Chronik des Nationalsozialismus November / Dezember 1937

NOVEMBER 1937

1.11.1937
In Bern werden die schweizerischen Antisemiten Silvio Schnell und Theodor Fischer in zweiter Instanz von der Anklage der Verbreitung von Schundliteratur freigesprochen. Die Angeklagten hatten 1933 eine Broschüre "Die zionistischen Protokolle - das Programm der internationalen Geheimregierung" veröffentlicht. In erster Instanz wurden die Protokolle als Fälschung bezeichnet und die Angeklagten zu Geldstrafen verurteilt.
Reichsminister Hermann Göring eröffnet in der Preußischen Akademie der Künste in Berlin die Ausstellung "Italienische Kunst von 1800 bis zur Gegenwart". Sie dauert bis zum 26. November.
Erich Kordt, Gesandtschaftsrat unter Botschafter Joachim von Ribbentrop in London, tritt in die NSDAP ein. ­
Christian Weber wird Inspekteur der SS-Reitschulen.
In Genf beginnt unter Beteiligung von 35 Staaten (ohne das Deutsche Reich, Italien und Japan) eine Konferenz, die sich mit der Ausarbeitung von Maßnahmen gegen den internationalen Terrorismus beschäftigt.
Der britische Außenminister Anthony Eden sagt vor dem Unterhaus in London, dass die spanische Regierung durch "riesige" sowjetische Lieferungen der eigentliche Gewinner der Nichteinmischung anderer Staaten in den Spanischen Bürgerkrieg sei.

2.11.1937
Die gesamte italienische Presse wendet sich in scharfem Ton gegen Äußerungen des britischen Außenministers Anthony Eden vom Vortag. Eden hat die Italiener aufgefordert die deutschen Kolonialwünsche in Afrika nicht weiter zu unterstützen.
Edmund Glaise-Horstenau, ein Nationalsozialist, wird Innen­minister in Österreich.
Die deutsche Fliegerin Hanna Reitsch führt in Berlin erstmals den Hubschrauber Fw 61 von Heinrich Focke öffentlich vor.

3.11.1937
Der Reichsnährstand erlässt Verordnungen, wonach der Beimischungszwang für Brotmehl verschärft wird. Dem Roggenbrotmehl muss Kartoffelmehl und dem Weizenbrotmehl Maismehl beigemischt werden. Durch diese Maßnahmen soll der Getreideimport reduziert werden.
In Brüssel beginnt die Ostasienkonferenz (ohne Beteiligung von Japan und dem Deutschen Reich), auf der eine Lösung für den japanisch-chinesischen Konflikt gefunden werden soll. Die Zusammenkunft endet am 24. November ohne greifbares Ergebnis.
In der UdSSR sind im letzten Monat 403 Menschen als "Volksfeinde" hingerichtet worden.

4.11.1937
In Zürich und Basel werden Zentralen der Kommunisten und Antifaschisten ausgehoben und mehrere Personen verhaftet, die Freiwillige für den Spanischen Bürgerkrieg geworben haben.
Adolf Hitler empfängt den italienischen Justizminister Solini in Berlin, sowie die neu ernannten Gesandten Dr. Herrero für Vene­zuela und Nader Arastek vom Iran.
Zu Verhandlungen über den Antikominternpakt mit der italienischen Regierung fährt Joachim von Ribbentrop als Hitlers Sonderbotschafter nach Rom.
Der Reichsjustizminister untersagt Juden die Anwendung des „Deutschen Grußes" in Gerichtssitzungen.
Der Nichteinmischungsausschuß in London verabschiedet einen Entschließungsentwurf zur spanischen Frage - bei Enthaltung der sowjetischen Delegation. Danach sollen die beiden Bürgerkriegsparteien zur Mitarbeit bei der Zurückziehung der Freiwilligen ersucht und die Kontrolle der portugiesisch-spanischen und der französisch-spanischen Grenze wiederaufgenommen werden.

5.11.1937
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler legt in Berlin vor den militärischen Oberbefehlshabern und den Reichsministern Werner von Blomberg (Krieg) und Konstantin Freiherr von Neurath (Äußeres) seine Zukunftspläne dar.
Die Regierungen in Berlin und Warschau veröffentlichen eine gemeinsame Erklärung über den künftigen Schutz der deutschen bzw. polnischen Minderheiten in den beiden Ländern.
In Prag läuft der US-amerikanische Spielfilm "Pferdenarren" ("A Day at the Races", 1937) mit den Marx Brothers an.

6.11.1937
Italien tritt dem japanisch-deutschen Antikominternpakt vom 25. November 1936, der gegen die Kommunistische Internationale und die Sowjetunion gerichtet ist, bei. Das »weltpolitische Dreieck« Berlin - Rom - Tokio ist ein antibolschewistisches Bündnis.
Japanische Truppen besetzen die Hauptstadt der chinesischen Provinz Schansi, Taiyuan, im Nordwesten des Landes.

7.11.1937
Anlässlich des 20jährigen Jubiläums der Russischen Revolution findet in Anwesenheit der sowjetischen Führung auf dem Roten Platz in Moskau eine große Militärparade statt.
In Moskau hat der Spielfilm "Lenin im Oktober" von Michail Romm Premiere.

8.11.1937
Propagandaminister Joseph Goebbels eröffnet im Deutschen Museum in München die nationalsozialistische sog. Aufklärungsschau »Der ewige Jude«.

LINKS: Blick von der Uferstraße auf das Bibliotheksgebäude des Deutschen Museums, 1937. Das riesige Plakat der Propagandaausstellung "Der ewige Jude" wurde abends angestrahlt, so dass Passanten es auch bei Dunkelheit vom gegenüberliegenden Isarufer aus bemerken mussten. RECHTS: Schon am Münchner Hauptbahnhof warb ein großes Transparent für den Besuch der Propagandaausstellung "Der ewige Jude" im Deutschen Museum. MITTE: Plakat von Horst Schlüter zur Sonderausstellung "Der ewige Jude", die 1937 im Bibliotheksbau des Deutschen Museums gezeigt wurde. Anprangerung war die Methode, die mit allen Mitteln der Suggestion, der Diffamierung und Stigmatisierung angewendet wurde.


