Chronik des Nationalsozialismus Mai / Juni 1937

MAI 1937

1.5.1937
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler spricht anläßlich des Maifeiertages im Berliner Lustgarten vor 1,5 Millionen Menschen.
Adolf Hitler stiftet zur Ehrung ausländischer Staatsangehöriger den »Verdienstorden vom Deutschen Adler«.
Die NSDAP hebt ihre Mitgliedersperre für das Deutsche Reich auf.
Der Chefdramaturg der Frankfurter Bühnen, Friedrich Bethge, ist Träger des nationalen Buchpreises 1937. Emil Jannings erhält den nationalen Filmpreis für die künstlerische Oberleitung und die Hauptrolle in dem Film "Der Herrscher" (Regie: Veit Harlan).
Der Clown Charlie Rivel tritt im Düsseldorfer Apollotheater mit einer neuen Revue auf.
Die NSDAP hebt ihre Mitgliedersperre für das Deutsche Reich auf.
Ein neues Neutralitätsgesetz erlaubt US-Präsident Franklin Delano Roosevelt, den Verkauf von bestimmten kriegswichtigen Gütern an kriegführende Mächte.

2.5.1937
In London treten 25 000 Busfahrer und -schaffner in den Streik, um Lohnerhöhungen durchzusetzen.
In Zürich gewinnt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft vor mehr als 30 000 Zuschauern ein Spiel gegen die schweizerische Elf 1:0.

3.5.1937
In 549 deutschen Gemeinden treten Abteilungen der Hitlerjugend (HJ) zur Grundsteinlegung von HJ-Heimen an.
Das deutsche Luftschiff LZ 129 »Hindenburg« startet von Frankfurt am Main zu seiner ersten diesjährigen Transatlantik-Fahrt nach Nordamerika.
Der österreichische Bundespräsident Wilhelm Miklas trifft in Begleitung von Bundeskanzler Kurt Schuschnigg und Staatssekretär Guido Schmidt zu einem dreitägigen Staatsbesuch in der ungarischen Hauptstadt Budapest ein.

4.5.1937
Der deutsche Außenminister Konstantin Freiherr von Neurath trifft in Rom mit Italiens Außenminister Galeazzo Graf Ciano zusammen. Im Mittelpunkt der Gespräche steht ein möglicher Einmarsch deutscher Truppen in Österreich.
Der Düsseldorfer Gauleiter Friedrich Karl Florian weiht in Düsseldorf das dritte Freimaurer-Museum im Deutschen Reich (nach Chemnitz und Erlangen) ein. Das Museum soll über den "Spuk des Logenunfugs" Aufklärung geben.
In Barcelona kommt es zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Anarchisten und Milizen der Volksfrontregierung. Eine Ursache ist die Ermordung des spanischen Gewerkschaftsführers und Generalsekretärs im Arbeitsministerium, Roldan Cortara.
In Amsterdam wird eine Edvard-Munch-Ausstellung eröffnet, die einen Überblick über das gesamte Schaffen des norwegischen Malers und Grafikers geben soll.
Auf der Generalversammlung der Universum-Film-AG (UFA) in Berlin tritt u.a. der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Alfred Hugenberg, von seinem Posten zurück. Der Aufsichtsrat wird nach den Wünschen von Propagandaminister Joseph Goebbels umbesetzt.

5.5.1937
Der von der NSDAP beherrschte Volkstag von Danzig stimmt mit einer Zweidrittelmehrheit für eine Verlängerung des Ermächtigungsgesetzes von 1933 um weitere vier Jahre.
In deutschen Tageszeitungen erscheinen täglich Berichte über Prozesse gegen katholische Ordensbrüder, die sich sexueller Vergehen schuldig gemacht haben.
Auf der Hamburger Werft Blohm & Voss findet der Stapellauf für den ersten Dampfer der NS-Organisation »Kraft durch Freude« statt.

6.5.1937
Bei der Landung in Lakehurst nahe New York explodiert das deutsche Luftschiff LZ 129 »Hindenburg« und brennt vollkommen aus.
In Hamburg läuft das neue große KdF-Schiff "Wilhelm Gustloff" vom Stapel. Im Anschluß an den Stapellauf fahren sechs Schiffe der KdF-Flotte zur ersten Fahrt in diesem Jahr mit 6500 Arbeitern an Bord in die norwegischen Fjorde.

7.5.1937
Der Luftschiffverkehr mit LZ 127 "Graf Zeppelin" wird vorübergehend eingestellt, "bis Untersuchungsergebnisse über die Ursachen des Unglücks in Lakehurst vorliegen".

8.5.1937
Der preußische Ministerpräsident Hermann Göring eröffnet in Düsseldorf die Ausstellung "Schaffendes Volk", eine nationalsozialistische Wirtschaftsschau, die bis zum 17. Oktober 1937 dauert.
Das Berliner Institut für Konjunkturforschung stellt in einem Bericht fest, dass die Lebenshaltungskosten im Deutschen Reich seit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 um 7,7% gestiegen seien.
Durch ein amtliches Kommuniqué der italienischen Regierung wird bekanntgegeben, dass sämtliche Korrespondenten italienischer Zeitungen in London von ihren Posten abberufen werden. Außerdem wird mit sofortiger Wirkung die Einfuhr britischer Zeitungen nach Italien verboten. Rom reagiert damit auf die Berichte der britischen Presse über die Aktivitäten italienischer Truppen in Spanien.
Auf Schloss Burg in Remscheid beginnt die zweite Reichstagung deutscher Komponisten in der Reichsmusikkammer, auf der bis zum 10. Mai u.a. Konzerte mit stattfinden.

9.5.1937
Die faschistischen Truppen setzen ihren Vormarsch auf die nordspanische Stadt Bilbao fort. Einzelne Einheiten sind nur noch 20 km von Bilbao entfernt.
Den Großen Preis von Tripolis (Libyen) gewinnt der deutsche Automobilrennfahrer Hermann Lang auf Mercedes-Benz. Die ersten acht Plätze werden von deutschen Fahrern belegt.
Die Fußball-Nationalmannschaften von Österreich und Schottland trennen sich in Wien vor 60 000 Zuschauern 1:1.

10.5.1937
Der Ärzteverband Polens nimmt bei einer Sitzung in Warschau den Arierparagraphen in seine Satzung auf. Danach werden alle jüdischen Ärzte aus der Mitgliederliste gestrichen. Gleichzeitig beschließt die ebenfalls in Warschau tagende Advokatenkonferenz, eine Zulassungsbeschränkung für jüdische Jurastudenten zu verlangen.
Der Bischof von Berlin, Konrad von Preysing, lässt in allen Berliner Kirchen ein Schreiben verlesen, in dem er gegen den propagandistischen Feldzug der Nationalsozialisten gegen die Kirche protestiert.

