Der Versailler Vertrag - Wurzel allen Übels

Der Versailler Vertrag, oder eher das Versailler Diktat, auch unzutreffend als Friedensvertrag von Versailles bezeichnet, war das am 28. Juni 1919 unterzeichnete „Vertragswerk“, das nach dem Ersten Weltkrieg formell den Kriegszustand zwischen dem Deutschen Reich und den in diesem gegenseitigen Vertrage als die alliierten und assoziierten Hauptmächte bezeichneten Staaten, wie die Vereinigten Staaten von Amerika, das Britische Reich, Frankreich, Italien und Japan, sowie den mit ihnen alliierten und assoziierten Mächten beendete. Er konstatierte die alleinige Verantwortung des Deutschen Reiches und seiner Verbündeten für den Ausbruch des Weltkrieges und verpflichtete es daher zu Gebietsabtretungen und zu Reparationszahlungen an die Siegermächte. Die Unterzeichnung des Vertragswerkes von Seiten Deutschlands wurde insbesondere durch die Aufrechterhaltung der Hungerblockade erpreßt. Die Filmdokumentation zeigt recht anschaulich, wie die Verhandlungen liefen und wie die deutsche Delegation behandelt wurde. Allerdings wird die Einflussnahme der 117 jüdischen Delegierten, vor allem Rothschild und Baruch, völlig ausser acht gelassen, was aber bei einer Arte-Produktion zu erwarten war. Allein die Bedingungen der jüdischen Berater über die „Grenzregelung“ und die „Reparationskosten“ beweisen, dass das Versailler Diktat auf die wirtschaftliche Vernichtung Deutschlands abzielte und keinen Frieden bringen konnte.                    

Die harten und entehrenden Klauseln des Vertrages, die ohne deutsche Mitwirkung zustande gekommen waren, erregten in Deutschland eine tiefe Verbitterung. Trotz Fortdauer der Hungerblockade stießen sie in weiten Kreisen auf Ablehnung. Die Reichsregierung unter ihrem Reichskanzler Philipp Scheidemann erklärte sie für unannehmbar und trat deswegen zurück. Nach dem Rücktritt Scheidemanns und Brockdorff-Rantzaus nahm die neue Regierung aus Zentrum und Sozialdemokraten schließlich am 23. Juni den Vertrag an, sträubte sich jedoch noch gegen die anzuerkennende Alleinschuld Deutschlands am Ersten Weltkrieg. Daraufhin drohten die Siegermächte dem wehrlosen deutschen Staat in einem Ultimatum mit Gewaltmaßnahmen. Vertreter der 27 Alliierten und assoziierten Mächte, wie sich die Kriegsgegner Deutschlands bezeichneten, und zwei Bevollmächtigte von der deutschen Reichsregierung (Außenminister Hermann Müller-Franken, SPD, und Johannes Bell, Zentrum) setzten am 28.6.1919 ihre Unterschrift unter das Vertragswerk. Abgesehen von einigen paar geringfügigen Änderungen, war ihre Unterschrift der einzige Beitrag, den die deutsche Seite zum so genannten »Friedensvertrag« leisten durfte.                   

Heute, rückblickend wissen wir, daß der „Versailler Vertrag“ zum politischen Urübel des 20. Jahrhunderts für Europa und die Welt wurde! Ohne Versailles hätte es keine Verelendung Deutschlands, keine kommunistische Gefahr in Deutschland und somit auch keinen Hitler als Antwort auf die imperiale und ausbeutende Machtpolitik der Sieger des 1. Weltkrieges gegeben. Ohne Versailles und mit einem gerechten, ehrenvollen und der Völkerverständigung dienenden Frieden wäre uns und der Welt der 2. Weltkrieg erspart geblieben. Ohne Zweiten Weltkrieg aber hätte es keine Zerstückelung Deutschlands, keinen Willy Brandt und damit auch keine Ostverträge gegeben, die ähnlich dem Versailler Vertrag wiederum versuchen, das völkerrechtswidrige Unrecht der Vertreibung, der Okkupation deutscher Gebiete und der Teilung Rest-Deutschlands als Basis für eine „bessere Zukunft“ darzustellen. Weil letztlich alles, was heute politisch ist, auf den völkerverhetzenden Versailler Vertrag von 1919 zurückgeht, und weil der völkerrechtlich legitime Versuch, die im Versailler Vertrag entgegen dem Selbstbestimmungsrecht festgelegten Ostgrenzen zu revidieren, als äußerer Anlaß für England und Frankreich zur Kriegserklärung an Deutschland unter Hitler herhalten mußte, darum ist es gerade für junge Menschen wichtig, den Versailler Vertrag und seine mörderischen Auswirkungen zu kennen.

