Chronik des Nationalsozialismus September / Oktober 1938
Adolf Hitler kommt nach Godesberg und trifft dort den britischen Premierminister Neville Chamberlain.

Knapp drei Millionen Sudetendeutschen begrüßten die Wehrmachtstruppen begeistert. Am 3. Oktober wurde Hitler in Eger bejubelt. Dicht gedrängt stehen die Menschen auf dem Marktplatz, kaum daß die Musik von den Heilrufen der Bevölkerung zu hören ist. Das ist keine leere Begeisterung. das ist wahre Freude. Und all das wiederholt sich in jedem Dorf, in jeder Stadt, aus allen Häusern hängen Hakenkreuzfahnen und immer größer werdender Jubel ist zu hören. Das letzte will man den Soldaten geben. Die Bevölkerung schenkt Blumen, Blumen und nochmals Blumen. Hunderte von Zigaretten fliegen in die Reihen, Kekse, Brötchen und belegte Brote, dazu Bier, Wein und Saft. Damit hat Adolf Hitler seine beiden wichtigsten außenpolitischen Ziele – den Anschluss Österreichs und des Sudetenlandes an das neue "Großdeutschland" – viel früher als geplant und ohne den Einsatz von militärischer Gewalt erreicht.

SEPTEMBER 1938

1.9.1938
Der italienische Ministerrat erlässt ein antijüdisches Gesetzesdekret. Es verbietet die Neuansiedlung von Juden im italienischen Staatsgebiet. Juden, die nach dem 1. Januar 1919 eingewandert sind, müssen das Land verlassen.
Der "Völkische Beobachter" meldet die Aufhebung aller österreichischen Klosterschulen, darunter das 1807 gegründete Schottengymnasium in Wien.
Adolf Hitler gewährt auf dem Obersalzberg dem französischen Schriftsteller Alphonse de Chateaubriand ein Interview.
Franz Halder, General, wird faktisch, aber noch nicht offiziell von Adolf Hitler zum Chef des Generalstabs des Heeres er­nannt.
Alfred Rosenberg verfasst eine Denkschrift über die Aufgaben der „Hohen Schule": „Nach dem Willen des Führers soll die Hohe Schule die Aufgabe haben, autoritär das geistige Schulungsmaterial für die gesamte Bewegung herauszugeben, initiativ Forschungsaufträge zu erteilen und durchzuführen, sowie Lehrer und Erzieher für die Par­tei und ihre Gliederungen herauszubilden und diese gesamte Arbeit auch für den Staat nutzbar zu machen."
Auf dem Berliner Müggelsee führen die Deutsche Lufthansa und die Dornier-Werke ein neues zweimotoriges Flugboot vor, die Do 26. Es erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 335 km/h.
Mit der Vergabe der Preise geht die am 1. Juni begonnene Filmbiennale in Venedig zu Ende.
In Luzern enden die internationalen Musikfestspiele. Der schweizerische Rundfunk SRG hat fünf Konzerte in acht Staaten übertragen.
In Amsterdam wird der Dortmunder Bahnradfahrer Erich Metze Steherweltmeister über 100 km vor dem Bochumer Titelverteidiger Walter Lohmann.

2.9.1938
Auf dem Obersalzberg sprechen Führer und Reichskanzler Adolf Hitler und Konrad Henlein, Führer der Sudetendeutschen Partei (SdP), über die Lage in der Tschechoslowakei. Das Treffen kommt auf Initiative des britischen Vermittlers Lord Walter Runciman zustande.
Das Haus Wasserburgstraße 12 in München wird auf Eva Braun überschrieben.
Adolf Hitler sendet an Leni Riefenstahl ein Glückwunsch­telegramm zur Verleihung des italienischen Filmpreises für den Olympiafilm.
Wilhelm Canaris gewinnt in Rom den italienischen Generalstabs­chef gegen Hitlers Plan, die Tschechoslowakei zu zerschlagen.
Fünf Mitglieder der deutschen Nanga-Parbat-Expedition unter Leitung von Paul Bauer treffen in Rom ein. Ihr Aufstiegsversuch war durch schlechtes Wetter verhindert worden.

3.9.1938
In Frankfurt am Main beginnt die Deutsche Bau- und Siedlungsausstellung. Sie dauert bis zum 9. Oktober. Teil der Ausstellung ist der erste deutsche Gausiedlungshof in Oberstedten/Taunus.
Der italienische Ministerrat beschließt die Entfernung aller jüdischen Lehrer aus den Schulen zum 16. Oktober.
Adolf Hitlers Plan für den Einmarsch in die Tschechoslo­wakei liegt fest. Am 27. September will er den Tag X dem OKW mitteilen.
Adolf Hitler weist seinen Verkehrsminister Julius Dorpmüller an, in 3 bis 4 Jahren ein Schiff für den Zivilverkehr zu bauen, das größer und schneller als die „Queen Mary" und die „Normandie" sei und das der deutschen Schifffahrt weltweites Ansehen verschaffe.
Ungarns Ministerpräsident Béla Imrédy kündigt in Kaposvar die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht an.
Auf einer Sitzung in Brüssel beschließt das Internationale Olympische Komitee (IOC) einstimmig, die Olympischen Spiele 1940 in Sankt Moritz (Winter) und Helsinki (Sommer) auszutragen. Japan hatte die Spiele am 15. Juli an das IOC zurückgegeben.
In Valkenburg (Niederlande) wird der Schweizer Hans Knecht Weltmeister der Amateurstraßenfahrer im Spurt vor seinem Landsmann Joseph Wagner.

4.9.1938
Mit einer Rede von Reichspropagandaminister Joseph Goebbels geht in Stuttgart die einwöchige VI. Reichstagung der Auslandsdeutschen zu Ende.
Staatssekretär Ernst von Weizsäcker bietet Außenminister Joachim von Ribbentrop seinen Rücktritt an, da er in einem Gespräch erkennen muss, dass Adolf Hitler und sein Außenminister an einer militärischen Lösung des Tschechoslowakei-Problems fest­halten.
Die Jüdin Bella Fromm, Gesellschaftsjournalistin, verlässt Deutschland und geht nach Amerika.
In Valkenburg (Niederlande) wird der Belgier Marcel Kint Straßenweltmeister der Berufsradfahrer im Spurt vor den Schweizern Paul Egli und Leo Amberg.

5.9.1938
In Nürnberg beginnt der Reichsparteitag "Großdeutschland" der NSDAP mit dem traditionellen Führerempfang im Rathaus. In seiner Ansprache kommt Adolf Hitler auf die Reichsinsignien, Zepter, Krone, Schwert etc., die sich von 1424 bis 1796 in Nürnberg befanden und die seitdem in der Schatzkammer der Wiener Hofburg aufbewahrt wurden, zu sprechen, er hat sie wieder nach Nürnberg schaffen lassen.
Das Reichsministerium des Innern veröffentlicht die Ausbürgerungsliste Nummer 51.
Die tschechoslowakische Regierung legt einen definitiven Vorschlag zur Lösung der Nationalitätenfrage vor, der den Forderungen Konrad Henleins auf dem Karlsbader Parteitag der Sudetendeutschen Partei (SdP) weitgehend nachkommt.
Im Davispokal-Finale in Philadelphia holen sich die USA (Bobby Riggs/Donald Budge/Gene Mako) durch ein 3:2 gegen Australien (Adrian Quist/John Bromwich) zum 13. Mal den Tennis-Pokal.
In Paris gehen nach dreitägiger Dauer die Leichtathletik-Europameisterschaften zu Ende.

6.9.1938

Rudolf Heß eröffnet in der Kongresshalle vor 46.000 Zuhörern den 2. Tag des Parteitages der NSDAP. Die Proklamation des Führers wird von Gauleiter Adolf Wagner verlesen: „Ich trete vor Sie hin meine alten Parteigenossen, nicht mit einem Pakt, sondern mit sieben neuen Gauen meiner eigenen Heimat. Es ist Großdeutschland, das in diesen Tagen zum ersten Mal in Nürnberg in Erscheinung tritt." Auf der Kulturtagung redet Adolf Hitler über seine Ansichten in Bezug auf Kultur und Kunst. Er spricht sich auch gegen die von Alfred Rosenberg und Heinrich Himmler, ohne ihre Namen zu nennen, Spintisierereien über germanisch-mythische Kultsitten, nordische Weihezeremonien und dergleichen aus. Joseph Goebbels verkündet bei der Kulturtagung die Träger des diesjährigem Nationalpreises für Kunst und Wissenschaft 1938: den Straßenbau­chef, Generalinspektor Fritz Todt, den Volkswagenkonstrukteur Ferdinand Porsche und die Professoren Willy Messerschmitt und Ernst Heinkel, beide deutsche Flugzeugkonstrukteure.                      

