Der Marshallplan-Schwindel und die Zukunft Europas

Richtigstellungen zum 50. Jahrestag

Diplomvolkswirt Karl Baßler

In diesem Sommer wurde des 50. Jahrestages des Beginns des Marshallplans für Westeuropa gedacht. Besonders deutsche Politiker überboten sich in Dankesbezeugungen und rühmten die US-Hilfe als die "Initialzündung" für das anschließende deutsche Wirtschaftswunder. Die Wirklichkeit war jedoch eine ganz andere. Einmal liefen die Zahlungen für Deutschland im Gegensatz zu denen für die anderen westeuropäischen Länder erst 1949 an, zum anderen wurde damals noch viel mehr von den Siegern aus Deutschland entnommen, als im Marshallplan gegeben. Als einziges Land mußte Deutschland alle Gelder hochverzinst zurückzahlen, so daß die USA daran noch gut verdienten. Im folgenden werden die wirklichen Verhältnisse dargestellt.

A. Die Leistungen des Marshallplans für Westdeutschland (BRD)

Im Rahmen des sogenannten Marshallplans wurden nach Westdeutschland als Kredit in den Jahren 1949 bis 1952 1,4 Mrd.$ im Gegenwert von rund 6,4 Mrd. DM gegeben. Andere westeuropäische Länder erhielten schon ab 1947 weit mehr und als Geschenk, ganz Europa rund 12 Mrd. $. Nur Deutschland mußte die Gelder zurückzahlen. Dieser Kredit an Westdeutschland wurde aufgrund des Londoner Schuldenabkommens vom 12. Februar 1953 mit Zins und Tilgung bis 1962 in Höhe von 13 Mrd. DM zurückgezahlt.

Diese 13 Mrd. DM müssen - entgegen offizieller Deutung - ausschließlich als Rückzahlung für den Marshallplan angesetzt werden. Nach dem Londoner Schuldenabkommen sollten sie auch der Rückzahlung von sogenannten ›Gario‹-Mitteln dienen, die für Lebensmittelhilfen an die Westzonen in den Hungerjahren 1945 bis 1948 von den Besatzern gezahlt worden sein sollen. Angeblich haben in diesen Jahren - also vor dem Marshallplan - die Westalliierten ›Wirtschaftshilfe‹ (Nahrungsmittel) in Höhe von 3,386 Mrd. Dollar an Westdeutschland geleistet [1]. Es läßt sich aber nachweisen, daß es sich bei den ›Gario‹-Mitteln um einen gigantischen Betrug der Engländer und Amerikaner handelt. Selbst Ludwig Erhard, Bundeswirtschaftsminister ab 1949, schreibt in seinem Buch Deutschlands Rückkehr zum Weltmarkt, daß es von deutscher Seite keinerlei Kontrolle oder Bestätigung für diese angebliche Lebensmittelhilfe gibt.

Daß die alliierten Angaben zu den ›Gario‹-Mitteln nicht stimmen können, läßt sich auch folgendermaßen leicht errechnen. Beim damaligen Weizenpreis von rund 60 $ für die Tonne hatte man damit 55 Mill. Tonnen Weizen kaufen können. Die Westzonen (später BRD) hatten damals 40,45 Mill. Einwohner. 55 Mill. Tonnen Weizen hätten also für jeden Bürger der Westzonen rund 1200 kg bedeutet, eine Menge, die für dreieinhalb Jahre für jeden Westdeutschen 1 kg Weizen je Tag (= rund 4000 Kalorien) ergeben hätte. 1400 Kalorien waren uns aus eigenen Bestanden (Reichsnährstand [2]) noch möglich gewesen; das heißt, es hätten für jeden Einwohner rund 5400 Kalorien je Tag also die Ration für einen Schwerstarbeiter - zur Verfügung stehen müssen. In Wirklichkeit gab es in den Westzonen aber nur 1000 bis 1400 Kalorien, die vom Reichsnährstand noch sichergestellt waren. Die angebliche ›Gario‹-Hilfe ist also nie in Deutschland angekommen.

