Chronik des Nationalsozialismus November / Dezember 1936

NOVEMBER 1936

1.11.1936
In einer außenpolitischen Rede in Mailand prägt der italienische Ministerpräsident und Duce, Benito Mussolini, den Begriff »Achse Berlin-Rom« für das enge Verhältnis zwischen dem faschistischen Italien und dem nationalsozialistischen Deutschen Reich.
Drogerien, Parfümerien und Seifengeschäfte im ganzen Deutschen Reich stellen Sammelbehälter für Altmetalle auf. Die Aktion dient "der restlosen Ausnutzung von Rohstoffen", die importiert werden müssen.
Die deutsche Reichsfachgruppe Imker meldet, dass 1936 die Zahl der Bienenvölker trotz mäßiger Honigernte um 12% gesteigert werden konnte.

2.11.1936
Die British Broadcasting Corporation, kurz BBC London startet die erste regelmäßige Fernsehausstrahlung.
Ensemble und Orchester der Dresdener Staatsoper geben neun Gastvorstellungen im Londoner Covent Garden. Eröffnet wird die Veranstaltungsreihe mit dem "Rosenkavalier" von Richard Strauss.

3.11.1936
Bei den US-amerikanischen Wahlen erhält der derzeitige Präsident, Franklin Delano Roosevelt (Demokrat) 523 von insgesamt 531 Wahlmännerstimmen.
In Österreich findet eine Umbildung der Regierung von Bundeskanzler Kurt Schuschnigg statt.
Der britische König Eduard VIII. eröffnet mit einer Thronrede das Parlament.
Der tschechoslowakische Außenminister Kamill Krofta wendet sich in einer außenpolitischen Rede gegen die Äußerungen des italienischen Ministerpräsidenten und Duce, Benito Mussolini, zugunsten der ungarischen Besitzansprüche. Die Staaten der Kleinen Entente würden jeglichen Forderungen Ungarns auf Gebiete in der Tschechoslowakei, Rumänien und Jugoslawien mit Entschiedenheit widersprechen.

4.11.1936
In Hamburg wird der ehemalige Vorsitzende des Rotfrontkämpferbundes, Edgar André - trotz internationaler Proteste - wegen eines Mordes an einem Nationalsozialisten hingerichtet.
Der Münchener Erzbischof Michael von Faulhaber hat in Berlin eine Unterredung mit Führer und Reichskanzler Adolf Hitler.

5.11.1936
Die amtliche Strafrechtskommission die sich mit der Neugestaltung des deutschen Strafrechts befaßt hat schließt ihre Arbeiten ab.
Beim Internationalen Kongress der Brotindustrie in Leipzig wird die Verminderung des Fleisch- und Fettkonsums zugunsten der Broternährung gefordert. Es wird festgestellt, dass die deutsche Broterzeugung zu 100% aus eigener Ernte gedeckt werde.
Der Hafenarbeiterstreik in den USA, der sich auch auf Häfen der Ostküste ausgedehnt hat, kostet die Wirtschaft täglich eine halbe Million US-Dollar (rund 1,2 Millionen RM).

6.11.1936
Die deutsche Reichsregierung legt eine weitere Anleihe über 500 Millionen Reichsmark auf, mit der besonders die Rüstungsproduktion finanziert werden soll. Die durchschnittliche Laufzeit der Schatzanweisungen beträgt neun Jahre.
Dr. med. Gustav Adolf Scheel wird in die Bundesführung des NSDStB berufen und zum Reichsstudentenführer ernannt - in dieser Eigenschaft Chef von NSDStB und Deutscher Studentenschaft in Personalunion.
Die Preußische Akademie der Künste veranstaltet anlässlich ihres 150jährigen Bestehens ihrer Ausstellungen in Berlin eine Jubiläumsausstellung "Berliner Bildhauer von Schlüter bis zur Gegenwart". Die Werke Käthe Kollwitz', und Ernst Barlachs werden nach einigen Tagen auf Veranlassung der Nationalsozialisten "entfernt".
Im britischen Auswärtigen Amt wird ein Protokoll über die "Humanisierung der U-Boot-Kriegführung" von den Vertretern Großbritanniens, Frankreichs, Italiens, Japans und der USA unterzeichnet. Es enthält u.a. die Bestimmung, dass ein Handelsschiff nur angegriffen werden darf, "wenn dessen Besatzung an einen sicheren Platz gebracht worden ist".

7.11.1936
In der spanischen Stadt Sevilla stehen 6500 Mann der deutschen Hilfstruppe Legion Condor unter dem Kommando des Generalleutnants Hugo Sperrle in Bereitschaft, die zusammen mit italienischen Truppen die aufständischen Militärs in Spanien unterstützen. Diese aufständischen Truppen des spanischen Generals Francisco Franco greifen Madrid an. Damit beginnt die Großoffensive der "Nationalisten" gegen die Hauptstadt Spaniens.
Das deutsche Kriegsministerium kündigt an, dass im Lauf des November die deutschen Seestreitkräfte in Spanien abgelöst werden.

8.11.1936
Im Spanischen Bürgerkrieg gelingt es den republikanischen Regierungstruppen und den Internationalen Brigaden, den Vormarsch der Putschisten unter Francisco Franco auf Madrid zu stoppen. Die Schlacht um Madrid dauert jedoch noch den ganzen November über an.
Im ganzen Deutschen Reich finden Feierlichkeiten zum Gedenken an jene Nationalsozialisten statt, die beim mißglückten Putschversuch Hitlers am 9. November                 


1923 in München erschossen worden sind. Rechts: Hier beginnt der jährliche Marsch am Bürgerbräukeller. Hitler wird von Julius Streicher, dem "Frankenführer," der immer die Parade anführte, begrüßt. Neben beiden steht Jakob Grimminger mit dem Blutfahne. Ganz rechts im Bild ist der alte Kämpfer Christian Weber. Die Marschroute ging vom Bürger- bräukeller auf die Rosenheimer Straße und überquerte die Isar von der Ludwigsbrücke. Das linke Bild ist ein Foto vom Marsch 1936. ("Illustrierter Beobachter" vom 12.11.1936)

9.11.1936
Der britische Premierminister, Stanley Baldwin, äußert während einer Bankettrede in London die Auffassung, dass ein zukünftiger Krieg den Charakter eines "Religionskrieges" haben könnte. Es gebe heute geistige Auffassungen, deren Vertreter ihre Weltanschauungen "bis zum Tode erzwingen" möchten.
Das Denkmal des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy vor dem Leipziger Gewandhaus wird entfernt. Der Leipziger Oberbürgermeister Carl Goerdeler, der sich zu diesem Zeitpunkt auf einer Auslandsreise befindet, erklärt daraufhin unter Protest seinen Rücktritt.

