Chronik des Nationalsozialismus Mai / Juni 1939

MAI 1939

1.5.1939
Am „nationalen Feiertag des deutschen Volkes" erwartet Adolf Hitler vor über 100.000 Hitlerjungen im Olympiastadion Berlin in seiner Ansprache, „(…) dass, wenn einmal die Stunde kommen sollte, in der eine andere Welt glaubt, nach der deutschen Freiheit greifen zu können, aus dieser Jugend ein millionenfacher Schrei ertönen wird, so einmütig und deshalb so gewaltig, dass sie alle erkennen müssen, dass die Zeit der Hoffnungen auf eine innere deutsche Zersplitterung endgültig vorbei ist, dass die harte Schule nationalsozialistischer Erziehung es fertig gebracht hat, endlich das deutsche Volk zu formen (…) Dann mag die Welt ruhig drohen und dräuen, sie wird an dem scheitern, an dem sie noch immer scheiterte: an der deutschen Einigkeit." Am Mittag folgt ein Staatsakt im Berliner Lustgarten mit einer Rede Adolf Hitlers an die „Schaffenden". Am Nachmittag nimmt er an der üblichen Festsitzung der Reichskulturkammer teil. Anschließend hat Adolf Hitler die Ehrenabordnung der deutschen Arbeiterschaft zu Gast.

MAI 1939

1.5.1939
Am „nationalen Feiertag des deutschen Volkes" erwartet Adolf Hitler vor über 100.000 Hitlerjungen im Olympiastadion Berlin in seiner Ansprache, „(…) dass, wenn einmal die Stunde kommen sollte, in der eine andere Welt glaubt, nach der deutschen Freiheit greifen zu können, aus dieser Jugend ein millionenfacher Schrei ertönen wird, so einmütig und deshalb so gewaltig, dass sie alle erkennen müssen, dass die Zeit der Hoffnungen auf eine innere deutsche Zersplitterung endgültig vorbei ist, dass die harte Schule nationalsozialistischer Erziehung es fertig gebracht hat, endlich das deutsche Volk zu formen (…) Dann mag die Welt ruhig drohen und dräuen, sie wird an dem scheitern, an dem sie noch immer scheiterte: an der deutschen Einigkeit." Am Mittag folgt ein Staatsakt im Berliner Lustgarten mit einer Rede Adolf Hitlers an die „Schaffenden". Am Nachmittag nimmt er an der üblichen Festsitzung der Reichskulturkammer teil. Anschließend hat Adolf Hitler die Ehrenabordnung der deutschen Arbeiterschaft zu Gast.

Hitler spricht beim Staatsakt im Berliner Lustgarten am 1.Mai

Adolf Hitler fährt während der Maifeier im Olympiastadion ein


In Berlin werden die Nationalpreise vergeben. Den Buchpreis erhält der sudetendeutsche Autor Bruno Brehm für seine "Österreich-Trilogie", den Filmpreis der Regisseur Carl Froelich für "Heimat".
Der frühere Führer der 1938 in die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) eingegliederten Sudetendeutschen Partei (SdP), Konrad Henlein, wird Reichsstatthalter im Sudetengau.
Arthur Seyss-Inquart wird zum Reichsminister ohne Geschäftsbereich ernannt, sein bisheriges Amt eines Reichsstatthalters von Österreich wird abgeschafft.
Die Gesetze über den Aufbau der Verwaltung in der Ostmark und im Sudetengau (14. 4. 1939) treten in Kraft.
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler stiftet ein Ehrenzeichen für deutsche Volkspflege sowie Medaillen zur Erinnerung an die Annexion des Sudetenlandes und die "Heimkehr" des Memellandes.
Die "Parole der Woche", die Wandzeitung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), zeigt den US-Präsidenten Franklin Delano Roosevelt, der als "jüdischer Kriegshetzer" und "moderner Moses" bezeichnet wird.
Durch ein von der Regierung der Slowakei erlassenes Judengesetz verlieren 300 000 Juden, die nach 1918 eingebürgert worden sind, ihre Staatsbürgerschaft.
Im Deutschen Reich tritt die Arbeitsbuchverordnung vom 22. April 1939 in Kraft. Ein solches Dokument benötigen künftig auch Selbständige und mithelfende Familienangehörige.
In der UdSSR wird der Film "Stschors" von Alexandr P. Dowshenko über die Eroberung der Ukraine durch die Rote Armee im Jahr 1919 uraufgeführt.

2.5.1939
Von den rund 180.000 im früheren Österreich lebenden Glaubensjuden sind nach einer im Wiener "Völkischen Beobachter" veröffentlichten Statistik 99.672 ausgewandert, davon 20.677 nach Nordamerika und 6194 nach Palästina. Von den verbliebenen Juden lebt der Großteil in der ehemaligen Hauptstadt Wien.
Das Oberkommando des deutschen Heeres führt eine neue Unteroffizierslaufbahn mit viereinhalbjähriger Dienstzeit ein. Sie kommt für diejenigen in Frage, die sich nicht für die sonst üblichen zwölf Jahre verpflichten können.
Adolf Hitler gratuliert in einem Telegramm an General Franco zum spanischen Nationalfeiertag.
In Elbing (Ostpreußen) werden probeweise 7140 Frauen für 14 Tage in Metallbetriebe einberufen.
Alleiniger Träger der Erwachsenenbildungsarbeit im Deutschen Reich wird das Deutsche Volksbildungswerk.

3.5.1939
Wjatscheslaw M. Molotow ersetzt Maxim M. Litwinow als sowjetischer Volkskommissar des Äußeren.
Der polnische Nationalfeiertag wird in Warschau und in den Garnisonsstädten mit Truppenparaden begangen.
Adolf Hitler verlässt Berlin, um sich auf den Obersalzberg zu begeben, unterwegs besichtigt er zusammen mit Martin Bormann und Albert Speer die Bauarbeiten auf dem Parteitagsgelände in Nürnberg.
Der Politiker Wilhelm Groener stirbt im Alter von 72 Jahren an einer akuten Leberentzündung in Potsdam-Bornstedt.
Das britische Schlachtschiff "Prince of Wales" (35 000 t) läuft in Birkenhead bei Liverpool vom Stapel.

4.5.1939
Die Oberbefehlshaber des Heeres und der Kriegsmarine, Generaloberst Walter von Brauchitsch und Großadmiral Erich Raeder, rufen die Soldaten zum Maßhalten bei Alkohol und Tabak auf.
In Polen fand in den Abendstunden eine von allen polnischen Parteien einberufene Hetzversammlung statt, in der die Besetzung Danzigs und Ostpreußens und die Herbeiführung der „Oder-Grenze" einschließlich Breslaus gefordert wurde.
Der ehemalige französische Luftfahrtminister Marcel Déat veröffentlicht im Pariser "L' einen Artikel mit der Überschrift "Faut-il mourier pour Dantzig?" (Sollen wir für Danzig sterben?)
Die britische Regierung verzichtet angesichts der ablehnenden Haltung der Öffentlichkeit auf die Durchsetzung der allgemeinen Wehrpflicht in Nordirland.
Großdeutschland ist nunmehr der größte Edelstahlerzeuger der Welt und steht mit seiner Jahresproduktion von fast 1 Million Tonnen vor der USA.
In seiner Schrift "Die Orientierung der Jugendbewegung" erklärt Mao Zedong der führende Kopf der chinesischen Kommunisten, nur der sei revolutionär, der sich mit den "breiten Massen der Arbeiter und Bauern" verbinde.

5.5.1939
In der Pressekonferenz beim Reichspropagandaministerium ergeht eine vertrauliche Anweisung an die deutsche Presse die Polemik gegen »Rußland und den Bolschewismus« einzustellen.
Generalmajor Erich Fellgiebel übernimmt im Rahmen des Vierjahresplanes die Einheitliche Ausrichtung auf dem Gebiet der technischen Nachrichtenmittel.
Nuntius Cesare Orsenigo fliegt mit einem päpstlichen Friedensvorschlag eigens nach Berchtesgaden. Adolf Hitler erklärt, dass er sich darüber mit Benito Mussolini beraten werde.
Polens Außenminister Józef Beck weist vor dem Sejm in Warschau die in der deutschen Note über die Kündigung des Nichtangriffspaktes vom 28. April enthaltenen Vorwürfe zurück.