Dennoch wurde diese angebliche Hilfe beim Londoner Abkommen mit dem Marshallplan ›verrechnet‹. Die Bundesregierung veröffentlichte in einem ganzseitigen Demuts- und Dankbarkeitsartikel in völliger Verzerrung der Wirklichkeit unter anderem [3]:

»… Einmalig in der Weltgeschichte: Amerikas Staatskasse und die Vorratslager öffneten sich auch dem in Trümmern liegenden ›Feindstaat‹ Deutschland! (»Feindstaat« vier Jahre nach Kriegsende? »In Trümmern liegend« statt völkerrechtswidrig durch alliierte Bomben zerstört, d.V.) Bundeskanzler Kohl in seiner Dankrede: ›Wir Deutsche werden das niemals vergessen… danke Amerika.‹ Es gebe kein anderes welthistorisches Beispiel, in der die siegreiche der besiegten Nation so großzügig aufgeholfen und sie dabei unterstützt habe, in den Kreis der Völker zurückzukehren… Westdeutschland erhielt rund 3,3 Milliarden Dollars aus US-Hilfen. 1953 erließen die USA der Bundesrepublik zwei Drittel der Schulden. Aus den so freigewordenen Mitteln wurde der sogenannte ERP-Sonderfonds zur weiteren Unterstützung der deutschen Wirtschaft gebildet…«

Dagegen steht die Tatsache, daß Deutschland das einzige Land war, das die ›Marshallplan-Hilfe‹ zurückzahlen mußte und zurückgezahlt hat. Daher ist die Behauptung, die angebliche Marshallplan-Kredithilfe in Höhe von 6,4 Mrd. DM sei ein ›Geschenk‹ der USA gewesen, eine Lüge Bonner Politiker. Aus dieser Lüge wurde die weitere Lüge abgeleitet, daß aus diesem - angeblichen Geschenk der ERP-Kreditfonds gebildet worden sei, aus dessen Rückzahlungen und Zinsen der heutige Fonds in Höhe von 23 Mrd. DM - verwaltet von der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau - als amerikanisches ›Geschenk‹ nach wie vor der deutschen Wirtschaft zugute komme: »Er dient vor allem der Mittelstandsforderung und ist eine wichtige Finanzquelle für den Aufbau Ost.« [4]

B. Gegenüberstellung des Wertes der Ausraubung Deutschlands

Den genannten Beträgen für den voll zurückgezahlten Mashallplan-Kredit sind für eine ausgewogene Betrachtung die Werte der Ausraubung Deutschlands durch die Westalliierten in der Nachkriegszeit gegenüberzustellen.

I. Die Ausraubungen und Zerstörungen von 1945 bis 1952

1. Raub aus dem Volksvermögen

Der direkte Raub aus dem Sachver- mögen betrifft Demontagen, Sachgüter, Geld, Gold, Wertpapiere, Auslandsgut- haben, Auslandsvermögen, militärisches Gut (Beute), Patente, Besatzungsdieb- stahl, Kunstdiebstahl (Zerstörung von zahllosen Kunstwerken der Epoche 1933 - 1945), Bücherdiebstahl und vieles mehr und ist in TABELLE 1 aufgelistet

2. Ausraubung durch laufende Entnahmen aus der Produktion 1945-1952

Hierunter fallen die Wegnahme von Rohstoffen, Besatzungskosten, Demon- tagekosten, Verlust an Lizenzeinnahmen, Bargeld, Gegenwert der Arbeitsleistung der deutschen Kriegsgefangenen und Zivilverschleppten und weiteres. Diese ›laufenden Ausraubungen‹ müßten in den acht Jahren von 1945-52 durch schwerste Steuerbelastungen der verarmten und verelendeten deutschen Bevölkerung aufgebracht werden. TABELLE 2 gibt eine Übersicht.