10.11.1936
Teilnehmer einer aus Anlaß des 18jährigen Bestehens Polens in Danzig veranstalteten Feier der polnischen Kolonie haben sich schwere Beleidigungen gegenüber den Symbolen und Hoheitszeichen des Deutschen Reiches und der Nationalsozialistischen Bewegung zuschulden kommen lassen.
In Warschau wird der Generalinspekteur der polnischen Wehrmacht, Edward Rydz-Smigly, zum Marschall von Polen ernannt. Rydz-Smigly baut damit seine Machtposition gegenüber der Zivilregierung aus.
In einem Hirtenbrief fordern die deutschen katholischen Bischöfe den Schutz der Bekenntnisschulen und wenden sich gegen die Entfernung von geistlichen Lehrkräften aus deutschen Schulen.

11.11.1936
Der deutsche Reichserziehungsminister, Bernhard Rust, eröffnet von Trier aus acht neue Hochschulen für Lehrerbildung. Mit der Umwandlung der bisherigen Pädagogischen Akademien in Hochschulen ist die Verstärkung der nationalsozialistischen Lehrerbildung verbunden.
Auf der Autobahn Frankfurt am Main-Darmstadt stellt der deutsche Automobil-Rennfahrer Rudolf Caracciola einen neuen Weltrekord über zehn Meilen auf. Mit seinem Zwölfzylinder-Mercedes-Benz fährt er die Strecke in 2:53,73 min und erreicht eine Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 337 km/h.

12.11.1936
Bei Gesprächen von Regierungsvertretern Österreichs, Italiens und Ungarns in Wien geben der österreichische Bundeskanzler Kurt Schuschnigg und der ungarische Außenminister Koloman Kania von Kanya bekannt, dass ihre Regierungen das italienische "Imperium Abessinien" formell anerkennen. Italien verspricht, im Gegenzug Ungarn und Österreich an der Ausbeutung der abessinischen Rohstoffe zu beteiligen.
Der Literaturnobelpreis 1936 wird dem US-amerikanischen Schriftsteller Eugene Gladstone O'Neill zuerkannt. Den Nobelpreis für Chemie erhält der Niederländer Peter Debye den Physiknobelpreis teilen sich der Österreicher Victor Hess und der US-Amerikaner Carl David Anderson.
Die San Francisco-Oakland Bay Bridge über die Bucht von San Francisco zwischen San Francisco und Oakland im US-Bundesstaat Kalifornien wird eröffnet.

13.11.1936
Das deutsche Propagandaministerium verfügt im Rahmen der nationalsozialistischen Überwachung von öffentlichen Veranstaltungen, dass sämtliche Ausstellungsvorhaben den örtlichen Stellen des Reichsministeriums anzuzeigen sind.
Frankreich und der Libanon unterzeichnen einen Vertrag, der dem Libanon die Unabhängigkeit geben soll.
Das Schauspiel "Liebe, Pflicht und Hoffnung" ("Glaube Liebe Hoffnung") von Odön von Horváth wird in Wien uraufgeführt.
In Berlin hat der Spielfilm "Burgtheater" Premiere. Unter der Regie von Willi Forst spielen Werner Krauss Olga Tschechowa und Hans Moser die Hauptrollen.

14.11.1936
Die deutsche Reichsregierung erklärt die Wiederherstellung der deutschen Hoheit über die Flüsse Rhein, Elbe, Donau und Oder. Die Flüsse sind im Versailler Diktat von 1919 internationalisiert worden.

15.11.1936
Nach einem Beschluß der österreichischen Landesjugendführertagung sollen die Jugendorganisationen Österreichs in einem Verband zusammengefaßt werden. Die Uniformierung der Jugendlichen soll ebenfalls vereinheitlicht werden.
In einem Fußball-Länderspiel gegen Weltmeister Italien erreicht die deutsche Nationalmannschaft in Berlin ein 2:2.
In Düsseldorf wird die Oper "Enoch Arden" von Ottmar Gerster uraufgeführt. Nach großem Premierenerfolg wird sie an über 100 Bühnen nachgespielt.

16.11.1936
Der britische Außenminister Anthony Eden drückt im Zusammenhang mit der Aufhebung des internationalen Status der deutschen Flüsse durch die Reichsregierung das »Bedauern der britischen Regierung über die einseitige Maßnahme Deutschlands« aus.
Der Vormarsch der faschistischen Truppen bei Madrid kommt aufgrund des entschiedenen Widerstands der spanischen Regierungstruppen, die von "Internationalen Brigaden" unterstützt werden, zum Stehen. In der deutschen Presse werden diese Rückschläge mit taktischen Erwägungen General Francisco Francos begründet.

17.11.1936
Der deutsche Reichsarbeitsminister, Franz Seldte, weist alle mit dem Siedlungs- und Wohnungswesen befaßten Behörden an, »alles in ihren Kräften Liegende zu tun, damit der Bau von Arbeiterwohnstätten in Zukunft noch in weit größerem Umfange gefördert wird als bisher«. Mit öffentlichen Mitteln soll nur noch der Bau von Arbeiterwohnungen gefördert werden.

