Chronik des Nationalsozialismus September / Oktober 1934

SEPTEMBER 1934

1.9.1934
Der deutsche Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht (parteilos) fordert einen mehrjährigen Aufschub für die Rückzahlung der deutschen Auslandsschulden.
In der Freien Stadt Danzig beginnt eine zweitägige Konferenz der Bundesleitung des Vereins für das Deutschtum im Ausland. Der Danziger Senatspräsident Hermann Rauschning (NSDAP) betont, Danzig schöpfe seine Kraft aus der Weltanschauung des Nationalsozialismus, "dem stärksten inneren Halt des deutschen Volkes und des Auslandsdeutschtums".
Auf Anordnung des deutschen Führers und Reichskanzlers, Adolf Hitler (NSDAP), wird die Motor-SA dem Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) eingegliedert und dem Führer direkt unterstellt. Leiter des NSKK wird SA-Obergruppenführer Adolf Hühnlein.
Hans Schemm, Gauleiter und Reichsleiter des nationalsozialistischen Lehrerbundes, wird in Personalunion zum Leiter des Hauptamtes für Erziehung in der Reichsleitung der NSDAP.
Die bulgarische Regierung erlässt eine Verordnung zum Schutz des Staats, die sich vor allem gegen kommunistische Aktivitäten richtet. Zuwiderhandlungen gegen die Verordnung sollen künftig in Schnellverfahren von den Kreis- und Militärgerichten abgeurteilt werden.

2.9.1934
Die deutsche Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung untersagt den Zuzug von Arbeitern nach Bremen, Hamburg, Altona, Wandsbek, Harburg-Wilhelmsburg, Delmenhorst, Nordenham und Wesermünde (Bremerhaven), da dort keine weiteren Arbeitskräfte gebraucht würden.
Bei einer Heldenehrung auf dem Berge Isel in Tirol bezeichnet es der österreichische Bundeskanzler Kurt Schuschnigg (Christlichsoziale Partei) als die Aufgabe der Österreicher, dafür zu sorgen, "dass nicht ein Fußbreit deutschen Bodens dieses Landes irgendwann und irgendjemandem überantwortet werde".
In Prag wird der Achte Internationale Philosophenkongress eröffnet. Er steht unter der Schirmherrschaft des tschechoslowakischen Staatspräsidenten Tomá Garrigue Masaryk, der auch international bekannt ist als Soziologe und Philosoph.
Hans Stuck gewinnt auf einem Wagen der Auto-Union den Großen Berg-Preis von Deutschland auf der Schauinslandstrecke bei Freiburg im Breisgau.

3.9.1934
Die evangelischen Landeskirchen Bayerns und Württembergs werden trotz massiver Widerstände der deutschen Reichskirche eingegliedert.
Das "Prager Montagsblatt" veröffentlicht ein Interview mit dem früheren österreichischen Vizekanzler Franz Winkler, der                      schwere Vorwürfe gegen die Politik der österreichischen Regierung vor und nach dem Putschversuch vom 25. Juli erhebt. Auf Sozialdemokraten und                 Nationalsozialisten habe die Regierung durch die Artillerie mit Maschinengewehren schießen lassen.

4.9.1934
In Nürnberg wird der sechste Reichsparteitag der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei
(NSDAP) eröffnet. Die Veranstaltung wird durch einen Empfang Adolf Hitlers im Nürnberger
Rathaus eingeleitet. Hitler hält eine kurze Dankesrede. Die Schauspielerin und Regisseurin
Leni Riefenstahl führt die Oberleitung bei den Tonfilmaufnahmen vom Reichsparteitag.
Der deutsche Reichsminister des Innern, Wilhelm Frick (NSDAP), schließt Beamte von der
Beförderung aus, die früher Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD)
waren, die sich "gegen die nationale Erhebung gestellt" haben, die nicht rein arischer
Abstammung oder mit einer Nichtarierin verheiratet sind.

Der deutsche Reichsminister und Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß (NSDAP), verbietet die Verwendung von Kontrollkarten, mit denen die Anwesenheit von NSDAP-Mitgliedern bei Parteiversammlungen überprüft wird. Die NSDAP sei auf freiwilliger Mitarbeit und freiwilligem Gehorsam aufgebaut, nicht auf Zwang.
Die Deutsche Reichspost gibt in einem neuen Aushang in den Schalterräumen der Postämter die wichtigsten Bestimmungen über die Devisenbewirtschaftung im Postverkehr mit dem Ausland bekannt. Danach ist die Versendung von deutschen Reichsmarknoten sowie von deutschen Goldmünzen ins Ausland oder in das Saargebiet verboten.

5.9.1934
Rudolf Hess eröffnet in der Nürnberger Luitpoldhalle den Kongress des sechsten Reichsparteitages. Dabei bezeichnet er Hitlers Titel "Führer" als staatsrechtlich verankerten Begriff. Der Führer und Reichskanzler, Adolf Hitler, erlässt einen Appell, in dem er die nationalsozialistische Revolution als abgeschlossen bezeichnet. Am Nachmittag hält Adolf Hitler eine Rede auf der Kulturtagung Apollotheater.

