Chronik des Nationalsozialismus Mai / Juni 1936

MAI 1936


Der 1. Mai wird in Deutschland unter dem Motto "Freut euch des Lebens" begangen. Im ganzen Reich fanden zahlreiche, prunkvoll arrangierte Veranstaltungen und Kundgebungen statt. In Berlin findet am Mittag im Lustgarten ein Staatsakt statt. Auf dem Staatsakt im Berliner Lustgarten erklärt Adolf Hitler: „Wie ist es heute schön in Deutschland, ein Volk zu haben, das statt mit dem Gummiknüppel regiert zu werden, sich selbst führt, selbst ordnet und selbst leitet." Auf der Kundgebung der Hitlerjugend sagt er: "Wir verlangen, dass du in deiner Jugend lernst, Opfer auf dich zu nehmen, Opfer an deiner Freiheit, Opfer an deiner Freizeit, Opfer an vielen kleinen            

Genüssen. […] Wir verlangen, dass du hart bist und hart wirst, wir können eine Generation von Muttersöhnchen, von verzogenen Kindern, nicht brauchen, was wir brauchen, das sind Knaben und Mädchen, die später starke Männer und tapfere Frauen sein können." Um 17 Uhr empfängt Adolf Hitler zum Abschluss des Mai-Feiertages die Arbeiterabordnungen aus dem Reich im Hause des Reichspräsidenten und hält nochmals eine Rede.                

1.5.1936
In Magdeburg werden die ersten Telefon-Gemeinschaftsanschlüsse in Betrieb genommen. Ein "Zehneranschluß" kostet monatlich drei Reichsmark.
Reichspropagandaminister Joseph Goebbels verleiht dem Regisseur Carl Froelich in Berlin für den Film "Traumulus" den nationalen Filmpreis 1935/36, mit dem nationalen Buchpreis wird Gerhard Schumann für seinen Gedichtband "Wir aber sind das Korn" ausgezeichnet.
Von heute an erhält jedes Brautpaar vom Standesbeamten ein Exemplar des von Adolf Hitler 1924 bis 1926 geschriebenen Buches "Mein Kampf" ausgehändigt.

2.5.1936
Angaben von Reichsbankdirektor Rudolf Eicke zufolge ist die deutsche Auslandsverschuldung durch Rückzahlungen und die Entwertung ausländischer Währungen seit Mitte 1930 von 26,8 Milliarden Reichsmark (RM) auf 13 Milliarden RM zurückgegangen.
Auf der Insel Rügen erfolgt die Grundsteinlegung zum großen KdF-Seebad. Am gleichen Tag werden in Hamburg zwei KdF-Schiffe auf Kiel gelegt.
Nach dem Fall von Sassabaneh und der Niederlage der letzten noch kampffähigen abessinischen Armeegruppe verlässt Kaiser Haile Selassie I. mit seiner Familie die Hauptstadt Addis Abeba und trifft am folgenden Tag in Dschibuti in Französisch-Somaliland ein.
Die britische Regierung übermittelt den arabischen Führern in Palästina die offizielle Einladung des Britischen Kolonialamtes, eine Abordnung nach London zu entsenden, um dort über den von der britischen Regierung angekündigten Gesetzgebenden Rat für Palästina zu verhandeln.
Zum 50. Geburtstag des Dichters Gottfried Benn erscheinen in der Deutschen Verlagsanstalt Stuttgart "Ausgewählte Gedichte".

3.5.1936
Die Volksfront, das Bündnis der französischen Linksparteien, geht mit 378 von insgesamt 614 Sitzen als Sieger aus den Wahlen zur Deputiertenkammer hervor.
In der abessinischen Hauptstadt Addis Abeba brechen nach der Flucht von Kaiser Haile Selassie I., der sich von Dschibuti nach Palästina einschifft, Unruhen aus, die sich gegen die ansässigen Weißen richten.
In Bern unterliegt die Vertretung der Schweiz Spanien in einem Fußball-Länderspiel 0:2.

4.5.1936
Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, Bernhard Rust, ordnet an, daß auf höheren Schulen künftig Englisch erste Fremdsprache zu sein hat.

5.5.1936
Ein in Pergament gebundenes Exemplar des Buches „Mein Kampf" wird Adolf Hitler von einer Delegation der Deutschen Beam­tenschaft überreicht. Hitler war sehr erfreut darüber und bestimmte, dass dieses Exemplar aufbewahrt werden soll und „für alle Zeiten unverlierbarer Besitz" des deutschen Volkes bleiben müsse.
Die siegreichen italienischen Truppen ziehen in der abessinischen Hauptstadt Addis Abeba ein. Am Abend erklärt der italienische Ministerpräsident und Duce, Benito Mussolini, den Krieg für beendet.
Eine Ausstellung im Hagener Stadtmuseum (Sauerland) zeigt die Werke des Bildhauers Georg Kolbe.

6.5.1936
Das deutsche Luftschiff LZ 129 »Hindenburg« startet zu seinem ersten Nordamerikaflug von Friedrichshafen nach Lakehurst bei New York.
Der nationalsozialistische preußische Ministerpräsident Hermann Göring ernennt den Intendanten des Preußischen Schauspielhauses Gustaf Gründgens wegen dessen Verdiensten um die darstellende Kunst zum Preußischen Staatsrat.
Benito Mussolini erklärt in Rom den Eroberungskrieg mit den Worten "Abessinien ist italienisch" für beendet.
In Wien besiegt die österreichische Fußball-Nationalmannschaft die Vertretung Englands 2:1.

7.5.1936
Der deutsche Reichspropagandaminister Joseph Goebbels behält sich in einem Schreiben an die Landesregierungen sowie die Ober- und Regierungspräsidenten die Entscheidung über Erscheinungsverbote in- und ausländischer Zeitungen und Zeitschriften selbst vor.

8.5.1936
Der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Frankreichs, Maurice Thorez, erklärt in Paris dass es keine Regierungsbeteiligung der Kommunisten geben werde, dass die Kommunisten jedoch die neu zu bildende Volksfront-Regierung unterstützen werden.
In der griechischen Stadt Saloniki und in der Provinz Mazedonien kommt es zu ausgedehnten Streiks und Unruhen, in deren Verlauf sich blutige Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Militär ereignen.
Zur Feier des 80. Geburtstages von Sigmund Freud hält Thomas Mann in Wien eine Festrede "Sigmund Freud und die Zukunft", die vom Wiener Bermann-Fischer Verlag veröffentlicht wird.