Rudolf Heß eröffnet in der Kongresshalle vor 46.000 Zuhörern den 2. Tag des Parteitages der NSDAP. Die Proklamation des Führers wird von Gauleiter Adolf Wagner verlesen: „Ich trete vor Sie hin meine alten Parteigenossen, nicht mit einem Pakt, sondern mit sieben neuen Gauen meiner eigenen Heimat. Es ist Großdeutschland, das in diesen Tagen zum ersten Mal in Nürnberg in Erscheinung tritt." Auf der Kulturtagung redet Adolf Hitler über seine Ansichten in Bezug auf Kultur und Kunst. Er spricht sich auch gegen die von Alfred Rosenberg und Heinrich Himmler, ohne ihre Namen zu nennen, Spintisierereien über germanisch-mythische Kultsitten, nordische Weihezeremonien und dergleichen aus. Joseph Goebbels verkündet bei der Kulturtagung die Träger des diesjährigem Nationalpreises für Kunst und Wissenschaft 1938: den Straßenbau­chef, Generalinspektor Fritz Todt, den Volkswagenkonstrukteur Ferdinand Porsche und die Professoren Willy Messerschmitt und Ernst Heinkel, beide deutsche Flugzeugkonstrukteure.                      

Erich Kordt versucht vergeblich über seinen Bruder Theodor Kordt, Geschäftsträger an der deutschen Botschaft in London, die britische Regierung zu einer Rundfunkerklärung zu veranlassen, die in Deutschland als auslösendes Moment für ein von Oberstleut­nant Hans Oster geplanten Staatsstreich gegen Hitler dienen soll.
Das Reichsarbeitsministerium verfügt, dass jüdische Gewerbe von der Annahme von Fettverbilligungsscheinen und der kommunalen Wohlfahrtsgutscheinen ausgenommen sind.

7.9.1938
Auf dem Zeppelinfeld sind vor Adolf Hitler 40.000 Männer und 2.000 Frauen des Arbeitsdienstes angetreten, Hitler und Reichsar­beitsführer Konstantin Hierl heben in ihren Reden den Symbolwert des Spatens hervor. Am Nachmittag gibt Adolf Hitler für das Diplomatische Korps einen Empfang im Deutschen Hof.
Adolf Hitler befiehlt, die Stärke des Arbeitsdienstes für die weibliche Jugend bis zum 1. April 1940 von 30.000 auf 50.000 "Arbeitsmaiden" heraufzusetzen.
In einer vertraulichen Mitteilung an den britischen Außenminister Edward Wood Viscount Halifax warnt der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Ernst Freiherr von Weizsäcker, vor der Gewaltpolitik Adolf Hitlers.
Bei einer Demonstration der Sudetendeutschen Partei (SdP) in Mährisch-Ostrau kommt es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei und zu Mißhandlungen von SdP-Funktionären. Die SdP-Delegation bricht daraufhin die Gespräche mit Ministerpräsident Milan Hodza ab.
Die Londoner Tageszeitung "The Times" schlägt in einem Artikel die Abtretung der sudetendeutschen Gebiete an das Deutsche Reich vor.

8.9.1938
Auf Einladung der Sudetendeutschen Partei (SdP) kommen Vertreter der politischen Organisationen der Sudetendeutschen, Polen, Ungarn und Slowaken in Prag zu einer Nationalitätenkonferenz zusammen und erzielen weitgehende Einigung über das Vorgehen gegenüber der tschechoslowakischen Regierung.
Adolf Hitler ernennt den NSKK-Korpsführer Adolf Hühnlein zum Reichsleiter der NSDAP.

9.9.1938
Auf dem Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg erklärt Reichsernährungsminister Richard Walther Darré, das Deutsche Reich habe ausreichende Brotgetreidevorräte für zwei Jahre.Adolf Hitler sagt zu den 180.000 politischen Leitern der Partei, sie seien die „zuverlässigsten und treusten Anhänger, über die je ein Führer verfügen konnte".
Nach dem Appell der politischen Leiter findet bei Adolf Hitler eine Besprechung über den Operationsplan „Grün" statt, zu der Walther von Brauchitsch und Franz Halder nach Nürnberg bestellt wurden. Walter von Brauchitsch versucht Adolf Hitler von sei­nen Kriegplänen abzubringen.

10.9.1938
Im Nürnberger Stadion marschieren 60.000 Mitglieder von HJ und BDM vor dem Führer auf. Zu ihnen sagt Adolf Hitler: »Wenn mich einmal die Vorsehung von meinem Volk wegnehmen wird, dann werde ich dem kommenden Führer ein Volk hinterlassen, das fest zu­sammengefügt und eisern zusammengeschlossen ist, das niemals mehr getrennt und zerrissen werden kann, unerschütterlich zusammen­stehend, glücklich in Freudenzeiten, trotzig im Leid"
Nachdem die tschechoslowakische Regierung eine Bestrafung der Schuldigen für die Vorfälle von Mährisch-Ostrau am 7. September zugesagt hat, nimmt die Sudetendeutsche Partei (SdP) die Verhandlungen über das Nationalitätenstatut wieder auf. In einer Rundfunkansprache bittet der tschechoslowakische Staatspräsident Eduard Benes in tschechischer, slowakischer und deutscher Sprache die Bevölkerung um Mitarbeit an der durch den neuen Nationalitätenplan der Regierung in Angriff genommenen Erneuerung der Staatsordnung.

11.9.1938
In Nürnberg ist der Tag der nationalsozialistischen Kampforgani­sationen SA, SS, NSKK, NSFK. Nach einer Kranzniederlegung am Ehrenmal für die Toten der Bewegung spricht Adolf Hitler zu ihnen.
Ernst Bahls wird zum SS-Obersturmführer befördert und als Ordonanzoffizier Adolf Hitlers eingesetzt.
Günther Pancke wird als Nachfolger von Walther Darre als Chef des Rasse- und Siedlungshauptamtes eingesetzt.
In verschiedenen Städten des sudetendeutschen Gebiets kommt es zu teilweise gewaltsamen Demonstrationen von Anhängern der Sudetendeutschen Partei (SdP). Vor Schloss Petersburg demonstrieren rund 5000 SdP-Anhänger.
Sieger im Wettbewerb um den Mitropa Cup europäischer Fußballvereine wird erstmals Slavia Prag durch ein 2:0 im Rückspiel gegen Ferenczvaros Budapest. Das Hinspiel in Prag hatte 2:2 geendet.
Den Sieg im Großen Preis von Italien für Automobile in Monza holt sich der Italiener Tazio Nuvolari auf Auto-Union. Durch seinen dritten Platz sichert sich der Deutsche Rudolf Caracciola (Mercedes-Benz) den Titel eines Europameisters.

12.9.1938
Der Parteitag in Nürnberg endet mit einem Aufmarsch der Wehr­macht vor ihrem Obersten Befehlshaber und einer großen Schluss­rede Adolf Hitlers. Dabei befasst sich der Führer ausführlich mit der Sudetenfrage. ,,(...) Das Elend der Sudetendeutschen ist namenlos. Sie sind aber weder wehrlos noch verlassen (...) aber ich stelle die Forderung, dass die Unterdrückung der 3,5 Millionen Deut­schen in der Tschechoslowakei aufhört und an dessen Stelle das freie Recht tritt." Er droht offen mit dem Einmarsch in die Tschechoslo­wakei. In dieser Rede gebraucht Hitler erstmals den Namen „Orga­nisation Todt" in der Öffentlichkeit, als er über die Festungsbauten im Westen spricht.

