Chronik des Nationalsozialismus November / Dezember 1938

NOVEMBER 1938

1.11.1938
Im Deutschen Reich wird ein »Halt«-Schild für die Vorfahrtbeachtung an Hauptstraßen eingeführt.
Im Deutschen Reich beginnt der Reichsberufswettkampf 1939.
General Franz Halder wird zum Chef des Generalstabs des Heeres ernannt.

2.11.1938
Im Wiener Schloss Belvedere verkünden Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop und Italiens Außenminister Galeazzo Graf Ciano den Schiedsspruch beider Staaten zur Lösung des ungarisch-tschechoslowakischen Grenzstreits. Ungarn erhält ein Gebiet von rund 10 000 km² mit 1,0 Millionen Einwohnern, darunter 300 000 Slowaken. Die Entscheidung befriedigt die ungarischen Revisionswünsche nicht völlig.
Als Nachfolger des zurückgetretenen Paul Marchandeau wird Paul Reynaud neuer französischer Finanzminister.
Mexiko will innerhalb des nächsten Jahres 12 000 Einwanderer aufnahmen, darunter je 1000 aus dem Deutschen Reich und der Tschechoslowakei.

3.11.1938
NSDAP-Reichsleiter Alfred Rosenberg ordnet an, dass alle von der NSDAP oder ihr angeschlossenen Organisationen zu publizierenden wissenschaftlichen Arbeiten ihm zur vorherigen Genehmigung vorgelegt werden.
Adolf Hitler besichtigt die Arbeiten am Parteigelände in Nürnberg, die nach Beendigung der Sudetenkrise wieder aufgenommen worden sind.

4.11.1938
Das Innsbrucker Servitenkloster wird aufgrund "sittenwidriger Zustände" geschlossen. Laut Meldung des Deutschen Nachrichtenbüros habe es sich bei dem Kloster um eine "Lasterhöhle erster Ordnung" gehandelt.
Adolf Hitler steht Pate für Hermann Görings Tochter Edda in Carinhall.
Vor Oakland/Kalifornien (USA) ereignet sich an Bord des deutschen 8000-t-Dampfers "Vancouver" der Hapag eine Explosion, bei der ein tiefes Loch in die Schiffswand gerissen wird. Wie später ermittelt wird, handelt es sich dabei um einen Bombenanschlag.

5.11.1938
Mit Vollendung der 42 km langen Teilstrecke Bratzhof-München ist die Reichsautobahn München- Berlin fertiggestellt.
Nach Entdeutschungsmaßnahmen, die mit der Besetzung des Teschener Gebiets durch polnische Truppen begonnen haben, ist ein außerordentlich starker Zustrom von Flüchtlingen festzustellen. Ungefähr 30 bis 40% der deutschen Bevölkerung des Teschener Landes dürfte bereits die Heimat verlassen haben.
Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Hess, nimmt in Reichenberg in Gegenwart von Gauleiter und Reichskommissar Konrad Henlein die Sudetendeutsche Partei in die NSDAP auf.

6.11.1938
Anläßlich des Gautages der NSDAP Thüringen spricht Führer und Reichskanzler Adolf Hitler auf einer Großkundgebung in Weimar. Er attackiert dabei scharf Winston Churchill und wirft ihm Kriegshetze vor. Churchill hatte sich für eine Beendigung der NS-Herrschaft ausgesprochen.
Reichsverweser Nikolaus von Horthy nimmt mit seinen Truppen Besitz von Gebieten, die die Tschechoslowakei an Ungarn abtreten musste, aufgrund des so genannten „Wiener Schiedsspruch". Die ungarische Regierung dankt dafür in einem Telegramm dem Führer Adolf Hitler.
Mao Zedong, Vorsitzender der Regierung der Chinesischen Sowjetrepublik in Yenan, veröffentlicht eine grundlegende Schrift über die "Probleme des Krieges und der Strategie".
In Lausanne schlägt die Schweizer Fußball-Nationalelf Portugal 1:0 (0:0).

7.11.1938
In Paris schießt der 17jährige polnische Jude Herschel Grünspan auf den deutschen Legationssekretär Ernst vom Rath, der am 9. November seinen Verletzungen erliegt. Grünspan gibt als Grund für seine Tat die Ausweisung seiner Eltern von Hannover nach Polen an. Grünspans Eltern gehörten zu den am 28. Oktober ausgewiesenen Juden.
Adolf Hitler besichtigt in Weimar noch einige Bauprojekte, dann reist er weiter nach Nürnberg wo er wie zu den Parteitagen im „Hotel Deutscher Hof" abstieg. In Nürnberg erfährt Hitler vom Attentat auf Ernst von Rath. Hitler schickt sofort seinen Begleitarzt Karl Brandt im Flugzeug des Staatschefs nach Paris, um alles Menschenmögliche für die Rettung des Diplomaten beizutragen.

8.11.1938
In einer Rede am Vorabend der Feierlichkeiten zum Gedenken an den »Marsch auf die Feldherrnhalle« am 9. November 1923 erklärt Führer und Reichskanzler Adolf Hitler im Münchner Bürgerbräukeller u.a., ein Zusammenbruch wie 1918 werde sich in Deutschland »im nächsten Jahrtausend nicht mehr wiederholen«. Hitler geht in seiner Rede mit keinem Wort auf den Vorfall vom Vortage ein. Im Anschluss an die Versammlung setzt sich Hitler zu seinen „alten Kämpfern" im Cafe Heck.
Die Vereinigung jüdischer Kulturbünde wird wegen des Pariser Attentats verboten.
In Preßburg wird die Slowakische Volkspartei - Partei der Nationalen Einheit - als Einheitspartei der Slowakei unter Ministerpräsident Jozef Tiso gegründet.
Bei Wahlen zum Repräsentantenhaus und Teilwahlen zum Senat der USA gewinnen die oppositionellen Republikaner Sitze hinzu.

9.11.1938
Um Mittag beteiligt sich Adolf Hitler am Marsch vom Bürgerbraukeller zur Feldherrenhalle, wo er an den 16 Sarkophagen der an der Feldherrenhalle „Gefallenen der Bewegung" Kränze niederlegt.
Der Schweizer Theologiestudent Maurice Bauvand, dem es gelang, eine Karte für die erste Reihe der Tribüne gegenüber der Heiliggeistkirche in München zu ergattern, scheiterte am Versuch, durch ein Pistolenattentat Adolf Hitler zu töten.
Ernst vom Rath erliegt seinen schweren Verletzungen. Um 18.20 Uhr geht in Berlin ein Telegramm von Karl Brandt ein. „Mein Führer! Parteigenosse vom Rath ist heute 9. November um 16.30 Uhr seinen Schussverletzungen erlegen."
Die britische Regierung veröffentlicht den Plan einer Dreiteilung Palästinas in zwei britische Mandatsgebiete und einen mittleren Staat, der in einen Juden- und Araberstaat zu teilen ist. Da dies undurchführbar ist, will die britische Regierung eine allgemeine Palästinakonferenz unter Einschluß der Juden und der Palästinenser abhalten.