11.5.1937
Der spanische Faschistenführer Francisco Franco Bahamonde enthebt den bisherigen Führer der spanischen Nationalsyndikalisten (Falange Española), Manuel Hedilla, seines Amtes als Mitglied des Nationalrates.
Der neue britische Botschafter, Sir Neville Henderson, überreicht Adolf Hitler in der Reichskanzlei in Berlin sein Beglaubigungsschreiben und ein Handschreiben König Georg VI. Hitler sendet noch am gleichen Tag ein Glückwunschtelegramm an den englischen König Georg VI. zur Krönung.
Adolf Hitler empfängt den polnischen Justizminister Grabowski, der zur Konstituierung der Arbeitsgemeinschaft für die polnisch-deutschen Rechtsbeziehungen in Berlin weilt.
Adolf Hitler hält Begrüßungsansprachen beim Empfang des neu ernannten Gesandten von Guatemala, Gregorio Diaz, und des neu ernannten Gesandten von Mexiko, General Juan D. Azcarate.
Michail N. Tuchatschewski wird als Generalstabschef der Roten Armee und stellvertretender Volkskommissar für Verteidigung von der sowjetischen Regierung in Moskau abgelöst und zum kommandierenden General des Wolgagebiets degradiert. Außerdem werden im sowjetischen Heereswesen tiefgreifende organisatorische und personelle Veränderungen vorgenommen.
Das französische Ministerium für Volkserziehung schließt Verhandlungen mit der spanischen Regierung über die leihweise Überführung ausgewählter Kunstwerke aus dem Madrider Prado-Museum in den Pariser Louvre erfolgreich ab.
In Dublin kommt es nach Kundgebungen irischer Republikaner, die dagegen protestieren, dass Georg VI. am 12. Mai auch zum König von Irland gekrönt wird, zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei.

12.5.1937
Georg VI. wird in der Londoner Westminster Abbey zum britischen König gekrönt.
Der Reichserziehungsminister erklärt, dass an Schüleraustauschen mit dem Ausland nur Mitglieder der HJ und des BDM teil­nehmen dürfen.
Der österreichische Staatssekretär Guido Schmidt, der sich als Vertreter Österreichs bei den Krönungsfeierlichkeiten für Georg VI. in London aufhält, erhält in Gesprächen mit britischen und französischen Regierungsvertretern keine Garantiezusagen für die österreichische Unabhängigkeit.

13.5.1937
Der deutsche Reichsstudentenführer Gustav Adolf Scheel spricht auf einer Großkundgebung des NS-Deutschen Studentenbundes in München über die Aufgaben des deutschen »Studententums im Dienste am Volke«.
Staatssekretär Roland Freisler betont in einer Rede vor Mitgliedern der Rheinisch-Westfälischen Gefängnisgesellschaft in Düsseldorf, dass nicht nur - wie früher - die Tat eines Verurteilten bestraft, sondern auch die Persönlichkeit des Täters beurteilt werden müsse.
Die Reichsfilmkammer in Berlin wählt 15 Spielfilme aus, die auf der Pariser Weltausstellung (24. 5.- 25. 11.1937) im Deutschen Haus gezeigt werden sollen. Darunter befinden sich die Spielfilme "Der Herrscher", "Hitlerjunge Quex" und "Triumph des Willens".
In Paris wird das Schauspiel "Elektra" von Jean Giraudoux uraufgeführt.

14.5.1937
Die Deutschnationale Volkspartei in Danzig löst sich auf; ihre Ab­geordneten schließen sich den Nationalsozialisten an. Die Tätigkeit des Gauleiters Albert Forster bringt der NSDAP innerhalb weniger Wochen einen Zuzug von sieben Parlamentariern. Seine Fraktion hat somit 49 von 72 Sitzen im Danziger Volks lag.
Der Strafsenat des Oberlandesgerichts in Hamburg verurteilt fünf ehemalige Mitglieder der KPD wegen Abhören des Moskauer Rundfunksenders zu Zuchthausstrafen zwischen zwei und sechs Jahren.
Der König von Dänemark Christian X., feiert in Kopenhagen sein 25jähriges Jubiläum als Regent.

15.5.1937
Der spanische Ministerpräsident Francisco Largo Caballero gibt den Rücktritt seines gesamten Kabinetts bekannt. Die Demission ist unausweichlich geworden, weil die Sozialisten und die Kommunisten ihre Minister aus dem Kabinett abberufen haben.
In Berlin wird zwischen Finnland und dem Deutschen Reich ein Abkommen über Auslieferungen und sonstige Rechtshilfe in Strafsachen von Vertretern der beiden Staaten unterzeichnet.
In Wien wird eine Ausstellung mit Werken des Malers Oskar Kokoschka eröffnet. Sie dauert bis zum 13. Juni.

16.5.1937
In Argyrokastro, im Königreich Albanien, brechen Unruhen aus, die sich gegen die konservative Regierung richten. Der Aufstand wird von Regierungstruppen niedergeschlagen.
In Breslau besiegt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft die dänische Elf vor 40 000 Zuschauern 8:0.

17.5.1937
Im Rahmen der Verstärkung der Parteikontrolle über die sowjetischen Streitkräfte verfügt Parteichef Josef W. Stalin die Einführung von politischen Kommissaren in den einzelnen Armeebezirken.
Nach dem Rücktritt der spanischen Regierung unter Francisco Largo Caballero (15.5.) beauftragt Staatspräsident Manuel Azañia den Sozialisten Juan Negrín López mit der Regierungsneubildung.
In einem Fußball-Länderspiel in Bern trennen sich Irland und die Schweiz vor 15 000 Zuschauern 1:0.

18.5.1937
Der Reichsführer der Schutzstaffel (SS) und Chef der deutschen Polizei, Heinrich Himmler, erklärt wegen der hohen Verkehrsunfallquote Trunkenheit am Steuer zum »kriminellen Verbrechen«.
Der Erzbischof von Chicago, Kardinal George William Mundelein, richtet in einer Rede in Chicago heftige Angriffe gegen die nationalsozialistische Kirchenverfolgung im Dritten Reich. Mundelein vergleicht die Sittlichkeitsprozesse gegen katholische Priester mit der "Greuelpropaganda des Weltkrieges".

19.5.1937
Der Oberbefehlshaber der Regierungstruppen bei Madrid, José Miaja Menant, wird von Ministerpräsident Juan Negrín zum Kommissar für die Sicherung der öffentlichen Ordnung in Zentralspanien ernannt. Er soll Aufruhrversuche der Anarchisten verhindern.
Das italienische Königspaar, Viktor Emanuel III. und Helene, hält sich zu einem offiziellen Besuch in der ungarischen Hauptstadt Budapest auf.