13.9.1938
Wegen zahlreicher Zusammenstöße zwischen Anhängern der Sudetendeutschen Partei (SdP) und der Polizei wird über Teile des Sudetenlandes (Bezirke Eger, Neudek, Preßnitz, Elbogen und Kaaden sowie Karlsbad, Falkenau und Krumau) das staatsterroristische Standrecht verhängt. Das Standrecht sieht die Todesstrafe für die Schuldigen an einem Aufruhr vor. In Eger richtet der Politische Ausschuß der Sudetendeutschen Partei (SdP) am Abend ein auf sechs Stunden befristetes Ultimatum an die Prager Regierung und fordert die Aufhebung des Standrechts und den Rückzug der Staatspolizei aus den sudetendeutschen Gebieten. Als man in Prag darauf nicht entsprechend reagierte wurde die Verhandlungen abgebrochen.

14.9.1938
Der englische Premierminister Sir Neville Chamberlain äußert durch seinen Botschafter Sir Neville Henderson bei Adolf Hitler den Wunsch zu einer persönlichen Aussprache. Hitler lädt Chamberlain für den folgenden Tag auf den Obersalzberg ein.
In einem Aufruf wendet sich die Sopade (Exilvorstand der SPD) „An das deutsche Volk" mit der Forderung, Hitler zu stürzen, um den Krieg zu verhindern.
Die tschechoslowakische Regierung verhängt über drei weitere sudetendeutsche Bezirke (Graslitz, Joachimsthal und Bischofteinitz) das Standrecht.
In Friedrichshafen startet der neue Zeppelin LZ 130 "Graf Zeppelin" zu seinem Jungfernflug.

15.9.1938
Großbritanniens Premierminister Neville Chamberlain trifft zu einem ersten Gespräch mit Führer und Reichskanzler Adolf Hitler in München ein. In Berchtesgaden konferieren beide rund zweieinhalb Stunden über die Lösung der Sudetenfrage. Chamberlain macht Hitler den Vorschlag, das Selbstbestimmungsrecht bzw. Ab­tretung der Gebiete mit über 50% deutscher Bevölkerung mit seinen KabinettskoIIegen zu beraten und sich dann erneut mit ihm zu tref­fen. Er nimmt Hitler jedoch das Versprechen ab, inzwischen keine Gewaltmaßnahmen gegen die Tschechoslowakei zu ergreifen.
Über fünf weitere sudetendeutsche Bezirke (Komotau, Reichenberg, Rumburg, Schluckenau, Warnsdorf) wird von der Benes Regierung der Tschechoslowakei das Standrecht verhängt. Konrad Henlein, der Führer der Sudetendeutschen Partei (SdP), ruft über den Wiener Rundfunk zum Anschluß des Sudetenlands an das Deutsche Reich auf.

16.9.1938
Der nach London zurückgekehrte englische Regierungschef beginnt sofort mit Gesprächen über die tschechische Krise.
Adolf Hitler besucht zum ersten Mal das „Teehaus" auf dem Kehlstein, das als Geschenk der NSDAP zu seinem 50. Geburtstag erbaut wurde.
Die tschechoslowakische Regierung erklärt die Sudetendeutsche Partei (SdP) und ihre Ordnerorganisation Freiwilliger Selbstschutz (FS) für aufgelöst. Gegen den - ebenso wie die anderen führenden Persönlichkeiten der SdP - ins Deutsche Reich geflohenen Konrad Henlein wird ein Steckbrief erlassen.
Die Gesellschaft zur Vorbereitung des Volkswagens mbH wird in eine Volkswagenwerk GmbH mit Sitz Berlin umgewandelt.
Der Brite George Eyston stellt in Bonneville, US-Bundesstaat Utah, mit 573,340 km/h einen Geschwindigkeitsrekord für Landfahrzeuge auf.
In Dresden findet die Uraufführung der Filmkomödie "13 Stühle" mit Heinz Rühmann und Hans Moser statt. Die Regie hat E. W. Emo.
Im Théâtre des Arts in Paris wird das Ballett für Schauspieler in vier Bildern "Der Ball der Diebe" (Le bal de voleurs) von Jean Anouilh uraufgeführt.

17.9.1938
Der ins Reich geflohene Führer der Sudetendeutschen Partei (SdP), Konrad Henlein, beginnt mit der Aufstellung eines bis zu 15.000 Mann starken Sudetendeutschen Freikorps. Die tschechoslowakische Regierung erläßt wegen der Sudetenkrise eine dreimonatige Ausnahmeverfügung für das gesamte Staatsgebiet.

18.9.1938
Adolf Hitler gewährt dem Journalisten Ward Price ein Inter­view. Hitler erklärt: „(...) Dieses tschechische Übel muss ein für alle­mal abgestellt werden, und zwar jetzt. Das ist wie ein Krebsgeschwür, das den ganzen Organismus Europas vergiftet (...) denn niemand in Deutschland denkt daran, Frankreich anzugreifen (...) Ebenso wenig will Deutschland Krieg mit England."
Fünf deutsche Armeen erhalten Befehl zum Aufmarsch an der tschechischen Grenze.
Der französische Ministerpräsident Edouard Daladier und Außenminister Georges Bonnet kommen nach London.
Der Vorsitzende der Deutschen Sozialdemokratischen Partei der Tschechoslowakei (DSAP), Wenzel Jaksch, fordert in einem gemeinsamen Aufruf mit anderen demokratischen Organisationen zur Gründung eines Nationalrats aller friedenswilligen Sudetendeutschen auf.
In Chemnitz schlägt die "großdeutsche" Fußball-Nationalelf mit 4:1 (1:0) die Vertretung Polens.
In Dublin unterliegt die Schweizer Fußball-Nationalelf Irland 0:4 (0:3).

19.9.1938
Nach offiziellen deutschen Angaben haben insgesamt 102.000 Sudetendeutsche wegen des tschechischen Staatsterrors die Reichsgrenze übertreten.
Die Regierungen in Paris und London billigen die Ergebnisse der britisch-französischen Konsultationen in London vom 18. September für ein Memorandum an die Tschechoslowakei auf Abtretung des Sudetenlandes.
Franklin D. Roosevelt erklärte in einer geheimen Unterredung dem britischen Botschafter in Washington, Ronald Lindsay: "Sollten sich England und Frankreich zum Krieg gegen Deutschland gezwungen sehen, so würden die USA schließlich ebenfalls teilnehmen. Großbritannien und Frankreich sollten gegen Deutschland eine totale Blockade errichten, ohne direkt Krieg zu erklären, und andere Staaten (einschließlich neutraler Länder) zwingen, sich dieser Blockade anzuschließen. Dieses würde sicherlich irgendeiner Art militärischer Reaktionen Deutschlands auslösen, was Britannien und Frankreich davon entlasten würde, selbst den Krieg erklärt zu haben.

20.9.1938
Die tschechoslowakische Regierung lehnt die ihr am Vortag übermittelten britisch-französischen Vorschläge zur Lösung der Sudetenfrage ab. Sie würden eine »freiwillige und völlige Verstümmelung des Staates« bedeuten. Daraufhin droht die britische Regierung, die Tschechoslowakei bei einem eventuellen deutschen Einmarsch im Stich zu lassen.
Über die sudetendeutschen Bezirke Friedland in Böhmen, Braunau und Trautenau wird das Standrecht verhängt. In der vorangegangenen Nacht sind sechs Überfälle des Sudetendeutschen Freikorps auf tschechoslowakische Grenzposten verübt worden.
In einem Gespräch mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Béla Imrédy und Außenminister Kálmán Kánia von Kánya fordert Führer und Reichskanzler Adolf Hitler diese auf, ihre Forderung nach Grenzrevisionen gegenüber der Tschechoslowakei hart zu vertreten.
Der Chemiker Otto Roelen erhält ein Patent auf die Oxo-Synthese zur großindustriellen Herstellung von sauerstoffhaltigen Verbindungen.

21.9.1938
Die tschechoslowakische Regierung erklärt "schmerzerfüllt" die Annahme der britisch-französischen Vorschläge vom 19. September zur Lösung der Sudetenfrage.
Im Abschlußbericht über seine Mission in Prag erklärt der britische Sonderbotschafter Lord Walter Runciman, die Verantwortung für den Abbruch der Verhandlungen zwischen der Regierung und der Sudetendeutschen Partei (SdP) liege bei der radikalen Führung der SdP.
Hitler konferiert mit dem polnischen Außenminister Jozef Beck die politische Situation. Oberst Józef Beck verlangt von den Regierungen in Prag, Paris und London eine Lösung des Problems der polnischen Minderheit im tschechischen Olsa-Gebiet.
Adolf Hitler sendet dem früheren Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Werner Freiherr von Fritsch, zu seinem vierzigsten Militärjubiläum ein Glückwunschtelegramm.
Vor dem Völkerbund in Genf erklärt der sowjetische Außenminister Maxim M. Litwinow, seine Regierung sei entschlossen, den mit der Tschechoslowakei bestehenden Bündnisvertrag zu erfüllen und dem Land zum gleichen Zeitpunkt wie Frankreich militärische Hilfe zu leisten.