9.5.1936
Der italienische Ministerpräsident und Duce, Benito Mussolini, verkündet in Rom ein neues Gesetz, das Abessinien (Äthiopien) der vollen italienischen Souveränität unterstellt und den italienischen König, Viktor Emanuel III., sowie dessen Nachfolger zum Kaiser von Abessinien erklärt. Italien versteht diesen Akt als Neu­gründung des „Imperium Romanum".

10.5.1936
In München beginnt die dritte Reichstheater-Festwoche. Sie soll einen Überblick über das aktuelle Theaterschaffen im Deutschen Reich geben.
Anlässlich der Tagung des Nationalrates der Sozialistischen Partei in Paris erklärt deren Führer, Léon Blum, dass seine Partei als stärkste Fraktion der neugewählten Deputiertenkammer die Leitung der kommenden Regierung übernehmen und die übrigen Parteien der Volksfront zum Eintritt ins Kabinett einladen werde.
Der frühere Ministerpräsident Manuel Azaña wird im spanischen Abgeordnetenhaus (Cortes) mit nur sechs Gegenstimmen zum neuen Staatspräsidenten gewählt.
Der Große Preis von Tripolis in Nordafrika endet mit einem Doppelsieg für Auto-Union: Der Italiener Achille Varzi gewinnt vor dem Deutschen Hans Stuck.

11.5.1936
Der Völkerbund verlängert die Amtszeit des Hochkommissars für die Freie Stadt Danzig, des Iren Sean Lester, bis Mitte des Jahres 1937.
In München erörtert Adolf Hitler mit Franz von Papen die Verbesserung der deutsch-österreichischen Beziehungen.
Die Stromlinien-Dampflokomotive 05 002 der Firma Borsig in Berlin stellt auf der Strecke Berlin-Hamburg mit 200,4 km/h einen neuen Weltrekord auf.

12.5.1936
Der österreichische Bundeskanzler Kurt Schuschnigg und Vizekanzler Ernst Rüdiger Starhemberg beraten in Wien über den Abschluß eines Verständigungsabkommens mit dem Deutschen Reich, das Österreichs Souveränität anerkennen solle. Starhemberg spricht sich gegen jegliche Zusammenarbeit mit dem Reich aus.
Reichspropagandaminister Joseph Goebbels verbietet die "Nachtkritik" in den Zeitungen. Dies bedeutet, dass Kritiken von Abendaufführungen (Theater, Musik) nicht mehr im nächsten Morgenblatt erscheinen dürfen, sondern frühestens in den Mittagsausgaben.
Reichserziehungsminister Bernhard Rust gibt dem NS-Lehrerbund ausschließliches Recht zur weltanschaulichen Erziehung der Lehrer.

13.5.1936
Internationale Proteste wegen eines Glückwunschtelegramms des österreichischen Vizekanzlers Ernst Rüdiger Starhemberg an den italienischen Duce Benito Mussolini zum Sieg in Abessinien (Äthiopien) benutzt der österreichische Bundeskanzler Kurt Schuschnigg, um den Rücktritt seines politisch unbequemen Stellvertreters zu verlangen.
Adolf Hitler erlässt einen Befehl zur „Pflege des Rassengedanken" und der „Führerauslese" in der Wehrmacht.
Santiago Casares Quiroga, der bisherige Innenminister Spaniens, wird als Nachfolger von Manuel Azaña neuer spanischer Ministerpräsident. Sein Kabinett setzt sich mehrheitlich aus Linksrepublikanern zusammen.
Im US-Bundesstaat Kentucky wird die Festung Fort Knox fertiggestellt, in der die US-amerikanischen Goldreserven im Wert von umgerechnet 15 Milliarden Reichsmark (RM) sicher aufbewahrt werden sollen.

14.5.1936
Adolf Hitler empfängt den britischen Botschafter Sir Eric Phipps zu einer Unterhaltung. Dieser hatte am 7. Mai dem Reichsaußenminister die Antwort der britischen Regierung auf Hitlers Vorschläge vom 1. April überbracht. Die Aussprache verlief völlig negativ.
Der österreichische Bundeskanzler Kurt Schuschnigg bildet sein Kabinett um.
Guatemala teilt dem Generalsekretariat des Völkerbundes in Genf mit, dass es unter Einhaltung der zweijährigen Kündigungsfrist aus dem Völkerbund ausscheide. Der Austritt erfolge aus finanziellen Gründen und aus der Erkenntnis, dass die von den kleineren Staaten dem Völkerbund gebrachten Opfer nutzlos seien, da dieser nicht dazu in der Lage sei, die ihm gesteckten Ziele zu verwirklichen.
General Felician Slawoj Skladkowski wird als Nachfolger von Marian Zyndram Kozlowski neuer polnischer Ministerpräsident.
In Berlin wird der von Fritz Wendhausen gedrehte Film "Familienparade" uraufgeführt, in dem Curd Jürgens seine erste Hauptrolle spielt.

15.5.1936
Otto Thierack, Vizepräsident des Reichsgerichts, wird Präsident des Volksgerichtshofes.
Papst Pius XI. enthebt den Erzbischof von Rouen, Paul de la Villerabel, der zugleich Primas der Normandie gewesen ist, seines Amtes. Grund für diese äußerst seltene päpstliche Entscheidung ist ein langwierige Streit des greisen Erzbischofs mit seinem Generalvikar gewesen, der angeblich Kirchengelder unterschlagen haben soll.

16.5.1936
Auf dem Deutschen Juristentag in Leipzig führt Reichsjuristenführer Hans Frank aus, daß es im Dritten Reich keine Gewaltenteilung im alten Sinn mehr gebe. Die einzige Macht im Staate sei die des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler; sie sei ungeteilt und beruhe auf der Ermächtigung durch das deutsche Volk.
In Düsseldorf wird die Ausstellung "Film und Foto" eröffnet (sie dauert bis 7.6.). Sie bietet den Besuchern einen Überblick über das filmische und fotografische Schaffen im Deutschen Reich.