6.5.1939
Auf dem Kyffhäuser wird ein Denkmal für den 1934 verstorbenen Generalfeldmarschall Paul von Beneckendorff und von Hindenburg eingeweiht.
Ein Erlass des Reichsarbeitsministeriums verpflichtet die deutschen Arbeitsämter, gemeinsam mit der gewerblichen Wirtschaft diejenigen Gewerbebetriebe zu ermitteln, die Arbeitskräfte für die Landwirtschaft abgeben können.
In Leipzig beginnt die zweitägige Hauptversammlung des Börsenvereins des deutschen Buchhandels. Alfred-Ingemar Berndt, Ministerialdirigent im Reichspropagandaministerium, kündigt eine Bereinigung auf dem Gebiet der Literaturpreise an. Im Jahr 1938 waren 25.439 Neuerscheinungen zu verzeichnen.
Adolf Hitler lädt Unity Mitford auf den Obersalzberg ein und macht sie mit seinem engsten Kreis und auch Eva Braun bekannt.
Die deutschen Botschafter in Paris und London, Johannes Graf Welczeck und Herbert von Dirksen, kehren auf ihre Posten zurück.
In Zürich wird die fünfte Schweizerische Landesausstellung eröffnet.

7.5.1939
Italiens Außenminister Galeazzo Ciano Graf von Cortellazzo, und Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop geben nach zweitägigen Gesprächen in Mailand den Plan eines Militärpaktes bekannt.
Außenminister Joachim Ribbentrop meldet Adolf Hitler telegrafisch aus Mailand, Italien sei zum Abschluss eines umfassenden politischen und militärischen Paktes bereit.
Im Deutschen Reich wird ein Tempolimit für Kraftfahrzeuge eingeführt.
Unity Mitford noch bei Adolf Hitler auf dem Berghof, ist inzwischen so von Hitlers Politik und seinen Plänen ergriffen, dass sie sich entschließt, Deutsche zu werden.
Beim Großen Preis von Tripolis siegt Hermann Lang vor Rudolf Caracciola (Mercedes) und Emilio Viloresi (Alfa Romeo).
Die Fußball-Nationalelf der Schweiz schlägt in Bern die Niederlande 2:1.

8.5.1939
Das Reichspropagandaministerium erlässt eine Presseweisung zur Polenfrage: "Es darf nicht der Eindruck entstehen, als stünden wir schon kurz vor entscheidenden Ereignissen."
Spanien erklärt seinen Austritt aus dem Völkerbund.
Juden wird die gewerbsmäßige Reisevermittlung verboten. Das Verbot gilt aber nicht für jüdische Reisebüros, die sich mit der Auswanderung befassen, und für Auswanderungsagenten.
Bei Villach beginnt der Bau der Reichsautobahn Salzburg- Klagenfurt.

9.5.1939
Auf der Reichsbeamtentagung in Frankfurt am Main kündigt Reichsinnenminister Wilhelm Frick einen Ausgleich bei den Gehältern an. Die Beamten sind im Durchschnitt 55 Jahre alt, 28,2% der 1,2 Millionen Mitgliedern des Reichsbundes Deutscher Beamten sind in der Partei.
Reichsbaurat Roderich Fick präsentiert auf dem Obersalzberg ein Modell der Stadt Linz. Adolf Hitler bespricht mit Albert Speer den Bau eines neuen Opernhauses in der „Führer-Hauptstadt" an der Donau.
Beim Treffen der skandinavischen Außenminister in Stockholm ist nur Dänemark zu einem Nichtangriffspakt mit dem Deutschen Reich bereit.

10.5.1939
Adolf Hitler diktiert Richtlinien für den Wirtschaftskrieg und den Schutz der eigenen Wirtschaft.
In einem Gespräch mit dem polnischen Außenminister Oberst Józef Beck in Warschau erklärt der stellvertretende sowjetische Außenminister Wladimir P. Potjomkin, sein Land werde im Fall eines deutschen Überfalls "eine wohlwollende Haltung" gegenüber Polen einnehmen.
Die sowjetische Zeitung Tass meldet die Ablehnung eines Dreimächte-Paktes durch die britische Regierung.
In den USA schließen sich drei Zweige der Methodistenkirche mit 7,5 Millionen Mitgliedern, die seit 1830 bzw. 1844 getrennt waren, wieder zusammen.

11.5.1939
Die sowjetische Zeitung "Iswestija" nennt die britischen Vorschläge für ein Sicherheitssystem unausgewogen zu Lasten der Sowjetunion.
Polen lehnt einen sowjetischen Beistandspakt ab.
Großbritannien und Rumänien, das am 23. März mit dem Deutschen Reich einen Handelsvertrag geschlossen hat, schließen einen Wirtschaftspakt.
An der Grenze der Mongolischen Volksrepublik zum Kaiserreich Mandschukuo kämpfen mongolische und mandschurisch-japanische Truppen.

12.5.1939
An der Siegesparade der spanischen Luftwaffe in Madrid nehmen auch deutsche und italienische Fliegerverbände teil.
Im Rahmen der vom 8. bis 14. Mai dauernden Reichsluftschutzwoche findet der "Tag der Frau im Luftschutz" statt.
Eine Verordnung des Reichsinnenministeriums ermächtigt den Reichsstatthalter im Sudetengau zum Einzug des Vermögens von Personen oder Personengruppen, die volks- und staatsfeindliche Bestrebungen gefördert haben.
Großbritannien und die Türkei erklären ihre Absicht zu gegenseitigem Beistand bei einem Krieg im Mittelmeer.

13.5.1939
Artikel des Völkischen Bobachters: "Die Judenfrage - ein brennendes Problem" Zum Zeitpunkt des Anschlusses (März 1938) habe es in Österreich rd. 180.000 Juden (nach Religionszugehörigkeit) gegeben, davon 165.000 in Wien. Hinzuzurechnen seien mindestens 120.000 nichtkonfessionelle Juden im Sinne der Rassengesetze. Seither hätten annähernd 100.000 Juden Österreich verlassen. Am stärksten sei die Abwanderung aus der Provinz gewesen, da die Juden vor ihrer Auswanderung in Wien konzentriert wurden. In Niederösterreich lebten nur noch 427, in der Steiermark 370 und im Burgenland 12 Juden.
Zur Eröffnung des Hauses des Deutschen Rechts in München kündigt Reichsminister Hans Frank die Schaffung eines Deutschen Volksgesetzbuches an.
Reichspropagandaminister Joseph Goebbels weist im »Völkischen Beobachter« den Vorwurf antipolnischer Propaganda zurück. Es gebe jedoch in Polen viele chauvinistische Stimmen.
Vor 60 000 Zuschauern trennen sich im Mailänder San Siro-Stadion die Fußball-Nationalmannschaften von Italien und England 2:2 (0:1).

14.5.1939
Im polnischen Ort Tomaschow (42.000 Einwohner) jagen und prügeln die Polen alle 3.000 Volksdeutschen aus den Fabriken, deutschen Geschäften und Handelsbetrieben und demolieren ihre Wohnungen. Die Deutsche Reichsregierung war gezwungen Auffanglager einzurichten, um des Stromes deutscher Flüchtlinge aus Polen Herr zu werden.
In Aachen beginnt Adolf Hitler eine Inspektionsreise entlang des Westwalls bis Kehl. Sie dauert bis zum 19. Mai. In seiner Begleitung sind Heinrich Himmler, Martin Bormann und die Generäle Wilhelm Keitel, Erwin von Witzleben und Generalstabschef Franz Halder.
Die deutsche Sonntagspresse veröffentlicht Berichte über das erste deutsche Buna-Werk in Schkopau.
In Düsseldorf beginnen die Reichsmusiktage. Sie dauern bis zum 21. Mai.
Am Deutschen Opernhaus Berlin erlebt die Oper "Katharina" von Arthur Kusterer ihre Uraufführung.
Vor 20 000 Zuschauern besiegt in Lüttich die Schweizer Fußball-Nationalmannschaft das Team von Belgien 2:1 (1:0).
Das erste von vier Spielen zwischen deutschen Auswahlmannschaften und einer aus Prager Spielern bestehenden Auswahl des Reichsprotektorats Böhmen und Mähren endet vor 55 000 Zuschauern im Berliner Olympia-Stadion 3:3 (1:1).

15.5.1939
Der Deutsche Generalkonsul in Thorn informiert das Auswärtige Amt über polnische Kriegsvorbereitungen gegen Danzig.
Der polnische Kriegsminister Kasprycki erklärte in Paris: „…Wir beabsichtigen, einen Bewegungskrieg zu führen und von Beginn der Operation an in Deutschland einzumarschieren."
In Ravensbrück (Mecklenburg) entsteht ein Frauenkonzentrationslager.
In ihrer Antwort auf die britischen Vorschläge vom 8. Mai (sowjetische Garantieversprechen an Polen und Rumänien) beharrt die UdSSR auf dem Abschluß eines Dreimächtepakts mit Großbritannien und Frankreich.
Durch Verordnung von Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten bedarf jede Gründung einer deutschen Turn-und Sportgruppe der Genehmigung des Reichssportführers.