Die Reichskristallnacht war eine Aneinanderreihung von Übergriffen auf Leben, Eigentum und Einrichtungen von Juden im gesamten Deutschen Reich. Als Auslöser gilt das von dem Juden Herschel Grynszpan verübte tödliche Attentat auf den deutschen Diplomaten Ernst Eduard vom Rath in Paris. Noch in der Nacht wies Hitler die Mitglieder seines Stabes an, dafür zu sorgen, daß die Plünderungen und Brandstiftungen aufhörten. Um 2.56 Uhr gab die Dienststelle von Rudolf Heß, dem Stellvertreter des Führers, ein Fernschreiben heraus, das allen Gauleitern als Parteianweisung Nr. 174 zugeschickt wurde, wonach derartige Demonstrationen zu verbieten seien: »Auf ausdrücklichen Befehl allerhöchster Stelle dürfen Brandlegungen an jüdischen Geschäften oder dergleichen auf gar keinen Fall und unter gar keinen Umständen erfolgen.«

Die Reichskristallnacht - Volkszorn oder Provokation
Die Reichskristallnacht - Volkszorn oder Provokation

10.11.1938
Im Führerbau zu München gibt Führer und Reichskanzler Adolf Hitler einen Abendempfang für die großdeutsche Presse. Vor über 400 Verlegern und Journalisten erklärt Hitler, das deutsche Volk muß lernen, zu jeder Zeit an den Endsieg zu glauben.
Das Deutsche Nachrichtenbüro (DNB) gibt bekannt, dass Reichsminister Hanns Kerrl gegen die Vorläufige Leitung der Deutschen Evangelischen Kirche ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet hat. Die Vorläufige Leitung hatte für den 30. September zu Bittgottesdiensten aufgerufen, um dabei - wie das DNB schreibt - ihrer "staatsfeindlichen Gesinnung Ausdruck zu geben".
Der italienische Ministerrat nimmt ein von Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini eingebrachtes Rasseschutzgesetz an, das die Ehe zwischen italienischen Staatsangehörigen arischer Rasse und einer Person nichtarischer Rasse verbietet. Italienische Juden dürfen keinen Wehrdienst leisten und sind von zahlreichen Berufen ausgeschlossen.
Der US-amerikanische Tennisspieler Donald Budge unterzeichnet einen Vertrag beim Profitennisveranstalter Jack Harris über eine 50 Spiele umfassende Schaukampftournee gegen die früheren Wimbledonsieger Ellsworth Vines und Fred Perry. Budge erhält 75.000 US-Dollar (rund 183.000 RM).

11.11.1938
Durch Verordnung des Reichsministers des Innern, Wilhelm Frick, wird Juden der Besitz von Waffen verboten.
Nach dem Tod des Staatsgründers Kemal Atatürk am 10. November wird in Istanbul Ismet Inönü zum neuen Staatspräsidenten der Türkei gewählt. Adolf Hitler sendet zum Tode des Staatspräsidenten Kemal Atatürk ein Beileidstelegramm an den Präsidenten der türkischen Nationalversammlung.
Durch einen Punktsieg nach zwölf Runden gegen Arno Kölblin in Berlin wird Walter Neusel neuer Deutscher Meister der Profiboxer im Schwergewicht.

12.11.1938
Durch Verordnung des Beauftragten für den Vierjahresplan, Hermann Göring, wird den deutschen Juden als Sühne für den Mord am Legationssekretär Ernst vom Rath am 7. November eine Kontribution von einer Milliarde Reichsmark auferlegt. Die Summe wird in Form einer 20prozentigen Vermögensabgabe in vier Raten von vermögenden Juden eingezogen. Durch die Verordnung zur Ausschaltung von Juden aus dem Wirtschaftsleben wird diesen u.a. der Betrieb von Einzelverkaufsstellen, der Markthandel und die Tätigkeit als Betriebsführer untersagt.
Durch die Verordnung zur Wiederherstellung des Straßenbildes bei jüdischen Gewerbebetrieben wird den jüdischen Geschäftsleuten auferlegt, die aufgrund der "Empörung des Volkes" in der "Reichskristallnacht" entstandenen Schäden auf eigene Kosten zu beseitigen. Auf Anweisung des Präsidenten der Reichskulturkammer, Reichspropagandaminister Joseph Goebbels, wird Juden der Zutritt zu Theatern, Lichtspielunternehmungen, Konzerten, Vorträgen, artistischen Unternehmungen (Varietés u. ä.) sowie Ausstellungen kultureller Art ab sofort nicht mehr gestattet. Auf einer Konferenz von Ministerien und Dienststellen in Berlin wird der Ausschluß von Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben beraten. Reichspropagandaminister Joseph Goebbels erklärt im "Völkischen Beobachter" zum Fall Rath, es liege auf der Hand, das Grünspan Hintermänner gehabt habe. In Paris habe das Judentum auf das deutsche Volk geschossen. Das Reich werde "hart, aber legal" antworten.
In einer Rundfunkansprache erläutert der neue französische Finanzminister Paul Reynaud das Finanzprogramm der Regierung. Es enthält u.a. die Aufhebung der Fünftagewoche unter Festhaltung an der Vierzigstundenwoche, den Verzicht auf Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, die Entlassung von 50.000 Eisenbahnarbeitern, eine 20prozentige Einkommensteueranhebung und die Anhebung zahlreicher indirekter Steuern.

13.11.1938
In Augsburg wird der Schweizer Theologiestudent Maurice Bavaud festgenommen. Er hatte mehrmals Attentate auf Führer und Reichskanzler Adolf Hitler versucht.
Bei den Wahlen zum polnischen Reichstag (Sejm) erzielt bei 67% Wahlbeteiligung das 1937 gebildete Lager der Nationalen Einigung 161 von 208 Mandaten. Die Minderheiten sind mit 26 Sitzen vertreten, darunter sind keine Deutschen.

14.11.1938
Anordnung Heydrichs an alle Staatspolizei(leit)stellen und an die Kommandanten der Konzentrationslager: Juden, welche bereits im Besitz der erforderlichen Ausreisepapiere sind und in den nächsten 3 Wochen auswandern können, sind rechtzeitig zu entlassen, daß sie ihren Auswanderungstermin einhalten können.
Auf Anordnung des Reichserziehungsministers Rust werden Juden aus Schulen und Hochschulen ausgeschlossen.
Aufgrund der Nachrichten über die "Reichskristallnacht" vom 9. November ruft die US-Regierung ihren Botschafter in Berlin, Hugh R. Wilson, zur Berichterstattung in die USA zurück.
Im Théâtre des Ambassadeurs in Paris wird das Schauspiel in drei Akten "Nein, diese Eltern" (Les parents terribles) von Jean Cocteau uraufgeführt. Das Stück wird ein Skandalerfolg.

15.11.1938
An der Ebro-Front haben die nationalspanischen Truppen das von den Republikanern seit dem 24. Juli besetzte Gebiet vollständig zurückerobert.
In Barcelona treten 6000 Mann der auf seiten der Republik kämpfenden Internationalen Brigaden zur Abschiedsparade an.
Der Schweizer Bundesrat verbietet die nationalsozialistischen Presseorgane "Angriff", "Schweizerdegen" und "Schweizervolk" und kündigt eine Untersuchung der Tätigkeit in- und ausländischer nationalsozialistischer Gruppen in der Schweiz an.
Oberst Adolf von Schell wird zum Generalbevollmächtigten für das deutsche Kraftfahrwesen ernannt. Seine Aufgabe ist die Steigerung der Motorisierung durch Reduzierung der Typenzahl, vor allem bei Lastkraftwagen.