Deutschlands Gebietsverluste durch Versaille

Die Reparationszahlungen Deutschlands

Zunächst sollten 269 Milliarden Goldmark in 42 Jahresraten gezahlt werden. Da Deutschland völlig außerstande war, diese irrsinnige Summe zu zahlen, wurde danach die Reparation auf 132 Milliarden Goldmark und zusätzlich 26 % aller deutschen Ausfuhrerlöse festgelegt. Weiterhin mußte das Reich die Unterhaltskosten für 140.000 Mann Besatzungstruppe zahlen. Deutschland geriet in den Strudel der Inflation. Nach dem Dawes-Plan im Jahre 1924 kam es zu einer erneuten Änderung: zuerst jährlich 1,7 Milliarden Mark, ab 1928 jährlich 2,5 Milliarden Mark mit unbegrenzter Dauer. Im Jahre 1929 wurde im Young-Plan festgelegt, daß bis 1988 jährlich 2 Milliarden Mark zu zahlen sind, weiterhin eine Beförderungssteuer für die Reichsbahn in Höhe von einer weiteren dreiviertel Milliarde Mark. Ab 1953 wurde weitergezahlt. Ab 1990 zahlte die vergrößerte BRD für die DDR nach. Soviel zur Souverenität der Bundesrepublik Deutschland nach der Wiedervereinigung und dem 2 plus 4 Vertrag.

Die deutschen Verluste in Zahlen

- 3 Millionen Quadratkilometer, insgesamt 13 %
- Siedlungsland: 28 %
- Bewohner unter Fremdherrschaft: 11 %
- Steinkohlenvorräte: 46 %
- Steinkohlenförderung: 25 %
- Eisenerzgewinnung: 75 %
- Zinkerze: 80 %
- Bleierz: 61 %
- Hochofen/Stahlwerke: 47 %
- Walzwerke: 40 %
- Textilfabriken: 17 %
- Eisenbahnlinien: 16 %
- Lokomotiven u. Wagen: 22 %
- Verlust der Handelsflotte: 90 %
- Verlust der Kolonien: 100 %
- Reparationszahlungen bis ins Jahr 1987
  (weitergeführt bis 2010!)

Dem Deutschen Reich wurden folgende militärische Beschränkungen auferlegt:

Das Heer wurde zur Berufsarmee mit 100.000 Mann reduziert, die allgemeine Wehrpflicht wurde abgeschafft und militärische Vereine oder Organisationen verboten. Die Marine darf mit nur noch 15.000 Mann, 6 Panzerkreuzern, 6 leichten Kreuzern und 12 Torpedobooten unsere Küsten schützen. Schweren Waffen wie U-Boote, Panzer, Schlachtschiffe sind verboten. Weiterhin wird der Wiederaufbaus von Luftstreitkräften untersagt und die Anzahl der Gewehre auf 102.000 begrenzt. Der Gipfel der Demütigungen war die Entmilitarisierung des Rheinlands (50-km-Streifen östlich des Rheins). Als Garantie für die Durchführung der übrigen Bestimmungen des Vertrages wurde eine alliierte Besetzung des linksrheinischen Gebietes und zusätzlicher Brückenköpfe bei Köln, Koblenz und Mainz vereinbart. Diese sollte zeitlich gestaffelt fünf, zehn bzw. 15 Jahre nach dem Ratifizierungsdatum aufgehoben werden (Artikel 428–430).

Außerdem sah der Vertrag die Gründung des Völkerbundes vor, eines der Ziele des VS-amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson. Der Völkerbund war Vorläuferorganisation der heutigen Vereinten Nationen, die nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet wurden. Deutschland war bis 1926 vom Völkerbund ausgeschlossen. Deutschland trat bald darauf wieder aus, da der Völkerbund kein Interesse an der Lösung entstandener Probleme zeigte.