18.11.1936
Das Deutsche Reich und Italien erkennen die »nationale« Regierung Francisco Franco an.

19.11.1936
Während einer Sitzung des faschistischen Großrates fordert der italienische Ministerpräsident und Duce, Benito Mussolini, die Beschleunigung der Luft- und Seerüstung im Hinblick auf die Unterstützung der spanischen Faschisten und die Verstärkung der italienischen Präsenz im Mittelmeer.
Der in der Schweiz lebende deutsche Schriftsteller Thomas Mann nimmt die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft an.
Bei einem Dammbruch auf der nordjapanischen Insel Hondo kommen 500 Menschen ums Leben.

20.11.1938
Am Einspruch des deutschen Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler scheitert die von Polen und Ungarn gemeinsam geplante Annexion des zur Tschechoslowakei gehörenden autonomen Karpato-Rußland (Hauptort Munkacz).
Das Deutsche Reich und die Tschechoslowakei unterzeichnen eine Erklärung über den Schutz der beiderseitigen Volksgruppen und ein Abkommen über den Autobahnbau Breslau-Brünn-Wien.
Bei Schießübungen in der Lübecker Bucht sinkt das deutsche U-Boot "U 18" infolge eines Zusammenstoßes. Von 20 Besatzungsmitgliedern können 12 lebend geborgen werden.
Der Gründer und Führer der spanischen Faschistenorganisation Falange Española, José Antonio Primo de Rivera, wird in Alicante von den Republikanern hingerichtet.
Die Firma Krupp feiert ihr 125jähriges Bestehen.

21.11.1936
Der österreichische Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten, Guido Schmidt, beendet einen offiziellen Besuch in Berlin. Bei den Wirtschaftsgesprächen mit Vertretern der deutschen Reichsregierung wurde u.a. die Erweiterung der Ausfuhr österreichischer Waren ins Deutsche Reich vereinbart.
Im Deutschen Reich wird die erste Kreuzung von Autobahnen (Schkeuditzer Kreuz) dem Verkehr übergeben: In der Nähe von Halle überquert die Autobahnstrecke Halle-Leipzig die Autobahn Berlin- München.
Der Filmpionier und Begründer der deutschen Filmindustrie, Oskar Meßter, wird anlässlich seines 70jährigen Geburtstages zum Ehrensenator der Leipziger Technischen Hochschule ernannt.

22.11.1936
Bei der Jahresversammlung der "Deutschen Volksgruppen in Europa" in Karlsbad, wird der Führer der Sudetendeutschen Partei, Konrad Henlein, einstimmig zum Vorsitzenden der deutschen Minderheiten im europäischen Ausland gewählt.
Der seit 26 Tagen andauernde Streik der US-amerikanischen Hafenarbeiter und Seeleute verschärft sich durch den Beschluß der Kapitäne, Steuermänner und Schiffsingenieure, ebenfalls in den Streik zu treten.

23.11.1936
Die deutsche Reichsregierung erklärt den Beitritt zu den Bestimmungen über die »Humanisierung des U-Boot-Krieges«, die am 6. November bereits von Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan und den USA angenommen worden sind.
In Goslar beginnt der Reichsbauerntag (23.-29. 11. 1936), die jährliche Hauptversammlung des Reichsnährstandes des Deutschen Reiches.
Die Regierungen Frankreichs und Großbritanniens versichern, dass sie im Spanischen Bürgerkrieg streng neutral bleiben.
Die französische Regierung vergibt die Aufträge zur Erweiterung der Maginot-Linie. Die Befestigungsanlagen an der Nordostgrenze Frankreichs sollen rund sechs Milliarden Franc (rund 700 Millionen Reichsmark) kosten. Diese zusätzlichen Grenzsicherungen werden im Zusammenhang mit den Neutralitätsbestrebungen des belgischen Verbündeten gesehen.
Dem deutschen Publizisten Carl von Ossietzky wird nachträglich der Friedensnobelpreis für 1935 zuerkannt. Das Osloer Nobelkomitee bestimmt den argentinischen Außenminister, Carlos Saavedra Lamas, für den Friedensnobelpreis von 1936.
Die erste Ausgabe des fotojournalistischen Magazins Life erscheint in den USA.

24.11.1936
In Berlin findet vom 24. bis 28. November der "Kontinentale Reklamekongreß" statt. Die Tagung, die dem internationalen Erfahrungsaustausch der Werbefachleute dient, steht unter der Schirmherrschaft des deutschen Propagandaministers Joseph Goebbels.
Der bisherige Unterstaatssekretär im französischen Ministerpräsidium, Marx Dormoy, wird Nachfolger des verstorbenen Innenministers Roger Salengro.
Das Staatsoberhaupt Ungarns, Reichsverweser Miklós von Horthy, trifft anlässlich eines Staatsbesuchs in Rom ein. Horthy wird vom italienischen König, Viktor Emanuel III., sowie dem Ministerpräsidenten und Duce, Benito Mussolini, empfangen. Der Besuch soll dem europäischen Ausland das hervorragende Einvernehmen zwischen Italien und Ungarn dokumentieren.
Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler verleiht dem deutschen Chirurgen August Bier anlässlich dessen 75jährigen Geburtstages den Adlerschild des Deutschen Reiches. Bier hat u.a. die Rückenmarks-Anästhesie in der Chirurgie eingeführt.

25.11.1936
Das Deutsche Reich und Japan unterzeichnen den gegen die Kommunistische Internationale gerichteten Antikominternpakt.
Der Deutsche Botschafter in Warschau wird von Marschall Rydz-Smigly empfangen, welcher scheinheilig erklärte: Hinsichtlich Danzigs wolle Polen nichts anderes, als daß seine dortigen Interessen nicht beeinträchtigt werden. Bei dieser Grundeinstellung würde es seines Erachtens nicht schwer sein, in den Einzelfragen zu einer Danzig und Polen befriedigenden Regelung zu gelangen. Abschließend versicherte er, daß er an der von Marschall Pilsudski festgelegten Linie festhalte und entschlossen sei, die Verständigungspolitik auch weiterhin fortzusetzen.