22.9.1938
Auf Einladung von Führer und Reichskanzler Adolf Hitler kommt der britische Premierminister Neville Chamberlain nach Bad Godesberg. Im Rheinhotel „Dreesen" treffen sich Hitler und Chamberlain zur Fortsetzung ihrer Ge­spräche vom 15. September. Im Gespräch geht es um Plan der Abtretung des Su­detendeutschen Gebietes. Chamberlain erwartet von Hitler ein Memorandum, das er an die Tschechoslowakische Regierung weiterleiten wird.

23.9.1938
Um 22.30 Uhr erscheint Chamberlain erneut bei Adolf Hitler im Hotel Dreesen, um ein Me­morandum zur Weiterleitung an die Prager Regierung entgegen zu nehmen. Während des Gespräches kommt die Meldung: „Soeben hat Benesch über den Rundfunk die allgemeine Mobilmachung der tschechoslowakischen Wehrmacht verkünden lassen." Der britische Gesandte überreicht der tschechischen Regierung das deutsche Memorandum mit den Vorschlägen zur Lösung des Sudetenproblems. Gefordert werden: Zurückziehung des Militärs aus den deutschen Siedlungsgebieten, die Entlassung aller Sudetendeutschen aus dem tschechischen Heer und der Polizei, die Frei­lassung der politischen Gefangenen und eine Volksabstimmung unter internationaler Kontrolle bis zum 25. November.
Als neuer tschechoslowakischer Ministerpräsident amtiert Armeegeneral Johann Syrovy; Milan Hodza ist am Vortag nach zahlreichen Straßenkundgebungen gegen seine Politik zurückgetreten. In der neuen Regierung ist kein Politiker vertreten. Um 22.20 Uhr unterzeichnet Staatspräsident Eduard Benes die Mobilmachungsorder für die Armee.
Im Prager Rundfunk wird eine amtliche Stellungnahme zur Lage in den sudetendeutschen Gebieten verlesen. Bis auf das Gebiet um Asch, wo Angehörige der Sudetendeutschen Partei (SdP) einen Ordnungsdienst organisieren, ist demnach die Autorität des tschechischen Staates überall wiederhergestellt.
Die politische Kommission des Völkerbundes beschließt die Einführung eines Flüchtlingspasses.

24.9.1938
Der britische Premierminister Neville Chamberlain, der am 22. und 23. September in Godesberg mit Führer und Reichskanzler Adolf Hitler konferierte, kehrt nach Großbritannien zurück.
Frankreich gibt die Einberufung von Reservisten für die Grenztruppen bekannt. Ministerpräsident Édouard Daladier betont, es handle sich jedoch nicht um eine allgemeine Mobilisierung.
Der NS-Staat veröffentlicht die 70. Liste der aus ihrer deutschen Heimat Ausgebürgerten.
General Ludvik Krejci wird Befehlshaber der tschechoslowakischen Armee.

25.9.1938
Die tschechoslowakische Regierung lehnt die ihr am Vortag übermittelten deutschen Vorschläge auf Rückzug ihrer Truppen aus dem vorgesehenen Gebiet bis 1. Oktober 1938 ab.
In London beraten Premierminister Neville Chamberlain und Frankreichs Ministerpräsident Édouard Daladier über die Sudetenfrage und stimmen grundsätzlich in der Ablehnung der deutschen Forderungen überein.
Adolf Hitler empfängt den bulgarischen König Boris III. in der Reichskanzlei, der sich in der kritischen Situation als treuer Freund Deutschlands beweisen will. Die diplomatischen Bemühungen um die Erhaltung des Friedens werden immer dramatischer. Hitler lehnt eine weitere Konferenz mit Sir Neville Chamberlain ab; dieser droht Hitler mit „offensiven Maßnahmen" Frankreichs und Englands.
Im britischen Fernsehen wird mit der "News Map" der BBC erstmals eine politische Magazinsendung ausgestrahlt.
In Bukarest schlägt die großdeutsche Fußball-Nationalelf Gastgeber Rumänien 4:1 (1:0).

26.9.1938
In Berlin macht Horace Wilson, der außenpolitische Berater des britischen Premierministers Neville Chamberlain, den Vorschlag direkter deutsch-tschechoslowakischer Verhandlungen unter britischer Vermittlung.
Adolf Hitler empfängt am Morgen den Führer der Britischen Legion (englische Frontkämpfervereinigung) Sir Frederic Maurice. Der tschechische Botschafter Jan Masaryk erklärt in London die Bereitschaft seiner Regierung zur Teilnahme an einer Konferenz über die Sudetenfrage.
Joseph Goebbels versichert auf einer Massenkundge­bung im Berliner Sportpalast „(,,.) aus vollem und starken Herzen: Führer befiehl, wir folgen!" Nun folgt Adolf Hitlers große Rede, die über 570 Rundfunksen­der übertragen wird. Nach der Rede brechen minutenlange Beifallsstürme aus.
US-Präsident Franklin D. Roosevelt richtet eine Botschaft an die am Sudetenkonflikt beteiligten europäischen Staaten und mahnt zum Frieden.
Auf einer Kundgebung der NSDAP im Berliner Sportpalast erklärt Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, dass in bezug auf die sudetendeutsche Frage seine Geduld zu Ende sei.

27.9.1938
Adolf Hitler hat am Morgen früh durch das OKW in Berlin bekannt geben lassen, dass am Nachmittag die 2. motorisierte Di­vision durch die Reichshauptstadt nach Sachsen fahren werde. Die Marschroute gehe durch die Wilhelmstraße vorbei an der Reichs­kanzlei.
Sir Horace Wilson erscheint erneut bei Adolf Hitler, er hat einen neuen Vorschlag Chamberlains bei sich. Es handelt sich um eine eng­lische Garantie für die planmäßige Räumung der Sudetendeutschen Gebiete. Hitler erklärt nur: „ Bei Ablehnung des deutschen Memo­randums werde ich die Tschechoslowakei zerschlagen!" Wilsons Ein­wand, die französische und englische Kriegserklärung werde dann unausbleiblich sein, hält Hitler für einen Bluff. Er erklärt: »Wenn Frankreich und England losschlagen wollen, dann sollen sie es nur tun. Mir ist das vollständig gleichgültig. Ich bin auf alle Eventualitäten vorbereitet.
In einer Rundfunkrede ruft Großbritanniens Premierminister Neville Chamberlain zur freiwilligen Meldung für den Luftschutz auf. Er betont seinen Wunsch nach Frieden und erklärt: "So sehr wir auch mit einer kleinen Nation sympathisieren, die einem großen und mächtigen Nachbarn gegenübersteht, können wir es nicht unter allen Umständen auf uns nehmen, das ganze britische Weltreich in einen Krieg zu verwickeln." Chamberlain warnt die Tschechoslowakei vor einem deutschen Angriff. Er soll nach Ablauf des deutschen Ultimatums am 28. September 14 Uhr erfolgen.
Durch die Fünfte Verordnung zum Reichsbürgergesetz (15.9. 1935) wird Juden die Ausübung des Rechtsanwaltsberufs verwehrt.
Auf der Werft John Brown & Co. in Clydebank bei Liverpool läuft in Anwesenheit von Königin Elisabeth der Passagierdampfer "Queen Elizabeth" der Cunard White Star Line vom Stapel.