6.9.1934
Bei einem Appell von 52 000 Arbeitsmännern auf dem Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg sagt Adolf Hitler, daß die ganze deutsche Nation künftig durch die Schule des Arbeitsdienstes gehen werde.
Durch eine Verordnung des deutschen Reichswirtschaftsministeriums unter Leitung von Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht (parteilos) wird die Neugründung von Geldinstituten und Zweigstellen bis zum 31. Dezember 1936 untersagt.
Der österreichische Ministerrat unter Bundeskanzler Kurt Schuschnigg (CP) beschließt ein Bundesgesetz über die Aufrechterhaltung der Disziplin unter den Studierenden an den Hochschulen. Jeder Student, der zur Förderung der Ziele einer verbotenen Partei ein Vergehen begangen hat, kann von allen Hochschulen des Landes verwiesen werden.
In der schwedischen Hauptstadt Stockholm beginnt eine zweitägige Konferenz der Außenminister Schwedens, Norwegens, Dänemarks und Finnlands. Sie beschließen die Intensivierung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit ihrer Länder.

7.9.1934
Der deutsche Führer und Reichskanzler, Adolf Hitler (NSDAP), nimmt auf dem Reichsparteitag in Nürnberg einen Appell von 181.000 Amtswaltern der NSDAP ab.
Der Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen, Fritz Todt (NSDAP), gibt in Nürnberg bekannt, dass 52.000 Menschen an den 51 Reichsautobahnstellen und weitere 100.000 in den Lieferwerken beschäftigt seien. Bis Ende des Jahres soll die Zahl der Beschäftigten nahezu verdoppelt werden.

8.9.1934
Adolf Hitler spricht auf dem Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg vor der NS-Frauenschaft über die Rolle der Frau im NS-Staat: "....Denn gerade dadurch haben wir die neue nationalsozialistische Volksgemeinschaft gefestigt, daß wir in Millionen von Frauen treueste, fanatische Mitkämpferinnen erhielten, Kämpferinnen für das gemeinsame Leben im Dienste der gemeinsamen Lebenserhaltung, Kämpferinnen, die dabei den Blick nicht auf Rechte richten, die ein jüdischer Intellektualismus vorspiegelt, sondern auf Pflichten richten, die die Natur uns gemeinsam aufbürdet."
Im Deutschen Reich wird der Verkauf von Eisenbahnfahrkarten für Reisen ins Ausland auf die Grenzstationen beschränkt. Ausgenommen bleiben Fahrten in die Schweiz.

10.9.1934
110.000 Mitglieder der SA, SS und des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps treten auf dem Nürnberger Reichsparteitag zu einem Appell vor dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler (NSDAP) an. Der Parteitag geht nach dem Appell zu Ende.
Das amtliche Deutsche Nachrichtenbüro (DNB) in Berlin teilt mit, dass die deutsche Reichsregierung den Abschluß eines Ostpakts gegenüber den Regierungen von Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen und der Sowjetunion abgelehnt habe. Die Reichsregierung ist nicht bereit, einem solchen internationalen Paktsystem beizutreten, solange die "Gleichberechtigung des Deutschen Reichs auf dem Gebiet der Rüstung nicht international anerkannt ist".

11.9.1934
Die evangelischen Kirchen Bayerns und Württembergs lehnen ihre Eingliederung in die Reichskirche ab. Die Eingliederung war am 3. September durch Reichsbischof Ludwig Müller auf dem Verordnungsweg erfolgt.

12.9.1934
Anlässlich der Übernahme des bisherigen Amts des Reichspräsidenten empfängt der deutsche Führer und Reichskanzler Adolf Hitler (NSDAP) in Berlin erstmals das Diplomatische Korps. "Nicht Macht und Gewalt sollen die Beziehungen unter den Völkern bestimmen", führt Hitler aus, "sondern der Geist der Gleichberechtigung sowie die Achtung vor der Arbeit und Leistung eines jeden anderen Volkes."
In Genf unterzeichnen die Außenminister von Estland, Lettland und Litauen den sog. Baltenpakt.
Vor der Völkerbundversammlung in Genf weist der österreichische Bundeskanzler Kurt Schuschnigg (CP) den Vorwurf zurück, die österreichische "Verfassung 1934" enthalte reaktionäre Tendenzen.
Die litauischen Behörden verfügen, dass im überwiegend von Deutschen besiedelten Memelgebiet Aushängeschilder sowie Bekanntmachungen ab 15. Oktober in litauischer Sprache gehalten sein müssen.
Im nordfranzösischen Bergwerk "Bruay" werden mehrere hundert polnische Arbeiter entlassen. Sie sollen aus Frankreich ausgewiesen werden.

13.9.1934
Polnische Aufkündigung der Zusammenarbeit mit dem Völkerbund bei der Durchführung des Minderheitenschutzsystems. Der polnische Außenminister Beck erklärte in Genf, Polen müßte auf Generalisierung der Minderheitenverpflichtungen bestehen; und da verschiedene Staaten sich ablehnend verhalten, wird Polen in Zukunft jede Zusammenarbeit mit den internationalen Organen bei der Kontrolle der Durchführung des Minderheitenschutzsystemes verweigern.
Das österreichische Bundeskanzleramt in Wien verlängert das Einfuhrverbot für alle im Deutschen Reich erscheinenden Tageszeitungen sowie zahlreiche deutsche Zeitungen.

14.9.1934
Das Deutsche Opernhaus in Berlin wird mit einer Aufführung von Richard Wagners Oper "Tannhäuser und Der Sängerkreis auf der Wartburg" eröffnet.