In der Freien Stadt Danzig werden zwei Verordnungen des Senats veröffentlicht. Die erste verbietet die Neubildung von Parteien, die zweite verkündet die Bildung einer Staatsjugend aus allen deutschstämmigen Jugendlichen.
Ein neues Reichsgesetz bestimmt dass Nachkommen der Pflichtteil an einer Erbmasse entzogen werden kann, wenn sie eine Ehe mit einem Juden eingehen. dasselbe Gesetz erklärt ausgebürgerte Deutsche für erbunfähig.

9.11.1937
An der Feldherrenhalle in München findet die jährliche Gedenkfeier für die Nationalsozialisten, die beim Hitlerputsch (9. November 1923) getötet worden sind, statt.
Der deutsche Gesandte in Prag, Ernst Eisenlohr, verlangt in einem Gespräch mit dem tschechoslowakischen Außenminister Kamill Krofta ein Verbot der deutschen Emigrantenpresse in der CSR und die Öffnung des Landes für NS-deutsche Zeitungen und Bücher.

10.11.1937
Der Reichsnährstand verfügt, dass der für Ende November angesetzte Reichsbauerntag nicht stattfindet. Als Begründung wird das Umsichgreifen der Maul- und Klauenseuche im Reich angeführt.
Der Abteilungsdirektor im Reichspostministerium, Fritz Banneitz, teilt in München u.a. mit, dass die in Berlin entstehende Fernsehsendeanlage für 441-Zeilen-Fernsehbilder schon Ostern 1938 in Betrieb genommen werden kann.
Die britische Mandatsregierung in Palästina führt wegen der anhaltenden Unruhen im Land für den "unbefugten Besitz" von Waffen die Todesstrafe ein.
Nach mehr als dreimonatigem Widerstand gegen die japanische Invasion geben die Chinesen die Hafenstadt Schanghai auf und ziehen sich nach Norden zurück.
Der brasilianische Staatspräsident Getúlio Dornelles Vargas entmachtet das Parlament und errichtet eine Diktatur. Zur Begründung sagt Vargas in einer Rundfunkrede, Parteiwirtschaft und Klassenkampf hätten das Land an den Rand des Bürgerkriegs gebracht.

11.11.1937
Hetzrede des Diplomatischen Vertreters der Republik Polen in Danzig, Minister Chodacki. Er hat u.a. erklärt: "Ich kann mich noch genau an die Zeit erinnern, wie ich in den Krieg zog mit der Hoffnung auf das Auferstehen Polens. Ebenso sollen die Polen hier in Danzig in der Hoffnung sein und warten, daß sie in kürzester Zeit auf polnischem Boden wohnen werden."
Der tschechoslowakische Außenminister Kamill Krofta äußert sich in Prag pessimistisch zu den deutsch-tschechoslowakischen Beziehungen. Krofta sagt, die deutsche Regierung benutze die Ereignisse in Teplitz (sudetendeutscher Zwischenfall am 17.10.), um eine antitschechoslowakische Politik zu betreiben.
Großbritannien und die spanische Gegenregierung von Francisco Franco Bahamonde schließen ein Abkommen. Darin vorgesehen ist der Austausch von Agenten zum Schutz der beiderseitigen Staatsangehörigen und der jeweiligen Handelsinteressen.

12.11.1937
Der deutsche Reichsärzteführer Gerhard Wagner erlässt zur Vereinheitlichung der bisherigen Bestimmungen eine Berufsordnung für die gesamte deutsche Ärzteschaft.
Die japanische Regierung lehnt eine zweite Einladung zur Brüsseler Konferenz über den japanisch-chinesischen Krieg ab.
In Hamburg wird die Oper "Das Opfer" von Winfried Zillig (Texte: Reinhard Goering) uraufgeführt.

13.11.1937
Die Deutsche Hochschule für Politik, die seit 1920 in Berlin als Verein besteht, wird vom Reich übernommen. Die Aufsicht über die Hochschule erhält Reichspropagandaminister Joseph Goebbels.
Im Deutschen Reich wird eine neue Straßenverkehrsordnung erlassen. Sie soll am 1. Januar 1938 in Kraft treten.

14.11.1937
Bei Zusammenstößen und Attentaten in Jerusalem werden im Laufe des Tages sieben Menschen getötet und mehrere verletzt.
Die Gesamtzahl der im Deutschen Reich verhafteten evangelischen Geistlichen hat sich in der vergangenen Woche von 95 auf 115 erhöht. Alle Geistlichen sind im Zusammenhang mit dem Widerstand der Kirche gegen das NS-Regime festgenommen worden.
In Budapest gewinnt die ungarische Fußball-Nationalmannschaft vor 10 000 Zuschauern gegen die schweizerische Elf 2:0.

15.11.1937
Der Berliner Berichterstatter der französischen Nachrichten-Agentur Agence Havas, Paul Ravoux, wird von der deutschen Reichsregierung wegen böswilliger Berichterstattung aus dem Deutschen Reich ausgewiesen.
In der deutschen Presse werden die Preise für Weihnachtsbäume bekanntgegeben. Bäume bis zu 4 m dürfen höchstens 4 Reichsmark kosten.
Anlässlich des 75. Geburtstags des deutschen Schriftstellers Gerhart Hauptmann werden an deutschen Bühnen Aufführungen seiner Stücke gegeben.
Im Verlag Heinrich Mercy Sohn Prag, erscheint die Biographie "Franz Kafka" von Max Brod.

