Chronik des Nationalsozialismus Mai / Juni 1940

MAI 1940

1.5.1940
Zum "Ehrentag der Arbeit" am 1. Mai als "Nationalem Feiertag" bestimmten in den Städten Großdeutschlands, Aufmärsche und Kundgebungen mit Festansprachen der politischen Führer, insbesondere des Gauleiters, den Tagesverlauf. Begonnen wurde meist mit einer "Jugendkundgebung". Hierfür versammelten sich die Hitler-Jugend und der Bund Deutscher Mädel, um gemeinsam die Übertragung von Parteireden aus Berlin, insbesondere des Reichsjugendführers, anzuhören. Davor hatten sie schon Ansprachen ihrer lokalen Führer vernommen. Im Mittelpunkt stand aber der "Festzug" als Abbild der Volksgemeinschaft, wo sich die Partei mit ihren Verbänden im "Aufmarsch aller Schaffenden" zusammen als eine Einheit präsentierte.              



















Am nationalen Feiertag ruft der Stellvertreter des Führers und Reichsminister Rudolf Heß zum Beginn des "vierten Leistungskampfes der deutschen Betriebe" auf.
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler legt den Termin für die Westoffensive „Fall Gelb" auf den 5. Mai fest.
Der Führer Adolf Hitler verleiht der Friedrich Krupp AG, für seine herausragenden Dienste für das Dritte Reich, die Bezeichnung „Nationalsozialistischer Musterbetrieb".
Die slowakische Regierung beschließt die Einführung einer allgemeinen Arbeitsdienstpflicht.
Samuel Harden Church, Präsident der US-Kulturorganisation Carnegie Institute, setzt ein Kopfgeld von 1.000.000 Dollar auf die Ergreifung des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler aus.

2.5.1940
Italiens Botschafter in Washington Fürst Ascanio Colonna, erklärt gegenüber US-Präsident Roosevelt, dass Italien den Status der Nichtkriegführung beibehalte.
Angesichts der Leiden der Zivilbevölkerung richtet das Internationale Rote Kreuz einen dringenden Appell an die kriegführenden Staaten, den Luftkrieg gemäß den internationalen Vereinbarungen der Genfer Konvention einzuschränken.
Premierminister Arthur Neville Chamberlain kündigt in Richtung Italien an, daß eine mächtige alliierte Flotte auf dem Weg nach Alexandria in Ägypten ist.
Englische und französische Truppen verlassen den zerstörten Ort Namsos in der Nacht vom 2. auf den 3. Mai. Stukas greifen am 3. Mai an und versenken die französischen Zerstörer "Afridi" und "Bison".
In Oslo werden 3500 deutsche Soldaten und in Larvik 820 Soldaten ausgeschifft.
Besprechung Adolf Hitlers mit Hermann Göring und hohen Luftwaffenoffizieren über den geplanten Fallschirmjägereinsatz gegen die „Festung Holland".
Rochus Misch, Unterscharführer der SS, wird als Telefonisten, Kurier und Leibwächter für Hitler persönlich abkommandiert (Begleitkommando) und bezieht ein Zimmer in der Reichskanzlei.

3.5.1940
Im Berliner Sportpalast sucht Adolf Hitler in einem Appell 6.000 Offiziersanwärter auf die nationalsozialistische Kriegsideologie einzuschwören. Er prophezeit ihnen: „Die großen Erfolge der Weltgeschichte sind immer nur denen Zuteil geworden, die das letzte Bataillon auf dem Schlachtfeld hatten beziehungsweise den Männern, die in der letzten Minute noch den Kopf aufrecht getragen haben."
Das Reichsluftfahrtministerium erlässt für das gesamte Deutsche Reich einheitliche Bestimmungen zur Abwehr der Gefahren des Luftkriegs. Dazu zählt vor allem die generelle Verdunkelungspflicht zwischen Sonnenunter- und Sonnenaufgang.
Oberst Oster von der deutschen Abwehr informiert den holländischen Militär-Attachee Oberst Sas in Berlin darüber, daß Deutschland vermutlich am 8. Mai die Niederlande, Belgien und Luxemburg angreifen wird.
General Huntziger, Befehlshaber der 2. französischen Armee, befiehlt den Abriss von Panzersperren und Hindernissen auf den zwei Hauptverbindungsstrassen aus den Ardennen, da sie ohne seine Anordnung errichtet wurden!
Die englische Luftwaffe bombardiert die Flugplätze von Ry (Dänemark), Fornebu (bei Oslo in Norwegen) und Stavanger.
Die 32. Piemont-Radrundfahrt (269 km) mit Start und Ziel in Turin gewinnt Aldo Cinelli. Ein technischer Defekt am Rad des Favoriten Gino Bartali 30 km vor dem Ziel führt zum Erfolg Cinellis.
Im Equipereiten um die "Coppa Mussolini" bei dem seit dem 28. April veranstalteten Internationalen Concour Hippique in Rom gewinnt die deutsche Mannschaft vor Italien.

4.5.1940
Rudolf Höß, Schutzhaftlagerleiter in Sachsenhausen, wird zum Kommandanten des Lagers Auschwitz ernannt, das im Juni die ersten Häftlinge aufnimmt. Zunächst werden hier nur polnische Häftlinge für den Transport in andere Konzentrationslager gesammelt.
In einem Artikel der britischen Tageszeitung "Daily Herald" wird mit Besorgnis festgestellt, dass aufgrund des erschwerten Bezugs von ausländischem Holz die inländischen Reserven für die Papierherstellung voll ausgenutzt werden müssten und sich so die Waldbestände in bedrohlicher Weise reduzierten.
Papst Nuntios warnt König Leopold von Belgien davor, daß ein deutscher Angriff kurz bevorsteht.
Adolf Hitler gratuliert dem Komponisten Emil Nikolaus Reznieck zum 80. Geburtstag und spricht ihm Anerkennung für die Verdienste um die deutsche Musik aus.
Reichsstatthalter Konrad Henlein übergibt das "Neue Deutsche Theater" in Prag seiner Bestimmung. Wilhelm Furtwängler leitet das Festkonzert der Berliner Philharmoniker.
Die Komische Oper "Amelia geht zum Ball" von Carlo Menotti wird in der Bearbeitung von Georg C. Winkler am Preußischen Theater Gera als deutsche Erstaufführung gezeigt.

5.5.1940
Die bis zur deutschen Besatzung in Oslo amtierende norwegische Regierung lässt sich in London als Exilregierung nieder.
Französische Fremdenlegionäre und polnische Truppen werden in Harstad (in der Nähe von Narvik) und in Tromsö (nördlich davon) ausgeschifft.
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler hat ein Memorandum für die Begründung für den Fall „Gelb" (Westoffensive) fertig gestellt.
Kapitän Hermann Goertz von der Abwehr (deutscher Auslandsgeheimdienst) landet mit dem Fallschirm in der Nähe von Dublin. Er baut Kontakte zur irischen Armee und der IRA auf, wird aber im November 1941 von den irischen Behörden verhaftet.
USA und Mexiko schließen ein Abkommen über die Lieferung von mexikanischem Erdöl im Wert von 54 Millionen US-Dollar (243,5 Mio. RM). Der in Mexiko unterzeichnete Vertrag soll zunächst fünf Jahre Gültigkeit besitzen.
Die Exilzeitung "Neuer Vorwärts", das Organ des Exilvorstandes der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, erscheint zum letzten Mal.
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) in Lausanne entscheidet endgültig, dass nach der Absage des Finnischen Komitees vom 25. April die Olympischen Sommerspiele 1940 nicht ausgetragen werden.
Die neunte Begegnung im Fußball-Länderspiel Italien - Deutsches Reich in Mailand vor 60.000 Zuschauern endet mit einer deutschen Niederlage 2:3 (1:2).

6.5.1940
Die amtliche sowjetische Nachrichtenagentur "TASS" erklärt, dass sich die sowjetische Regierung durch die deutsche Besetzung Norwegens nicht bedroht fühle.
Norweger stellen sich im Abschnitt Röros-Stören im östlichen Mittel-Norwegen zum Kampf. Die Goldreserven von Norwegen (ca. 350 Millionen Reichsmark) kommen sicher in London an.
In Oslo treffen 5000 deutsche Soldaten als weitere Verstärkung ein.
In Wiesbaden beginnt die zweitägige Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, die sich unter anderem mit dem Thema "Medizin im Dienste der Arbeitsfähigkeit" beschäftigt.
Der US-amerikanische Schriftsteller John Steinbeck wird in New York für seinen 1939 veröffentlichten Roman "The Grapes of Wrath" (Die Früchte des Zorns) mit dem Pulitzerpreis für Literatur ausgezeichnet.

7.5.1940
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler verschiebt den Beginn der Westoffensive auf den 9. Mai.
Die Niederlage der britischen Truppen in Norwegen führt im Unterhaus zu einem Tadelsantrag der Opposition gegen Premierminister Arthur Neville Chamberlain. Chamberlain verteidigt die Strategie der Konservativen Regierung. Er gerät aber unter heftige Attacken von Admiral Keyes und L.S. Amery (Konservative): "Im Namen Gottes, gehen Sie!".
Französische Piloten, welche in der Nacht vom 7. auf den 8. Mai von einem Einsatz zum Flugblätter-Abwurf über Düsseldorf zurückkehren, berichten das sie die Lichter einer 100 Kilometer langen deutschen motorisierter Kolonne sehen konnten, welche nach Westen in Richtung der Ardennen zieht.In der einen Tag später erfolgenden Abstimmung muss dieser arge Stimmenverluste auch von Seiten der eigenen konservativen Abgeordneten hinnehmen.
Das Präsidium des Obersten Sowjet in Moskau beschließt die Einführung von Generals- und Admiralsdienstgraden für die höheren Kommandanten von Armee und Flotte der Roten Armee. Die Armee wird umorganisiert, modernisiert und einem neuen Disziplinarrecht unterworfen.
In der norwegischen Hafenstadt Larvik treffen deutsche Verstärkungen von 1900 Soldaten ein.
In den Niederlanden verfügt die Regierung Urlaubssperren für Arbeiter in der Verteidigungsindustrie sowie für Mitglieder des Luftschutzes und der Fliegerabwehr.

8.5.1940
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler führt Besprechungen mit Reichsführer-SS und Chef der Deutschen Polizei, Heinrich Himmler und Josef Terboven.
Das DNB muss ein Dementi veröffentlichen, weil in ausländischen Blättern bereits von den militärischen Vorbereitungen in Richtung Holland zu lesen ist.
Die belgische Botschaft in Berlin warnt Brüssel, daß das deutsche Auswärtige Amt ein Ultimatum an Belgien vorbereitet und daß das OKW (Oberkommado der Wehrmacht) soeben den Befehl für den Angriff gegeben hat.
Der Jewish Chronicle in London schreibt: Wir sind mit Hitler im Krieg vom ersten Tag seiner Machtergreifung. (siehe 24.3.1933)
Die Veranstalter des Giro d'Italia-Radrundfahrt geben nach vermehrten Absagen ihren Verzicht auf die Hinzuziehung grßer ausländischer Fahrerequipen bekannt.

9.5.1940
Am Vormittag verschiebt Adolf Hitler den Termin für die Westoffensive endgültig auf den 10. Mai. Vor seiner Reise nach dem Westen empfängt er noch den italienischen Botschafter Bernardo Attolico zum Abschiedsbesuch. Hitler begibt sich mit seinem Sonderstab in das Führerhauptquartier "Felsennest" in der Eifel, von wo aus er die Westoffensive zu leiten beabsichtigt.
Adolf Hitler richtet einen Befehl an den Oberbefehlshaber der deutschen Truppen in Norwegen, darin steht u.a: »Der norwegische Soldat hat alle feigen und hinterlistigen Mittel, wie sie bei den Polen an der Tagesordnung waren, verabscheut. (...) Ich habe mich daher entschlossen, in Würdigung dieser Umstände die Genehmigung zu erteilen, die gefangenen norwegischen Soldaten wieder in Freiheit zu setzen".
Kabinett-Krise in Frankreich: Reynaud prangert den französischen Oberbefehlshaber General Gamelin für sein Versagen in der Abwehr der deutschen Invasion von Norwegen an und verlangt die Ernennung eines neuen Oberbefehlshaber. Verteidigungsminister Daladier verteidigt Gamelin. Reynaud bietet seinen Rücktritt an, beschwört aber seine Kollegen zur Verschwiegenheit.
Der englische Kreuzer "Birmingham" und sieben Zerstörer werden im Skagerrak durch vier deutsche S-Boote angegriffen. S31 torpediert dabei den Zerstörer "Kelly", welcher nach Newcastle zurückgeschleppt werden muß. Das französische U-Boot Doris wird durch U-9 vor der holländischen Küste versenkt. Das deutsche U-Boot "U 111" gerät nach einem Rammstoß in britische Hände. Die U-Boot-Abwehrspezialisten der Briten erbeuten das unversehrte technische Gerät an Bord und sind damit befähigt den deutschen Marine-Funkverkehr zu entschlüsseln.
In einem Memorandum an die Großherzoglich Luxemburgische Regierung erklärt die deutsche Reichsregierung, dass die Besetzung des Landes durch deutsche Truppen lediglich der Aufrechterhaltung der Neutralität Luxemburgs dienen soll.
Der Verräter Oberst Hans Oster, Stabschef des Amtes Abwehr der Wehrmacht, teilt dem niederländischen Militärattaché Jacobus Gijsbertus Sas mit, dass die Westoffensive am folgenden Tag beginne, doch bleibt wie im Fall Dänemark und Norwegen die erwartete Wirkung aus.
Britische Truppen besetzen die Insel Island, um die wichtige Atlantikroute für Transporte im Seekrieg vor den deutschen Seestreitkräften abzuschirmen.
Im Einverständnis mit der Sowjetunion erfolgt die Remilitarisierung der Alandinseln durch finnische Truppen. Die Befestigung der Inselgruppe soll nach dem Willen der Sowjetunion ausschließlich durch finnische Stellen erfolgen.
Die deutsche Reichsregierung verhängt für Juden eine generelle Ausgangsbeschränkung. Diese gilt vom 1. April bis 30. September zwischen 21 und 5 Uhr, in der Zeit vom 1. Oktober bis 31. März von 20 bis 6 Uhr.
In der Landgemeinde Iglauer im Protektorat Böhmen und Mähren (Tschechei) wird das erste deutsche Arbeitsdienstlager für junge Frauen eröffnet.
Wissenschaftler der "Frankfurter Konferenz für medizinisch-technische Zusammenarbeit" beschäftigen sich während ihrer zweitägigen Zusammenkunft mit dem Thema "Biologie der Großstadt".
Im Staatlichen Schauspielhaus in Berlin inszeniert Gustaf Gründgens "Cavour" von Italiens Duce Benito Mussolini sowie dem Co-Autor Giovaccino Forzano.