15.9.1934
Bei den australischen Parlamentswahlen verliert die regierende Vereinigte Australische Partei von Joseph Alois Lyons die absolute Mehrheit. Während die Labour Party ihren Stimmenanteil halten kann, gelingt der Labour Party of New South Wales der Sprung ins Parlament, auch die Radikalen stellen erstmals sieben Abgeordnete.

16.9.1934
Bei den Wahlen zu den schwedischen Provinziallandtagen verbuchen Sozialdemokraten, Sozialisten und Kommunisten erhebliche Gewinne, während die Volkspartei, der Bauernbund und die Konservativen große Verluste hinnehmen müssen.

17.9.1934
Das Königreich Albanien und die Sowjetunion nehmen diplomatische Beziehungen auf.
Der französische General Maurice Gustave Gamelin, Chef des Generalstabs der Armee, trifft in Prag ein. Er nimmt an Manövern der tschechoslowakischen Armee teil.

18.9.1934
Die Überlebenden der gescheiterten deutschen Himalaja-Expedition treffen in München ein.
Die Sowjetunion wird in Genf in den Völkerbund aufgenommen.
In einer Thronrede anlässlich der Parlamentseröffnung in Den Haag stellt Königin Wilhelmina fest, die Niederlande würden 1934 noch stärker als im Vorjahr unter den Folgen der weltweiten politischen und wirtschaftlichen Krise leiden.
Frankreich hat den größten Kfz-Bestand aller europäischen Länder.

19.9.1934
Die Arbeitsgemeinschaft katholischer Deutscher löst sich auf, ihre Aufgaben übernimmt die Abteilung für kulturellen Frieden der NSDAP-Reichsparteileitung. Der ehemalige Vizepräsident der Arbeitsgemeinschaft, der frühere Vizekanzler Franz von Papen, sieht die Aufgaben der Konfessionellen als erfüllt an, nachdem das Reichskonkordat von 1933 zustande gekommen ist.
Der italienische Ministerrat beschließt das Gesetz über die vor- und nachmilitärische Ausbildung von Jugendlichen und Männern.

20.9.1934
Die Pariser Zeitung »L'Intransigeant« veröffentlicht eine Erklärung des Stellvertreters des Führers, Rudolf Heß, in der es u.a. heißt: »Eine Verständigung mit Frankreich ist bei gutem Willen auf beiden Seiten unbedingt möglich.«
Ab Wintersemester 1934/35 müssen die Studienneulinge im Deutschen Reich zwei Semester an derselben Hochschule studieren.
In Österreich werden mehrere Razzien gegen Kommunisten durchgeführt. Allein in Wien werden 87 und in Linz 50 Kommunisten festgenommen.
Zwischen Hochmais und Fuschertörl wird die vorletzte Teilstrecke der Großglockner-Hochalpenstraße feierlich eröffnet.

21.9.1934
Der Außenhandelsausschuß der "Federation of British Industries" wirft in einem Schreiben an das britische Wirtschaftsministerium der deutschen Reichsregierung vor, die deutschen Firmen daran zu hindern, ihren ausländischen Verpflichtungen nachzukommen. Das Deutsche Reich sei in der Lage, erheblich größere Auslandszahlungen zu leisten, als die amtlichen Stellen zugäben.
Wegen einer Scharlachepidemie werden in Magdeburg alle Schulen geschlossen.

22.9.1934
In der Schweiz wird die Dauer der Ausbildung in den Rekrutenschulen verlängert: In der Infanterie um 23 auf 88 Tage, Artillerie um 13 auf 88 Tage, Genie (Ingenieurtruppe) um 21 auf 88 Tage, in der Kavallerie um 14 auf 102 Tage.
Während eines Empfangs für die deutsche Sportfliegerin Elly Beinhorn in der deutschen Gesandtschaft in Mexiko kommt es zu Demonstrationen gegen die "Nazi-Agentin" und "Botschafterin des deutschen Faschismus". Die Demonstranten versuchen vergeblich, in das Gebäude einzudringen.
In Österreich beginnt die Erste Internationale Alpenwertungsfahrt für Kraftfahrzeuge mit Ersatzbrennstoffen. Sie dauert bis zum 2. Oktober.
Die Regierung der spanischen autonomen Region Katalonien teilt mit, dass die katalonischen Frauen als erste in Spanien ab 1. Januar 1935 mit dem Mann voll zivilrechtlich gleichgestellt werden. Bisher ist den spanischen Frauen verfassungsmäßig nur das Wahlrecht zugestanden worden.

23.9.1934
Ludwig Müller wird im Dom zu Berlin offiziell in sein Amt als deutscher Reichsbischof eingeführt.
In der finnischen Hauptstadt Helsingfors (Helsinki) finden Demonstrationen gegen die Aufnahme der UdSSR in den Völkerbund statt.

24.9.1934
In einer Rundfunkrede über "Ein Jahr nationalsozialistischer Agrarpolitik" bezeichnet der deutsche Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Richard Walther Darré (NSDAP), als Grundpfeiler der neuen Agrarpolitik das Reichsnährstandgesetz.
Der österreichische Ministerrat unter Bundeskanzler Kurt Schuschnigg (CP) beschließt ein Gesetz, durch das die Anrufung des Bundesgerichtshofs in Beschwerden gegen Maßnahmen zur Abwehr staatsfeindlicher Bestrebungen ausgeschlossen wird. So ist eine Berufung bei der Internierung in einem Anhaltelager (Konzentrationslager) unter drei Monaten nicht zulässig.

