Chronik des Nationalsozialismus November / Dezember 1933

NOVEMBER 1933

1.11.1933
Adolf Hitler spricht in der Weimarhalle in Weimar. Dort verkündet er: "Ich bin nicht Reichskanzler geworden, um anders zu handeln, als ich 14 jähre lang gepredigt habe. Wir bekennen uns zu denen, die nur ein Wort besitzen."
Der Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen, Fritz Todt, gibt die Reichsautobahnstrecke Köln- Dortmund zum Bau frei. Damit sind 560 Autobahnkilometer in der Entstehung begriffen.
Erste Verordnung zur Durchführung des Reichskulturkammergesetz: […] Mit der Errichtung der Reichskulturkammer und der ihr eingegliederten sieben Einzelkammern (Kammer der Bildenden Künste, Musik-, Theater-, Schrifttum-, Presse-, Rundfunkkammer, dazu die bereits bestehende Filmkammer) wird nach den Beschlüssen des Reichskabinetts für die Berufe des Kulturlebens der Ständische Aufbau durchgeführt.
Die "Vossische Zeitung" stellt ihre Abendausgabe ein. Da seit dem 5. August auch die Zeitung "Tempo" eingestellt worden ist, erscheint bei Ullstein keine Abendzeitung mehr.
Die diesjährigen Wohlfahrts-Briefmarken der Reichspost für die Deutsche Nothilfe werden herausgegeben. Die Marken haben ein größeres Format als bisher und zeigen zum ersten Mal das neue Hakenkreuz-Wasserzeichen. Die Reihe, nach Entwürfen von Professor Alois Kolb-Leipzig, steht im Zeichen des Richard-Wagner-Gedächtnis-Jahres.
Bei der Reformationsfeier der vereinigten Friedrichs-Universität Halle-Wittenberg wurde eine Verfügung des Staatsministeriums mitgeteilt, nach der die Universität den Namen "Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg" erhält.
Der Reichsarbeitsministers Seldte hatte den Bund Deutscher Mietervereine e,V. in Dresden mitgeteilt, dass er ihn als einzige Spitzenorganisation der deutschen Mieterschaft anerkennt.
Das Berliner Philharmonische Orchester wird zum Reichsorchester erklärt und war somit kein Lohnorchester mehr, sondern wurde staatlich subventioniert.
Ulrich von Hassell, Diplomat und deutscher Botschafter in Italien, tritt in die NSDAP ein.

2.11.1933
In einer Wahlrede in den Ausstellungshallen in Essen verkündet Adolf Hitler: "Niemals würde ich etwas unterzeichnen, von dem ich weiß, dass es niemals gehalten werden kann, weil ich entschlossen bin, das, was ich unterschreibe auch zu halten."
Reichsjugendführer Baldur von Schirach erkennt den Reichsausschuss der jüdischen Jugendverbände als Zentralorganisation der jüdischen Jugend an.
Der Preußische Ministerpräsident Hermann Göring hat die Bestimmung, wonach die Forstbeamten beim Tragen einer Kopfbedeckung durch Anlegen der rechten Hand an diese zu grüßen hatten, aufgehoben und gleichzeitig angeordnet, dass in Zukunft alle Forstbeamten des preußischen Staatsdienstes den deutschen Gruß durch das Erheben der rechten Hand in Augenhöhe zu erweisen haben.
Die Generalversammlung der Ullstein-Verlags AG billigt in Berlin die Übertragung von 60% des Aktienstimmrechts auf eine NSDAP-nahe Gruppe und wählt einen Aufsichtsrat unter Führung von Ferdinand Bausback. Ihm gehören als weitere Mitglieder u.a. Franz Ullstein, der zur NSDAP gewechselte frühere DNVP-Politiker Martin Spahn, der Textilindustrielle Heinrich Pferdmenges und der Geopolitiker Karl Haushofer (München) an.
Das sächsische Innenministerium hat eine Verordnung erlassen, in der Landesheil- und Pflegeanstalt Arnsdorf eine Erbkranken-Sichtungsstelle für Geistesschwache, Geisteskranke und Epileptiker des Landes Sachsen eingerichtet wird. Die Sichtungsstelle ist für solche Kranke bestimmt, bei denen ein sicheres Urteil über ihre Zugehörigkeit zu den bezeichneten Gruppen von Erbkranken in einer anderen Weise nicht mit Sicherheit gewonnen werden kann.

Reichsminister Dr. Goebbels hat das Verbot des Horst-Wessel-Films aufgehoben, und die Genehmigung erteilt, dem Film unter dem Namen "Hans Westmar - einer von vielen. Ein deutsches Schicksal aus dem Jahre 1929." aufzuführen. Die Premiere dieser Fassung fand am 13. Dezember 1933 im Berliner „Capitol“ statt.
Der russische Außenkommissar Maxim Maximowitsch Litwinow hat sich in Cherbourg an Bord des Dampfers "Berengonia" nach New York eingeschifft. Er will, wie berichtet, in Amerika mit Präsident Roosevelt über die Aufnahme von politischen Beziehungen zwischen Russland und den Vereinigten Staaten verhandeln.
Nach einer Militärrevolte in Kuba und mehreren Bombenanschlägen in der Hauptstadt Havanna wurden mehrere Zeitungen verboten und die Funkstation wurde geschlossen. Der selbsternannte Armeegeneral Fulgencio Batista verhandelt mit einigen Politikern über eine Neubildung einer Regierung für das Land.
Wegen des Streits um die Benutzung der italienischen Sprache erklärt der britische Gouverneur die Regierung von Malta für abgesetzt.

3.11.1933
Der Reichsminister des Innern hat angeordnet, dass bei der Wahl und Abstimmung am 12. November in der üblichen Weise für den Schutz der Wahllokale und der Abstimmenden zu sorgen ist. Niemand darf in der Ausübung seines Stimmrechts behindert werden.
In einer Unterredung mit dem Präsidenten der amerikanischen Universität, Walter Williams, betont Adolf Hitler Deutschlands Friedens- und Konferenzpolitik.
Das Oberlandesgericht Dresden verurteilt 91 Mitglieder der Sozialistischen Arbeiterpartei und des Sozialistischen Jugendverbandes wegen illegaler Tätigkeit zu insgesamt zehn Jahren Zuchthaus und über 100 Jahren Gefängnis.
Ministerialdirektor Theodor Freytag, der frühere Vorstand der Obersten Baubehörde im bayerischen Innenministerium, beging Selbstmord, indem er sich vor einen Zug der Isartal-Bahn warf.
In Berlin wird das Vermögen und die Sammlung des emigrierten deutschen Schriftstellers und Kunstsammlers Eduard Fuchs zugunsten des preußischen Staates beschlagnahmt. Fuchs war bekannt geworden durch seine Werke zur Sittengeschichte.
Im Verlag "Zeitgeschichte" Berlin erscheint ein Bildwerk, dass Rudolf Heß, dem Stellvertreter des Führers gewidmet ist und erstmals sein Leben und Wirken in der Öffentlichkeit schildert.
Die Sowjetbehörden geben bekannt, dass japanische Aufklärungs- und Bombenflugzeuge bei Wladiwostok rund 30 km tief in die UdSSR eingedrungen seien.
Im Berliner Komödienhaus wird die Operette "Lieber reich, aber glücklich" von Walter Kollo uraufgeführt.
Im Wiener Cafe Dobner eröffnen der ungarische Journalist F. W. Stein, der Buchhändler Rudolf Weys sowie der Pianist Otto Andreas und der aus Breslau nach Wien geflüchtete Regisseur Martin Magner das Kabarett "Literatur am Naschmarkt".
Die Frau des amerikanischen Präsidenten Roosevelt, die sich schriftstellerisch eifrig betätigt, hat jetzt ein neues Buch "An den Frauen liegt es" veröffentlicht, indem sie fordert, dass sich die besten Persönlichkeiten des Staates, die eine neue Auffassung vom Dienst an der Öffentlichkeit haben, in den Dienst des Staates stellen müssten.

4.11.1933
Reichskanzler Adolf Hitler hält am Abend eine Rede im Messehof in Breslau.
Die deutsche Reichsregierung erlässt eine Militärstrafgerichtsordnung. Sie sieht u.a. die Einführung von Kriegs- und Oberkriegsgerichten vor. (1.1.1934 in Kraft)
Der Führer der Deutschen Studentenschaft, Oskar Stäbel, untersagt jede Belästigung ausländischer Studierender wegen Nichterweisung des Hitler-Grußes. Einen ähnlichen Aufruf über das Verhalten gegenüber Ausländern hatte bereits am 2. November Rudolf Heß, der Stellvertreter des Führers der NSDAP, erlassen.
Die Großausstellung "Kamera" wird eröffnet. Mit riesigen Fotos, eine Bilderschau voll reicher Schönheit, die das Gesicht der deutschen Landschaft zeigt, wenn das deutsche Volksgesicht und die Hitler-Jugend in sprechenden Aufnahmen, die Leute in hellen Scharen in die Lichtbild-Ausstellung locken.
Die Stellungnahme der "Reichsvertretung der deutschen Juden" zur Volksabstimmung am 12. November lautet folgendermaßen: "Mit dem ganzen deutschen Volke sind auch wir Juden als Staatsbürger aufgerufen, zu der auswärtigen Politik der Reichsregierung unsere Stimme abzugeben. Sie wird gefordert für die Gleichberechtigung Deutschlands mit den anderen Völkern, die Versöhnung der Nationen und die Befriedung der Welt. Trotz allem, was wir erfahren mußten: Die Stimme deutschen Juden kann nur ein Ja sein.
Robert Ley, der Führer der deutschen Arbeitsfront besucht die Firma Krupp in Essen. Direktor Buschfeld weist darauf hin, dass sich Werksleitung und Belegschaft der Firma Krupp als treue Hüter einer Gesinnung betrachten, wie sie im nationalsozialistischen Staate verwirklicht werden soll.
Im Reichstagsbrandprozess hat der Angeklagte Georgi Dimitroff die von Gericht ernannten Verteidiger abgelehnt und vertritt sich selbst. Nachdem er Hermann Göring als Zeuge befragt, verliert dieser die Nerven: "Sie sind in meinen Augen ein Gauner, der direkt an den Galgen gehört."

5.11.1933
Adolf Hitler spricht in der Maschinenhalle in Elbing. Dort erklärt er: "Ich brauche kein Volksvotum. Ich habe 14 Jahre lang um das Volk gekämpft. Ich möchte, dass das deutsche Volk nun selbst als Zeuge auftritt für die Wahrhaftigkeit unserer Erklärungen."
Reichsjustizkommissar Staatsminister Dr. Hans Frank hat angeordnet, daß sämtliche Fachvereine und Fachverbände sowie Einzelangehörige der mit dem Rechtswesen in Verbindung stehenden Berufe ihre Erfassung und Eingliederung in die Deutsche Rechtsfront durch den Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen finden.
Der Franz-Eher-Verlag bringt ein neues Buch von Dr. Goebbels heraus, das unter dem Titel "Das erwachende Berlin" das Gesicht Berlins in den Kampfjahren von 1918 - 1933 schildert. Hunderte von ganzseitigen Fotomontagen, die den Text begleiten, sollen eine Geschichtsschreibung aus der Anschauung heraus vermitteln.
In feierlicher Sitzung wurde im Berliner Rathaus die Akademie für Deutsches Recht eröffnet. Die Begrüßungsworte sprach Reichsjustizkommissar Dr. Frank. Dann folgten zwei Vorträge. Reichsminister Dr. Goebbels machte, wie er sagte, "einige politische Randbemerkungen" zu dem Thema der rechtlichen Grundlage von Deutschlands Haltung in der Abrüstungs- und Gleichberechtigungsfrage. Der Völkerrechtler der Berliner Universität, Professor Dr. Bruns, sprach über "Deutschlands Gleichberechtigung als Rechtsproblem".
Der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß hat angeordnet, dass Handwerkerinnungen grundsätzlich keine Hakenkreuzfahnen führen dürfen.
In Bielefeld ist das der Staatspolizei gelungen, 34 kommunistische Funktionäre festzunehmen. Sie waren im Begriff, aus Holland kommendes kommunistisches Propagandamaterial zu verteilen.
Der große Streik, den die Araber in Palästina im Anschluss an die Demonstrationen gegen die jüdische Einwanderung veranstaltet haben, ist nach einwöchiger Dauer beendet. Die Geschäfte sind wieder geöffnet.

6.11.1933
Bei dem Flug von Danzig nach Kiel verliert Hans Baur, Hitlers Pilot, infolge einer Peil-Störung die Orientierung. Adolf Hitler erkennt die Stadt Wismar unter sich und erleichtert so eine Landung in Travemünde. Eine Legendenbildung über Hitlers angeblich übernatürliche Kräfte nimmt ihren Anfang.
Adolf Hitler erklärt in seiner Wahlrede in der Nordostseehalle in Kiel: "Wenn unsere Gegner angesichts der Leistungen der letzten neun Monate sagen: ja, aber es kann einen Rückschlag geben! Dann antworte ich: mein bisheriges Leben ist ein Kampf gewesen, aber kapituliert habe ich noch niemals, und das Ziel habe ich erreicht." Hitler übernachtet nach der Wahlrede im Hotel "Atlantic" in Hamburg.
Ernst Röhm erklärt, dass zukünftig der Dienst in der SA Voraussetzung für die Aufnahme in die NSDAP sei.
Das italienische Kabinett wird umgebildet. Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini übernimmt selbst die Ministerien für Marine und Luftfahrt; der bisherige Luftfahrtminister Italo Balbo wird zum Gouverneur von Libyen ernannt.
In einer vom sowjetischen Rundfunk übertragenen Rede droht Wjatscheslaw M. Molotow, der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare, Japan und dem von ihm abhängigen Mandschukuo bei weiteren Grenzverletzungen mit Krieg.
In Genf findet das Richtfest für den Neubau des Völkerbundpalastes statt. Das Palais besteht aus fünf Gebäuden mit einer Ausdehnung von über 18.000 m². Zweieinhalb Jahre waren rund 500 Arbeiter an dem Rohbau beschäftigt.

7.11.1933
Adolf Hitler reist wieder nach Berlin zurück. Er lässt durch Hermann Göring Benito Mussolini einen Brief überreichen, in dem er dem Duce für dessen Tätigkeit zugunsten einer gerechten Regelung der internationalen Beziehungen dankte und die Stellung der Reichsregierung in Sachen der Abrüstung darlegte.
Der preußische Ministerpräsident Hermann Göring ordnet in einem Runderlass die Einsetzung von Sonderbeauftragten von SA und SS in beratender Funktion bei den preußischen Behörden an.
Auf einer Großkundgebung der deutschen Wirtschaft (20.000) in den Ausstellungshallen am Kaiserdamm in Berlin werden Gleichberechtigung, Solidarität in der NS-Volksgemeinschaft und die Bedeutung der bevorstehenden Wahl beschworen.
In Preußen soll bei der Ausschließung nichtarischer Ärzte von der Behandlung Hilfsbedürftiger durch die Bezirksfürsorgeverbände nach denselben Grundsätzen verfahren werden, die für die Zulassung bei den Krankenkassen gelten.
Die ersten 22 Häftlinge werden in das österreichische Anhaltelager Wöllersdorf gebracht.
Das Reichspropagandaministerium regelt den Aufbau der sieben Kulturkammern Musik, Bildende Künste, Theater, Schrifttum, Presse, Rundfunk und Film.
Die Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft ändert ihre Personalordnung. Wer nichtarischer Abstammung oder mit einer Frau nichtarischer Abstammung verheiratet ist, darf als Beamter bei der Reichsbahn nicht berufen werden.
Der republikanische Bewerber Fiorello Henry La Guardia wird zum Bürgermeister von New York gewählt.

8.11.1933
Im Münchner Bürgerbräukeller hält Adolf Hitler die Gedenkrede an den Putschversuch vom 9. November 1923. Hitler beginnt mit dem Hinweis, dass er auch vor zehn Jahren "im Auftrage einer höheren Gewalt" gehandelt und keineswegs gegen die Wehrmacht revoltiert habe. Adolf Hitler nimmt noch an verschiedenen anderen Treffen von "alten Kämpfern" teil, so im "Braunen Haus", "Stoßtrupp Hitler" und im "Sterneckerbräu", der ersten Geschäftsstelle der NSDAP, wo eine Gedenkstätte eingerichtet wurde.
Eine große Volkskundgebung fand am Marsfeld in München im Zirkus Krone statt, wo Reichsminister Dr. Goebbels über die geschichtliche Bedeutung der nationalsozialistischen Revolution sprach.
Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, hat in einer Anordnung mitgeteilt, dass die Zeit der Feiern ihr Ende gefunden habe: In Zukunft sei für Feiern größeren Stils, Fackelzüge und größere Empfänge die Genehmigung der Reichsleitung einzuholen. Festessen und Spazierritte in Uniform sowie Übertreibungen in Ausstattung und Verwendung von Diensträumen, Dienstwagen etc. werden untersagt und auf die notwendige Einfachheit des Auftretens ausdrücklich hingewiesen.
Der Osnabrücker Bischof Wilhelm Berning und der Freiburger Erzbischof Gröber sprechen sich für Einmütigkeit bei der Abstimmung am 12. November aus im Vertrauen auf den Führer, dass "ein Strich unter die schmerzliche Vergangenheit gezogen und die Konkordatssicherung ohne Abstriche, Umdeutungen und Übergriffe eingehalten werden".
In den USA wird unter Leitung von Harry L. Hopkins die Civil Works Administration gegründet. Rund vier Mio. Erwerbslose sollen durch Arbeitsbe- schaffungsmaßnahmen des Bundes, der Bundesstaaten und der Gemeinden beschäftigt werden. Für 180.000 Projekte werden rund 933 Mio. US-Dollar bewilligt.