17.5.1936
Auf der internationalen Luftfahrtausstellung in Stockholm erregen die neuen deutschen Flugzeuge, insbesondere die von den Junkers-Werken gebaute JU 86 und das von Claude Dornier entworfene Riesenflugboot DO 20 allseitig großes Aufsehen.
In der Düsseldorfer Kunsthalle endet die große Bernsteinschau "Das deutsche Gold" (Beginn 29.4.).
In Rom trennen sich die Fußball-Nationalmannschaften Italiens und Österreichs in einem Länderspiel 2:2 unentschieden.
Der deutsche Automobil-Rennfahrer Rudolf Caracciola gewinnt auf Mercedes-Benz den Großen Preis von Tunis in Nordafrika auf dem Rundkurs von Karthago.
In Mailand wird die erste Etappe des Giro d'Italia, der 24. Italien-Rundfahrt für Radrennfahrer, gestartet.

18.5.1936
Aus der letzten Volkszählung (16. 6. 1933) geht hervor, daß im Deutschen Reich 11,5 Millionen Frauen berufstätig sind; allein in der Landwirtschaft sind 4,1 Millionen Frauen beschäftigt.
Die unter Duldung der Behörden betriebenen deutschfeindlichen Handlungen ist jetzt ein neuer Schlag gegen das Deutschtum erfolgt. Es ist durch ein Dekret beschlossen worden, sämtliche Ortsgruppen der Deutschen Vereinigung im ganzen westpreussischen Seekreis, nicht nur zu schließen und damit ihre Wirksamkeit zu unterbinden, sondern zu liquidieren, also völlig aufzulösen.

19.5.1936
Anlässlich der offiziellen Siegesfeiern für den Abessinienfeldzug beschließt das faschistische Parteidirektorium in Rom, dass künftig sämtliche waffenfähigen Faschisten zwischen 21 und 55 Jahren in die italienische Miliz einzutreten haben.
Die Lieblingsjacht des verstorbenen britischen Königs Georg V., die nicht mehr seetüchtig ist, wird "mit vollen Segeln und fliegenden Fahnen" an der tiefsten Stelle des Ärmelkanals versenkt.

20.5.1936
Der österreichische Ministerrat beschließt in Wien ein neues Gesetz über die Organisationsstruktur der "Vaterländischen Front" und der ihr angeschlossenen Verbände. Die "Vaterländische Front" ist demnach "ein auf autoritärer Grundlage aufgebauter politischer Verband öffentlichen Rechtes mit eigener Rechtspersönlichkeit und der einzige Träger der politischen Willensbildung im Staate".
Wegen der starken Zunahme schwerer Verkehrsunfälle im Deutschen Reich veröffentlicht das Reichsjustizministerium eine "Warnung an Kraftfahrzeugführer vor Alkoholmißbrauch und Führerflucht"

21.5.1936
Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler unterstellt die Walhalla bei Regensburg seiner besonderen Obhut. Auf seine Veranlassung hin wird eine Büste des österreichischen Komponisten Anton Bruckner aufgestellt.
Der Vollzugsausschuß der französischen Radikal-Sozialistischen Partei (Liberale) beschließt in Paris, der neu zu bildenden Volksfront-Regierung unter Léon Blum beizutreten.

22.5.1936
Das Motorschiff »Ostmark« wird von der Deutschen Lufthansa nach der »Westfalen« und der »Rheinland« als dritter Flugzeugstützpunkt auf See im Südamerikaverkehr in Dienst gestellt.
Der Deutsche Tennismeister Gottfried von Cramm gewinnt bei den Internationalen Tennismeisterschaften von Frankreich in Paris den Einzeltitel durch einen Sieg über den Briten Fred Perry.

23.5.1936
Der niederländische Episkopat veröffentlicht eine Erklärung, wonach künftig Katholiken, die sich stark für die Nationalsozialistische Partei engagieren, nicht mehr zu den Sakramenten zugelassen werden. Der katholischen Kirche werde großer Schaden zugefügt, wenn der Nationalsozialismus im Land das Übergewicht gewinnen sollte.
Der britische Hochkommissar für Palästina hat für das erste Halbjahr 1936 4500 Zertifikate für die Einwanderung von Juden bewilligt. Hiervon sind 1200 Zertifikate für reichsdeutsche Juden bestimmt.
Aus den belgischen Parlamentswahlen gehen die Sozialisten mit 70 Sitzen als stärkste Fraktion hervor. Die neu gegründete Partei der Rexisten gewinnt auf Anhieb 26 Sitze. Ihr Programm ist antisozialistisch und antiliberal und strebt die Abschaffung des Parteienstaat und die Einführung der ständischen Verfassung an.

24.5.1936
Im Pariser Exil lebende deutsche Sozialisten, Kommunisten und bürgerliche Demokraten fordern in einem "Aufruf zum Handeln und Vereinigen" zur Bildung einer deutschen Volksfront auf.

25.5.1936
Für die Hitlerjugend wird bis zum 20. April 1937 eine allgemeine Aufnahme-Sperre verhängt, weil das Werbeziel bereits erreicht sei.
Einer Untersuchung des deutschen Konjunkturforschungsinstituts zufolge steht einem tatsächlichen Bestand von derzeit 800.000 bis einer Million Personenwagen im Deutschen Reich eine Zahl von 1,6 Millionen potentiellen Kraftfahrzeugkäufern gegenüber.
Die japanische Regierung verfügt die Schließung des Tokioter Vergnügungsviertels Yoshiwara, um dem Sittenverfall zu begegnen.

26.5.1936
Der österreichische Vizekanzler Eduard Baar-Baarenfels ordnet als Führer der neugeschaffenen Frontmiliz an, dass diese von den bisherigen Wehrverbänden die Aufgabe übernehmen solle, in enger Zusammenarbeit mit den anderen Waffenträgern des Staates das christliche, deutsche ständisch-gegliederte Österreich gegen jeden Feind zu verteidigen.
Nach sechsjähriger Bauzeit wird in Österreich die Packer Höhenstraße, zwischen Graz und Klagenfurt, dem Verkehr übergeben.
In Koblenz beginnt ein Prozeß gegen mehr als 200 Franziskanermönche, denen "Sittlichkeitsverbrechen" vorgeworfen werden. Das erste Urteil lautet auf acht Jahre Zuchthaus.
In Frankfurt am Main wird die Oper "Doktor Johannes Faust" des deutschen Komponisten Hermann Reutter uraufgeführt.