10.5.1940
In den frühen Morgenstunden, um 5.35 Uhr, beginnt von der Nordsee bis zur Südgrenze Luxemburgs mit zwei deutschen Heeresgruppen die Westoffensive (»Fall Gelb«). In der voran gehenden Nacht werfen deutsche Flugzeuge 100 Luftminen vor belgische und niederländische Häfen. ie deutsche Luftwaffe greift im Morgengrauen Flugplätze und Ortschaften in den Niederlanden, Belgien und Nordfrankreich an. Deutsche Luftlandetruppen sichern wichtige Flugplätze und Brücken. Sturmtruppen landen mit Lastenseglern direkt auf dem belgischen Fort Eben Emael und nehmen es trotz seiner 1.200 Mann starken Besatzung. Die belgischen Truppen ziehen sich mit Ausnahme von zwei Kompanien Chasseurs Ardennais, welche den Vormarsch der 1. Panzer-Divisionen mit Strassensperren verzögern, aus den Ardennen in Richtung des Flusses Maas zurück. Die französische 1. Heeresgruppe (32 Divisionen, einschließlich den englischen Expeditionskorps BEF) rücken gemäß dem Dijle-Plan nach Belgien ein. General Gamelin, der alliierte Oberbefehlshaber gibt als Tagesbefehl heraus: "Deutschland fordert uns zum Krieg auf Leben und Tod heraus ... habt Mut, Kraft und Zuversicht." Die holländische Armee beginnt mit den vorbereiteten Flutungen von großen Flächen in Ost-Holland. Den Holländern gelingt es, einen Entführungsversuch von Königin Wilhelmina durch deutsche Fallschirmjäger zu verhindern. Unternehmen Königliche Marine beginnt: 1.700 Minen werden bis zum 17. Mai im Rhein ausgelegt.
In einem Aufruf an die „Soldaten der Westfront" erklärt Adolf Hitler: „Die Stunde des entscheidenden Kampfes für die Zukunft der deutschen Nation ist gekommen. (...) der heute beginnende Kampf entscheidet das Schicksal der deutschen Nation für die nächsten tausend Jahre!"
Der deutsche Botschafter in Rom Hans Georg von Mackensen muss Benito Mussolini schon um 5 Uhr eine Botschaft Adolf Hitlers überbringen, in der er die Begründung für den Einmarsch in die drei kleinen neutralen Staaten mitteilt. Den Vertretern von Belgien, Holland und Luxemburg werden die von Adolf Hitler am 5. Mai verfassten und unterzeichneten Memoranden ausgehändigt. Eine freiwillige Unterwerfung der drei Staaten wird abgelehnt.
Nachmittags gegen 4 Uhr fallen alliierte Bomben auf die Stadt Freiburg im Breisgau. Die Verluste an Menschenleben betrugen zunächst 25 Tote (darunter 20 Kinder auf einem Spielplatz) und 109 Verletzte, von denen noch weitere 25 starben. Heute versucht man dieses Verbrechen als irrtümlichen Bombenangriff durch die Deutsche Luftwaffe darzustellen.
Alle Deutschen in Niederländisch-Indien, dem heutigen Indonesien, wurden zu Freiwild. Kolonialpolizeitruppen, die hauptsächlich aus Ambonesen und Minadonesen bestanden, verhafteten alle deutschen Männer, Frauen und Kinder. Haftgrund: Deutscher zu sein. In recht seltenen Fällen wurden die Verhafteten menschlich behandelt, sehr oft brutal und unmenschlich. Hochverdiente Ärzte, die ihr Leben lang für die Kolonie gearbeitet hatten, Missionare, Beamte, Geschäftsleute und Pflanzer wurden dabei, zum Teil tagelang, gequält und misshandelt. Es spielten sich Tragödien ab, die heute nicht mehr erwähnt werden.
Infolge seiner gescheiterten Appeasement-Politik (Beschwichtigungs-Politik) muss die britische Regierung unter Arthur Neville Chamberlain zurücktreten. Winston Churchill wird neuer Premierminister und bildet eine Allparteienregierung. Clement Attlee wird Stellvertretender Ministerpräsident, Anthony Eden Kriegsminister, Lord Edward Halifax bleibt Außenminister.
"Aus Gründen der dringend notwendigen Kohleförderung" wird der Fronleichnamstag im von Donnerstag, den 23. Mai, auf Sonntag, den 26. Mai verlegt.

11.5.1940
Die neue britische Regierung unter Winston Churchill genehmigt Nachtangriffe britischer Bomberstaffeln auf das deutsche Hinterland. Damit wird der Befehl zur Bombardierung deutscher Städte gegeben.
Adolf Hitler stattet dem OKH in Hülloch einen Besuch ab und informiert sich über die operativen Planungen für die nächsten Tage.
Guderians Panzer-Korps zersprengt französische Kavallerie und leichte mechanisierte Kräfte in den Ardennen und zwei seiner drei Panzer-Divisionen erreichen den Fluß Semois, 16 km nördlich von Sedan. Nach einem schnellen Vormarsch durch Belgien erreicht die französische mechanisierte 7. Armee Breda in Südwest-Holland. Belgische Truppen setzen sich in der Nacht vom 11. auf den 12. vom Albert-Kanal in Richtung des Flusses Dijle ab.
Die niederländischen Inseln Curaçao und Aruba (Kleine Antillen) werden durch britische Truppen besetzt, um einer deutschen Okkupation der westlichen Hemisphäre zuvorzukommen.
Französisische schnelle mittlere Bomber vom Typ Sud-Est LeO-451 greifen deutsche motorisierte Kolonnen in Belgien an. Sieben von acht Fairey Battle Bomber der RAF werden abgeschossen, während sie deutsche Kolonnen in Luxemburg angreifen. Dornier Do17 vernichten die 114. Staffel der RAF, als sie 30 Blenheim-Bomber auf dem Boden zerstören. Belgische Fairey Battle machen selbstmörderische Angriffe auf eroberte Brücken über den Albert-Kanal. 36 RAF-Bomber vom Typ Whitley und Hampden (3 abgeschossen) bombardieren Nachschubslinien im Raum von Mönchengladbach.
Aufgrund der deutschen Westoffensive wird für die Armee der Schweiz die Generalmobilmachung befohlen.
Reichskulturverwalter und SS-Brigadeführer Hans Hinkel spricht vor geladenen Gästen in Berlin über die Möglichkeit einer Förderung der Künstler und der Kunst im Deutschen Reich.

12.5.1940
In den Niederlanden wird die Verbindung zu den bei Rotterdam gelandeten deutschen Fallschirmjägern hergestellt, in Belgien der Übergang über den Albert-Kanal erzwungen. Französische leichte mechanisierte Einheiten werden zurückgezogen und alle Brücken über die Maas gesprengt. Vorausabteilungen der drei deutschen Panzer-Korps, welche 120 Kilometer in drei Tagen vorgestoßen sind, erreichen die Maas im Laufe des Tages: von Dinant bis Sedan auf einer Länge von 130 Kilometern. Die französische 7. Armee (General Giraud) kommt unter starken Druck durch die deutsche 9. Panzer-Division und Stukas und wird gezwungen sich von Breda und Tilburg auf Antwerpen zurückzuziehen.
Adolf Hitler unterzeichnet in seinem Hauptquartier „Felsennest" einen „Erlass über städtebauliche Maßnahmen in der Stadt Hannover".
Der ehemalige, im niederländischen Exil lebende deutsche Kaiser und König von Preußen, Wilhelm II., lehnt ein Ersuchen der niederländischen Königin Wilhelmina ab, seinen Wohnsitz Haus Doorn bei Utrecht zu verlassen.
Aufgrund einer Anordnung Hermann Görings, ist es nur in dringenden Fällen erlaubt, an Pfingsten eine Reise mit der Deutschen Reichsbahn zu unternehmen.
In England werden 3.000 Ausländer aus Feindstaaten und 11.000 Ausländer aus anderen Staaten werden interniert.
Der Schweizer Landessender Beromünster sendet das Bertolt-Brecht-Hörspiel "Lukullus vor Gericht" als Uraufführung.
Das Automobilrennen um den Großen Preis von Tripolis (Nordafrika) gewinnt Alberto Farina (ITA) auf Alfa Romeo mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 206,345 km/h.

13.5.1940
In seiner ersten Unterhausrede als britischer Premierminister prophezeit Winston Churchill seiner Nation „Blut, Mühsal, Schweiß und Tränen".
Adolf Hitler empfängt im FHQ „Felsennest" Fallschirmoffiziere, die an der Eroberung des Forts „Eben Emael" bei Lüttich beteiligt gewesen waren, zeichnet sie persönlich mit dem „Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes" aus und lässt sich mit ihnen fotografieren.
An Benito Mussolini schreibt er wieder einen Brief, um ihn über die militärischen Ereignisse zu orientieren.
In Nordnorwegen treten die alliierten Truppen zum Angriff gegen die deutsche Kampfgruppe in Narvik an.
Schlacht an der Maas: Die Panzer-Korps von Guderian, Hoth und Reinhardt errichten mit Hilfe von starker Luftunterstützung Brückenköpfe über den Fluß Maas bei Sedan, Montherme und Dinant. Bis zum 17. Mai vernichten sie die französische 9. Armee und schlagen eine 80 Kilometer breite Bresche in die alliierte Linie.
Schlacht von Tirlemont: Die französische 2. und 3. Leichte Mechanisierte Division bekämpfen das deutsche XVI. Panzer-Korps (3. und 6. Panzer-Division) nordöstlich von Namur. Nach heftigen, den ganzen Tag andauernden Kämpfen, treten die Franzosen den Rückzug an. Beide Seiten haben viele Panzer verloren.
Die erste Einheit von Dewoitine D-520 Jägern (das französische Gegenstück zur englischen Spitfire) ist über der Front an der Maas im Kampfeinsatz und kann vier deutsche Flugzeuge ohne eigene Verluste abschießen.
Der britische Zerstörer "Hereward" bringt Königin Wilhelmina von Holland nach England. Am Abend folgt die niederländische Regierung auf dem brit. Zerstörer "Windsor". Der niederländische Frachter "Phrontis" transportiert 900 deutsche Kriegsgefangene (Luftlandetruppen) nach England; am nächsten Morgen bringt die niederländische "Texelstroom" weitere 300 Gefangene hinüber.

14.5.1940
In Belgien erreichen deutsche Divisionen die Stellung der alliierten Heeresgruppe 1 am Fluss Doyle; bei Sedan wird die französische Front durchbrochen und damit die Einschließung der alliierten Truppen in Belgien und Nordostfrankreich ermöglicht. Guderians 1. Panzer-Division überquert die Maas bei Sedan. 150 englische und französische Bomber, einschließlich veralteter Fairey Battle und Amiot 143, machen selbstmörderische Tagesangriffe auf die deutschen Pontonbrücken bei Sedan. Messerschmitt Bf109, Flak und das Feuer aus leichten Infanterie-Waffen zerstören 45 englische und 5 französische Bomber. Die Pontonbrücken bleiben unbeschädigt. Ein französischer Gegenangriff mit Panzern und Infanterie im Abschnitt von Sedan schlägt fehl. General Touchon wird zum Befehlshaber der französischen Reserven ernannt, um die Lücke zwischen der 9. und 2. französischen Armee westlich von Sedan zu schließen.
In einer „Weisung Nr. 11" stellt Adolf Hitler fest, „dass der Feind den Grundgedanken unserer Operationen nicht rechtzeitig erkannt hat". Er ordnet daher an, dass alle verfügbaren motorisierten und Panzer-Divisionen „dem linken Angriffsflügel zugeführt werden".
Als Kapitulationsverhandlungen mit dem holländischen Stadtkommandanten, Oberst Scharroo, zur Übergabe der Stadt Rotterdam, scheiterten, befahl der Oberbefehlshaber der 18. Armee, General Küchler, einen Bombenangriff anzudrohen, der um 15:00 Uhr notfalls auch durchgeführt werden sollte. Die Verhandlungen verliefen weiterhin schleppend; man einigte sich gegen 14:00 Uhr darauf, die Waffenruhe bis 18:00 Uhr zu verlängern. Das bereits im Anflug auf Rotterdam befindliche Kampfgeschwader 54 konnte jedoch über Funk nicht mehr erreicht werden und greift die Stadt Rotterdam an. So warfen 57 von hundert Bombern, in der falschen Annahme, ihr Angriffsbefehl würde noch bestehen, insgesamt 97 Tonnen Sprengbomben ab. Dieses Ereignis, und die nahezu hoffnungslose militärische Gesamtlage, wird als entscheidend für den Entschluss zur Gesamtkapitulation der niederländischen Streitkräfte im Mutterland gesehen.
Königin Wilhelmina der Niederlande bildet in London eine Exilregierung.