16.11.1937
Angesichts des Vorrückens der japanischen Truppen gegen Nanking beschließt der chinesische Ministerpräsident Chiang Kai-shek, die Regierungsbehörden aus der Hauptstadt in andere Teile des Landes zu verlegen.
Die sowjetische Delegation beim Nichteinmischungsausschuß in London teilt mit, dass die UdSSR nun doch die Resolution vom 4. November 1937 mittragen wolle, "um die praktischen Arbeiten für die Zurückziehung der ausländischen Kriegsteilnehmer in Spanien zu fördern".
Der Deutsche Caritasverband feiert in Freiburg im Breisgau sein 40jähriges Bestehen.

17.11.1937
Der britische Lordpräsident des Staatsrats, Edward Wood Viscount Halifax, trifft in Berlin ein. Er soll im Auftrag der britischen Regierung mit der deutschen Führung grundsätzliche Gespräche über das Verhältnis der beiden Staaten zueinander und die Kolonialforderungen der Deutschen führen.

18.11.1937
Die Wiener Polizei hebt die Redaktion der illegal in Österreich erscheinenden NS-Zeitung »Österreichischer Beobachter« aus.

19.11.1937
Bei einem Gespräch mit Führer und Reichskanzler Adolf Hitler erklärt der britische Lordpräsident Edward Wood Viscount Halifax, Großbritannien sei bereit, eine territoriale Erweiterung des Deutschen Reiches zu tolerieren, falls sie mit friedlichen Mitteln erfolge.
In Paris entdeckt die Sicherheitspolizei mehrere Waffenlager in Privatwohnungen. Die Behörden nehmen an, dass es sich dabei um Vorbereitungen rechtsradikaler Gruppen für einen Putschversuch handelt.
Automobilrennfahrer George Eyston erreicht mit dem "Thunderbolt" auf dem Salzsee bei Bonneville im US-Bundesstaat Utah die Rekordgeschwindigkeit von 502,33 km/h (Durchschnitt) über 1 km.
In Prag wird ein "Tag der Ruhe" begangen. Auf Betreiben der Behörden soll getestet werden, inwieweit die Lärmbelastung der Bevölkerung - besonders durch den Straßenverkehr - reduziert werden kann.

20.11.1937
Die japanischen Truppen in China erobern die Stadt Sütschou südlich von Nanking und stehen nach dem Durchbrechen der chinesischen Verteidigungslinien kurz vor der Hauptstadt.
Anlässlich einer Feier zum 25. Geburtstag des österreichischen Thronanwärters Otto Habsburg-Lothringen in Wien erklärt der politische Leiter der Legitimisten (Monarchisten), Ewald Wiesner, der Legitimismus sei "der berufenste Verfechter der österreichischen Unabhängigkeit".
Das Fachamt Tennis des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen veröffentlicht die Tennisrangliste 1937. Bei den Herren führt Gottfried von Cramm, bei den Damen Marieluise Horn.

21.11.1937
Der Ministerpräsident von Ungarn, Kálmán Darányi, und Außenminister Kálmán Kánia von Kánya treffen zu einem Staatsbesuch in Berlin ein.
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft schlägt die Schweden vor 55 000 Zuschauern in Hamburg 5:0.

22.11.1937
Reichsinnenminister Wilhelm Frick ordnet an, dass die deutschen Vermessungsdienststellen in Zukunft den rechten Winkel nicht mehr in 90, sondern in 100 Gradstriche einzuteilen haben. In anderen Bereichen soll die Verwendung der 90-Grad-Einteilung bestehen bleiben.
Adolf Hitler besichtigt in Augsburg die Messerschmitt-Flugzeugwerke und fährt dann nach München.

23.11.1937
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler nimmt an der offiziellen Übergabe der sog. Ordensburg Sonthofen im Allgäu zur Schulung der NSDAP-Elite an die Partei teil. Er hält vor den versammelten Kreisleitern und Gauamtslei­tern eine zweistündige Rede über „Aufbau und Organisation der Volksführung".
Der deutsche Reichskirchenminister Hanns Kerrl spricht bei einer NSDAP-Kundgebung in Fulda. Er verwahrt sich gegen den Vorwurf, der NS-Staat oder die Partei seien antikirchlich eingestellt. Immerhin - so Kerrl - hätte das Dritte Reich den Kirchen bisher über 1 Milliarde Reichsmark an Geldern zukommen lassen.
Leopold III., König der Belgier, beauftragt Paul Emile Janson mit der Bildung einer neuen Regierung. Das bisherige Kabinett unter Paul van Zeeland ist am 25. Oktober zurückgetreten.

24.11.1937
Der britische Premierminister Arthur Neville Chamberlain bestreitet vor dem Londoner Unterhaus, daß beim Besuch des Lordpräsidenten Edward Wood Viscount Halifax bei Führer und Reichskanzler Adolf Hitler Vereinbarungen getroffen worden sind, und bezeichnet entsprechende Berichte der Presse als »im höchsten Maß unzutreffend«.
Adolf Hitler, wieder in Berlin, nimmt an einem Empfang in der japanischen Botschaft teil, den Botschafter Mushakoji aus Anlass des Jahrestages des Antikominternpaktes veranstaltet.
Die Berliner Reichsregierung erläßt ein Gesetz gegen das Einrichten und Betreiben von Schwarzsendern.
In Kassel wird die Oper "Tobias Wunderlich" mit Musik von Joseph Haas uraufgeführt.

25.11.1937
In einer Rundfunkrede zum Jahrestag der Unterzeichnung des deutsch-japanischen Antikomintern-Abkommens hebt Reichspropagandaminister Joseph Goebbels die Bedeutung des Paktes bei der "Verteidigung der Kulturgüter gegen die Bedrohung der Kommunistischen Internationale" hervor.
Adolf Hitler empfängt in der Reichskanzlei den ungarischen Ministerpräsidenten Kálmán Darányi und den Außenminister Kanya. Hitler und Konstantin Freiherr von Neurath haben eine längere Aussprache mit ihnen, anschließend gibt der Führer ein Abendessen. Zum Abschluß seines Besuchs in Berlin erklärt Darányi, zwischen dem Deutschen Reich und Ungarn bestehe eine völlige Übereinstimmung.
Im Lauf der nächsten Monate sollen im Deutschen Reich rund 150 "Danzig-Kundgebungen" stattfinden. Das soll dazu beitragen, "im deutschen Volk das Wissen um den deutschen Freistaat Danzig und den östlichen Lebensraum zu vertiefen".
Die deutsche Reichsregierung erlässt das Reichsheimstättengesetz zum Bau weiterer Siedlungen.