28.9.1938
Am Vormittag erscheint der französische Botschafter Andre Francois-Poncet zu einer Besprechung bei Adolf Hitler. Der italie­nische Botschafter Bernardo Attolico erscheint während der Bespre­chung in der Reichskanzlei und meldet: „Soeben hat die britische Regierung in Rom durch ihren Botschafter mitteilen lassen, dass sie eine Vermittlung des Duce in der Sudetendeutschen Frage annehmen würde (...) Was Sie auch beschließen mögen, der Führer, das faschistische Italien steht hinter Ihnen." Adolf Hitler stoppt die Angriffsvorbereitungen gegen die Tschechoslowakei und lädt Frankreich, Italien und Großbritannien zu einer Konferenz über die Sudetenfrage nach München ein.
Für die britische Flotte wird eine Teilmobilisierung verfügt. Ferner werden die Offiziere und Mannschaften der Luftabwehr, der Küstenverteidigung und der Territorialmiliz einberufen.
Franklin D. Roosevelt berief ein Treffen mit britischen Militärs ein, wo er mitteilte, die USA strebe schnellstens eine Jahresproduktion von 20.000 Militärflugzeugen an, um sie gegen Hitler verfügbar zu haben. Er war sicher, dass Großbritannien in einen Krieg eintreten würde und glaubte, dass die Luftwaffe ihn gewinnen würde.
Juden werden vom Beruf des Krankenpflegers ausgeschlos­sen, d.h. sie dürfen von jetzt an nur noch Juden behandeln bzw. in jüdischen Anstalten arbeiten.

29.9.1938
In München kommen die Staats- und Regierungschefs des Deutschen Reiches, Frankreichs, Großbritanniens und Italiens zu einer Konferenz über die Sudetenfrage zusammen. Um 12.30 Uhr beginnt im Führerbau am Königlichen Platz die Viererkonferenz. Das Münchener Abkommen, geschlossen zwischen dem Deutschen Reich, Großbritannien, Frankreich und Italien, behandelt die Art und Weise der Angliederung der deutsch besiedelten Gebiete in Böhmen und Mähren/Schlesien (also der „Sudetendeutschen Gebiete") an das Deutsche Reich. Am 1. Oktober sollte die Rückgliederung der Sudetengebiete beginnen und bis zum 10. Oktober abgeschlossen sein. Ans Reich zurückgegeben wurden alle Gebiete Böhmens, Mährens und Mährisch-Schlesiens mit mehr als 50 % Deutschen. Der genaue Grenzverlauf wurde von einem international zusammengesetzten Ausschuß am 21.11.1938 festgelegt.
Der österreichische General Alfred Krauss stirbt im Alter von 76 Jah­ren. Adolf Hitler ordnet am 30. September ein Staatsbegräbnis an und sendet der Witwe ein Beileidstelegramm
Der geplante Putsch einiger höherer Offiziere (Hans Oster, Franz Halder, Er­win von Witzleben u.a) gegen Führer und Reichskanzler Adolf Hitler wird infolge des Zustandekommens der Münchner Konferenz kurzfristig abgeblasen.

30.9.1938
Um 0.30 Uhr wird das Münchner Abkommen über die Abtretung des Sudetenlandes an das Deutsche Reich unterzeichnet.
Die tschechoslowakische Regierung erklärt ihre Zustimmung zum Münchener Abkommen und richtet gleichzeitig einen Protest an die Welt gegen den Beschluß, der einseitig ohne ihre Teilnahme gefaßt wurde.
In München wird eine Erklärung über die deutsch-britischen Beziehungen veröffentlicht. Darin sprechen beide Seiten ihren Willen aus, auch künftig Streitfragen friedlich zu regeln: "Wir haben heute eine weitere Besprechung gehabt und sind uns in der Erkenntnis einig, dass die Frage der deutsch-englischen Beziehungen von allererster Bedeutung für beide Länder und für Europa ist. Wir sehen das gestern Abend unterzeichnete Abkommen und das deutsch-englische Flottenabkommen als symbolisch für den Wunsch unserer beiden Völker an, niemals wieder gegeneinander Krieg zu führen....".
Bei seiner Ankunft auf dem Londoner Flughafen Heston wird Premierminister Neville Chamberlain umjubelt. Er erklärt in einer Ansprache, dass die Ergebnisse von München den Frieden bringen würden. Die Ankunft Chamberlains wird erstmals vom britischen Fernsehen BBC aufgenommen.
Der Aachener Generalmusikdirektor Herbert von Karajan dirigiert erstmals in der Berliner Staatsoper. Gegeben wird Ludwig van Beethovens Oper "Fidelio".

OKTOBER 1938

1.10.1938
Die deutsche Wehrmacht beginnt mit dem Einmarsch in die erste Zone der durch das Münchner Abkommen vom 29. September an das Deutsche Reich übertragenen Gebiete. In einem Erlass zur Eingliederung des Sudetenlands wird Konrad Henlein zum Reichskommissar für die Sudetengebiete ernannt. Gleichzeitig mit dem Einmarsch deutscher Truppen verlassen Hunderttausende seit 1919 eingewanderte Tschechen und mehrere zehntausend Juden sowie Sozialdemokraten das Gebiet.
Nach Erlöschen der Approbation für jüdische Ärzte zum 30. September 1938 wird auch ihre Eintragung im Arztregister und ihre Zulassung gestrichen. Mit jederzeit widerrufbarer Genehmigung ist nur noch die Behandlung von jüdischen Versicherten und deren Familienangehörigen gestattet.
Im Deutschen Reich tritt die Verordnung über Kennkarten als Inlandsausweise vom 22. Juli 1938 in Kraft.
Die Ausländerpolizeiverordnung vom 22. August 1938 tritt im Deutschen Reich in Kraft. Danach wird u.a. der Aufenthalt im Reich nur solchen Personen gestattet, die Gewähr dafür bieten, sich der gewährten Gastfreundschaft würdig zu erweisen. Zurückweisungen sind bereits an der Grenze zulässig.
Die Verordnung über die Einführung fürsorgerechtlicher Vorschriften im Lande Österreich vom 3. September 1938 tritt in Kraft. Damit werden die im Reich geltenden Regelungen auch in Österreich eingeführt. Es gilt u.a. eine Arbeitspflicht für alle Personen, die infolge ihres sittlichen Verschuldens der Fürsorge anheimfallen.
Durch Reichsgesetz vom 2. September 1938 wird die Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen mit der Provinz Pommern vereinigt.

In der Sowjetunion erscheint die programmatische Schrift des Parteivorsitzenden Josef Stalin "Geschichte der Kommunistischen Partei der Sowjetunion. Kurzer Lehrgang". Darin sind die Grundsätze des dialektischen historischen Materialismus zusammengefaßt, zugleich ist die Parteigeschichte verbindlich dargestellt.
Reichspostminister Wilhelm Ohnesorge gibt den Fernsehrundfunkempfang für die Allgemeinheit frei.
Aus Protest gegen die Haltung der britischen Regierung in der Sudetenfrage tritt Alfred Duff Cooper, der Erste Lord der Admiralität, zurück.
Frederick Ogilvie wird neuer Generaldirektor der britischen Rundfunkanstalt BBC. Er ist der Nachfolger von John Reith, dem seit 1927 amtierenden ersten BBC-Direktor.

2.10.1938
Nach einem am Vortag von der tschechoslowakischen Regierung angenommenen polnischen Ultimatum beginnt um 14.00 Uhr der Einmarsch polnischer Truppen im Olsa-Gebiet mit den Städten Freistadt, Karwin und Oderberg. Das Gebiet umfaßt 1000 km²; dort leben rund 200.000 Menschen. Über diesen Einmarsch in die Tschechoslowakei waren die Briten und Franzosen erbost, aber sie fanden sich damit ab. Im Stillen forderte die französische Regierung die Polen auf, sich an die Abmachung von München zu halten, aber ohne Erfolg. Der polnische Außenminister Joseph Beck bat die deutsche Regierung um eine wohlwollende Haltung, die er auch erhielt. Hitler hatte gegen diese Besetzung nichts einzuwenden und hoffte, sich mit den Polen in Bezug auf Grenzzwistigkeiten anderweitig arrangieren zu können. Er versprach den Polen sogar die Karpato-Ukraine, das ehemalige Ruthenien.
Kardinal Adolf Johannes Bertram von Breslau, Vorsitzender der Fuldaer Bischofskonferenz, sendet Adolf Hitler ein Glückwunschtelegramm für die „Großtat der Sicherung des Völkerfriedens". Die Bischöfe lassen heute feierlich die Glocken läuten.

3.10.1938
Adolf Hitler überschreitet bei Wildenau die bisherige deutsche Grenze ins Sudetengebiet und spricht auf einer Großkundgebung auf dem Markt in Eger. Nachdem er an einem Feldessen unter freiem Himmel im Hauptquartier des Generals Walter von Reichenau teilgenommen hat, verlässt er das Sudetenland wieder.
Mit den Abbrucharbeiten an der Dortmunder Synagoge wird begonnen. Die NS-Stadtverwaltung hat die jüdische Gemeinde zum Verkauf ihrer Synagoge gezwungen. Sie stand unmittelbar gegenüber der Kreisleitung der NSDAP.