15.5.1940
Der niederländische Oberbefehlshaber General Hendrik G. Winkelman unterzeichnet um 11.45 Uhr die Kapitulation aller niederländischen Streitkräfte. Einige isolierte holländische und französische Einheiten halten jedoch noch in Zeeland, Walcheren und Beveland bis zum 17. Mai aus.
An der Westfront schlagen Hoth's Panzer die französische 1. Panzer-Division westlich von Dinant, welche 125 ihrer 175 Panzer verliert. Bei Einbruch der Nacht befindet sich die zerschlagene französische 9. Armee im Rückzug westlich der Maas und ihr Befehlshaber, General Corap, wird durch General Giraud ersetzt.
Nach den Berichten, daß die Deutschen bei Sedan durchgebrochen sind, verlassen viele Tausende die französische Hauptstadt Paris. Ministerien beginnen mit der Verbrennung geheimer Dokumente. Ministerpräsident Reynaud telefoniert mit Churchill und sagt ihm: 'Wir sind geschlagen, wir haben die Schlacht verloren !'.
Die deutsche 6. Armee führt einen Großangriff gegen die alliierte Front in Belgien (Dijle-Line) durch, wird aber blutig abgewiesen.
Großbritanniens Regierung entscheidet, nur Geschwader der Luftwaffe in Frankreich einzusetzen, die nicht zur Verteidigung der Britischen Inseln benötigt werden. 99 Flugzeuge der RAF (ein Verlust) werden in der Nacht vom 15. auf den 16. Mai zum Angriff auf Raffinerien und Rangierbahnhöfe im Ruhrgebiet geschickt. Die Ziele werden nur geringfügig beschädigt.
Im Raum von Narvik zieht sich die deutsche Kampftruppe Eduard Dietl vor dem britischen Angriff aus ihren vorgeschobenen Stellungen zurück.
Die erste Ausgabe der holländischen Untergrund-Zeitung "Geuzenactie" erscheint. Holländische Widerstandsgruppen veröffentlich danach bis zum Kriegsende noch etwa 1.000 illegale Zeitungen, Flugblätter und Flugschriften.
In einem Tagesbefehl spricht Adolf Hitler den Soldaten des holländischen Kriegsschauplatzes seine Bewunderung aus.
In den USA kommen die ersten aus der Kunstfaser Nylon gefertigten Damenstrümpfe auf den Markt.

16.5.1940
Winston Churchill schreibt in einem Brief an den vorletzten Ministerpräsident der dritten französischen Republik, Paul Reynaud: "... wir werden Deutschland zu Tode hungern. Wir werden ihre Städte zerstören, ihre Ernten und ihre Wälder vernichten."
Bei Einbruch der Dunkelheit sind Guderians Panzerspitzen schon 89 km westlich von Sedan. Die alliierten Armeen der Engländer, Franzosen und Belgier beginnen mit dem Rückzug von der Dijle-Linie zur Schelde-Linie, westlich von Brüssel. Die belgische Regierung weicht nach Ostende aus.
Die Advanced Air Striking Force (vorgeschobene Angriffs-Luftwaffe) der englischen Royal Air Force wird von Basen südlich der Maas in den Raum um Troyes östlich von Paris zurückverlegt. Churchill fliegt nach Paris um sich mit Reynaud, Daladier und General Gamelin zu besprechen.
Adolf Hitler empfängt Hermann Göring und Generalstabschef der Luftwaffe Hans Jeschonnek, um der Luftwaffe nach Erledigung Hollands neue Aufgaben zu geben.
Der Chef der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes (SD), Reinhard Heydrich, weist die ihm unterstellten Dienstbereiche an, in eiligen Fällen Schutzhaftanträge per Fernschreiben an das Schutzhaftreferat des Gestapo zu richten, um potentielle Staatsfeinde schneller aburteilen zu können.
Herbert von Karajan, Dirigent der Berliner Staatsoper, erntet bei einem kurzfristig von ihm infolge einer Programmänderung übernommenen Konzert in der Mailänder Scala den einhelligen Beifall des Publikums.
Die am 7. Mai begonnene Radrundfahrt in Katalonien geht mit stark gelichtetem Feld zu Ende. Aufgrund des Einmarsches der deutschen Truppen in den Niederlanden und Belgien schieden die favorisierten Vertreter dieser Länder aus. Im Gesamtklassement siegt Luxemburg (Charles Didier) vor Spanien.
US-Präsident Roosevelt gibt der amerikanischen Flugzeugindustrie ein Produktionsziel von 50.000 Militärflugzeugen je Jahr vor.

17.5.1940
Brüssel wird von deutschen Truppen kampflos eingenommen. Panzer der Heeresgruppe A erreichen die Oise östlich von St. Quentin. Oberst de Gaulles 4. Panzer-Division führt einen Gegenangriff gegen Guderians XIX. Panzer-Korps durch, wird aber zurückgeschlagen. Das XVI. and XXXIX. Panzer-Korps werden von der deutschen 6. Armee in Belgien nach Süden in Richtung der Maas abgezogen. Deutsche Flugzeuge beginnen in der Nacht vom 17. auf den 18. Mai mit dem Abwurf von Seeminen vor den französischen Kanalhäfen, von Le Havre bis Dünkirchen.
Beim Kampf um Norwegen wurden 3 intakte Enigma-Schlüsselmaschinen der dt. Heeres- und Luftstreitkräfte erbeutet, die nun in der britischen Aufklärungszentrale Bletchley Park in Betrieb gehen.
Adolf Hitler fliegt vom Flugplatz Odendorf zu einem Besuch bei Generaloberst Gerd von Rundstedt, dem Oberbefehlshaber der Heeresgruppe A, der sein Hauptquartier in der Nähe von Bastogne in Belgien hat.
Die Marine Venezulas besetzt zwei deutsche Handelsschiffe in Maracaibo um zu verhinden, daß diese auslaufen, was zu ungewünschten diplomatischen Verwicklungen führen könnte.
Nach einer Meldung des "Tribunale Genéve" haben in Paris in vielen Fällen belgische Flüchtlinge Wohnraum von geflohenen Juden übernommen.
Cary Grant präsentiert als Hauptdarsteller den unter Regie von Garson Kanin produzierten Spielfilm "My favorite girl" (Meine Lieblingsfrau). Die Uraufführung findet in New York statt.

18.5.1940
Mit einem Erlass vollzieht Hitler die „Wiedervereinigung" der durch den Versailler Vertrag abgetrennten belgischen Gebiete von Eupen, Malmedy und Moresnet mit dem Deutschen Reich und gliedert sie in die Rheinprovinz - Regierungsbezirk Aachen - ein. Adolf Hitler ernennt durch Erlass Reichsminister Arthur Seyss-lnquart zum „Reichskommissar für die besetzten niederländischen Gebiete". Er übt dort im „zivilen Bereich die oberste Regierungsgewalt aus und untersteht dem Führer unmittelbar".
Guderians Panzer erreichen Peronne am Fluß Somme. Hoths Panzer erreichen Cambrai, den Schauplatz des ersten englischen Panzereinsatzes der Geschichte während des Ersten Weltkrieg (1917). Deutsche Truppen erobern Antwerpen.
Eine schwere Bombe einer Junkers Ju88 schlägt in das englische Schlachtschiff Resolution vor Narvik ein.
Adolf Hitler erlässt die Weisung Nr. 12, sie enthält Richtlinien, mit größter Beschleunigung eine Südflanke aufzubauen.
Adolf Hitler empfängt in seinem Hauptquartier „Felsennest" den neuen italienischen Botschafter Dino Alfieri zur Überreichung des Beglaubigungsschreibens.
In der Nacht gab es erstmalig Luftangriffe der RAF auf nichtmilitärische Ziele in Hamburg-Harburg und Bremen.
Angesichts der bedrohlichen militärischen Entwicklung wird die französische Regierung Reynaud umgebildet. Marschall Philippe Petain tritt als Stellvertretender Ministerpräsident in das Kabinett ein. Paul Reynaud übernimmt selbst das Kriegsministerium.
Die Oper "Nachtflug" von Luigi Dallapiccola, nach dem gleichnamigen Roman von Antoine de Saint-Exupéry komponiert, wird in Florenz uraufgeführt.

19.5.1940
Reichsinnenminister Wilhelm Frick erlässt eine Verordnung über den Umgang mit Kriegsgefangenen. Kontaktaufnahme mit Gefangenen ist nur ausschließlich Bevölkerungsgruppen erlaubt, die dienstlich oder beruflich dazu genötigt sind.
Reichsinnenminister Wilhelm Frick hebt in einer Rundfunkrede zum Kriegsmuttertag die Opfer der tapferen deutschen Mütter für das Vaterland hervor.
De Gaulles Panzer führen einen zweiten Gegenangriff gegen Guderians Panzer-Korps im Abschnitt Laon-Montcornet. Einige französische Panzer bedrohen dabei sogar Guderians Hauptquartier und er muß Unterstützung durch die 10. Panzer-Division anfordern. Jedoch können Stukas den französischen Angriff zerschlagen, bevor diese eintrifft. Die deutschen Panzerverbände erreichen bei Albeville die Kanalküste. General Giraud, Befehlshaber der französischen 9. Armee, wird durch eine deutsche Panzereinheit gefangengenommen. Deutsche Truppen besetzten St.Quentin.
Antideutsche Sensationsberichte sprechen von 100.000 Menschen, die beim Luftangriff auf Rotterdam am 14. Mai getötet wurden. (wahre Opferzahl 814 Tote)
Die katastrophale Entwicklung der Situation für die Alliierten führte zu Maurice Gamelins Amtsenthebung als Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte. Er wurde durch General Maxime Weygand ersetzt und in den Ruhestand verabschiedet.

20.5.1940
Adolf Hitler gibt an den Oberbefehlshaber des Heeres, Walther von Brauchitsch und Alfred Jodl Anweisungen für die nächsten Aufgaben des Heeres.
Generaloberst Walter von Brauchitsch Oberbefehlshaber des Heeres, ordnet die Einrichtung einer Militärverwaltung in Belgien und den Niederlanden an und ernennt den General der Infanterie, Alexander Ernst Freiherr von Falkenhausen, zum militärischen Befehlshaber.
Guderians 1. und 2. Panzer-Division stürmen zur Kanal-Küste, trotz tapferen aber vergeblichem Widerstand von Verbänden der 12. und 23. englischen Division. Die 1. Panzer-Division erobert Amiens am Mittag und die 2. Panzer-Division erreicht Abbeville und Noyelles, an der Mündung des Flusses Somme, am Abend nach einem Vorstoß über 386 km in 11 Tagen. Deutsche Truppen erobern Laon, nur knapp über hundert Kilometer vor Paris.
Das Konzentrationslager in Auschwitz I (Polen) nimmt seinen Betrieb auf.
In Venedig wird die 22. Internationale Kunstbiennale in Anwesenheit des italienischen Königs und Kaisers von Abessinien (Äthiopien), Viktor Emanuel III. eröffnet.

21.5.1940
Englische und französische Panzereinheiten führen einen Gegenagriff gegen Rommels 7. Panzer-Divison bei Arras durch. Nach anfänglichen Erfolgen scheitern die Angriffe und enden am 23. Mai. Deutsche Truppen belagern Maubeuge am Fluß Sambre, westlich von Dinant. Mit der deutschen Einnahme von Abbéville sind die in Flandern und im Artois stehenden alliierten Truppen vom Nachschub abgeschnitten.
Intensive Tageseinsätze der RAF über den Frontlinien in Süd-Belgien und Nordfrankreich. Nachtangriffe vom 21. auf den 22. Mai auf Strassen und Eisenbahnlinien bei Namur, Dinant und Aachen sowie auf Truppenansammlungen bei Arras.
Großadmiral Erich Raeder spricht zum ersten Mal mit Adolf Hitler über eine eventuelle Invasion gegen England.
Im französischen Senat sagt Ministerpräsident Reynaud: "Frankreich kann nicht sterben ! .... sollte ich morgen hören, daß nur ein Wunder Frankreich retten könnte, sollte ich erwiedern: Ich glaube an Wunder, denn ich glaube an Frankreich!".

22.5.1940
Das britische Parlament nimmt das Ermächtigungsgesetz (Notstandsgesetze außerordentliche Vollmachten der Regierung in Krisenzeiten) an.
Auf zwei Großkundgebungen in Eupen und Malmedy überbringt Gauleiter Josef Grohe „der Bevölkerung der heimgekehrten Gebiete den Dank und die Grüße des Führers".
Adolf Hitler führt mit Walther von Brauchitsch Gespräch über Führung Westoffensive (Dünkirchen).
Guderians Panzer-Korps stößt nördlich von Abbeville in Richtung Boulogne, Calais und Dünkirchen vor.
Die englische RAF bombardiert deutsche Verbindungslinien und Fähren über den Fluß Maas in der Nähe von Namur und nördlich des Flusses Aisne.
Die Code and Cipher School (Code- und Chiffre-Schule) der britischen Regierung knackt den Enigma-Schlüssel der deutschen Luftwaffe vom 20. Mai. Von nun an können die verschlüsselten Nachrichten der deutschen Luftwaffe fast jeden Tag für den Rest des Krieges gelesen werden.
Anlässlich des einjährigen Bestehens des deutsch-italienischen Nichtangriffspaktes finden in Berlin und Mailand offizielle Feierlichkeiten statt.
US-Oberst Charles Lindbergh kritisiert in einer Rundfunkansprache die in den USA zunehmenden Propagandaaktionen für einen Kriegseintritt der USA.
Ilse Werner spielt die Hauptrolle in dem Film "Bal paré", der von der Universum Film AG (Ufa) in Wien uraufgeführt wird.