16.11.1938
Durch Erlaß des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler dürfen Juden keine militärische Uniform mehr tragen.
Die britisch-italienischen Vereinbarungen über das Mittelmeer und den Nahen Osten treten in Kraft.

17.11.1938
In Anwesenheit von Führer und Reichskanzler Adolf Hitler wird der am 9. November verstorbene Legationssekretär (zum Gesandtschaftsrat befördert) Ernst vom Rath in Düsseldorf beigesetzt. Die einstündige Trauerfeier in der Düsseldorfer Rheinhalle wird von allen deutschen Sendern übertragen.
Unter dem Vorsitz des früheren Republikaners Rudolf Beran formiert sich in der Tschechoslowakei als neue Staatspartei die Partei der Nationalen Einheit. Sie vereinigt die tschechische bürgerliche Partei und die National-Sozialisten, die Partei des früheren Staatspräsidenten Eduard Benes und verfügt im neuen Abgeordnetenhaus über 106 der 229 Parlamentssitze.

18.11.1938
Durch eine Verordnung des Reichsministers des Innern, Wilhelm Frick, kann der Reichsstatthalter in Wien das Vermögen von Personen oder Personenvereinigungen einziehen, die volks- und staatsfeindliche Bestrebungen gefördert haben.
Die französische Regierung beginnt „Sondersammellager" für Personen, die eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellen, einzurichten. Bis 1940 sollte es bereits 100 solcher Lager geben. England hatte inzwischen Lager mit zivilen „Enemy Aliens" belegt.
Zionist Bernard Lecache, Präsident der jüdischen Weltliga, veröffentlicht in seiner Zeitung „Le droit de vivre": Es ist unsere Sache, die moralische und kulturelle Blockade Deutschlands zu organisieren und diese Nation zu vierteilen. Es ist unsere Sache, endlich einen Krieg ohne Gnade zu erwirken.
Als Reaktion auf die Rückberufung des US-Botschafters in Berlin wird der deutsche Botschafter in Washington, Hans Heinrich Dieckhoff, zurückberufen.
In den USA formiert sich der Gewerkschaftsverband Congress of Industrial Organization (CIO)

19.11.1938
Durch Verordnung des Reichsministers des Innern wird die freie jüdische Wohlfahrtspflege zum hauptsächlichen Träger von Unterstützungsleistungen für Juden erklärt. Eine darüber hinausgehende öffentliche Hilfe kann Juden gewährt werden, wenn sie die Auswanderung fördert.
Unterredung des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop mit dem Polnischen Botschafter Lipski über das deutsch-polnische Verhältnis und den deutschen Vorschlag zur Regelung der Danzig- und Korridorfrage.
Das Abgeordnetenhaus der Tschechoslowakei billigt in Prag die Autonomiegesetze für die Slowakei und Karparto-Russland. Das Prager Parlament ist künftig nur noch verantwortlich für Verfassungsfragen, Außenpolitik, Nationalverteidigung, Post, Telefon und Telegraf und andere technische Fragen gesamtstaatlicher Bedeutung.

20.11.1938
Am Einspruch des deutschen Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler scheitert die von Polen und Ungarn gemeinsam geplante Annexion des zur Tschechoslowakei gehörenden autonomen Karpato-Rußland (Hauptort Munkacz).
In Berlin wird in einem deutsch-tschechischen Protokoll die endgültige Grenze festgelegt. Das Deutsche Reich und die Tschechoslowakei unterzeichnen eine Erklärung über den Schutz der beiderseitigen Volksgruppen und ein Abkommen über den Autobahnbau Breslau-Brünn-Wien.
Eine Verordnung des Reichsministers der Justiz, Franz Gürtner, erweitert die Rechte der Sondergerichte. Die Sondergerichte sind auch für Fälle zuständig, in denen „öffentliche Erregung" sofortiges Urteil gebietet.
In Bologna unterliegt die schweizerische Fußball-Nationalelf Italien 0:2 (0:1).

21.11.1938
Die auf der Münchener Konferenz gebildete internationale Kommission zur Regelung des Grenzverlaufs zwischen dem Sudetenland und der Tschechoslowakei nimmt Kenntnis von der am 20. November zwischen Prag und Berlin vereinbarten Grenzregelung. Die Räumung und Besetzung erfolgt am 24. November. Durch Reichsgesetz werden die sudetendeutschen Gebiete zum Bestandteil des Deutschen Reiches erklärt.
Die Weisung des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler vom 21. Oktober 1938 über die militärische Zerschlagung der Rest-Tschechei wird dahingehend geändert, dass sich die Wehrmacht auch zur Besetzung Danzigs bereitzuhalten habe.
Die Freie Stadt Danzig übernimmt, mit einigen Modifikationen, die deutschen Rassengesetze. Die Zahl der in der Stadt lebenden Juden ist bis zu diesem Zeitpunkt durch Auswanderung von 12.000 (1937) auf 4.000 zurückgegangen.
Der neu ernannte japanische Botschafter, Generalleutnant Hiroshi Oshima, überreicht Adolf Hitler sein Beglaubigungsschreiben. Aus gleichem Anlass empfängt dieser den zum ersten belgischen Botschafter ernannten Graf Jacques Davignon. Hitler hält bei beiden eine kurze Ansprache. Ferner empfängt er die neu ernannten Gesandten von Albanien, Mandschukuo und der Dominikanischen Republik.
Der polnische Botschafter in Washington, Jerzy Potocki, in einem geheimen Bericht nach Warschau: "... Über Deutschland und den Kanzler Hitler äußerte sich US Botschafter William Bullitt mit größter Vehemenz und starkem Hass. Er sprach davon, dass nur Gewalt, schließlich ein Krieg der wahnsinnigen Expansion Deutschlands in Zukunft ein Ende setzen könne...".

22.11.1938
Der neue französische Botschafter Robert Coulondre überreicht in Berlin sein Beglaubigungsschreiben. Ebenfalls empfängt der Führer den neu ernannten lettischen Gesandten Edgar Kreewinsch.
Der Reichsinnenminister untersagt Juden die Teilnahme am Reichsberufswettkampf.
Der britische Innenminister Samuel Hoare berichtet dem Unterhaus in London über die britische Einwanderungspolitik und teilt dabei mit, ein Visum werde in der Regel erteilt, wenn der Gesuchsteller einen Bürgen in Großbritannien habe oder wenn er selbst für seinen Unterhalt aufkommen könne.
Mit der Aufführung von Friedrich Schillers "Kabale und Liebe" öffnet unter Leitung Heinrich Georges das umgebaute Berliner Schiller-Theater wieder seine Pforten.

23.11.1938
In der Freien Stadt Danzig werden die reichsdeutschen Nürnberger Gesetze von 1935 eingeführt.
Jüdische Inhaber von Handwerksbetrieben werden durch die „1. Verordnung zur Durchführung der Verordnung über die Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben" aus den Handwerkrollen gelöscht.
Wegen der anhaltenden gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Arabern und Juden wird über Palästina ein allgemeines Ausgehverbot verhängt.
Bei einem Angriff nationalspanischer Flugzeuge auf Barcelona werden 51 Menschen getötet und 100 verletzt.