9.11.1933
























                   

Ebenso wie zahlreiche andere Organisationen und Verbände fordert auch der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten dazu auf, bei der Volksabstimmung über den deutschen Austritt aus dem Völkerbund am 12. November mit "Ja" zu stimmen.
Nach sechstägiger Verhandlung verurteilt das Leipziger Reichsgericht Ernst Schneller, Mitglied des ZK der KPD, wegen Hochverrats zu sechs Jahren Zuchthaus.
Wegen der wiederholten Tränengasanschläge an den Wiener Hochschulen werden 38 Studenten festgenommen. In mehreren Orten Österreichs kommt es zu Anschlägen von Nationalsozialisten.
Adolf Hitler gratuliert Fritz Thyssen telegraphisch zu seinem 60. Geburtstag.

10.11.1933
Vor den Arbeitern der Siemens-Werke in Berlin spricht Adolf Hitler auf seiner letzten Rede vor der Volksabstimmung und der Reichstagswahl am 12.November.
Die Dornier-Werke werden von Friedrichshafen nach Wismar verlegt, wo außer der Flugzeugwerft ein See- und Landflugplatz entstehen soll.
Der Wiener Ministerrat führt in ganz Österreich auf der Grundlage des Standrechts die Todesstrafe für schwere Delikte wieder ein.

11.11.1933
Im Rundfunk wirbt Reichspräsident Paul von Hindenburg für Zustimmung bei dem Referendum über den deutschen Austritt aus dem Völkerbund am 12. November.
Auf einer Veranstaltung des Nationalsozialistischen Lehrerbundes in Leipzig rufen acht international bekannte Wissenschaftler, darunter der Chirurg Ferdinand Sauerbruch und der Freiburger Philosoph Martin Heidegger, zum "Ja" bei der Volksabstimmung am 12. November auf.
Jakob Sprenger, Gauleiter von Hessen-Nassau-Süd, gründet den "Reichsbund der Deutschen Beamten" als Zusammenschluss aller Beamtenverbände, Gründer und Herausgeber der "Nationalsozialistischen Beamtenzeitung". Reichsinnenminister Wilhelm Frick billigt die Satzung des Reichsbundes Deutscher Beamter als einheitliche Vertretung der Beamten des Reiches, der Länder und der Gemeinden.
Das "Berliner Tageblatt" veröffentlicht eine Erklärung des Schriftstellers Gerhart Hauptmann, in der unter der Überschrift "Ich sage Ja" die Politik der Reichsregierung und der Austritt aus dem Völkerbund gebilligt werden.
In Saloniki (Griechenland) endet die am 5. November eröffnete 4. Balkankonferenz. Die sechs beteiligten Staaten billigen u.a. den Bau einer direkten Eisenbahnverbindung zwischen Griechenland, Bulgarien und Rumänien sowie den Plan einer gemeinsamen Zollpolitik gegenüber Drittstaaten.

12.11.1933






















Bei der Reichstagswahl bestätigen 92,1% der abgegebenen Stimmen die Liste der NSDAP, damit erhält sie alle 661 Sitze im Parlament, jede Opposition ist ausgeschaltet. Sogar die Schutzhäftlinge und Insassen der Konzentrationslager konnten an der Reichstagswahl teilnehmen. Bei der gleichzeitig stattfindenden Volksabstimmung wird der deutsche Austritt aus dem Völkerbund mit 95,1% der abgegebenen Stimmen gebilligt.



Zur Neu-Organisation des Bankwesens gehört auch eine Vereinfachung des Filialnetzes, das dazu geführt hatte, daß die Niederlassungen einander unnötig Konkurrenz machten. Die Commerz- und Privatbank, die Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft und die Dresdner Bank sind jetzt übereingekommen, an etwa 22 Plätzen des Reiches ihre Niederlassungen zu schließen oder auszutauschen. Die Banken sind bemüht, das freiwerdende Personal anderweitig unterzubringen.
Von der sächsischen Regierung wurde ein großzügiges Programm für die Beschaffung von warmen Wintersachen aufgestellt. Die Aufträge geben 15 bis 20.000 beschäftigungslosen Volksgenossen bis Ende Januar Arbeit.
Mit neuen Bestimmungen zum Weingesetz von 1930 soll Weinpanschern das Handwerk gelegt werden. Überall im Reich werden Weinkontrolleure bestellt, die die Betriebe auf Fälschungen prüfen sollen.
Die Schweizerische Bundesregierung plant den Fabrikanten, die nach Russland liefern, eine staatliche Risiko-Garantie zu gewähren. Man will der Schweizer Maschinenindustrie die Durchführung russischer Bestellungen erleichtern.

13.11.1933
Adolf Hitler dankt in einem Aufruf an Volk und Partei den "deutschen Volksgenossen und Volkgenossinnen" aus "übervollem Herzen" für das geschichtliche einzigartige Bekenntnis zu einer wahrhaftigen Friedensliebe, genau so aber auch zu unserer Ehre und zu unseren ewigen gleichen Rechten: "Nationalsozialisten, Nationalsozialistinnen, meine Parteigenossen! Ein unvergleichlicher Sieg ist erkämpft worden. Das deutsche Volk verdankt ihn in erster Linie eurer gläubigen Treue und eurer nimmermüden Arbeit. Männer unserer Organisation, unserer Propaganda, der SA, SS und des Stahlhelms, ihr habt, unterstützt durch die Tätigkeit unserer Jugend, unserer Frauen, zahllosen Parteigenossen und unserer Presse in knapp vier Wochen Unerhörtes geleistet."
Eine Kundgebung der NSDAP-nahen Glaubensbewegung Deutsche Christen im Berliner Sportpalast billigt eine sechs Punkte umfassende Resolution, in der u.a. die restlose Durchführung des Arierparagraphen und der Verzicht auf das "undeutsche" Alte Testament gefordert wird.
Das britische Unterhaus lehnt einen Mißtrauensantrag der Labour Party gegen die Abrüstungspolitik der Regierung von James Ramsey MacDonald mit 409 gegen 54 Stimmen ab. Die Opposition hatte u.a. eine internationale Polizeitruppe zur Wahrung des Weltfriedens verlangt, was die Regierung ablehnt.

14.11.1933
Paul von Hindenburg dankt Adolf Hitler für die durch die Wahl herbeigeführte Einigung des Deutschen Volkes.
Die Hauptstadt des Reiches überreicht dem Führer in feierlicher Weise den Ehrenbürgerbrief.
Vizekanzler von Papen beglückwünschte Adolf Hitler vor dem versammelten Kabinett: "Wir, Ihre nächsten und engsten Mitarbeiter, stehen vollkommen unter dem Eindruck des einzigartigsten, übermächtigsten Bekenntnisses, das jemals eine Nation ihrem Führer abgelegt hat. In neun Monaten ist es dem Genie Ihrer Führung und den Idealen, die Sie neu vor uns aufrichteten, gelungen, einem innerlich zerrissenen und hoffnungslosen Volk ein in Hoffnung und Glauben an seine Zukunft geeintes Reich zu schaffen."
In einer Sitzung des Reichskabinetts wird das Wahl- und Abstimmungsergebnis vom 12. November gewürdigt. Das Kabinett beschließt außerdem mehrere Gesetze und Verordnungen, die u.a. das "Doppelverdienertum" regeln: Die Entscheidung, ob eine verheiratete Frau beschäftigt wird, liegt künftig in den Händen der Behördenleiter bzw. Betriebsführer. Auf Vorschlag Adolf Hitlers beschließt das Kabinett, Franz von Papen zum Saarbevollmächtigten der Reichsregierung zu ernennen.
Drei Berliner Pfarrer, darunter Martin Niemöller (Dahlem), werden von ihren Ämtern suspendiert. Wegen der heftigen kirchlichen Proteste wird die Maßnahme am 17. November rückgängig gemacht.
Zur Verbesserung der Margarineversorgung für Minderbemittelte wird die Hälfte der angebotenen Margarinemenge an Bezugsberechtigte zum Sonderpreis von 38 Reichspfennig pro Pfund abgegeben.

15.11.1933
Reichskanzler Adolf Hitler empfängt in Berlin den neuen polnischen Botschafter Josef Lipski zu dessen Antrittsbesuch. Beide beraten über die Anbahnung einer deutsch-polnischen Verständigung. Adolf Hitler erklärt, Polen sei eine Realität, Deutschland verzichte auf eine gewaltsame Aneignung der 1920 an Polen gefallenen Ostprovinzen.
Reichsminister Joseph Goebbels eröffnet im großen Saal der Berliner Philharmonie in Anwesenheit von Adolf Hitler die Reichskulturkammer. Mit ihrer Einrichtung kontrollieren die Nationalsozialisten das künstlerische Leben in Deutschland. Die straffe Organisation soll Kunst und Kultur im Sinne der NS-Ideologie zulassen. Joseph Goebbels ernennt die Leiter der Reichskammern, unter ihnen Richard Strauss (Reichsmusikkammer), Eugen Honig, Architekt (Reichskammer der bildenden Kunst), Max Amann (Reichspressekammer), Otto Laubinger, Schauspieler (Theaterkammer).
Alfred Rosenberg tritt als einziger NS-Politiker der ersten Garde aus der Kirche aus. Er nennt sich nach dem Kirchenaustritt "gottgläubig". Das war im Dritten Reich die offizielle Bezeichnung für die aus der Kirche Ausgetretenen, die durch Erlass des Innenministeriums an die Stelle des Begriffs "konfessionslos" trat.
Die Geheime Staatspolizei in Bremen hat eine größere Anzahl von Schutzhaftgefangenen aus dem Bremer Konzentrationslager entlassen. Senator Laue, der die Entlassung angeordnet hatte, erklärt dazu, der gewaltige Wahlsieg des deutschen Volkes habe bewiesen, daß der Marxismus endgültig überwunden sei. Aus diesem Grunde wolle er einer Reihe von Schutzhaftgefangenen, die dessen als würdig bezeichnet werden können, nicht die Möglichkeit versagen, an dem weiteren Aufbau mitzuarbeiten.
Italiens Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini löst die Abgeordnetenkammer auf und kündigt die Umbildung des Parlaments in eine Kammer der Stände und Korporationen an. Das entsprechende Gesetz wird am 11. Dezember vom Großen Faschistischen Rat gebilligt.
Die Deutsche Reichsbahn führt eine für das Gesamtnetz geltende Monatskarte ein. Sie kostet für die erste Klasse 400 für die 2. Klasse 325 und für die 3. Klasse 250 Reichsmark.

16.11.1933
Die Deutsche Studentenschaft und der NS-Studentenbund hielten anläßlich der Eröffnung des Wintersemesters den ersten Pflicht-Appell der Studentenschaft der Berliner Universität in den Tennishallen ab. Fast die gesamte Professorenschaft war erschienen. Über die "Aufgaben der Studentenschaft" sprachen der Reichsführer der Deutschen Studentenschaft, Dr.-Ing. Oskar Staebel, der Rektor der Universität, Prof. Dr. Fischer, und der Führer der Studentenschaft der Universität Berlin, Hajo von Hadeln. Sie führten u. a. aus, daß es Aufgabe des Studenten, wie des Akademikers überhaupt, sein müsse, allen ein Vorbild an Opfermut und Pflichterfüllung zu sein. Nichts für sich selbst, alles fürs Volk!
Der frühere sozialdemokratische Landtagsabgeordnete und Kasseler Stadtverordnetenvorsteher Friedrich Hofacker wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, weil er als Bezirksleiter des Deutschen Eisenbahnverbandes, diesen um mehrere tausend Mark geschädigt hat, indem er mit gefälschten Quittungen private Ausgaben liquidierte. Seine Frau erhielt wegen Beihilfe 6 Monate Gefängnis.
Die französische Tageszeitung "Petit Parisien" veröffentlicht eine angebliche geheime Weisung der Propagandazentrale der NSDAP für die Agitation in Nord- und Südamerika. Darin heißt es u.a., langfristig strebe das Reich den Erwerb sämtlicher Nachbargebiete mit einer deutschen Minderheit an. Die deutsche Regierung weist diese Enthüllungen als erfunden zurück.
In Washington wurde der Abschluss der Verhandlungen von F.D. Roosevelt und Maxim M. Litwinow bekanntgegeben. Die beiden Staaten verpflichteten sich, sich gegenseitig nicht in die Innenpolitik einzumischen. Die Schuldenrückzahlung, die ein wichtiger Grund für die Nichtanerkennung der Sowjetunion gewesen war, wurde jedoch nicht geregelt.
Der Bereichsleiter der Glaubensbewegung deutsche Christen, Bischof Hossenfelder, hat anstelle des vom Amt suspendierten Studienaccessors Doktor Krause den Pfarrer Tausch mit der Leitung des Gaues Berlin betraut.
In Harburg-Wilhelmsburg wurden zwei Arbeiter verhaftet, die eine kommunistische Geheimdruckerei unterhielten, die kurz vor der Wahl in Betrieb genommen worden war. Sie werden sich wegen Hochverrats zu verantworten haben.
Nach einer Verordnung des württembergischen Kultusministers darf der einfache Schularrest nunmehr die Dauer einer Stunde nicht mehr überschreiten und muss in einem Schulzimmer vollzogen werden.
Der Tunnel der im Bau stehenden Großglockner-Straße, der ersten direkten Verbindung zwischen Salzburg und Kärnten, ist jetzt endgültig durch das Gestein geschlagen worden. Er liegt in 2500m Höhe und ist der höchste Straßentunnel Österreichs. Seine Länge beträgt 302 m.

17.11.1933
Eberhard Hanfstaengl (München) wird zum Leiter der Berliner Nationalgalerie ernannt. Auch die Leitung anderer bedeutender Museen wird Vertrauensleuten der NSDAP übertragen.
Die hessische Staatspressestelle teilt mit, dass im nationalsozialistischen Staat Prädikate wie "Exzellenz" oder "Euer Hochwohlgeboren" für den Staatsminister unangebracht sein. Staatsminister Phillip W. Jung wünscht, für die Parteigenossen der "Parteigenosse Jung" und für die übrigen Volksgenossen der "Herr Staatsminister" zu bleiben.
Das sächsische Wirtschaftsministerium hat die Ministerratsverordnung von 1931, nach der die Genehmigung zur Veranstaltung von Karnevalsumzügen auf öffentlichen Straßen und Plätzen versagt wurde, aufgehoben. Verboten bleibt lediglich das öffentliche Feilhalten und der öffentliche Gebrauch von Pritschen.
In Washington wird die die Anerkennung der Sowjetunion und Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen den USA und der UdSSR vereinbart.
Die italienische Armee erhält neue Uniformen, der Waffenrock wird durch eine Bluse mit offenem Kragen ersetzt. Für die Offiziere sind drei Uniformen vorgesehen, eine weisse für den Sommer, eine feldgraue für den Winter und eine schwarze, die nur bei gesellschaftlichen Veranstaltungen getragen werden darf.
Der deutsche Kreuzer "Köln" ist auf der Heimkehr von seiner Ostasienfahrt im italienischen Kriegshafen Tarent eingetroffen, wo er bis zum 24. November bleibt. Von den italienischen Marinebehörden und der Bevölkerung werden große Festlichkeiten für die deutschen Seeleute vorbereitet.
Der englische König hat dem Seidenfabrikanten S. Courtauld, einen der reichsten Männer Englands, das alte historische Königsschloss "Eltham" auf 99 Jahre zinslos verpachtet, weil Courtauld sich verpflichtet hat, das gänzlich zerfallene Schloss, in dem im Mittelalter sämtliche englische Könige ihren Sommeraufenthalt genommen hatten, wieder aufzubauen.