23.5.1940
In London werden der britische Faschistenführer Sir Oswald Mosley und andere Mitglieder der Faschistischen Partei Großbritanniens verhaftet.
Deutsche Einheiten überqueren den Fluss Schelde bei Oudenaarde. Die Truppen des englischen Expeditionskorps BEF werden in Belgien nach dem Verlust ihrer Nachschubslager auf halbe Rationen gesetzt.
Sechs englische Zerstörer evakuieren unter schwerem Feuer 4.400 Soldaten aus Boulogne. Die französischen Zerstörer Jaguar und Drage werden versenkt.
18 Latecoere-Wasserflugzeuge greifen im Sturzflug Brücken und Strassenkreuzungen zwischen Boulogne und der Somme an. Deutsche Messerschmitt Bf109-Jäger schießen drei Stück ab.
Der Tanz "Fest und Erinnerung", nach Robert Schumanns sinfonischen Etüden von Erika Hanka zusammengestellt, wird am Opernhaus Essen uraufgeführt.

24.5.1940
Auf Befehl Adolf Hitlers stoppt die Panzergruppe unter General Ewald von Kleist am La-Bassée-Kanal gegen den Rat der Militärs ihren Vormarsch. Ein kriegsentscheidenter Fehler, aber damit wurden 300.000 Soldaten verschont. Vermutlich wollte Hitler damit den Weg zu Friedensverhandlungen mit England offen halten, was sich später auch als Fehler erwies - England wollte den Krieg.
Adolf Hitler erlässt die Weisung Nr. 13: „Nächstes Ziel der Operationen ist die Vernichtung der in Artois und in Flandern eingeschlossenen französisch-englisch-belgischen Kräfte durch konzentrischen Angriff unseres Nordflügels sowie die rasche Besitznahme und Sicherung der dortigen Kanalküste".
Die französische Festung von Maubeuge kapituliert nachdem viele ihrer Betonwerke durch schwere Artillerie und Sprengladungen von Pionieren zerstört wurden. Fall von Gent und Tournai. Deutsche Infanterie erstürmt die alte Zitadelle von Boulogne.
Englische Kreuzer und Zerstörer geben Unterstützungsfeuer im Abschnitt von Calais. Der französischen Zerstörer Chacal wird vor Boulogne bombardiert und sinkt.
In der Nacht vom 24. auf den 25.Mai vereinzelte Luftangriffe über Yorkshire, East Anglia und Essex in England. Dabei werden acht Menschen in Middlesbrough verletzt, welche die ersten Zivilopfer von Luftangriffen auf England sind. Die RAF bombardiert in der gleichen Nacht den Verschiebebahnhof von Köln.
Die britische Regierung beschließt, jegliche militärischen Unternehmungen in Norwegen aus Gründen der deutschen Westoffensive einzustellen. Zuvor soll Narvik besetzt werden, um dort alle Hafen- und Erzumschlag-Anlagen zu zerstören.
Die Code and Qypher School der englischen Regierung beginnt mit regelmäßigen Meldungen aus den entschlüsselten deutschen Enigma-Nachrichten an das britische Oberkommando, das BEF (Britisches Expeditionskorps) und das RAF-Hauptquartier in Frankreich.

25.5.1940
Als bekanntester und regierungsinterner Kritiker der Appeasement-Politik des Premierministers Arthur Neville Chamberlain ergänzte Duff Cooper die Politik von Winston Churchill mit: Dieser Krieg ist ein englischer Krieg und sein Ziel ist die Vernichtung Deutschlands. Der kommende Friedensvertrag muss weitaus härter und mitleidloser werden als Versailles. Wir dürfen keinen Unterschied machen zwischen Hitler und dem deutschen Volk.
In einer Antwort auf die am Vortag zuvor vom britischen König Georg VI. gehaltenen Rede weist Reichspressechef Otto Dietrich der britischen Nation die Verantwortung für den Krieg zu. »Die deutschen Waffen werden Ihnen, Georg von England, die Antwort geben, die Ihnen gebührt!"
Heinrich Himmler verfügt für niederländische und flämische Freiwillige den Aufbau einer SS-Standarte „Westland". Zusammen mit dem aus Deutschen bestehenden Regiment „Germania" sollen die beiden neuen Standarten, „Westland" und „Nordland, die Waffen-SS Division „Wiking" bilden.
Heinrich Himmler schlägt Adolf Hitler „die Auswanderung sämtlicher Juden nach Afrika oder sonst in eine Kolonie" vor.
Das BEF (Britisches Expeditionskorps) schickt zwei Divisonen, um die Lücke zwischen Menin und Ypres zu schließen. Deutsche nehmen 5.000 englische und französische Soldaten in Boulogne gefangen. Die englische Garnison der Zitadelle von Calais wehrt einen Angriff ab und lehnt auch eine Kapitulationsaufforderung ab. Französische Einheiten können Teile von Amiens zurückerobern.
Höchstgeheime Dokumente über einen deutschen Angriff mit zwei Armeekorps in die alliierte Frontlücke zwischen Menin und Ypres werden in einem erbeuteten deutschen Stabswagen entdeckt.
Die Kreuzer "Arethusa" und "Galatea" sowie sechs englische Zerstörer und der polnische Zerstörer "Bzura" geben der belagerten, kleinen englischen Garnison in der Zitadelle von Calais Feuerunterstützung. Dabei wird der Zerstörer "Wessex" bombardiert und sinkt.
In der Nacht vom 25. auf den 26. Mai werfen deutsche Flugzeuge Seeminen vor den Häfen der englischen Südküste ab.
In Limoges konstituiert sich unter dem ehemaligen Ministerpräsidenten Hubert Graf Pierlot ein belgisches Exilkabinett. Den Kampf gegen das Deutsche Reich setzt es später aus Vichy und London fort.

26.5.1940
Auf Weisung des britischen Kriegsministers Robert Anthony Eden löst sich das britische Expeditionskorps aus der alliierten Front und zieht sich nach Dünkirchen zurück.
Deutsche Bodentruppen zerschlagen den hartnäckigen englischen Widerstand in der Zitadelle von Calais. Hitler genehmigt Rundstedt den Vormarsch mit gepanzerten Kampfgruppen und Infanterie-Divisionen in Richtung Tournai-Dünkirchen fortzusetzen. Die deutsche 6.Armee beginnt mit einem schweren Angriff gegen die belgischen Truppen, welche die alliierte linke Flanke halten. Das englische Expeditionskorps schickt den Belgiern Verstärkungen. Franzosen und Belgier können heftigen deutschen Angriffen zwischen Courtrai und Valenciennes standhalten. Die Franzosen können mehrere deutsche Brückenköpfe über die Somme östlich von Amiens zurückerobern. Spitfire-Jagdmaschinen schießen sechs Messerschmitt Bf 109 und sechs Junkers Ju87 Stukas über Dünkirchen ab. Stukas hämmern auf die englische Garnison der Zitadelle von Calais ein. Berlin meldet fälschlicherweise, daß Calais gefallen ist. Die RAF bombardiert in der Nacht vom 26. auf den 27. Mai Eisenbahnziele im Rheinland.
Die erste Nummer der Wochenzeitung „Das Reich", für die Joseph Goebbels regelmäßig den Leitartikel schrieb, erscheint. Der Reichsminister musste bis Kriegsende diese Leitartikel stets vor der Veröffentlichung bei Adolf Hitler vorlegen.

27.5.1940
In Dünkirchen beginnt die Einschiffung der britischen Expeditionsarmee (Operation "Dynamo"). Die Evakuierung von 300.000 Mann ist am 4. Juni beendet.
Französisch-Englischer Gegenangriff gegen das deutsche XXXVIII. Korps, welches den Brückenkopf über die Somme bei Abbeville hält. Der Angriff bedroht die deutschen Verbände am 29. Mai ernsthaft, scheitert jedoch letztlich am 30. Mai.
In der französische Gemeinde Le Paradis wurden von einer Kompanie des SS Totenkopf Regiments, unter dem Befehl des SS-Obersturmführers Fritz Knöchlein, 99 britische gefangen genommene Soldaten erschossen, die gegen das Kriegsvölkerrecht und die "Genfer Konventionen" verstoßen haben. Die Engländer haben die verbotenen Dum-Dum-Geschosse verwendet, die handgroße Löcher verursacht. Ausserdem haben sie unter Verwendung der weißen Flagge, die Deutschen um Hilfe für ihre Verwundeten gebeten. Die deutschen Soldaten, die helfen wollten, wurden in einen Hinterhalt gelockt, beschossen und mit Handgranaten beworfen. 17 SS-Soldaten sterben dabei.
Truppen der französischen Fremdenlegion, unterstützt durch leichte Panzer, überqueren in der Nacht vom 27. auf den 28. Mai den Rombaken-Fjord in Norwegen und stoßen entlang der Erzbahn nach Narvik vor. Die polnische Briagde rückt vom Westen auf die Stadt vor.
Unter dem Eindruck der deutschen Siege an der Westfront schließt Rumänien mit dem Deutschen Reich einen Öl-Waffen-Pakt.
Adolf Hitler führt in seinem FHQ „Felsennest" Gespräche mit Hermann Göring und dem Chef des Generalstabes der Luftwaffe Hans Jeschonnek.
Der Unterhausabgeordnete Sir Stafford Cripps wird zum britischen Botschafter in Moskau bestimmt.

28.5.1940
Adolf Hitler bespricht mit Generaloberst Walther von Brauchitsch die künftige Friedens-Gliederung des deutschen Heeres.
Die belgische Armee unter Führung König Leopolds III. kapituliert gegen den Willen der belgischen Regierung. Der Ausfall der Belgier öffnet eine 32 km breite Bresche auf der linken Flanke des englisch-französischen Kessels um Dünkirchen. Diese kann nach heftigen Kämpfen zwischen englischen Einheiten und der deutschen 256. Infanterie-Division bei Nieuwpoort abgeriegelt werden.
17.800 Truppen werden aus Dünkirchen evakuiert. Der Zerstörer "Windsor" wird durch Bomben beschädigt, ein kleiner Dampfer durch das deutsche S-Boot S-34 versenkt.
Die französische 1. Armee mit sechs Divisionen wird durch sieben deutsche Divisionen in der Nähe von Lille eingeschlossen.
Narvik wird durch Einheiten der französischen Fremdenlegion und Norweger.
Adolf Hitler erlässt zwei Bekanntmachungen aus dem Führerhauptquartier. Die erste gilt dem Dank der Truppe: „Das ganze deutsche Volk blickt in dem Gefühl tiefer Dankbarkeit und unbändigen Stolzes auf die Truppe, die solch glänzende Waffentaten vollbrachte und diese Kapitulation erzwang"
Die zweite gilt dem König der Belgier: „Der König der Belgier hatt um dem weiteren Blutvergießen und der völlig zwecklosen Zerstörung seines Landes Einhalt zu gebieten, seinen Entschluss, die Waffen zu strecken, entgegen dem Wunsch seines Ministeriums gefasst.(...) Da der König der Belgier für sich persönlich keinen Wunsch geäußert hat, wird ihm bis zur Festlegung seines endgültigen Wohnsitzes zunächst ein belgisches Schloss zum Aufenthalt angewiesen." Am Abend genehmigt Adolf Hitler, dass die angehaltenen Panzerverbände und Infanteriedivisionen in Richtung Dünkirchen vorstoßen.
Adolf Hitler stimmt der Ausarbeitung des Madagaskar-Plans zu, da ein baldiger Sieg über Frankreich erwartet wird.

29.5.1940
In Den Haag tritt Arthur Seyß-Inquart sein Amt als Reichskommissar der Niederlande an.
Friedrich Christiansen, General der Flieger, wird Wehrmachtsbefehlshaber in den Niederlanden.
Der Reichskohlenkommissar und Beauftragte für die Leistungssteigerung im Bergbau, Paul Walter, fordert aufgrund "kriegswirtschaftlicher Erfordernisse" von der deutschen Reichsregierung die Zurverfügungstellung polnischer Arbeitskräfte für den Kohlenbergbau.
Beim zweiten Tag der britischen Operation »Dynamo« werden 47.310 Soldaten evakuiert. Die englischen Zerstörer "Wakeful", "Grenade" und "Grafton" werden versenkt (letzterer durch U-62). Sechs englische und ein französischer Zerstörer durch Luftangriffe beschädigt. Die Zerstörer "Mackay" und "Montrose" kollidieren und laufen auf Grund. Acht Handels- und Hilfsschiffe werden bombardiert und sinken.
Zwei Elite-Verbände mit Junkers Ju88 Bombern nehmen nun an den Luftangriffen auf Dünkirchen teil. Die englische Staffel mit neuartigen Boulton Paul Defiant Jagdflugzeugen behauptet 37 Feindflugzeuge abgeschossen zu haben (tatsächlich sind aber nur 14 deutsche Flugzeuge an diesem Tag verloren gegangen).
Englische Truppen werden aus Bodo (ca. 200 km südlich von Narvik) evakuiert.
Deutsche Truppen besetzen Ostende, Ypern und Lille.

30.5.1940
Italiens Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini lässt durch den italienischen Botschafter in Berlin, Dino Odoardo Alfieri, der deutschen Reichsregierung den Entschluss Italiens mitteilen, endgültig in den Krieg einzutreten.
Auf einer streng vertraulichen Versammlung mit hohen SS- und Polizeioffizieren in Krakau unter Generalgouverneur Hans Frank wird beraten, wie mit der Partisanen-Führungsschicht des Gebietes und der polnischen Untergrundbewegung umzugehen ist.
Am dritten Tag der britischen Evakuierungsoperation »Dynamo« werden 53.823 Soldaten vor der Gefangenschaft gerettet. Der französische Zerstörer "Bourrasque" sinkt nach Artillerie- und Minentreffern. Drei englische Zerstörer durch Luftangriffe beschädigt und drei große Transportschiffe versenkt.