25.9.1934
In Genf beginnt eine Konferenz der Goldblockländer. Das zentrale Thema der Gespräche ist die Wiederbelebung der internationalen Zusammenarbeit.
In den USA geht ein Streik der Textilarbeiter zu Ende, der am 1. September begonnen hatte.

26.9.1934
Nach offiziellen Angaben sind im österreichischen Anhaltelager (Konzentrationslager) Wöllersdorf nur noch 740 Personen interniert gegenüber 5230 im August.
In allen deutschen Schulen wird des 20. Todestags des Schriftstellers Hermann Löns als eines "Künders des Dritten Reiches" gedacht.
In Anwesenheit des britischen Königspaars läuft in Clydebank bei Glasgow die "Queen Mary" vom Stapel, das bislang größte Passagierschiff der Welt.

27.9.1934
König Alexander I. von Jugoslawien trifft zu einem viertägigen Besuch des bulgarischen Königs Boris III. in Sofia ein. Dieser Besuch bildet den Höhepunkt der im Dezember 1933 eingeleiteten Versöhnung zwischen beiden Ländern.
Die Regierungen Großbritanniens, Frankreichs und Italiens veröffentlichen eine gemeinsame Erklärung über die Notwendigkeit, die Unabhängigkeit und Integrität Österreichs zu erhalten.
In den Schulen des zu Litauen gehörenden Memelgebiets wird der Gebrauch der deutschen Sprache durch einen Erlass des memelländischen Direktoriums wesentlich eingeschränkt.
Der schweizerische Bundesrat in Bern gibt bekannt, dass der freiwillige Arbeitsdienst weiterhin gefördert werde, dass jedoch an die Einführung eines obligatorischen Arbeitsdienstes nicht gedacht sei.

28.9.1934
Das Reichstabak-Forschungsinstitut in Forchheim gibt bekannt, dass gegenwärtig auf den Feldern von etwa 250 Pflanzern im Deutschen Reich nikotinfreier Tabak angebaut wird: »Um die Herstellung dieser Produkte beneidet uns die Welt.«
Nach Angaben der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) sind in Berlin vier führende KPD-Funktionäre festgenommen worden, darunter der ehemalige Reichstagsabgeordnete Thielen aus Koblenz.
Die österreichische Christlichsoziale Partei (CP) löst sich auf.
Gaston Doumergue, der Ministerpräsident des französischen Kabinetts der Nationalen Einheit und frühere Staatspräsident Frankreichs, fordert in einer Rundfunkrede eine Stärkung der Autorität des Staats. Der wendet sich gegen den Sozialismus und die Vielzahl der Parteien, die eine Regierung zu schnell stürzen könne.

29.9.1934
In Hamburg wird der vom Hanseatischen Sondergericht zum Tode verurteilte Kommunist Johann Wilhelm Jasper durch das Beil hingerichtet. Jasper war laut Urteil beteiligt an mehreren Feuerüberfällen auf Angehörige der SA und der Hitlerjugend (HJ), bei denen zwei Menschen ums Leben kamen.
In der Schweiz ist ein einheitlicher Benzinpreis von 35 Rappen (Reichsmark) je Liter eingeführt worden. Bisher bewegten sich die Zonenpreise zwischen 35 und 43 Rappen.

30.9.1934
Auf dem Bückeberg bei Hameln wird das NS-Erntedankfest von Propagandaminister Joseph Goebbels eröffnet. An dem Festakt nehmen laut offiziellen Angaben 700.000 Menschen teil.
Nach Angaben des Internationalen Arbeitsamtes in Genf haben Ende September die Niederlande mit 30,2% die höchste Arbeitslosenquote in Europa vor Österreich (23,4%) und Belgien (17,4%). Im Deutschen Reich liegt die Quote bei 13,0%, in der Schweiz bei 11,9%.
Hans Stuck gewinnt das Grand-Prix-Rennen auf dem Masaryk-Ring im tschechoslowakischen Brünn vor dem Italiener Luigi Fagioli auf Mercedes-Benz. Mit einem Stundendurchschnitt von 127,320 km/h stellt Stuck einen Rekord auf.

OKTOBER 1934

1.10.1934
Robert Ley (NSDAP), der Leiter der Deutschen Arbeitsfront, erklärt die Neuorganisation der Arbeitsfront in Blocks, Zellen, Betriebsgemeinschaften, Ortsgruppen, Kreise und Gaus für abgeschlossen.
Nach einer Verordnung der deutschen Reichsregierung kann der Reichswirtschaftsminister Braunkohleunternehmen zu wirtschaftlichen Pflichtgemeinschaften zusammenfassen. Ziel dieser Maßnahme ist die wirtschaftliche Gewinnung von Benzin und industriellen Ölen aus deutscher Braunkohle.
In Berlin werden die neuesten Zahlen über Eheschließungen und Geburten veröffentlicht. Danach heiraten im ersten Quartal 1934 46,2% mehr junge Paare als im ersten Quartal 1933. Die Zahl der Geburten ist den Angaben zufolge gestiegen.
Die Deutsche Arbeitsfront, die Berliner Handwerkskammer, der Bund Berliner Haus- und Grundbesitzer sowie der Verein gegen das Bestechungswesen beschließen den gemeinsamen Kampf "für die restlose Beseitigung des besonders im Haus- und Grundstückswesen eingerissenen Bestechungsunwesen". Angeblich stellen Hausverwalter bei der Vergabe von Bau- und Reparaturaufträgen hohe Provisionsansprüche.
Im Deutschen Reich tritt die neue Reichs-Straßenverkehrsordnung in Kraft.
In Polen wird die obligatorische militärische Hilfsdienstpflicht für Männer vom 17. bis zum 60. Lebensjahr eingeführt. Für Frauen vom 19. bis zum 45. Lebensjahr ist sie freiwillig.