4.10.1938
Adolf Hitler fährt erneut ins Sudetenland und spricht „unter beispiellosen Freudenkundgebungen" in Karlsbad: »(...) Ich wusste nicht, wie und auf welchem Wege ich einmal hierher kommen würde. Aber dass ich einmal hier stehen werde, das habe ich gewusst!"
Der Schweizer Bundesrat billigt das Ergebnis der Verhandlungen zwischen deutschen und schweizerischen Behörden, die sich vom 27. bis 29. September in Berlin abschließend über die Einführung eines "J"-Stempels in die Pässe ausreisewilliger deutscher Juden geeinigt hatten.
Die französische Kammer billigt mit 537 gegen 75 Stimmen den Bericht von Ministerpräsident Édouard Daladier über die Münchener Konferenz.

5.10.1938
Mit einer Großkundgebung im Berliner Sportpalast eröffnet Joseph Goebbels die Aktion des Winterhilfswerkes. Hitler gibt in seiner Rede einen Rückblick über die letzten Wochen und dankt nochmals besonders Benito Mussolini und den beiden andern Staatsmännern für die Bemühungen, den Frieden zu bewahren. Zur Haltung des deutschen Volkes sagt er: „Allein über all dem fliegt mein Dank dem deutschen Volke zu! Es hat mich in diesen langen Monaten nie verlassen (...) Ich muss es offen aussprechen: ich bin stolz auf mein deutsches Volk!"
Eine Verordnung über die Reisepässe von deutschen Juden macht es diesen zur Pflicht, ihre Pässe innerhalb von 14 Tagen einzureichen, um sie mit einem Kennzeichen versehen zu lassen.
Die auf der Münchener Konferenz eingesetzte internationale Kommission legt die 5. Zone des sudetendeutschen Abtrennungsgebietes fest.
Der tschechoslowakische Staatspräsident Eduard Benes erklärt seinen Rücktritt. Zugleich wird das Kabinett umgebildet, Außenminister wird Franti Chvalkovsky anstelle des seit 1936 amtierenden Kamill Krofta.
Im britischen Unterhaus in London übt der konservative Abgeordnete Winston Churchill scharfe Kritik am Münchener Abkommen. Es müsse eingestanden werden, dass Großbritannien durch die Zugeständnisse an Hitler "eine völlige, durch nichts gemilderte Niederlage erlitten habe". Premierminister Neville Chamberlain wird mit 366 gegen 144 Stimmen das Vertrauen ausgesprochen.
Bei der Kammerabstimmung in Paris über die von Ministerpräsident Édouard Daladier erbetenen umfassenden Finanzvollmachten stimmen die Kommunisten sowie die Sozialisten gegen Daladier, der sich auf eine Mitte-Rechts-Mehrheit stützt. Die französische Presse wertet dies als Ende der Volksfront von 1936.
In Prag erscheint die letzte Ausgabe der "Volks-Illustrierten" ("Arbeiter-Illustrierte Zeitung") des seit 1933 in Prag lebenden deutschen Publizisten John Heartfield.
In der Tennisweltrangliste des Briten Wallis Myers nehmen mit Donald Budge und Helen Wills-Moody zwei Sportler aus den USA die ersten Plätze ein.

6.10.1938
General Gerd von Rundstedt beginnt mit der Besetzung der letzten Zone im Sudetenland. Adolf Hitler begibt sich wieder in das Sudetendeutsche Gebiet, in Schleckenau schreitet er die Front des „Sudetendeutschen Freikorps" ab. In Rumburg hält er auf dem Marktplatz eine Rede. Anschließend unternimmt er eine Besichtigungsfahrt zu den tschechischen Festungswerken. Gegen Abend hält er in Friedland noch eine weitere Rede.
Der Große Faschistische Rat Italiens faßt in Rom Beschlüsse zur Judenfrage. Darin wird u.a. die Eheschließung zwischen Juden und Italienern verboten.
Im slowakischen Sillein vereinbaren sämtliche slowakische Parteien die Bildung einer rein slowakischen Regierung unter Führung von Jozef Tiso, dem Führer der Slowakischen Volkspartei. Die Regierung in Prag muss die Teilautonomie bestätigen.
In der Sowjetunion wird die seit 1929 unter dem Kommando von Marschall Wassili K. Bljucher stehende Fernöstliche Armee aufgelöst und Marschall Bljucher abgesetzt. An die Stelle der Fernöstlichen Armee treten zwei Armeen mit Oberkommando in Woroschilow-Ussurisk und Chabarowsk.

7.10.1938
Adolf Hitler besucht das Gebiet von Schönwiese und Kohlbach im Sudetenland, in Jägerndorf wird er von Hermann Göring und Generaloberst Gerd von Rundstedt begrüßt. Er hält auf dem Marktplatz eine Rede. Noch einmal besucht er einige tschechische Bunker und nimmt mit Göring die Front von Luftwaffentruppen ab. Hitler verlässt noch an diesem Tag das Sudetenland, um sich in den Westen des Reiches zu begeben.
Auf einer katholischen Protestkundgebung in Wien wird die nationalsozialistische Kirchenpolitik kritisiert. Kardinal Theodor Innitzer wird demonstrativ gefeiert.
Der Stabs-Leiter des Stellvertreter des Führers, Martin Bormann, gibt auf Befehl des Führers bekannt, dass alle Parteidienststellen dafür Sorge tragen sollen, dass weder Blumenkränze noch andere Gegenstände bei Paraden in den Wagen des Führers geworfen werden. Der Führer sei schon mehrfach von Blumensträußen verletzt worden.

8.10.1938
In Wien entläd sich der „Volkszorn" gegen Kardinal Theodor Innitzer mobilisiert. Seine Fensterscheiben werden eingeworfen. Auch rund 100 Angehörige der Hitlerjugend (HJ) dringen in das erzbischöfliche Palais ein und verwüsten es. Auch das Dompfarramt am Stephansplatz wird demoliert.
Nach dem Vorbild der Slowaken bilden die Parteien von Karpato-Russland in Uzhorod eine eigene Regierung, um die Forderung nach Autonomie gegenüber der tschechoslowakischen Zentralregierung in Prag durchzusetzen.
Der Große Faschistische Rat beschließt in Rom das Gesetz über die Kammern der Fasci und Korporationen anstelle der Abgeordnetenkammer.

9.10.1938
In Saarbrücken nimmt Adolf Hitler an der Einweihung des Gautheaters Saarpfalz durch Joseph Goebbels teil. Auf einer Volkskundgebung auf dem Befreiungsplatz in Saarbrücken erklärt der Führer, die Erfahrungen der vergangenen acht Monate hätten ihn gelehrt, nichts zu versäumen, was dem Schutz des Reiches diene. Daher würden die Befestigungen an der West-Grenze weiter ausgebaut werden. "...Es braucht nur in England statt Chamberlain Herr Duff Cooper oder Herr Eden oder Herr Churchill an die Macht zu kommen, so wissen wir genau, daß es das Ziel dieser Männer wäre, sofort einen neuen Weltkrieg zu beginnen. Sie machen gar keinen Hehl, sie sprechen das offen aus."
Im Deutschen Reich findet der erste Eintopfsonntag des Winters 1938/39 statt.

10.10.1938
Nach der vollständigen Besetzung der sudetendeutschen Gebiete durch die deutsche Wehrmacht wird das Sudetendeutsche Freikorps (SFK) aufgelöst. Zum Sitz des Reichskommissars für die sudetendeutschen Gebiete wird Reichenberg bestimmt.
Ein arabisch-panislamischer Kongress in Kairo fordert von Großbritannien den Stop der jüdischen Einwanderung nach Palästina und einen Verzicht auf alle Pläne einer Teilung des Landes zwischen Juden und Arabern.