31.5.1940
Mit der Aufmarschanweisung »Rot« gibt Adolf Hitler den Befehl für die zweite Phase des Westfeldzugs.
Adolf Hitler bittet Benito Mussolini in einem Brief darum, seinen Kriegseintritt um einige Tage zu verschieben. Mussolini verschiebt den Angriff auf den 11. Juni.
Am vierten Tag der britischen Evakuierungsoperation "Dynamo" werden 68.014 Soldaten abtransportiert. Die französischen Zerstörer Sirocco und Cyclone werden von deutschen S-Booten torpediert und sechs englische Zerstörer durch Bomben beschädigt.
Die französische 1. Armee kapituliert nach viertägiger Belagerung bei Lille . Das englische Expeditionskorps setzt sich in der Nacht vom 31. Mai auf den 1. Juni von den belgischen Stellungen im Kessel von Dünkirchen ab. Die Franzosen können Stadtteile von Abbeville zurückerobern.
Zwanzig französische LeO-451-Bomber (9 abgeschossen) greifen Amiens und Abbeville an, Douglas DB-7 Bomber greifen deutsche Kolonnen bei St.Quentin im Tiefflug an.

Im Deutschen Reich werden 288.266 Kriegsgefangene in der Wirtschaft beschäftigt, davon 270.742 in der Landwirtschaft.

Deutsche Panzer in Rotterdam
Der Hafen von Rotterdam nach dem Bombenangriff

JUNI 1940

1.6.1940
Deutsche Truppenverbände bestürmen den britischen Brückenkopf um Dünkirchen von Osten her und nehmen Nieuport ein.
Am fünften Tag der Evakuierungsoperation werden 64.429 Soldaten aus Dünkirchen abtransportiert. Die Zerstörer "Keith" (Flaggschiff), "Basilisk" und "Havant", der französische Zerstörer "Foudroyant" und das große Transportschiff "Scotia" werden von Bomben getroffen und sinken. Fünf Zerstörer werden durch Bomben beschädigt. Die Evakuierung bei Tage muß aufgegeben werden.
Die deutsche Luftwaffe bombardiert die Eisenbahnstrecke von Lyon nach Marseille. Das englische Passagierschiff "Orford" (20.000 t) wird in Marseille versenkt.
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler ordnet in einem Erlass die Freilassung der niederländischen Kriegsgefangenen mit der Begründung an, das niederländische Volk sei dem deutschen in kultureller und sittlicher Hinsicht verwandt.
Adolf Hitler fliegt nach Brüssel, von dort fährt er durch das südliche Belgien und das nördliche Frankreich, wo er einige kommandierende Generale und Armeeoberbefehlshaber besucht. Die Nacht auf den 2. Juni verbringt er im Chateau de Brigode bei Annappes, einige Kilometer östlich von Lille.
Der neue britische Sonderbotschafter in Spanien, Sir Samuel Hoare, Templewood of Chelsea, nimmt in Madrid seine Arbeit auf.
In den USA läuft das Schlachtschiff "Washington" vom Stapel. Es handelt sich um das erste, seit 1921 in den USA gebaute Schiff dieser Art.
Nach Beschluß der Veranstalterorganisation vom 17. Januar, die Weltausstellung des Jahres 1939 zu verlängern, wird die Ausstellung in New York wieder eröffnet.

2.6.1940
Nur noch 26.200 Truppen werden in der Nacht vom 2. auf den 3. Juni aus Dünkirchen evakuiert. Die Zerstörer Malcolm und Sabre werden beschädigt.
Weitere deutsche Luftangriffe auf Lyon und auf Ziele im Rhone-Tal.
Ein einzelner britischer Gladiator-Doppeldeckerjäger, geflogen vom Piloten Jacobsen der 263. Staffel der RAF, schießt sechs deutsche Bomber (vier Heinkel He111, zwei Junkers Ju88) in der Nähe von Narvik ab. Jacobsen selbst wird am 8. Juni abgeschossen und kommt ums Leben.
Das britische Versorgungsamt verfügt eine öffentliche Sammlung von Alteisen im ganzen Land.
Adolf Hitler kehrt nach einer Autofahrt über die Vimy-Höhe - wo er vom Oberbefehlshaber der 4. Armee, Generaloberst Hans Günther von Kluge, über die Lage orientiert wird - und zum französischen Denkmal auf der Loretto-Höhe in sein FHQ „Felsennest" zurück.
Anti-Britische Demonstrationen in Madrid bei Ankunft von Sir Samuel Hoare, dem neuen englischen Botschafter in Spanien. Die Demonstranten fordern die Rückgabe von Gibraltar.

3.6.1940
Die deutsche Luftwaffe fliegt schwere Angriffe im Raum um Paris. 200 deutsche Bomber (20 verloren) versuchen die Flugzeugfabriken und Flugplätze in der Nähe der Hauptstadt auszuschalten.
Adolf Hitler lehnt einen Vorschlag ab, die britische Lebensmittelversorgung zu sabotieren, und er verbot Admiral Wilhelm Canaris ausdrücklich, die bakterielle Kriegführung gegen England einzuleiten. Alfred Jodls Adjutant bestätigte dem Marinestab, daß der Führer keineswegs die Absicht habe, das Britische Empire zu zerschlagen, denn Englands Niederlage wäre zum Schaden der weißen Rasse.
Als neuen Kriegsorden stiftet Adolf Hitler das „Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes", das mit einer Nummerierung der Ordensträger verliehen wird.
Im Auswärtigen Amt liegt eine Studie vor, „alle Westjuden" auf Madagaskar anzusiedeln, die „Ostjuden" aber als Faustpfand zu behalten.
Nach einem Übereinkommen mit der britischen Regierung liefert die USA überzählige, technisch veraltete Waffen und Flugzeuge sowie Munition an die Westmächte.

4.6.1940
Die 18. Armee erobert Dünkirchen. Auf 848 Schiffen aller Art und Größe wurden insgesamt 338.226 Mann alliierter Truppen von Dünkirchen abtransportiert, darunter 123.000 Franzosen. Gerettet wurden 85 Prozent des britischen Expeditionsheeres, allerdings fast ohne Ausrüstung. Verluste: 72 Schiffe, darunter 9 Zerstörer und eine große Anzahl von Klein- und Kleinstfahrzeugen, meist durch Luftangriffe versenkt. Um 9.40 Uhr nehmen deutsche Truppen Dünkirchen ein. 40.000 Franzosen gehen in Kriegsgefangenschaft (die Nachhut, welche die Einschiffungen bis zuletzt gedeckt hatte und viele Versprengte und Deserteure). Große Mengen an zurückgelassenem englischem Kriegsmaterial werden erbeutet, einschließlich 2.472 Kanonen, 84.427 Fahrzeuge und Motorräder sowie 657.566 Tonnen an Munition und anderen Versorgungsgütern.
Die deutsche Kriegsmarine startet das Unternehmen "Juno", einen Vorstoß der Flotte, der die Evakuierung britischer Truppen in Norwegen vereiteln soll. Die Aktion wird am 8. Juni erfolglos abgebrochen.
Französische Bomber greifen in der Nacht vom 4. auf den 5. Juni München und Frankfurt an.

5.6.1940
In den frühen Morgenstunden, um 5.35 Uhr, beginnt die »Schlacht um Frankreich«. 119 deutsche Divisionen (davon 10 Panzer-Divisionen) gegen 65 französische Divisionen (davon 3 Panzer- und 3 mechanisierte Kavallerie-Divisionen) sowie noch eine englischen Division. Die deutsche Heeresgruppe B greift an der Somme mit 50 Divisionen an. Die Heeresgruppen A und C stehen zum Angriff bereit. Die Franzosen verteidigen nun an der Weygand-Linie befestigte Ortschaften und Strassensperren zäh. Trotzdem steht die 7. Panzer-Division von General Rommel bei Einbruch der Dunkelheit 13 Kilometer südlich der Somme.
Hauptmann Mölders, das führende deutsche Jagdflieger-Ass, wird in seiner Messerschmitt Bf109 in der Nähe von Compiegne abgeschossen und gefangengenommen.
30 deutsche Bomber greifen Flugplätze in der Nähe der englischen Ostküste an, aber es kommt nur zu leichten Schäden. Die englische RAF bombardiert in der Nacht vom 5. auf den 6. Juni sowie auf den 7. Juni Eisenbahnziele im Rheinland.
Adolf Hitler erlässt einen Aufruf an das deutsche Volk: „Die größte Schlacht aller Zeiten wurde durch unsere Soldaten siegreich beendet. (...) Deutsches Volk! Diese geschichtlich glorreichste Tat haben deine Soldaten unter dem Einsatz des Lebens und ihrer Gesundheit mit beispiellosen Anstrengungen blutig erkämpft. Ich befehle deshalb, von heute ab in ganz Deutschland auf die Dauer von 8 Tagen zu flaggen. Es soll dies eine Ehrung unserer Soldaten sein. Ich befehle weiter auf die Dauer von 3 Tagen das Läuten der Glocken. Ihr Klang möge sich mit den Gebeten vereinen, mit denen das deutsche Volk seine Söhne von jetzt ab wieder begleiten soll. Denn heute Morgen sind die deutschen Divisionen und Luftgeschwader erneut angetreten zur Fortsetzung des Kampfes für die Freiheit und Zukunft unseres Volkes!"
Nach der Einnahme von Dünkirchen durch deutsche Truppen wird das französische Kabinett umgebildet. Unterstaatssekretär im Kriegsministerium wird General Charles de Gaulle.
Die britische Luftwaffe fliegt einen ihrer ersten Angriffe auf die bayerische Landeshauptstadt München. Dabei werden auch die Bosch-Werke in Allach getroffen. Es entsteht aber nur geringer Sachschaden.

6.6.1940
Mit einer Verordnung über die Einführung des deutschen Strafrechts in den eingegliederten Ostgebieten (Westpolen) wird für Polen und Juden ein Sonderstrafrecht geschaffen, das für viele, zum Teil nichtige Vergehen die Todesstrafe vorsieht.
Adolf Hitler verlässt das FHQ „Felsennest" und wechselt in sein neues Quartier „Wolfsschlucht" bei Bruly-de-Peche, 25 Kilometer nordwestlich von Charleville in Belgien.
In Frankreich bricht General Erwin Rommel trotz des starken französischen Widerstandes westlich von Amiens durch und stößt 32 km vor. 21 LeO-451 Bomber (11 abgeschossen) greifen die deutschen Spitzen bei Chaulnes, westlich von St.Quentin an und geraten in Luftkämpfe mit Messerschmitt Bf109 und Bf110.
Der bewaffnete Hilfskreuzer "Carinthia" (20.300 Tonnen) wird durch U-46 westlich von Irland versenkt.
Adolf Hitler hat sich zur Freigabe der „verschärften Luft- und Seekriegsführung" gegen England entschlossen.
Das Amtsgericht Nürnberg erlässt gegen einen Einzelhändler Haftbefehl aufgrund unlauteren Wettbewerbs; er hatte im Schaufenster seines Ladens nicht mehr vorrätige Waren ausgesellt.
Ein Regierungsdekret räumt dem rumänischen Wirtschaftsministerium außerordentliche Vollmachten ein, die sich auf die Produktion und Verteilung von für Armee und Bevölkerung des Landes lebenswichtige Waren erstrecken. Damit soll die Rationalisierung der Gesamtwirtschaft erreicht werden.
Sir Stafford Cripps wird zum britischen Botschafter in Moskau bestellt. Der Posten war seit Januar 1940 unbesetzt geblieben.

7.6.1940
In Frankreich stößt General Erwin Rommel 48 km bis Forges-Ies-Eaux, nördlich von Rouen, vor.
Den Engländern gelingt die erste erfolgreiche Landung von Hurricane-Jagdflugzeugen auf einem englischen Flugzeugträger (HMS Glorious) während der Evakuierung aus Nord-Norwegen.
Alle italienischen Handelsschiffe erhalten die regierungsamtliche Weisung, sobald wie möglich neutrale Häfen anzulaufen. In den Vereinigten Staaten weilende Schiffe werden angewiesen, in US-amerikanischen Hoheitsgewässern zu bleiben.
Bei einem ersten alliierten Luftangriff auf die Reichshauptstadt Berlin wirft ein französischer Marine-Fernaufklärer 2 t Bomben auf die Stadt.

8.6.1940
In Nordfrankreich dringt die deutsche Heeresgruppe B weiter in Richtung auf die untere Seine vor. Beiderseits Soissons wird die Aisne überschritten.
In Norwegen ist die Evakuierung von 24.000 alliierten Truppen aus Narvik und Harstad abgeschlossen: 4-5.000 Mann wurden jede Nacht seit dem 3./4. Juni evakuiert. Die Hafenanlagen in Narvik wurden vollkommen zerstört. König Haakon und die norwegische Regierung verlassen Tromsö auf dem englischen Kreuzer "Devonshire" nach England.
Der Flugzeugträger "Glorious" und die sichernden Zerstörer "Acasta" und "Ardent" werden in einer hoffnungslosen Seeschlacht von den deutschen Schlachtkreuzern "Gneisenau" und "Scharnhorst" südwestlich von Narvik versenkt. Verluste: 1.515 englische und 48 deutsche Besatzungsmitglieder.
Adolf Hitler erlässt die Weisung Nr. 14, die technische Einzelheiten über die weiteren Operationen in Frankreich enthält.
Aus Bordeaux läuft der US-amerikanische Dampfer "Washington" mit über 1000 Staatsbürgern der USA aus, die Europa in Folge der Kriegsereignisse verlassen.
Adolf Hitler sendet ein Glückwunschtelegramm an König Carol II. von Rumänien zur zehnjährigen Wiederkehr des Tages seiner Thronbesteigung.
Der emigrierte deutsche Maler und Schriftsteller Kurt Schwitters, der im Deutschen Reich als entartet gilt, kann aus Norwegen vor den deutschen Truppen nach Schottland fliehen. Dort wird er als feindlicher Ausländer für 17 Monate interniert.
In Paris wird die Kurzoper "Medée" des französischen Komponisten Darius Milhaud uraufgeführt.