24.11.1938
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler empfängt den rumänischen König Karl II. auf dem Obersalzberg. Hitlers Ansehen auf dem Balkan war in ständigem Wachsen begriffen. Anschließend empfängt Hitler den südafrikanischen Verteidigungs- und Handelsminister Pirow, der sich auf einer Deutschlandreise befindet. In einem Gespräch mit Oswald Pirow erklärt Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, das Judenproblem würde in nächster Zeit gelöst werden. Den Vorschlag Pirows, als Siedlungsgebiet für die Juden eine der früheren deutschen Kolonien auszuwählen, lehnt Hitler ab: Das könne er dem deutschen Volk nicht zumuten.
In verschiedenen Städten Frankreichs protestieren rund 100 000 Gewerkschaftler mit Sitzstreiks gegen die Beschlüsse der Regierung zur Wirtschaft- und Sozialpolitik.
In Berlin findet unter Leitung des Komponisten Werner Egk die Uraufführung der Oper in drei Akten mit Text und Vorspiel "Peer Gynt" nach dem gleichnamigen Schauspiel des norwegischen Autors Henrik Ibsen statt.

25.11.1938
Die Außenminister Deutschlands, Italiens und Japans gedenken in Rundfunkansprachen des seit zwei Jahren bestehenden Antikominternpaktes.
In einer Rede vor der Reichskulturkammer und der NS-Gemeinschaft Kraft durch Freude im Berliner Opernhaus bekennt sich Reichspropagandaminister Joseph Goebbels zum Nationalsozialismus als einer antisemitischen Bewegung.

26.11.1938
Der Staatsvertrag zwischen dem deutschen Reich und der Tschechoslowakei über die automatisch zu erwerbende reichsdeutsche Staatsbürgerschaft der Bevölkerung in den sudetendeutschen Gebieten und das bis zum 29. März 1939 gültige Recht zur Option von Personen nichtdeutscher oder deutscher Volkszugehörigkeit für die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft ist gültig.
Adolf Hitler durchquert auf einer Reise in die südmährischen Gebiete des „Sudetengaus" auch das Waldviertel, macht aber keinen Halt, selbst über die Reiseroute informierte man die „Ahnengauler" aus Sicherheitsgründen nicht. In einem Dekret befiehlt Hitler, er wünsche keine „Gedenktafeln, die zur Erinnerung an Vorfahren des Führers oder an Aufenthaltsorte des Führers selbst dienen sollen".
Polen und die Sowjetunion bekräftigen in Moskau ihren Nichtangriffspakt vom 25. Juli 1932. Nach Ablehnung der deutschen Anfragen vom 24. Oktober und 19. November betreff einer Rückkehr Danzigs zum Deutschen Reich und einer exterritorialen Verbindung durch den "Korridor" zwischen dem Reich und Ostpreußen ist Polen an einer Hilfe durch die UdSSR interessiert.

27.11.1938
Zur Abschlußkundgebung des 6. Reichsbauerntages in Goslar ruft Reichsbauernführer Richard Walther Darré zur Überwindung der Landflucht auf. Nachdem gesetzliche und wirtschaftliche Mittel nicht geholfen hätten, könne nur noch ein Beschluß der NSDAP helfen.
Immer wieder wird von litauischen Übergriffen auf deutschstämmige Einwohner im Memelland berichtet.
In der Schweiz wird bei einer Volksabstimmung die Übergangsordnung für den Finanzhaushalt des Bundes gebilligt.

28.11.1938
Durch Verordnung des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda, Joseph Goebbels, wird für die sudetendeutschen Gebiete ein Reichspropagandaamt in Reichenberg gegründet.
Durch eine Polizeiverordnung wird die Bewegungsfreiheit von Juden im Deutschen Reich eingeschränkt. Die Regierungspräsidenten der deutschen Länder und die gleichrangigen Behörden in den übrigen Gebieten des Reiches können räumliche oder zeitliche Ausgangsbegrenzungen für Juden verhängen.
Die musikalische Komödie "Napoleon ist an allem schuld" von Curt Goetz wird uraufgeführt. Goetz ist Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller, seine Frau Valérie von Martens spielt die weibliche Hauptrolle.

29.11.1938
Auf Anweisung der Reichsmusikkammer darf - einer Bitte von Führer und Reichskanzler Adolf Hitler folgend - der "Badenweiler Marsch" im allgemeinen nur noch in Anwesenheit des Führers gespielt werden.
Aufgrund einer Entscheidung des Bürgermeisters von Rotterdam wird das für den 11. Dezember geplante Fußballänderspiel Niederlande - Deutschland abgesagt. Er begründet seine Maßnahme mit zu erwartenden antideutschen Demonstrationen.

30.11.1938
In Prag wird Emil Hácha zum neuen Staatspräsidenten der Tschechoslowakei gewählt. Die deutschen nationalsozialistischen Abgeordneten sind der Wahl ferngeblieben.
In Frankreich scheitert ein von der Gewerkschaft CGT ausgerufener Generalstreik gegen die Wirtschafts- und Finanzpolitik von Ministerpräsident Édouard Daladier, nachdem die Regierung Truppen zur Aufrechterhaltung der Ordnung aufgeboten hatte.
In Rumänien wird Corneliu Codreanu, Gründer der faschistischen Kampforganisation Eiserne Garde, "auf der Flucht" erschossen.
Das deutsche Großflugzeug Focke-Wulf Fw 200 "Condor", das am 28. November in Berlin gestartet war, erreicht nach 46:18:19 h Tokio.
Hans Steinhoffs Film "Tanz auf dem Vulkan" mit Gustaf Gründgens in der Hauptrolle hat Premiere.

Joseph Goebbels gab um Mitter- nacht aus München der Presse durch: „Die berechtigte und ver- ständliche Empörung des deut- schen Volkes über den feigen Meuchelmord an einem deutschen Diplomaten in Paris hat sich in der vergangenen Nacht in umfang- reichem Maße Luft verschafft. In zahlreichen Städten und Orten des Reiches wurden Vergeltungs- aktionen gegen jüdische Gebäude und Geschäfte vorgenommen. Es ergeht nunmehr an die gesamte Bevölkerung die strenge Aufforderung, von allen weiteren Vergeltungsaktionen gegen das Judentum, gleichgültig welcher Art, sofort abzusehen."

DEZEMBER 1938

1.12.1938
Der Reichswirtschaftsminister Walther Funk lässt alle wieder eröffneten jüdischen Geschäfte, die die „Verkaufs-Möglichkeiten für Weihnachten" ausnützen, polizeilich schließen.
Rudolf Heß, der Stellvertreter des Führers, vollzieht in Eger den symbolischen ersten Spatenstich für die Reichsautobahn im Sudetenland.
Der stellvertretende US Kriegsminister Louis A. Johnson gab in einer Konferenz mit amerikanischen Militärs bekannt, dass 10.000 Fabriken ihre "endgültigen Kriegsprogramme für die Produktion" erhalten hätten. Eine ähnliche Ankündigung wurde am gleichen Tag im britischen Unterhaus in Bezug auf die englische Industrie mitgeteilt.
In der Londoner Albert-Hall findet eine Protestkundgebung gegen die deutsche Judenpolitik statt. Redner sind u.a. die Erzbischöfe von York und Westminster, der Oberrabbiner Hertz, der ehemalige konservative Kolonialminister Amery und der liberale Oppositionsführer Sinclair.
In Prag bildet Ministerpräsident Rudolf Beran (Partei der Nationalen Einheit) sein neues Kabinett. Sein Stellvertreter wird Karel Sidor (Slowakische Einheitspartei), Außenminister bleibt Franti Chvalkovsky.