27.5.1936
Nach mehreren internationalen Protesten ordnet der preußische Ministerpräsident Hermann Göring die Einweisung des Publizisten Carl von Ossietzky aus dem Konzentrationslager Esterwegen in ein Krankenhaus an, wo seine "Haftunfähigkeit" festgestellt wird.
Der britische Kronrat setzt die Krönung König Eduards VIII. auf den 12. Mai 1937 fest.
Britischen Pressemeldungen zufolge soll der Buckingham-Palast und sein umfangreicher Park als Baugrundstück verkauft werden. Als Kaufpreis wird eine Summe von drei Millionen Pfund (rund 40 Millionen Reichsmark) genannt. Zum Verkauf wird es jedoch nicht kommen.
Der sowjetische Rat der Volkskommissare genehmigt einen Gesetzentwurf, der das Verbot des Schwangerschaftsabbruchs, Erschwernisse der Ehescheidung, Staatshilfen für Mütter mit acht und mehr Kindern und schärfere Vorschriften für die Alimentenzahlung vorsieht.
Die Staatspolizei der USA entlarvt eine Geheimorganisation, die den Namen "United Brotherhood of America" führt und in ihren Methoden und Zielen denen des Ku-Klux-Klan gleicht. Die rassistische Organisation bezeichnet Juden, Katholiken und Neger als ihre Hauptfeinde.

28.5.1936
In der Pfingst-Denkschrift der 2. Vorläufigen Leitung wendet sich die evangelische Bekennende Kirche gegen den Rassenwahn und die antisemitische Politik des Nationalsozialismus.
Adolf Hitler empfängt den ungarischen Kultusminister Dr. Homann, der die Reichshauptstadt besuchte.
Der 86-jährige General Karl von Litzmann stirbt auf seinem Gut Neu-Globsow, Adolf Hitler ordnet ein Staatsbegräbnis für Litz­mann an, der ihm jahrelang in schwierigen Situationen beigestanden hatte.

29.5.1936
Anläßlich der 20-Jahr-Feier der Skagerrak-Schlacht (Erfolg der deutschen Kriegsflotte gegen Großbritannien) beginnen in der Kieler Bucht umfangreiche Flottenmanöver. Im Flottenbegleitschiff „Grille" nimmt Adolf Hitler die Parade ab. Es folgt ein Besuch der Deutschen Werft.
In München wird eine Himalaya-Stiftung gegründet, die das Inventar der bisherigen vier deutschen Expeditionen übernimmt und für 1937 einen Versuch für den östlichen Himalaya (Gipfel Nanga Parbat und Kangchendzönga) vorbereitet.

30.5.1936
In Anwesenheit des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler wird bei Kiel zum Gedenken an die Skagerrak-Schlacht das Marine-Ehrenmal Laboe eingeweiht.
In Berlin werden die Arbeiten am "Gesamtkatalog der deutschen Bibliotheken", kurz "Deutscher Gesamtkatalog" genannt, einer Fortsetzung und Erweiterung des "Preußischen Gesamtkatalogs", aufgenommen.
In den USA wird der erste dort gedrehte Spielfilm des 1933 in die USA emigrierten deutschen Regisseurs Fritz Lang mit dem Titel "Fury" (Zorn) uraufgeführt.

31.5.1936
Die deutsche Regierung erläßt ein Gesetz »Über die Einziehung von Erzeugnissen entarteter Kunst«.

Die Junkers Ju 86 war ein freitragender zweimotoriger Tiefdecker, der sowohl für den zivilen als auch für den militärischen Einsatz entwickelt wurde. Insgesamt wurden rd. 900 Exemplare dieses Typs in verschiedenen Varianten gefertigt. Junkers konzipierte die spätere Ju 86 als zweimotorige Tiefdecker mit einziehbarem Fahrwerk und doppeltem Seitenleitwerk und erhielt einen Auftrag auf vier Prototypen. Nach der Erprobung von zwei militärischen Prototypen seit November 1934 und dem Bau von sieben Passagierflugzeugen A-0 lief der Serienbau des Kampfflugzeuges der B-Serie für die Luftwaffe im Juni 1936 an, wurde aber bereits Ende April 1937 durch den Generalinspekteur der Luftwaffe, Staatssekretär Erhard Milch gestoppt, da sich die militärische Variante der Ju 86 entgegen den großen Erwartungen an die verwendeten Dieselmotoren Junkers Jumo 205 als völliger Fehlschlag erwies

JUNI 1936

1.6.1936
In der Berliner Kroll-Oper wird der Internationale Kongress für gewerblichen Rechtsschutz eröffnet. Der Reichsleiter des Rechtsamtes der NSDAP, Hans Frank, weist in seiner Begrüßungsrede darauf hin, dass nationalsozialistisches Recht "aus der Wesenstiefe des deutschen Volkes kommt".
Einreichung der Pfingstdenkschrift der zweiten Vorläufigen Kirchenleitung und des Reichsbruderrates der „Bekennenden Kirche" an die Reichskanzlei. Radikale Kritik an weltanschaulichen Voraussetzungen des NS-Regimes.
In Anwesenheit Adolf Hitlers findet bei Neu-Globsow, Mark Brandenburg, dem Wohnsitz des verstorbenen Generals Karl von Litzmann, die Beisetzung statt. Generalfeldmarschall Werner von Blomberg hält die Gedenkrede, Hitler legt einen riesigen Kranz nieder, der die Aufschrift trägt: „Dem alten Soldaten und treusten Kämpfer für Deutschlands Größe und Wiederauferstehung, Parteigenosse General Litzmann. Adolf Hitler"
Der neue Luxusdampfer der britischen Cunard Line, die "Queen Mary", macht auf seiner Jungfernfahrt in New York Station.
Nach einem Erlass der deutschen Reichsmusikkammer ist ab sofort das Führen eines ausländisch klingenden Künstlernamens verboten. Das Annehmen eines Pseudonyms muss von der Reichsmusikkammer genehmigt werden. Zuwiderhandlungen sollen mit Ordnungsstrafen, bei schwereren Fällen mit Berufsverbot geahndet werden.
In Rom tritt der italienische Ministerrat zusammen, um das "ostafrikanische Imperium" neu zu gliedern.
Die Deutsche Landsmannschaft, die letzte große studentische Verbindung, löst ihren aktiven Hochschulverband auf.