11.10.1938
Die Reichsmark wird neben der tschechischen Krone in den an das Deutsche Reich angeschlossenen sudetendeutschen Gebiete zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt. Eine Krone entspricht zwölf Reichspfennigen.
Adolf Hitler und Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop vereinbaren in Bad Godesberg das weitere Vorgehen gegenüber der Tschechoslowakei. Es sollen keine weiteren Gebiete für eine Volksabstimmung gefordert werden und die genaue Festlegung der Grenzen nicht unter Beteiligung der internationalen Kommission, sondern in direkten Verhandlungen mit der Tschechoslowakei erfolgen.
Die tschechoslowakische Regierung ernennt (in Vertretung des Präsidenten) drei Repräsentanten von Karpato-Russland zu Mitgliedern der Prager Regierung, die nunmehr - unter Einschluß der Slowaken und der Karpato-Russen - aus 21 Personen besteht.
Der Dirigent Hans Knappertsbusch wird Direktor der Wiener Staatsoper und übernimmt die künstlerische Leitung des Instituts.

12.10.1938
In Berlin empfängt Reichsmarschall Hermann Göring den Verkehrsminister der autonomen Regierung der Slowakei, Ferdinand Durcansky. Der Gast bedankt sich für die Mithilfe des Großdeutschen Reiches bei der Schaffung einer autonomen Slowakei.
In Berlin beginnt die Tagung der internationalen Lilienthal-Gesellschaft für Luftfahrtforschung.

13.10.1938
In Wien findet eine Protestkundgebung gegen Kardinal Theodor Innitzer statt. Die Hauptrede hält Josef Bürckel, der Reichskommissar für die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Reich. Bürckel beschimpft Innitzer wegen dessen Kritik an der Kirchenpolitik als "politisierenden Kleriker".
Der neue tschechoslowakische Außenminister Franti Chvalkovsky trifft zu seinem ersten Besuch in Berlin ein. Gegenüber Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop und Führer und Reichskanzler Adolf Hitler betont er den Wunsch nach loyaler Zusammenarbeit.
Der internationale Ausschuß für die Grenzziehung zwischen dem Deutschen Reich und der Tschechoslowakei nimmt von der Absicht der beiden Länder Kenntnis, auf der Grundlage der am 5. Oktober festgelegten vorläufigen Grenzlinie zu einer Einigung zu kommen und beschließt, auf die Durchführung von Volksabstimmungen zu verzichten.

14.10.1938
US-Präsident Franklin D. Roosevelt ließ durch seinen jüdischen Berater Bernhard Baruch ein gewaltiges Marine- und Luftrüstungsprogramm verkünden, unmittelbar nachdem Großbritanniens Kriegsminister Hore Belisha eine provozierende Heeresausweitung angekündigt hatte, die ebenfalls gegen Deutschland ausgerichtet war.
Ungarn bricht die am 9. Oktober in Komorn begonnenen Verhandlungen mit der tschechoslowakischen Regierung über künftige Grenzkorrekturen wegen Unvereinbarkeit der Standpunkte ab.
Die tschechoslowakische Regierung veröffentlicht ein Gesetzesdekret über die Einberufung von über 18jährigen Beschäftigungslosen in Arbeitslager.
Das Wiener Burgtheater begeht das 50jährige Bestehen des neuen Hauses an der Ringstraße. Aufgeführt wird u.a. Friedrich von Schillers Schauspiel "Don Carlos" in der Inszenierung von Karlheinz Stroux, dessen am Grundsatz der Werktreue ausgerichtete Bearbeitung viel Anklang findet.

15.10.1938
Die USA liefern 400 Militärflugzeuge nach Großbritannien. Kurz darauf (14.11.1938) berief der US Präsident Roosevelt seinen US Botschafter aus Berlin ab und schickte ihn bis Kriegsbeginn auch nicht wieder zurück.
Die deutsche Reichsregierung erlässt eine Notdienstverordnung.
Das Gesetz über Gebietsveränderungen im Lande Österreich vom 1. Oktober 1938 tritt in Kraft. Dadurch wird u.a. die Stadt Wien erweitert.
Durch Reichgesetz vom 1. Oktober 1938 gehen die Gemeinden Jungholz (vom Land Tirol) und Mittelberg (vom Land Vorarlberg) von Österreich zu Bayern über.
In Dresden wird die Bukolische Tragödie in einem Aufzug "Daphne" von Richard Strauss uraufgeführt.
In München schließt die am 10. Juli eröffnete Große Deutsche Kunstausstellung ihre Pforten. Rund 460 000 Menschen haben die Schau besucht.

16.10.1938
In München schließt die am 10. Juli eröffnete Große Deutsche Kunstausstellung ihre Pforten. Rund 460.000 Menschen haben die Schau besucht.
Der wegen des Verstoßes gegen 175 StGB zu einer Haftstrafe verurteilte deutsche Tennisspieler Gottfried von Cramm wird vorzeitig entlassen.
In Kotka verbessert der Finne Yrjö Nikkanen seinen am 25. August 1938 in Karhula aufgestellten Weltrekord im Speerwerfen um 83 cm auf 78,70 m.

17.10.1938
Die seit Monaten andauernden Unruhen in Palästina weiten sich zu einem Aufstand der Araber aus.

18.10.1938

18.10.1938
Der scheidende französische Botschafter François-Poncet trifft gegen 15 Uhr auf dem Berghof ein. Von dort wurde er zum Kehlstein gefahren, wo er Adolf Hitler und Joachim von Ribbentrop in einem kleinen Nebenzimmer des Teehauses traf. Hitler versetzte den Franzosen nun in Erstaunen, als er den unverzüglichen Abschluß eines Vertrages vorschlug.
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler stiftet eine Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938.

19.10.1938
Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop und der Regierungschef der Slowakei, Jozef Tiso, treffen in München zusammen. Dabei deutet Tiso an, daß sich die Slowakei eines Tages gänzlich von der Regierung in Prag lösen könne.
Das finnische Olympische Komitee schickt für die 1940 in Helsinki geplanten Olympischen Sommerspiele Einladungen an 58 Nationen.

20.10.1938
Adolf Hitler macht eine Reise durch das »befreite« tschechische Gebiet. Im Böhmerwald suchte Hitler samt seinem Gefolge ein schlichtes Dorfgasthaus zum Mittagessen auf. Dort saß Hitler umgeben von rund zwanzig Begleitern an einer hufeisenförmigen Tafel, indes Dörfler und Küchenpersonal durch ungeheure Begeisterung auffielen. In Krumau säumten Abordnungen aus der Brauereistadt Budweis die Straßen. Die Leute schwenkten Plakate mit der Aufschrift: »Budweis will zum Führer!« Hitler sollte diese Menschen nicht vergessen.
Nach dreitägigen Kämpfen wird die Altstadt von Jerusalem, die von aufständischen Arabern besetzt worden war, durch die Briten zurückerobert.
In der Tschechoslowakei wird die Kommunistische Partei verboten. Das Gebäude des Parteiorgans wird von der Polizei besetzt.
Rund 10 000 Mann aus Spanien abgezogener italienischer Truppen treffen per Schiff in Genua ein.

21.10.1938
Für die besetzten sudetendeutschen Gebiete geht die vollziehende Gewalt von der deutschen Wehrmacht an Reichskommissar Konrad Henlein über. Führer und Reichskanzler Adolf Hitler gibt eine Weisung zur Zerschlagung der Rest-Tschechoslowakei aus. Die deutsche Wehrmacht hat sich jederzeit zur Besetzung Memels und des tschechischen Rumpfstaates bereitzuhalten.
Japanische Truppen erobern die chinesische Stadt Kanton.
Magda Goebbels, die Frau des Ministers für Volksaufklärung und Propaganda, war allein auf den Berghof gekommen, um Hitler ihr Herz auszuschütten. Sie vertraute Hitler an, daß sie sich von ihrem Mann trennen wolle. Im Teehaus auf dem Kehlstein konnte Hitler sie dazu überreden, die rechtlichen Schritte vorläufig zu verschieben. Zwei Tage nach diesem Gespräch lud er das Ehepaar in das Teehaus ein und redete auf sie ein, daß sie um der Kinder willen die Ehe nicht auflösen dürften.

22.10.1938
Durch Erlass des Reichsministers des Innern, Wilhelm Frick, wird dem Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei, Heinrich Himmler, die Befugnis übertragen, in den sudetendeutschen Gebieten Maßnahmen auch außerhalb der gesetzlichen Grenzen zu treffen.
In Astoria, Queens (USA), überträgt Chester Carlson die ersten Worte, die nach dem xerographischen Prinzip kopiert worden sind, auf ein Stück Wachspapier.
Der am 5. Oktober als tschechoslowakischer Staatspräsident zurückgetretene Eduard Bene fliegt nach Großbritannien. Er nimmt zahlreiche Unterlagen über seine Amtstätigkeit mit.