26.11.1937
Letzte ordentliche Kabinettssitzung. Hjalmar Schacht tritt als Reichswirtschaftsminister zurück. Sein Amt als Präsident des Reichsbankdirektoriums behält er bei. Bis zum Amtsantritt des neuen Wirtschaftsministers Walther Funk, der für den 15. Januar 1938 vorgesehen ist, übernimmt der Beauftragte für den Vierjahresplan, Hermann Göring, die Führung der Geschäfte des Reichswirtschaftsministers. Karl Hanke, enger Mitarbeiter von Joseph Goebbels, wird mit Wirkung vom 15. Januar 1938 Staatssekretär im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda. Der Reichspresse­chef der NSDAP, Otto Dietrich, wird mit Wirkung vom 15. Januar 1938 Staatssekretär im Propagandaministerium und Pressechef der Reichsregierung.
Der deutsche Spielfilm "Serenade" von Willi Forst wird in Berlin uraufgeführt. Hilde Krahl und Albert Matterstock spielen Hauptrollen, Peter Kreuder schrieb die Filmmusik.
In Berlin wird das Violinkonzert von Robert Schumann uraufgeführt. Die Orchesterleitung hat Karl Böhm, Solist ist Georg Kulenkampff.

27.11.1937
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler legt in Berlin den Grundstein zum Bau der Wehrtechnischen Fakultät der Technischen Hochschule. Nach Hitlers Worten beginnt mit dem heutigen Tag »eine Periode baulicher Neugestaltung in Berlin«.
Nach sechstägigen Verhandlungen schließen Vertreter der Amsterdamer Internationale der Gewerkschaften und der sowjetischen Gewerkschaften in Moskau ein Abkommen, das die Zusammenarbeit "in der Bekämpfung des Krieges und des Faschismus" vorsieht.
Entgegen der bisherigen Praxis werden in Zukunft sog. Schmiergelder nicht mehr als steuerlich abzugsfähige Werbungskosten anerkannt. Das geht aus einer Entscheidung des Preußischen Oberverwaltungsgerichts hervor.
In Hannover erlebt die Oper "Die Fastnacht von Rottweil" von Wilhelm Kempff ihre Uraufführung.

28.11.1937
Der französische Ministerpräsident Camille Chautemps und der Außenminister Yvon Delbos treffen zu dreitägigen Gesprächen mit der britischen Regierung in der englischen Hauptstadt London ein. Kernpunkt der Unterredungen soll eine Angleichung der "Politik der Zugeständnisse" gegenüber dem Deutschen Reich sein.
Der Motorradrennfahrer Ernst Henne stellt auf der Reichsautobahn bei Frankfurt am Main zwölf neue Geschwindigkeitsweltrekorde auf.
Das schweizer Volksbegehren bezüglich des Verbots der Freimaurerlogen wird in der Volksabstimmung mit rund 515.000 gegen 234.000 Stimmen abgelehnt.
In Zürich trennen sich die Fußball-Nationalmannschaften der Schweiz und der Tschechoslowakei vor 10 000 Zuschauern 5:1.

29.11.1937
Die Einbeziehung der internationalen Sicherheitszonen Valencia und Barcelona in die Blockade der spanischen Ostküste durch faschistische Kriegsschiffe wird von der britischen Regierung für unzulässig erklärt.
Die Japaner übernehmen in Schanghai die Kontrolle über chinesische Regierungsstellen und öffentliche Einrichtungen.

30.11.1937
Reichskirchenminister Hanns Kerrl spricht in Hagen über das Thema "Weltanschauung und Religion". Kerrl führt aus, dass gegen 955 0rdensleute Verfahren wegen Sittlichkeitsvergehen anhängig seien.
Die japanische Regierung erkennt die spanische Gegenregierung Francisco Francos offiziell an.

Edward Wood Viscount Halifax kam auf Einladung von H. Göring im Nov. 1937 nach Deutschland zu einer Jagdausstellung. Er hatte Instruktionen vom Foreign Office, falls es zu einem Treffen mit Adolf Hitler kommen sollte. Er sagte nach seinem Deutschland- besuch, dass er all die Nazi-Führer, selbst Goebbels mochte und er war sehr beeindruckt, interessiert und amüsiert durch den Besuch. Er fand das Regime absolut fantastisch. Im Tagebuch notierte er, dass er Hitler gesagt habe: „Obwohl es viel am Nazisystem gab, das die britische Meinung verletzte, war ich nicht blind, was Hitler für Deutschland getan hatte und was er mit dem Hinausfegen des Kommunismus aus seinem Land erreicht hatte."