18.11.1933
Der Reichsbischof Ludwig Müller erlässt eine Verfügung in der er erwartet, dass alle kirchlichen Vereine und Organisationen ihre Mitglieder ausdrücklich auf die Heilige Schrift und das Bekenntnis ihrer Kirche verpflichtet, und dass alle Vereine und Verbände ihr Dasein, ihre Arbeit und ihren ganzen Einsatz nur dem Dienst an der Gemeinde und der Kirche widmen.
Zu einer großen Kundgebung hat der Groß-Berliner Philologenverband seine Mitglieder zur Krolloper geladen. Der Führer des Verbandes, kommissarischer Oberstudiendirektor Dr. Vanselow, sprach über "Die höhere Schule im neuen Staat".
Die vor einiger Zeit angeordnete Sperre der Einstellung in den Arbeitsdienst ist aufgehoben. Jüngere Männer zwischen 18 und 25 Jahren können sich wieder zur Einstellung bei den Arbeitsämtern melden.
Staatssekretär Konstantin Hierl weist nochmals darauf hin, dass der Arbeitsdienst mit einem Waffendienst nichts zu tun habe. Er erinnert an seine Verfügung vom 3. August diesen Jahres, nach der das Tragen von Waffen aller Art in und außerhalb des Dienstes streng verboten ist.
Vom Geheimen Staatspolizeiamt in Dresden wurde bei der sächsischen Regierung die Entlassung zahlreicher Schutzhäftlinge angeregt und von dieser bereits verfügt.
Das Wiener Landesgericht verurteilt den Nationalsozialisten Rudolf Dertil, der am 3. Oktober ein Attentat auf Bundeskanzler Engelbert Dollfuß verübt hatte, zu fünf Jahren schweren Kerkers mit Fasttagen und Dunkelarrest an jedem 3. Oktober.
Die Tschechoslowakei hat beschlossen, im Jahre 1934 ihre Verkehrsordnung zu ändern. Man wird das Rechtsfahren einführen, wie es auch schon in den von stärkeren Durchgangsverkehr betroffenen Gebieten Österreichs gemacht wurde.
In Nizza wurden in einer Garage nachts aus einem Auto für 160 000 Mark Goldbarren gestohlen. Das Auto war untergestellt, um die Öffnungszeiten der Bank abzuwarten, für die das Gold bestimmt war.
An der englischen Südküste hat sich ein gewaltiger Gesteins Rutsch ereignet. An dem Steilhang ist in großer Ausdehnung des Gestein ins Meer gestürzt. Etwa 100 m vor der Küste hat sich eine kleine Insel gebildet.
Erich Ludendorff richtet ein letztes Protestschreiben an den Reichspräsidenten. Die letzten Zeilen lauten: "Wenn dereinst die Geschichte des deutschen Volkes geschrieben wird, dann wird das Ende Ihrer Reichspräsidentenschaft als die schwärzeste Zeit deutscher Geschichte beschrieben werden."

19.11.1933
In ganz Deutschland gedenkt man Martin Luther. Der 10. November, da Martin Luther vor viereinhalb Jahrhunderten zu Eisleben geboren wurde, war der eigentliche Luther-Tag. Deutschland hat seine Gedenkfeier auf den 19. November verlegt. Es kommt auf den Tag nicht an; dieses ganze Jahr ist, zum mindesten für den deutschen Protestanten und für die evangelische Kirche in aller Welt, ein Luther-Jahr.
Der deutsche Botschafter in London und der deutsche Botschafter in Paris legen bei den außenpolitischen Mitarbeitern der englischen und der französischen Regierungen Protest gegen die böswilligen Verleumdungen Deutschlands in der französischen Zeitung "Petit Parisien" ein.
Gegenüber dem außenpolitischen Mitarbeiter des französischen Wirtschaftsblattes "L'information de Brion", erklärt Adolf Hitler, dass "wenn die Frage des Saargebietes, was deutsches Land ist, einmal geregelt ist, nichts Deutschland und Frankreich in Gegensatz zueinander bringen kann".
In Braunschweig findet der erste Tag des Deutschen Handels mit Veranstaltungen und Umzügen statt. Er wird veranstaltet vom Reichsstand des deutschen Handels und der Nationalsozialistischen Handels- und Gewerbeorganisation.
In einer Entschließung der Handelskammer der Vereinigten Staaten werden Roosevelts Währungsexperimente als die Ursache tiefgreifender Beunruhigung bezeichnet. Die Handelskammer empfiehlt dringend eine unmissverständliche Erklärung des Präsidenten Roosevelt, in der er die baldmöglichste Wiederherstellung des Goldstandards ankündigen wird.
Der Führer der deutschen Arbeitsfront, Robert Ley, gibt bekannt, dass für Mitglieder der deutschen Arbeitsfront ein Festanzug geschaffen wird. Der Festanzug ist von dunkelblauer Farbe und besteht aus einem zweiteiligem Rock und langer Hose, dazu eine blaue Tellermütze.
Rund 3000 Mitglieder des Pfarrernotbundes wenden sich in einer Kanzelverkündigung gegen die "Sportpalast-Erklärung" der Deutschen Christen vom 13. November.
Die Reichskulturkammer wird in die Deutsche Arbeitsfront eingegliedert. Reichsminister Dr. Goebbels ernennt den Ministerialrat im Ministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Doktor Schmidt-Leonhard zum Geschäftsführer der Reichskulturkammer.
Das Post Flugzeug Paris - London gerät in der Gegend von Armiens in Brand und stürzt ab . Der Pilot und zwei Passagiere wurden auf der Stelle getötet.

20.11.1933
Adolf Hitler zieht sich für ein paar Tage auf den Obersalzberg zurück, um sich von der Wahlrede-Kampagne zu erholen. Täglich pilgerten Tausende von Menschen zum Hause Wachenfeld, um dort Hitler zu sehen. Die Menschenmassen waren der Auslöser für die Schaffung eines "Führer-Sperrgebietes". Das Wirtshaus "Zum Türken", eine traditionsreiche Gastwirtschaft, in der Adolf Hitler öfters zündende Reden vor einheimischen Bauern gehalten hat, unmittelbar neben dem Hause "Wachenfeld" gelegen, muss schließen. Das Hotel wurde aufgekauft, umgebaut und für den Reichssicherheitsdienst (RSD) und die Wachmannschaft eingerichtet. Schließlich ging man dazu über, in der näheren Umgebung Grundstücke und Häuser aufzukaufen.
Eine Deutsche Wahlversammlung in Graudenz wurde gestört durch angeblich bezahlte Elemente, als der Generalsekretär deutscher Volksgruppen, Hans Otto Roth, über deutsch-polnische Verständigung sprach.
Das preußische Geheime Staatspolizeiamt gibt bekannt, dass aufgrund einer Verfügung vom 7. Juli das Eigentum des Physikers Albert Einstein und seiner Frau Else zugunsten des preußischen Staates eingezogen worden ist.
Durch Verordnung des Reichsarbeitsministers Franz Seldte sind bis auf weiteres in Städten mit über 150.000 Einwohnern Ärzte nichtarischer Abstammung bzw. solche mit nichtarischen Ehegatten zur Tätigkeit bei den reichsgesetzlichen Krankenkassen grundsätzlich nicht mehr zugelassen. In den Großstädten ist der Anteil an nichtarischen Ärzten besonders hoch. In Berlin waren vor 1933 rund die Hälfte der zugelassenen Ärzte Juden.

21.11.1933
Das Büro der Genfer Abrüstungskonferenz beschließt die Vertagung der Beratungen des Hauptausschusses bis zum 21. Januar 1934. Nach dem Austritt des Deutschen Reiches sind die Abrüstungsgespräche praktisch gescheitert.
Zahlreiche in- und ausländische Pressevertreter besichtigten am Dienstag auf Einladung die erste Reichsbahnstrecke Frankfurt am Main-Mannheim, um sich von dem Fortschritt der Arbeit zu überzeugen. Der Generalinspektor für das deutsche Autobahnwesen, Dr. Todt, gab einen Ueberblick über das bisher Geschaffene. In der kurzen Zeit von etwa acht Wochen ist von ungefähr 2000 Arbeitern, die aus den Kreisen der Erwerbslosen herausgeholt wurden, ein beträchtliches Stück Arbeit geleistet worden.
Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Hess, verfügt: Parteigenossen die ein staatliches Amt bekleiden, sowie Parteidienststellen dürfen auf eigene Faust keine Verordnung mehr herausgeben, die ein Höchsteinkommen der Bevölkerung, dass Doppelverdienertum oder zwangsweise Abgaben aller Art betreffen.
Die oberste SA-Führung gibt bekannt, dass Gesuche um Aufnahme in die SA oder die SS nur nach Aufhebung der augenblicklich wieder bestehenden Aufnahmesperre, ausschließlich an die örtlichen SA oder SS-Führer zu richten sind.
Der von der NSDAP geplante monumentale Neubau in München, der in der Nähe des "Braunen Hauses" errichten werden soll, wurde jetzt von der Baukommission endgültig genehmigt. Das Gebäude, das von Professor Troost entworfen ist, wird 84m Straßenfront bei 44 m Tiefe haben.
Der Papst hat entgegen allen Gerüchten, die von einer Verlängerung des heiligen Jahres sprachen, den Schluss des Festjahres auf den 2. April 1934 festgesetzt.
Der deutsche Nationalsozialist Werner von Alvensleben wird vom Landesgericht Wien wegen versuchten Mordes an dem Tiroler Heimwehrführer Richard Steidle am 11. Juni in Innsbruck zu 3 Jahren Kerkerhaft und Landesverweisung verurteilt.
In der Berliner Hochschule für Politik sprach Alfred Rosenberg, der Leiter des außenpolitischen Amtes der NSDAP, über die Krisis Europas und den sich Schicksals mäßig anbahnenden Neuaufbau der europäischen Staaten.
Am Fehrbelliner Platz in Berlin wurde am Samstag ein Gedenkstein für die Gefallenen der nationalsozialistischen Bewegung geweiht. Die Weiherede hielt an Stelle des Ministerpräsidenten Göring (der wegen einer Erkrankung nicht sprechen konnte) Justizminister Kerrl. Der 300 Zentner schwere Granitgedenkstein trägt auf einer Bronzetafel eine Inschrift für die gefallenen Kameraden.
Das lettische Parlament (Saeima) billigt mit 57 gegen 23 Stimmen den Antrag der Regierung auf Festnahme der sieben Abgeordneten der Kommunistischen Partei Lettlands, die dann verhaftet werden.
Bei Charkow (UdSSR) stürzt das von sechs Motoren angetriebene Ganzmetall-Flugzeug K 7 mit 14 Menschen an Bord bei einem Probeflug ab. Es war für die Beförderung von 128 Passagieren in 14 Kabinen mit je vier Schlafplätzen ausgelegt.

22.11.1933
Die französische Tageszeitung "Le Matin" veröffentlicht ein Interview ihres Korrespondenten Fernand de Brinon mit Reichskanzler Adolf Hitler. Dieser betont, nach einer Wiederangliederung des Saarlandes an das Deutsche Reich gebe es keine territorialen Gegensätze zwischen Deutschland und Frankreich mehr.
Mit den seit zweihundert Jahren üblichen Zeremonien hat heute König Georg die neue Tagung des Parlaments eröffnet. Militärischer Pomp unserer Zeit vereinigte sich mit den höfischen Traditionen des 18 Jahrhunderts.
Ein deutsches Konsortium unter Führung der Firma Otto Wolff, dem ferner die Vereinigten Stahlwerke, Siemens-Schuckert, LinkeI-Hoffmann, Busch, sowie Oxenstein & Kappel angehören, hat einen Auftrag im Wert von 2 Millionen Reichsmark von der türkischen Straßenbahn-Gesellschaft Skytaxi in Istanbul erhalten. Besonders sollen Oberbaumaterial, Wagen und elektrische Zubehörteile geliefert werden.
Das deutsch-polnische Abkommen über die gemeinsame Regelung der deutsch-polnischen Roggen- und Roggenmehlausfuhr ist von den Vertretern der beiden Regierungen paraphiert wurden. Die Unterzeichnung des Abkommens wird in einigen Tagen erfolgen.
Der Reichsstatthalter in Thüringen, Sauckel, bittet, nachdem die Zeit für die Feiern der Erhebung vorüber ist, von der Verleihungen von Ehrenbürgerrechten und von Schirmherrschaften, sowie ähnlichen Ehrungen Abstand nehmen zu wollen. Alles Augenmerk sei auf die Beschaffung von Arbeit und Brot zu verwenden.
In Budapest ist es anlässlich einer Kundgebung der ungarischen Legitimisten-Verbände, von denen die Wiedereinsetzung Ottos von Habsburg, des 21 jährigen Sohnes der Ex-Kaiserin Zita, auf den ungarischen Thron betrieben wird, zu großen Demonstrationen gekommen, bei denen vor allem die Studentenschaft ihren Unwillen über die monarchischen Pläne zum Ausdruck brachte.
In Washington erklärt das Nationale Olympische Komitee der USA, dass keine US-Mannschaft zu den Olympischen Spielen 1936 ins Deutsche Reich entsandt werde, wenn nicht eine uneingeschränkte Teilnahme jüdischer Sportler gewährleistet sei.

23.11.1933
Bei einem Grenzzwischenfall an der deutsch-österreichischen Grenze bei Reit im Winkl wird der Reichswehrsoldat Michael Schumacher von einer österreichischen Patrouille erschossen.
Ein Tätigkeitsbericht des preußischen Geheimen Staatspolizeiamtes verzeichnet seit dem 30. Januar 1933 die Festnahme von rund 2300 Funktionären der KPD, von denen die Hälfte des Hochverrats angeklagt worden ist. Außerdem sind rund 30.000 Zentner "hochverräterischen" Schriftmaterials beschlagnahmt worden.
Nach Verhandlungen des Generalinspekteurs für das deutsche Straßenwesen, Dr. Todt, mit dem württembergischen Reichsstatthalter Murr, besteht berechtigte Aussicht, dass es gelingen wird, den Baubeginn der Autobahnstrecke Stuttgart-Ulm in absehbarer Zeit sicherzustellen.
Der Führer der Deutschen Studentenschaft, Dr. Stäbel, hat angeordnet, daß auf allen Hochschulen des Reiches der "Studentenkampfbund Deutsche Christen" aufgelöst wird, da er eine der einheitlichen Linie der Studentenschaft zuwiderlaufende Sonderpolitik getrieben hat. Das Vermögen des Studentenkampfbundes fällt der Glaubensbewegung "Deutsche Christen" zu.
i Erlass des Reichssportführers, Hans von Tschammer u. Osten: Bei der Besetzung von Vorstands- und sonstigen Vereinsposten müssen die Anforderungen des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7.4.33 erfüllt werden. Soweit weibliche Mitglieder für derartige Stellen vorgesehen sind, müssen die entsprechenden Anforderungen auch von den Vätern oder Brüdern, bzw. Ehemännern oder Söhnen erfüllt sein.
Das erste Verzeichnis der zur Anschaffung in Schulbüchereien empfohlenen Schriften wird herausgegeben. An der Spitze stehen Hitlers - Mein Kampf und Rosenbergs - Mythus des 20. Jahrhunderts.
Das Stuttgarter Arbeitsamt plant für die nächste Zeit die Errichtung einer Beschäftigungsanstalt für unverbesserlich Arbeitsscheue. Das geplante Zwangslager soll in größter Entfernung von der Großstadt errichtet werden.
Der Finanzsachverständige des Schatzamtes der USA Sprangue ist jetzt unter dramatischen Umständen von seinem Amt zurückgetreten. Sein Abschiedsgesuch drückt die tiefste Enttäuschung und Beunruhigung über die Währungspolitik der Regierung aus. Der versprochene Erfolg der Dollar Abwertung sei eine Illusion.
Bei einem Überfall von Polen auf eine Tagung von Volksdeutschen in Graudenz werden mehrere Personen verletzt. Drei Deutsche sterben im Krankenhaus.
Gesetz gegen Missbräuche bei der Eheschließung und Aufnahme an Kindes statt. Es ermöglicht, sich von einem "nichtarischen" Ehepartner zu lösen.