16.5.1939
Adolf Hitler setzt seine Westwall-Inspektion fort. Gemeinsam mit den Reichs- und Gauleitern lässt er sich von Generaloberst Walther von Brauchitsch über „den unbezwingbaren Wall von Stahl und Eisen" unterrichten. Am Abend besucht Hitler eine Vorstellung im neuen Gautheater Saarpfalz, es wird die Operette „Die Dubarry" gespielt.
Die erste Ziehung der Deutschen Reichslotterie findet statt.
In der Sowjetflotte wird die Wehrpflicht um ein auf fünf Jahre verlängert.

17.5.1939
Bei einer allgemeinen Volkszählung im Deutschen Reich findet eine Sonderzählung der Juden und der "Mischlinge" im Sinne der deutschen Rassengesetzgebung statt. Demnach leben im Gebiet des Altreichs 237716 Juden. Zusammen machen sie 0,35 % der Bevölkerung des Reichsgebiets aus. Das ist ein Rückgang der Glaubensjuden gegenüber 1933 um 56,77 %.
Eine Polizeiverordnung erlaubt das öffentliche Abspielen des Badenweiler Marsches nur in Gegenwart des Führers.
Adolf Hitler besichtigt den Raum Saarpfalz. An der lothringischen Grenze trifft sich Hitler mit den Reichs- und Gauleitern und lässt sich ein kriegsmäßiges Manöver von Angriffs- und Verteidigungstruppen vorführen. Am Abend findet ein Treffen der Generäle und Parteiführer statt, an der Adolf Hitler über seinen Glauben an die Unüberwindbarkeit des Reiches spricht.
Die britische Regierung veröffentlicht ein Weißbuch über Palästina. Es sieht eine Begrenzung der jüdischen Einwanderung auf insgesamt 75.000 Personen in den nächsten fünf Jahren und die Gründung eines Staates Palästina für Juden und Araber vor. Ebenfalls veröffentlicht die britische Regierung einen Bericht, in dem sie die Ansiedlung von Juden in ihrer Kolonie Guayana (Südamerika) in Aussicht stellt. Eine dorthin entsandte Kommission hatte ermittelt, daß das Land versuchsweise zwischen drei- und fünftausend Einwanderer aufnehmen könnte.
Der britische König Georg VI. und Königin Elisabeth treffen in Quebec ein, der ersten Station einer Nordamerikareise.
In Düsseldorf wird die Oper "Die Nachtigall" von Alfred Irmler nach Hans Christian Andersen uraufgeführt.

18.5.1939
Der polnische Kriegsminister Kasprzycki gibt bekannt: "Wir haben keine Grenzbefestigungen, denn wir beabsichtigen einen Bewegungskrieg zu führen und vom Beginn der Operation an in Deutschland einzumarschieren."
In Wien endet eine dreitägige Tagung des Reichskolonialbundes.
Das Auswärtige Amt gibt den baldigen Abschluß von Nichtangriffsverträgen mit Lettland, Estland und Dänemark bekannt.
Eröffnung des Konzentrationslagers Ravensbrück mit einem Bestand von 867 weiblichen Häftlingen.
Aus Protest gegen das britische Weißbuch (17. 5.) beginnt in Palästina der passive Widerstand der Juden. Chaim Weizmann, Präsident der Jewish Agency, beschuldigt die Briten des Bruchs der den Juden gemachten Versprechungen.
Dem deutschen Schriftsteller Thomas Mann wird die Ehrendoktorwürde der Princeton University verliehen.
Beim Giro d'Italia siegen drei italienische Radrennfahrer: Giovanni Valetti (88:02:00 h) vor Gino Bartali (88:04:59 h) und Mario Vicini (88:07:07 h).

19.5.1939
In Herzberg wird eine Anlage des Deutschlandsenders eingeweiht. Die Antenne ist mit 337 m der höchste Bau Europas.
Eine polnische Delegation unter Verteidigungsminister Thaddeusz Kasprzycki unterzeichnet in Paris eine polnisch-französische Militärkonvention.
Die Inspektion zwischen Kehl und der Schweizer Grenze beendet die Westwall-Fahrt Adolf Hitlers. Er dankt nach einer Rede am Bahnhof von Efringen (Baden) an die Generäle besonders dem Oberbefehlshaber der Heeresgruppe 2, General Erwin von Witzleben, und dem Generalbau-Inspektor Fritz Todt sowie in einem Tagesbefehl den „Soldaten und Arbeitern der Westfront". Von Efringen begibt sich Adolf Hitler im Sonderzug zum Truppenübungsplatz Münsterlager in der Lüneburger Heide. Er sendet noch ein Telegramm an den Generalissimus Franco anlässlich der Siegesparade in Madrid.
In der Kölner Messehalle hält Joseph Goebbels eine außenpolitische Rede, die in den Kernsätzen gipfelt: „Die deutsche Nation will keinen Krieg" und: „Der Führer ist ein Friedensfreund. Er will wirklich den Frieden. Die Wahl liegt bei den andern, nicht bei uns. Wir sind bewaffnet bis an die Zähne und vertrauen blind auf den Mann, der Deutschland aus seinem tiefen Fall von 1919 zur Höhe von 1939 empor führte."
In Madrid beginnen zweitägige Siegesfeiern der Nationalisten. Der am 9. September 1936 in London aus Anlaß des Spanischen Bürgerkrieges gegründete Nichteinmischungsausschuß beendet seine Arbeit.

20.5.1939
Das Deutsche Reich und Litauen unterzeichnen nach zweimonatigen Gesprächen in Berlin einen Vertrag über eine dreijährige deutsche Beteiligung in Höhe von 30% am Außenhandel Litauens.
In Moskau empfängt Außenminister Wjatscheslaw M. Molotow den deutschen Botschafter Friedrich Werner Graf von der Schulenburg. Gegenstand des Gesprächs ist eine Verbesserung der politischen Basis für die Beziehungen zwischen beiden Staaten.
Adolf Hitler nimmt an kriegsmäßigen Gefechtsübungen der „Waffen-SS-Standarte Deutschland" in Münsterlager in der Lüneburger Heide teil. Am Abend trifft Hitler wieder in Berlin ein.
In der Zeitschrift "Vierjahresplan" gibt der Präsident der Reichswirtschaftskammer, Albert Pietzsch, eine Steigerung der Arbeitsproduktivität um 15% zwischen 1929 und 1938 bekannt. In der gleichen Ausgabe plädiert der Siemens-Direktor Georg Leifer für die vollständige Durchsetzung des Leistungslohnes.
Leopold III., König der Belgier, eröffnet in Lüttich eine Internationale Ausstellung für Wassertechnik.
In Danzig-Kalthof wird ein Nationalsozialist aus einem polnischen Diplomatenauto heraus erschossen.

21.5.1939
Adolf Hitler empfängt den italienischen Außenminister Graf Ciano in der Neuen Reichskanzlei zu einer längeren Aussprache.
Am Muttertag verleiht die NSDAP erstmals das 1938 gestiftete „Ehrenkreuz der deutschen Mutter". Ausgezeichnet werden Mütter mit vier oder mehr Kindern.
Zum Ausklang der Reichsmusiktage in Düsseldorf verleiht Propagandaminister Joseph Goebbels die mit je 10 000 Reichsmark dotierten Nationalen Musikpreise an den Geiger Siegfried Borries und die Pianistin Rosl Schmidt.
Beim Eifelrennen auf der Nordschleife des Nürburgrings siegt Hermann Lang auf Mercedes-Benz.

22.5.1939
In Anwesenheit Adolf Hitlers unterzeichnen die Außenminister Joachim von Ribbentrop und Galeazzo Graf Ciano im Großen Empfangssaal der Neuen Reichskanzlei den deutsch-italienischen Freundschafts- und Bündnis- vertrag. Dieser „Stahlpakt" geht über ein defensives Militärbündnis hinaus, beide Staaten sichern sich Hilfe zur Wahrung ihrer „Lebensinteressen" zu. Das Foto zeigt Hitler bei der Übergabe des Vertrages an den italienischen Außenminister Galeazzo Ciano. Im Anschluss an den Staatsakt zeichnet Adolf Hitler Graf Ciano mit dem „Großkreuz des Deutschen Adler in Gold" aus. In der italienischen Botschaft gibt Graf Ciano danach eine Mittagstafel.              
In Würzburg beginnt der Deutsche Studententag. Er dauert bis zum 27. Mai.
Eine Denkschrift des britischen Foreign Office empfiehlt trotz Bedenken die Aufnahme von Bündnisverhandlungen mit Moskau, weil dies vermutlich das einzige Mittel sei, um den Krieg abzuwenden.
Ein am 22. April gestartetes Verkehrsforschungsflugzeug der Deutschen Lufthansa AG, die Junkers 52 "Hans Loeb" kehrt aus Tokio nach Berlin zurück.
In New York begeht der seit 1933 in der Emigration lebende deutsche Schriftsteller Ernst Toller Selbstmord.