DEZEMBER 1937

1.12.1937
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler ernennt den Staatssekretär und Chef der Präsidialkanzlei, Otto Meißner, zum Staatsminister. Meißner, der seit 1923 Staatssekretär ist, diente vor Hitler schon unter Friedrich Ebert und Paul von Hindenburg.
In einem Gespräch mit dem deutschen Gesandten in Budapest bezeichnet der ungarische Reichsverweser Miklós Horthy Gerüchte als unsinnig, nach denen es österreichisch-ungarische Vereinbarungen für den Fall eines Konfliktes zwischen dem Deutschen Reich und Österreich gebe.
In Ostoberschlesien werden deutsche Arbeiter in größerem Umfange aus den oberschlesischen Industriewerken entlassen

2.12.1937
Der deutsche Botschafter bei der spanischen Gegenregierung von Francisco Franco, Eberhard von Stohrer, führt in Salamanca Gespräche über angeblich geplante Erzlieferungen der Faschisten an Großbritannien. Das Deutsche Reich sieht dadurch seine wirtschaftlichen Interessen in Spanien gefährdet.
Der Beauftragte für den Vierjahresplan, Hermann Göring, äußert in einer Rede anlässlich der Übernahme des Wirtschaftsministeriums in Berlin, dass er keinen Kurswechsel in der deutschen Wirtschaftspolitik vornehmen werde.
Mandschukuo und die spanische Franco-Regierung tauschen Urkunden aus, die eine gegenseitige Anerkennung beinhalten.
Der brasilianische Staatspräsident und Diktator Getúlio Dornelles Vargas verfügt die Auflösung aller politischen Parteien.
In Berlin wird der Spielfilm "Zweimal zwei im Himmelbett" uraufgeführt. Unter der Regie von Hans Deppe spielen Carola Höhn, Georg Alexander, Mady Rahl u.a.

3.12.1937
Hermann Göring, Beauftragter für den Vierjahresplan zur Kriegsvorbereitung, ordnet an, dass zukünftig den Beschäftigten auch an Feiertagen der regelmäßige Arbeitsverdienst zu zahlen sei.
Der französische Außenminister Yvon Delbos trifft zu Gesprächen mit der polnischen Regierung in Warschau ein.
Premierminister Neville Chamberlain ernennt den bisherigen Gouverneur von Tanganjika, Harold Alfred MacMichael, als Nachfolger von Arthur Wauchope zum neuen britischen Hochkommissar für Palästina.
In Breslau wird der Spielfilm "Der Biberpelz" - nach dem gleichnamigen Stück von Gerhart Hauptmann - uraufgeführt. Regie führte Jürgen von Alten, in Hauptrollen spielen u.a. Heinrich George, Ida Wüst und Rotraut Richter.

4.12.1937
In Schanghai kommt es zu mehreren Zwischenfällen, als japanische Truppen versuchen, das Gelände der französischen Niederlassung in der chinesischen Hafenstadt zu passieren. Sie werden von französischen Truppen daran gehindert und erhalten erst nach langen Verhandlungen die Erlaubnis, das Gebiet zu betreten.

5.12.1937
Der jugoslawische Ministerpräsident Milan Stojadinovic trifft zu Gesprächen mit dem Duce und Ministerpräsidenten Benito Mussolini in Rom ein.
Der polnische Außenminister Józef Beck sagt gegenüber dem französischen Außenminister Yvon Delbos eine Versöhnung mit der Tschechoslowakei sei aufgrund der alten Streitigkeiten über die polnischen Minderheiten in der ÇSR schwierig.

6.12.1937
Der bayerische Reichsstatthalter Franz Ritter von Epp hält in Berlin in seiner Funktion als Leiter des Kolonialpolitischen Amtes der NSDAP eine Rede, in der er die »Rückerstattung des kolonialen Eigentums« fordert.
Die Japaner bilden im eroberten Schanghai eine autonome Regierung für Groß-Schanghai mit dem Namen Tatac.

7.12.1937
Das österreichische Bundeskanzleramt verbietet nach Beendigung deutsch-österreichischer Kulturgespräche mehrere Bücher, die sich kritisch mit dem Nationalsozialismus beschäftigen.
In einem Schreiben der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung an das Auswärtige Amt wird über die "Ergebnisse der jüdischen Auswanderung" berichtet.
Der österreichische Schriftsteller Franz Werfel hält in Wien einen Vortrag "Von der Glückseligkeit des Menschen".

8.12.1937
Alfred Rosenberg verfügt, dass deutsche Wissenschaftler in der neueren Chemie und Physik Forschungsfreiheit genießen.
Der Reichsnährstand sagt die Berliner "Grüne Woche 1938" ab, um der Gefahr einer weiteren Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche im Reich zu begegnen.
Der Vorsitzende der Sudetendeutschen Partei, Konrad Henlein, eröffnet in Berlin die erste sudetendeutsche Kunstausstellung.
Adolf Hitler hat als Generalbaukommissar für die Neugestal­tung Münchens den Gauleiter Adolf Wagner eingesetzt.

9.12.1937
Das Reichskabinett verabschiedet ein Gesetz über die Verfassung und Verwaltung der Hansestadt Hamburg. Dadurch werden Senat und Staatsrat von Hamburg aufgehoben.
Das Deutsche Rote Kreuz wird per Gesetz neu organisiert. Die Untergliederungen werden unter der Einheit "Deutsches Rotes Kreuz" zusammengefaßt.
Japan überreicht der Besatzung von Nanking unter Marschall Chiang Kai-shek ein Ultimatum. Danach soll die Stadt bis zum 10. Dezember den japanischen Truppen übergeben werden, ansonsten werde sie in Schutt und Asche gelegt.

10.12.1937
Für das Jahr 1937 verzeichnet die Deutsche Reichsbahn eine Steigerung der Betriebsleistungen gegenüber dem Vorjahr - trotz der wachsenden Konkurrenz durch den Straßenverkehr.
Joseph Goebbels wird Ehrenbürger der Stadt Königsberg und erhält die Kant-Plakette. In seiner großen Rede äußert er sich zum „unbe­dingten" Führungsrecht des NS-Staates.
Der österreichische Ministerrat beschließt die Rückgabe des im Jahr 1919 konfiszierten Vermögens an das Haus Habsburg.
In Stockholm werden die diesjährigen Nobelpreise für Physik, Chemie, Medizin und Literatur verliehen. Den Friedensnobelpreis erhält in Oslo der Brite Edgar Algernon Robert Viscount Cecil of Chelwood.
In Prag läuft der US-amerikanische Spielfilm "Saratoga" mit Jean Harlow und Clark Gable an. Regie führte Jack Conway.
Bei einem Eisenbahnunglück bei Castlecary in Schottland kommen 34 Menschen ums Leben. 40 Personen werden verletzt.
Schneeverwehungen führen im Norden des Deutschen Reichs zu starken Verkehrsbehinderungen. Die Züge der Reichsbahn haben bis zu vier Stunden Verspätung.