2.6.1936
Im Deutschen Reich kommen neue, "fälschungssichere" Banknoten zu 100 Reichsmark zur Ausgabe. Auf dem bläulich gefärbten Papier sind der Kopf des deutschen Chemikers Justus von Liebig und das Hakenkreuz abgebildet.
Das US-amerikanische Repräsentantenhaus bewilligt für das Finanzjahr 1936/37 einen Zusatzkredit für den Wehretat von 68 Millionen Dollar. Damit steigen die Militärausgaben für 1936/37 auf 1160 Millionen Dollar gegenüber 745 Millionen Dollar im Rechnungsjahr 1935/36.

3.6.1936
Eine Verordnung des deutschen Reichsernährungsministeriums bestimmt, dass ab dem 1. 9. 1936 nur noch amtlich zugelassene Hengste, Bullen und Eber für die Zucht eingesetzt werden dürfen. Angestrebt ist eine allgemeine Verbesserung von Leistung und Rasse in der deutschen Viehwirtschaft.
Kaiser Haile Selassie I. von Abessinien (Äthiopien), der nach der Eroberung seines Landes durch die Italiener hat flüchten müssen, trifft in London ein.

4.6.1936
In Frankreich drohen Streiks das öffentliche Leben lahmzulegen. Die streikenden Arbeiter fordern die 40-Stunden-Woche, höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen.
Nach dem Wahlsieg der Volksfrontparteien in Frankreich vom 3. Mai tritt die neue Regierung unter Ministerpräsident Léon Blum ihr Amt an.

5.6.1936
Die Deutsche Reichspost kündigt den Bau von zwei Fernsehsendern auf dem Brocken im Harz und dem Feldberg im Taunus an. Die Anlagen sollen 1937 fertiggestellt sein. Die Sender sollen zunächst versuchsweise betrieben werden, da die Frage der endgültigen Versorgung des Deutschen Reichs mit Fernsehsendern noch nicht entschieden werden kann.

6.6.1936
Der neue französische Ministerpräsident Léon Blum verliest vor der Deputiertenkammer in Paris die Antrittserklärung der Volksfront-Regierung.
Die Staatsoberhäupter der Kleinen Entente (Jugoslawien, Rumänien und Tschechoslowakei) treffen sich in Bukarest.
Streiks spanischer Arbeiter dehnen sich über das ganze Land aus. Die Streikenden fordern bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen und wenden sich gegen die zurückhaltende Reformpolitik der linksrepublikanischen Regierung unter Ministerpräsident Santiago Casares Quiroga.
In Köln tagt der Deutsche Reichsbund der Kinderreichen.

7.6.1936
Der frühere britische Premierminister David Lloyd George wird von Führer und Reichskanzler Adolf Hitler auf dem Obersalzberg empfangen.
In der pommerschen Stadt Wangerin feiern 10 000 Mitglieder des Deutschen Reichskriegerbundes (Kyffhäuserbund) das 150jährige Bestehen der Organisation, in der rund drei Millionen ehemalige deutsche Soldaten zur militärischen Traditionspflege zusammengeschlossen sind.
Französische Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretungen schließen einen Vertrag, der die Situation der Arbeiter wesentlich verbessern soll.
In den Südstaaten der USA hat es seit neun Wochen nicht geregnet, was zu schweren Schäden in der Landwirtschaft führte.
Bei den belgischen Provinzialratswahlen in Eupen-Malmedy (ehem. Deutsches Reich) erhält die nationalsozialistische Heimattreue Front die meisten Stimmen.
In Krefeld wird die Adolf-Hitler-Rheinbrücke eingeweiht.

8.6.1936
Die Deutsche Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung teilt mit, daß die Zahl der Arbeitslosen im Deutschen Reich erstmals seit 1933 unter 1.500.000 gefallen ist. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist auch zentrales Thema des Sechsten Internationalen Gemeindekongresses der in Berlin eröffnet wird.
In bestimmten Gewerben ist im Deutschen Reich die Einrichtung neuer oder Erweiterung bestehender Betriebe verboten. Darunter fallen z. B. Tankstellen, Reisebüros und Zementfabriken.
Bei einer Parade der rumänischen Jugendverbände in Bukarest stürzt eine mit 3000 Zuschauern besetzte Tribüne ein.

9.6.1936
Adolf Hitler empfängt nacheinander den japanischen Botschafter Graf Mushakoji, den ägyptischen Gesandten Nachet Pascha und den afghanischen Kriegsminister Schah Mahmud, der sich in Berlin einer Operation unterzogen hat. Außerdem hält Hitler in der Reichskanzlei eine kurze Ansprache vor den Delegierten des VI. Internationalen Gemeindekongresses, der gerade in Berlin stattfindet.
Der österreichische Bundeskanzler Kurt Schuschnigg betont während eines Wiener Bezirksappells der Vaterländischen Front den Wunsch der Regierung nach einer Normalisierung der deutsch-österreichischen Beziehungen.
In Palästina wird die arabische Arbeiterpartei von der Mandatsbehörde verboten.
Alfred M. Landon wird von der US-amerikanischen Republikanischen Partei zum Präsidentschaftskandidaten für die bevorstehenden Wahlen aufgestellt.

10.6.1936
Adolf Hitler erlässt ein Geleitwort im „Völkischen Beobachter" zum bevorstehenden Rotkreuztag.
In der 2. Kammer des polnischen Parlaments, wird ein Vierjahresplan zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit angenommen. Für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen werden für die nächsten vier Jahre 1,8 Milliarden Zloty zur Verfügung gestellt.
Im Schweizer Nationalrat wird der von Kommunisten, Sozialdemokraten und Duttweiler-Gruppe eingebrachte Antrag abgelehnt, zur Sowjetunion diplomatische Beziehungen aufzunehmen und damit die kommunistische Regierung anzuerkennen.
Walter Ulbricht wird vom Zentralkomitee der deutschen Exil-KPD in Paris zum Sekretär des Politbüros ernannt.