22.5.1939
In Anwesenheit Adolf Hitlers unterzeichnen die Außenminister Joachim von Ribbentrop und Galeazzo Graf Ciano im Großen Empfangssaal der Neuen Reichskanzlei den deutsch-italienischen Freundschafts- und Bündnis- vertrag. Dieser „Stahlpakt" geht über ein defensives Militärbündnis hinaus, beide Staaten sichern sich Hilfe zur Wahrung ihrer „Lebensinteressen" zu. Das Foto zeigt Hitler bei der Übergabe des Vertrages an den italienischen Außenminister Galeazzo Ciano. Im Anschluss an den Staatsakt zeichnet Adolf Hitler Graf Ciano mit dem „Großkreuz des Deutschen Adler in Gold" aus. In der italienischen Botschaft gibt Graf Ciano danach eine Mittagstafel.              

23.5.1939
Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler bestellt die Spitzen der Wehrmacht in die Neue Reichskanzlei bespricht mit den 15 Teilnehmern des Oberkommandos der Wehrmacht, wie man den polnischen Aggressionen begegnet und lässt die Strategie für eine militärische Auseinandersetzung mit Polen erarbeiten. Die Beratung gehört heute zu den wichtigsten Beweisen zur angeblichen Vorbereitung des "Überfalls" auf Polen und zur Entfesselung des Zweiten Weltkrieges.
Für den verstorbenen General Friedrich Bernhard Graf von der Schulenburg, der seit 1930 zu Hitlers Gefolgsleuten zählte, findet ein Staatsakt in Potsdam statt, an dem Adolf Hitler mit den drei Wehrmachts-Oberbefehlshabern und zahlreichen Generälen und Parteiführern teilnimmt. Hitler legt einen riesigen Kranz, der von 12 Unteroffizieren getragen wird, am Sarg nieder.
Die 7. und 8. Durchführungsverordnung zum Luftschutzgesetz verpflichtet die deutschen Hausbesitzer zum Kauf von Selbstschutzgerät und zur Vorbereitung der Verdunkelung.
Bei einer Tauchübung vor der US-amerikanischen Küste bei Portsmouth versinkt das US-Unterseeboot "Squalus" mit 59 Mann an Bord. Bis zum 25. Mai können 33 Überlebende geborgen werden.
Vor 35.000 Zuschauern im Bremer Weser-Stadion spielt die deutsche Fußball-Nationalelf gegen Irland 1:1.

24.5.1939
Der Danziger Senat fordert die Abberufung der an der Erschießung eines Danzigers in Kalthof am 20. Mai schuldigen polnischen Zollbeamten. Am gleichen Tag wird nach deutschen Angaben ein Autofahrer aus Elbing (Ostpreußen) nach Durchqueren des Korridors von Polen angeschossen.
Vor Mitarbeitern des Auswärtigen Amtes erklärt der für die Rüstung zuständige General Georg Thomas, im Falle eines Krieges mit Frankreich, Großbritannien und den USA hätten diese den deutschen Rüstungsvorsprung innerhalb von 18 Monaten aufgeholt.
Das Epsom-Galoppderby (Sieger Eddie Smith auf Blue Peter) wird von der Rundfunkanstalt BBC live per Fernsehen in sechs Londoner Großkinos übertragen.
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler besucht zur Eröffnung des Stadttheaters Augsburg eine Festaufführung der Oper "Lohengrin" von Richard Wagner.

25.5.1939
Ein Bericht des Wehrwirtschafts- und Rüstungsamtes im Oberkommando der Wehrmacht beziffert den zusätzlichen Bedarf an Arbeitskräften für die Erfüllung des Fertigungsprogramms 1938/39 auf 5,7 Millionen. Für das Fertigungsprogramm "Endziel" werden 17,7 Millionen Arbeiter mehr gebraucht.

26.5.1939
Frankreich und Großbritannien machen der UdSSR neue (!) Angebote über die Gestaltung eines gegen Deutschland gerichteten Militärpaktes. Erstmals wird ein Dreimächtepakt angeboten.
Das Propagandaministerium gibt der Presse wieder Angriffe auf den „Bolschewismus" frei, nicht aber auf die Sowjetunion.

27.5.1939
Reichspropagandaminister Joseph Goebbels schreibt im "Völkischen Beobachter" unter der Überschrift "Nochmals: Die Einkreiser", die Front der "Einkreisungsmächte" sei vor allem aus politischen, nicht aus weltanschaulichen Gründen zustandegekommen.
Die Sowjetunion besteht gegenüber England und Frankreich auf einem effektiven Dreimächte-Pakt mit Garantien Lettland, Estland und Finnland sowohl gegen direkte als auch gegen indirekte Aggression.
In Paris stirbt der aus Österreich geflohene Schriftsteller Joseph Roth.

28.5.1939
Mit 200 Juden an Bord läuft die "Orinocco" aus dem Hamburger Hafen aus. Die Reise endet in Cherbourg, da das Zielland Kuba die Einreise verweigert.

29.5.1939
Bei den Wahlen zum ungarischen Reichstag entfallen 180 der zu vergebenden 252 Sitze auf die Regierungspartei. Die faschistischen Pfeilkreuzler werden mit 28 Sitzen zweitstärkste Gruppierung.
Mao Zedong, führende Persönlichkeit der chinesischen Kommunisten, veröffentlicht die Schrift "Wenn der Feind uns bekämpft, ist das gut und nicht schlecht".
In Vaduz findet die Huldigung der Bevölkerung für Fürst Franz Joseph II. von Liechtenstein statt, der im Juli 1938 seinem verstorbenen Onkel Franz I. als Staatsoberhaupt nachgefolgt ist.
Ernst Grob, Herbert Paidar und Ludwig Schmaderer aus München besteigen als erste den Tent Peak (7363 m).
In Brentwood verbessert die Britin Dorothy Odam-Tyler den Hochsprung-Weltrekord von Mildred Dirikson (USA) aus dem Jahr 1932 um 1 cm auf 1,66 m.

30.5.1939
Das deutsche Außenministerium weist seinen Moskauer Botschafter Friedrich Werner Graf von der Schulenburg an, mit der Sowjetunion zwecks besserer Beziehungen Fühlung aufzunehmen.
Adolf Hitler sendet ein Antworttelegramm an den japanischen Premierminister Baron Kischiro, der zum deutsch-italienischen Pakt gratuliert hat.
Italiens Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini weist in einem Schreiben an Führer und Reichskanzler Adolf Hitler auf die fehlende Kriegsbereitschaft Italiens bis 1943 hin.
Die britische Polizei verlangt von den US-Behörden die Auslieferung des in Detroit inhaftierten Sean Russell. Der Stabschef der Irisch-Republikanischen Armee (IRA) kann jedoch entkommen.
Vor 145.000 Zuschauern siegt im 500 Meilen-Automobilrennen von Indianapolis der US-Amerikaner Andy Shaw auf Maserati in 4:20:47 h. Von 33 gestarteten Wagen kommen 17 ins Ziel.

31.5.1939
In Berlin wird ein Nichtangriffspakt zwischen dem Deutschen Reich und Dänemark unterzeichnet.
Adolf Hitler besichtigt das von Professor Paul Baumgarten zum „Gästehaus des Reiches" umgestaltete Schloss Bellevue im Berliner Tiergarten.
Von Hermann Göring begrüßt, treffen die Freiwilligen der „Legion Condor" unter Generalmajor Wolfram Manfred von Richthofen im Hamburger Hafen ein: „Lange hat das Volk von euch nichts gewusst (...) Heute bekennt sich das ganze deutsche Volk zu seinen kühnen Kämpfern im spanischen Freiheitskampf. Ihr seid Mehrer des Ruhmes Deutschlands. Ihr habt bewiesen, dass wir unbesiegbar sind und bleiben." Danach überreicht Göring die vom Führer verliehenen Orden.
Das Deutsche Reich verweigert die Unterzeichnung des nach einmonatiger Beratung in Buenos Aires zustande gekommenen Weltpostvertrages, weil darin die Tschechoslowakei als Vertragsstaat genannt ist. Italien, Spanien und Ungarn schließen sich an.
Im Mai sind im Deutschen Reich 478 Personen wegen illegaler Betätigung festgenommen worden, darunter 263 Kommunisten und 51 Sozialdemokraten.
In seiner ersten Rede als Volkskommissar des Äußeren kritisiert Wjatscheslaw M. Molotow Großbritannien und Frankreich, die sich in den Bündnisgesprächen nicht zur Gleichbehandlung der UdSSR entschließen können.
Die japanische Regierung erklärt die Hälfte Chinas zum besetzten Gebiet.