20.5.1937
Der Chef des Generalstabs des deutschen Heeres, Ludwig Beck, spricht sich in einem geheimen Memorandum gegen ein militärisches Eingreifen in Österreich aus, weil er dadurch die Gefahr eines mitteleuropäischen Krieges gegeben sieht, der vom deutschen Heer nicht gewonnen werden könne.
Wegen der Rede des Kardinals George William Mundelein von Chicago gegen die Sittlichkeitsprozesse in Deutschland wird die deutsche Botschaft im US-Außenministerium in Washington vor­stellig und weist die „geschmacklosen Beleidigungen" des Führers zurück.
Adolf Hitler hält eine zweistündige Rede vor Arbeitern auf dem Obersalzberg anlässlich der Einweihung einer Gemeinschaftshalle. Er spricht über das Wesen nationalsozi­alistischer Wirtschaftspolitik.
Der italienische Finanzminister Paolo Ignazio Graf Thaon di Revel legt in Rom einen Abschlußbericht über die Kosten des Abessinienfeldzugs (1935/36) vor, in dem Gesamtkosten von rund 12,1 Milliarden Lire (rund 1,6 Milliarden Reichsmark) angegeben werden.

21.5.1937
In Cuxhaven findet die Staatstrauerfeier für die deutschen Opfer des »Hindenburg«-Unglücks von Lakehurst am 6. Mai statt.
Der tschechoslowakische Außenminister Kamill Krofta sagt in einer außenpolitischen Rede in Prag, dass die beunruhigenden Gerüchte über eine ungünstige außenpolitische Situation der ÇSR falsch und gegenstandslos seien. Ein Zerfall der Kleinen Entente (ÇSR, Rumänien, Jugoslawien) sei nicht zu befürchten, und das Verhältnis zu Italien und Österreich entwickele sich positiv.
Zwei von spanischen Regierungstruppen gefangene Angehörige der deutschen Legion Condor werden von einem Militärgericht in Bilbao wegen Rebellion und Mordes zum Tode verurteilt.

22.5.1937
Sowohl Führer und Reichskanzler Adolf Hitler als auch der spanische Faschistenführer Francisco Franco Bahamonde drohen der baskischen Regierung mit schweren Repressalien, falls die beiden am 21. Mai in Bilbao verurteilten deutschen Flieger hingerichtet würden.
Ein Flugzeug der sowjetischen Arktis-Expedition unter der Führung von Otto J. Schmidt landet 20 km vom Nordpol entfernt. Die Forscher sollen die Möglichkeit einer Fluglinie über den Nordpol hinweg erkunden.

23.5.1937
In Kassel findet der 43. Deutsche Philatelistentag des Bundes deutscher Philatelisten statt.
Ein Handball-Länderspiel zwischen Deutschland und Österreich in Wien vor 40 000 Zuschauern (Ergebnis 15:6 für die Deutschen) wird von Nationalsozialisten für eine Propagandaaktion genutzt.
Bei einem Fußball-Länderspiel in Budapest trennen sich Österreich und Ungarn vor 20 000 Zuschauern 2:2.

24.5.1937
Im Deutschen Reich wird eine neue Reichsanleihe über 800 Millionen Reichsmark (RM) aufgelegt. Damit erhöht sich die Summe der Reichsanleihen seit Anfang des Jahres 1937 auf 1,5 Milliarden RM.
Das deutsche Innenministerium in Berlin teilt mit, dass Entscheidungen des Reichsführers der Schutzstaffel (SS) und Chefs der deutschen Polizei (gegenwärtig Heinrich Himmler) in jedem Falle ministerielle Entscheidungen seien.
In Paris wird die Weltausstellung 1937 (24. 5.- 25. 11.) vom französischen Staatspräsidenten Albert Lebrun eröffnet.
Der Oberste Bundesgerichtshof der USA in Washington erklärt das Arbeitslosenversicherungsgesetz der Regierung von Präsident Franklin Delano Roosevelt für verfassungsgemäß. Das Gesetz verpflichtet Arbeitgeber mit mehr als acht Angestellten zur Zahlung einer Arbeitslosenabgabe.
3800 aus Nordspanien evakuierte Kinder treffen im britischen Hafen Southampton ein.

25.5.1937
In Berlin wird der Bezirksleiter Rhein-Ruhr der KPD, Otto Kropp der am 15. Januar 1937 vom Volksgerichtshof wegen "Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens" zum Tode verurteilt worden ist, hingerichtet.
In Berlin findet die erste Sitzung des am 16. März 1937 gegründeten Reichsforschungsrates statt. Der Präsident des Forschungsrates, Karl Becker, gibt die 14 Fachgruppen und deren Leiter sowie die fünf Hauptaufgaben des Rates bekannt.
Die Vollversammlung des Völkerbunds in Genf beschließt die Aufnahme Ägyptens in die Staatenorganisation.

26.5.1937
Der deutsche Reichswirtschaftsminister Hjalmar Schacht eröffnet das Deutsche Haus auf der Weltausstellung in Paris.

27.5.1937
Die Hamburg-Amerika-Linie der deutschen Hapag-Reederei feiert ihr 90jähriges Bestehen.
Bei den Parlamentswahlen in den Niederlanden können sich die regierenden Parteien der Mitte behaupten. Ministerpräsident Hendrikus Colijn wird bis zur Bildung der neuen Regierung von Königin Wilhelmina mit der Weiterführung der Amtsgeschäfte betraut.

28.5.1937
Auf einer Großkundgebung des Gaues Berlin der NSDAP hält der deutsche Propagandaminister Joseph Goebbels eine fast zweistündige Rede, die gegen die Kirche gerichtet ist. Die Rede wird im deutschen Rundfunk übertragen und in den meisten Tageszeitungen abgedruckt.
Der konservative Premierminister von Großbritannien, Stanley Baldwin, tritt aus Altersgründen zurück. Nachfolger wird der Konservative Arthur Neville Chamberlain, der noch am gleichen Tag sein neues Kabinett vorstellt.
Ein neuer Vertrag zwischen Belgien Dänemark, Finnland, Niederlande Luxemburg, Schweden und Norwegen soll die Handelshindernisse zwischen den Staaten weiter abbauen.

29.5.1937
Bei einem Angriff auf Ibiza bombardieren spanische Regierungsflugzeuge auch das Panzerschiff »Deutschland«. Dabei werden nach Angaben des Deutschen Nachrichtenbüros 23 Marinesoldaten getötet und 83 verletzt.