26.11.1936
Während Frankreich und Großbritannien distanziert auf den deutsch-japanischen Antikominternpakt reagieren und die tschechoslowakische Presse einen antisowjetischen Pakt dahinter vermutet, äußern sich politische Kreise in Österreich mit "herzlicher Zustimmung" über das Abkommen. In Polen und Italien wird es ebenfalls mit "ausgesprochener Sympathie" aufgenommen.
Die französische Arbeitgebervereinigung bricht die Verhandlungen mit den Arbeitnehmern über die 40-Stunden-Woche ab und begründet dies mit "immer wieder vorkommenden Fabrikbesetzungen durch die Arbeiter". Ministerpräsident Léon Blum kündigt daraufhin einen Gesetzesentwurf an, der ein obligatorisches Schiedsverfahren in Arbeitskonflikten einführen soll.
Einer der führenden Generäle der faschistischen Truppen in Spanien, Gonzalo Queipo de Llano, versucht in einer Rundfunkansprache das Scheitern der Großoffensive gegen Madrid zu vertuschen, indem er das schlechte Wetter "für gewisse Verzögerungen im Eroberungskampf" verantwortlich macht.
Die albanische Regierung beschließt die Anerkennung der spanischen "Nationalregierung" unter General Francisco Franco, um ihre "antikommunistische Haltung zu dokumentieren".

27.11.1936
Während einer Rede bei der gemeinsamen Tagung von Reichskulturkammer und der NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" in der Berliner Philharmonie verkündet der deutsche Reichspropagandaminister Joseph Goebbels das Verbot der Kunstkritik.
Der spanische Außenminister Julio Alvarez del Vayo beantragt beim Genfer Völkerbundssekretariat die Einberufung des Völkerbundsrates und begründet diesen Wunsch der spanischen Regierung mit "Interventionshandlungen gewisser Mächte". Gemeint ist damit die massive Unterstützung der spanischen Faschisten durch das Deutsche Reich und Italien.

28.11.1936
Der Generalintendant am Deutschen Nationaltheater in Weimar, Hans Severus Ziegler, und der Schauspieler Emil Jannings werden in den Reichskultursenat berufen.
Als Ergebnis italienisch-japanischer Verhandlungen in Rom erkennt Japan Abessinien als italienisches Territorium an.
In einer Rede während des Rätekongresses in Moskau kritisiert der sowjetische Volkskommissar des Äußeren, Maxim M. Litwinow, den deutsch-japanischen Antikominternpakt als Deckmantel für ein anderes, geheimes (gegen die UdSSR gerichtetes) Abkommen.

29.11.1936
Auf dem deutschen Reichsbauerntag in Goslar legen die Leiter des Reichsnährstands den Rechenschaftsbericht über das Wirtschaftsjahr 1935/36 vor.
Das Deutsche Reichsinnenministerium gibt einen Erlass zur Neubezeichnung der religiösen Bekenntnisse heraus. Danach ist zukünftig in allen öffentlichen Vordrucken und Urkunden zu unterscheiden zwischen Angehörigen einer Religionsgemeinschaft, Gottesgläubigen und Glaubenslosen. Der neue Begriff "Gottesgläubiger" soll von konfessionslosen, gläubigen Nationalsozialisten besetzt werden.

30.11.1936
Der Londoner Kristallpalast, der 1851 für die erste Weltausstellung erbaut worden ist, fällt einem Großbrand zum Opfer.
Eine Reichsverordnung legt die Verbraucherpreise für Weihnachtsbäume im Deutschen Reich einheitlich fest.
Der chinesische Regierungschef Chiang Kai-shek äußert die Hoffnung, dass der deutsch-japanische Antikominternpakt keinen Einfluss auf die Gesamtlage im Fernen Osten hat und die guten deutsch-chinesischen Beziehungen nicht berührt. Zur Kommunistenfrage in China erklärt Chiang Kai-shek, dass lediglich "Reste von roten Banditen an den Landesgrenzen Unruhe stiften".

Rudolf „Karratsch" Caracciola (geb. 30.1.1901 in Remagen; gest. 28.9.1959 in Kassel) war der erfolgreichste deutsche Automobilrennfahrer der Vor- kriegszeit. Caracciola siegte fast ausschließlich auf Mercedes-Benz in zahlreichen Grand- Prix- Rennen und Sport- wagenrennen. So gewann er sensationell als erster Nicht- Italiener 1931 die Mille Miglia in Italien, obwohl er aufgrund der Weltwirtschaftskrise kaum von Mercedes unterstützt werden konnte. Insgesamt errang er 115 Siege bei Automobilrennen.

DEZEMBER 1936

1.12.1936
Der Blumen- und Aktmaler Adolf Ziegler wird zum Präsidenten der Reichskammer der Bildenden Künste ernannt.
US-Präsident Franklin Delano Roosevelt eröffnet die von 21 Staaten beschickte panamerikanische Konferenz in Buenos Aires, bei der über die wirksamsten Friedenssicherungsmaßnahmen zwischen den amerikanischen Staaten beraten wird.
In Berlin wird "Die Julika" von Geza von Bolvary uraufgeführt. Die Hauptrollen spielen Paula Wessely, Attila Hörbiger, Gina Falckenberg und Fred Hennings.