11.6.1936
Adolf Hitler begibt sich früh nach Wilhelmshaven, um die dortige Marinetruppe zu inspizieren und eine Parade abzunehmen. Anschließend besichtigt er die Marinewerft. Am Nachmittag stattet er dem Fischerdorf Horumersiel einen Besuch ab.
Das Präsidium des Zentralexekutivkomitees der UdSSR in Moskau billigt den Entwurf für eine neue Verfassung und fordert die Bevölkerung zu einer intensiven Diskussion darüber auf.
Im Londoner Gate Theatre wird die Komödie "Nie wieder Frieden" des seit 1933 im Exil (USA) lebenden deutschen Schriftstellers Ernst Toller uraufgeführt.

12.6.1936
Der deutsche Finanzminister Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk weist bei einer Rede darauf hin, dass die deutsche Finanz- und Wirtschaftspolitik die Aufgabe habe, grundlegend zur "Wehrhaftmachung" der Deutschen beizutragen; deshalb sei größte Sparsamkeit aller Volksgenossen im Deutschen Reich vonnöten.
Der deutsche Spielfilm "Allotria" von Willi Forst mit Musik von Peter Kreuder wird in Berlin uraufgeführt. Renate Müller, Jenny Jugo, Heinz Rühmann und Adolf Wohlbrück spielen die Hauptrollen in dem Film-Lustspiel.

13.6.1936
In Hamburg läuft ein zweites Segelschulschiff der deutschen Kriegsmarine, die »Horst Wessel«, vom Stapel. Adolf Hitler nimmt am Stapellauf teil. Nach dem Stapellauf verlässt er an Bord des Flottenbegleitschiffes „Grille" Hamburg.
Joseph Goebbels erklärt auf dem Gautag in Hildesheim, das große nationalsozialistische Aufbauwerk habe Deutschland zur „Ordnungszelle Europa" gemacht.
Die tschechoslowakische Regierung überträgt Befugnisse, die bislang den Ministerien zugekommen sind, auf untergeordnete Ebenen. Damit kommt die Dezentralisierung der Verwaltung in Gang, die von Ministerpräsident Milan Hodza angekündigt worden war.

14.6.1936
In München beginnt die Reichstagung der Nationalsozialistischen Kulturgemeinde; sie dauert bis zum 17. Juni.
Die italienische Regierung führt per Sondergesetz die paramilitärische Ausbildung für Jugendliche von 16 bis 19 Jahren ein.
Der deutsche Rennfahrer Bernd Rosemeyer gewinnt auf dem Nürburgring das Eifelrennen in der Klasse der Rennwagen über 1500 cm.

15.6.1936
Der Vierte Strafsenat des Berliner Kammergerichts, der in Stettin tagt, verurteilt 23 Antifaschisten wegen "Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens" zu Zuchthausstrafen zwischen eineinhalb und fünf Jahren. Die Angeklagten sollen u.a. "Propagandaschriften" der Kopenhagener SPD ins Deutsche Reich eingeschmuggelt haben.
In Berlin beginnt der Vorverkauf für die letzten Eintrittskarten zu den Olympischen Spielen vom 1. bis zum 16. August.
200 000 Arbeiter treten in Belgien in den Streik. Beschäftigte der Bergwerke und der Eisenindustrie schließen sich den Forderungen der Hafenarbeiter nach der 40-Stunden-Woche bezahltem Jahresurlaub und Lohnerhöhung an und versuchen, einen Generalstreik durchzusetzen.

16.6.1936
Der Staatssekretär im deutschen Reichsfinanzministerium, Fritz Reinhardt, kündigt für den 1. Juli 1936 eine Kinderbeihilfe für kinderreiche Familien an. Für das fünfte und jedes weitere Kind sollen danach monatlich zehn Reichsmark an staatlicher Unterstützung gezahlt werden.
Adolf Hitler richtet ein allgemein gehaltenes Telegramm an die NS-Kulturgemeinde, die in München unter Alfred Rosenberg eine Tagung abhält. Der Leiter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP, Walter Gross, verneint in seinem Referat an der Reichstagung über „Kunst und Rasse" die Allgemeingültigkeit von Kunstwerken. Sie seien vielmehr rassisch bedingt und nur von Menschen gleicher Rasse verstehbar. Reichsleiter Alfred Rosenberg nennt vier Grundwerte des neuen, nationalsozialistischen Lebensstils.
In Paris einigen sich Vertreter der arabischen Nationalisten und des französischen Außenministeriums, das französische Mandatsgebiet Syrien in die Unabhängigkeit zu entlassen. Es sollen zwei Staaten, Syrien und Libanon, gebildet werden. Als Staatsform ist eine republikanische Demokratie vorgesehen.
Beim Untergang einer Donaufähre bei Budapest kommen 24 Menschen ums Leben.

17.6.1936
Adolf Hitler gibt einen Erlass über die Einsetzung eines Chefs der Polizei im Reichsministerium im Innern bekannt: „... Zum Chef der deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern wird der stellvertretende Chef der Geheimen Staatspolizei Preußen, Reichsführer SS, Heinrich Himmler, ernannt ...". Damit befehligt Himmler die gesamte deutsche Polizei. Institutionelle Verknüpfung von Polizei und Staatsamt. Errichtung von Hauptämter für Ordnungspolizei: Chef wird Kurt Daluege, der dank Hitlers Unterstützung zum SS-Obergruppenführer und Stellvertreter Himmlers ernannt wird, und Sicherheitspolizei (Gestapo und Kripo): Chef Reinhard Heydrich. Adolf Hitler besichtigt außerdem, von Himmler begleitet, die neue Uniform der Polizei, die anschließend im ganzen Reich eingeführt wird. Am gleichen Tag besucht Hitler noch das Olympische Dorf am Reichssportfeld in Berlin.
Adolf Hitler hält beim Empfang des bisherigen brasilianischen Gesandten Moniz de Aragao, der zum ersten Botschafter seines Landes in Berlin ernannt worden war, eine Ansprache. Anschließend empfängt er den neuen dominikanischen Gesandten Olivies und den scheidenden estnischen Gesandten Akel.
In Wien wird der Spielfilm "Im Sonnenschein" uraufgeführt. Regie hat Garmine Gallone geführt. Die Hauptrollen in dem Film, der auf der Biennale in Venedig mit der Medaille für hervorragende Einzelleistungen ausgezeichnet wird, spielen Jan Kiepura, Luli von Hohenberg, Friedl Czepa und Theo Lingen.