9.6.1940
In einem Interview mit dem US-amerikanischen Journalisten Karl von Wiegand erläutert Adolf Hitler seine grundlegenden Ansichten über die deutsch-amerikanischen Beziehungen.
Die deutsche Heeresgruppe A mit 45 Divisionen greift über den Fluß Aisne an. Die deutsche 5. Panzer-Division, unter dem Befehl von General Joachim Lemelsen, erobert Rouen in Nordfrankreich an der Seine.
Die UdSSR und Japan einigen sich in Moskau über die Festlegung der mandschurisch-mongolischen Grenze.
Alle deutschen Rundfunksender strahlen ein neues Einheitsprogramm aus, das zentral in Berlin zusammengestellt wird.
König Haakon VII., Kronprinz Olaf und die norwegische Regierung, die auf dem britischen Schweren Kreuzer „Devonshire" Norwegen verlassen hat, gehen in London ins Exil. König Haakon VII. ordnet die Einstellung der Feindseligkeiten durch die norwegischen Truppen in Narvik an.
In Zürich wird ein "duftender" Spielfilm produziert, der in diesem Jahr auf der New Yorker Weltausstellung zu sehen sein soll.
Als Sieger im Gesamtklassement und Elfter im Ziel beendet Fausto Coppi die letzte Distanz des Giro d'Italia von Verona nach Mailand. Gestartet worden war das Rennen am 17. Mai mit der ersten Etappe von Mailand nach Turin.

10.6.1940
Auf Anweisung König Hakon VII. von Norwegen kapitulieren die nordnorwegischen Streitkräfte. Das am 9. April begonnene Unternehmen "Weserübung" der deutschen Wehrmacht ist damit abgeschlossen. Adolf Hitler selbst redigiert die Sondermeldung des OKW: „Der heldenhafte Widerstand, den die Kampfgruppe des Generalleutnants Dietl seit vielen Wochen, vereinsamt und unter schwersten Bedingungen in Narvik gegen eine überwältigende Übermacht geleistet hat, erhielt heute seine Krönung durch den vollen Sieg".
Italiens Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini erklärt Frankreich und Großbritannien den Krieg. Adolf Hitler lässt eine Erklärung der Reichsregierung veröffentlichen: "Deutsche und italienische Soldaten werden jetzt Schulter an Schulter marschieren und so lange kämpfen, bis die Machthaber Englands und Frankreichs bereit sind, die Lebensrechte unserer Völker zu respektieren."
General Erwin Rommel drückt das französische IX. Korps und die englische 51. Hochland-Division in Richtung der Küste, nördlich von Le Havre. Manstein's XXXVIII. Infanterie-Korps überquert die Seine.
Die französische Regierung verlässt Paris und geht nach Tours.
Roosevelt spricht an der Universität von Virginia: 'An diesem zehnten Tag des Juni 1940 hat die Hand, welche das Messer gehalten hat, in den Rücken seines Nachbarn eingestochen.'
Duff Cooper, der Informationsminister, verurteilt Mussolini: "[er] hat den Verbündeten, mit denen Italien im letzten großen Krieg gemeinsam gekämpft hat, ... und welche Italien vor dem Untergang gerettet haben, den Krieg erklärt."
Die für das laufende Jahr geplanten Amateur-Boxweltmeisterschaften, die als Ersatz für die Olympischen Sommerspiele dienen sollten, finden nach Angaben des Internationalen Amateur-Boxverbandes aufgrund zu geringer Beteiligung nicht statt.

11.6.1940
Deutsche Vorhuten in Frankreich erreichen Pontoise und bedrohen damit Paris vom Nordwesten. Verbände der deutschen Heeresgruppe B überschreiten die untere Seine. In der Champagne erobert die 34. Infanterie-Division Reims.
Englische Kreuzer beschießen die nordafrikanische Stadt Tobruk (zu Italien gehörend) und der Kreuzer "Calypso" wird südlich von Kreta durch ein italienisches U-Boot versenkt.
Erste Bombenangriffe der englischen RAF auf italienische Flugplätze in Libyen und Ostafrika verursachen große Schäden. Drei englische Flugzeuge gehen dabei verloren. Die italienische Luftwaffe greift zum erstenmal den britischen Flottenstützpunkt auf der Insel Malta an.
Die USA dehnen ihr Neutralitätsgesetz auf Italien aus, US-Präsident Franklin D. Roosevelt untersagt allen nordamerikanischen Schiffen das Anlaufen sämtlicher Mittelmeerhäfen. Roosevelt verkündet in Charlotteville, seine Regierung habe am 7. Juni beschlossen, überschüssiges Kriegsmaterial an die Alliierten zu verkaufen. Dies stimme mit dem Neutralitätsgesetz und dem Völkerrecht überein... Der vorläufige Verkaufswert des zu übergebenden Kriegsmaterials belaufe sich auf 37,6 Millionen Dollar.
Clement Richard Attlee, der britische Lordsiegelbewahrer, prangert die Kriegserklärung durch Mussolini an und vergleicht ihn mit einem Schakal, der sich nach Möglichkeit noch einige Brocken von der Beute eines anderen Biestes holen will !
Béla Bartóks "Divertimento für Streichorchester" wird in Basel uraufgeführt.

12.6.1940
Auf der am 11. Juni begonnenen Tagung des Obersten Kriegsrats der Alliierten auf Schloss Muguet bei Briare versucht der britische Premier Winston Churchill, Frankreich zu einer Fortführung des Krieges zu veranlassen.
General Erwin Rommel nimmt die Reste des französischen IX. Korps und der englischen 51. Hochland-Division bei St.Valery-en-Caux, in der Nähe von Le Havre, gefangen. Die Deutschen erreichen die Marne und überqueren diese bei Chateau-Thierry. Reims im Nordosten Frankreichs, ca. 130 Kilometer von Paris entfernt, wird von deutschen Truppen besetz.
Die spanische Regierung, bisher neutral, erklärt ihr Land als nicht kriegführend.
Die UdSSR stellt an Litauen die ultimative Forderung, sowjetischen Militärverbänden weitere Stützpunkte einzuräumen und die litauische Regierung nach sowjetischen Vorstellungen umzubilden.
Einem Zusatzantrag zur schwebenden Wehrvorlage im US-amerikanischen Senat ist stattgegeben worden. Nach dem Ersuchen des US-amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt wird damit das Kriegsministerium ermächtigt, bei den Fabrikanten veraltete Geschütze gegen neue umzutauschen.
1000 US-amerikanische Arbeiter reisen unter Leitung von Ingenieuren nach Alaska, wo mit der sofortigen Errichtung von Kasernen begonnen wird. Andere Arbeitskolonnen werden für den Ausbau eines weitflächigen Wasserflughafens eingesetzt.
Nach der Kriegserklärung an Italien werfen Luftwaffeneinheiten der Südafrikanischen Union Bomben über Abessinien (Äthiopien) ab. Es werden verschiedene italienische Militärziele bombardiert.
Die Tätigkeit der jüdischen Rechtskonsulenten wird eingeschränkt.

13.6.1940
In einem Tagesbefehl an die deutschen Soldaten auf dem norwegischen Kriegsschauplatz erklärt Führer Adolf Hitler den Feldzug in Norwegen für beendet. Das OKW gibt einen zusammenfassenden Bericht über den Krieg in Skandinavien, in dem die deutschen Verluste mit 1.317 Gefallenen, 2.375 Vermissten und 1.604 Verwundeten angegeben werden. Die Kriegsmarine habe drei Kreuzer, zehn Zerstörer, ein Torpedoboot, sechs Unterseeboote und 15 kleinere Fahrzeuge verloren, die Luftwaffe 90 Flugzeuge.
Paris wird zur 'offenen Stadt' erklärt und alle französischen Streitkräfte werden auf Positionen südlich der Hauptstadt zurückgezogen. Die Öllager in den Außenbezirken werden in Brand gesetzt. Die Deutschen erreichen die nördlichen Vorstädte am Abend. Deutsche Truppen erobern Le Havre.
Der englische Flugzeugträger "Ark Royal" startet 15 Skua Sturzkampfbomber um den Schlachtkreuzer "Scharnhorst" in Trondheim anzugreifen. 8 Skua werden abgeschossen und ein Volltreffer mit einem Blindgänger wird erzielt.
Unter Deckung aus der Luft beschießen französische Kreuzer und Zerstörer die Gegend um Genua in Nordwest-Italien. Der bewaffnete Hilfskreuzer "Scotstoun" (17.000 t) wird durch U-25 vor Irland versenkt. Der deutsche Handelszerstörer "Orion" legt Minen vor Auckland in Neuseeland.
Italienische Bomber greifen die südfranzösische Marinebasis in Toulon an.
Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz-Klink spricht auf einer Kundgebung der NS-Frauenschaft im Berliner Sportpalast über den Einsatz der Frauen im Krieg: "Unsere Männer haben zu den Waffen gegriffen, und wir Frauen müssen sie ihnen so lange reichen und halten, bis der Sieg errungen ist."
In London wird mit der Evakuierung von 120 000 Kindern in die weniger von deutschen Bombenangriffen gefährdeten ländlichen Gebiete begonnen.
In Ankara wird ein deutsch-türkisches Handelsabkommen abgeschlossen.

14.6.1940
Nachdem Paris am 13. Juni zur »offenen Stadt« erklärt worden ist, rücken deutsche Truppen in die französische Hauptstadt ein. General von Bock, Oberbefehlshaber der Heeres-Gruppe B, nimmt die Siegesparaden am Place de la Concorde und am Arc de Triomphe ab. Die Deutschen erobern die intakte Renault-Panzerfabrik in Billancourt und die Schneider-Creusot Rüstungsbetriebe. Nur 700.000 Menschen, von einer Bevölkerung von fünf Millionen, waren in der Stadt zurückgeblieben.
Die Heeres-Gruppe C beginnt mit 24 Divisionen den Angriff auf die Maginot-Linie und bereitet die Rhein-Überquerung vor. Churchill befiehlt die umgehende Evakuierung aller verbleibenden britischen Truppen aus Frankreich. Die französische Regierung verläßt Tours und geht nach Bordeaux.
Adolf Hitler verfügt in einer amtlichen Bekanntmachung: „Aus Anlass des großen Sieges der deutschen Truppen in Frankreich, der heute mit dem Einmarsch in Paris gekrönt wurde, sowie die siegreiche Beendigung des heldenmütigen Kampfes in Norwegen, befiehlt der Führer, von heute ab in ganz Deutschland auf die Dauer von drei Tagen zu flaggen. Es soll dies eine Ehrung unserer Soldaten sein. Weiter befiehlt der Führer das Läuten der Glocken für die Dauer einer Viertelstunde."
Der französische Ministerpräsident Reynaud sendet einen verzweifelten Hilferuf an US-Präsident Roosevelt: falls Amerika nicht innerhalb einer kurzen Zeit Deutschland den Krieg erklärt, ist Frankreich verloren.
Leni Riefenstahl sendet ein persönliches Glückwunschtelegramm an Adolf Hitler: „Mit unbeschreiblicher Freude, tief bewegt und erfüllt mit heißem Dank erleben wir Ihren, mein Führer, und der Deutschen größten Sieg- Einzug deutscher Truppen in Paris. (...) Wie soll ich Ihnen nur danken? Glückwünsche auszusprechen das ist viel zu wenig, um Ihnen die Gefühle zu zeigen, die mich bewegen."
Spanische Truppen besetzen mit französischem Einverständnis die internationale Zone von Tanger.
In einer offiziellen Erklärung gibt die irische Regierung bekannt, dass sie den Status der Neutralität ihres Landes während des gegenwärtigen Konflikts aufrechterhalten wolle.
Die ersten politischen Gefangenen werden in das Konzentrationslager Auschwitz (Oswiëcim) transportiert.
14 große Konvois mit medizinischen Hilfsgütern, die ersten ihrer Art, werden von Genf in die jüdische Gemeinde nach Warschau geschickt. Nahrungsmittelpakete folgten, und über 50.000 solcher Pakete wurden vom Genfer Komitee an Einzelpersonen verschickt. Beträchtliche Geldbeträge wurden ebenfalls während dieser ersten Periode in die von deutschen und sowjetischen Truppen besetzten Gebiete überwiesen und erreichten ihre Empfänger."

15.6.1940
Deutsche Truppen erobern Verdun und durchbrechen zwischen Sankt Avold und Saaralben die Maginotlinie.
Die Evakuierung von englischen und alliierten Truppen aus Nordwest-Frankreich beginnt (Unternehmen Cycle): 30.600 britische Soldaten beginnen damit, Cherbourg zu verlassen.
Adolf Hitler gibt in seinem Hauptquartier dem amerikanischen Journalisten Karl von Wiegand ein Interview, in dem er feststellt, dass Deutschland einer der wenigen Staaten sei, die sich bisher von jeder Einmischung in amerikanische Verhältnisse zurückgehalten hätten. Hitler erklärt Wiegand: er hätte keine Lust das britische Weltreich zu zerschlagen, sondern würde vielmehr 'diejenigen zerstören, welche das Empire zerstören wollten'. Außerdem würde US-Hilfe an Großbritannien keinen Einfluß auf den Ausgang des Krieges mehr haben.
Nach dem sowjetischen Ultimatum vom 12. Juni erobert die Rote Armee Litauen einschließlich des deutsches Interessengebiets.
In den USA wird ein nationales Forschungskomitee für die Landesverteidigung, das National Defense Research Committee, gegründet, das von der Regierung Franklin D. Roosevelt unterstützt wird.
Der Präsident der USA, Franklin D. Roosevelt schreibt ein Telegramm an den französischen Ministerpräsidenten Reynaud. Er teilt ihm mit, daß die amerikanische Regierung die Hilfeleistungen an Frankreich verdoppeln wird, vorausgesetzt, daß Frankreich den Krieg gegen Deutschland fortsetzt. Allerdings teilt er auch mit, dass er einen von Reynaud am Vortag geforderten Kriegseintritt der USA ablehne.
Ernst Weiss, Schriftsteller, Besitzer der Pasewalk-Papiere von Professor Edmund Forster, nimmt sich nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Paris das Leben.