Adolf Hitler hält vor dem Reichskabinett eine Rede über die außenpolitische Lage. Anschließend wird ein ganzes Dutzend Gesetze verabschiedet. Mit dem »Gesetz über die Hitler-Jugend« ist der Prozeß der völligen Erfassung der Jugend durch Staat und Partei abgeschlossen. Als einzige anerkannte Jugendorganisation gilt fortan die Hitlerjugend. Baldur von Schirach wird zum Staatssekretär ernannt, die Reichsjugendführung zu einer obersten Reichsbehörde aufgewertet, damit wird die gesamte deutsche Jugend in der HJ zusammengefasst. Der Gauleiter Josef Wagner, Breslau, wird von Adolf Hitler als Reichskommissar für die Preisbildung eingesetzt. Preiserhöhungen werden verboten. Das Gesetz gegen Wirtschaftssabotage bedroht Deutsche, die sich Devisenvergehen schuldig machen, mit dem Tode. Dem Reichspropagandaministerium wird die Leitung des Winterhilfswerkes übertragen.                    















2.12.1936
Die deutsche Presse weist auf die schlechten Berufsaussichten für Akademiker hin. Für 4664 angehende Mediziner z. B. stehen nur 1400 Bedarfsstellen zur Verfügung. Noch schlechter seien die Aussichten für Juristen.
Adolf Hitler empfängt den italienischen Straßenbauindustriellen, Senator Puricelli, zu Gesprächen über den Plan einer Autobahn Berlin-Rom. Außerdem stattet er dem Reichsleiter Philipp Bouhler einen Besuch ab und dankt ihm für seine 15-jährige Tätigkeit in der NSDAP. Ferner empfängt er in der Reichskanzlei die Obergauführerinnen und sonstige Referentinnen des BDM.
Konrad Heiden, Verfasser einer Biographie Hitlers, der Dichter Thomas Mann, die Schriftsteller Rudolf Olden und Dietrich von Hildebrand, Führer der katholischen Akademikerbewegung, werden ausgebürgert.
US-Präsident Franklin Delano Roosevelt verbietet im Hinblick auf die gespannte Weltlage Mitgliedern des amerikanischen diplomatischen Korps die Eheschließung mit Ausländern.

3.12.1936
Die II. Sozialistische Internationale und der Internationale Gewerkschaftsbund fordern zur Unterstützung der spanischen Republik auf.

4.12.1936
Das Reichserziehungsministerium verkündet die Verkürzung der Schulzeit von 13 auf 12 Jahre ab Ostern 1937.
Um eine gerechte Verteilung der Speisefette an die Verbraucher zu gewährleisten, werden bei den Händlern Kundenlisten aufgestellt.
Die sowjetische Regierung erhöht als Folge der Abwertung des französischen Franc den Tauschwert eines Rubels von bisher 3 auf 4,25 Franc.

5.12.1936
Der deutsche Generalkonsul in Barcelona weilt zur Berichterstattung über die spanischen Verhältnisse in Berlin und wird auch von Adolf Hitler empfangen.
Im ganzen Deutschen Reich sammeln bekannte Persönlichkeiten am "Tag der nationalen Solidarität" für das Winterhilfswerk.
Das Staatliche Schauspielhaus am Gendarmenmarkt in Berlin feiert sein 150jähriges Jubiläum.
Der seit dem 25. November in Moskau tagende Rätekongress der UdSSR verabschiedet eine neue sowjetische Verfassung.
In letzter Instanz gewinnen deutsche Schallplattenfirmen einen Prozeß gegen die Reichsrundfunkgesellschaft.

6.12.1936
Die nationalsozialistischen Gauleiter im Deutschen Reich werden angewiesen, zur Verbesserung der deutschen Rohstoffgrundlage Altmaterialiensammlungen zu organisieren.
In Hamburg wird die Oper "Schwarzer Peter" von Norbert Schultze uraufgeführt.

7.12.1936
Durch einen Runderlaß des Reichsinnenministeriums wird den in rassischer Mischehe lebenden Deutschen das Hissen der Reichs- und Nationalflaggen untersagt.
Die Vorschläge für die Beanspruchung eines Ehrensoldes für verdiente nationalsozialistische Vorkämpfer wurden so zahlreich, dass Rudolf Hess die Angelegenheit in die Hand nahm. In einer Sitzung im Reichs- und preußischen Ministerium des Innern einigte man sich: "- dass einmalige Anträge von Volks- und Parteigenossen von der, Kanzlei des Führers' bearbeitet werden sollen. Die Anträge wurden an Staatssekretär Hans Heinrich Lammers von der Reichskanzlei weitergegeben, - dass von der NSDAP ein Ehrensold lediglich an die Witwen gefallener Parteigenossen gezahlt werden sollte, - dass der Ehrensold des Führers eine große Ausnahme bleiben müsse und nur denen zustehe, die sich den völkischen Kampf zur Lebensaufgabe gemacht hätten "
Die mexikanische Regierung erklärt sich bereit, dem ausgewiesenen sowjetischen Politiker Leo Trotzki, der sich gegenwärtig in Norwegen aufhält, politisches Asyl zu gewähren.
Das erst vor wenigen Tagen fertiggestellte größte Landflugzeug der Welt, die Boeing-Bomber-Maschine, stürzt in Seattle/USA ab und wird schwer beschädigt.

8.12.1936
In Anwesenheit des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler läuft in Kiel das Schlachtschiff »Gneisenau« vom Stapel. Die Tonnage beläuft sich auf auf 31.800 BRT.
Dem jüdischen pazifistischen Schriftsteller Carl von Ossietzky wird ein Ausreiseverbot erteilt, so dass er den ihm verliehenen Friedensnobelpreis nicht persönlich am 10. Dezember in Oslo in Empfang nehmen kann.
Ein neuer Bundesbeschluß des Schweizer Bundesrats soll die "Sicherheit und Ordnung des Staates vor Angriffen kommunistischer und anderer antidemokratischer Organisationen gewährleisten".
Das deutsche Winterhilfswerk betreut künftig keine Juden mehr.
In Berlin endet eine von der Polizei angeordnete Rattenbekämpfungsaktion (Beginn 21. 11.).
In München wird die unter der Regie von Veit Harlan gedrehte Filmkomödie "Alles für Veronika" uraufgeführt. Thekla Ahrens, Willy Eichberger, Hans Moser, Theo Lingen, Grethe Weiser und Gretl Theiner spielen die Hauptrollen.