18.6.1936
Nach Aussage des britischen Außenministers Anthony Eden wird Großbritannien die Wirtschaftssanktionen (verhängt im Zusammenhang mit dem Abessinien-Konflikt) gegen Italien einstellen.
Das französische Kabinett beschließt die Auflösung rechter Kampforganisationen und privater Milizen in Frankreich.
Wegen des anhaltenden Regens in New York wird der Boxkampf von Max Schmeling und Joe Louis um 24h verschoben.

19.6.1936
Im Deutschen Reich darf nur noch die Hakenkreuzflagge gehißt werden.
Adolf Hitler wird von Carl Vincent Krogmann, Regierender Bürgermeister (Hamburg), ein Modell und eine Denkschrift für eine Hochbrücke über die Elbe vorgelegt. Im Zusammenhang mit seinen Plänen zur Gestaltung deutscher Städte, sollte Hamburg als Tor zur Welt architektonisch zu einer „Visitenkarte des Nationalsozialismus" werden. Dazu gehörten eine Autobahnhochbrücke über die Elbe sowie ein 250 Meter hohes „Gauhaus" der NSDAP, ein 80 Meter hohes KdF-Hotel und eine Kongresshalle.
Nach dem Rücktritt der von Per Albin Hansson geführten sozialistischen Regierung Schwedens am 15. Juni, der aufgrund von mehreren Abstimmungsniederlagen erfolgt ist, bildet der Führer des konservativen Bauernbundes, Axel Pehrsson-Bramstorp, eine neue Regierung aus Bauernbundmitgliedern und parteilosen Fachleuten.

Der deutsche Boxer Max Schmeling besiegt in New York den US-Amerikaner Joe Louis. Schmeling analysierte vor dem Kampf Filme seines Gegners und fand einen Schwachpunkt: Louis ließ nach dem Schlag seine Linke fallen, was Platz für einen Konter bot. Im Kampf überraschte Schmeling die Boxwelt, indem er Louis schon früh hart treffen konnte und ihn dann durch K.O. in der 12. Runde besiegte, was ihn zum international bekanntesten deutschen Sportler machte. Adolf Hitler sendet dem Boxer zu seinem K.O.-Sieg über den „braunen Bomber", ein Glückwunschtelegramm. Die Filmschauspielern Anny Ondra, Schmelings Gattin, erhält ebenfalls ein Telegramm von Hitler, gleichzeitig lässt er ihr einen Blumenstrauß überreichen. Hitler hatte in „Mein Kampf" das Boxen als den wertvollsten Sport überhaupt bezeichnet und fühlt sich als besonderer Mäzen der Sparte.                  





















Mit seinem Rivalen Joe Louis verband Schmeling bis zu dessen Tod 1981 eine Freundschaft. Er unterstützte den finanziell in Not geratenen Louis, als dieser Steuern nachzuzahlen hatte. Schließlich beteiligte sich Schmeling an dessen Beerdigungskosten in einer Geste menschlicher Verbundenheit.

20.6.1936
Nach Großbritannien und Frankreich empfehlen auch die USA die Aufhebung der Sanktionen gegen Italien, die wegen des Überfalls auf Abessinien (Äthiopien) verhängt worden waren.

21.6.1936
Auf der Tagung der Sudetendeutschen Partei in Eger wird Konrad Henlein mit 3500 gegen drei Stimmen als Vorsitzender wiedergewählt.
Die Fußballmannschaft des 1. FC Nürnberg wird durch ein 2:1 gegen Fortuna Düsseldorf Deutscher Fußballmeister.

22.6.1936
Im Deutschen Reich wird für Kindesraub in erpresserischer Absicht die Todesstrafe eingeführt.
Zur Finanzierung der "Wehrhaftmachung" wird im Deutschen Reich eine Reichsanleihe über 700 Millionen Reichsmark aufgelegt. Die Tilgung ist ab 1943 vorgesehen.
Adolf Hitler sendet ein Glückwunschtelegramm an den englischen König Eduard VIII. zu dessen Geburtstag.
Als "Vorbeugemaßnahme" hat die Gestapo in Berlin über 800 Antifaschisten in Haft genommen, damit die Olympischen Spiele nicht durch politische Aktionen des Widerstands "gestört" werden.
In Montreux beginnt die Konferenz der Signatarstaaten der Meerengenkonvention von Lausanne (1923), in der die Entmilitarisierung der türkischen Meerengen zwischen dem Mittelmeer und dem Schwarzen Meer festgelegt worden ist. Auf Vorschlag der Türken wird in Montreux über eine Neuregelung verhandelt.
In Berlin heiratet der Schauspieler Gustaf Gründgens die Schauspielerin Marianne Hoppe.

23.6.1936
Das deutsche Luftschiff LZ 130 »Graf Zeppelin II«, das Schwesterschiff der »Hindenburg«, wird in Friedrichshafen auf Kiel gelegt.
In der UdSSR wird eine Verordnung zur Tätigkeit der Hochschulen erlassen, die zur Ausbildung politisch zuverlässiger, qualifizierter Kader führen soll und im einzelnen die Studien- und Prüfungsbedingungen neu regelt.
Aus sicherheitspolitischen Gründen wird in der Tschechoslowakei der Handlungsfreiraum der Wirtschaft eingeschränkt.
Die französische Fliegerin Marie Hilsz stellt mit 14.000 m einen neuen Höhenflugrekord für Frauen auf. Der bisherige Rekord ist von der Italienerin Carina Negrone mit 12.043 m gehalten worden.

24.6.1936
Während eines großangelegten Prozesses gegen 276 Franziskanermönche wird in Koblenz der "Hauptangeklagte", Bruder Hermann-Josef, wegen "fortgesetzter widernatürlicher Unzucht" mit Ordensbrüdern zu einem Jahr und acht Monaten Gefängnis verurteilt.
Das stärkste Fahrzeugaufkommen auf deutschen Autobahnen wird für die Strecke Köln- Opladen- Düsseldorf-Süd registriert. Täglich wird diese Autobahn von 3000 bis 3500 Fahrzeugen benutzt.