11.12.1937
Der italienische Duce und Ministerpräsident Benito Mussolini gibt in Rom den Austritt Italiens aus dem Völkerbund bekannt.
Die Produktion von Seifen und Fetten aus Kohle, die in diesem Jahr im Deutschen Reich 20.000 t beträgt, soll 1938 auf 60.000 t erhöht werden.
In Mährisch-Ostrau wird "Der jüngste Tag" von Ödön von Horváth uraufgeführt.

12.12.1937
In einer Rundfunkrede zieht Reichsernährungsminister Walther Darre eine positive Bilanz für die landwirtschaftliche Produktion 1937.
Adolf Hitler lässt eine amtliche deutsche Erklärung veröffent­lichen, in der er Italien seiner Sympathien versichert und Schmähungen gegen den Völkerbund richtet.
Auf dem chinesischen Fluß Jangtsekiang wird nahe Nanking das US-amerikanische Kanonenboot "Panay" von japanischen Flugzeugen bombardiert und versenkt.
Bei den Wahlen in den Obersten Sowjet werden alle 1143 Kandidaten des Wahlblocks der Kommunisten und der Parteilosen gewählt. Nach amtlichen Angaben betrug die Wahlbeteiligung 96,5%.

13.12.1937
Das Reichswirtschaftsministerium teilt mit, dass beim Winterschlußverkauf im Januar/Februar 1938 Textilartikel, die keine ausgesprochenen Modeartikel sind, nicht zu Sonderpreisen verkauft werden dürfen (Bettwäsche, Handtücher usw.).
In einem Schwergewichts-Boxkampf in New York besiegt der Deutsche Max Schmeling den US-Amerikaner Harry Thomas durch K. o. in der achten Runde.
Japanische Truppen erobern Chinas Hauptstadt Nanking.

14.12.1937
Innenminister Wilhelm Frick gibt einen Erlass über die "vorbeugende Verbrechensbekämpfung" heraus. Danach können "Berufs- und Gewohnheitsverbrecher" sowie "Asoziale, Bettler, Landstreicher, Zigeuner, Dir­nen, Trunksüchtige, mit ansteckenden Geschlechtskrankheiten behaftete Personen" in polizeiliche "Vorbeugehaft" genommen werden.
Die Japaner bilden in Peking nach dem Fall der Hauptstadt Nanking eine "vorläufige Regierung der Republik China".

15.12.1937
Die spanischen Regierungstruppen beginnen eine Großoffensive bei Teruel südlich von Zaragoza.
Bei einem Lawinenunglück in Südtirol kommen 9 Menschen ums Leben. Es handelt sich um Skilehrer und Bergführer.
Der Beauftragte für den Vierjahresplan zur Kriegsvorbereitung, Hermann Göring, ordnet eine Reduzierung der Devisen- und Rohstoffzuteilungen für jüdische Unternehmen an.
Die Dornier-Werke in Friedrichshafen stellen das neue Flugboot "Do 24" vor.
Der Vater der 38jährigen Therese Neumann, genannt Therese von Konnersreuth, verweigert eine von der bayerischen Kirchenleitung gewünschte ärztliche Untersuchung seiner Tochter.

16.12.1937
Der deutsche Reichskommissar für die Preisbildung, Joseph Wagner, spricht in Kiel über das Thema "Preispolitik im Rahmen des Vierjahresplanes". Nach seinen Angaben ist es gelungen, den Preisstand des Jahres 1936 in diesem Jahr "fast unverändert zu halten".
Die Schweizer Bundesversammlung in Bern wählt den jetzigen Vizepräsidenten des Bundesrates, Johannes Baumann, mit 153 von 181 gültigen Stimmen zum Bundespräsidenten für das Jahr 1938.
Das Militärkollegium des Obersten Kriegsgerichtshofes der UdSSR in Moskau verurteilt acht hohe Funktionäre, darunter auch den bisherigen Botschafter in der Türkei, Lew M. Karachan, wegen "Landesverrats, terroristischer Tätigkeit und Spionage" zum Tode. Die Hinrichtung wird noch am selben Tag in Moskau vollzogen.
Durch einen Sieg über den Niederländer Machgielis (Max) Euwe wird der russische Schachspieler Alexandr A. Aljochin Weltmeister.
In Düsseldorf wird der Spielfilm "Gasparone" (Regie: Georg Jacoby) nach der gleichnamigen Operette von Karl Millöcker uraufgeführt. Hauptdarsteller sind Marika Rökk und Johannes Heesters, die musikalische Bearbeitung stammt von Peter Kreuder.

17.12.1937
Adolf Hitler empfängt in der Reichskanzlei 65 Nachwuchsführer der SA. Am gleichen Tag hat er eine längere Unterredung mit Georges Scapini, dem Vorsitzenden des Komitees France-Allemagne.
Im Deutschen Reich werden sechs Teilstücke der Reichsautobahn mit einer Gesamtlänge von 218 km für den Verkehr freigegeben. Damit sind insgesamt 2026 Autobahn-Kilometer fertiggestellt. In Berlin sind 2.000 Autobahnarbeiter Gäste der Reichsregierung; zu ihnen sprechen beim gemeinsamen Mittagessen Joseph Goeb­bels und beim Kameradschaftsabend im Theater des Volkes Adolf Hitler selbst. Er bringt seinen Stolz auf die fertiggestellten 2.000 Autobahn-Kilometer zum Ausdruck und erklärt, es handle sich um „das größte Werk, das zur Zeit auf dieser Erde geschaffen wird". Er kündigt auch den Baubeginn des Volkswagenwerkes in wenigen Monaten an.
Zur Fortführung der von der Reichsregierung übernommenen Aufgaben begibt das Deutsche Reich eine weitere Anleihe in Höhe von einer Milliarde RM.