16.6.1940
Die Evakuierung von englischen und alliierten Truppen beginnt. 32.500 Soldaten sowie RAF-Personal werden aus Brest evakuiert. 21.500 kanadische Truppen werden aus St.Malo evakuiert. 57.000 Mann verlassen Nantes und St.Nazaire.
Das englische Passagierschiff "Wellington Star" (13.200 t) wird durch U-101 im Golf von Biskaya versenkt.
Das italienische U-Boot "Galilei" versenkt den norwegischen Tanker "James Stove" (8.200 t) im Indischen Ozean.
Beim Städtchen La Charite 200 km südlich von Paris fielen die Geheimakten des französischen Generalstabs in deutsche Hände, welche bezeugten, dass die neutralen Länder Norwegen und Schweden ebenso zum Kriegsschauplatz gemacht werden sollten, wie der Balkan mit Jugoslawien und Griechenland. […] Auch mit Belgien und Niederland, selbst mit der Neutralitätsinsel Schweiz waren teils weitgehende Abmachungen für die Kriegführung gegen Deutschland getroffen.
Adolf Hitler begibt sich von seinem FHQ „Wolfsschlucht" auf das südöstlich von Charleroi gelegene Schloss Acoz in Belgien. Hitler empfängt den spanischen Generalstabschef, General Juan Vigon. Der von Franco entsandte Vigon soll die Haltung Hitlers bei einer Neugestaltung der Besitzverhältnisse in Nordafrika sondieren. Franco läßt dabei an Adolf Hitler außerordentlich hohe Forderungen für einen von der deutschen Regierung gewünschten spanischen Kriegseintritt übermitteln. Franco ließ sich später mit alliierten Geld die Neutralität bezahlen.
Der französische Ministerpräsident Paul Reynaud tritt zurück; sein Stellvertreter Philippe Pétain bildet ein neues Kabinett.
Großbritanniens Premier Winston Churchill unterbreitet der französischen Regierung das Angebot, eine Union beider Staaten zu bilden, um damit Frankreich den Rückzug nach Nordafrika und so die Fortsetzung des Krieges zu ermöglichen.

17.6.1940
Die neue französische Regierung unter Marschall Philippe Pétain lehnt Churchills Angebot vom Vortag ab und unterbreitet, über den spanischen Botschafter und den Vatikan, der deutschen Reichsregierung ein Waffenstillstandsangebot.
Referent Walther Hewel, ständiger Beauftragter des Reichsministers des Auswärtigen beim Führer, bestätigt Adolf Hitler im FHQ „Wolfsschlucht", dass die französische Armee ein Kapitulationsangebot gemacht hatte.
Adolf Hitler richtet einen Erlass an die deutschen Truppen in Frankreich. „Die neu gebildete französische Regierung hat durch Vermittlung Spaniens die deutsche Reichsregierung wissen lassen, dass sie die Absicht hat, die Feindseligkeiten einzustellen, und bäte, ihr die Friedensbedingungen bekannt zugeben."
Am Nachmittag fliegt Hitler nach Frankfurt, von wo er mit seinem Sonderzug nach München fährt.
General Erwin Rommel stürmt an einem Tag 241 Kilometer in Richtung Cherbourg vorwärts.
Nach Ultimaten vom 16. Juni besetzt die UdSSR die baltischen Staaten Lettland und Estland einschließlich des litauischen Grenzstreifens, der nach dem deutsch-sowjetischen Vertrag vom 28.9.1939 deutsches Interssengebiet sein sollte.
Das Evakuierungsschiff "Lancastria" wird in St.Nazaire bombardiert und sinkt. Nur 2.477 der 5.000 Briten, Franzosen und Belgier an Bord, einschließlich von Zivilisten, können geretttet werden.
Rundfunkansprache von Churchill: "Wir sind nun nur noch die einzigen Kämpfer, welche die Welt verteidigen."
Der im niederländischen Exil lebende ehemalige deutsche Kaiser und König von Preußen, Wilhelm II., sendet "unter dem tiefgreifenden Eindruck der Waffenstreckung Frankreichs" ein Glückwunschtelegramm an Adolf Hitler.

18.6.1940
Unter dem Druck der französischen Kapitulation empfängt Adolf Hitler in euphorischer Stimmung in München den mit einem Sonderzug anreisenden italienischen Duce, zu einer mehrstündigen Unterredung im Führerbau am „Königlichen Platz", um mit ihm die Waffenstillstandsbedingungen gegenüber Frankreich abzustimmen.
Die deutsche 7. Panzerdivision unter Erwin Rommel erobert Cherbourg. Auf der Werft werden 5 unfertige U-Boote gesprengt. Die 5. Panzer-Division nimmt Brest ein. Alle größeren französischen Ortschaften übergeben sich ohne Widerstand, die Zivilverwaltungen und Truppeneinheiten warten die Ankunft der Deutschen ab.
Alle französischen und alliierten Schiffe haben Brest verlassen und die Marineeinrichtungen und Hafenanlagen sind zerstört. 30.600 britische und alliierte Truppen werden aus Cherbourg evakuiert, wobei das alte französische Schlachtschiff "Courbet" Deckungsfeuer gibt. Der französische Truppentransporter "Champlain" wird durch eine Mine schwer beschädigt und wird schließlich durch U-65 im Golf von Biscaya versenkt.
Das englische Passagierschiff "Niagara", mit einer Goldladung im Wert von 2,25 Millionen Britischen Pfund, läuft vor Auckland (Neuseeland) auf eine Seemine und sinkt. Das Gold wird aus einer Rekordtiefe von 135 Metern in 7 Wochen geborgen.
General Charles de Gaulle, ehemaliger Unterstaatssekretär im französischen Verteidigungsministerium, ruft im Londoner Exil zur Fortsetzung des Kampfes an der Seite Großbritanniens auf und erklärt sich zum Führer vom "Nationalkomitee des Freien Frankreich". De Gaulle verkündet in einem Aufruf, Frankreich habe „eine Schlacht, nicht aber den Krieg verloren".

19.6.1940
Adolf Hitler fährt wieder in sein Hauptquartier „Wolfsschlucht" bei Bruly-de-Peche. Er entwirft dort den Text der Waffenstillstandsbedingungen.
Die französische Flotte läuft nach Oran und Casablanca aus.
In Lothringen fallen Toul, Epinal und Lunéville in deutsche Hand.
Der Hafen von Brest wird von Briten und Franzosen vor ihrem Rückzug gemeinsam zerstört. Deutsche Truppen besetzen die Marinebasis in Brest und beginnen damit, den Fluß Loire auf breiter Front zu überschreiten.
Italienische Flugzeuge greifen Biserta in Tunesien an. Die deutsche Luftwaffe bombardiert in der Nacht Bordeaux.
In einem Abkommen einigen sich Großbritannien und Japan über die Verwendung chinesischer Silbervorräte in der Stadt Tientsin.
RAF Bomber greifen Hamburg und Bremen an.

20.6.1940
Das Oberkommandos der Wehrmacht teilt mit, daß, nachdem britische Flugzeuge seit dem 10. Mai fortgesetzt in der Nacht offene deutsche Städte und zivile Ziele angegriffen haben, die deutsche Luftwaffe nunmehr mit der Vergeltung gegen England begonnen hat.
In einer Unterredung im FHQ mit Großadmiral Erich Raeder erörtert Adolf Hitler die Möglichkeit einer Landung in England. Zudem erwähnt Hitler gegenüber Raeder das Madagaskarprojekt. Eine weitere Besprechung hat Hitler mit Walther von Brauchitsch im HQ des OKH in Chimay.
Adolf Hitler gibt den Befehl, den alten Salonwagen des Marschalls Ferdinand Foch, in dem am 11. November 1918 der Waffenstillstand zwischen dem Deutschen Reich und den Alliierten abgeschlossen wurde, bisher ein Ausstellungsstück, wieder im Wald von Compiegne aufzustellen.
Italien beginnt eine Offensive an der Riviera, welche am 21. Juni auf die gesamte französisch-italienische Grenze bis zum Mt.Blanc ausgeweitet wird. Frankreich bittet auch Italien um Waffenstillstand.
Der deutsche Schlachtkreuzer "Gneisenau" wird vor Trondheim durch das englische U-Boot "Severn" torpediert und für mehrer Monate außer Gefecht gesetzt.
Der gesamte Ausstoß an Thompson-MPI's (300 Tonnen je Woche) wird von den US-Herstellern in wöchentlichen Schiffstransporten nach England geliefert.
US-Präsident Franklin D. Roosevelt ernennt unter Zustimmung des Senats die Republikaner Henry Lewis Stimson und Oberst Frank Knox zu Ministern seines Kabinetts. Der italienische Botschafter in Berlin, Dino Alfieri, ließ die US-Regierung wissen, dass die Achsenmächte Großbritannien annehmbare Friedensverhandlungen anbieten würden, wenn dafür ein Zeichen signalisiert würde. Außenminister Hull leitete diesen Wink nach England mit der ausdrücklichen Bemerkung weiter, dass Washington damit keinerlei Empfehlung verbinde. England lehnte Friedensverhandlungen wie üblich ab.
Die polnische Exilregierung unter Wladyslaw E. Sikorski siedelt nach dem militärischen Zusammenbruch Frankreichs von Bourdeaux nach London über.
Teile der in Frankreich kämpfenden Truppe werden nach Großbritannien evakuiert.
Trotz eines Verbots der Beflaggung und Kundgebungen für das niederländische Königshaus kommt es anlässlich des Geburtstages von Prinz Bernhard von Lippe zu Biesterfeld, Prinz der Niederlande, zu Sympathiekundgebungen der Bevölkerung mit dem niederländischen Königshaus.
Joe Louis, US-Boxweltmeister im Schwergewicht, verteidigt in New York seinen Titel gegen den chilenischen Schwergewichtsmeister Arturo Godoy durch K. o. in der achten Runde.

21.6.1940
Im Walde von Compiegne beginnen die deutsch-französischen Waffenstillstandsverhandlungen. Um 15.15 Uhr verliest Wilhelm Keitel in Anwesenheit Adolf Hitlers im Salonwaggon des Marschalls Foch die Präambel zum Text der Waffenstillstandsbedingungen. Darauf verlässt Hitler die Veranstaltung, um in sein Hauptquartier „Wolfsschlucht" zurückzukehren.
Adolf Hitler ordnet in einem Befehl an, dass der Salonwagen des Marschalls Foch und der Gedenkstein mit der Inschrift: „Hier scheiterte am 11. November 1918 der verbrecherische Hochmut des Deutschen Kaiserreiches, besiegt durch die freien Völker, die es sich zu unterjochen anmaßte" aus dem Walde von Compiegne nach Berlin zu verbringen sei. Er wurde im Lustgarten aufgestellt. Das Denkmal des Marschalls Foch soll erhalten bleiben.
50 deutsche Flugzeuge, geleitet durch Radio-Wellen, machen vereinzelte Nachtangriffe über weiten Gebieten von England.
Zwei U-Boote verschwinden spurlos: U-122 am 21. Juni und U-102 am 30. Juni werden im nördlichen Kanal und der Irischen See vermisst. Sie sind wahrscheinlich auf Minen gelaufen. Zwei Spezial-Schiffe, welche als Köder dienten, wurden durch U-Boote gemäß ihrer Verwendung westlich von Irland versenkt: Prunella am 21. Juni und Williamette Valley am 29. Juni.
An der französischen Alpenfront geht die italienische Heeresgruppe, die sich bisher defensiv verhalten hatte, ungeachtet des am 20. Juni abgegebenen französischen Waffenstillstandsgesuches zum Angriff über.
Der deutsche expressionistische Schriftsteller Walter Hasenclever, 1933 von den Nationalsozialisten ausgebürgert, begeht im Internierungslager Les Milles bei Nizza beim Heranrücken der deutschen Truppen im Alter von 49 Jahren Selbstmord.

22.6.1940
Im Wald von Compiegne wird um 18.50 Uhr der deutsch-französische Waffenstillstandsvertrag von Generaloberst Wilhelm Keitel und General Charles Huntziger unterzeichnet. Er sieht die Besetzung der gesamten französischen Kanal- und Atlantikküste bis zur spanischen Grenze vor. Die Demarkationslinie verläuft auf einer Linie Genf-Döle-Tours-Mont de Marsan. Auf eine Auslieferung der französischen Kriegsflotte, die abgerüstet werden muss, wird verzichtet. Die französische Wehrmacht muss bis auf die Verbände, „die für die Aufrechterhaltung der inneren Ordnung nötig sind", demobilisiert werden. Den Unterhalt für die deutschen Besatzungstruppen zahlt die französische Regierung. Der Waffenstillstand soll sechs Stunden nach Unterzeichnung des italienisch-französischen Waffenstillstandsvertrages in Kraft treten. Philippe Petain bleibt Regierungschef im unbesetzten Frankreich.
Drei französische Armeen mit 400.000 Mann kapitulieren im Vogesen-Kessel, westlich der Maginot-Linie. Die Deutschen besetzen Lorient.
Dreimotorige italienische SM81-Bomber greifen in der Nacht vom 22. auf den 23. Juni Alexandria in Ägypten an (25 Opfer).
Der deutsche Gesandte in Kopenhagen, Cecil von Renthe-Fink, stellt seinen Plan zur Einbeziehung Dänemarks in den »großdeutschen Raum« vor.