24.11.1933
























In Frankreich ist die Regierung Sarraut gestürzt worden. Der Grund war eine Abstimmungsniederlage im Zusammenhang mit der Kürzung von Beamtengehältern.
Reichsführer SS Heinrich Himmler wird Leiter der politischen Polizei in Hamburg und Mecklenburg.
Die deutsche Reichsregierung erlässt ein Gesetz gegen "gefährliche Gewohnheitsverbrecher". Vorgesehen sind u.a. eine Strafverschärfung für Mehrfachtäter, die Sterilisierung von Sexualstraftätern und die Möglichkeit der "Sicherungsverwahrung" (in Kraft am 1.1.1934).
Jakob Werlin wird Vorstandsmitglied der Daimler-Benz-Aktiengesellschaft und später Generaldirektor.
Wilhelm Weiss wird an Stelle von Max Amann Präsident des Reichsverbandes der Deutschen Presse.
Auf Weisung seiner Regierung sucht Andre Francois-Poncet, Botschafter Frankreichs, Adolf Hitler in Berlin auf, um abzuklären, wie Hitler die Regelung der Abrüstungsfragen verstehe.
Zum ersten Mal erscheint die im Auftrage des Reichsluftschutzbundes herausgegebene Luftschutzzeitschrift "Sirene". Aus der Erkenntnis, daß dem abgerüsteten, zentral gelegenen Deutschland, jenseits dessen Grenzen tausende moderner Flugzeuge stehen, die furchtbarste Gefahr aus der Luft droht. […] Hier soll überall der Luftschutz eingreifen, und die neue Zeitschrift "Sirene" will all denen, die sich für dieses lebenswichtige Problem interessieren ein Helfer und Berater sein.
Gegen den Bankprokuristen und stillen Mitinhaber des Bankgeschäfts Johann-Julius-Becker in Berlin, Hans Richau, ist von der Staatsanwaltschaft Anklage wegen Devisenverbrechens und schwerer Urkundenfälschung erhoben worden. Richau ist bereits im Mai vorigen Jahres wegen eines anderen Devisenvergehens zu einem Jahr Gefängnis und 20.000 Reichsmark Geldstrafe verurteilt worden.
Albert Prejean, der französische Filmschauspieler und früherer Partner der Annabella, heiratet Gretel Berndt, Darstellerin im Neuen Deutschen Theater in Prag.

25.11.1933
Der Deutsche Arbeiterverband der öffentlichen Betriebe in der Deutschen Arbeitsfront, zu dem die BVG, Straßenreinigung, Krankenhäuser und ähnliche Betriebe gehören, veranstaltet im Sportpalast eine Kundgebung unter dem Motto: "Mit Hitler für Deutschland." Es sprach der Bezirksleiter der Deutschen Arbeitsfront, Landesobmann der NSBO Alfred Spangenberg: "Es gelte nun, das Volk weiter in der Aktivität zu erhalten, um das völkische Leben zu gestalten…."
Reichssportkommissar Hans von Tschammer und Osten erlaubt den Eintritt ehemaliger "Marxisten" in die Sportvereine. Ihr Anteil an der Mitgliedschaft darf allerdings ein Drittel nicht überschreiten.
Der preußische Richterverein, den 5000 Richter, Staatsanwälte, Strafvollzugsbeamte, Gerichtsassessoren und Amtsanwälte angehören, beschloss in einer in Berlin stattgefundenen Vertreterversammlung seine Auflösung und die Überleitung seiner Mitglieder in die Fachgruppe Richter und Staatsanwälte des Bundes nationalsozialistischer deutscher Juristen.
Reichsinnenminister Frick schreibt an das Auswärtige Amt, die Reichsregierung gehe von der Verschiedenartigkeit der Rassen nicht aber von ihrer verschiedenen Wertigkeit aus.
In Warschau überreicht der deutsche Gesandte Hans-Adolf von Moltke dem polnischen Staatschef Marschall Józef Pilsudski den deutschen Entwurf zu einem Nichtangriffspakt.
Der neue deutsche Botschafter in Moskau, Rudolf Nadolni, überreicht dem Vorsitzenden des Zentralen Exekutivkomitees der Sowjetunion, Kalinin sein Beglaubigungsschreiben im Kreml.
Der Mandatssenat des Obersten Verwaltungsgerichts der Tschechoslowakei annulliert entsprechend dem Parteiengesetz vom 20. Oktober die Mandate der Abgeordneten und Senatoren der Deutschen Nationalsozialistischen Arbeiterpartei. Die Zahl der Mitglieder des Abgeordnetenhauses wird um acht auf 292 und des Senats um vier auf 146 reduziert.

26.11.1933
In Berlin wird die erste Luftschutz-Ausstellung in Anwesenheit der Vertreter aller beteiligten Behörden feierlich eröffnet. Nachdem der Landesleiter Groß-Berlins des Reichsluftschutzbundes Major a.D. Loeper die Anwesenden begrüßt hatte, führte der Staatssekretär im Reichsministerium für die Luftfahrt Milch in seiner Festrede aus, daß seitens der Reichsregierung alles getan werden müsse, um das deutsche Volk gegen die ihm aus der Luft drohende Gefahr zu schützen.
Der deutsche Gesandte in Wien, Dr. Rieth hat auf Anweisung des Reichsaußenministers von Neurath der österreichischen Regierung den Sachverhalt über die Erschießung des Reichswehr-Soldaten Schumacher durch eine österreichische Grenzwache dargelegt und die Frage gestellt, was die österreichische Regierung zur Ermittlung und Bestrafung der Schuldigen und zur Verhütung ähnlicher furchtbarer Vorkommnisse in Zukunft zu unternehmen gedenke.
Die Geldmünzen werden geändert, die silbernen Markstücke zu 1 Reichsmark werden durch Nickelmünzen ersetzt, die Stücke zu 3 Reichsmark werden aus dem Verkehr gezogen, die Stücke zu 2 und 5 Reichsmark werden verkleinert.
In der Stadt Hamburg sind für das Winterhilfswerk bisher rund zwei Millionen Mark an Spenden eingegangen. Hierzu kommen noch die jetzt eingehenden laufenden freiwilligen Abzüge der Arbeiter, Angestellten und Beamten.
Die evangelischen Landesbischöfe von Württemberg, Bayern, Hessen, Baden und der Pfalz unterstützen öffentlich die Opposition des Pfarrernotbundes gegen die Glaubensbewegung "Deutsche Christen", die der NSDAP nahesteht.
Der Luftschiffbau ZEPPELIN feiert jetzt das Jubiläum seines 25-jährigen Bestehens.

27.11.1933





















In Berlin wird die Freizeit-Organisation der Deutschen Arbeitsfront gegründet, die nationalsozialistische Gemeinschaft (NSG) "Kraft durch Freude" (KdF). Robert Ley, Joseph Goebbels und Rudolf Hess halten die Ansprachen. Die NS-Gemeinschaft soll deutschen Arbeitern ein umfangreiches Freizeitangebot bereitstellen. Sie wird in diese sieben Ämter aufgeteilt: Kultur, Ertüchtigung des Volkes, Reisen und Wandern, Gegenseitige Unterstützung, Schönheit der Arbeit, Urlaub und Unterbringung sowie Unterricht und Ausbildung. Die Mehrheit der KdF-Mitarbeiter arbeiteten als ehrenamtliche Helfer.                                     
Die Beerdigung des Reichswehrsoldaten Michael Schumacher wird als Staatsakt auf dem Nürnberger Friedhof begangen. Werner von Blomberg legt einen Kranz Paul von Hindenburgs nieder, Adolf Hitler nennt Michael Schumacher in einer Traueransprache einen "Blutzeugen des neuen Deutschland".
In der Nachfolge von Max Amann wird Edgar Brinkmann ("Hamburger Tageblatt") Führer des Vereins deutscher Zeitungsverleger.
In Berlin beginnt die zehn Tage andauernde deutsche Buchmesse. Um der SA, der SS und dem Stahlhelm Gelegenheit zu geben auf der Buchmesse einen Einblick in den Reichtum deutscher geistiger Arbeit zu gewinnen, ist für die Mitglieder der Kampfverbände der Eintritt auf 15 Pfennig ermäßigt wurden.
Als Nachfolger des am 24. November gestürzten Albert Sarraut bildet Camille Chautemps in Frankreich eine radikalsozialistische Regierung. Dies ist das zweite Kabinett Chautemps. Die meisten Mitglieder des Kabinetts Sarraut wurden übernommen.
Der Landesverband Kurmark der NS-Kriegsopferverfolgung veranstaltet unter ungeheurer Beteiligung im Sportpalast eine Feier zur Ehrung der gefallenen Helden des Weltkrieges. In seiner Gedenkrede sagte Reichsführer Hans Oberlindober etwa folgendes: "Zwei Millionen deutsche Soldaten ruhen irgendwo auf den Schlachtfeldern der Welt. Sie alle sind in dieser Stunde bei uns…."
Eine französische Flugzeugfabrik baut jetzt ein Wasserflugzeug, das mit vier Motoren zu je 1000 PS ausgestattet ist und Raum für 70 Fluggäste bieten soll. Dieser Neubau soll die Antwort an Deutschland auf die Herstellung der "DO-X" sein.

27.11.1933





















In Berlin wird die Freizeit-Organisation der Deutschen Arbeitsfront gegründet, die nationalsozialistische Gemeinschaft (NSG) "Kraft durch Freude" (KdF). Robert Ley, Joseph Goebbels und Rudolf Hess halten die Ansprachen. Die NS-Gemeinschaft soll deutschen Arbeitern ein umfangreiches Freizeitangebot bereitstellen. Sie wird in diese sieben Ämter aufgeteilt: Kultur, Ertüchtigung des Volkes, Reisen und Wandern, Gegenseitige Unterstützung, Schönheit der Arbeit, Urlaub und Unterbringung sowie Unterricht und Ausbildung. Die Mehrheit der KdF-Mitarbeiter arbeiteten als ehrenamtliche Helfer.                                     


28.11.1933
Ein wichtiger Akt zur Vereinheitlichung des Pressewesens in Deutschland wird vollzogen. Wolfs Telegrafenbüro (WTB) und Alfred Hugenbergs Telegrafen-Union (WTB) gehen in dem neuen Nationalsozialistischen Deutschen Nachrichtenbüro (DNB) auf. Es hat die Aufgabe, die Zeitungen Deutschlands mit propagandistischen "Nachrichten" zu versorgen.
Der evangelische Bischof von Brandenburg und Reichsleiter der NSDAP-nahen Glaubensbewegung Deutsche Christen, Joachim Hossenfelder, tritt als Kirchenminister zurück. Das dem Reichsbischof beigeordnete Geistliche Ministerium folgt diesem Schritt.
Auf Grund des Reichskulturkammergesetzes werden die Musikerberufe in die Reichsmusikkammer, die Theaterberufe in die Reichstheaterkammer zusammengefasst. Die Reichskulturkammer betrachtet sich in ihrer Gesamtheit als Teil der Deutschen Arbeitsfront. Sie beabsichtigt, die Einrichtungen des Verbandes der Theaterangestellten und ähnlicher Berufe in die Reichskulturkammer zu überführen.
In Berlin wurde das deutsch-polnische Roggenabkommen zur Stabilisierung der Preise unterzeichnet.
In Mainz findet die erste Landessynode der evangelischen Landeskirche Hessen-Nassau statt, die sich aus den ehemaligen Landeskirchen Hessen-Darmstadt, Nassau und Frankfurt zusammensetzt.
Das Schwurgericht beim Landgericht in Dessau verurteilt zehn KPD-Mitglieder zum Tode. Sie haben am 11. Februar 1933 einen SA-Mann getötet.
Reichskanzler Adolf Hitler gründet die Stiftung für ein SA-Sportabzeichen.
Die Berliner Städtische Gaswerke AG hält für ihre Kunden Schulungskurse ab, in denen die Hausfrauen in der Pflege von Gasgeräten und in der richtigen Verwendung des Gases unterrichtet werden. Ein Mitarbeiterstab von 100 ausgesuchten und besonders ausgebildeten Damen betreut die Hausfrauen.
In San José (Kalifornien) haben 15.000 Menschen das Gefängnis gestürmt und zwei Gefangene im nahegelegenen St James Park aufgehängt. Die beiden Männer sollen einen 22-Jährigen Kaufmannssohn aus San José entführt haben und trotz einer Lösegeldzahlung bestialisch ermordet haben.

29.11.1933
Der Führer des Arbeitsdienstes, Staatsekretär Konstantin Hierl, weist in einem Erlass auf die Notwendigkeit hin, im Arbeitsdienst das nationalsozialistische Führerprinzip durchzusetzen. Reichspräsident Paul von Hindenburg ernennt Herzog Carl Eduard mit Wirkung zum 1. Dezember zum Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK).
Max Amann wird der persönliche Bankier von Adolf Hitler, und verwaltet die Tantiemen für das Buch "Mein Kampf" und andere Publikationen. Auf ein Gehalt als Reichskanzler hatte Hitler im Februar verzichtet.
Die politischen Polizei in in Württemberg, Baden, Mecklenburg, Hessen, Anhalt, Thüringen, Lübeck, Bremen und Hamburg werden Heinrich Himmler unterstellt.
Der Führer des Reichstandes der deutschen Industrie, Doktor Krupp von Bohlen und Halbach, hat die industriellen Unternehmer zum Beitritt in die deutsche Arbeitsfront aufgefordert. Er hat dabei zum Ausdruck gebracht, dass das Ziel der deutschen Arbeitsfront in der Herstellung einer wahren Volksgemeinschaft aller im Arbeitsleben schaffenden Menschen bestehe.
Der österreichische Bundeskanzler Doktor Dollfuß hat den deutschen Gesanten Doktor Rieth, anlässlich des Zwischenfalls an der deutsch-österreichischen Grenze, sein Bedauern ausgesprochen. Er hat dabei mitgeteilt, dass er alles veranlasst habe, um eine schnelle und vollständige Aufklärung zu bekommen.
Amtlich wurde festgestellt, dass die Arbeitslosigkeit Mitte Oktober gegenüber dem Vorjahr um 1.300.000 bzw. 25,2 % abgenommen hat. Es müsse jetzt aber mit einer saisonalen Zunahme um etwa 700.000 gerechnet werden. Damit die Zunahme aber so gering wie möglich bleibe werden Mittel von 2 Milliarden RM bereit gestellt, vor allem für Förderung von Instandsetzungsarbeiten. Die Unternehmen werden zur Weiterbeschäftigung aufgefordert evt. unter Verkürzung der Arbeitszeit.
Die deutsche Reichsregierung erlässt das Gesetz über den vorläufigen Aufbau des deutschen Handwerks.

30.11.1933
Die preußische Geheime Staatspolizei, bisher unter Leitung des Innenministeriums, wird per Landesgesetz direkt dem Ministerpräsidenten Hermann Göring unterstellt und bildet einen selbständigen Zweig der inneren Verwaltung. Hermann Göring ordnet die Schließung aller "wilden" Konzentrationslager (örtlich verwaltete KZ) der SA an.
Ein Erlass über den "Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen" bestätigt Fritz Todt als Leiter einer "Obersten Reichsbehörde".
Wegen der Umbildung der Deutschen Arbeitsfront beschließen die industriellen Arbeitgeberverbände in Berlin ihre Selbstauflösung.
Der Präsident des Reichstags, Reichsminister Göring, hat den neugewählte Reichstag zum 12. Dezember 1933 einberufen.
Der Reichswirtschaftsminister hat die Wirtschaftsverbände ermahnt, die Maßnahmen der Reichsregierung zur Arbeitsbeschaffung und Wirtschaftsbelebung nicht durch unbegründete Preiserhöhungen zu gefährden. Das gelte nicht nur für Warenpreise, sondern auch für u.a. handwerkliche Leistungen. Sollten solche Preiserhöhungen erfolgt sein, müssen sie sofort zurückgenommen werden.
Amtlich wird mitgeteilt: Geld (Münzgeld, Papiergeld, Banknoten) darf nach dem Ausland und nach dem Saargebiet nur durch Banken, im Postanweisungs- und Überweisungsverkehr, in versiegelten Postsendungen mit Wertangabe und in zollamtlich abgefertigten Einschreibesendungen versandt werden.
In München entsteht der Deutsche Automobilclub, in den die Automobilvereine (u.a. der ADAC und der AvD) überführt werden. Die Leitung übernimmt SA-Obergruppenführer Adolf Hühnlein, der auch Führer des Nationalsozialistischen Kraftfahr-Korps ist.
Hugo Blaschke wird Zahnarzt von Adolf Hitler, den er bis 1945 behandelte.
In München werden mehrere katholische Geistliche wegen Verbreitung unwahrer Nachrichten festgenommen. Die katholischen Geistlichen hatten unglaubliche Greuelmeldungen über angebliche Vorkommnisse im Konzentrationslager Dachau verbreitet, in der offenkundigen Absicht, Empörung und Unruhe zu erregen.

Mit 3.714.646 Erwerbslosen erreicht die Arbeitslosenzahl im Deutschen Reich den Jahrestiefstand.

