kolbe, Lehmbruck, Macke, Marc, Nolde, Rohlfs, Schmidt-Rottluff. Für einige ist es die letzte öffentliche Ausstellung.
Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft wurden der frühere Reichskanzler Gustav Bauer sowie der Magistratsbaurat Dr. Schallenberger, der beurlaubte Geschäftsführer der Wohnungsfürsorge-Gesellschaft, verhaftet.
Der Preußische Ministerpräsident Göring betonte in einem Schreiben an Kultusminister Rust, daß er mehrfach die Bitte abgelehnt habe, in den Kirchenstreit und in die Maßnahmen Rusts einzugreifen. Er übertrage Rust seine sämtlichen Vollmachten als Ministerpräsident und Statthalter, um den Kirchenstreit zu beenden und die Belange des Kirchenvolks zu wahren.
Auf einer Massenkundgebung der Deutschen Christen in Berlin erinnerte Minister Rust an das Wort Hitlers in Potsdam, daß er Kirche und Staat auseinanderhalten werde. Das Wort werde er halten.
Im Einvernehmen mit dem Staatskommissar übernahm der Bevollmächtigte des Reichskanzlers, Wehrkreispfarrer Müller, die Leitung des Evangelischen Kirchenbundes, insbesondere den Vorsitz im Kirchenbundesrat, die Befugnisse des Kirchentags und des Kirchenausschusses.
Der Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz in Genf beschließt seine Vertagung bis zum 16. Oktober.
Durch einen K. o.-Sieg in der 6. Runde über Titelverteidiger Jack Sharkey wird der 26jährige Italiener Primo Carnera in New York Box-Weltmeister aller Klassen.

30.6.1933
Ein Reichsgesetz zur Änderung des Beamtenrechts ermöglicht u.a. die Entlassung von Beamtinnen, sofern deren Ehegatte Beamter auf Lebenszeit ist sowie eine Dienstentfernung von Reichsbeamten arischer Herkunft, die mit Nichtariern verheiratet sind.
Durch Kabinettsbeschluß wurde bestimmt, daß der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, an den Kabinettssitzungen und Ministerraten der Reichsregierung teilnimmt.
Auf Vorschlag des Ministerpräsidenten Göring wurden vom Reichskanzler als dem Statthalter für Preußen der Reichswirtschaftsminister Schmitt zum preußischen Minister für Wirtschaft und Arbeit und der Reichsernährungsminister Darre zum preußischen Landwirtschaftsminister ernannt.
Reichspräsident von Hindenburg richtete an den ausgeschiedenen Reichsminister Dr. Hugenberg ein Dankschreiben, in dem es heißt: "In langjähriger vaterländischer Arbeit haben Sie den nationalen Gedanken in Deutschland verbreitet und gestärkt und sich damit um die nationale Erhebung große Verdienste erworben; in Ihrer leider nur kurzen Tätigkeit als Mitglied der Reichsregierung und Leiter der großen wirtschaftlichen Ministerien haben Sie der deutschen Wirtschaft, namentlich der besonders notleidenden Landwirtschaft wertvolle Dienste geleistet."

Das Thüringer SA-Gautreffen - Abnahme der Parade von 60.000 SA-Leuten durch Justizminister Wilhelm Frick, Gauleiter Fritz Sauckel, Adolf Hitler und Ungarns Ministerpräsidenten Gyula Gömbös vor der Domkulisse.          

Das Thüringer SA-Gautreffen - Abnahme der Parade von 60.000 SA-Leuten durch Justizminister Wilhelm Frick, Gauleiter Fritz Sauckel, Adolf Hitler und Ungarns Ministerpräsidenten Gyula Gömbös vor der Domkulisse.          

Der Betrachter dieser Fotos erahnt die Begeisterung der Menschen, die ihren neuen Reichskanzler jubelnd empfangen. SA-Aufmarsch hier in der Erfurter Schlösserstrasse in Richtung Domplatz, wo Adolf Hitler steht.          

Der Betrachter dieser Fotos erahnt die Begeisterung der Menschen, die ihren neuen Reichskanzler jubelnd empfangen. SA-Aufmarsch hier in der Erfurter Schlösserstrasse in Richtung Domplatz, wo Adolf Hitler steht.          