Links: Auswanderungssuchende Juden im Sommer 1938 in Wien Margareten. Der deutschen Regierung lag daran, die Juden, welche nach ihrer Kriegserklärung als feindliche Ausländer galten, aus dem Land zu bekommen. Die Auswanderung der Juden aus dem Dritten Reich wird oft als eine Art Geheimaktion dargestellt, als hätten die Juden, die Deutschland verlassen wollten, sich gegen den Willen der deutschen Behörden, oft bei Nacht und Nebel, heimlich über die Grenze schleichen und dabei ihre gesamte Habe und ihr Vermögen zurücklassen müssen. Die Wahrheit ist, daß die Auswanderung von der deutschen Regierung gewünscht wurde und vielfach unter einem immer stärker werdenden Druck stattfand. Sie war keine wilde Flucht, sondern ein durch rechtliche Bestimmungen geregeltes Geschehen. Das Hitler-Regime hatte mit jüdischen Organisationen ab September 1933 diverse Abkommen zur Auswanderung der deutschen Juden nach Palästina getroffen. Die grosse Mehrheit der deutschen Juden jedoch nutzte die Gelegenheit zur Auswanderung nach Palästina nicht, weil die englische Kolonialmacht die Einwanderungsquoten für Palästina niedrig hielt. Die Juden, denen die Auswanderung nach Palästina bewilligt wurde, konnten ihre Vermögen in Israel in Sachwerten zurückerhalten. Nach "Amerika" und Südafrika war ihnen die Auswanderung wegen der geforderten Berufe erschwert.                 
Rechts: Großer Preis von Tripolis am 7. Mai 1939 Startszene die beiden Mercedes-Benz 1,5-Liter-Rennwagen W 165 setzen sich sofort an die Spitze. Der spätere Sieger Hermann Lang mit der Startnummer 16 vor der Startnummer 24 von Rudolf Caracciola belegte den zweiten Platz.               

JUNI 1939

1.6.1939
Adolf Hitler empfängt zu einer ausführlichen Unterredung über Protektoratsangelegenheiten den Reichsprotektor Konstantin Freiherr von Neurath.
Der jugoslawische Prinzregent Paul Karadordevic und seine Frau, Prinzessin Olga von Jugoslawien, treffen zu einem fünftägigen Besuch in Berlin ein. Am Nachmittag begrüßt Adolf Hitler persönlich den jugoslawischen Prinzregenten und dessen Gemahlin, begleitet vom Belgrader Außenminister, in der Reichskanzlei und er macht einen Gegenbesuch im Schloss Bellevue. Um 20.30 Uhr veranstaltet Hitler zu Ehren der Gäste eine große Abendtafel. Er hält eine Begrüßungsansprache.
Im Bereich der Oberpostdirektion Köln werden für zunächst vier Wochen 3070 hilfsdienstpflichtige Frauen zum Briefzustelldienst eingezogen.
Durch Inkrafttreten der Verordnung über die Ausübung der Reisevermittlung vom 8. Mai 1939 wird Juden im Altreich der Betrieb von Reisebüros verboten.
Eine weitere Anordnung setzt gemäß „dem Befehl des Führers" die Höchstgeschwindigkeit außerhalb geschlossener Ortschaften auf 100km/h fest. Fahrer, die die von Hitler gewünschte Geschwindigkeit überschreiten, können in besonders schweren Fällen mit KZ bestraft werden.
In Genf wird die Prado-Ausstellung eröffnet. Gezeigt werden 710 Werke, die aus dem Prado in Madrid ausgelagert wurden und über zwei Stationen in Spanien nach Genf gelangt sind.
Bei einer Beteiligung von 96% werden in Rumänien die Kandidaten der Einheitsliste für die nach der Verfassung vom Februar 1938 vorgesehene ständische Volksvertretung gewählt.
Vor Liverpool sinkt das britische Unterseeboot "Thetis".
Eine der größten Sammlungen zeitgenössischer Kunst, die in eine Stiftung umgewandelte Sammlung des US-amerikanischen Millionärs Solomon R. Guggenheim, wird in New York der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

2.6.1939
Auf der „Ost-West-Achse" in Berlin findet vor Adolf Hitler und seinen jugoslawischen Gästen eine große Truppenparade statt. Am Abend besucht Adolf Hitler mit seinen Gästen eine Festaufführung von „Die Meistersinger von Nürnberg" in der Staatsoper.
Die UdSSR übergibt Großbritannien und Frankreich Vorschläge für einen Beistandspakt. Verlangt werden u.a. Garantien für Finnland, Estland und Lettland.
Die Synagoge in Mährisch-Ostrau wird niedergebrannt.
Die Wiederbefestigung der Alandinseln (7. 1.) scheitert am Protest der Sowjetunion. Das Deutsche Reich hatte am 2. Mai zugestimmt.

3.6.1939
Eine Verordnung des Reichskommissars für die Preisbildung, Josef Wagner, sieht bei Übertretung der Preisbildungsvorschriften Haft- oder Geldstrafen in unbeschränkter Höhe vor.
Joachim von Ribbentrop gibt zu Ehren der jugoslawischen Gäste ein Essen im Hotel Kaiserhof in Anwesenheit Adolf Hitlers, der eine längere Rede hält.
Durch die neue Verfassung von Albanien, dessen Staatsoberhaupt König Viktor Emanuel III. von Italien ist, soll die Krone des Königreiches Albanien im Hause Savoyen erblich sein. Der König wird in Albanien durch einen Luogotenente (Statthalter) vertreten. Das Amt übernimmt Francesco Jacomini di San Savino.
In Großbritannien beginnt die Registrierung von Wehrdienstpflichtigen.

4.6.1939
Auf dem ersten Großdeutschen Reichskriegertag in Kassel (2.- 5. 6.) versichert Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, man sei auf die "Einkreisungspolitik" der Westmächte besser vorbereitet als das Kaiserreich im Weltkrieg 1914- 1918: "Bethmann-Hollwegs gibt es in der deutschen Staatsführung heute nicht mehr."
Die Schweiz billigt bei einer Volksabstimmung eine Vorlage über Landesverteidigung und Arbeitsbeschaffung mit 455 622 gegen 199 540 Volks- und 166/2 gegen 3 Standesstimmen. Damit verbunden ist ein Kredit von 415 Millionen Franken (rund 234 Millionen Reichsmark).
Zum Vorsitzenden des Komitees für Angelegenheiten der Kinematographie, das direkt dem Ministerrat der UdSSR untersteht, wird Iwan G. Bolschakow berufen.
Mit der Oper "Giulio Cesare" von Georg Friedrich Händel beginnt in Wien die sechste Reichstheaterfestwoche.
Durch ein 1:0 (O:0) in Berlin über den Berliner HC wird Sachsenhausen Frankfurt Deutscher Hockeymeister.
In Warschau endet eine Begegnung der Fußball-Nationalmannschaften Polens und der Schweiz 1:1.

5.6.1939
Mit einer mehrstündigen politischen Aussprache zwischen Adolf Hitler, Prinzregent Paul und den beiden Außenministern geht der offizielle Staatsbesuch zu Ende. Der Führer selbst verabschiedet die Gäste am Lehrter Bahnhof in Berlin. Im Schlusskommunique wird die „volle Übereinstimmung" beider Staaten gemeinsam mit Italien in den „gegenwärtig auf Europa lastenden politischen Spannungen" unterstrichen.
Laut Essener »National-Zeitung« ist die reichsdeutsche Bekleidungsindustrie »von Juden völlig frei«. Im April war die vollständige Ausschaltung von Juden aus dem Handwerk bekanntgegeben worden.
In Neapel treffen auf neun Schiffen rund 20 000 italienische Spanienkämpfer ein.
Auf der sechsten Jahrestagung der Reichstheaterkammer in Wien erklärt Reichspropagandaminister Joseph Goebbels, es gebe nur eine deutsche, aber nicht eine nationalsozialistische Kunst.