Adolf Hitler und seine Geliebte Eva Braun waren selbst engagierte Tierliebhaber
Adolf Hitler und seine Geliebte Eva Braun waren selbst engagierte Tierliebhaber
Adolf Hitler und seine Geliebte Eva Braun waren selbst engagierte Tierliebhaber
Adolf Hitler und seine Geliebte Eva Braun waren selbst engagierte Tierliebhaber
Adolf Hitler und seine Geliebte Eva Braun waren selbst engagierte Tierliebhaber
Adolf Hitler spricht mit Siemens- Arbeitern
Der "Fliegende Hamburger" wurde mit einem Propeller angetrieben

DEZEMBER 1933

1.12.1933
Adolf Hitler erweitert das Reichskabinett durch Rudolf Heß, Stellvertreter des Führers, und Ernst Röhm, Stabschef der SA, als Minister ohne Geschäfts-bereich, zur "Gewährleistung engster Zusammenarbeit der Dienststellen der Partei und der SA mit den öffentlichen Behörden". Zu diesem Zweck wurde das "Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat" erlassen. § 1 lautet: "Nach dem Sieg der nationalsozialistischen Revolution ist die NSDAP die Trägerin des deutschen Staatsgedanken und mit dem Staat unlöslich verbunden. Sie ist eine Körperschafi öffentlichen Rechts. Ihre Satzung bestimmt der Führer."
Premiere von Leni Riefenstahls Parteitagsfilm "Sieg des Glaubens" im UFA-Palast in Berlin. Adolf Hitler, die Staatsspitze, Parteigrößen und Diplomaten fast sämtlicher fremder Missionen nehmen den Film begeistert auf.
Reichsminister Dr. Goebbels spricht auf Einladung des Reichswehrministers vor den Offizieren und Beamten des Reichswehrministeriums über die Grundlagen des Nationalsozialismus und legte die selbstverständliche Verbundenheit der tragenden Ideen des neuen Staates mit dem Grundgedanken der Wehrmacht dar. Generaloberst von Blomberg dankte Dr. Goebbels für den mit stärkstem Beifall aufgenommenen Vortrag.
Die Deutsche Arbeitsfront (DAF) zählt 9.024.705 Mitglieder.
Das Oberlandesgericht in Kassel verurteilt 33 der insgesamt 47 des Hochverrats angeklagten Kommunisten zu Freiheitsstrafen in Höhe von insgesamt 60 Jahren. Sie hatten die verbotene KPD in Frankfurt am Main und Umgebung weitergeführt.
Sechs zum Tode verurteilte Rotfrontkämpfer, die im Februar 1933 zwei SA-Männer aus dem Hinterhalt erschossen hatten, wurden in Köln hingerichtet.
Der Führer der Deutschen Studentenschaft, Oskar Stäbel, fordert eine enge Verbindung zwischen Studenten und SA und kündigt an, in Zukunft werde kein Platz an den Hochschulen für diejenigen sein, die nicht der SA angehören.

2.12.1933
Die NSDAP wurde per Gesetz zu einer Körperschaft des öffentlichen Rechts erklärt. Für Partei und SA wurde eine eigene Gerichtsbarkeit eingeführt, die auch Haft und Arrest verhängen kann. Polizei und Gerichtsbehörden haben Amts- und Rechtshilfe zu leisten.
Das Reichsarbeitsministerium legt im Kabinett einen Gesetzesvorschlag vor, das die Leistungen der Invaliden-, Angestellten- und der Knappschaftsversicherung - alle kämpfen mit finanziellen Schwierigkeiten - absichert und den Versicherten ihre Ansprüche garantiert.
Adolf Hitler erklärt, nicht in den Streit in der Kirche eingreifen zu wollen.
Das württembergische Innenministerium verbietet Spielhallen, bestehende werden geschlossen. Ausnahmegenehmigungen kann die Politische Polizei des Innenministeriums erteilen. Spielautomaten in Gaststätten sind vom Verbot nicht betroffen.
Den Dienststellen der NSBO wird es offiziell untersagt "in irgendeiner Weise in den Liquidationsprozess der Arbeitgeber-Verbände einzugreifen".
SA-Stabschef Ernst Röhm stiftet ein SA-Sportabzeichen.
Der Reichstand des Deutschen Handels fordert alle im Handel tätigen Firmen und Einzelpersonen zum Beitritt in die deutsche Arbeitsfront auf.
Die Vereinigung der industriellen Arbeitgeberverbände hat die Auflösung seiner Verbände beschlossen.
Die Funk-Industrie hat beschlossen, dem Reichskanzler Adolf Hitler in Dankbarkeit und Verehrung für die hohe geistige und wirtschaftliche Zielsetzung, die er dem deutschen Rundfunk im Leben der Nation gegeben hat, den 500.000. Volks-Empfänger als Ehrengabe zu überreichen. Damit soll gleichzeitig dokumentiert werden, daß der erste Meilenstein auf dem Wege zum deutschen Volksfunk erreicht ist.
Bis Ende November 1933 sind 103 345 Ehestandsdarlehen in einer Gesamthöhe von mehr als 70 Millionen RM gewährt worden.

3.12.1933
In Paris gründen Pierre Renaudel und Marcel Déat die "Sozialistische Partei Frankreichs - Union Jean Jaurès", eine liberal-sozialistische Abspaltung von der Sozialistischen Partei Frankreichs. Anlaß für die Trennung war die Entscheidung Renaudels, dem Budget der Regierung von Edouard Daladier zuzustimmen.
Das Theater der Jugend, das ihr ausschließlich gehören soll ist im Schiller-Theater in Berlin feierlich eröffnet worden. Staatskommissar Hans Hinkel begrüßte als Leiter des amtlichen Preußischen Theaterausschusses die anwesenden Minister und Staatssekretäre der Reichs- und der Preußen-Regierung und betonte, daß nun zum ersten Male in Deutschland der deutschen Jugend ein eigenes Theater gegeben sei.
Der Volksbund für das Deutschtum im Ausland veranstaltete im preußischen Landtag eine Kundgebung unter Leitung des Reichsführers des VDA, Dr. Hans Steinacher. Dr. Ulitz, Abgeordneter des ostoberschlesischen Sejm, erinnerte daran, dass 40 Millionen Deutsche außerhalb des Reiches siedeln und allein in Europa 10 Millionen Deutsche außerhalb der Grenzen deutscher Staaten leben.
Der russische Außenminister Litwinow trifft in Rom zu einer Unterredung mit Mussolini ein. Er wird auch vom italienischen König empfangen.
In der Nähe von Essen wird der KPD-Funktionär und Teilnehmer des Märzaufstands 1920 im Ruhrgebiet, Theodor Ebers aus Essen, von seinen Bewachern "auf der Flucht erschossen".
Über ganz Spanien ist der Ausnahmezustand verhängt worden.

4.12.1933
Der Reichskanzler Adolf Hitler hat den englischen Botschafter Sir Eric Phipps empfangen.
Das neu ernannte Geistliche Ministerium der Deutschen Evangelischen Kirche untersagt seinen Mitgliedern und den Kirchenregierungen die Zugehörigkeit zu kirchenpolitischen Parteien. Reichsbischof Ludwig Müller legt daraufhin die Schirmherrschaft über die Glaubensbewegung Deutsche Christen nieder.
In Berlin wurde die Ausstellung "Der Osten - das deutsche Schicksalsland" mit Ansprachen von Reichsminister Frick und Reichsleiter Alfred Rosenberg eröffnet.
Der Führer des Reichsverbandes der deutschen Presse, Hauptmann a.d. Weiß, erklärte bei einem Vortrag im Berliner Zeitungswissenschaftlichen Institut seine Anschauung über die moralischen Verpflichtungen und die Erziehungsaufgabe der deutschen Journalisten als eine Charakterfrage.
Der preußische Minister für Wirtschaft und Arbeit, Doktor Kurt Schmitt, ordnet an, das bewährte Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung, insbesondere SS und SA Männer, bevorzugt einzustellen sind, soweit eine Anstellung nach der Eignung und nach den bestehenden Bestimmungen verantwortet werden kann.
Der frühere SPD-Reichstagsabgeordnete Gerhart Seger flieht aus dem Konzentrationslager Oranienburg bei Berlin.
In Spanien sind sämtliche Minister die den linksrepublikanisch eingestellten Parteien angehören, zurückgetreten. Es handelt sich um den Industrie- und Handelsminister den Verkehrs-, den Außen-, den Marine-, und den Arbeitsminister.
Die Wiener Polizeidirektion hat die Einrichtungen der NSDAP beschlagnahmt.
Als "Wiener Stadtauswahl" unterliegt in London vor 30.000 Zuschauern die österreichische Fußball-Nationalelf dem englischen Meister FC Arsenal 2:4 (0:2).

5.12.1933
Reichsinnenminister Wilhelm Frick begründet die antijüdische Gesetzgebung im Deutschen Reich mit dem übergroßen Einfluss dieser "fremden Rasse" auf bestimmte Berufszweige. Frick erklärt, rund 30% der deutschen Hochschullehrer seien Juden gewesen. Dieser "Überfremdung Einhalt" zu gebieten, sei eine "Lebensfrage" geworden.
In einer Unterredung mit dem englischen Botschafter Sir Eric Philipps wird von Adolf Hitler die deutsche Aufrüstung angesprochen; Deutschlands Luftwaffe soll 25 Prozent derjenigen Frankreichs, Polens und der Tschechoslowakei ausmachen, die Marine gemäß dem Versailler Vertrag aufgerüstet werden.
Auf der ersten Tagung des Verwaltungsrates des Hilfswerks für die deutschen Flüchtlinge in Lausanne beziffert Völkerbundskommissar James Grover MacDonald die Zahl der Emigranten aus dem Deutschen Reich auf 60.000.
Der Wiener Gauleiter der NSDAP und früherer Staatsrat Eduard Frauenfeld ist von der Polizei verhaftet und nach längerem Verhör wegen angeblichem Hochverrat in das Landesgericht eingeliefert worden. Er soll in einem Flugblatt gegen das in Österreich herrschende System aufgerufen haben.
Der Leiter der Krupp-Werke in Essen, Doktor Krupp von Bohlen und Halbach, hat bei dem zuständigen Gaubetriebszellenobmann seine Anmeldung als Einzelmitglied in der Deutschen Arbeitsfront vollzogen.
Generaldirektor Dr. Dorpmüller besichtigt mit Herren der Deutschen Reichsbahn und anderen Behörden die Bauarbeiten an der Reichsautobahnstrecke Heidelberg - Frankfurt. Die Zahl der daran beschäftigten Arbeiter ist bereits auf 3000 gestiegen. Die Vorarbeiten für die Reichsautobahnstrecken Köln - Frankfurt und Köln - Düsseldorf sind weit vorangeschritten.
Das Parlament des Staates Utah billigt als 36. Bundesstaat der USA den 21. Verfassungszusatz über die Aufhebung des seit 1920 bestehenden Alkoholverbots (Prohibition) in den USA. Somit ist in den USA ist das Alkoholverbot gefallen, nachdem alle Staaten das Gesetz ratifizierten.
Der Große Faschistische Rat (Zentralkomitee der Faschistischen Partei Italiens) macht in Rom den Verbleib Italiens im Völkerbund von dessen Reform abhängig und verlangt u.a. die Beschränkung des Stimmrechts der kleinen Staaten und eine Vereinfachung des Beschlußverfahrens.

6.12.1933
Im Gau Groß-Berlin liegen bereits 10.000 Anträge um Aufnahme in die Deutsche Arbeitsfront vor. Mit Ablauf des Monats Dezember wird eine Aufnahmesperre für die DAF eintreten.
Ein ¼-Liter-Milchfrühstück an allen deutschen Schulen ist in Planung. Von den 3.5 Millionen Schülern in Deutschland könnten etwa eine Million erfasst werden.
In der Sitzung der franz. Kammer für auswärtige Angelegenheiten wurde eine Stellungnahme zum Saarproblem abgegeben: 1. Keine direkten Verhandlungen mit Deutschland. 2. Durchführung der Volksabstimmung 1935 gemäß Vertrag von Versailles und Schutz der Saarländer gegen Gewalttätigkeiten der NSDAP.
Der Hindenburgbund teilte dem Jugendführer des Deutschen Reiches mit, dass er sich aufgelöst und seine Mitglieder der Hitlerjugend zu geführt habe, um an der Vereinheitlichung der deutschen Jugend mitzuwirken.
Stabschef Ernst Röhm hat allen Angehörigen der SA und SS die Zugehörigkeit zu irgendwelchen Klubs verboten, da es dem Geist der Volksgemeinschaft widerspreche, sich im kleinen Sondergruppen, die meist der alten Standesabschließung dienen, abzusondern.
Nach dem Tod des Dichters Stefan George am 4. Dezember stiftet das Reichspropagandaministerium einen Stefan-George-Preis für das beste Buch des Jahres, der jeweils am 1. Mai für das Vorjahr verliehen werden soll und mit 12.000 Reichsmark dotiert ist.
Eintrag von Joseph Goebbels in sein Tagebuch: "Hitler spricht sehr scharf gegen Monarchie und Hohenzollern. Bravo! Da habe ich auch ein Verdienst daran".
Die österreichische Bischofskonferenz weist alle Geistlichen an, Mitgliedschaften in den politischen Vertretungskörperschaften aufzugeben. Diese Maßnahme, die mit den Bestimmungen des am 5. Juni unterzeichneten Konkordats zwischen Österreich und dem Heiligen Stuhl begründet wird, betrifft vor allem die Christlichsoziale Partei, in deren Reihen zahlreiche Geistliche tätig sind.
In Lüneburg geriet das Warenhaus Karstadt, vermutlich durch Kurzschluss an einem elektrischen Gerät, in Brand. Bei großer Kälte gelang es der Feuerwehr, das Gebäude selbst zu retten, die gesamten Räume im Erdgeschoss sind jedoch abgebrannt. Der Schaden beträgt über 300.000 Reichsmark.

7.12.1933
Auf Weisung des Politischen Polizeikommandeurs in Bayern, Reichsführer SS Heinrich Himmler, werden rund 400 Schutzhäftlinge aus dem Konzentrationslager Dachau entlassen. In Preußen kommen rund 5000 Häftlinge frei. Die Amnestie wird mit dem für die Reichsregierung positiven Wahlausgang vom 12. November begründet.
Vor der Auslandspresse in Berlin erklärt SA-Stabschef Ernst Röhm, seine SA sei der "Willens- und Ideenträger der nationalsozialistischen deutschen Revolution" und könne - schon mangels schwerer Waffen - überhaupt nicht in eine kriegsfähige Truppe umgewandelt werden.
Der Reichsminister des Innern, Dr. Frick, machte durch ein Schreiben an die obersten Reichsbehörden und die Landesregierungen den Bezug des "Völkischen Beobachters" durch sämtliche Behörden zur selbstverständlichen Pflicht.
Zum Chef des SS-Stabes wurde der bisherige Chef des Führungsstabes des Reichsführers SS, der SS-Gruppenführer Seidel-Dithmarsch, ernannt. In dieser Eigenschaft sind ihm außer dem Führungsstab, auch das Personal-, Gerichts- und Verwaltungswesen der SS unterstellt.
Ein Amt für Tierschutzforschung wurde in Dresden gegründet und Amtsgerichtsrat Korn aus Dresden wird zum wissenschaftlichen Leiter berufen. Das Institut will alles Material über Tierschutz aus allen Wissensgebieten systematisch sammeln und ordnen und den Bedürfnissen der Praxis zugänglich machen.
Bei einem Besuch der Reichsführerschule des Arbeitsdienstes in Potsdam durch Berliner Presse-Vertreter wies ihr Leiter, Major a.D. Lancelle, darauf hin, daß die Schule grade in Potsdam am Neuen Palais ihren Platz gefunden habe, um an den Geist Friedrichs des Großen anzuknüpfen, wolle man die Führer für rund 25.000 Mann des Arbeitsdienstes im nationalsozialistischen Geist auszubilden.
Im Verlag von Franz Eher erscheint das neue Buch von Dr. Goebbels "Das Erwachen Berlins", in dem der Gauleiter Berlins die Geschichte der Kampfjahre 1918-1933 darstellt.

Der Vizepräsident der Reichspressekammer, Reichspressechef Dr. Dietrich, hat aus dem Erträgnis seines Buches "Mit Hitler an die Macht" den Betrag von 3000 Mark für einen journalistischen Wettbewerb zur Verfügung gestellt. Teilnahmeberechtigt sind alle Mitglieder des Reichsverbandes der Deutschen Presse, die einen Kurzartikel über ein beliebiges Thema aus dem Leben der deutschen Gegenwart einreichen.
Die Rostocker Straßenbahn-Gesellschaft hat jetzt als erstes norddeutsches Unternehmen einen Holzgasse-Omnibus im Dienst gestellt. Der Wagen verbraucht 2 Pfund Holz auf den Kilometer und seine Höchstgeschwindigkeit beträgt 60 km in der Stunde.