30.5.1937
Der deutsche Automobilrennfahrer Hermann Lang gewinnt in Berlin das Avus-Rennen auf Mercedes-Benz.
Kleinere Stahlunternehmen in den USA weigern sich, die Stahlarbeitergewerkschaft anzuerkennen. Bei Demonstrationen gegen diese Entscheidung der Arbeitgeber werden in Chicago vier Arbeiter von der Polizei erschossen und 84 verletzt.

31.5.1937
Als Vergeltungsmaßnahme für die Bombardierung des deutschen Panzerschiffes »Deutschland« beschießen deutsche Kriegsschiffe die südspanische Hafenstadt Almeria und zerstören den Hafen vollständig.
Das Deutsche Reich und Italien treten vorübergehend aus dem Kontrollsystem für die spanische Küste aus.
Der japanische Ministerpräsident Senjuro Hayashi tritt zurück.

Der LZ 129 „Hindenburg" verunglückte am 6. Mai 1937 bei der Landung in Lakehurst während einer Linienfahrt im Rahmen des Nordamerika-Programms der DZR. Die Fahrt verlief ohne besondere Vorkommnisse. Auf Grund eines Gewitters verzögerte sich die Landung. Bei dieser brach im Heckteil des Schiffes ein Wasserstoff-Feuer aus, das sich dann schnell ausbreitete, das Luftschiff verlor dadurch seinen statischen Auftrieb und sank in etwa einer halben Minute auf den Boden. Durch die Flammen entzündete sich auch der für die Antriebsmotoren mitgeführte Dieselkraftstoff. 35 der 97 Personen an Bord kamen ums Leben. Es war das erste tödliche Unglück in der zivilen Luftfahrt mit Zeppelin-Luftschiffen nach dem Ersten Weltkrieg. Die Opfer der Katastrophe werden in einer Lagerhalle der norddeutschen Reederei Lloyd im Hafen von New York aufgereiht. Hinter den mit Hakenkreuz-Fahnen bedeckten Särgen steht eine deutsche Ehrengarde. Es kamen hunderte Amerikaner, die schweigend mit dem Hitlergruß den Opfern die letzte Ehre erwiesen (links). Mit dem Hapagdampfer „Hamburg" kamen die sterblichen Überreste der Besatzungsmitglieder und Passagiere am 21.5 in Cuxhaven an, wo ein feierlicher Staatsakt organisiert wurde. Danach brachte man die Särge mit einem Sonderzug der Reichsbahn in die jeweiligen Heimatorte. So wie in Friedrichshafen, wo bei einer Trauerfeier am 23. Mai sechs Besatzungsmitglieder unter großer öffentlicher Anteilnahme beigesetzt wurden, gab es auch an den anderen Orten, besonders in Frankfurt, jeweils noch einmal größere Trauerfeierlichkeiten. Eine größere Publizität hatte bisher kein Unglück in der modernen Luftfahrtgeschichte.

Die Krönung von George VI. in Westminster Abbey

Der Erzbischof erbittet am Hochaltar den Segen für die Krone. Dabei gibt der Garter King of Arms mit seinem Amtststab ein Zeichen und daraufhin tragen Pagen die ihnen anvertrauten Rangkronen zu den jeweiligen Peers. Alle erheben sich. Nun schreitet der Erzbischof begleitet von allen hohen Geistlichen, den Bannern und Kreuzen vom Hochaltar zum Krönungsstuhl. Während der Monarch die beiden Zepter hält, krönt der Erzbischof von Canterbury den Monarchen mit der St.-Eduards-Krone, welche ihm durch den Dekan von Westminster gebracht wird. Danach rufen alle anwesenden dreimal „Gott schütze den König/die Königin“ („God save the King/Queen“) und die Peers setzen ihre Kronen/Diademe auf. Ein Trompetentusch erschallt und vor dem Tower of London wird Salut geschossen. Der Chor singt „Be strong and good courage“. Es erfolgt ein feierlicher Segen durch den Erzbischof. Zuerst für den Monarchen und anschließend für das gesamte Volk. Während der Krönung Georg VI. wurde dem damaligen Erzbischof Lang die Krone vom Dekan entweder falsch herum zugetragen, oder der Erzbischof wusste nicht mehr genau, welche Seite der Krone nach vorn zeigt. Er drehte und wendete sie einige Zeit, um sie dann richtig auf dem Haupt des Königs zu platzieren.

JUNI 1937

1.6.1937
Die deutsche Regierung entsendet drei weitere Kriegsschiffe in die spanischen Gewässer, um die Seestreitkräfte im Mittelmeer zu verstärken.
Der Deutsche Botschafter in Warschau hat eine Unterredung mit dem Polnischen Außenminister über die deutsche Weisung zur Demarche in der Minderheitenfrage, welche in Form eines Memorandums übergeben wurde.

2.6.1937
Der deutsche Reichskriegsminister Werner von Blomberg begibt sich zu einem dreitägigen Besuch nach Italien. Die Reise, auf der von Blomberg auch mit dem Duce und Ministerpräsidenten Benito Mussolini zusammentrifft, gilt besonders der Fühlungnahme zwischen den deutschen und italienischen Militärs.
Der österreichische Bundesgerichtshof in Wien entscheidet, dass auf eine nicht genehmigte Auslandsreise in Länder, für welche besondere Bewilligungen vorgeschrieben sind (z.B. Deutsches Reich), die Ausbürgerung aus Österreich zu erfolgen hat.
Adolf Hitler hält in Anwesenheit von Heinrich Himmler vor dem „höheren Führerkorps der Partei" in Berlin eine Rede. Er spricht über außenpolitische und wirtschaftliche Probleme sowie über die „geistigen und kulturellen Grundlagen der Partei".
Vor einer Delegation des 11. Internationalen Touristenkongresses in Berlin hebt Adolf Hitler die Bedeutung des Reiseverkehrs hervor.
In Zürich wird die Oper "Lulu" mit Musik von Alban Berg uraufgeführt.
Das Derby in Epsom gewinnt der Außenseiter Mid-Day Sun unter Jockei Michael Beary.

3.6.1937
Der Reichsorganisationsleiter der NSDAP, Robert Ley, spricht im Berliner Sportpalast auf einer Großkund­gebung der DAF über die geplante Hebung des Lebensstandards im Deutschen Reich. Er kündigt an, zu den Olympischen Spielen in Tokio würden 12.000 deutsche Arbeiter fahren.
Beginn der ersten Reichstagung der 32 Gaufunkhauptstellenleiter und Landesleiter dieser Kammer. Präsident Hans Kriegler stellt klar, daß der Rundfunk das umfassendste Propagandainstrument des Staates ist. Eine Hauptaufgabe sei: „Wenn der Führer spricht, muss jeder Volksgenosse am Lautsprecher sein."
Weltweit steigt der Einsatz von Erdöl, Gas und Wasser als Energieträger gegenüber der Kohle an.
Im Schloss Candé in Frankreich heiratet der ehemalige britische König (Eduard VIII.) und jetzige Herzog von Windsor die US-Amerikanerin Wallis Simpson.