2.12.1938
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler besichtigt in den Räumen des Generalbauinspektors Albert Speer die Modelle des neuen Südbahnhofs in Berlin. Beim Südbahnhof beginnt die Prachtstraße nach Norden. Auf dem großen Vorplatz wollte Hitler die Beutewaffen seiner Kriegszüge aufstellen.
„Verordnung über den Einsatz des jüdischen Vermögens". Der Grundstückserwerb wird für Juden verboten und ein Depotzwang für Wertpapiere eingeführt. Juden ist die Fahrerlaubnis für Kraftfahrzeuge zu entziehen. Zulassungsbescheinigungen werden ungültig. Juden ist es verboten, Gegenstände aus Edelmetall sowie Edelsteine und Perlen zu erwerben, zu verpfänden oder zu veräußern. Juden dürfen Wertpapiere, Juwelen, Schmuck und Kunstgegenstände nur an den Staat verkaufen.
Da am „Tag der Nationalen Solidarität" prominente NS-Führer für das Winterhilfswerk sammeln, wird für Juden von 12.00-20.00 Uhr ein Ausgehverbot verhängt.
200 jüdische Kinder aus Berlin und Hamburg treffen in Großbritannien ein. Nach drei Wochen dauernden Eingewöhnungskursen werden sie in britischen Familien untergebracht.
In der Freien Stadt Danzig werden erstmals Ausbürgerungen unerwünschter Fremder vorgenommen. Sechs jüdischen Familien wird die Staatsbürgerschaft aberkannt und sie müssen innerhalb von sechs Wochen Danzig verlassen.
Der amerikanische Botschafter in Warschau, Tony Biddle besucht den Völkerbundskommissar Carl Jacob Burckhardt. Er erklärte, die Polen seien bereit, wegen Danzig Krieg zu führen. Der motorisierten Kraft der deutschen Armee würden sie mit Wendigkeit begegnen. Im April, so sagte er, wird die neue Krise ausbrechen.

Der Führer Adolf Hitler besucht erneut die Hauptstadt des Sudetenlandes
Der Führer Adolf Hitler besucht erneut die Hauptstadt des Sudetenlandes
Der Führer Adolf Hitler besucht erneut die Hauptstadt des Sudetenlandes
Der Führer Adolf Hitler besucht erneut die Hauptstadt des Sudetenlandes

Sudetendeutsches Mädel grüßt den Führer

Sudetendeutsches Mädel grüßt den Führer

A. Hitler fährt umjubelt durch Reichenbach

A. Hitler fährt umjubelt durch Reichenbach

Der Führer Adolf Hitler trifft am 2. Dezember um 14:00 Uhr in der Hauptstadt des Sudetenlandes, Reichenberg, ein und es folgt ein Empfang im Rathaus. Am Abend hält er auf einer Massenversammlung zum letzten Mal in seinem Leben eine Wahlrede für die Ergänzungswahl zum Reichstag vom 4. Dezember. Über die Jugend äußert Hitler: "Diese Jugend, die lernt ja nichts anderes als deutsch denken, deutsch handeln. Und wenn nun diese Knaben und diese Mädchen mit ihren zehn Jahren in unsere Organisation hineinkommen und dort nun so oft zum ersten Mal überhaupt frische Luft bekommen und fühlen, dann kommen sie vier Jahre später vom Jungvolk in die Hitlerjugend und dort behalten wir sie wieder vier Jahre, und dann geben wir sie erst recht nicht zurück in die Hände unserer alten Klassen- und Standeserzeuger, sondern dann nehmen wir sie sofort in die Partei und in die Arbeitsfront, in die SA, die SS oder das NSKK. Und wenn sie dort zwei Jahre oder drei Jahre sind und noch nicht ganz Nationalsozialisten geworden sein sollten, dann kommen sie in den Arbeitsdienst und werden dort wieder sechs und sieben Monate geschliffen, alles mit einem Symbol, dem deutschen Spaten. Und was dann noch nach sechs oder sieben Monaten noch an Klassenbewusstsein oder Standesdünkel da oder da noch vorhanden sein sollte, das übernimmt dann die Wehrmacht zur weiteren Behandlung auf zwei Jahre. Und wenn sie dann nach zwei oder drei oder vier Jahren zurückkehren, nehmen wir sie, damit sie auf keinen Fall rückfällig werden, sofort wieder in die SA, SS und so weiter. Und sie werden nicht mehr frei sein, ihr ganzes Leben lang. Und sie werden glücklich dabei sein."

3.12.1938
Heinrich Himmler, Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei, erlässt eine Verordnung über die Entziehung der Fahrerlaubnis für deutsche Juden.
Die nationalsozialistische Zeitschrift "Der Angriff" beschäftigt sich in einem Artikel mit der Abkommandierung von Arbeitern zum Bau der Grenzbefestigungen. Darin wird Kritik an der Haltung vieler Betriebsführer geübt, die Arbeitnehmern, die eine besser bezahlte Stellung antreten wollen, für den Fall ihrer Kündigung eine Strafversetzung zum Bau der Befestigungsanlagen im Westen androhen. Das Blatt erklärt: "Für jeden Volksgenossen ist die Arbeit an den Grenzbefestigungen eine Ehrensache."
Der Ministerpräsident der Tschechoslowakei, Rudolf Beran, erklärt in einer Rundfunkansprache den Willen seiner Regierung, ein gutes Verhältnis mit dem Deutschen Reich zu pflegen.
Eine Sitzung des Subkomitees der Evian-Konferenz befaßt sich mit der Frage der jüdischen Flüchtlinge aus Deutschland. Der niederländische Vertreter berichtet, daß sich seine Regierung mit Siedlungsmöglichkeiten in Guayana (Surinam) und Westindien befasse. Der französische Vertreter kündigt an, daß seine Regierung die Unterbringung von 10.000 Juden, vor allem im mittleren Madagaskar, erwäge.

4.12.1938
Durch Erlaß des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler finden in den sudetendeutschen Gebieten Wahlen zum Großdeutschen Reichstag statt. Die Ergänzungswahl im Sudetenland zum Reichstag bringt 98,9% für Hitler und die NSDAP.
Im Rahmen des Winterhilfswerks findet im Deutschen Reich der »Tag der Nationalen Solidarität« statt, der nach offiziellen Angaben ein Sammelergebnis von über 15 Millionen Reichsmark bringt.

5.12.1938
Adolf Hitler nimmt mit den Generalen Walther von Brauchitsch, Wilhelm Keitel und Erhard Milch an Truppenübungen im Sudetenland teil.
Die „Siebente Verordnung zum Reichsbürgergesetz" kürzt das Ruhegehalt ehemaliger jüdischer Beamter.