9.12.1936
In der Sitzung des Nichteinmischungsausschusses in London beschuldigt Botschafter Joachim von Ribbentrop die Sowjetunion, der spanischen Volksfront-Regierung 35 000 Mann und umfangreiche Geldmittel zur Verfügung gestellt zu haben, dazu kämen noch 25 000 Franzosen. Die Sowjetunion wirft der deutschen Regierung vor, zur Unterstützung der nationalspanischen Gegenregierung 6000 Mann entsandt zu haben.
Auf der Hundertjahrfeier des Vereins für Geographie und Statistik in Frankfurt am Main fordert Reichswirtschaftsminister Hjalmar Schacht: "Lebensraum für Deutschland". Er führt aus; "Die Zuteilung kolonialen Raumes ist die gegebene Lösung der bestehenden Schwierigkeiten."
Vor dem höchsten Strafgericht des Kantons Graubünden in Chur beginnt der Prozeß gegen David Frankfurter, der am 4. Februar in Davos den Landesgruppenleiter Schweiz der NSDAP, Wilhelm Gustloff, ermordet hat.

10.12.1936
König Eduard VIII. von England dankt ab. Als Nachfolger wird sein Bruder als König Georg VI. gekrönt.
Der deutsche Geschäftsträger bei der von General Francisco Franco geführten spanischen Gegenregierung, Wilhelm Faupel, tritt in einem Telegramm an die Reichsregierung für die sofortige Entsendung starker deutscher Truppenverbände nach Spanien ein.
Reichsjugendführer Baldur von Schirach wendet sich in einer groß angekündigten Rundfunkansprache an alle Eltern, um sich gegen Vorwürfe "mancher verirrten Geistlichen" zu wehren, ein Feind der religiösen Erziehung zu sein. Er habe niemals einen Gottlosen in der Hitlerjugend geduldet.
Im großen Saal des Stockholmer Konzerthauses werden die Nobelpreise übergeben. Der Jude und pazifistische Schriftsteller Carl von Ossietzky kann den ihm verliehenen Friedensnobelpreis nicht in Oslo in Empfang nehmen. Zwei Tage zuvor hatte er endgültig Ausreiseverbot erhalten.
Herbert Dohring, Hausverwalter im Haus Wachenfeld, heiratet Adolf Hitlers Köchin Anna Krautenbacher.

11.12.1936
Das britische Parlament verabschiedet ein Abdankungsgesetz, das den Rücktritt des bisherigen Königs, Eduard VIII., regelt.
Der deutschen Hausfrau werden neue Richtlinien für die Beköstigung der Familie vorgeschlagen, "um die Ernährung des Volkes aus seinem eigenen Boden sicherzustellen".

12.12.1936
Im Londoner St.-James-Palast wird Herzog Albert von York vom Thronrat zum König Georg VI. von Großbritannien ausgerufen.
Die Lufthansa beendet den 200. planmäßigen Postflug über den Südatlantik. Bisher wurden von ihr rund zehn Millionen Luftpostbriefe befördert.
Die Regierung des Freistaates Irland unter Ministerpräsident Eamon de Valera nimmt die Abdankung König Eduards VIII. zum Anlaß, eine Verfassungsänderung einzuleiten, die darauf hinausläuft, dem irischen Freistaat eine republikanische Regierungsform zu geben.

13.12.1936
Die Athletikkommission des Staates New York setzt den 3. Juni 1937 als Termin für den Weltmeisterschaftskampf im Schwergewicht der Profiboxer zwischen dem Titelverteidiger James J. Braddock aus den USA und dem deutschen Herausforderer Max Schmeling fest.
Adolf Hitler erläutert auf dem Obersalzberg der SA- und HJ-Führung ihre neue Aufgabe, die sich aus dem Gesetz über die Hitlerjugend ergab.
Aus Anlaß des 100. Geburtstages des deutschen Malers Franz von Lenbach findet im Münchener Künstlerhaus ein Festakt statt.

14.12.1936
Der Mörder des NSDAP-Politikers Wilhelm Gustloff, David Frankfurter, wird in Chur u.a. zu 18 Jahren Zuchthaus verurteilt.
Adolf Hitler sendet ein Glückwunschtelegramm an den neuen englischen König Georg VI. zu dessen Geburtstag.
Der jüdische Publizist Carl von Ossietzky wird vom KZ Papenburg-Esterwegen ins Berliner Krankenhaus Nordend gebracht.
Heinrich Mann hält in Paris einen Vortrag "Freiheit für Ossietzky".

15.12.1936
Botschafter Joachim von Ribbentrop erklärt auf einem Empfang der "Anglo-German Fellowship" in London, Deutschland erstrebe keineswegs vollständige Autarkie. Umso wichtiger sei die Losung seiner Kolonialwünsche. Der Krieg zwischen Deutschland und England sei ein "tragischer Fehler" gewesen und dürfe sich niemals wiederholen. Ein neuer Krieg in Europa werde zum Welt-Bolschewismus führen.
13 Staaten, die an die USA noch Kriegsschulden (aus dem Weltkrieg) zu zahlen haben, werden von der US-Regierung an die am 15. Dezember fällige Rate erinnert. Außer Finnland erklären sich alle Staaten angesichts der gespannten wirtschaftlichen Situation außerstande, den Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.
Die Reichsregierung erlässt ein Amnestiegesetz für Devisenvergehen, das all jenen Straffreiheit zusichert, die ihre bisher nicht deklarierten Vermögenswerte im In- und Ausland bis zum 31. Januar 1937 der Reichsbank übertragen.