4.6.1937
In Berlin wird der US-amerikanische Staatsbürger Helmut Hirsch in der Strafanstalt Plötzensee durch das Fallbeil hingerichtet. Der 20jährige ist am 8. März 1937 wegen Hochverrats und Vorbereitung eines Sprengstoffvergehens (Attentatsversuch auf Führer und Reichskanzler Adolf Hitler) zum Tode verurteilt worden. Er war damit der erste von den Nationalsozialisten hingerichtete US-Bürger.
Den baskischen Truppen gelingt es am Todestag des faschistischen Oberbefehlshabers an der Nordfront, Emilio Mola Vidal, die gegnerischen Truppen in Nordspanien aus ihren Stellungen zu vertreiben und Gelände zurückzuerobern.
Adolf Hitler sendet ein Beileidstelegramm an Franco zum Tode des spanischen General Mola Vidal, der bei einem Flugzeugabsturz getötet wird.

5.6.1937
Reichsluftfahrtminister Hermann Göring hält anläßlich des Jubiläums des Reichsluftschutzbundes in Berlin eine Rede, in der er auf die
Aufgaben der Organisation eingeht und die Ausgabe der neuen Volksgasmaske ankündigt.
In Berlin wird eine Ausstellung französischer Maler und Bildhauer von dem Botschafter Frankreichs, André François-Poncet, eröffnet.
Staatssekretär Fritz Reinhard kündigt auf der Tagung des Reichsbundes der Kinderreichen in Frankfurt/Main Vergünstigungen an.
Der Schweizer Bundesrat legt der Bundesversammlung eine Botschaft über die Anerkennung des Rätoromanischen als vierte
schweizerische Nationalsprache vor.

6.6.1937
Adolf Hitler nimmt am Gauparteitag Bayerische Ostmark in Regensburg teil. Bei einem Empfang im Regensburger Rathaus hält er
eine kurze Ansprache. Im Beisein Hitlers hält Joseph Goebbels die Weiherede zur feierlichen Aufstellung der Büste des österreichischen
Komponisten Anton Bruckner in der Walhalla. Adolf Hitler legt einen Kranz nieder. Um 16 Uhr ergreift Adolf Hitler bei einer
Massenkundgebung vor 200.000 Menschen das Wort und erläutert die Aufgaben des Natio­nalsozialismus: „Schaffung einer
Volksgemeinschaft, Sicherung der täglichen Nahrung durch Arbeit, Sicherung von Freiheit, Ehre und Macht des deutschen
Volkes und Errichtung einer höheren sozialen Gemeinschaft."
Adolf Hitler verleiht dem italienischen Duce und Ministerpräsidenten Benito Mussolini das Großkreuz des neugestifteten Verdienstordens vom Deutschen Adler für dessen »Förderung des herzlichen Einvernehmens zwischen Italien und dem Deutschen Reich«.

7.6.1937
Auf der Abschlusskundgebung des Treffen des Reichsbundes der Kinderreichen kündigt Joseph Goebbels die Absicht des Führers an,„in allernächster Zeit in großzügigster Weise alle Fragen des Kinderreichtums in den gesamten Staatsaufbau einzubeziehen".
Der deutsche Reichsaußenminister Konstantin Freiherr von Neurath trifft zu einem dreitägigen Besuch in der jugoslawischen Hauptstadt Belgrad ein.

8.6.1937
Deutsche Postbeamte, die nicht arischer Abstammung sind, werden nach einer Verfügung des Reichspostministers in den Ruhestand versetzt. Dies gilt auch bei fehlendem Ariernachweis des Ehegatten.
Hauptarchitekt der Obersalzbergbauten, Professor Roderich Fick, reicht für Martin Bormann die Vorentwürfe des Teehauses für Adolf Hitler auf dem Kehlstein ein.
In Frankfurt am Main wird die szenische Kantate "Carmina Burana" von Carl Orff uraufgeführt.

9.6.1937
Die deutsche Expertenkommission, die in den USA nach den Ursachen für das Zeppelinunglück in Lakehurst (6. 5.) geforscht hat, kehrt ohne ein sicheres Ergebnis ins Deutsche Reich zurück.
Auf seiner Reise durch Südosteuropa, bei der es vor allem um die Ausweitung der Rohstofflieferungen für das Deutsche Reich geht, trifft Reichsaußenminister Konstantin Freiherr von Neurath zu Gesprächen mit bulgarischen Regierungsvertretern in Sofia ein.

10.6.1937
In Hamburg beginnt die dritte Reichstagung der NS-Organisation »Kraft durch Freude«, die bis zum 13. Juni dauert. In seiner Eröffnungsrede kündigt NSDAP-Organisationsleiter Robert Ley die Bereitstellung von 174 Millionen Reichsmark für die Erweiterung von Erholungseinrichtungen an.
In Northeim tagt die NS-Kriegsopferversorgung unter Leitung des Reichskriegsopferführers.
Laut einer amtlichen Statistik sind in Großbritannien zur Zeit 1,45 Millionen Menschen arbeitslos. Das ist die niedrigste Arbeitslosenzahl seit Dezember 1929.
Reichsstatthalter Karl Otto Kaufmann gibt in Hamburg Pläne für große Baumaßnahmen in der Hansestadt bekannt. Danach sollen eine Hochhängebrücke und ein Hochhaus mit 60 Stockwerken (250 m Höhe) errichtet und das Elbeufer großzügig ausgebaut werden.

11.6.1937
Robert Ley kündigt in Hamburg auf der Reichstagung der NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" die Bereitstellung von 174 Millio­nen RM für den Aufbau der Erholungseinrichtungen an.
Ein politischer Prozess in Moskau erregt in der ganzen Welt großes Aufsehen. Acht Armeeführer der Roten Armee (u.a. den Marschall der Sowjetunion Michail N. Tuchatschewski) werden in Moskau wegen Landesverrats vor Gericht gestellt, noch am selben Tag zum Tode verurteilt und erschossen.
In Wien wird der Spielfilm "Peter im Schnee" von Carl Lamac uraufgeführt. In den Hauptrollen sind Traudl Stark, Liane Haid, Paul Hörbiger und Ursula Grabley.

12.6.1937
Nach zähen Verhandlungen schließen Großbritannien, Frankreich, Italien und das Deutsche Reich in London ein Abkommen, über die Rückkehr Italiens und des Deutschen Reichs in den Nichteinmischungsausschuß für Spanien.
Der Chef der deutschen Sicherheitspolizei, Reinhard Heydrich, verfügt per Geheimerlaß daß jüdische »Rasseschänder« nach der Zuchthaushaft in Konzentrationslager zu überführen seien.