6.6.1939
Die Legion Condor wird nach einer Parade in Berlin vom Führer geehrt, der gemeinsam mit den drei Oberbefehlshabern sowie dem Legionskommandeur Generalmajor Wolfram Manfred Freiherr von Richthofen die Front abschreitet. Die Rede Adolf Hitlers im Berliner Lustgarten weist zwei Besonderheiten auf: Er bekennt sich offen zu der Intervention in Spanien und macht „internationale Kräfte" die westlichen Demokratien und ihre „Einkreisungspolitiker" für den spanischen Bürgerkrieg verantwortlich. Kein Wort wird mehr über „bolschewistische Weltgefahr" und die Rolle der Sowjetunion gesagt.
Der im März 1938 aus Österreich in die Schweiz emigrierte deutsche Autor Carl Zuckmayer kommt nach New York.

7.6.1939
In Berlin werden Nichtangriffspakte mit Estland und Lettland unterzeichnet. Adolf Hitler selbst empfängt beide Außenminister und ehrt sie durch die Verleihung des „Großkreuz vom Orden des Deutschen Adler".
Durch Führererlass werden für die Städte Düsseldorf, Köln und Weimar besondere städtebauliche Maßnahmen befohlen.
Ein weiterer Führererlass gewährt unter bestimmten Umständen Straffreiheit für politische Vergehen auf dem Gebiet der ehemaligen Tschechoslowakei.
Adolf Hitler lässt sich im Volkswagen-Werk Fallersleben von Robert Ley, Ferdinand Porsche und Direktor Jakob Werlin über den Fortgang der Bauarbeiten informieren.
Adolf Hitler verließ für die Sommermonate Berlin und begab sich auf den Obersalzberg. Es erging ein Rundschreiben an sämtliche Minister und Gauleiter mit dem Wunsch, daß von Besuchen jeder Art im Hause Berghof Abstand genommen wird.

8.6.1939
Als Vergeltung für die Ermordung eines deutschen Polizeibeamten stellt eine Verordnung die Stadt Klattau im Reichsprotektorat Böhmen und Mähren unter Ausnahmerecht.
Der britische König Georg VI. und Königin Elisabeth treffen zu einem viertägigen Besuch in Washington ein.
Belgiens Ministerpräsident Hubert Graf Pierlot betont vor der Kammer in Brüssel die Neutralität seines Landes.

9.6.1939
Auf der Tagung des Deutschen Auslandsinstituts in Stuttgart erhebt Franz Ritter von Epp, Vorsitzender des Reichskolonialbundes, erneut Anspruch auf Rückgabe der deutschen Kolonien.
Anlässlich der Siegesfeiern der spanischen Falange findet ein Telegrammwechsel zwischen Adolf Hitler und General Franco statt.
Stabsleiter Martin Bormann dringt bei Parteiinstanzen erneut auf beschleunigte Beseitigung der kirchlichen Erziehungsanstalten.
In Ratibor (Oberschlesien) wird das Polnische Volkshaus, Sitz der polnischen Minderheitenorganisationen, beschlagnahmt. In den Wochen zuvor war es in Oberschlesien bereits zu Übergriffen gegen die polnische Minderheit gekommen.
Der frühere jugoslawische Ministerpräsident Milan Stojadinovic wird aus der Führung der von ihm 1935 gegründeten Jugoslawischen Radikalen Partei ausgeschlossen. Der neue Ministerpräsident Dragi Cvetkovi c betreibt eine Verständigung des slowenischen mit dem bisher benachteiligten kroatischen Volksteil.
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wählt Garmisch-Partenkirchen statt Sankt Moritz zum Ort der Olympischen Winterspiele 1940. 1944 sollen Cortina d'Ampezzo (Winter) und London (Sommer) die Spiele ausrichten.

10.6.1939
Viktor Lutze, der Stabschef der Sturmabteilung (SA), beendet einen zweitägigen Besuch in Danzig.
Adolf Hitler sendet an Reichpostminister Wilhelm Ohnesorge ein Glückwunschtelegramm zum Geburtstag.
Am Nachmittag besucht Adolf Hitler „unerwartet" die VI. Reichstheaterfestwoche in Wien und nimmt an einer Aufführung der Oper „Friedenstag" zu Ehren des Komponisten Richard Strauss teil, der am nächsten Tag seinen 75. Geburtstag feiert.
Der Wiener Volksgerichtshof verurteilt sieben Mitglieder der Revolutionären Sozialisten Österreichs zu Gefängnis und Zuchthaus zwischen 18 und 30 Monaten.
Im Reichsgesetzblatt erscheint das auf den 25. März datierte Gesetz über die Schaffung der Technischen Nothilfe als Körperschaft des Öffentlichen Rechts.
Aus Anlaß des ersten Tags der Marine paradieren in Rom Marinetruppen.
Der polnische Marschall Rydz-Smigly erklärt vor ranghohen polnischen Offizieren: „Polen will den Krieg mit Deutschland und Deutschland wird ihn nicht verhindern können, selbst wenn es das wollte.“ In der deutschen Presse mehren sich jetzt die Meldungen über „polnische Provokationen" in Danzig.

11.6.1939
Adolf Hitler ist zum Abschluss der Theaterfestwoche bei der Aufführung von Nestroys „Einen Jux will er sich machen" im Burgtheater in Wien anwesend.
Bei einer Massenkundgebung von 10.000 Arbeitern in Trier lobt Hitlers Sonderbeauftragter Fritz Todt den Bau des Westwalles als „Große Gemeinschaftsleistung des ganzen deutschen Volkes".
Der Komponist Richard Strauss feiert seinen 75. Geburtstag.

12.6.1939
Adolf Hitler besucht in Wien das Grab seiner Nichte Geli Raubal, welche im September 1931 Selbstmord begannen hatte, danach startet er vom Flugplatz Aspern nach Linz, nach kurzem Aufenthalt fährt er im Kraftwagen nach Berchtesgaden.
Die Dekanate der evangelischen Kirche von Württemberg werden von der Kirchenleitung über die behördliche Ersetzung des Religions- durch den Weltanschauungsunterricht in den Schulen informiert und um Stellungnahme gebeten.

13.6.1939
In Danzig eröffnet die NSDAP eine Gaukulturwoche, die zum begeistertem Bekenntnis der Zugehörigkeit zum Reich wird.
Das Wachregiment Berlin heißt fortan Infanterieregiment Großdeutschland.
Im Auftrag seiner Regierung bietet der britische Botschafter Neville Meyrick Henderson der Reichsregierung u.a. Gespräche über Rüstungsfragen sowie über die deutschen Kolonialforderungen an.
Der Schweizer Nationalrat lädt den Bundesrat ein, die Wiederaufnahme der seit 1918 unterbrochenen Beziehungen zur UdSSR erneut zu prüfen.
Japanische Truppen blockieren das britisch-französische Konzessionsgebiet im chinesischen Tientsin.
Die Sowjetunion und China unterzeichnen ein Abkommen über finanzielle und technische Hilfe.
Ein unbekannter Täter stiehlt das Gemälde "L'Indifférent" des französischen Malers Antoine Watteau aus dem Louvre in Paris.

14.6.1939
Bei einer Kundgebung auf dem Berliner Gaustudententag im Sportpalast erklärt Reichspropagandaminister Joseph Goebbels: "Der Platz des geistigen Arbeiters ist mitten in der Gemeinschaft."
In der Freien Stadt Danzig treffen 20 neue polnische Zollinspektoren ein.
William Strang, Leiter der Mitteleuropaabteilung im Foreign Office, trifft zu Verhandlungen in Moskau ein.
In London beginnen Gespräche mit polnischen und türkischen Militärmissionen.

15.6.1939
Auf dem Berghof unterzeichnet Adolf Hitler ein neues „Gesetz über die Deutsche Reichsbank", Hitler unterstellt sich damit dieses Institut persönlich, hat somit uneingeschränkten Zugriff auf die Notenpresse. Außerdem hat er einen Telegrammwechsel mit der Alten Garde, die eine Besichtigungsfahrt durch Westfalen unternimmt.
Adolf Hitler übermittelt telegrafisch dem König von Schweden seine Glückwünsche zum Geburtstag.
In Buenos Aires läuft die "Monte Olivia" der Hamburg-Südamerika-Linie ein. An Bord befinden sich 78 deutschen Juden mit Visa für Paraguay.
Der sowjetische Geschäftsträger Georgi Astachow spricht in Berlin mit dem bulgarischen Gesandten Parvan Draganow über den Gedanken eines deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes. Wie von Astachow erhofft, benachrichtigt Draganow das deutsche Auswärtige Amt.
Frankreich und Großbritannien übermitteln der UdSSR ihre Bereitschaft zum Abschluß eines Beistandspaktes.
Der Monatsbericht der Wehrwirtschaftsinspektion XIII (Nürnberg) meldet eine "tiefgreifende Mißstimmung in Arbeiterkreisen über die zum Teil übermäßige Anspannung der Arbeitskräfte. Die Folge sind u.a. in der Rüstungsindustrie wiederholte Sabotageversuche.
Im Ufa-Palast am Zoo in Berlin hat der dokumentarische Film "Im Kampf gegen den Weltfeind" über den Einsatz der Legion Condor in Spanien Premiere (Regie Karl Ritter, Text Werner Beumelburg).