6.12.1938
In Paris unterzeichnen Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop und sein französischer Amtskollege Georges Bonnet eine deutsch-französische Nichtangriffserklärung.
In Berlin werden Teile der Wilhelmstraße und der Straße Unter den Linden mit einem Judenbann belegt. Juden dürfen diese Straßen nicht mehr betreten.
Der frühere britische Außenminister Anthony Eden erklärt in einer Radioansprache in New York, dass alle Demokratien durch die Expansionspolitik der faschistischen Staaten Deutschland und Italien bedroht seien.

7.12.1938
Das Londoner Unterhaus spricht sich gegen eine Rückgabe von Kolonien an Deutschland aus.
Die litauische Regierung ordnet an, daß ausländische Juden, die ohne nachweisbare Beschäftigung in der litauischen Hauptstadt Kaunas leben, nicht länger dort wohnen dürfen, sondern sich in einem Provinzort niederlassen müssen.

8.12.1938
Entlassene jüdische Wissenschafter dürfen auch nicht mehr privat in Hochschulinstituten und Bibliotheken arbeiten.
Runderlass Heinrich Himmlers zur Systematischen Erfassung und erkennungsdienstlichen Behandlung aller Zigeuner im Reichsgebiet. Die „Regelung der Zigeunerfrage" soll »aus dem Wesen dieser Rasse heraus" erfolgen.
In der Sowjetunion wird der für die Moskauer Schauprozesse verantwortliche Volkskommissar des Innern (seit 1936), Nikolai I. Jeschow, abgelöst. Seine Nachfolge übernimmt Lawrenti P. Berija. Er ist damit neuer Chef des gesamten Polizei-, Nachrichten- und Sicherheitsdienstes.

Im Beisein des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler, läuft in Kiel der erste Flugzeugträger der deutschen Kriegsmarine vom Stapel. Er wird durch Gräfin Hella von Brandenstein - eine Tochter des Grafen Ferdinand von Zeppelin, auf den Namen »Graf Zeppelin« getauft. Anschließend nimmt Adolf Hitler eine Parade der Kriegsmarine ab und gibt dann auf dem Kriegsschiff „Grille" ein Frühstück für die Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtsteile.               

Am 16. November 1935 vergab das Oberkommando der Kriegsmarine den Bauauftrag für den Flugzeugträger an die Deutsche Werke in Kiel. Am 28. Dezember 1936 erfolgte die Kiellegung des Trägers auf der Helling 1 der Werft, und am 8. Dezember 1938 erfolgte der Stapellauf des Schiffes. Nachdem das Schiff an den Ausrüstungskai geschleppt worden war, sollte es dort fertig gestellt werden. Die Flugzeuge sollten in zwei Hallen-Decks untergebracht und über drei Aufzüge an Deck gebracht werden. Dort sollten sie in eines der zwei Katapulte eingesetzt werden. Die preßluftgetriebenen Katapulte waren 20,58 m lang und beschleunigten die eingehängten Maschinen in 1,2 Sekunden auf eine Endgeschwindigkeit von bis zu 142 km/h. Die Katapulte waren mit Startwagen ausgerüstet, auf welche die Maschinen gesetzt wurden. Dadurch konnten die Maschinen mit eingezogenem Fahrwerk starten.                      
9.12.1938
Fritz Todt wird von Hermann Göring zum Generalbevollmächtigten für die Regelung der Bauwirtschaft ernannt.

10.12.1938
In München wird die zweite deutsche Ausstellung für Architektur und Kunsthandwerk in Anwesenheit Adolf Hitlers eröffnet. Sie bietet dem Besucher einen umfassenden Überblick über die künftigen Pläne nationalsozialistischer Architektur. Hitler hält eine große Kulturrede, er verbreitet die Auffassung, dass das Volumen von Kirchen, Theater, Versammlungsräumen etc. analog der Einwohnerzahlen wachsen soll.
Hermann Göring ordnet an, dass die Übernahme jüdischer Betriebe und Vermögenswerte auf streng gesetzlicher Grundlage zu erfolgen habe.
Die französische Deputiertenkammer spricht Ministerpräsident Édouard Daladier mit 315 gegen 241 Stimmen bei 53 Enthaltungen das Vertrauen aus. Gegen die Mitte-Rechts-Regierung stimmten Kommunisten, Sozialisten sowie einige Radikalsozialisten.

11.12.1938
In Prag konstituiert sich als Zusammenschluß des linken Flügels der National-Sozialistischen Partei sowie der Tschechischen Sozialdemokraten die Nationale Partei der Arbeit unter dem Vorsitz von Antonin Hampl als Opposition gegen Ministerpräsident Rudolf Beran.
Bei den Landtagswahlen in dem zu Litauen gehörenden Memelland entfallen auf die deutsche Liste 87,3%.

12.12.1938
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt die neuen Bedingungen für die Einstellungen von länger dienenden Freiwilligen bekannt. Für Heer und Luftwaffe werden Bewerber von 17 bis 25 Jahren angenommen, bei der Kriegsmarine beträgt das Höchstalter 23 Jahre. Erster Truppenteil der neuen Fallschirmjägertruppe ist das Regiment Hermann Göring (Stendal).
Im Deutschen Reich wird das neue Gesetz über die Devisenbewirtschaftung erlassen (in Kraft 1.1. 1939).
Die ersten 100 Häftlinge treffen bei Hamburg zum Aufbau des Lagers Neuengamme ein, das zunächst als Aussenlager von Sachsenhausen konzipiert wird.

13.12.1938
Durch eine Verordnung des Reichsarbeitsministers Franz Seldte gelten die reichsdeutschen Regelungen über den Ladenschluß an Heiligabend auch in Österreich und den sudetendeutschen Gebieten. Danach ist Ladenschluß um 17 Uhr, bei Geschäften, die vor allem Lebensmittel verkaufen, um 18 Uhr.
In Hannover kündigt Reichsstudentenführer Gustav Adolf Scheel die Errichtung von Hochschul-Langemarck-Studien an. Künftig sollen jährlich 1000 Studenten ein kostenfreies 18monatiges Studium an der Technischen Hochschule Hannover absolvieren.

14.12.1938
Durch einen Erlass des Stellvertreters des Führers, Rudolf Heß, wird der Sicherheitsdienst (SD) des Reichsführers SS zum alleinigen politischen Nachrichtendienst der NSDAP erklärt.
Hermann Göring, der Reichsbeauftragte für den Vierjahresplan, ordnet für die technischen Hochschulen und Bergakademien des Deutschen Reiches eine Studiendauer von drei und an Fachschulen von zwei Jahren an.
Zweite Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben. Hermann Göring verlangt zur Sicherstellung die notwendige Einheitlichkeit in der Behandlung dieses Problems, alle Verordnungen und wichtige Anordnungen, welche die Judenfrage berühren, ihm vor Erlass zuzuleiten und sein Verständnis einzuholen.
Staatssekretär Ernst von Weizsäcker informiert Wilhelm Canaris über Adolf Hitlers verstärkte Ostpolitik. Ein Krieg mit Polen sei nicht ausgeschlossen.
Adolf Hitler sendet ein Glückwunschtelegramm an den englischen König Georg VI. zum Geburtstag.