13.6.1937
Auf der Tagung der NS-Organisation "Kraft durch Freude" (KdF) gibt Reichsorganisationsleiter Robert Ley den Zusammenschluß der KdF mit der NS-Kulturgemeinde bekannt. Ley zieht eine Bilanz des bislang Geleisteten und blickt in die Zukunft: 1940 werde die gesamte KdF-Flotte eine Weltreise unternehmen und Tausende zu den Olympischen Spielen nach Tokio bringen. Im Winter 1937 werde es zunächst Mittelmeerfahrten geben, doch schon 1938 werde man Europa verlassen und auch in Afrika landen. Im Laufe des Jahres 1936 seien etwa sechs Millionen Personen von der Reisebewegung KdF erfaßt worden.
Auf der Hauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Musikvereins (ADM) in Darmstadt kündigt dessen Vorsitzender, der Präsident der Reichsmusikkammer, Peter Raabe, die Auflösung des ADM an. Dessen Aufgaben könnten von der Reichsmusikkammer besser wahrgenommen werden.
Adolf Hitler empfängt in der Reichskanzlei in Berlin den chi­nesischen Finanzminister Dr. Kung, der sich in Berlin aufhält.
In Weimar beginnt die Reichskulturtagung der HJ.
Der im mexikanischen Exil lebende sowjetische Politiker Leo D. Trotzki äußert sich gegenüber einem Korrespondenten der französischen Nachrichtenagentur Havas zu der Hinrichtung von acht Armeeführern der UdSSR und richtet schwere Anklagen gegen Parteichef Josef W. Stalin. Die westeuropäische Öffentlichkeit reagiert mit Bestürzung auf die unerwarteten Maßnahmen von KPdSU-Chef Stalin gegen sowjetische Militärs.
Der deutsche Automobilrennfahrer Bernd Rosemeyer gewinnt auf Auto-Union das Eifelrennen auf dem Nürburgring.

14.6.1937
Baldur von Schirach hält an der HJ-Reichskulturtagung in Wei­mar zur Eröffnung der Festspiele eine Rede, die aus nationalsozia­listischer Sicht ihren Höhepunkt in den Worten erreicht: „Wir sind zutiefst glücklich darüber, die begnadete Generation sein zu dürfen, die dem Führer von Angesicht zu Angesicht gegenübersteht. Adolf Hit­ler ist es, der uns in dieser Zeit die Ehrfurcht lehrt ... Der Führer ist es, der die guten Geister der Nation beschwört..."
Reichsärzteführer Gerhard Wagner hält Adolf Hitler ei­nen Vortrag und schlägt vor, noch praktizierende jüdische Ärzte auszuschalten.
In Essen beginnt ein Schauprozeß gegen zehn Führer des Jungnationalen Bundes und der Pfadfinder, der am 24. Juni mit Zuchthausurteilen bis zu zwölf Jahren endet.
Die westeuropäische Öffentlichkeit reagiert mit Bestürzung auf die unerwarteten Maßnahmen von KPdSU-Chef Josef W. Stalin gegen sowjetische Militärs.
Nach Annahme der neuen Verfassung wird in Dublin das irische Parlament mit 62 gegen 48 Stimmen aufgelöst, Neuwahlen sind für den 1. Juli 1937 vorgesehen.

15.6.1937
Die französischen Kommunisten weigern sich, die Steuerpläne der Regierung von Ministerpräsident Léon Blum mitzutragen. Da Blum auf die Zustimmung der Kommunisten angewiesen ist, bahnt sich eine Krise der seit einem Jahr amtierenden Volksfrontregierung an.
Reichsstudentenführer Adolf Scheel verkündet den 3. Reichsberufs - Wettbewerb der Studenten bei der Eröffnung der Reichsleitungsschau „Studenten bauen auf".
Die baskische Hauptstadt Bilbao ist von Einheiten der Faschisten völlig eingeschlossen.
Der Berliner Pfarrer Erhard Jacobi, ein Vorkämpfer der evangelischen Bekennenden Kirche, die den Gleichschaltungsversuchen der Nationalsozialisten zu widerstehen versucht, wird in Berlin von der Polizei wegen angeblicher "krimineller Vergehen" verhaftet.

16.6.1937
Innerhalb der Vaterländischen Front wird vom österreichischen Bundeskanzler Kurt Schuschnigg ein Sturmkorps (SK) aufgestellt, das für die "Aufrechterhaltung der Ordnung" sorgen soll. Juden ist die Aufnahme in diese Hilfspolizeitruppe verwehrt. Adolf Hitler spricht auf dem Wilhelmsplatz vor der Reichskanz­lei in Berlin vor 1200 Jugendlichen der italienischen Staatsjugend mit ihrem Jugendführer Ricci. Am gleichen Tag empfängt er eine Delegation von 20 österreichischen Industriellen.
Nicolaus von Below, Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader, wird Adjutant der Luftwaffe bei Adolf Hitler.
Die sowjetischen Behörden geben bekannt, dass ausländische Agenten in die UdSSR entsendet würden, um Pflanzenkrankheiten in der Landwirtschaft zu verbreiten.
Nach einer Nachtsitzung in Paris beschließen die französischen Kommunisten, die Steuervorlage der Regierung zu unterstützen, um nicht für einen Sturz des Kabinetts von Ministerpräsident Léon Blum verantwortlich zu sein.
Der deutsche Automobilrennfahrer Bernd Rosemeyer stellt auf der Autobahn bei Frankfurt am Main mit einem Stromlinien-Rennwagen der Auto-Union einen neuen Weltrekord über zehn Meilen (rund 16,1 km) auf (360,27 km/h).

17.6.1937
Die Toten des Panzerschiffes „Deutschland", die von Ibiza kommend in Wilhelmshaven eingetroffen sind, werden mit einem Staatsakt in Anwesenheit Adolf Hitlers auf dem Ehrenfriedhof am Skagerrakfeld beigesetzt. Am Nachmittag stattet er dem Panzerschiff auf der Wilhelmshavener Werft einen Besuch ab.
Die baskische Regierung verlässt Bilbao und bildet in der Hauptstadt einen vierköpfigen Verteidigungsrat, der die Abwehr der faschistischen Angriffe organisieren soll.
Im Deutschen Reich wird für das Jahr 1937 mit einer Zellwollerzeugung von 100 000 t gerechnet.
In Österreich wird das "Volkspolitische Referat" gegründet. Im Rahmen der Vaterländischen Front soll es die Einbeziehung "nationaler Kreise" in die politische Arbeit gewährleisten.