3. Volkswirtschaftlicher Schaden durch die Zerreißung Deutschlands

Der katastrophale volkswirtschaftliche Niedergang für Deutschland nach 1945 hat seine alleinige Ursache im Vernichtungswillen der Feinde des deutschen Volkes, die sich damit auch als Feinde Europas erwiesen. Denn jede Schwächung Deutschlands hat unausweichlich eine Schwächung Europas zur Folge. Das gilt besonders für die Wirtschaft. Deutschland lieferte seit seiner Industrialisierung bis in die Gegenwart rund 70 Prozent seiner hochwertigen Industrieerzeugnisse an seine europäischen Nachbarn (Die Größenordnung dieser Verflechtung hat also mit EG/EU gar nichts zu tun.). Diese Leistung Deutschlands, vor allem die Ausstattung mit modernster Technik, hat Europa bis 1914 an die Spitze des technischen Fortschritts gebracht und selbst nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg Europa befähigt, noch mit den USA und Japan Schritt zu halten. 1945 kam es zunächst tatsächlich zur Durchführung des Morgenthauplans mit der Zerstörung der Produktionsanlagen durch Demontagen, Produktionsverbote (z. B. im Flugzeugbau, Strahltriebwerkbau, der in Deutschland erfunden war), Forschungsverbote (z.B. Elektronik, Kernphysik bis 1955), Zerschlagung deutscher Großunternehmen, weitgehende Zerstörung der Eisen- und Stahlindustrie, Raub aller Auslandsniederlassungen deutscher Unternehmen und vieles andere mehr. Hinzu kam die Zerreißung Deutschlands in elf völlig getrennte Wirtschaftsgebiete, nämlich:

·Nordostpreußen (an Sowjetunion)
·Memelland (an Litauen)
·Schlesien mit Oberschlesien, Danzig, Westpreußen (an Polen)
·Pommern, Teile von Brandenburg (an Polen)
·Österreich
·Sudetenland (an Tschechoslowakei)
·Südtirol (an Italien)
·Elsaß-Lothringen (an Frankreich)
·Saargebiet (bis 1959 an Frankreich)
·Eupen-Malmedy (an Belgien)
·Sowjetische Besatzungszone, später DDR
·Westzonen, später BRD.

Ab 1945 waren diese von Deutschen bewohnten Gebiete [6] durch Zollgrenzen getrennt, also wirtschaftlich vollkommen auseinandergerissen. Oft war jahre- oder jahrzehntelang keine wirtschaftliche Zusammenarbeit möglich. Die politische Zerreißung bedeutete für viele Groß- unternehmen eine völlige Zerstörung ihres Produktionsverbundes (z.B. für Siemens, Daimler-Benz, Bosch, IG.-Farben, Vereinigte Stahlwerke). Großer wirt- schaftlicher Schaden entstand zudem durch die Zerstörung des Außenhandels. Der Schaden durch die politische Zerreißung Deutschlands wirkt bis heute ununterbrochen und mit wachsenden schädlichen Folgen für ganz Europa fort. Im einzelnen gibt TABELLE 3 die betreffenden Zahlen wieder.

4. Verluste in den Vertreibungsgebieten

Durch den Raub der deutschen Ostgebiete, des Sudetenlandes sowie des Vermögens der Volksdeutschen entstanden weitere große Verluste. Allein das geraubte deutsche Vermögen (reproduzierbares Sachvermögen, ohne Bodenwert) in Ostdeutschland, Danzig, Memelland, Sudetenland und an den sechs Millionen Volksdeutschen in Osteuropa und auf dem Balkan beträgt mindestens 300 Mrd. DM. Damit ergeben sich als Gesamtsumme (s. Tab.1 bis 3) für Gesamtdeutschland 1350 Mrd. DM.

Zu beachten ist dabei noch, daß diese Summe nur einen Näherungswert darstellt. Alle Ausraubungen und Zerstörungen konnten gar nicht erfaßt werden. Die Auswirkungen reichen bis weit über das Jahr 1952 - dem Ende des Marshallplans - hinaus und sind heute noch spürbar, Deutschland und damit ganz Europa wurden dadurch im weltweiten Wettbewerb unaufholbar zurückgeworfen.

II. Der Verlust durch Minderleistung der DDR

Zu den oben berechneten Verlusten durch direkte Ausraubung, Zerstörung und Landraub muß noch der Verlust an Wirtschaftsleistung durch die 45 Jahre lange Zerstörung der Wirtschaft in der DDR hinzugezählt werden. Dadurch konnte ein Viertel Deutschlands nur mit etwa einem Drittel bis zur Hälfte seiner Leistungsfähigkeit arbeiten. Die dadurch entstandene Minderleistung, Veralterung des Produktionsapparates, Zerfall der Bausubstanz usw. müssen heute von allen Deutschen in jahrzehntelanger Arbeit bei stark erhöhter Steuerlast wieder aufgeholt werden.