15.12.1938
Die Vollendung des 3.000 Autobahnkilometers nimmt Adolf Hitler auf Fritz Todts Empfehlung zum Anlass, 3.000 Arbeiter von allen Autobahnbaustellen zu einem Kameradschaftsabend in das Theater des Volkes nach Berlin einzuladen, um sich bei ihnen stellvertretend für alle andern zu bedanken.
Die Länge der Reichsautobahnen beträgt durch die Eröffnung neuer Streckenabschnitte 3062 km.
Die Autofirma Opel nimmt den »Kapitän« ins Programm, der den Super 6 ablöst. Der fünfsitzige »Kapitän« hat mit seinem 55 PS starken 2,5-l-Motor eine Dauergeschwindigkeit von 112 km/h.
Im AEG-Werk Berlin-Henningsdorf wird die 5000. elektrische Lokomotive der Baureihe E 19 fertiggestellt. Sie erreicht mit maximal 8000 PS eine Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h.

16.12.1938
Der Ingenieur Fritz Todt, bisher schon Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen und Leiter der Organisation Todt (OT), wird zum Generalbevollmächtigten für die Regelung der Bauwirtschaft ernannt.
Adolf Hitler empfängt in der Reichskanzlei in Berlin den neu ernannten chinesischen Botschafter Chen Chieh und hält eine Ansprache. Der Empfang des neuen niederländischen Gesandten Jonkheer van Haersma de With schließt sich an.
Adolf Hitler stiftet das „Ehrenkreuz der Deutschen Mutter" in drei Stufen: für Mütter von 4 und 5, 6 und 7 sowie 8 und mehr Kindern. Die Inschrift lautet: „Das Kind adelt die Mutter". Jüdische Mütter werden von der Verleihung des „Mutterkreuzes" ausgeschlossen.

17.12.1938
Generaloberst Keitel wies im Einklang mit Hitlers Instruktionen die Wehrmachtführung an, sich unauffällig auf eine widerstandslose Besetzung der Resttschechei vorzubereiten.
Der Reichserziehungsminister Bernhard Rust muss die Wiederaufnahme des Schulbesuches anordnen, „da es nicht angehe, schulpflichtige Juden (...) ganz ohne Unterricht zu lassen".

18.12.1938
Bei den ersten Landtagswahlen in der Slowakei stimmen 97,5% für die Einheitsliste des Ministerpräsidenten Jozef Tiso.
Auf Sizilien weiht Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini die neue Stadt Carbonia ein, in deren Nähe bedeutende Kohlevorkommen liegen.
Als erste Neuinszenierung dirigiert der Aachener Generalmusikdirektor Herbert von Karajan in der Berliner Staatsoper unter der Regie von Gustaf Gründgens "Die Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart.

19.12.1938
Die Vertrauensleute der rund 4000 Personen umfassenden jüdischen Gemeinde der Freien Stadt Danzig erklären, im Frühjahr 1939 geschlossen die Stadt verlassen zu wollen.

20.12.1938
Unter Vorsitz George Rublees (Sprecher des Evian-Komitees) fand eine Sitzung von Finanzsachverständigen aus England, USA, Frankreich und Niederland statt, wobei deutsche Vorschläge zur Förderung und Finanzierung der jüdischen Auswanderung aus Deutschland als Verhandlungsgrundlage angenommen worden.
Die westdeutschen Eisenbahnen begehen in Düsseldorf ihre 100-Jahr-Feier. Am 20. Dezember 1838 war die Eisenbahnstrecke Düsseldorf-Erkrath als erste in Betrieb gegangen.

21.12.1938
Durch Erlaß des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler wird der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen (DRL) in Nationalsozialistischer Reichsbund für Leibesübungen (NSRL) umbenannt und der NSDAP unterstellt.
Durch das Gesetz über die Deutsche Reichslotterie wird das Recht, öffentliche Lotterien und Ausspielungen zu veranstalten, dem Reich zugewiesen.
Durch Erlaß des Führers und Reichskanzlers wird die Durchführung städtebaulicher Maßnahmen in der Hauptstadt der Bewegung München angeordnet. Zum Generalbaurat für München wird Hermann Giesler bestellt.

22.12.1938
Adolf Hitler feiert in der Deutschlandhalle gemeinsam mit 7.000 Bauarbeitern, die beim Neubau der Reichskanzlei beschäftig sind, ein Weihnachtsfest und hält wieder eine Rede. Jeder Arbeiter erhält ein signiertes Hitlerbild und ein Lebensmittelpaket. Am Abend sieht sich Adolf Hitler im Berliner Ufa-Palast die Aufführung des Großfilms „Pour le merite" von Karl Ritter an.
In einem Brief an die Zeitschrift "Naturwissenschaften" beschreibt der am Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin-Dahlem arbeitende Chemiker Otto Hahn seine Versuche über "Bestrahlung des Urans mittels Neutronen".
Die jüdischen Hochschullehrer an den deutschen Hochschulen in Prag und Brünn werden von jeder Lehrtätigkeit ausgeschlossen. Auch jüdische Lehrer an den deutschen Schulen müssen ihre Tätigkeit aufgeben.
Im Abgeordnetenhaus Ungarns wird von der Regierung eine Gesetzesvorlage über die "Einschränkung der Beteiligung der Juden im öffentlichen und wirtschaftlichen Leben des Landes" eingebracht, die eine wesentliche Verschärfung der bisherigen antijüdischen Gesetzgebung darstellt.
Japans Ministerpräsident Fumimaro Prinz Konoe formuliert in Tokio sein Programm zur "Neuen Ordnung" Ostasiens. Als Vorbedingung für einen Frieden mit China werden u.a. genannt: Anerkennung des 1934 von Japan gegründeten Kaiserreichs Mandschukuo, freier Handel und Ansiedlungsrechte für Japaner in China und die Erklärung der Inneren Mongolei zum besonderen antikommunistischen Gebiet.

23.12.1938
Auf 22 »Volksweihnachtsfeiern« der NSDAP in Berlin werden 120 000 Kinder bedürftiger Eltern beschenkt.
Die nationalspanischen Truppen beginnen ihre Offensive gegen das republikanische Katalonien. Der mit großer Überlegenheit an Menschen und Material geführte Angriff schlägt schnell Lücken in die nur dünne republikanische Front.
Der neue Film des Regisseurs und Schauspielers Henry Piel wird uraufgeführt. In "Menschen, Tiere, Sensationen" präsentiert sich Piel als Raubtierdresseur.

24.12.1938
Adolf Hitler besucht im Münchner Löwenbräukeller eine Weihnachtsfeier der Alten Kämpfer. Er hält eine Ansprache über die Ereignisse des verflossenen Jahres.
Adolf Hitler macht bei Ehepaar Bruckmann einen Weihnachtsbesuch. Offenbar ist kein richtiges Gespräch in Gang gekommen. Bruckmanns sind durch die Judenverfolgungen von Hitler abgerückt, aber es ist noch nicht zum Bruch gekommen. Adolf Hitler ernennt seinen Leibarzt Theo Morelle zum Professor. Hans Mend, Hitlers Dienstkamerad, wird auf Grund eines Gnadenerweises entlassen.
Reinhard Heydrich, Chef der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes, erlässt eine Anordnung für die Leitstellen der Geheimen Staatspolizei im Sudetenland, von einer unbegründeten Festnahme und Einlieferung in Konzentrationslager abzusehen.
Papst Pius XI. übt in einer Ansprache an das Kardinalskollegium im Vatikan Kritik an der antikirchlichen Haltung der italienischen Regierung.
In Lima beenden 21 Staaten der westlichen Hemisphäre, darunter die USA, die am 9. Dezember begonnene achte Panamerikanische Konferenz mit der Verabschiedung einer Deklaration von Lima über die Prinzipien der gegenseitigen Konsultation.