25.6.1936
Die deutsche Reichsregierung beschließt ein Gesetz, wonach die mangelhafte Lieferung oder die Beschädigung von Rüstungsgütern künftig unter Strafe stehen. Für schwere Vergehen ist die Todesstrafe vorgesehen.
Mit der großen Deutschen Luftschutzausstellung in Köln soll „dem Laien in einfacher Form die Notwendigkeit des Luftschutzes" vor Augen geführt werden.
Die Leitung der Rüsselsheimer Opelwerke reagiert auf Streiks der Arbeiter wegen vorgenommener Lohnkürzungen mit Massenentlassungen.

26.6.1936
Das deutsche Reichskriegsministerium erlässt Weisungen für eine "einheitliche Vorbereitung eines möglichen Krieges" durch das Wehrmachtsamt und die Teilstreitkräfte. Dabei wird von einer möglichen "Konfrontation" zwischen dem Deutschen Reich und Italien einerseits und Frankreich, der UdSSR und der Tschechoslowakei andrerseits ausgegangen.
Adolf Hitler hält eine Ansprache an eine Delegation des deutschen Handwerks, die nach Berlin gekommen ist. Außerdem empfängt er den italienischen Fliegergeneral Valle.
Die deutsche Reichsregierung verabschiedet ein Gesetz zur Wiedererrichtung eines Reichskriegsgerichtes.
In Bremen findet der erste freie Flug des Zwillingsrotor-Hubschraubers Fw 61 der Firma Focke-Achgelis statt.

27.6.1936
Adolf Hitler empfängt den Boxer Max Schmeling mit seiner Mutter und seiner Frau in der Reichskanzlei aus Begeisterung über den Sieg Max Schmelings, den dieser über den „braunen Bomber" Joe Louis errungen hat. Hitler hat dabei die Idee eines abendfüllenden Films, „Schmelings Sieg - ein deutscher Sieg", der Schmeling zum deutschen Helden machen soll.
US-Präsident Franklin Delano Roosevelt wird erneut zum Kandidaten der Demokratischen Partei für die Präsidentschaftswahlen in den USA nominiert.
Mit Hilfe eines Modeamtes soll die Herrenkleidung im Deutschen Reich einen ausgesprochen deutschen Stil erhalten.
Nachdem die belgische Abgeordnetenkammer die Gesetzesentwürfe über den bezahlten Urlaub und die Einführung der 40-Stunden-Woche in bestimmten Wirtschaftsbereichen angenommen hat, beschließen die Hafen- und Bergarbeiter die Beendigung ihres Streiks.
In Dresden wird der deutsche Spielfilm "Schlußakkord" uraufgeführt. Unter der Regie von Detlef Sierck spielen Lil Dagover und Willy Birgel die Hauptrollen.

28.6.1936
In Jena enden die seit dem 20. Juni dauernden offiziellen Feierlichkeiten anlässlich des 700jährigen Bestehens der Stadt.
Adolf Hitler sendet an die Universität von Heidelberg zu deren 550-jährigem Jubiläum ein Telegramm.

29.6.1936
Auf der Zeche Shamrock I/II in Herne wird nach 177 Stunden ein verschütteter Bergmann von Rettungsmannschaften aus einem eingestürzten Stollen lebend geborgen.
Die Cortes, die spanische Volksvertretung, befaßt sich in einer Sitzung mit der in den letzten 24 Stunden herrschenden, durch Putschgerüchte verursachten Unruhe in Madrid. Die Regierung stellt fest, dass sie über genügend bewaffnete Macht verfüge, um einen Aufstand jederzeit niederzuschlagen.

30.6.1936
Vor der Völkerbundsversammlung in Genf richtet der Kaiser von Abessinien (Äthiopien), Haile Selassie I., schwere Vorwürfe gegen die Völkerbundsmitglieder.
Die Reichsregierung beschließt, wieder einen „Obersten Gerichtshof der Wehrmacht" einzurichten.
In den USA erscheint "Vom Winde verweht" von Margaret Mitchell. Innerhalb eines halben Jahres werden eine Million Exemplare des Romans über den Nordamerikanischen Bürgerkrieg verkauft.

Die Focke-Wulf Fw 61 war ein Versuchs-Hubschrauber, mit dessen Konstruktion Henrich Focke bereits 1932 begonnen hatte. Nach seinen Entwürfen wurden bei der von ihm und Georg Wulf 1923 gegründeten Focke-Wulf Flugzeugbau AG in den Jahren 1935 und 1936 unter Anwendung des Prinzips der seitlichen Rotoren zwei Exemplare gebaut. Sie erwiesen sich schnell als die ersten gebrauchsfähigen Hubschrauber der Welt. Der erste Prototyp, die V 1 D-EBVU, Wnr. 931, wurde zum Jahresende 1935 fertiggestellt. Ewald Rohlfs, der am 1. Mai 1935 als Pilot bei Focke-Wulf eingetreten war, begann damit die ersten, noch gefesselten Versuchsflüge in einer Halle in Hemelingen, wohin Focke von den maßgebenden Herren seiner eigenen Firma "verbannt" worden war. Den ersten Freiflug konnte Rohlfs erst am 26. Juni 1936 vornehmen, weil Rohlfs auf Druck Udets erst aus Südamerika zurückgeholt werden musste, wohin ihn die dem ganzen Projekt abweisend gegenüberstehende Firmenleitung im Frühjahr 1936 geschickt hatte. Bis Anfang August waren die Versuche soweit gediehen, dass die E-Stelle Rechlin an das Nachfliegen denken konnte.

die sozialen Errungenschaften im Deutschen Reich waren einzigartig und es gab auf der ganzen Welt nichts Vergleichbares

Carl Froelich

Gerhard Schumann

Georg Kolbe

Sir Eric Phipps

Otto Thierack

Claude Dornier

Anton Bruckner

David Lloyd George

Renate Müller

Jenny Jugo

Adolf Wohlbrück

Marianne Hoppe

Lil Dagover

Sie können die einzelnen Bilder anklicken und die detailierten Ereignnisse dieser Zeit in der großen Chronik von 1933-45 nachlesen