2.10.1934
US-Präsident Franklin D. Roosevelt (Demokrat) betont in einer Rundfunkrede seine Entschlossenheit, an der Politik des sog. New Deal festzuhalten. Die amerikanische Nation wolle nicht mehr jene Freiheit, die früher dazu geführt habe, dass einige Mächtige das Volk beherrschten.
Bei einer verheerenden Schlagwetterexplosion im Bergwerk Cresford bei Wrexham in Nordwales kommen 274 Menschen ums Leben.

3.10.1934
Der deutsche Reichsbischof Ludwig Müller erklärt in Stuttgart, der Staat und die Deutsche Evangelische Kirche seien eins. Er bedauert, dass noch nicht alle Pastoren den Weg zu Adolf Hitler gefunden hätten. Im Kampf gegen Bolschewismus und Marxismus habe der Nationalsozialismus die Deutsche Evangelische Kirche geschaffen.
Der französische Generalstab in Paris beschließt die Verlegung von farbigen Regimentern von Marokko nach Frankreich, da in den kommenden fünf Jahren starke Rekrutierungsausfälle wegen des Geburtenrückgangs während des Ersten Weltkriegs zu erwarten seien.

4.10.1934
In Berlin beginnt die dreitägige Arbeitstagung des Außenpolitischen Amts der NSDAP, an der auch der nationalsozialistische Bund Deutscher Juristen und Hochschullehrer der Volkswirtschaft teilnehmen. Reichsjustizkommissar Hans Frank (NSDAP) sagt in einer Grundsatzrede: "Die synthetische Zusammenfassung des Nationalsozialismus und des Sozialismus muss daher auch in den Bereichen der Wissenschaft die Idee der Volkseinheit und der Volksgeschlossenheit gegen die Atomisierung stellen, wie sie der Liberalismus auf allen Gebieten hervorgebracht hat."
Anlässlich des Welttierschutztages wendet sich der Deutsche Tierschutzverein mit einem Appell an die deutsche Öffentlichkeit: "Der 4. Oktober gehört den Tieren. An diesem Tag soll jeder Mensch einem Tier etwas besonders Gutes tun."
Gaston Doumergue, der Ministerpräsident des französischen Kabinetts der Nationalen Einheit, warnt in einer Rundfunkrede vor der sozialistisch-kommunistischen Gefahr. Wer Sozialisten und Kommunisten bei den Provinzwahlen am 7. Oktober seine Stimme gebe, stimme für "Bankrott, Enteignung, Verelendung, Diktatur, Zwang, Bürgerkrieg, Weltkrieg".
In Spanien vereinigen sich die Radikaldemokratische Partei und die Radikalsozialistische Partei zur Republikanischen Union unter der Führung des früheren Ministerpräsidenten Diego Martínez Barrio. Alejandro Lerroux y García wird zum vierten Mal spanischer Ministerpräsident.

5.10.1934
Die von dem nach Luzern emigrierten Juden Waldemar Gurian und Otto Michael Knap herausgegebenen "Deutschen Briefe - Private Berichte aus dem religiösen, kulturellen und politischen Leben im neuen Deutschland", ein Informationsblatt über Kirchenkampf und Kirchenverfolgung erscheinen.
In Spanien beginnt ein Generalstreik, den die Gewerkschaften und Linksparteien als Protest gegen das Kabinett des neuen Ministerpräsidenten Alejandro Lerroux y García ausgerufen haben.
In Athen wird eine antifaschistische Einheitsfront gebildet zwischen der kommunistischen, der sozialdemokratischen, der sozialistischen und weiteren linksgerichteten griechischen Parteien sowie den Gewerkschaften Griechenlands.

6.10.1934
Nach Angaben der Deutschen Reichsbahn ist der »Fliegende Hamburger« der schnellste Zug der Welt.
Der italienische Duce und Ministerpräsident, Benito Mussolini, hält auf dem Domplatz in Mailand eine Rede, in der er u.a. die Verstaatlichung der Wirtschaft ablehnt.
In Telgte bei Münster wird die erste Arbeitsgauführerschule eröffnet.
In Barcelona wird die Unabhängige Katalanische Republik ausgerufen.
Der spanische Staatspräsident Niceto Alcalá Zamora y Torres verhängt wegen blutiger Unruhen über das ganze Land den Kriegszustand.

7.10.1934
Bei den Provinzwahlen in Frankreich verbuchen die rechten Parteien zum Teil erhebliche Gewinne, während Sozialisten und Kommunisten Verluste hinnehmen müssen.