Wäre in der sowjetischen Besatzungszone und anschließend in der DDR mit einer freien, sozialen Marktwirtschaft gearbeitet worden und wäre dieses deutsche Land nicht 45 Jahre lang von den Kommunisten ausgeraubt worden, dann hätte die dortige Bevölkerung bis 1990 ein doppeltes bis dreifaches Sozialprodukt erarbeiten können. Das entspricht einem Verlust von rund 5500 Mrd. DM. Diese Summe ergibt sich aus folgendem Überschlag: Die Bundesrepublik (West) hatte 1990 ein Bruttosozialprodukt (BSP) von rund 2500 Mrd. DM. Die Leistung der DDR betrug etwa ein Zehntel davon, also rund 250 Mrd. DM. Nimmt man im Durchschnitt von 45 Jahren je Jahr die Hälfte dieses Betrages - also 125 Mrd. DM - als mögliche zusätzliche Leistung an, dann ergibt sich die verhinderte Leistung mit einem Gesamtverlust zwischen 5 und 6 Billionen DM (45 x 125 Mrd.DM). Der Marshallplan für ganz Europa - rund 50 Mrd. DM - entsprach nur etwa einem Hundertstel, die Marshallplan-Hilfe für Deutschland etwa einem Tausendstel dieses Betrages.

Entsprechendes, nur in noch größeren Dimensionen, gilt für ganz Osteuropa, das 1945 von Roosevelt und Churchill dem millionenfachen Mörder Stalin ausgeliefert wurde.
Die erzwungene Minderleistung in der DDR durch die Kollektivierung der gesamten Wirtschaft war begleitet von einem ständigen fortschreitenden Zerfall des reproduzierbaren Sachvermögens (Verkehrsanlagen, Bauten, Ausrüstungen, Vorräte u.ä.). Heute, 1997, muß man, nachdem bei der Treuhandgesellschaft für die Abwicklung des gesamten Wirtschaftsvermögens in Mitteldeutschland ein Minuswert von rund 275 Mrd. DM aufgelaufen ist, für das Vereinigungsjahr 1990 demnach für das gesamte reproduzierbare Sachvermögen der ehemaligen DDR einen Wert von 0 ansetzen.

Für die BRD betrug der Wert des reproduzierbaren Sachvermögens 1990 rund 10 Bill. DM.

Die DDR umfaßte räumlich und bevölkerungsmäßig ein Gebiet von etwa einem Drittel der BRD, so daß selbst bei halbfreier deutscher Leistungsentfaltung, wie diese in der BRD nach 1955 (damals fielen die letzten wesentlichen Erzeugungsverbote, die allerletzten für die Herstellung schwerer Waffen erst 1986, die Tributlast an laufenden Barzahlungen an die Siegermächte blieb bis heute sehr hoch) möglich war, in Mitteldeutschland ein reproduzierbares Sachvermögen von rund 3,3 Bill. DM hätte vorhanden sein müssen.

Der Zerfall und die wegen des Sowjetsystems nicht mögliche Entfaltung und Erneuerung des Sachvermögens sind ein Verlust durch Zerstörung und Behinderung, der bekanntlich jetzt nach der kleinen Wiedervereinigung von ganz Deutschland wiedergutgemacht werden muß. Das heißt, daß wir rund 3,3 Billionen DM in die neuen Länder investieren müssen, wenn sie den Stand der alten Bundesrepublik erreichen sollen. Die Größe dieses notwendigen Aufwandes wird jedoch in der öffentlichen Diskussion unterschlagen, damit die daraus erwachsende Dauerbelastung nicht bewußt wird.

Die öffentliche Feststellung der ungeheuren Größe dieses Schadens aus der DDR-Zeit wäre besonders für die deutsche Politik in der EU zwingend geboten, denn daraus müßte die unabweisbare Forderung abgeleitet werden, daß die EU für diesen Schaden aufkommen muß, vor allem Frankreich und England, die wesentlich mit Schuld daran tragen, daß Mitteldeutschland den Bolschewisten 1945 zur Ausraubung, Zerstörung und Unterdrückung ausgeliefert wurde. Schon aus diesem Grunde hätten ab 1990 alle deutschen Zahlungen an die EU (1997 rund 40 Mrd. DM je Jahr) eingestellt und diese Gelder zusätzlich in den Wiederaufbau Mitteldeutschlands investiert werden müssen.