8.12.1933
Der Jugendführer Baldur von Schirach und Robert Ley, Leiter der Arbeitsfront, schließen ein Abkommen, in dem es heißt: "Die Hitlerjugend ist die einzige Jugendbewegung Deutschlands. Sie umfasst auch die Jugend der Deutschen Arbeitsfront".
46 Vereine und Verbände des Erziehungswesens schließen sich zu der "Deutschen Erzieherfront" zusammen.
In Preußen werden aus Anlass des Weihnachtsfestes und der Wahl vom 12. November 5.000 Schutzhäftlinge entlassen.
Auf der Rennbahn im Berliner Grunewald werden in Zukunft keine Rennen mehr abgehalten. Das Gelände wird zum Ausbau des Olympiastadion für die Olympischen Spiele 1936 benötigt.
Der Reichsführer des Winterhilfswerks bringt erneut in Erinnerung, dass lediglich die NS-Volkswohlfahrt e.V. das Recht hat, sowohl Geldsammlungen als auch Naturaliensammlungen durchzuführen. Den übrigen Organisationen sind sämtliche Sammlungen verboten.
Der ehemalige Abgeordnete der aufgelösten deutschen nationalsozialistischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakei, Hans Knirsch, ist im Alter von 57 Jahren plötzlich verstorben. Abgeordneter Knirsch war ein aufrichtiger, auch auf tschechischer Seite allgemein geachteter Politiker.
Die Stadt Essen hat eine Amnestie für noch geschuldete Hundesteuern erlassen, die großen Erfolg hatte. Im November sind mehr als 1000 Hunde angemeldet worden.
Der Staatssekretär im bayerischen Wirtschaftsministerium, Georg Luber, wird entlassen. Er hatte als Geschenk der Kreisbauernschaft Schwaben einen Erbhof angenommen.
Das Geistliche Ministerium der Deutschen Evangelischen Kirche erlässt ein vorläufiges Kirchengesetz, das u.a. die Heirat eines Geistlichen an die Erlaubnis der Kirchenbehörden knüpft.
Zwischen England und den Vereinigten Staaten finden Verhandlungen über das englische Alkoholkontingent statt. Amerika will für die Entgegennahme englischen Alkohols Schweinefleisch nach England exportieren.
Im Beisein von über 20.000 Pilgern aus Frankreich wird die "Seherin von Lourdes", die 1879 verstorbene katholische Ordensschwester Bernadette Soubirous, in Rom heiliggesprochen.

9.12.1933
Robert Ley, der Führer der Deutschen Arbeitsfront (DAF), überträgt vertraglich Reichsjugendführer der Hitlerjugend, Baldur von Schirach, den Befehl über die Jugend der DAF und der Gemeinschaft "Kraft durch Freude".
Der ehemalige Freikorpsführer Oberleutnant a.D. Rosbach ist zum Inspekteur des Ausbildungswesens im Reichsluftschutzbund ernannt worden, wo ihm die gesamte Luftschutzschulung untersteht.
Der Reichskanzler Adolf Hitler empfing die Führer des deutschen Sängerbundes zur Entgegennahme einer Spende zur Förderung der nationalen Arbeit in Höhe von 58.000 Reichsmark, die von den Mitgliedern des Bundes durch eine Monats-Groschen-Sammlung aufgebracht worden ist.
Heinrich Himmler wird Kommandant der Politischen Polizei in Württemberg.
Der Reichsminister für Landwirtschaft und Ernährung, Richard Walther Darre, erlässt die "Erste Verordnung über die vorläufige Schaffung des Reichsnährstandes".
Der Präsident der Abrüstungskonferenz, Arthur Henderson, der gestern Abend in London eingetroffen ist, hat heute eine Aussprache mit dem Außenminister Sir John Simon gehabt. Henderson hat Simon über die in Paris geführten Verhandlungen mit dem französischen Außenminister Joseph Paul-Boncour Bericht erstattet.
Der Polizeipräsident von Kalkutta (Indien) überreichte dem Kommandanten des deutschen Kreuzes "Karlsruhe" als Geste der Freundschaft das Namensschild des deutschen Hilfskreuzer "König", der im Kriege in der Nähe von Dar es Salaam von einem englischen Kreuzer erobert worden war. Ein englischer Deckoffizier hatte seinerzeit das Schiff nach Kalkutta abgeliefert.
Wegen eines anarchistischen Aufstandsversuchs in den Provinzen Barcelona und Saragossa verhängt die spanische Regierung den Alarmzustand, bei dem im Unterschied zum Belagerungszustand die vollziehende Gewalt in den Händen der Zivilbehörden bleibt. Am 13. Dezember wird das Ende der Unruhen bekanntgegeben.

10.12.1933
Hugo Bruckmann, Verleger, erhält von Adolf Hitler als "altem Kämpfer" das Goldene Parteiabzeichen, der höchste Zivilorden des 3. Reiches.
Die Deutsche Gesellschaft für öffentliche Arbeiten hat nach einer Mitteilung des Reichsarbeitsministeriums im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms weitere Darlehen in Höhe von 30 Millionen Mark bewilligt.
Die Gesellschaft für deutsche Bildung leitete die Reihe ihrer "Deutschen Abende" in Verbindung mit dem Zentralinstitut durch einen Vortrag des Germanisten Professor Schwietering ein, der über die "sozialpolitische Gegenwartsbedeutung der Volkskunde" sprach. Die volkskundliche Forschung habe die Aufgabe, ihre Arbeit in den Dienst der Volkswerdung zu stellen.
Der Hamburger Hafenbetriebsverein hat ein 3000 Tonnen-Segelschiff zur Verfügung gestellt, das als Groß-Jugendherberge ausgebaut und Raum für 190 Betten, Speisesaal, Lesesaal und so weiter erhalten wird.
Der sogenannte Hellseher Rasmus ist in Weimar während seiner Sprechstunde wegen Verdacht des Betruges verhaftet worden. Rasmus, der in Berlin ein Psycho-Graphologisches Beratungsinstitut unterhält, heißt in Wirklichkeit Albert Gillmeister.
In Stockholm werden die Nobelpreise für Physik, Medizin und Literatur überreicht. Der Nobelpreis für Chemie wird nicht vergeben.
Der englische Generalpostmeister hat als Weihnachtsgeschenk 160 Schulen Modelle von Telefoneinrichtungen überwiesen, damit die Schüler im Gebrauch des Telefons unterwiesen werden können.
Der seit längerer Zeit angekündigte Aufstand der spanischen Anarchisten und Syndikatisten ist ausgebrochen. Hauptherde des Aufruhrs sind die bereits in Alarmzustand versetzten Städte Barcelona und Saragossa. In Barcelona explodierten viele Bomben vor Kirchen und Klöstern, vor Benzintanks und Gasometer. In mehreren Fabriken wurden Brandstiftungen versucht.

11.12.1933
Der Führer Adolf Hitler bespricht mit dem französischen Botschafter André François-Poncet aktuelle Abrüstungsfragen. Danach spricht Hitler im Plenarsaal des preußischen Landtags vor den Abgeordneten der jetzt einzigen Reichstagsfraktion der NSDAP und feiert das Abstimmungsergebnis vom 12. November. Die NSDAP-Abgeordneten legen vor Parteiführer Adolf Hitler einen Treueid ab.
Reichsjugendführer Baldur von Schirach untersagt allen Angehörigen der Hitlerjugend das Tragen von Waffen.
Im Rahmen der Wiener Führertagung der Katholischen Aktion hielt nun Universitätsprofessor Dr. P. Wilhelm Schmidt, ein weltbekannter Ethnologe, ein zusammenfassendes Referat über die Arbeitsgemeinschaft "Volk". Professor Schmidt führte u.a. aus: "Die Vormacht der Juden in allen Kulturgebieten kann nicht länger angehen. Das übermäßige Einbringen der Juden in den Lehr-, Arzt- und Advokatenberuf kann nicht ertragen werden, weil unsere jungen Leute Brot brauchen. (…) Der jüdische Einfluß auf Kino, Theater und Presse ist im Verhältnis zur jüdischen Bevölkerungszahl übermächtig.
Die nationalkirchliche Glaubensbewegung Deutsche Christen in Thüringen billigt Richtlinien, in denen entgegen der "Sportpalast-Erklärung" vom 13. November das Alte Testament als wertvoll für das Verständnis des Lebens Christi bezeichnet wird. Sie bekennt sich zum "arteigenen Gesetz", nach dem "der ewige Gott" in Person Adolf Hitlers Gestalt gewonnen habe.
"Die Marine der USA bleibt knochentrocken." hat der amerikanische Marinesekretär Claude Augustus Swanson erklärt: "Unsere Marine braucht keinen Whisky, um Kampflust zu bekommen."

12.12.1933
Der neue Reichstag tritt zu seiner konstituierenden Sitzung in der Krolloper zusammen. Hermann Göring wird erneut zum Reichstagspräsidenten gewählt. Adolf Hitler rühmt vor den Abgeordneten der Fraktion der NSDAP diese als "Generation von Männern, die kühn, mutig, beharrlich und zäh nur an ihr Volk gedacht haben".
Adolf Hitler hält in Wilhelmshaven eine Ansprache an die Besatzung des von langer Auslandsreise heimgekehrten Kreuzers "Köln" und machte den Offizieren und Mannschaften klar, "welch ungeheure Wandlung sich inzwischen in Deutschland vollzogen hat, die vor einem Jahr noch die wenigsten für möglich gehalten hätten".
Zum Winterfest der Berliner Presse wird die Deutsche Kunst, das deutsches Kunstgewerbe und das Kunsthandwerk der Tombola des Winterfestes des Vereins Berliner Presse (früher Presseball) das Gepräge geben. Die enge Verbindung des deutschen Schrifttums mit Kunst und Kunsthandwerk soll in dieser Tombola sinnfällig zum Ausdruck kommen.
Der Landeskirchenrat in Eisennach hat nach Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Rassenwesen Richtlinien an die Pfarrer herausgegeben, in denen es heißt: Der Pfarrer soll, wo immer es ihm möglich ist, die ein Verlöbnis Schließenden auf die Bedeutung der Erbgesundheit aufmerksam machen. Er soll bei den Eltern der Verlobten darauf hinwirken, daß die Verlobten sich vor der Hochzeit Erbgesundheitszeugnisse beschaffen.
In Moskau endet die am 28. November eröffnete XIII. Tagung des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale (EKKI). Die Tagung bekräftigt die These, dass die Sozialdemokratie die soziale Hauptstütze der Bourgeoisie sei und nennt den Hitler-Faschismus den Hauptkriegsbrandstifter in Europa.
Verboten werden die beiden Schriften Ernst Thälmanns "Im Kampf gegen die faschistische Diktatur" und "Kampfreden und Aufsätze" sowie die Zeitungen "Neue Zukunft", Straßburg, "Der Zwiebelfisch", Wien, "Westland", Saarbrücken, "Daily Mirror", New York, und "Internationaler Sportpressedienst", Aussig (Tschech.).

13.12.1933
Der preußische Kultusminister Bernhard Rust befiehlt die Beachtung des Führerprinzips an den höheren Schulen. Die Lehrerkonferenzen dürfen den Rektor bei seinen Entscheidungen nur noch beraten.
Die Rechtsabteilung der Reichsleitung gibt bekannt: "Die in der Berufsgruppe Rechtsanwälte des BNSDJ zusammengefassten Rechtsanwälte haben in einem Schreiben an den Reichsjustizkommissar Dr. Frank ihre Bereitschaft erklärt, die Rechtsberatung für alle unbemittelten deutschen Volkgenossen zu übernehmen. Die deutsche Anwaltschaft sieht ihre vornehmste Aufgabe darin, Rechtsberaterin des gesamten deutschen Volkes zu sein, und wird deshalb ihre Tätigkeit auf alle Rechtsgebiete erstrecken."
Unter dem Titel "Hans Westmar - einer von vielen" erscheint der abgeänderte SA-Film "Horst Wessel" in den Kinos. Die Geschichte des Films behandelt noch immer - mit leichten Abänderungen - das Leben und Sterben des berühmten Sturmführers.
Der Präsident der Reichspressekammer, Max Amann, untersagt bis zum 31.3.1934 das Erscheinen neuer Presseorgane.
Der Jugendführer des Deutschen Reiches weißt noch mal ausdrücklich darauf hin, dass das Verbot das Tragen von Schulterriemen für Jugendliche nach wie vor Gültigkeit habe. Lediglich die HJ und das deutsche Jungvolk hätten das Recht zum Tragen des Schulterriemens.
Bei der Einfahrt in den Hafen von Marseille ist der deutsche Dampfer "Neumark" im Nebel mit dem holländischen Dampfer "Buitzenbork" zusammen. Der Holländer erhielt ein großes Leck, konnte aber mit eigener Kraft in den Hafen zurückkehren. Der deutsche Dampfer ist leicht beschädigt.
In Düsseldorf-Benrath brannten nachts 3000 Quadratmeter Lagerhalle einer Marmeladenfabrik nieder. Alle Vorräte an Fertigfabrikat und Materialien wurden vernichtet.

14.12.1933
Für die I.G. Farbenindustrie unterzeichnen Carl Bosch und Hermann Schmitz einen Vertrag mit der Reichsregierung ("Benzinvertrag") über den Ausbau der I.G.-Fabrik zur Herstellung künstlicher Treibstoffe in Leuna an der Saale. Bis 1937 sollen hier jährlich rund 350.000 t produziert werden. Die IG Farben erhält dafür eine Abnahme -und Preisgarantie.
Reichskanzler Adolf Hitler erteilt offiziell seine Erlaubnis zur Abhaltung der Olympischen Spiele 1936 und fordert die bestmögliche Schulung der Olympiakämpfer und eine Förderung des Breitensports. Der Architekt Werner Mach erhält den Zuschlag für sein Konzept zum Ausbau des "Reichssportfeldes".
Eine Versammlung der Jugend im Sportpalast, bildet den Höhepunkt der Kampfwoche der Studentenschaft für den deutschen Sozialismus. Nach dem Fahneneinmarsch sprach zunächst der Kreisführer Schrade Begrüßungsworte. Dann ergriff das Wort Reichsminister Dr. Goebbels, die Rede wurde oft von stürmischem Beifall unterbrochen. Nach Dr. Goebbels sprach noch der Reichsinspekteur der Führerschule des deutschen Arbeitsdienstes Dr. Decker.
Zur Milderung des Konkurrenzdrucks untersagt das preußische Innenministerium bis zum 1. Oktober 1934 die Neugründungen von Gast- und Schankwirtschaften.
Aus Anlass eines Sonderfalles hat der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Brandenburg ein Schreiben an die Polizeiverwaltung gerichtet, worin unter Hinweis auf die entsprechenden Beschlüsse des Reichskabinetts und die Verfügung des Reichswirtschaftsministeriums, die örtliche Presse gebeten wird, eindringlich darauf hinzuweisen, daß Einzelaktionen gegen jüdische Geschäfte, Filialgeschäfte und dergleichen, unerwünscht und unzulässig sind.

15.12.1933
Im Auftrag der Reichsleitung des Arbeitsdienstes sind im ganzen Reich Meldeämter für den Arbeitsdienst eingerichtet worden, die jetzt ihre Tätigkeit aufgenommen haben. Die Meldeämter haben die Aufgabe, sämtliche Freiwilligen, die sich für den deutschen Arbeitsdienst melden, zu erfassen, und von nun ab alle Einstellungen in den Arbeitsdienst vorzunehmen.
Im Reichstagsbrandprozess vor dem Reichsgericht in Leipzig stellt der Oberreichsanwalt Werner am Schluss seines zweitägigen Plädoyers folgende Strafanträge: gegen die beiden Angeklagten van der Lubbe und Torgler fordert er die Todesstrafe wegen des Verbrechens des Hochverrates in Tateinheit mit schwerer Brandstiftung. Gegen die drei Angeklagten Bulgaren Dimitroff, Taneff und Popoff beantragt der Oberreichsanwalt Freispruch aus Mangel an Beweisen.
In Wien endet eine zweitägige Führertagung der rechtsextremen Heimwehrverbände. Sie fordern von der Regierung das Verbot der Sozialdemokratischen Partei und bekennen sich zur entschiedenen "Durchsetzung des österreichischen Faschismus".
Der deutsche Reichswirtschaftsminister Dr. Schmitt, der zur Zeit in London ist, stattet in Begleitung des deutschen Botschafters von Hoesch dem Premierminister Mac Donald und dem Außenminister Simon einen Besuch ab, der in sehr herzlichen Tone verlief.
Der Führer Adolf Hitler besucht in Berlin die "Scala", wo Benjamino Gigli für die Winterhilfe singt.
Die Weihnachtsfeier der nationalsozialistischen deutschen Juristen fand in den mit Tannenbäumen geschmückten Tennishallen statt. Nach der Begrüßungsansprache von Syndikus Gürtzig gab Gauführer Rechtsanwalt Viek eine ausführliche Umschreibung des großen Spruchbands, das quer über die Halle hing: "Durch Nationalsozialismus dem deutschen Volk das deutsche Recht." Zum Abschluß wurde getanzt und das Glück an der reichhaltigen Tombola versucht.