18.12.1937
Mit einem Besuch in Prag beendet der französische Außenminister Yvon Delbos seine Reise in Länder Ost- und Südosteuropas. In einer amtlichen Verlautbarung über die Prager Gespräche wird "eine Übereinstimmung Frankreichs und der Tschechoslowakei in allen Fragen" festgestellt.
Die deutsche Presse reagiert auf einen Artikel im britischen "Daily Herald" mit scharfer Zurückweisung. Die Zeitung hat in einem Bericht über die deutsche Propagandatätigkeit im Ausland u.a. die Aufwendungen der Reichsregierung für diesen Bereich mit 20 Millionen Pfund (246,4 Millionen RM) angegeben.
Adolf Hitler nimmt an einer Weihnachtsfeier für die Angehörigen der Führerkanzlei teil.
Die französische Regierung beschließt eine stärkere Überwachung der Ausländer, die sich in Frankreich aufhalten. Grund für diese Maßnahme sind verschiedene "kriminelle Ereignisse" in den letzten Wochen, an denen Ausländer beteiligt gewesen sein sollen.
Nach amtlichen vorläufigen Angaben ist der Außenhandel des Deutschen Reiches gegenüber 1936 um 15% gestiegen.
In einem geheimen Protokoll einigen sich das Deutsche Reich und Italien auf gegenseitige Unterstützungen auf wirtschaftlichem Gebiet.
Peter Raabe, Präsident der Reichsmusikkammer, erlässt eine Verordnung "zum Schutz der deutschen Kultur vor unerwünschter Musik".
Der Spielfilm "La Habanera" von Detlef Sierck hat in Berlin Premiere. Die Hauptrolle spielt Zarah Leander. Lothar Brühne schrieb die Filmmusik.

19.12.1937
Wie schon am 12. Dezember können auch heute im Reich - durch die Genehmigung eines verkaufsoffenen Sonntags - Weihnachtseinkäufe getätigt werden.

20.12.1937
Tod des Generals Erich Ludendorff in Tutzing.
Die Parlamentswahlen in Rumänien enden mit einer Niederlage der nationalliberalen Regierungspartei von Ministerpräsident Gheorghe Tàtàràscu.
Bei ihrem Großangriff auf Teruel (südlich von Zaragoza) gelingt es den spanischen Regierungstruppen, die Stadt einzuschließen und die Verbindung der Faschisten nach Zaragoza abzuschneiden.

21.12.1937
Die Reichsregierung beschließt ein Gesetz über den Ausbau der Rentenversicherung. Darin enthalten sind u.a. Beitragserleichterungen und Rentenerhöhungen für Bergleute. Finanziert werden die Maßnahmen aus den Überschüssen der Arbeitslosenversicherung.
Reichskriegsminister Werner von Blomberg gibt eine Weisung heraus, die einen Angriffskrieg gegen die Tschechoslowakei vorsieht.
Der deutsch-italienische Spielfilm "Mutterlied" wird in Dresden uraufgeführt. Unter der Regie von Carmine Gallone spielt der Sänger Beniamino Gigli die Hauptrolle.

22.12.1937
Nach der Einnahme von Nanking (13. 12.) rücken die japanischen Truppen gegen die südchinesische Hafenstadt Kanton vor.
Spanische Regierungstruppen besetzen die Stadt Teruel. Nur die Militärgarnison wird noch von den Faschisten gehalten.

23.12.1937
Nach Aufzeichnungen von Georg Ripken, Legationssekretär in der Wirtschaftspolitischen Abteilung im Auswärtigen Amt, haben die deutschen Kriegsgeräte-Lieferungen an die spanischen Faschisten einen Wert von monatlich vier Millionen Reichsmark.
Im gesamten Deutschen Reich veranstalten die NSDAP und das Winterhilfswerk (WHW) sog. Volksweihnachtsfeiern.
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler verleiht dem Intendanten der Preußischen Staatsschauspiele, Gustaf Gründgens, den Titel »Generalintendant«.
Im Deutschen Reich laufen zur Zeit mehrere Propagandaaktionen zur Einsparung von wichtigen Rohstoffen.
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler verleiht dem Intendanten der Preußischen Staatsschauspiele, Gustaf Gründgens, den Titel "Generalintendant".
In Berlin wird der Spielfilm "Tango Notturno" (Regie: Fritz Kirchhoff) uraufgeführt; u.a. sind Pola Negri und Albrecht Schoenhals zu sehen.

24.12.1937
Bei Nazareth kommt es zu einem heftigen Schußwechsel zwischen arabischen Freischärlern und britischem Militär.
Rudolf Heß hält wie alljährlich die Weihnachtsansprache an die Deutschen in aller Welt.
Nach tagelangen Kämpfen erobern japanische Einheiten die chinesische Stadt Hangtschou, südwestlich von Schanghai.
Beim Weihnachtsempfang der Kardinäle im Vatikan richtet Papst Pius XI. scharfe Angriffe gegen die deutsche Kirchenpolitik.

25.12.1937
Rund 40 Pastoren der Bekennenden Kirche, die sich in Haft befinden, wird von den Behörden für die Weihnachtstage Hafturlaub gewährt.
Adolf Hitler fährt auf den Obersalzberg und sendet an den Kommandeur des ehemaligen Grenzschutzes Schlesien, Generalleutnant a. D. Hoefer, ein Glückwunschtelegramm zum Geburtstag.
In Leipzig wird das Singspiel "Juchten und Lavendel" von Helmut Käutner uraufgeführt.

26.12.1937
In Düsseldorf hat die Operette "Abenteuer in Algier" von Arno Vetterling Premiere.

27.12.1937
Wegen der Maul- und Klauenseuche im Deutschen Reich sagt der Reichsnährstand nach dem Reichsbauerntag 1937 und der »Grünen Woche 1938« auch die für den Mai 1938 geplante Reichsnährstandsausstellung ab.
Der niederländische Außenminister Jacob Adriaan Nicolaas Patijn fordert die Unterzeichnerstaaten der Oslo-Konvention auf, eine gemeinsame Erklärung über die Anerkennung der italienischen Eroberung Abessiniens (Äthiopiens; 9. 5. 1936) abzugeben.