Hitlerjugend beim Vorbeimarsch an Baldur von Schirach in Nürnberg           

Der deutsche Reichstag
Die Dornier „Wal“- die erfolgreichsten Flugboot-Baureihe von Dornier          

die sozialen Errungenschaften im Deutschen Reich waren einzigartig und es gab auf der ganzen Welt nichts Vergleichbares
Konstantin Hierl
Theodor Adrian von Renteln
Ludwig Kaas
Hugo Eckener
Hans Beimler
Otto Wagener
Roland Freisler

Engelbert Dollfuß

Freiherr Eltz von Rübenach

Theodor Eicke
Otto Klemperer
Franz Xaver Schwarz
Walter Buch
Film von Franz Seitz
Baldur von Schirach

Bertolt Brecht

Ernst Reuter
Chaim Arlosoroff
Gyula Gömbös von Jákfa
Günther Quandt
Wilhelm Sollmann

Franz Seldte

Barbara Hutton

Ausländische Journalisten, die auf Einladung der bayerischen Regierung eine Rundfahrt durch Bayern machten, haben den Wunsch geäußert, das Konzentrationslager in Dachau besichtigen zu dürfen. Die zuständigen Stellen in Bayern arrangierten den Besuch, weil gerade eine Besichtigung des Dachauer Lagers den ausländischen Pressevertretern am besten die Haltlosigkeit der über die Behandlung der Gefangenen verbreiteten Gräuelmärchen vor Augen führen konnte. Ohne dass vorher die Lagerleitung informiert wurde, fuhren die Pressevertreter und ihre Begleitung nach Dachau und erhielten dort ausgiebig Gelegenheit, sich über das Lager selbst und dessen Insassen zu informieren. Die Journalisten konnten sich ungehindert und frei mit den Schutzhäftlingen unterhalten und alle Einzelheiten im Lager besichtigen. Ihren allgemeinen Eindruck fassten die Besucher dahin zusammen, dass sie einhellig das Konzentrationslager durchaus als Musterlager bezeichneten. Die Insassen sahen alle gut genährt aus. Man merkte ihnen bereits deutlich den erzieherischen Einfluss an, der beinahe kameradschaftlichen Gemeinschaft, wie sie in diesem Lager herrscht.                     

Ausländische Journalisten, die auf Einladung der bayerischen Regierung eine Rundfahrt durch Bayern machten, haben den Wunsch geäußert, das Konzentrationslager in Dachau besichtigen zu dürfen. Die zuständigen Stellen in Bayern arrangierten den Besuch, weil gerade eine Besichtigung des Dachauer Lagers den ausländischen Pressevertretern am besten die Haltlosigkeit der über die Behandlung der Gefangenen verbreiteten Gräuelmärchen vor Augen führen konnte. Ohne dass vorher die Lagerleitung informiert wurde, fuhren die Pressevertreter und ihre Begleitung nach Dachau und erhielten dort ausgiebig Gelegenheit, sich über das Lager selbst und dessen Insassen zu informieren. Die Journalisten konnten sich ungehindert und frei mit den Schutzhäftlingen unterhalten und alle Einzelheiten im Lager besichtigen. Ihren allgemeinen Eindruck fassten die Besucher dahin zusammen, dass sie einhellig das Konzentrationslager durchaus als Musterlager bezeichneten. Die Insassen sahen alle gut genährt aus. Man merkte ihnen bereits deutlich den erzieherischen Einfluss an, der beinahe kameradschaftlichen Gemeinschaft, wie sie in diesem Lager herrscht.                     

Sie können die einzelnen Bilder anklicken und die detailierten Ereignnisse dieser Zeit in der großen Chronik von 1933-45 nachlesen


»SA-Mann Brand« ist ein Propagandafilm von Franz Seitz. Der Film erhielt 1933 die Prädikate "Volksbildend" und "Künstlerisch besonders wertvoll". Nach 1945 wurde die Aufführung in Deutschland verboten.                


»SA-Mann Brand« ist ein Propagandafilm von Franz Seitz. Der Film erhielt 1933 die Prädikate "Volksbildend" und "Künstlerisch besonders wertvoll". Nach 1945 wurde die Aufführung in Deutschland verboten.                

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