16.12.1933
Das Reichskabinett verabschiedet ein Gesetz über die Reichsluftfahrtverwaltung. Dieses Gesetz bestimmt unter anderem, dass die staatlichen Hoheitsbefugnisse in der Luftfahrt, soweit sie bisher noch den Ländern zustanden, auf das Reich übergehen. Der Reichsminister der Luftfahrt, Hermann Göring, wird damit in Zukunft auch Träger der gesamten Luftpolizei- und Flugsicherungsaufgaben.
Im Sportpalast veranstaltet die Reichsbahndirektion Berlin die Weihnachtsfeier der Eisenbahner, soweit sie vom Dienst abkömmlich waren. Etwa 20 000 Eisenbahner waren in der mit Tannengrün und hunderten von Weihnachtsbäumen geschmückten Halle versammelt. In der Mitte war ein Podium für das Weihnachtsspiel aufgebaut, an den Rängen hingen elektrisch erleuchtete Transparente mit Weihnachtssprüchen.
Der Staatsrechtler Carl Schmitt nimmt in der "Juristischen Wochenschrift" zur Rechtspraxis Stellung und erklärt, der NS-Staat sei "ein gerechter Staat". Den Begriff "Rechtsstaat" lehnt Schmitt als zu sehr auslegungsfähig und politisch vorbelastet ab. Bei der Anwendung der sog. Generalklauseln im Rechtswesen seien stets die Grundsätze des Nationalsozialismus maßgebend.
Die Reichsleitung des Deutschen Arbeitsdienstes gibt in Berlin die Einführung einer studentischen Arbeitsdienstpflicht für das Jahr 1934 bekannt. Jeder Student, der in das 4. oder 6. Semester eintritt, ist verpflichtet, zwischen dem 1. März und dem 15. Mai seinen Arbeitsdienst abzuleisten.
Der Reichsminister des Innern hat den "Berliner Tierschutzverein e.V." für alle Länder deutsche Sprache als Spitzenvertretung beauftragt, unter der Bezeichnung "Reichstierschutzbund" die Neuorganisation der deutschen Tierschutzvereine durchzuführen. Den Vorsitz hat Ministerialdirektor Dr. Buttmann übernommen, der damit der Führer des Deutschen Tierschutzes wird.
Die Handwerkskammer teilt mit: Auf Grund von Beschlüssen der Innungsversammlungen hat der Oberpräsident der Provinz Brandenburg und von Berlin von Januar 1934 ab die Errichtung von Einheitsinnungen angeordnet, und zwar für das Frisör-, Glaser-, Juwelier-, Goldschmiede-, Maler-, Schmiede-, Schuhmacher-, Tapezierer- und Uhrmacher-Handwerk. Aus 45 für diese Handwerke in Berlin bestehenden Innungen ist für jedes Handwerk nur eine Innung geschaffen worden.
In Berlin wird der "Reichsfachstand des deutschen Expeditionsgewerbes" gegründet.
Alejandro Lerroux y García (Radikal-Republikanische Partei) bildet in Spanien ein Kabinett. Aus den Parlamentswahlen am 19. November und 3. Dezember sind die Rechtsparteien gestärkt hervorgegangen.

17.12.1933
Hans Heinrich Lammers, Staatssekretär der Reichskanzlei, übernimmt die Leitung des Reichsverbandes der deutschen Verwaltungsakademien; diese 24 Haupt- und 22 Zweiganstalten übernehmen die fachwissenschaftliche Fortbildung und staatspolitische Erziehung der Beamten.
Im Interesse der notleidenden Heimarbeiter des Thüringer Waldes sollen die für März gültigen Ansteckplaketten der Winterhilfe im Glas ausgeführt werden. Der gesamte Auftrag, bei dem es sich um mehrere Millionen Glasplaketten handelt, wird ausschließlich dem Gebiet des Thüringer Waldes zugutekommen.
Im ehemaligen bayerischen Landtagsgebäude in München ist eine Kanzlei bayerischer Abgeordneter im Reichstag geschaffen worden, die eine unmittelbare Verbindung mit der Bevölkerung durch abhalten von Sprechstunden, Entgegennahme von Bittschriften und so weiter herstellen soll.
Während einer Auseinandersetzung bezeichnet Emil Nolde seinen Kollegen Max Pechstein als Juden, dessen "authentische" arische Abstammung jedoch von der Berliner Akademie auf Grund des Gutachtens des Sachverständigen für Rassenforschung am 22. Sept. bestätigt wurde.
Der 13. Dalai Lama stirbt im Alter von 58 Jahren, nachdem er an einem zunächst für banal gehaltenen Leiden erkrankt war. Einen Nachfolger hatte er nicht bestimmt.
Der tschechoslowakische Außenminister Eduard Benes äußert sich positiv zur französischen Idee einer wirtschaftlichen Union der Donaustaaten. Dies sei eine der drei Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Gesundung Österreichs. Die beiden anderen Wege - die Benes allerdings gleich verwirft - wären der "Anschluß" an das Deutsche Reich oder ein Zusammenschluß mit Ungarn unter Wiederherstellung der Monarchie.
Der amerikanische Präsident Roosevelt hat zwar sein Versprechen erfüllt, bis zum 16. Dezember 4 Millionen Arbeitslose wieder in den Wirtschaftsprozess einzuschalten, aber die Vereinigten Staaten haben immer noch mindestens zehn Millionen Arbeitslose.

18.12.1933
Adolf Hitler wendet sich erneut an den "Völkerbund" mit einem 6-Punkte Vorschlag zur Rüstungsbegrenzung und zur Verbesserung der internationalen Beziehungen. Er fordert eine militärische Gleichberechtigung und die Umwandlung der Reichswehr in ein kurz dienendes Heer von 300.000 Mann.
Das preußische Staatsministerium hat eine Reihe von Gesetzen nach eingehender Vorbereitung im Laufe des Herbstes in Sitzungen des Staatsrates verabschiedet, die für die Staats und Gemeindeverwaltung von höchster Bedeutung sind. Es handelt sich dabei um folgende Gesetze:
   1. Das Gesetz über die Staatshaushaltsordnung
   2. Das Gesetz über die Erweiterung der Befugnisse der Oberpräsidenten
   3. Das Gesetz über die Neuregelung der Staatsaufsicht über die Stadt Berlin
   4. Das Gemeindeverfassungsgesetz
   5. Das Gesetz zur Anpassung der preußischen Landesverwaltung an die Grundsätze des nationalsozialistischen Staates.
Der Reichsführer der SS, Heinrich Himmler, wird vom badischen Reichstatthalter, Robert Wagner, zum Kommandant der politischen Polizei in Baden ernannt.
Der preußische Ministerpräsident Hermann Göring hat auf Vorschlag des Generalintendanten der preußischen Staatstheater, Tietjen, den ersten Staatskapellmeister, Staatsrat Dr. Wilhelm Furtwängler, zum Operndirektor der Staatsoper ernannt.
Der litauische Gouverneur des deutschen Memelgebietes verfügt die Ausweisung von 101 deutschen Beamten und Lehrern bis zum 1. Juli 1934. Gegen die Maßnahme erhebt die Reichsregierung Protest.
General O'duffy, der Führer der irischen Faschisten, der verbotenen "Blauhemden", ist jetzt verhaftet und nach Dublin gebracht worden. Er wird dort vor ein Kriegsgericht gestellt.
In Havanna wurde das Gebäude einer Zeitung gestürmt und von der erregten Menge völlig demoliert, weil das Blatt als einziges gegen die Regierung des jetzigen Präsidenten scharf Stellung genommen und den scheidenden amerikanischen Botschafter einen herzlichen Abschiedsartikel gewidmet hatte.

19.12.1933
In Berlin tagt erstmals der neugeschaffene Außenhandelsrat zu seiner konstituierenden Sitzung. Er soll als Sachverständigen-Organ Vorschläge zur Erhöhung der deutschen Exporte ausarbeiten.
Der evangelische Reichsbischof Ludwig Müller überführt die Evangelische Jugend geschlossen in die Hitlerjugend.
Ein Erlaß des Reichswehrministeriums bestimmt, daß die Militärkapellen an allen Anlässen, bei denen bisher das Deutschlandlied als Nationalhymne gespielt wurde, im Anschluß daran künftig auch das Horst-Wessel-Lied zu spielen haben. Die Komposition dieses Kampfliedes der nationalsozialistischen Bewegung wird allen Musikkapellen der Wehrmacht auf dienstlichem Wege zur Verfügung gestellt.
Aus Anlass der Entlassung von 5000 Schutzhäftlingen erlässt der Landrat von Werder einen Aufruf an die Bevölkerung. Er macht es den Volksgenossen zur Pflicht, diese nunmehr in die Gemeinden Zurückgekehrten, nicht von vornherein als Menschen zweiter Klasse zu behandeln, sondern ihnen im Gegenteil den Weg zur Volksgemeinschaft leicht zu machen.
Gründung der "Nordostdeutschen Forschungsgemeinschaft" zur Vorbereitung der "Heim-ins-Reich-Ideologie".
Anlässlich seines Besuches in Köln wird Staatsrat Dr.Ley, der Führer der Deutschen Arbeitsfront, eine Rede über die Ziele der nationalsozialistischen Presse vor der Presse des Gaus Köln-Aachen.
Der Bremer Lahusen Prozess ist bis zum 29 Dezember vertagt worden. Es ist zu erwarten, dass an diesem Tage auch das Urteil gefällt wird.
Das Politbüro der KPdSU beschließt in Moskau eine Umorientierung der Außenpolitik. Geplant ist der Abschluß kollektiver Sicherheitsbündnisse und der Beitritt zum Völkerbund. Der Eintritt erfolgt am 18. September 1934.

20.12.1933
Aufgrund eines Reichsgesetzes führen deutsche Handelsschiffe gemeinsam die schwarzweißrote und die Hakenkreuzflagge als Nationalitätszeichen.
Aus den Konzentrationslagern Oranienburg und Brandenburg werden in Verfolg des Gnadenerlasses des preußischen Ministerpräsidenten alle Schutzhäftlinge entlassen, die auf Grund ihrer bisherigen Führung die Gewähr bieten dürften, daß sie voraussichtlich in Zukunft sich politisch einwandfrei bewegen werden.
Reichsinnenminister Wilhelm Frick führt "Leitgedanken zur Schulordnung" als verbindliche Richtlinien in das deutsche Schulwesen ein. Oberste Bildungsaufgabe ist demnach "die Erziehung der Jugend zum Dienst am Volkstum und Staat im nationalsozialistischen Geist".
Heinrich Himmler wird Kommandant der politischen Polizei in Hessen und Anhalt.
Bei den Parlamentswahlen in Rumänien, bei denen sich 102 Parteien und Verbände zur Wahl stellen, gewinnt die Liste von Ministerpräsident Johann G. Duca 300 der 387 Parlamentssitze.
Das Preußische Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung hat mitgeteilt, daß nichtarische Medizinstudierende mit der Erteilung der Approbation nicht rechnen können. Da das medizinische Doktordiplom nach den bestehenden Vorschriften nur Reichsausländern ausgehändigt wird, bleibt reichsdeutschen nichtarischen Kandidaten, die das Doktordiplom vor der Erlangung der deutschen Approbation als Arzt haben wollen, nur übrig, auf die deutsche Reichsangehörigkeit zu verzichten.
Alljährlich senden die schlesischen Teichwirte dem Reichspräsidenten, Herrn Generalfeldmarschall von Hindenburg, als Zeichen der Verehrung zum Weihnachtsfest einen schlesischen Spiegelkarpfen. Die deutschen Teichwirte halten es für selbstverständlich, diese Tradition auf den Führer des neuen Deutschlands auszudehnen, und bitten ihn, es mit den aufrichtigsten Wünschen zum Weihnachtsfest freundlichst annehmen zu wollen.

21.12.1933
Der deutsche Reichspräsident, Generalfeldmarschall von Hindenburg, empfängt den Reichskanzler Adolf Hitler zum Vortrag.
Der preußische Staatsrat, Curt von Ulrich, ist in Magdeburg zum Oberpräsidenten von Sachsen ernannt worden.
Papst Pius XI. hat den bisherigen Bischof von Hildesheim, Prälat Nikolaus Bares, auf dem Bischofssitz nach Berlin berufen. Der durch den Tod des ersten Berliner Bischofs Dr. Schreiber freigewordene Sitz ist damit in verhältnismäßig kurzer Zeit neu besetzt worden.
Die Deutsche Reichsbahn hat zur Verteidigung des Seehafen Stettin gegen die immer mehr steigende Konkurrenz des polnischen Hafens Gdingen Maßnahmen getroffen, um durch Frachtvergünstigungen die nach Gdingen abgewanderten Güter für Stettin zurückzugewinnen.
Nach einer Verordnung der Obersten SA-Führung ist vom 31. Dezember 1933 abends 10 Uhr bis 1. Januar 1934 vormittags 8 Uhr das Tragen des Dienstanzuges außerhalb der Privatwohnungen für sämtliche Angehörige der SA verboten. Ausgenommen sind Wachen und Posten, die Straßenpatrouillien, Feldjäger und Hilfspolizei.
Das Britische Museum ist von der englischen Regierung ermächtigt worden, die von der Sowjetregierung zum Kauf angebotene Bibel, dem sogenannten Codex Sinaiticus, die früher im Besitz des russischen Zaren war, für 100.000 Pfund (1,5 Millionen RM) zu erwerben.
Der Verband der Deutschen Theaterangestellten und ähnliche Berufe ist in die Reichskulturkammer eingegliedert worden.
Der Deutsche Radfahrer-Verband verfügt eine Regeländerung bei den Sechstagerennen. Ziel ist eine sportliche Aufwertung der Veranstaltungen.

22.12.1933
Von der Reichsjugend-Führung haben jetzt fünf Führerschulen der HJ im Reich einen Namen verliehen bekommen. Die Führerschule des Gebiets Berlin erhielt den Namen Herbert Norkus, die Schule des Gebiets Kurmark den Namen Gerhard Liebsch, die des Gebiets Schlesien Georg Preiser, die Schule vom Gebiet Nordsee den Namen Hans Hoffmann und schließlich die Schule des Gebiets Westfalen den Namen Walter Wagnitz. Sie tragen also die Namen der fünf gefallenen Berliner Hitler-Jungen. Sie sollen den Besuchern der Schule als leuchtendes Symbol vor Augen stehen.
Der frühere preußische Wohlfahrtsminister Heinrich Hirtsiefer wird wegen Bestechung zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Er soll sich bei einem Grundstückskauf unter Ausnutzung seines Ministeramtes finanzielle Vorteile verschafft haben.
In einem Hirtenbrief wenden sich die katholischen Bischöfe Österreichs gegen den Nationalsozialismus und dessen Rassenlehre. Die Gläubigen werden aufgefordert, die Regierung von Engelbert Dollfuß zu unterstützen.
Zwischen dem preußischen Ministerpräsidenten Göring und den Reichsminister für Volksaufklärung Dr. Goebbels fand eine mehrstündige Besprechung über Fragen der deutschen Kulturpolitik statt. Es wurde dabei im Wege freundschaftlichen Meinungsaustausches volles Einvernehmen über die beiderseitigen Aufgabenkreise erzielt.
Das preußische Staatsministerium verabschiedet eine Novelle zum Volksschulunterhaltungsgesetz, mit der bestimmt wird, dass die Vertreter des Judentums aus der preußischen Volksschulverwaltung zu entfernen sind.
Heinrich Himmler wird Kommandant der Politischen Polizei in Bremen.

23.12.1933
Der IV. Strafsenat des Reichsgerichts in Leipzig verurteilt den Niederländer Marinus van der Lubbe wegen der Brandstiftung im Reichstagsgebäude zum Tode, die kommunistischen Mitangeklagten Ernst Torgler, Georgi Dimitroff, Blagoj Popoff und Wassili Taneff werden freigesprochen, verbleiben aber trotzdem in Schutzhaft.
Wegen des bevorstehenden Weihnachtsfestes werden im gesamten Deutschen Reich die Schutzhäftlinge aus fast allen Konzentrationslagern und Gefängnissen, welche als ungefährlich gelten, zu ihren Familien entlassen. Sie sollen auch die Chance bekommen, sich am Aufbau des nationalsozialistischen Staates zu beteiligen.
Joachim Hossenfelder, längere Zeit Führer der nationalkirchlichen Glaubensbewegung, legt sein Amt als evangelischer Bischof von Brandenburg nieder, nachdem es ihm nicht gelungen ist, den Einfluss radikaler Gruppierungen innerhalb der Deutschen Christen zurückzudrängen.
Papst Pius XI. hält im Vatikan seine traditionelle Weihnachtsansprache vor den Kurienkardinälen.
Im Theater am Nollendorfplatz in Berlin wird die Operette "Clivia" von Nico Dostal uraufgeführt.
Der Musikfilm "Victor und Victoria" mit Renate Müller und Hermann Thiming in den Hauptrollen wird in Berlin uraufgeführt.
Der furchtbare Zusammenstoß des Schnellzuges Paris-Strassburg mit dem Eilzug nach Nancy bei Lagny in der Nähe von Paris fordert 203 Tote.