8.10.1934
Adolf Hitler besichtigt die Strafanstalt Landsberg am Lech, in der er 1923/24 inhaftiert war. Die Zellen Hitlers und seiner damals ebenfalls inhaftierten Mitkämpfer sind seit 1933 nicht mehr belegt, sondern mit Blumen geschmückt und zur Besichtigung freigegeben.
Die deutsche Presse meldet eine "freche Herausforderung" Londoner Kommunisten. Auf dem Dach der Deutschen Botschaft in London wurde eine weiße Fahne mit der Inschrift "Laßt Thälmann frei!" entrollt. Der deutsche KPD-Führer ist seit 3. März 1933 in NS-Haft.
Der deutsche Reichsminister des Innern, Wilhelm Frick (NSDAP), fordert in Berlin den Ausbau der Standesämter zu Sippenämtern.
Das griechische Parlament in Athen verabschiedet ein Wahlrechtsgesetz, durch das die Opposition bei den Neuwahlen am 4. November weitgehend ausgeschaltet werden soll.

9.10.1934
Der deutsche Führer und Reichskanzler, Adolf Hitler (NSDAP), eröffnet das Winterhilfswerk 1934/35.
Theophil Wurm, der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, wird in den Ruhestand versetzt. Wurm zählt zu den Wortführern des Widerstands gegen die Eingriffe der nationalsozialistischen Regierung in kirchliche Angelegenheiten.
Der jugoslawische König Alexander I. und der französische Außenminister Louis Barthou werden in der südfranzösischen Hauptstadt Marseille ermordet.
Aufständische in Spanien beschießen das Zentralregierungsgebäude in Madrid und greifen das Ministerium für öffentliche Arbeiten an.

10.10.1934
Der frühere spanische Ministerpräsident Manuel Azaña y Díaz wird in Barcelona verhaftet als einer der Anführer des Aufstands in Katalonien.

11.10.1934
Die evangelische Kirche Bayerns wird in die Reichskirchengebiete Franken mit Bischofssitz in Nürnberg und Alt-Bayern mit Bischofssitz in München aufgeteilt. Hans Meisner, der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, wird abberufen.
Die jugoslawische Nationalversammlung in Belgrad leistet dem neuen elfjährigen König Peter II. und dem Regentschaftsrat den Treueeid.

12.10.1934
Der deutsche Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Joseph Goebbels (NSDAP), erklärt auf einer Tagung des Gaus Groß-Berlin, die »Boykotthetzer« müßten nicht glauben, dass das Deutsche Reich wegen Devisenschwierigkeiten oder wegen des bevorstehenden Winters klein beigeben werde.

13.10.1934
Die nationalsozialistische deutsche Reichsregierung kündigt den Handelsvertrag mit den USA von 1923. Er läuft damit am 13. Oktober 1935 aus.
Die deutschen Zeitungen veröffentlichen eine amtliche Mitteilung, in der die Bevölkerung gebeten wird, bei Aufenthalten in Berlin sich nicht länger als nötig vor der Reichskanzlei aufzuhalten. Das Bestreben großer Teile der Volksgenossen, "dem Führer und den Mitgliedern der Reichsregierung ihre Verehrung und Anhänglichkeit zum Ausdruck zu bringen", führe immer öfter "zu erheblichen Behinderungen".
Die Reichsrundfunkgesellschaft und die polnische Rundfunkgesellschaft schließen ein Abkommen über den Austausch kultureller Sendungen.
Der frühere französische Ministerpräsident Pierre Laval (parteilos) wird im Kabinett von Gaston Doumergue zum Außenminister ernannt als Nachfolger des am 9. September in Marseille ermordeten Louis Barthou. Paul Marchandeau wird neuer Innenminister, nachdem Albert Sarraut als politisch Verantwortlicher für das Attentat zurückgetreten ist.

14.10.1934
Am heutigen Eintopfsonntag dürfen deutsche Gaststätten nur eines der drei folgenden Gerichte anbieten: 1. Löffelerbsen mit Einlage (Wurst, Schweineohr oder Pökelfleisch), 2. Nudelsuppe mit Rindfleisch, 3. Gemüsetopf mit Fleischeinlage.
An den Gemeindewahlen in Norwegen beteiligt sich erstmals die faschistische Partei Nasjonal Samling von Vidkun Abraham Lauritz Quisling und erringt mehrere Mandate. 47% aller Stimmen gehen jedoch an die Linke (Venstre).

15.10.1934
Robert Ley, der Leiter der Deutschen Arbeitsfront (DAF) , hebt die Aufnahme-Sperre für die DAF auf. Zugleich ordnet er an, dass der Begriff »Führer« für politische Leiter der Partei nicht mehr verwendet werden darf.
Der deutsche Staatssekretär und Chef der Reichskanzlei, SS-Gruppenführer Hans Heinrich Lammers, spricht vor der Verwaltungsakademie in Berlin über "Die Staatsführung im Dritten Reich". Durch die Vereinigung der Ämter des Reichspräsidenten und Reichskanzlers auf Adolf Hitler (NSDAP) sei das Staatsoberhaupt rechtlich dem Reichstag nicht mehr verantwortlich. Hitler leite nicht die Staatsgeschäfte, er "führt heute den Staat".
In der Freien Stadt Danzig wird nach dem Vorbild des Deutschen Reichs das Winterhilfswerk 1934/35 eröffnet.
Zu Beginn des Wintersemesters werden an den österreichischen Hochschulen staatliche Universitätswachen aufgestellt.
Aus Spanien wird die Verhaftung des früheren Arbeitsministers Francisco Largo Caballero gemeldet, der seit 1918 Generalsekretär des spanischen Gewerkschaftsverbands UGT ist. Caballero war einer der Führer des Aufstands in Asturien.