C. Bilanz

In den acht Jahren 1945 bis 1952 wurden Deutschland damit geraubt (s. II 1.-4.) 1350 Mrd. RM/DM.
In den Jahren 1949 bis 1952 wurde als sogenannte Marshallplan-Hilfe ein später zurückgezahlter Kredit gegeben von 6,4 Mrd. DM.
Das heißt, daß in derselben Zeit 200mal mehr geraubt und zerstört wurde, als rückzahlbarer Kredit gegeben wurde. Das ist die Wahrheit über die sogenannte Marshallplan-Hilfe.

Heute zahlt Deutschland jährlich das Sechs- bis Siebenfache dessen an die EU, was die USA in den vier Jahren 1949-1952 insgesamt als angebliche Marshallplan-Hilfe nach Westdeutschland als Kredit gegeben haben. Insgesamt hat Deutschland seit 1957 (Gründung der EG/EU) mindestens das Hundertfache des US-Marshallplan-Kredits bar nach Brüssel für die ›armen‹ Länder der EU gezahlt.

Der Marshallplan wurde ›European recovery program‹ - ›Europäisches Wiederaufbauprogramm‹ - genannt. Deutschland hat bisher für die EG/EU mindestens das Zehnfache dessen bezahlt, was die USA nach 1947 für den gesamten Marshallplan für Europa aufwandten. Wer hat dann mehr für Europa geleistet? Hat darüber schon einmal eine Dankesfeier stattgefunden, bei der ein Ministerpräsident der EU-Empfängerländer (Spanien erhält - zu 65 Prozent von Deutschland bezahlt - seit seiner Aufnahme in die EU vor rund zehn Jahren jährlich so viel wie Deutschland 1949-1952 in vier Jahren als Kredit bekam) eine Träne des Dankes vergossen hat?

Heute geht innerhalb der EU jedes Jahr mindestens so viel an Korruption und Schiebung (von Deutschland zu 65 Prozent bezahlt) verloren, wie Deutschland an Marshallplan-Kredit erhalten und zurückbezahlt hat.

Bei der Betrachtung der Ausraubung des Deutschen Volkes nach 1945 ist auch stets daran zu erinnern, daß dieser Raub von bestialischen Mordorgien der ›Befreier‹ begleitet war, denen nach Kriegsende - also im ›Frieden‹ noch über 5 Millionen Deutsche, meist Frauen, Kinder und Alte, zum Opfer fielen. [7]

D. Die Zerstörung der europäischen Kultur

In der Feststellung der ungeheuren Verluste, die durch die Westalliierten Deutschland und Europa zugefügt wurden, darf die Zerstörung der deutschen Städte, der steingewordenen Kultur unserer Menschenart, durch den alles Völkerrecht mißachtenden Bombenterror nicht fehlen.
Denn in keiner anderen Form wird das Eigene der Kultur eines Volkes stärker und deutlicher sichtbar als in den Bauwerken der Vorfahren, in den Städten, deren alte, große, schöne menschliche Art uns das Innerste Wesen der Ahnen als ›steingewordene Musik‹, als Ausdruck des innersten Seins überliefert..

Es besteht kein Zweifel, daß die Zerstörung der Städte unmittelbarer seelischer und geistiger Mord an einer ›Menschengruppe‹ ist, wie es in der Völkermordkonvention der UNO als Völkermord-Verbrechen festgestellt wird. Wie sollte ein Volk, dessen Eigenwert, dessen Kultur fast vollständig zerstört wurden, so wie es den Deutschen geschah, einen sicheren Weg in die Zukunft finden können? Alle politischen Schwierigkeiten, vor denen das deutsche Volk heute steht und unvermeidbar in der Zukunft stehen wird, ergeben sich aus seiner seelischen Zerstörung, wobei die Zerstörung des sichtbaren, eigengeschichtlichen Hauses, des Oikos, des Hauses der geistig-seelischen Geborgenheit, am schwersten wiegt.