23.10.1938
Mit der Uraufführung von Eberhard Wilhelm Möllers Schauspiel "Der Untergang Karthagos" im Thalia-Theater beginnen die Hamburger Reichstheatertage der Hitlerjugend.
Die Hamburgische Staatsoper begeht ihr 260jähriges Bestehen.
Bei den nach dreitägiger Dauer zu Ende gehenden Weltmeisterschaften der Gewichtheber in Wien gehen drei der fünf Titel an deutsche Sportler.

24.10.1938
Reichsaußenminister Ribbentrop macht dem polnischen Botschafter Josef Lipski Vorschläge über eine Rückgliederung Danzigs an das Deutsche Reich.
Im Deutschlandfunk wird erstmals gegenüber der Öffentlichkeit über die Arbeiten am Westwall berichtet.
Adolf Hitler beordert den Oberbefehlshaber des Heeres, Feldmarschall von Brauchitsch, nach Berchtesgaden zu einer Unterredung. Diese endete mit Hitlers Forderung nach der Verabschiedung Dutzender unzuverlässiger ranghoher Heeresoffiziere, welche nicht loyal waren.
Die "Deutsche Diplomatische Korrespondenz" stellt zur Kolonialfrage fest, dass das Reich jene Besitzungen wiederhaben wolle, die "ihm aufgrund verleumderischer Behauptungen einst weggenommen worden sind."

25.10.1938
Adolf Hitler besucht ein weiteres Mal das Sudetenland, den Brückenkopf Engerau gegenüber Pressburg, dessen Abtretung er vor allem aus militärischen Gründen von der Prager Regierung verlangt hatte. Auf der Rückfahrt besucht er in Wien das kunsthistorische Museum und die Hofburg.
Auf dem Passagierdampfer "Deutschland" der Hapag, der mit 591 Passagieren auf der Fahrt nach New York ist, bricht kurz vor Mitternacht infolge einer Explosion im zweiten Unterdeck ein Feuer aus, das jedoch nach drei Stunden wieder gelöscht werden kann.
Japanische Truppen besetzen Hankow, die frühere Hauptstadt der chinesischen Zentralregierung.

26.10.1938
In einer Rede in Znaim (Sudetenland) erklärt Adolf Hitler: „Am 2. Oktober, morgens 8 Uhr, wären wir hier einmarschiert, so oder so. Das Reich war bereit zum letzten Einsatz." Die Nacht verbringt er in seinem Sonderzug in Laa an der Thaya.
In Belgrad werden deutsch-jugoslawische Wirtschaftsvereinbarungen unterzeichnet, u.a. eine Begrenzung der Wechselkursschwankungen vorsehen.
In Bern findet eine Konferenz der Redakteure der Schweizer politischen Presse statt. Vor den Journalisten weist Bundesrat Giuseppe Motta jede Gesinnungsneutralität zurück, fordert aber im Interesse der Schweiz Zurückhaltung gegenüber Diktaturstaaten.
Monsignore Augustin Volosin wird als Nachfolger des seit 15 Tagen amtierenden Andrej Brody Ministerpräsident der Karpato-Ukraine.
In dem Spiel aus Anlaß des 75jährigen Bestehens der englischen Football-Association schlägt die englische Nationalmannschaft eine Kontinent-Auswahl in London 3:0 (2:0).

27.10.1938
Eine Verordnung der britischen Mandatsverwaltung sieht die Einwanderung von 5120 Juden nach Palästina innerhalb des nächsten halben Jahres vor. Bei der arabischen Bevölkerung löst diese Maßnahme Empörung aus.
Als Nachfolger des aus Protest gegen das Münchener Abkommen zurückgetretenen Alfred Duff Cooper wird James Richard Earl of Stanhope zum Ersten Lord der britischen Admiralität ernannt.
Adolf Hitler trifft im Sonderzug in Nikolsburg ein. Mit dem Auto fährt er durch tschechisches Befestigungsgebiet und kehrt wieder nach Nikolsburg zurück. In einer Rede erinnert er an den Waffenstillstand zwischen Preußen und Österreich von 1866, der in Nikolsburg unterzeichnet worden war.
Mit einer Ansprache Alfred Rosenbergs wird die Reichsschule des NS-Lehrerbundes in Bayreuth eingeweiht.

28.10.1938
Rund 17.000 Juden polnischer Staatsangehörigkeit werden aus dem Deutschen Reich ausgewiesen und an die polnische Grenze transportiert. Da sich die polnischen Grenzbehörden weigern, diese Juden aufzunehmen, werden sie in der Nacht größtenteils zum illegalen Grenzübertritt gezwungen.
In Weimar findet das erste Großdeutsche Dichtertreffen statt.
In der Tschechoslowakei wird wegen der politischen Verhältnisse auf die Abhaltung des Nationalfeiertags verzichtet.
74 Tote fordert ein Großbrand in Marseille, wo zur gleichen Zeit ein Parteitag der Radikalsozialisten tagt.

29.10.1938
In Karpato-Russland werden auf Befehl der Regierung sämtliche politischen Parteien verboten. Auf dem Gebiet der Slowakei werden alle paramilitärischen Wehrorganisationen aufgelöst und allein noch die sogenannte Hlinka-Garde (nach dem am 16.8. 1938 verstorbenen Andrej Hlinka, Gründer der Slowakischen Volkspartei) zugelassen.
Adolf Hitler sendet ein Glückwunschtelegramm an den Präsidenten Kemal Atatürk, anlässlich des 15-jährigen Bestehens der türkischen Republik.
Die ersten 20 000 italienischen Siedler gehen nach Libyen.

30.10.1938
Der italienische Kronprinz Umberto besucht Adolf Hitler auf dem Obersalzberg.
Reichspropagandaminister Joseph Goebbels eröffnet in Weimar die erste Großdeutsche Buchwoche.
Das Schiffshebewerk Rothensee bei Magdeburg wird eröffnet und der Mittellandkanal in voller Länge in Betrieb genommen.
Sieben reichsdeutsche Zeitungen dürfen in der Tschechoslowakei verkauft werden, ebenso die programmatische Schrift Adolf Hitlers, »Mein Kampf«.
In den USA wird das Hörspiel "Invasion from Mars" ausgestrahlt. Darin schildert Orson Welles im Stil einer Reportage die Landung von Marsmenschen in New York. Bereits nach sechs Minuten Sendezeit war es gelungen, die Spannung derart einzuheizen, dass eine beispiellose Massenhysterie in den USA losbrach.

31.10.1938
Durch die Sechste Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 15. September 1938 wird Juden der Beruf des Patentanwalts verboten.
Durch Führererlaß wird das sudetendeutsche Gebiet nördlich der Further Senke bis zu den Bezirken Troppau-Neutitschein zum Gau Sudetenland mit Hauptort Reichenberg erklärt. Gauleiter wird Konrad Henlein, der seine Sudetendeutsche Partei (SdP) bis zum 5. November in die NSDAP überführt. Die übrigen sudetendeutschen Gebietsteile werden den Gauen Bayerische Ostmark, Ober- und Niederdonau sowie Schlesien angegliedert.

die sozialen Errungenschaften im Deutschen Reich waren einzigartig und es gab auf der ganzen Welt nichts Vergleichbares

Kamil Krofta

Gerd von Rundstedt

Arthur Neville Chamberlain

Kriegsverbrecher W. Churchill

Bernard Baruch

Isaac Leslie Hore-Belisha

Führer und Reichskanzler Adolf Hitler unterzeichnet das Münchner Abkommen über die Abtretung des Sudetenlandes an Deutschland xxxxxxxxxxxxxx

Chamberlain, Daladier, Hitler, Mussolini, und der italienische Außenminister Graf Ciano. Im Hintergrund Ribbentrop und Weizsäcker xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Die Befreiung der deutschen Bevölkerung im Sudetenland

Die Befreiung der deutschen Bevölkerung im Sudetenland

Sie können die einzelnen Bilder anklicken und die detailierten Ereignnisse dieser Zeit in der großen Chronik von 1933-45 nachlesen

 Für den NSDAP-Reichsparteitag "Großdeutschland" werden Krone und   Insignien des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation aus der   Schatzkammer der Wiener Hofburg nach zurück Nürnberg gebracht.