16.10.1934
Das deutsche Reichskabinett in Berlin nimmt das Gesetz über den Eid der Reichsminister an.
Die deutsche Reichsregierung in Berlin verabschiedet neue Steuergesetze, die u.a. kinderreiche Familien begünstigen.
Im autoritär regierten Königreich Bulgarien wird ein dem Ministerpräsidenten unterstelltes Amt für die Erneuerung des Staats geschaffen. Es soll auf die Bevölkerung erzieherisch einwirken und Propagandafunktionen übernehmen.
Der Lange Marsch der chinesischen Roten Armee unter dem Kommunistenführer Mao Zedong beginnt. Die 90.000 Soldaten ziehen sich vor den Truppen des Generals Chiang Kai-shek zurück.

17.10.1934
Durch Bundesgesetz wird der Bund der österreichischen Industriellen gegründet als Interessenvertretung der Industrie- und Bergbauunternehmungen bei der Vorbereitung des berufsständischen Aufbaus.
In Rumänien wird eine antifaschistische Einheitsfront gegründet.

18.10.1934
Erwin Guido Kolbenheyer dramatisiert in dem Schauspiel "Gregor und Heinrich" den Gang des römisch-deutschen Königs Heinrich IV. nach Canossa im Jahr 1077. Das Stück wird im Staatlichen Schauspielhaus in Dresden uraufgeführt.
Paula Wessely als Erzherzogin Marie-Louise, Gustaf Gründgens als Fürst Metternich und Willi Forst als Herzog von Modena sind die Hauptdarsteller in Karl Hartls historischem Liebesfilm "So endete eine Liebe", der in Berlin uraufgeführt wird.

19.10.1934
Durch österreichisches Bundesgesetz wird der Berufsstand der öffentlichen Bediensteten gegründet. Ihm gehören Bundes- und Landesbeamte, Richter, öffentliche Lehrpersonen u.a. an.
In Estland werden 27 Estländer deutscher Nationalität zu mehrmonatigen Haftstrafen wegen Zugehörigkeit zu einer »vom Ausland geleiteten« illegalen politischen Vereinigung verurteilt.
Die griechische Nationalversammlung in Athen wählt Alexander Zaimis erneut zum Staatspräsidenten. Zaimis hat dieses Amt seit 1929 inne.

20.10.1934
Die zweite Reichsbekenntnissynode der Bekennenden Kirche verkündet in Berlin-Dahlem das kirchliche Notrecht. Sie will der Gleichschaltung der Kirche Widerstand entgegensetzen.
Der deutsche Rennfahrer Hans Stuck stellt auf der Avus in Berlin mit einem Porsche-Rennwagen der Auto-Union fünf Rekorde, darunter einen Avus-Rundenrekord, auf.

21.10.1934
20 000 Menschen nehmen in Böhmisch-Leipa (Çeská Lípa) an der ersten Großkundgebung der Sudetendeutschen Heimatfront (SHF) Konrad Henleins teil.
Aus Zistersdorf in Österreich wird gemeldet, das dritte in der Umgebung der Stadt angebohrte Ölvorkommen liefere täglich 30 bis 36 t Schweröl. Die erste Bohrung, die 1930 niedergebracht wurde, liefert nur noch 5 t täglich.

22.10.1934
Das deutsche Reichsministerium der Justiz und das preußische Justizministerium werden vereinigt. Franz Gürtner führt ab heute die Amtsbezeichnung »Der Reichs- und preußische Justizminister«.
Der dänische Ministerpräsident Thorvald Stauning (Sozialdemokrat) lehnt im Folketing, dem Parlament in Kopenhagen, den schwedischen Vorschlag ab, Dänemark und Schweden sollten gemeinsam den Öresund befestigen. Stauning betont, das Verhältnis zwischen Dänemark und dem Deutschen Reich sei günstig und es gebe keinen Grund zum Mißtrauen.
Der Deutsche Gottfried Freiherr von Cramm führt die aktuelle Tennisweltrangliste der Amateure an.

23.10.1934
Otto Heider (NSDAP) wird neuer Regierender Bürgermeister von Bremen als Nachfolger des am 13. Oktober zurückgetretenen Dr. Markert.
Nach Meldungen spanischer Zeitungen sind bei den Unruhen in der spanischen Provinz Asturien 2500 Menschen ums Leben gekommen.
Der schweizerische Physiker Jean Piccard erreicht mit einem Stratosphärenballon eine Höhe von knapp 17 500 m.

24.10.1934
Der deutsche Führer und Reichskanzler, Adolf Hitler (NSDAP), erläßt die Verordnung über Wesen und Ziel der Deutschen Arbeitsfront (DAF).
Mohandas Karamchand Gandhi legt die Führung des Indian National Congress nieder.