16.6.1939
Der Reichsinnenminister ordnet an, dass Juden zum Kuraufenthalt ein beglaubigtes Attest eines Arztes beibringen und sich sofort bei der zuständigen Ortspolizei melden müssen.
In der Bündnisfrage lehnt der russische Außenminister Michailowitsch Molotow den westlichen Vertragsentwurf ab, solange die Garantie für die Baltenstaaten nicht Bestandteil des Paktes werden.
Die Sowjetunion und China schließen einen Handelsvertrag unter Einschluß einer Meistbegünstigungsklausel.
In Luzern beginnt das 26tägige Eidgenössische Schützenfest 1939.
Als erster deutscher Motorradfahrer gewinnt Georg Meier (BMW) die Tourist Trophy auf der Insel Man.
In Helsinki läuft der Finne Taisto Mäki die 5000 m in der Weltrekordzeit von 14:08,8 min. Den alten Rekord lief der Finne Lauri Lehtinen 1932 mit 14:17,0 min.

17.6.1939
Bei einer Kundgebung in Danzig erklärt Reichspropagandaminister Joseph Goebbels, das Deutsche Reich sei an der Seite Danzigs.
Das Reichspropagandaministerium erlässt die Presseweisung: "Über volksdeutsche Flüchtlinge aus Polen sollen nicht nur keine Zahlen, es sollen auch keine Berichte aus Flüchtlingslagern gebracht werden, was aber nicht ausschließt, dass man sich Material für später zurücklegt."
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler empfängt auf dem Obersalzberg Khalil al Hud, den Sonderbotschafter von König Saud Ibn Abd Al Asis von Saudi-Arabien.
Bei den Internationalen Tennismeisterschaften von Frankreich in Paris gehen die Einzeltitel an Donald McNeill (USA) und Simone Mathieu (Frankreich).

18.6.1939
Adolf Hitler sendet ein Beileidstelegramm an den französischen Staatspräsidenten Albert Lebrun anlässlich des Untergangs des U-Bootes „Phenix". Außerdem besichtigt er auf dem Obersalzberg eine fahrbare Verkehrsschule des NSKK.
Durch ein jüdisches Bombenattentat auf den Gemüsemarkt von Haifa werden 18 Araber getötet und 24 verletzt.
Durch ein 9:0 (4:0) über Admira Wien im Berliner Olympia-Stadion wird Schalke 04 vor 100.000 Zuschauern zum vierten Mal Deutscher Fußballmeister.
Beim Autorennen 24 Stunden von Le Mans gewinnen die Franzosen Jean Pierre Wimille/Pierre Veyron auf Bugatti.

19.6.1939
Reichsjugendführer Baldur von Schirach ordnet für den Sommer 1939 den Ernteeinsatz der deutschen Jugend an.
Adolf Hitler besucht in Wien ein Gastspiel des Bayreuther „Lohengrin" mit Winifred Wagner. Auf Wunsch des Führers wird die Bayreuther Aufführung restlos rekonstruiert.
Zu ihrem 80. Geburtstag verleiht Adolf Hitler den nationalen Schriftstellern Heinrich Schrey und Heinrich Sohnrey, Verfasser von Dorfgeschichten und volkskundlichen Arbeiten, den „Adlerschild des Deutschen Reiches". "Dem Hüter und Pfleger des gesunden Bauerntums" lautet die Aufschrift des Adlerschildes.
Das Slowakische Pressebüro dementiert eine Meldung der britischen Nachrichtenagentur Associated Press über den Aufmarsch von 20.000 deutschen Soldaten bei Sillein und ihr Vorrücken gegen die polnische Grenze.

20.6.1939
In Berlin wird ein deutsch-italienisches Abkommen über die sozialrechtliche Gleichstellung der Staatsbürger beider Länder unterzeichnet.
Zur Berichterstattung über die Vorbereitungen zu den V. Olympischen Winterspielen, die 1940 in Garmisch-Partenkirchen stattfinden sollten, empfängt Adolf Hitler den Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten, den Präsidenten des Organisationskomitees. Hitler genehmigt die Pläne zum Ausbau der Sportanlagen und das Gesamtprogramm der Spiele.
Erich Warsitz gelingt der erste erfolgreiche Flug mit dem von Ernst Heinkel konstruierten Raketenflugzeug He 176.
Zum Abschluß einer zweitägigen Sitzung des Intergouvernementalen Komitees für die Flüchtlingshilfe in London wird bekannt, dass sich von den 150.000 jüdischen Flüchtlingen aus dem Deutschen Reich 52.000 in Großbritannien, 30.000 in Frankreich, 25.000 in Polen, 12.000 in Belgien, 10.000 in der Schweiz und 5000 in skandinavischen Ländern aufhalten.

21.6.1939
Bei einer NS-Sonnwendfeier auf dem Berliner Reichssportfeld greift Reichspropagandaminister Joseph Goebbels Großbritannien und Frankreich an.
Generaloberst Walther von Brauchitsch und der Militärattaché in Moskau, Köstring kommen auf den Berghof zu einer Besprechung der Planungen von Fall »Weiß« und der festgefahrenen englisch-russischen Verhandlungen.
Reichsprotektor Konstantin Freiherr von Neurath verfügt die »Entjudung« der Wirtschaft im Reichsprotektorat. Das Reichsministerium des Innern erläßt Richtlinien über den Aufenthalt von Juden in Bädern und Kurorten. Juden dürfen nur in Hotels absteigen, in denen das weibliche Personal nicht unter 45 Jahren alt ist, sie müssen besondere Trink- und Badestunden beachten und dürfen die Kuranlagen nicht benutzen.
In Dresden wird die Ausstellung »Warum wir Kolonien brauchen« eröffnet. Sie soll bis zum 10. September dauern.
Das ungarische Parlament billigt die Erweiterung des Reichstages durch 26 Vertreter aus dem 1938 angegliederten Oberland und zehn Vertreter aus der im März 1939 annektierten Karpato-Ukraine.
Eine Farman 2210 "Ville de Dakar" der Air France absolviert die 400. Atlantiküberquerung auf der Route Dakar- Natal.

22.6.1939
Die deutsche Wehrmacht übernimmt die Spanische Hofreitschule in Wien.
Die Sowjetunion lehnt die ihr am Vortag übermittelten neuen britisch-französischen Vorschläge für einen antideutschen Militärpakt pakt ab, weil die baltischen Staaten nicht ausdrücklich in die Garantien einbezogen worden seien.
Nach siebenwöchiger Rundreise durch Kanada, die USA und Neufundland kehren König Georg VI. und Königin Elisabeth nach London zurück.
Vor 30.000 Zuschauern im Osloer Ulleval-Stadion besiegt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im ersten Spiel ihrer Nordlandreise Norwegen 4:0.

23.6.1939
Fritz Todt, Generalinspekteur für das Straßenwesen, erklärt auf dem ersten Großdeutschen Baugewerbetag in Wien, die Materialbeschaffung werde durch die mangelhafte Kohlenversorgung behindert. 1939 würden mit rund acht Millionen Ziegeln 25% weniger erzeugt als 1938.
Das Deutsche Reich und Italien vereinbaren die Übersiedlung der deutschsprachigen Bevölkerung Südtirols.
Richtlinien „für die Kriegsbereitschaft der Verkehrsmittel" in Deutschland werden erlassen.
In Paris unterzeichnen Frankreich und die Türkei eine Erklärung über gegenseitige Hilfeleistung.
In Frankfurt am Main findet die Hauptversammlung der IG Farbenindustrie statt. Die Bilanz für 1938 weist einen Reingewinn von 55,18 Millionen Reichsmark (RM) aus. Die Investitionen beliefen sich auf 273 Millionen RM.
Auf der Strecke Hamburg- Berlin erreicht ein neuer Schnelltriebwagen der Deutschen Reichsbahn 215 km/h.

24.6.1939
Die Wehrmachtsführung erhält von Adolf Hitler die Anweisung zur „Vorbereitung der unversehrten Besitznahme der Brücken über die untere Weichsel", das heißt zwischen Danzig und dem Korridor. Der Führer ist noch überzeugt, Danzig ohne einen direkten Krieg mit Polen nehmen zu können.
Reichsprotektor Konstantin Freiherr von Neurath befiehlt in Böhmen und Mähren die Überprüfung aller nach dem 15. September 1935 mit Juden abgewickelten Geschäfte.
Zum Tag des Deutschen Volkstums 1939 beginnt eine zweitägige Reichsstraßensammlung.
Der Nürnberger Radprofi Georg Umbenhauer gewinnt die Deutschlandrundfahrt über 5013 km.
SS-Hauptsturmführer Waldemar Fegelein auf Nordrud bleibt als einziger von 37 Startern fehlerlos und gewinnt das Deutsche Springderby in Hamburg.