18.6.1937
Adolf Hitler hält sich in Godesberg im Rheinhotel „Dreesen" auf, kehrt aber noch in der Nacht nach Berlin zurück, da spanische U-Boot-Angriffe auf den deutschen Kreuzer „Leipzig" gemeldet worden waren. Reichsjugendführer Baldur von Schirach verbietet per Erlass eine Doppelmitgliedschaft in der Hitlerjugend und in kirchlichen Verbänden.
Beim 1. Reichstierärztetag in Berlin wird die Errichtung der Reichstierärztekammer vom Reichstierärzteführer verkündet. Doppelmitgliedschaft in Hitlerjugend und katholischen Jugend­verbänden wird verboten.
Die überstürzte Aufrüstung in der Luft hat in Großbritannien zu einer Häufung der Flugzeugunglücke geführt. Seit Anfang des Jahres 1937 haben sich 40 schwere Flugzeugunfälle ereignet. Dabei sind 62 Menschen ums Leben gekommen.
Reichsjugendführer Baldur von Schirach verbietet per Erlass eine Doppelmitgliedschaft in der Hitlerjugend und katholischen Jugendverbänden.

19.6.1937
Das Deutsche Reich beschuldigt die spanische Regierung in Valencia, daß von deren U-Booten am 18. Juni gegen das deutsche Kontrollschiff »Leipzig« Torpedos abgeschossen worden seien.
Die Einheiten der Faschisten in Nordspanien besetzen die baskische Hauptstadt Bilbao.
Der dänische Reichstag verabschiedet eine Reihe von Gesetzen, durch die uneheliche Kinder den ehelichen Kindern weitgehend gleichgestellt werden.
In Paris wird das Gemälde "Junge Mädchen am Klavier" von Auguste Renoir für 370 000 Francs (36 150 Reichsmark) versteigert.

20.6.1937
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler gratuliert dem spanischen Faschistenführer Francisco Franco zur Einnahme der baskischen Hauptstadt Bilbao.
Adolf Hitler beglückwünscht General Francisco Franco in einem Telegramm zur Einnahme von Bilbao in Spanien.
Bernhard Wilhelm von Bülow, Staatssekretär im Auswärtigen Amt, stirbt 52-jährig. Adolf Hitler sendet an dessen Mutter und an den Reichsaußenminister Beileidstelegramme.
In Feilnbach bei Bad Aibling stirbt Abt Albanus Schachleitner, einer der treusten Verehrer Adolf Hitlers. Wegen seines Wirkens für die NSDAP hatte der Münchner Kardinal Michael von Faulhaber ihn von allen priesterlichen Aufgaben suspendiert. Adolf Hitler ordnet ein Staatsbegräbnis in München an. Außerdem hat er einen Telegramm Wechsel mit der in Lübeck tagenden IV. Reichstagung der „Nordischen Gesellschaft".
Die deutsch-österreichische Himalaja-Expedition die den Nanga Parbat bezwingen wollte, wird von einer Lawine überrascht. Sechs Mitglieder der Expedition sowie neun Träger kommen ums Leben.
Ein sowjetisches Flugzeug erreicht - von Moskau kommend - nach der Überfliegung des Nordpols die Stadt Vancouver im US-Bundesstaat Washington. Der Flug hat im Rahmen von Vorbereitungen für transpolare Fluglinien stattgefunden.
Mit einem 2:0-Sieg über den 1. FC Nürnberg im Berliner Olympiastadion vor 101 000 Zuschauern wird Schalke 04 Deutscher Fußballmeister 1937.

21.6.1937
Aufgrund der Ablehnung des französischen Senats gegenüber der Steuervorlage der Regierung tritt Ministerpräsident Léon Blum mit seinem Kabinett zurück.
In der französischen Grenzstadt Annemasse treffen Vertreter der Kommunistischen Internationale und der Sozialistischen Arbeiter-Internationale zusammen, um über Aktionen zur Unterstützung der spanischen Regierung in Valencia zu beraten.
In Wimbledon beginnen die inoffiziellen Tennis-Weltmeisterschaften.

22.6.1937
Die deutsche Reichsregierung nutzt die Torpedoangriffe auf den Kreuzer "Leipzig", um vor dem Nichteinmischungsausschuß in London drastische Maßnahmen gegen die spanische Regierung in Valencia zu verlangen.
Der Leiter der deutschen Delegation, Lion Feuchtwanger, Schriftsteller, berichtet vor dem PEN-Kongress in Paris: „Wie das Dritte Reich die Schriftsteller verfolgt". Der Kongress protestiert gegen die unwür­dige Behandlung des Nobelpreisträgers Carl von Ossietzky.
Der französische Ministerpräsident Camille Chautemps stellt in Paris das neue Kabinett vor. Der zweiten Volksfront-Regierung gehören Mitglieder der Radikalsozialistischen Partei (Liberale) und der Sozialistischen Partei an.
Joe Louis wird durch K. o.-Sieg in der achten Runde gegen James J. Braddock in Chicago neuer Boxweltmeister aller Klassen.

23.6.1937
Bauarbeitern: „Sie schaffen an einem Werk, das noch nach tausend Jahren stehen wird ... Diese Straßen werden niemals vergehen. Es ist etwas Großartiges und Wunderbares in ei­ner solchen Zeit zu leben und an einem solchen Werk mitarbeiten zu können."
Der Großindustrielle Friedrich Flick schenkt sein Anwesen bei Kettwig dem Führer, der es als Müttererholungsheim dem Gau Essen überweist.
Adolf Hitler besucht am Abend das Gastspiel der Mailänder Scala im Deutschen Opernhaus in Berlin-Charlottenburg, welche die Oper „La Boheme" von Puccini aufführt. Deutschland und Italien treten aus dem Nichteinmischungs­komitee für Spanien aus. Damit endet der Neutralitätsstatuts des europäischen Auslandes.
Wegen „Widersetzung gegen staatliche Anordnungen" werden in der Friedrichwerderschen Kirche in Berlin 11 der dort versammelten Reichsbruderratsmitglieder von der Gestapo verhaftet. In den fol­genden Tagen werden 48 prominente Mitglieder der Bekennenden Kirche in Gewahrsam genommen.
Der deutsche Reichsstudentenführer Gustav Adolf Scheel verkündet in Heidelberg vor Studentenführern die neue Ehrenordnung des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes.

24.6.1937
Der deutsche Reichskriegsminister Werner von Blomberg erläßt eine geheime »Weisung für die einheitliche Kriegsvorbereitung der Wehrmacht«.
Das deutsche Reichskriegsministerium entsendet weitere sieben Kriegsschiffe in das Mittelmeer. Vor Valencia liegt inzwischen eine Flotte italienischer und deutscher Kriegsschiffe.