24.12.1933
Reichsminister Rudolf Heß, der Stellvertreter des Führers der NSDAP, wendet sich in einer von allen deutschen Sendern und den Radiostationen Pernambuco, Rio de Janeiro und Buenos Aires ausgestrahlten Rede an die Auslandsdeutschen und die deutschen Seeleute. Heß erklärt, das Ziel der Reichsregierung sei es, den Frieden zu bewahren und Europa vor dem "bolschewistischen Chaos" zu retten.
Die SA-Standarte 16 führte am Heiligen Abend den schönen Gedanken durch, 1200 arme Berliner Kinder unter freiem Himmel bei Fackelschein zu bescheren. In der Rostocker Straße in Moabit, die von einer festfrohen Menge um 7 Uhr abends dicht gefüllt war, hatte die SA auf dem Fahrdamm eine unabsehbare Reihe Tische aufgestellt, auf denen unter Tannenbäumen Geschenktüten standen, die Lebensmittel und Weihnachtsnäschereien für die Kinder enthielten.
Die Berliner Morgenpost verkündete die weltliche Botschaft Deutschlands zum Weihnachtsfest: "[…] Fröhliche Weihnachten! klingt es heute über die Welt. Wir Deutschen rufen es tief aus dem Herzen uns und allen zu; wir wollen uns den Glauben an eine schönere Zukunft nicht mehr nehmen lassen. Möge die Welt auch an uns glauben, auf unsere Friedenbereitschaft vertrauen, unsere Ehre uns lassen und mit der frohen Weihnachtsbotschaft endlich Ernst machen, - auf daß es allen Menschen wieder wohlgefalle und wohlergehe auf Erden!"
Adolf Hitler nimmt an einer Weihnachtsfeier von SA- und SS-Angehörigen in München teil und hält eine kleine Ansprache.

25.12.1933
Im Theater des Westens in Berlin wird Eduard Künneke´s Operette "Lockende Flamme" mit dem von Libretto von Paul Knepler und Ignaz Michael Welleminsky uraufgeführt.
Kaiser Wilhelm II. regelt an Weihnachten dieses Jahres im holländischen Exil seine letzten Dinge. Um einer Vereinnahmung seines Begräbnisses durch die neuen NS-Machthaber vorzubeugen, legte er fest, im Exil in Doorn begraben zu werden, sollte in Deutschland die Monarchie noch nicht wiederhergestellt worden sein. Außerdem bestimmte er für die Beerdigung ausdrücklich: "Keine Hakenkreuzfahnen".

26.12.1933
Im Alter von 67 Jahren ist in der Nacht zum zweiten Feiertag Oberregierungs-Medizinalrat Professor Rudolf Lennhoff gestorben. Professor Lennhoff war einer der entschiedensten Vorkämpfer für Sozialhygiene.
In Montevideo (Uruguay) endet die VII. Interamerikanische Konferenz. Auf Vorschlag der USA wird eine Erklärung gebilligt, wonach kein Staat das Recht habe, sich in die inneren und äußeren Angelegenheiten eines anderen Landes einzumischen.

27.12.1933
Auf einer Vollversammlung in Hamburg wird der 15.000 Mitglieder zählende Deutsche Anwalt-Verein aufgelöst. Mit Ausnahme der rund 3000 jüdischen Juristen sind die Mitglieder in den Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen übernommen worden.
Der Chef der Heeresleitung General der Infanterie, Freiherr von Hammerstein-Equord hat sich in vollem Einvernehmen mit der Reichsregierung entschlossen, zum 1. Februar 1934 seinen Abschied zu erbitten. Der Reichspräsident hat das Abschiedsgesuch genehmigt und den General Freiherrn zu Hammerstein mit dem Tage seines Ausscheidens zum Generaloberst befördert. Sein Nachfolger wird Generalleutnant Werner Freiherr von Fritsch, bis dahin Befehlshaber des Wehrkreises III Berlin. Fritsch hatte diesen Posten bis zu seiner Diskreditierung (Blomberg-Fritsch-Affäre) 1938 inne.
Der preußische Kultusminister Bernhard Rust untersagt Nichtariern die Leitung gewerblicher Privatschulen.
Reichsführer SS Heinrich Himmler stiftet für verdiente SS-Führer und- Männer den "Totenkopfring der SS". Obwohl keine offizielle Parteiauszeichnung, war der Totenkopfring bei Angehörigen der SS äußerst begehrt.
Die bayerische politische Polizei verhaftet in Rottach am Tegernsee einen aus 13 Personen bestehenden jüdischen Club, der in einer Villa staatsfeindliche Zusammenkünfte abhielt und dort auch Nacktkulturabende veranstaltet haben soll. Auch die Besitzerin der Villa und 5 weitere jüdische Einwohner Rottachs, die in dem Club verkehrten, wurden in Schutzhaft genommen.

28.12.1933
In allen deutschen Schulen wird der Hitler-Gruß eingeführt; statthaft sind die Formeln "Heil Hitler!" oder "Heil!".
Reichsinnenminister Wilhelm Frick begrenzt die Zahl der Abiturienten, denen im Jahr 1934 die Hochschulreife zuerkannt werden kann, auf 15.000. Die Auswahl soll nach geistiger und körperlicher Reife und nationaler Zuverlässigkeit erfolgen, der Anteil der Abiturientinnen darf einen Anteil von 10% an der Gesamtzahl der Hochschulberechtigten nicht übersteigen.
Der Preußische Kultusminister hat eine Neuordnung des volkstümlichen Büchereiwesens in Preußen vorgenommen. Es wird eine Preußische Landesstelle für volkstümliches Büchereiwesen geschaffen. Die Preußische Landesstelle ist die alleinige Vertretung der Volksbüchereien in Preußen.
Vor dem Zentralexekutivkomitee der UdSSR in Moskau bringt Außenkommissar Maxim M. Litwinow seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die deutschen Friedenszusicherungen auch dann noch gelten, wenn das Reich stärker gerüstet sei und daher die imperialistischen Pläne seiner Führer verwirklichen könne.
In Rom fand auf Veranlassung des Duce Benito Mussolini mit großen Feiern der Tag der Mütter statt. Kinderreiche Mütter wurden besonders ausgezeichnet.

29.12.1933
In Bremen werden die Brüder Carl und Heinz Lahusen, die Leiter des 1931 zusammengebrochenen Nordwolle-Konzerns, wegen Konkursvergehens zu fünf Jahren Gefängnis und 50.000 Reichsmark Geldstrafe bzw. zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis und 20.000 RM Geldstrafe verurteilt.
Der rumänische Ministerpräsident Jean G. Duca ist auf dem Bahnhof Sinaja einem Attentat zum Opfer gefallen. Als er um 21:30 Uhr von einer längeren Audienz beim König Carol in den Zug steigen wollte, um nach Bukarest zurückzukehren, wurde er von einem Studenten durch 4 Schüsse in den Kopf niedergestreckt. Er war auf der Stelle tot. Sein Begleiter, ein Abgeordneter wurde verletzt. Der Täter, der Student Constantinescu, wurde sofort festgenommen.
Auf der Polska-Grube in Eichenau bei Kattowitz ereignet sich ein schweres Unglück, dass vier Todesopfer fordert. Das Unglück ist das zweite innerhalb kurzer Zeit. Während man mit dem Ausmauern des neuen Schachtes beschäftigt war, stürzten plötzlich dessen Wände zusammen und begruben fünf Männer unter sich. Es gelang bisher nur einen von ihnen lebend zu bergen.
Die Rheinschifffahrt ist in vollem Umfang wieder freigegeben worden. Allerdings bleibt der sehr niedrige Wasserstand weiter eine Gefahr für die Schifffahrt.
Der Bey von Tunis hat einen alten Erlass wieder aufleben lassen, der den mohammedanischen Frauen den Bauchtanz verbietet. Die Kaffeehausbesitzer, die zu dem bevorstehenden Ramadan-Fest viele Tänzerinnen angestellt hatten, befürchten jetzt einen großen Einnahmeausfall.

30.12.1933
Heinrich Himmler wird Kommandant der Politischen Polizei in Thüringen, Anhalt, Hessen und Sachsen.
Nach altem Brauch setzen am Neujahrstag erstmalig wieder sämtliche Behörden die Flaggen. Die Bevölkerung wird aufgefordert, sich dem Vorgehen der Behörden anzuschließen.
Die Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums teilt mit: Innerhalb der Reichsstelle wurde ein "Amt für öffentliche Buchwerbung" geschaffen, dem Vertreter aller am Buch interessierten Kreise angehören werden. Die Leitung des Amtes wurde dem Buchhändler Hans Höynck übertragen.
In einem Schreiben an die Leiter der städtischen Bühnen in Preußen weist Staatskommissar Hans Hinkel darauf hin, dass der Theaterbesuch schon aus wirtschaftlichen Gründen Pflicht jedes nationaldenkenden Deutschen sei.

31.12.1933
In Schreiben an seine Unterführer Rudolf Heß, Hermann Göring, Joseph Goebbels, Heinrich Himmler, Robert Ley, Alfred Rosenberg und andere rühmt Adolf Hitler den Abschluss des "Jahres der nationalsozialistischen Revolution". An Ernst Röhm schreibt Hitler: "Dir, mein lieber Ernst Röhm für die unvergänglichen Dienste (...) die Du der nationalsozialistischen Bewegung und dem deutschen Volke geleistet hast, um Dir zu versichern, wie sehr ich dem Schicksal dankbar bin, solche Männer wie Du als meine Freunde und Kampfgenossen bezeichnen zu dürfen. In herzlicher Freundschaft und dankbarer Würdigung. Dein Adolf Hitler."
In einem Aufruf an die Reichswehr gibt Reichspräsident Paul von Hindenburg seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Truppe als Hüterin des Staates "weiterhin in gehorsamer treuer Pflichterfüllung ihre Schuldigkeit" tue.


1933 wurden 20.565 Personen wegen politischer Vergehen verurteilt, darunter wegen
Hochverrats 1689, aufgrund der Verordnung "Zum Schutze der Republik" 36,
der Verordnung "Zum Schutze von Volk und Staat" 3133, wegen "Politischer
Ausschreitungen" 1128, aufgrund der Verordnung "Abwehr heimtückischer
Angriffe gegen die Regierung" 3765 sowie aufgrund des "Gesetzes über
Schußwaffen und Munition" 9765 Personen. Es gibt 5.052.607 Rundfunk-
teilnehmer und 3097 Tageszeitungen mit einer Gesamtauflage von 16,69 Mill.
Exemplaren; in der Buchproduktion hat es 18.289 Erst- und 3312 Neuauflagen
gegeben. 135 Filme sind uraufgeführt worden. Der Eher-Verlag erwähnt für 1933
von "Mein Kampf" eine Auflage von 1.182.000 Exemplaren. Die SA verfügt über
427.000 Mitglieder. Es gibt nur noch 4.580.000 Arbeitslose in Deutschland. Das
Einkommen der Arbeiter, Angestellten und Beamten stieg 1933 von 25.860 Mill. RM
(1932) auf 26.086 Mill RM. Das Volkseinkommen hat sich 1933 - in jeweiligen Preisen
gegenüber 1932 leicht von 45,3 auf 46,514 Mrd. RM erhöht, pro Kopf der Bevölkerung waren dies 713 RM.

In München wird der 10. Jahrestag des nationalsozialistischen »Marsches auf die Feldherrnhalle« (Hitler-Putsch) begangen. Adolf Hitler marschiert noch einmal in München mit seinen Anhängern vom Bürgerbräuhaus über die Ludwigbrücke zur Feldherrnhalle. Nach einer Gedenkrede an die "Männer der deutschen Revolution" wird ein von Professor Paul Ludwig Troost entworfenes Erinnerungsmal enthüllt. Am Abend um 21:00 Uhr erfolgt zum ersten Male vor der Feldherrnhalle die Vereidigung der neuen Rekruten der "Leibstandarte SS Adolf Hitler". Zunächst wird ein Choral von den Elitesoldaten gesungen, dann spielt eine Musikkapelle und dann spricht Adolf Hitler über die Erwartungen, die er in die Leibstandarte setzt.

Das Reichstierschutzgesetz wurde auf Veranlassung der Reichsregierung unter Adolf Hitler verabschiedet. Es war damit das weltweit erste staatliche allgemeine Tierschutzgesetz, welches für die gesamte damalige Welt Pionier- und Vorbildcharakter hatte. „Für den deutschen Menschen sind die Tiere nicht nur Lebewesen im organischen Sinne, sondern Geschöpfe, die ein eigenes Empfindungsleben führen, die Schmerz empfinden, Freude, Treue und Anhänglichkeit empfinden." In anderen europäischen Ländern, aber auch in Nordamerika, konnten sich Tierschützer und Tierschutz- vereine von nun an auf dieses Gesetz berufen, was den weltweiten Kampf gegen Tierquälerei deutlich unterstützte. Das Reichstierschutzgesetz kann damit als ein eindrucksvolles Beispiel der "ideologischen Kompatibilität" der NS-Ideologie mit dem Tierschutzgedanken gesehen werden.

Die Jahrestagfeier für die Blutzeugen der Bewegung in München mit den Größen des Reichs am 9. November 1933 beginnt mit dem jährliche Marsch vom Bürgerbräukeller zur Feldherrenhalle.  Auf dem von Paul Ludwig Troost entworfenem Denkmals,  stehen die Namen der 16 Gefallenen von 1923.

Die deutsche Nationalelf gewinnt ihr erstes Länderspiel gegen Polen vor 32 000 Zuschauern im Berliner Poststadion 1:0.
Jahreswechsel 1933 - 34
die sozialen Errungenschaften im Deutschen Reich waren einzigartig und es gab auf der ganzen Welt nichts Vergleichbares

Jozef Lipski

Max Amann

Eugen Hönig

Otto Laubinger

Adolf Hühnlein

Eberhard Hanfstaengl

Martin Luther

Hans von Tschammer u. Osten

Albert Sarraut

Camille Chautemps

Hanns Oberlindober

Herzog Carl Eduard

Leni Riefenstahl

Ernst Thälmann

Carl Bosch

Werner Julius March

Beniamino Gigli

Hans Heinrich Lammers

Emil Nolde

Max Pechstein

Wilhelm Furtwängler

Papst Pius XI.

Marinus von der Lubbe

Werner Frhr. von Fritsch

Bernhard Rust

Maxim M. Litwinow

Der Rostocker Holzgas-Omnibus

Die Rennbahn im Berliner Grunewald

Der Eisenbahnunfall von Lagny ereignete sich am 23. Dezember 1933, als ein Schnellzug von Paris nach Straßburg auf einen anderen Schnellzug von Paris nach Nancy auffuhr. Die Bahnstrecke Paris-Strasbourg wurde damals von der Compagnie des chemins de fer de l'Est betrieben, es herrschte an diesem Abend sehr dichter Nebel auf dem Streckenabschnitt. Der Verstärkungszug Nr. 55 des vorweihnachtlichen Verkehrs von Paris nach Nancy hatte Paris Gare de l'Est um 19:31 Uhr mit fast 1 ½ stündiger Verspätung verlassen. Er führte ältere Wagen, deren Wagenkästen überwiegend aus Holz bestanden, und die nur noch eingesetzt wurden, weil durch den Feiertagsverkehr ein besonders hoher Bedarf an Fahrzeugen bestand. Zwischen Pomponne und Lagny-sur-Marne musste der Zug vor einem "Halt" zeigenden Signal anhalten. Dem ersten Zug folgte ein weiterer, der von Paris nach Straßburg unterwegs war. Dieser verließ den Pariser Ostbahnhof nur zwei Minuten nach dem ersten Zug. Beide Züge waren wegen des Weihnachtsverkehrs stark mit Reisenden besetzt. Das Personal auf der Lokomotive des zweiten Zuges erkannte das Signal, das den vorderen Zug deckte, als "Fahrt frei" zeigend. Als der Schnellzug von Paris nach Nancy wieder zu beschleunigen begann, wurde er deshalb von hinten von dem zweiten Schnellzug von Paris nach Straßburg mit höchstzulässiger Geschwindigkeit, etwa 110 km/h, gerammt. Bei dem Aufprall pflügte die Lokomotive des hinteren Zuges durch die letzten fünf Personenwagen des Zuges nach Nancy, deren hölzerne Wagenkästen völlig zertrümmert wurden. Bei dem Unfall starben 204 Menschen und es gab 120 Verletzte.

Sie können die einzelnen Bilder anklicken und die detailierten Ereignnisse dieser Zeit in der großen Chronik von 1933-45 nachlesen

"Hans Westmar - einer von vielen. Ein Schicksal aus dem Jahre 1929"          

"Die Deulig-Tonwoche vom 13.11.1939"

Der Sieg des Glaubens ist ein NS-Propagandafilm von Leni Riefenstahl über den fünften Reichsparteitag der NSDAP vom 30. August bis zum 3. September 1933 in Nürnberg.          

Der Sieg des Glaubens ist ein NS-Propagandafilm von Leni Riefenstahl über den fünften Reichsparteitag der NSDAP vom 30. August bis zum 3. September 1933 in Nürnberg.