Dieser geistige Wert der Baukultur ist materiell nicht bewertbar, er hat einen unermeßlichen, unersetzbaren Wert, er ist ein bestimmender Lebenswert. Entsprechend groß ist der Verlust.
Man muß die Zerstörung der deutschen Städte mit einem materiellen Verlustwert von mindestens 300 Mrd. RM (damaliger Zeitwert) ansetzen, was einem heutigen Zeitwert - nach dem Ansteigen des Baukosten-Index seit 1950 um das 15fache - von rund 4500 Mrd. DM entspricht. [8]
Die so hoch gefeierte Marshallplan-Hilfe beträgt also höchstens ein Fünfzigstel an Wert (1950) dessen, was allein der angelsächsische Bombenterror an Schaden angerichtet hat.

E. Die deutsche und europäische Dimension der Zerstörung

Die oben nachgewiesenen Ausraubungen und Zerstörungen sind unbestreitbar, sie können in allen Einzelheiten objektiv nachgewiesen werden, vor allem in den Veröffentlichungen von Harmssen.
Dieser Feststellung ist hinzuzufügen, daß die Politik der Bundesregierungen den Polen und Tschechen seit der Regierung Brandt (1972) noch einmal rund 50 Mrd. DM hinterher geworfen hat, ohne große sinnvolle wirtschaftliche Wirkung, wie dies für jeden Kenner ›polnischer Wirtschaft‹ von vornherein klar war.

Ähnliches gilt für die Verschwendung von mehr als 100 Mrd. DM für Zahlungen an die Sowjetunion und Rußland nach 1990. Dabei ist zu betonen, daß die Sowjetunion (Gorbatschow) mit bereits wenigen Milliarden zufrieden gewesen war, daß aber Bundeskanzler Kohl die Zahlungen von sich aus um ein Mehrfaches erhöhte und so den deutschen Finanzhaushalt in größte Schwierigkeiten brachte. Der ehemalige CSU-Bundestagsabgeordnete Dr. Lowack (Bayreuth), damals der Vorsitzende der betreffenden Bundestagskommission, hat diese fast unglaublichen Vorgänge dokumentarisch belegt. Selbstverständlich wird eine Verbreitung dieser Tatsachen von Bonn unterdrückt.

Hinzugefügt werden muß noch, daß seit der Wende 1990 Deutschland von westalliierter Seite massiv aufgefordert, ja unter Druck gesetzt wurde, den wirtschaftlichen Aufbau Osteuropas und Rußlands ohne politische Gegenwerte finanziell zu unterstützen, während sich die USA, England und Frankreich - mit Ausnahme der Ausbeutung der russischen Ölvorkommen - außerordentlich zurückhalten. Von Bonn werden derartige Zumutungen willfährig aufgenommen. Man bedenkt dabei nicht, daß es vor dem und im Ersten Weltkrieg England und vor allem Frankreich waren, die die russische Aufrüstung zum Angriff auf Deutschland und Österreich mit zahlreichen Milliarden finanzierten und daß im Zweiten Weltkrieg die USA Moskau Rüstungsgüter im Wert des gesamten Marshallplans von rund 12 Mrd. $ (entspricht dem heutigen Wert von mindestens 500 Mrd. DM) zur Zerstörung Deutschlands und Europas geliefert haben, dazu ganz Osteuropa mit Mitteldeutschland den Bolschewisten auslieferten.

Das Fazit ist: Für die Zerstörung Europas war den Angelsachsen kein Betrag zu hoch, für den Frieden gab und gibt es, wenn überhaupt, nur Trinkgelder.
Für die Zukunft werden weitere deutsche Tributzahlungen in gewaltiger Höhe durch die von den USA erzwungene, gegen den Willen Rußlands und gegen eine friedliche Entwicklung Europas gerichtete NATO-Osterweiterung fällig werden, für eine NATO, deren einziger Zweck jetzt nur noch ist, »to keep the Germans down« (»die Deutschen am Boden zu halten« nach Lord Ismay, 1. Generalsekretär der NATO), nachdem Rußland keine akute Gefahr mehr bedeutet. Unbegreiflicherweise setzen auch Kohl und Rühe ihren ganzen Ehrgeiz daran, daß Polen und Tschechen Mitglieder der NATO werden und damit die Deutschen den Raub ihrer eigenen Ostgebiete für die slawischen Räuber schützen müssen.

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