25.12.1938
Der »Völkische Beobachter« schreibt in einem Artikel zum Weihnachtsfest zur Rolle der deutschen Mutter, die Schaffung des Mutterkreuzes drücke das Vertrauen aus, »das der Führer und damit das ganze Deutsche Volk allen Müttern« entgegenbrächte.

26.12.1938
Als Reaktion auf die Kündigung des Mussolini-Laval-Abkommens (7.1.1935) durch Italien am 17. Dezember schickt Frankreich zum Schutz der französischen Interessen im Somaliland einen Zerstörer und 1000 Senegalschützen nach Djibouti.
Eintrag im Grundbuchamt München: „Hitler Adolf, Führer und Kanzler des deutschen Volkes in Berlin kauft von Hugo Schühle und dessen Ehefrau das Haus Prinzregentenplatz 16 in München."

27.12.1938
Die reichsdeutschen Rassengesetze treten auch im annektierten Sudetengebieten in Kraft.
Das Präsidium des Obersten Sowjet führt den Ehrentitel "Held der Sozialistischen Arbeit" ein.

28.12.1938
Zur Förderung des Kleinwohnungsbaus im Deutschen Reich werden die zur Siedlungsfinanzierung gewährten Reichsdarlehen künftig bis zu 38 Jahre zinsfrei gewährt. Lediglich eine Tilgung von 1% - höhere Einkommen 2% - ist zu leisten.
Hermann Göring gibt nach Absprache mit Adolf Hitler u.a. bekannt: Dass Juden Speise- und Schlafwagen der Eisenbahnen nicht mehr benützen dürfen, ohne dass besondere Judenabteile bereitgestellt werden. Die „Arisierung" des Hausbesitzes soll an das Ende der Gesamtarisierung gestellt werden. Ein „Judenbann" soll nur für gewisse, der Öffentlichkeit zugängliche Plätze gelten. Dazu gehören Hotels und Gaststätten, in denen die Parteigenossenschaft verkehrt. Der Judenbann kann auch für Badeanstalten, Badeorte usw. ausgesprochen werden. Diverse Regelungen betreffen die Mischehen.
In Paris werden die Filme "Gare du Nord" von Marcel Carné und "Bestie Mensch" (La bête humaine) mit Jean Gabin in der Hauptrolle von Jean Renoir uraufgeführt.

29.12.1938
Durch eine Verfügung hat der polnische Burgstarost von Graudenz die Tätigkeit des Herbergsvereins in Graudenz eingestellt. Ferner wurde die einstweilige Sicherstellung des Vereinsvermögens und der Grundstücke im Wert von ¼ Millionen Zloty verfügt. Der Herbergsverein widmete sich ausschließlich der Wohltätigkeit.
In der Sowjetunion werden "Maßnahmen zur Stärkung der Arbeitsmoral durch Änderungen der Sozialeinrichtungen" verkündet. Dadurch werden Tariflöhne und Urlaub gekürzt und eine Aufhebung des Bezugs von verbilligten Lebensmitteln nach zweimaligem Arbeitsplatzwechsel eingeführt. Ferner werden für Arbeiter und Angestellte Arbeitsbücher eingeführt.

30.12.1938
Adolf Hitler verleiht vom Obersalzberg aus Erwin Guido Kolbenheyer zu dessen 60. Geburtstag den „Adlerschild des Deutschen Reiches" mit der Widmung „Dem Deutschen Dichter".
Bei einem Seegefecht vor Gibraltar wird der republikanische Zerstörer "José Luis Diaz" von nationalspanischen Kriegsschiffen versenkt.

31.12.1938
Adolf Hitler verbringt Silvester mit seinen Getreuen auf dem Berghof.
Die Deutsche Arbeitsfront zählt 20.487.449 Mitglieder, mit zeitweise 44.000 bezahlten Funktionären repräsentiert die DAF die größte Massenorganisation des „Dritten Reiches".
Der Neujahrsaufruf von Adolf Hitler vom 31. Dezember wird im „Völkischen Beobachter" wiedergegeben. Er bezeichnet darin das Jahr 1938 als „das ereignisreichste Jahr der Geschichte unseres Volkes seit vielen Jahrhunderten".
Am diesjährigen Reichsberufswettkampf der Deutschen Jugend mit den hinzugetretenen Männer und Frauen beteiligten sich 2.800.000 Teilnehmer.
Zum Jahresende haben alle jüdischen Wirtschaftsprüfer ihre Tätigkeit einzustellen. Juden erhalten auch keine staatliche Mietbeihilfe mehr. Die Frist für die Auflösung aller jüdischen Verlage und Buchhandlungen endet.
Die Zahl der Arbeitslosen beträgt 456.000.
Im Deutschen Reich gibt es bis zu diesem Tage 12.921 Konzentrationslagerhäftlinge. Der Anteil politischer Gefangener betrug rund ein Drittel, also circa 4300.
Die deutsche katholische Tageszeitung "Germania" stellt ihr Erscheinen ein.
In Prag stellen die seit 1921 erscheinende und als offiziöses Blatt des Prager Außenministeriums geltende "Prager Presse" und die 1827 erstmals erschienene "Bohemia" ihr Erscheinen ein.
In der Slowakei wird eine Volkszählung durchgeführt. Sie ergibt eine Bevölkerung von 2,7 Millionen, wobei die Slowaken einen Anteil von 84,6%, die Deutschen von 4,7% und die Tschechen von 3,5% haben.
Im Kieler Stadttheater hat die Operette "Saison in Salzburg" von Fred Raymond mit dem Text von Max Wallner und Kurt Feltz Premiere.

Der Opel »Kapitän« hat einem 55 PS starken 2,5-l-Motor und fährt 112 km/h
Der erste deutsche Flugzeugträger "Graf Zeppelin"
die sozialen Errungenschaften im Deutschen Reich waren einzigartig und es gab auf der ganzen Welt nichts Vergleichbares

Ernst vom Rath

Herschel Grynszpan

Maurice Bavaud

Hugh R. Wilson

Hans Heinrich Dieckhoff

Dr. Franz Gürtner

Rueckblick auf 1918: Im Felde unbesiegt, ziehen die deutschen Truppen in die Heimat zurueck. Dort herrscht Chaos. Spartakisten beherrschen die Strassen. Die Folgen des Vertrags von Versailles. 15 Jahre spaeter wendet sich das Blatt, der Nationalsozialismus hat nach langem Kampf die Macht erobert, um Deutschland wieder frei und stark zu machen.                      

Sie können die einzelnen Bilder anklicken und die detailierten Ereignnisse dieser Zeit in der großen Chronik von 1933-45 nachlesen