25.6.1937
In seiner ersten großen außenpolitischen Rede vor dem Londoner Unterhaus fordert der neue britische Premierminister Arthur Neville Chamberlain zu Geduld und Selbstbeherrschung im Umgang mit der deutschen Politik gegenüber Spanien auf, um einen europäischen Krieg zu vermeiden.
In der deutschen Presse erscheinen Berichte über die Zeugenvernehmung des Bischofs von Speyer, Ludwig Sebastian, dem vom Staatsanwalt vorgeworfen wird, er habe "Greuelmärchen" an das europäische Ausland berichtet und Landesverrat verübt.
Wegen "Widersetzung gegen staatliche Anordnungen" werden in Berlin sechs Pfarrer der evangelischen Bekennenden Kirche von der Polizei verhaftet.
Vor 10 000 Zuschauern gewinnt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in Riga gegen Lettland 3:1.

26.6.1937
In Kassel findet der Reichskriegertag des Kyffhäuserbundes bis 27. Juni statt. Der Bundesführer des Deutschen Reichskriegerbundes SS-Gruppenführer, Oberst Wilhelm Reinhardt, hat einen Telegrammwechsel mit Adolf Hitler.
NS-Kulturgemeinde, Amt „Feierabend" und „Deutsches Volksbildungswerk" werden in der DAF-Freizeitorganisation „Kraft durch Freude" zusammengeschlossen.
In einem Leitartikel des "Popolo d'ltalia" sagt sich der italienische Duce und Ministerpräsident Benito Mussolini von der bisher behaupteten Neutralität bezüglich des Spanischen Bürgerkriegs los und bestätigt, dass in Spanien italienische Soldaten kämpfen.

27.6.1937
Pfarrer Martin Niemöller hält eine offene Predigt gegen die Verhaftungen von Anhängern der evangelischen Bekennenden Kirche im Deutschen Reich.
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler hält auf dem Gauparteitag der mainfränkischen NSDAP in Würzburg eine Rede, in der er sich "nach den Erfahrungen mit dem Londoner Nichteinmischungsausschuß" zum wiederholten Mal gegen Kollektivverträge ausspricht und den Friedenswillen des Deutschen Reiches betont.
Die Georg-August-Universität in Göttingen feiert ihr 200jähriges Bestehen.
Auf der Pferderennbahn in Hamburg- Horn gewinnt Abendfrieden unter Jockei Emil Grabsch das Deutsche Derby 1937.

28.6.1937
Der französische Ministerrat beschließt in Paris, dem Parlament zwei Verordnungen vorzulegen, mit denen die Finanzkrise in Frankreich überwunden werden soll. Danach soll die Börse geschlossen und alle Handelszahlungen in Gold und ausländischen Währungen bis auf weiteres verboten werden.
Zu Beginn des 9. Kongresses der Internationalen Handelskammer, der in diesem Jahr in Berlin stattfindet, spricht der Beauftragte für den Vierjahresplan, Reichsminister Hermann Göring, über die "wirtschaftlichen Absichten des nationalsozialistischen Staates".

29.6.1937
William Mackenzie King, der kanadische Premierminister traf sich in Berlin mit Hermann Göring und anschließend als erster und einziger nordamerikanischer Regierungschef mit Adolf Hitler. King schrieb in seinem Tagebuch: „Er ist wirklich jemand, der seine Mitmenschen und sein Land liebt, und für dessen Wohl jegliches Opfer bringen würde." Er sagte voraus, die Welt werde „Hitler noch als großen Mann erleben."
Der Gauleiter München-Oberbayern, Adolf Wagner, stellt in einer Rede in Fürstenfeldbruck fest, dass es heute noch eine Kraft gebe, die sich störend im völkischen Leben bemerkbar mache - die Kirchen.
Nach einem Bericht der Hapag-Reederei wird der Frachtraum in der Weltschiffahrt zunehmend knapper, weil der Umfang der Frachten sprunghaft angestiegen ist.
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gewinnt in Helsinki vor 7000 Zuschauern gegen Finnland 2:0.

30.6.1937
Nach der Zustimmung des Parlaments in Paris leitet die französische Regierung weitreichende Maßnahmen zur Gesundung der französischen Finanzen ein.
In seinem zweiten Vierteljahresbericht stellt das Berliner Institut für Konjunkturforschung eine anhaltende Hochkonjunktur der Weltwirtschaft fest; eine Verlangsamung der wirtschaftlichen Expansion sei jedoch wahrscheinlich.
Das Reichspropagandaministerium verfügt einen Erlass zur "Aussonderung deutscher Verfallskunst zum Zwecke einer Ausstellung". Danach werden in allen deutschen Museen moderne Kunstwerke beschlagnahmt.
Der Düsseldorfer "Mittag" informiert auf seiner Urlaubsseite über Fahrpreisermäßigungen der Deutschen Reichsbahn.
Die Geheime Staatspolizei (Gestapo) Düsseldorf meldet nach Berlin die Verhaftung von 110 Personen, die sich angeblich "staatsfeindlich betätigt haben".

Der kleine Kreuzer Leipzig wurde am 8.9.1931 in Dienst gestellt. Fast zwei Jahre nachdem das Schiff bereits vom Stapel gelaufen war. Sie und ihr Schwesternschiff Nürnberg waren modifizierte Schiffe vom ursprünglichen Entwurf der K-Kreuzer. Sie waren von ihren drei Schwesterschiffen durch den einzelnen Schornstein zu unterscheiden. Ihre drei Vorgänger hatten bereits kurz nach ihrer Indienststellung erhebliche Probleme mit der Stabilität. Aber auch die Leipzig und Nürnberg waren keine besonders verbesserten Ausführungen. Erst nach dem dem einseitigen deutschen Aberkennen des Versailler Vertrages konnten die Schiffe seemäßig verbessert werden und die Außenhaut verstärkt werden. Dies ermöglichte eine bessere Seefähigkeit und die Schiffe nahmen häufig an Auslandsbesuchen teil. Zum Kriegsanfang waren alle leichten deutschen Kreuzer in heimischen Gewässern.

die sozialen Errungenschaften im Deutschen Reich waren einzigartig und es gab auf der ganzen Welt nichts Vergleichbares

Gustav Adolf Scheel

Kriegsverbrecher Josef Stalin

Ludwig Beck

Albert François Lebrun

Karl Becker

Hermann Lang

Karl Otto Kaufmann

Leo D. Trotzki

Baldur von Schirach

Pierre Auguste Renoir

Nicolaus von Below

Francisco Franco

Boxchampion Joe Louis

Bischof Ludwig Sebastian

William Mackenzie King

Sie können die einzelnen Bilder anklicken und die detailierten Ereignnisse dieser Zeit in der großen Chronik von 1933-45 nachlesen