16.12.1936
Auf Vermittlung des Internationalen Roten Kreuzes stimmen die beiden spanischen Bürgerkriegsparteien einem Gefangenenaustausch zu. Danach sollen alle Gefangenen unter 18 und über 60 Jahre ausgetauscht werden, insgesamt etwa 4000 Mann.
Die "Leibstandarte SS Adolf Hitler" gibt dem Führer in der Berliner Deutschlandhalle ein großes Konzert.
Der preußische Ministerpräsident Hermann Göring ordnet an, den Schriftsteller Carl von Ossietzky niemals ausreisen zu lassen und "ständig unter geschickter Bewachung" zu halten.
Dem französischen Schriftsteller Maxence van der Meersch wird in Paris für die Erzählung "Sein Vermächtnis" der Prix Goncourt, der bedeutendste französische Literaturpreis verliehen.

17.12.1936
Der Beauftragte für die Rohstoff- und Devisenfragen, Hermann Göring, verlangt von der Großindustrie die verstärkte Bereitstellung von Rohstoffen und Devisen und verspricht ihr reichliche Entschädigung im "siegreichen Krieg".
Im Deutschen Reich werden neue Ein-, Zwei-, Fünf- und Zehn-Reichspfennig-Stücke eingeführt. Mit dem Entwurf und der Produktion der neuen Geldstücke ist die Preußische Staatsmünze betraut.
Bundesrat Giuseppe Motta (Katholisch-Konservative Partei) wird von der Schweizer Bundesversammlung zum neuen Bundespräsidenten gewählt.

18.12.1936
Von den Berliner Borsig-Lokomotiv-Werken wird mit der schwersten bisher im Deutschen Reich gebauten Tenderlokomotive eine erste Probefahrt unternommen; sie hat ein Gewicht von 140 t und bringt eine Leistung von 2500 PS.
Der Schweizer Bundesrat beschließt mit Wirkung vom Januar 1938 an, drei Armeekorps aufzustellen.
In Paris wird das Schauspiel "Cesar" von Marcel Pagnol uraufgeführt.

19.12.1936
Die Philosophische Fakultät der Universität zu Bonn erkennt dem Schriftsteller Thomas Mann wegen seiner Ausbürgerung die Ehrendoktorwürde ab.
Im Zürcher Schauspielhaus hat das Schauspiel "Arthur Aronymus und seine Väter" von Else Lasker-Schüler in der Regie von Leopold Lindberg Premiere mit Leonard Steckel in der Hauptrolle.

20.12.1936
In Paris wird eine Buchmesse deutscher Exil-Schriftsteller eröffnet.

21.12.1936
In Dessau startet die Ju 88 V 1 der Junkers-Flugzeugwerke zu ihrem Jungfernflug.
Adolf Hitler bespricht sich mit Militärs u. a. Werner Freiherr von Fritsch, Werner von Blomberg und Hermann Göring und ordnet weitere militärische Hilfe für Francisco Franco an.
Im Exil lebende deutsche Politiker und Schriftsteller rufen zur Bildung einer "Deutschen Volksfront" auf, da nur dadurch die "braune Tyrannei" gebrochen werden könne. Zu den Unterzeichnern des Aufrufes zählen die Politiker Walter Ulbricht, Herbert Wehner, Willy Brandt und Max Braun sowie die Schriftsteller Thomas Mann, Ernst Bloch und Arnold Zweig.
In London und Paris gründet eine bürgerlich-demokratische Emigrantengruppe die "Deutsche Freiheitspartei", ihre Führer sind Otto Klepper und Carl Spieker.
Das bayerische Unterrichtsministerium verbietet den hebräischen Sprachunterricht in den altsprachlichen Gymnasien.
Das Geburtszimmer des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler im österreichischen Braunau am Inn darf infolge behördlicher Anordnung nur noch von Reichsdeutschen besucht werden.

22.12.1936
Ein Erlass des Reichsinnenministeriums verfügt, dass ein Reisepaß mit Geltung für das Ausland an Wehrpflichtige (Männer vom 18. bis zum 45. Lebensjahr) nur mehr mit Zustimmung des zuständigen Wehrbezirkskommandos oder Wehrmeldeamtes ausgestellt werden darf.
In Berlin wird die Filmkomödie "Donner, Blitz und Sonnenschein" von Erich Engels uraufgeführt. In den Hauptrollen sind Karl Valentin und Liesl Karlstadt zu sehen.

23.12.1936
In Berlin wird von der Ufa der Abenteuer- und Sensationsfilm "Unter heißem Himmel" uraufgeführt. In dem unter der Regie von Gustav Ucicky gedrehten Film spielen Hans Albers, Lotte Lang, Aribert Wäscher und René Deltgen die Hauptrollen.
Das Reichswirtschaftsministerium schließt Juden von der Erstellung und Vereidigung als Bücherrevisoren aus.
Papst Pius XI. nimmt in seiner Weihnachtsbotschaft gegen die Greuel des Hasses und der Morde im Spanischen Bürgerkrieg Stellung und wendet sich auch gegen jene, die sich "im Kampf gegen den gottlosen Kommunismus in der Wahl ihrer Mittel und der Einschätzung ihrer Gegner von falschen und verhängnisvollen Grundsätzen leiten lassen".
Die Panamerikanische Friedenskonferenz in Buenos Aires (1.- 23. 12. 1936) geht zu Ende.

24.12.1936
Adolf Hitler nimmt in München um die Mittagszeit an einer Weihnachtsfeier alter Kämpfer teil, die im Löwenbräukeller stattfindet. Er hält eine kleine Ansprache.
In ihrem Hirtenbrief erklären es die deutschen katholischen Bischöfe zu ihrer Pflicht, "das Oberhaupt des Deutschen Reiches mit allen Mitteln" im Kampf gegen den Bolschewismus zu unterstützen: "Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler hat den Anmarsch des Bolschewismus von weitem gesichtet und sein Sinnen und Sorgen darauf gerichtet, diese ungeheuere Gefahr von unserem deutschen Volk und dem gesamten Abendland abzuwehren. Die deutschen Bischöfe halten es für ihre Pflicht, das Oberhaupt des Deutschen Reiches in diesem Abwehrkampf mit allen Mitteln zu unterstützen, die ihnen aus dem Heiligtum zur Verfügung stehen."
Deutsche Kommunisten und Sozialdemokraten veröffentlichen ein Programm für die Bildung einer "Deutschen Volksfront".
Die Schweizer Fußballschiedsrichter-Kommission faßt den Beschluß, ab Januar 1937 für Foulspiele den Platzverweis auf Zeit probeweise auszusprechen.