25.10.1934
William Patrick Hitler erscheint auf Einladung in der Reichskanzlei in Berlin, er hatte um eine Unterredung mit seinem Onkel Adolf Hitler gebeten. Zum Gespräch kommt es nicht, er wird nur von seinem Adjutanten Wilhelm Brückner empfangen, der ihm erklärt, der Führer habe ihm gegenüber seine Pflicht erfüllt. William wird kurzerhand wieder vor die Tür gesetzt.
Der österreichische Innenminister und Generalstaatskommissär Emil Fey (Heimwehr) erklärt, der Heimatschutz sei der Vater des Gedankens vom neuen Staat gewesen.

26.10.1934
Das Deutsche Reich und Polen erheben ihre Gesandtschaften in den Rang von Botschaften.
Durch österreichisches Bundesgesetz wird an jeder Hochschule eine aus Hochschullehrern zusammengesetzte Disziplinarkammer errichtet.

27.10.1934
Der Erzbischof von Freiburg im Breisgau, Conrad Gröber, dementiert Meldungen der saarländischen Presse, nach denen er sich in Rom bei einer Rede vor Geistlichen negativ über den Nationalsozialismus geäußert habe.

28.10.1934
Nach offiziellen Angaben nehmen 100 000 Menschen am Reichshandwerkstag in Braunschweig teil.

29.10.1934
Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler gratuliert dem türkischen Staatspräsident Atatürk (Mustapha Kemal Pascha) zum türkischen Nationalfeiertag.
Das französische Innenministerium verschärft die Bestimmungen für die Ausweisung von Ausländern. Allen Ausländern wird die Einmischung in die französische Politik verboten.
Die im Verlag Scherl erscheinende Berliner Tageszeitung "Der Tag" stellt ihr Erscheinen ein.

30.10.1934
Der deutsche Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht, der auch mit der Leitung des Reichswirtschaftsministeriums beauftragt ist, erklärt vor einer Versammlung der thüringischen Industriellen in Weimar, das Deutsche Reich befinde sich in einem verlängerten Krieg, der mit wirtschaftlichen Mitteln geführt werde.
Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler empfängt die wegen ihrer kritischen Haltung zur Regierung amtsenthobenen evangelischen Landesbischöfe August Marahrens (Hannover), Hans Osswald Meiser (Bayern) und Theophil Wurm (Württemberg) in der Reichskanzlei zur Aussprache über kirchenpolitischer Fragen.

31.10.1934
Der österreichische Bundeskanzler Kurt Schuschnigg (Vaterländische Front) hält eine Rede über den ständischen Aufbau Österreichs. Er rechtfertigt die Abschaffung der parlamentarischen Demokratie damit, dass die Volksgemeinschaft durch Parteidogmen auseinandergerissen werde. Das Gemeinwohl sei nur durch eine autoritäre Führung zu erreichen.
Adolf Hitler empfängt die Reichsstatthalter anlässlich der Vereidigung auf ihn als neues Staatsoberhaupt und hält vor ihnen eine Rede über politische und wirtschaftliche Tagesfragen.
Französische und britische Zeitungen melden übereinstimmend, die französische Regierung habe die Armeekommandos in Metz und Nancy angewiesen, Vorbereitungen zum Einmarsch in das Saargebiet zu treffen. Vorausgegangen waren Meldungen über einen geplanten Handstreich der Nationalsozialisten in diesem Gebiet.
Oswald Ernald Mosley, der Führer der British Union of Fascists (Faschistische Union Großbritanniens), kündigt in London die Teilnahme seiner Partei an den nächsten Wahlen an. Er betont, dass die Partei niemanden wegen seiner Rasse oder Religion diskriminiere.


Links: Hjalmar Schacht als Reichsbankpräsident mit Adolf Hitler im Jahr 1935 (bei der Grundsteinlegung für das neue Reichsbankgebäude in Berlin) Mitte: Unterredung des Reichskanzlers Adolf Hitler mit dem Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsidenten Dr. Hjalmar Schacht 1936 über die wirtschaftliche Lage. Rechts: Flirt mit der NS-Elite: Hjalmar Schacht und seine erste Ehefrau Luise 1934 zu Gast im Haus von Reichs- innenminister Wilhelm Frick (rechts: Franz Gürtner vom Reichsjustzministerium). Seine sozialen Kontakte mit Nazigrößen begann Schacht 1930. Anfang 1931 traf er anlässlich eines Abendessens bei Hermann Göring erstmals mit Hitler zusammen. Der ebenfalls anwesende Joseph Goebbels notierte in seinem Tagebuch, Schacht habe sich sehr schmeichelhaft über die Nazis geäußert und gar mit dem Gedanken gespielt, der NSDAP beizutreten - was er erst 1937 tat.

Wichtiger Bestandteil der Reichsparteitage waren zahlreiche Aufmärsche und Paraden aller Organisationen des NS-Staates
die sozialen Errungenschaften im Deutschen Reich waren einzigartig und es gab auf der ganzen Welt nichts Vergleichbares

Robert Ley

Hans Frank

Alejandro Lerroux García

Wilhelm Frick

König Alexander I.

Erwin Guido Kolbenheyer

Paula Wessely

Gustaf Gründgens

Willi Forst

Hjalmar Schacht als Reichsbankpräsident mit Adolf Hitler
Sie können die einzelnen Bilder anklicken und die detailierten Ereignnisse dieser Zeit in der großen Chronik von 1933-45 nachlesen