23.6.1940
Die Italiener besetzen das Riviera-Resort von Menton, welches von italienischen Kommentatoren als 'stark verteidigte Ortschaft' beschrieben wird !
Der noch unvollständige französische Zerstörer "Lansquenet" entkommt unter deutschem Artillerie-Feuer aus der Gironde-Mündung in West-Frankreich und erreicht am 27. Juni Casablanca in Marokko. Das italienische Unterseeboot "Galvani" versenkt die Schaluppe "Pathan" der königlich-indischen Marine vor Bombay. Das italienische Unterseeboot "Torricelli" sinkt, zusammen mit dem britischen Zerstörer "Khartoum", nach einem Artilleriegefecht mit drei britischen Zerstörern und einer Schaluppe vor Perim am Persischen Golf.
General de Gaulle bildet das Französische National-Kommittee in London.
Die sowjetische Nachrichtenagentur "TASS" dementiert Meldungen, nach denen an der deutsch-litauischen Grenze 100 bis 150 Sowjetdivisionen konzentriert worden seien, um Druck auf das Deutsche Reich auszuüben.

24.6.1940
Um 19.15 Uhr wird in der „Villa Incisa" bei Rom der italienisch-französische Waffenstillstandsvertrag unterzeichnet. Er schafft entmilitarisierte Zonen auf französischem Territorium und in Tunesien, sieht aber keine Besetzung französischer Gebiete außerhalb der eroberten Gebiete vor. Um 9.45 Uhr erfolgt die offizielle Mitteilung darüber an die deutsche Reichsregierung. Aufgrund dessen ist der deutsch-französische Waffenstillstandsvertrag in Kraft getreten.
In einem Aufruf an das deutsche Volk erklärt Adolf Hitler: „Deutsches Volk! Deine Soldaten haben in knapp sechs Wochen nach einem heldenhaften Kampf den Krieg im Westen gegen einen tapfern Gegner beendet. Ihre Taten werden in die Geschichte eingehen als der glorreichste Sieg aller Zeiten. Inbrünstig danken wir dem Herrgott für seinen Segen. Ich befehle die Beflaggung des Reiches für zehn, das Läuten der Glocken für sieben Tage"
Adolf Hitler gratuliert dem portugiesischen Staatspräsidenten Antonia Carmona telegrafisch zum 800. Jahrestag der Unabhängigkeit Portugals.
Reichsführer SS und Chef der Polizei Heinrich Himmler erlässt Richtlinien zur Anwerbung von niederländischen Freiwilligen für die Einheiten der Waffen-SS.
Die UdSSR und Jugoslawien nehmen die seit dem Ersten Weltkrieg unterbrochenen diplomatischen Beziehungen wieder auf.
Das italienische U-Boot "Galvani" wird im Perischen Golf durch die englische Schaluppe "Falmouth" versenkt. Dies geschieht mit Hilfe von sichergestellten Geheimdokumenten von Bord des am 19. Juni eroberten italienischen Unterseebootes "Galilei".

25.6.1940
Um 1.35 Uhr morgens deutscher Zeit tritt auf beiden Seiten die Waffenruhe ein.
Die Unternehmen Cycle und Ariel sind abgeschlossen: 214.000 britische und alliierte Truppen aus Nordwest- und West-Frankreich seit dem 15. Juni evakuiert.
Adolf Hitler besichtigt zusammen mit seinen früheren Waffengefährten Max Amann und Ernst Schmidt die Schlachtfelder des ersten Weltkriegs, auf denen er 1914 bis 1918 gekämpft hatte.
Adolf Hitler erlässt einen Aufruf zur „Rückführung der Evakuierten". Rückkehr der am 3. September 1939 evakuierten Zivilbevölkerung ins Grenzgebiet der Saarpfalz.
Der Schweizer Bundespräsident Marcel Pilet-Golaz fordert in einer Rundfunkansprache das Schweizer Volk dazu auf, den neuen Machtverhältnissen in Europa Rechnung zu tragen.
In einem "general roundup" (umfassende Aktion) werden in Großbritannien deutschsprachige Flüchtlinge interniert: 2500 Menschen führen die Einwanderungsbehörden in Lagern zusammen.
In einem Schreiben an den Architekten Albert Speer erklärt Adolf Hitler die Neugestaltung Berlins zur wichtigsten Aufgabe.
Die Allrussische Zentralgewerkschaft beschließt, die tägliche Arbeitszeit von sieben auf acht Stunden zu verlängern. Gleichzeitig wird die bisherige Sechstagewoche um einen Tag verlängert.

26.6.1940
Die im deutsch-französischen Waffenstillstandsvertrag vorgesehene Waffenstillstandskommission erhält ihren Sitz in Wiesbaden. Vorsitzender der Kommission wird Infanteriegeneral Karl-Heinrich von Stülpnagel; Leiter der französischen Delegation ist General Charles Léon Clémont Huntzinger.
Adolf Hitler erlässt eine Verfügung, dass die zum Reichsparteitag benötigten Mitarbeiter sofort telegraphisch aus dem Heeresdienst entlassen werden.
Martin Bormann teilt Hans Posse, Beauftragter für die Kunstsammlung Linz, mit: Der Führer wünscht: "(...) eine Gesamtaufstellung aller Bilder, die Sie bis jetzt für Linz ausgesucht haben (...)"
Die Sowjetische Regierung stellt ein Ultimatum an Rumänien, was die sofortige Herausgabe von Besserabien und der nördlichen Bukowina an die UdSSR fordert.
Der US-Senator Key Pittman fordert die britische Regierung auf, nach Kanada umzusiedeln, um von diesem sicheren Standort aus "Hitlers Weltmachtstreben ein Ende zu bereiten".
Der US-amerikanische Automobilhersteller Henry Ford ( Träger des Großkreuz des Deutschen Adlerordens ) ist nicht gewillt, Rolls-Royce-Motoren für die britische Regierung zu bauen.

27.6.1940
Die französische Regierung in Bordeaux beschließt die Übersiedlung in unbesetztes Gebiet und wählt den Kurort Vichy zum Regierungssitz.
Der Militärbefehlshaber von Belgien-Nordfrankreich wird General Alexander von Falkenhausen und Militärbefehlshaber für Frankreich (für das übrige besetzte Gebiet) wird General Otto von Stülpnagel.
Großbritannien kündigt die generelle Blokade der europäischen Küstenlinie vom Golf von Biskaya bis zum Nordkap in Norwegen an. Englische Zerstörer und Sunderland-Flugboote versenken in der Zeit zwischen dem 27. bis 29. Juni vier italienische Unterseeboote und beschädigen drei mehr im östlichen Mittelmeer.
Adolf Hitler fliegt vom Flugplatz Gros-Caillou mit seiner von Hans Baur gesteuerten Condor D-2600 nach Eutingen, fährt dann im Wagen in sein neues Führerhauptquartier „Tannenberg" auf dem Knibis im nördlichen Schwarzwald.
Der Republikaner Wendell Louis Willkie wird zum Kandidaten für die US-amerikanische Präsidentschaftswahl am 5. November nominiert.

28.6.1940
Adolf Hitler landet um 5.30 Uhr in Le Bourget bei Paris und beginnt in den frühen Morgenstunden seinen als „Kunstreise" bezeichneten Gang durch Paris - begleitet von Wilhelm Keitel, Martin Bormann und den Adjutanten sowie den Architekten Albert Speer und Hermann Giesler und dem Bildhauer Arno Breker. Aufenthalt in der Oper, Champs Elysees und zum Triumphbogen, auch beim Eiffelturm wird kurz Halt gemacht. Einen längeren Halt macht er im Invalidendom am Grabmal Napoleons, bevor er Paris wieder verlasst.
Großbritannien erkennt das am 18. Juni von General Charles de Gaulle gegründete "Nationalkomitee des Freien Frankreich" an.
Die rumänische Regierung unterwirft sich dem sowjetischen Ultimatum vom 26. Juni. Sowjetische Luftlandetruppen und Panzerverbände marschieren in Bessarabien und der nördlichen Bukowina ein. Es kommt zu mehreren schweren Zusammenstößen zwischen einmarschierenden sowjetischen und abziehenden rumänischen Truppen. Die Besetzung wird bis zum 1. Juli abgeschlossen.
Der italienische Luftmarschall und Faschistenführer Italo Balbo kommt im Alter von 44 Jahren bei einem Flugzeugabsturz in Tobruk (Ostlibyen) ums Leben. Sein Flugzeug vom Typ Savoia-Marchetti SM79 wird versehentlich während des Landeanfluges von der eigenen, italienischen Flak abgeschossen.
Deutsche Flugzeuge bombardieren und beschießen im Tiefflug die britischen Kanalinseln Jersey und Guernsey.
Die Kanalinseln werden entmilitarisiert und 26.700 Zivilisten evakuiert.
Der frühere französische Ministerpräsident Reynaud wird bei einem Autounfall in der Nähe von Bordeaux verletzt, seine Geliebte Countess de Portes wird dabei getötet.

29.6.1940
Adolf Hitler fährt mit seiner Autokolonne durch das Elsass zu den Kampfstätten in den Vogesen. Die Bevölkerung jubelt ihm zu. In der Nähe von Kehl begrüßt ihn General der Artillerie Friedrich Dollmann, der Oberbefehlshaber der 7. Armee, die den Durchbruch durch die Maginotlinie erzwungen hatte. Hitler besucht noch Strassburg und kehrt über Breisach nach seinem FHQ „Tannenberg" zurück.
Ein Weißbuch der deutschen Regierung mit Plänen der Alliierten zur 'Besetzung' der Benelux-Staaten Belgien, Holland und Luxemburg wird veröffentlicht.
Adolf Hitler sendet zum Tod von Marschall Italo Bilbao ein Beileidstelegramm an Benito Mussolini.
Der deutsche Maler und Grafiker schweizerischer Herkunft, Paul Klee, stirbt kurz vor Vollendung seines 61. Lebensjahres in Muralto bei Locarno.

30.6.1940
Winston Churchill erteilte dem Admiral Somerville den Befehl, die vor Oran ankernde Kriegsflotte des französischen Bundesgenossen anzugreifen und zusammenzuschießen. Der Admiral protestierte und sagte, ein Bombardement wäre einfacher Mord. Die Admiralität unterstützte Somervilles Einspruch. Churchill beharrte allerdings auf seinem Befehl.
Adolf Hitler besucht in ziviler Kleidung noch einmal das Elsass. Bei der Reise besichtigt er mehrere schwere Panzerwerke der Maginotlinie. In Freiburg nimmt er den Zug nach Oppenau, von wo er mit dem Auto ins FHQ „Tannenberg" zurückkehrt.
Auf Anordnung Adolf Hitlers weist das OKW den Militärbefehlshaber von Paris an: »(...) neben den im französischen Staatsbesitz befindlichen Kunstschätzen auch die im privaten, vornehmlich jüdischem Besitz befindlichen Kunstschätze und Altertumswerte vor Verschleppung bzw. gegen Verbergung einstweilen in Verwahrung der Besatzungsmacht sicherzustellen".
Belgien und die nordfranzösischen Departements Pas-de-Calais werden dem "Militärbefehlshaber Belgien und Nordfrankreich" Alexander Ernst Freiherr von Falkenhausen unterstellt.
Die britischen Kanalinseln Jersey, Guernsey und Alderney werden von deutschen Einheiten besetzt.
Das englische Passagier- und Frachtschiff "Avelona Star" (13.400 t) wird durch U-43 versenkt.

Deutsche Truppen in Paris
Waffenstillstandsunterzeichnung im historischem Wagon
die sozialen Errungenschaften im Deutschen Reich waren einzigartig und es gab auf der ganzen Welt nichts Vergleichbares

Arthur Neville Chamberlain

Kriegsverbrecher W. Churchill

Fritz Knöchlein

Hans Jeschonnek

Robert Anthony Eden

Wilhelm Canaris

Alfred Jodl

Charles de Gaulle

Erwin Rommel

König Haakon VII.

Alfred Duff Cooper

Franklin D. Roosevelt

Gertrud Scholtz-Klink

Der Westfeldzug der deutschen Wehrmacht
Der Westfeldzug der deutschen Wehrmacht

Rochus Misch, der letzte Zeitzeuge der Adolf Hitler persönlich kannte kommt am 2. Mai 1940 zu Hitlers Personal und zieht in die Reichskanzlei

 Beginn des Westfeldzuges am 10. Mai, Entfernen von Sperren, Sicher-   ung der Transportwege, herzlicher Empfang durch luxemburgische   Bevoelkerung. Zur gleichen Stunde Einmarsch in Belgien, auch dort   Entfernen der Sperren entlang der Grenze in kuerzester Zeit, freudige   Begruessung der Soldaten beim Einmarsch in Eupen-Malmedy.

 Die Wochenschau vom 22.5.1940 - Szenen von Start eines deutschen   Bombengeschwaders zum Feindflug gegen Belgien, Aufnahmen des   Forts von Luettich nach der Einnahme durch die deutsche Wehrmacht.

Die Wochenschau vom 12.6.1940 - Szenen von Angriffe von Kampf- und Stukaverbaenden gegen Duenkirchen und die britische Transportflotte, Flak und Schnellboote greifen in den Kampf ein, Flucht der Englaender zur  Kanalkueste,  ein  Besuch  von  Adolf  Hitler  bei  seinen  Soldaten.

Die Wochenschau vom 20.6.1940 - Die Schlacht um Frankreich, nächtlicher Angriff der Luftwaffe auf Le Havre und später auch auf die englisch-französische Transportflotte, die Bombardierung von militärischen Anlagen und Eisenbahnknotenpunkten des Feindes.

Die Wochenschau vom 26.6.1940 - Strassburg, Metz und Verdun wieder in deutscher Hand, Freudentag fuer die Bevoelkerung. Kapitulation der franzoesischen Armee am 22. Juni. Schlacht von Elsass-Lothringen wurde siegreich beendet, 500.000 gefangene franzoesische Soldaten.

Sie können die einzelnen Bilder anklicken und die detailierten Ereignnisse dieser Zeit in der großen Chronik von 1933-45 nachlesen