25.12.1936
Im Hamburger Schauspielhaus hat das Lustspiel "Das Horoskop seiner Lordschaft", frei nach Oscar Wilde, Premiere.

26.12.1936
Der deutsche Reichsschutzbund fordert die Bevölkerung zur Mitarbeit bei der Verbesserung des Schutzes vor feindlichen Fliegerangriffen auf.
Pläne, eine große Goldwaschanlage mit Maschinenbetrieb am Rhein aufzubauen, werden wegen der zu geringen Wirtschaftlichkeit zurückgestellt. Der beste Rheinsand ergebe nur durchschnittlich einen Goldgehalt von 0,5 g pro t Sand.

27.12.1936
Nach zwei Jahren völligen Schweigens hält Mahatma Gandhi eine politische Rede.
Das musikalische Lustspiel "Der Campiello" von Ermanno Wolf-Ferrari, wird am Staatstheater München in deutscher Fassung uraufgeführt.
Dem Italiener Giusto Cervasutti gelingt als erstem Alpinisten eine Winterbesteigung des Matterhorn, des 4478 m hohen Gipfels der Walliser Alpen (Schweiz), im Alleingang.

28.12.1936
Propagandaminister Joseph Goebbels beauftragt die NS-Volkswohlfahrt, unverzüglich ein Hilfswerk für deutsche bildende Kunst aufzubauen, das die Aufgabe übernehmen soll, durch Ausstellungen aller Art zusätzliche Verkaufsmöglichkeiten für »gute Kunstwerke« zu schaffen.
Reichserziehungsminister Bernhard Rust ordnet eine Vereinheitlichung der höheren Schulen an, nach der die »Hauptform«, die höhere Schule mit Englisch als erster Fremdsprache, den Vorrang hat vor der »Nebenform«, dem herkömmlichen Gymnasium mit Griechisch und Latein.

29.12.1936
Zum 100. Todestag des deutschen Afrikaforschers Georg Schweinfurth wird in Frankfurt am Main eine Georg-Schweinfurth-Gesellschaft gegründet, die ihre Aufgabe in der Unterstützung praktischer kolonialer Forschungsarbeit erblickt.
Die Schriftstellerin und Kabarettistin Erika Mann eröffnet gemeinsam mit ihrem Bruder, dem Schriftsteller Klaus Mann, in einem New Yorker Hochhaus das politisch-satirische Kabarett "Peppermill" (in München als "Die Pfeffermühle" gegründet). Dort treten u.a. Therese Giehse, Magnus Henning, Sybille Schloss und Lotte Goslar auf.
Im Reich wird des zehnten Todestages des Dichters Rainer Maria Rilke gedacht.

30.12.1936
Der italienische Außenminister Caleazzo Graf Ciano berät in Rom mit dem deutschen Botschafter Ulrich von Hassel über die britisch-französischen Vorschläge zur Nichteinmischung in den Spanischen Bürgerkrieg.
Die deutsche Geheime Staatspolizei (Gestapo) löst den Ring, den Bund jüdischer Jugend, auf.

31.12.1936
Die deutsche Reichsregierung protestiert in Den Haag gegen antideutsche Aktionen in niederländischen Städten. Von Deutschen gehißte Hakenkreuzfahnen zur bevorstehenden Hochzeit von Kronprinzessin Juliana mit Prinz Bernhard von Lippe-Biesterfeld waren der Anlaß zu den Zwischenfällen.
Im Haus des Zürcher Verlegers Emil Oprecht wird der Antwortbrief von Thomas Mann an die Bonner Universität wegen der Aberkennung der Ehrendoktorwürde erstmals verlesen. Unter dem Titel "Ein Briefwechsel" wird er im Januar 1937 in der "Neuen Zürcher Zeitung" und als Broschüre bei Oprecht veröffentlicht.
1936 wurden im Deutschen Reich 1374 Sozialdemokraten und 11 687 Kommunisten verhaftet.

Hochzeitsfeier Kronprinzessin Juliana mit Prinz Bernhard von Lippe-Biesterfeld am 7.1.1937: Die Hochzeitsfeier des jungen Paares gerät zum Volksfest. Den Haags Straßen sind in Siebenerreihen von Menschen gesäumt, so dass sich die goldene Hochzeitskutsche ihren Weg durch ein Meer von orangefarbenen Fähnchen bahnen muss. An diesem Tag erhielt Bernhard auch Namen und Rang eines Prinzen der Niederlande, elf Jahre später wurde seine Frau Königin.

Das Reichskabinett
Das Reichskabinett
Das Reichskabinett
Das Reichskabinett
Das Reichskabinett
Auf der Autobahn Frankfurt am Main-Darmstadt stellt der deutsche Automobil-Rennfahrer Rudolf Caracciola einen neuen Weltrekord über zehn Meilen auf.
Hochzeitsfeier Kronprinzessin Juliana mit Prinz Bernhard von Lippe-Biesterfeld am 7.1.1937
die sozialen Errungenschaften im Deutschen Reich waren einzigartig und es gab auf der ganzen Welt nichts Vergleichbares

Hugo Sperrle

Stanley Baldwin

Edward Rydz-Smigly

Olga Tschechowa

Oskar Eduard Messter

August Bier

Willhelm Faupel

König Georg VI.

James J. Braddock

Wilhelm Gustloff

David Frankfurter

Franz von Lenbach

Georg Schweinfurth

Sie können die einzelnen Bilder anklicken und die detailierten Ereignnisse dieser Zeit in der großen Chronik von 1933-45 nachlesen