28.12.1937
Der rumänische König Karl II. beauftragt den Vorsitzenden der Nationalchristlichen Partei, Octavian Goga mit der Bildung einer neuen Regierung.

29.12.1937
In Irland tritt die neue Verfassung in Kraft. Durch sie löst sich der Freistaat Irland unter dem künftigen Namen "Eire" aus dem Commonwealth. Von den innenpolitischen Angelegenheiten des Staates ist der britische König nunmehr ausgeschlossen.
Der neue rumänische Ministerpräsident Octavian Goga gibt in Bukarest seine Regierungserklärung ab. Die Parole der rechtsgerichteten Regierung heißt "Rumänien den Rumänen". Als eine der ersten Amtshandlungen verbietet Goga drei liberale Zeitungen.
Nach der Ankunft faschistischer Einsatztruppen bei der spanischen Stadt Teruel beginnt eine große Gegenoffensive der Franco-Einheiten. Die Regierungstruppen haben seit dem 22. Dezember einen Großteil der Stadt in ihrer Gewalt.

30.12.1937
Alle jüdischen Lehrer an jüdischen Schulen werden aus dem Beamtenverhältnis entlassen aufgrund eines Erlasses des Reichswissenschaftsministeriums.
Der rumänische Ministerpräsident Octavian Goga ordnet massive Einschränkungen für jüdische Gewerbetreibende an und verfügt die Enteignung jüdischen Grundbesitzes in Rumänien.
König Faruk I. von Ägypten entlässt den nationalistisch eingestellten Ministerpräsidenten Mustafa an-Nahhas Pascha wegen "unbefriedigender Geschäftsführung" und benennt Mohammed Mahmud zum neuen Ministerpräsidenten.

31.12.1937
Der "Neue Vorwärts", das Wochenblatt der in der Tschechoslowakei lebenden, reichsdeutschen sozialdemokratischen Emigranten, erscheint zum letzten Mal in Prag. Auf Druck der tschechoslowakischen Behörden wird die Redaktion nach Paris verlagert.
In diesem Jahr wanderten 7.155 Juden aus Deutschland aus. In Deutschland sind noch 990.000 Menschen arbeitslos. Das Baujahr 1937 brachte der HJ 543 neue Heime und 96 neue Jugendherbergen.

Propagandaminister Joseph Goebbels gibt zu Weihnachten Geschenke an Kinnder deutscher Arbeiter

Propagandaminister Joseph Goebbels gibt zu Weihnachten Geschenke an Kinnder deutscher Arbeiter

Propagandaminister Joseph Goebbels gibt zu Weihnachten Geschenke an Kinnder deutscher Arbeiter

Zum Jahreswechsel erlässt Adolf Hitler einen kurzen Aufruf an die Wehrmacht: „Soldaten! Für die in selbstloser, hingebender Pflichttreue geleistete Arbeit des vergangenen Jahres spreche ich euch meinen Dank und meine Aner­kennung aus. In der Gewissheit, dass die Wehrmacht auch in Zukunft ihre Pflicht tun wird, übermittle ich euch allen meine Glückwünsche zum Jahreswechsel Berlin, den 31. Dezember 1937. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht Adolf Hitler."                

Zum Jahreswechsel erlässt Adolf Hitler einen kurzen Aufruf an die Wehrmacht: „Soldaten! Für die in selbstloser, hingebender Pflichttreue geleistete Arbeit des vergangenen Jahres spreche ich euch meinen Dank und meine Aner­kennung aus. In der Gewissheit, dass die Wehrmacht auch in Zukunft ihre Pflicht tun wird, übermittle ich euch allen meine Glückwünsche zum Jahreswechsel Berlin, den 31. Dezember 1937. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht Adolf Hitler."                

Bild links: Das Flugboot DO 24
Sowohl die Do 24 als auch die dazu im Wettbewerb stehende Blohm & Voss BV 138 gehen auf die Forderung des Reichsluftfahrtministeriums (RLM) nach einem hochseefähigen Fernaufklärungsflugboot aus dem August 1934 zurück. Erst 1936/37 war jedoch anhand von Baubeschreibungen und durch Besichtigung der fertigen Attrappen eine erste Beurteilung möglich. Für beide Entwürfe waren Motoren vom Typ Jumo 205 vorgeschrieben, die sich im Südatlantikdienst der Deutschen Lufthansa als besonders sparsam im Verbrauch erwiesen hatten. Beide Firmen erhielten den Auftrag zum Bau von je zwei Prototypen, von denen die jeweilige V1 im Juli 1936 (Blohm & Voss BV 138) bzw. im Dezember 1937 (Do 24) flugklar sein sollte. Für den Seenoteinsatz bekamen die Flugboote anfangs nachträglich bei Weser-Flugzeugbau auf der linken Rumpfseite je zwei Ladeklappen und eine Heizung.

die sozialen Errungenschaften im Deutschen Reich waren einzigartig und es gab auf der ganzen Welt nichts Vergleichbares

Kamil Krofta

Marian Chodacki

Gerhart Hauptmann

Kálmán Darányi

Arthur Neville Chamberlain

Camille Chautemps

Ernst Henne

Miklós Horthy

Georg Alexander

Jürgen von Alten

Milan Stojadinovic

Therese von Konnersreuth

Lord Halifax und Hermann Göring in Schorfheide im Oktober 1937
Die Dornier Do 24 war ein dreimotoriges, hochseefähiges Fernaufklärungsflugboot, welches 1937 zum ersten Mal flog.
Sie können die einzelnen Bilder anklicken und die detailierten Ereignnisse dieser Zeit in der großen Chronik von 1933-45 nachlesen