25.6.1939
Adolf Hitler empfängt in München den Präsidenten des italienischen Frontkämpferverbandes Carlo Delcroix, der mit 500 Italienern zu einer Großkundgebung in die Hauptstadt der Bewegung gekommen ist. Am Nachmittag finden Kranzniederlegungen statt. Starke Frontkämpferverbände sind aufmarschiert. Im Führerbau findet ein Empfang statt, bei dem Hitler eine Ansprache hält.
In Kopenhagen gewinnt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft vor 35.000 Zuschauern gegen Dänemark 2:0 (1:0).
Bei 71. Deutschen Galoppderby auf der Rennbahn in Hamburg-Horn siegt Jockey Gerhard Streit auf Wehr Dich (Gestüt Schlenderhan). Für den Sieg zahlt der Totalisator 34:10.
Beim Großen Preis von Belgien in Spa siegt Hermann Lang (Mercedes-Benz). Der Brite Richard Seaman (Mercedes-Benz) verunglückt tödlich.

26.6.1939
Das Geheime Staatspolizeiamt befiehlt zur Beschäftigung von Arbeitern aus dem Reichsprotektorat Böhmen und Mähren, bei »Arbeitsverweigerung«, politischer Betätigung oder »sonstiger staatsfeindlicher Einstellung« mit aller Härte bis hin zu Schutzhaft einzugreifen.
Die Presseweisung Nr. 630 des Reichspropagandaministeriums verbietet den deutschen Zeitungen Berichte über "den zwangsweisen Einsatz verheirateter Frauen in den Arbeitsprozeß".
Bei Hasselt in Belgien bricht der Albertkanal auf einer Länge von 50 m.
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler erteilt den Sonderauftrag „Linz" zur Beschaffung von Kunstwerken. Die Stadt Linz an der Donau soll „Weltkunsthauptstadt" werden.
Adolf Hitler sendet an den italienischen Außenminister anlässlich des Todes seines Vaters, des Grafen Constanzo Ciano, ein Beileidstelegramm.
Das Politbüro des Zentralkomitees (ZK) der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) beschließt die Einrichtung einer Obersten Parteischule.

27.6.1939
Die Großdeutsche Reichstagung der Deutschen Forstwirtschaft beginnt in Berlin. Sie endet am 1. Juli.
Englands Botschafter Sir Neville Henderson versucht über den Kabinettschef Hitlers, Reichsminister Hans Heinrich Lammers, den deutschen Führer zu einer öffentlichen Verständigungsgeste gegenüber Polen zu bewegen.

28.6.1939
Der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw M. Molotow erneuert gegenüber dem deutschen Botschafter Friedrich Werner Graf von der Schulenburg den Wunsch nach besseren deutsch-sowjetischen Beziehungen.
In der Antwort auf die Kündigung des Flottenabkommens (28. 4.) erklärt Großbritannien seine Bereitschaft zu Verhandlungen, weil der Vertragstext eine einseitige Kündigung nicht vorsehe.
Der Kommandierende General des X. Armeekorps und Befehlshaber im Wehrkreis X. Hamburg, Wilhelm Knochenhauer, stirbt. Adolf Hitler sendet der Witwe ein Beileidstelegramm und ordnet ein Staatsbegräbnis an.
Die US-Fluggesellschaft Pan American World Airways nimmt den Transatlantik-Passagierverkehr auf.
Durch k. o. in der 4. Runde über Tony Galento in New York bleibt Joe Louis (USA) Boxchampion im Schwergewicht.

29.6.1939
In der sowjetischen Parteizeitung "Prawda" erklärt Andrej Schdanow, Mitglied des Politbüros der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) die britisch-französisch-sowjetischen Verhandlungen seien "in eine Sackgasse geraten".
Adolf Hitler gratuliert Franz Seldte, Reichsarbeitsminister, telegrafisch zum 57. Geburtstag.
Eine deutsche Focke-Wulf Fw 200 "Condor" mit den Piloten Alfred Henke und Günther Schuster überquert den Südatlantik von Banjul nach Natal in der Rekordzeit von 9:47 h.
Vor 19 000 Zuschauern in Reval besiegt die deutsche Fußball-Nationalelf die Auswahl von Estland 2:0 (1:0).

30.6.1939
Gemäß Vereinbarung zwischen der Reichsjugend- und der Polizeiführung sollen Hitlerjungen künftig Feuerwehrdienst leisten
Auktion des Schweizer Kunsthändlers Theodor Fischer in Luzern, der mit Einverständnis von Adolf Hitler 125 Werke der „Entarteten Kunst", darunter Werke von Braue, Gaugin, van Gogh, Klee, Kirchner, Matisse, Picasso und andere, übernehmen konnte.
Elly Rosemeyer-Beinhorn kehrt mit ihrer Messerschmitt "Taifun" von ihrem am 20. April begonnenen Indienflug zurück.

Die Legion Condor war ein Expeditionskorps der deutschen Wehrmacht an der Seite von General Franco im Spanischen Bürgerkrieg. Im Jahre 1936 überschlugen sich im unruhigen Spanien die Ereignisse. Nach dem Wahlsieg der linken Volksfront ergoß sich eine Welle blutigster Gewalt über das Land. Der Befehlshaber der Marokkanischen Armee, General Francisco Franco, sah sich daher im nationalen Interesse Spaniens gezwungen, einzugreifen und die von Kommunisten dominierte Regierung zu stürzen. Da Franco jedoch auf dem afrikanischen Kontinent festsaß und aus eigener Kraft nicht vermochte, nach Spanien überzusetzen, bat er Adolf Hitler um Hilfe. Dieser sandte ihm daraufhin Transportflugzeuge, Waffen und Munition. Außerdem wurden am 31. Juli in Döberitz die ersten 86 Freiwilligen verabschiedet, die den Grundstock jener Truppe bilden sollten, die ab November den Namen Legion Condor trug. Ohne ihren Einsatz in den folgenden drei Jahren hätte der Staatsstreich Francos keine Aussicht auf Erfolg gehabt.
Rechts: Eine deutsche Focke-Wulf Fw 200 »Condor«

die sozialen Errungenschaften im Deutschen Reich waren einzigartig und es gab auf der ganzen Welt nichts Vergleichbares

Carl Froelich

Maxim Maximowitsch Litwinow

Wjatscheslaw M. Molotow

Walther von Brauchitsch

Großadmiral Erich Raeder

Erich Fellgiebel

Józef Beck

Hans von Tschammer u. Osten

Chaim Weizmann

Fritz Todt

Konstantin von Neurath

Hans Heinrich Lammers

Graf von der Schulenburg

LINKS: Von Polen verstümmelte Deutsche   /   RECHTS: Polnische Verbrechen an Deutschen von 1681 bis 1939 (Doku) - In Polen steigerten sich die Ausschreitungen gegen Deutsche ab Mai 1939 erneut. Auf dem Lande wurden deutsche Höfe in großer Zahl von Polen angezündet, die Bauern weggetrieben, Menschen in den Städten verprügelt, mißhandelt und oft auch totgeschlagen. Die Deutsche Reichsregierung musste Auffanglager einrichten, um des Stromes deutscher Flüchtlinge aus Polen Herr zu werden. Im Juni 1939 erklärte Marschall Rydz-Smigly vor polnischen Offizieren: „Polen will den Krieg mit Deutschland und Deutschland wird ihn nicht verhindern können, selbst wenn es das wollte.“

Im Ufa-Palast am Zoo in Berlin hat am 15. Juni der dokumentarische Film vom Regisseur Karl Ritter "Im Kampf gegen den Weltfeind" über den Einsatz der Legion Condor in Spanien Premiere.

Die UfA-Tonwoche vom 21.6.1939: Archivbilder zeigen die Deutsche Kriegs-Flotte heute und vor ihrer Versenkung vor 20 Jahren in Scapa Flow. In einer Woche zwei furchtbare U-Boot Katastrophen. Kunstflugvorfuehrung in Frankreich mit einem deutschen Flugzeug. Tag der Kriegsmarine in Italien. Grosser Gaukulturtag in Danzig als machtvolle Kundgebung des Deutschtums in der alten Hansestadt.

Sie können die einzelnen Bilder anklicken und die detailierten Ereignnisse dieser Zeit in der großen Chronik von 1933-45 nachlesen